Einstufung Fachwirt

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Einstufung Fachwirt

Die Europäische Union stellt ihre Mitgliedsstaaten vor eine schwierige Aufgabe: Die Bildungs- und Berufsabschlüsse sollen in ein System von acht Stufen eingeordnet werden (EQR). Stufe eins steht für die niedrigste, die Stufe acht für die höchste Qualifikation. Die Bildungsabschlüsse sollen hierdurch europaweit vergleichbar werden.

Seit fast vier Jahren versucht man nun in Deutschland über die Kultusminister ein entsprechendes Ranking vorzunehmen. Schwierigkeiten bereitet der Vorschlag das Abitur auf Stufe fünf einzuordnen, über einer großen Mehrzahl der Berufsabschlüsse. Doch nun deutet sich ein Kompromiss nach dem Vorbild in Frankreich an: In Frankreich werden die allgemeinbildenden Abschlüsse nicht berücksichtigt und erscheinen somit nicht im Ranking. Tätsächlich ist Frankreich damit bisher das einzige Land, dass auf die Aufnahme der Schulabschlüsse in das Ranking verzichtet. Österreich und die Schweiz warten auf ein Zeichen aus Deutschland. Die Niederlande prüfen noch die Einordnung ihrer höchsten Schulabschlüsse in Stufe fünf oder Stufe vier.

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) möchte Verzögerungen vermeiden und schlägt nun vor dem französischen Beispiel zu folgen. Die Ministerin dazu: “Entscheidend ist, dass wir den hohen Stellenwert der beruflichen Bildung in Deutschland deutlich machen.” Wenn keine einheitliche Lösung für die Einordnung der beruflichen und akademischen Bildung gefunden werden kann, würde man im ersten Schritt dem französischen Modell folgen. Die Schulabschlüsse würden in einem zweiten Schritt dazukommen.

Für Personalverantwortliche hätte die Festlegung Vorteile. Oft ist es schwer einzuschätzen, was bei den einzelnen Fortbildungen gelernt wird, was die Absolventen danach auszeichnet und was die einzelnen Fortbildungen bedeuten. Durch ein einheitliches Ranking kann man ein Gefühl dafür bekommen.

Über Rechte und Pflichten die durch die Einführung des Rankings entstehen würden, wird weiterhin gestritten. Durch die qualitative Einstufung ist das Streben in die nächst höhere Stufe vorprogrammiert. Hier stellen sich dann Fragen warum zum Beispiel ein Fachwirt, der mit dem Bachelor auf Stufe sechs steht, nicht auch den Zugang zum Masterstudium und somit der Stufe sieben erhalten soll.

“Ein gleichberechtigter Zugang von Absolventinnen und Absolventen des Dualen Berufsbildungssystems für die Hochschulen ist wünschenswert”, liest man in der Mitteilung der CDU und FDP Fraktionen an den Bundestag. Abitur und Fachhochschulreife sollten in Absprache mit den Bundesländern mit den mindestens dreijährigen Berufsausbildungen gleichgestellt werden. Als Ausweg bliebe, dem Vorbild Frankreichs zu folgen.

Rangliste im DQR

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