Handwerksmeister

Ein Meisterabschluss ermöglicht dem Absolventen einen eigenen Betrieb selbstständig zu führen und Auszubildende auszubilden. Mit dem Meisterbrief wird dem Handwerksmeister wird dem Absolventen zum einen die kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, aber auch das fachtechnische und praktische Können bescheinigt.

Eine Weiterbildung zum Handwerksmeister kann in Vollzeit, Teilzeit oder auch im Rahmen eines Fernstudiums absolviert werden. Die Lehrgänge enden mit einer bundeseinheitlich organisierten Prüfung vor der zuständigen Handwerkskammer.

Aufgaben und Tätigkeiten als Meister

Je nach Fachrichtung ist ein Meister im Handwerk durch die erworbene Dreifachqualifikation ein Spezialist für diesen Bereich. Gleichzeitig ist er häufig selbstständiger Unternehmer und unterrichtet Auszubildende. Er kann jedoch auch in gehobener Position als Angestellter beschäftigt sein. Neben der Betreuung der Auszubildenden gibt es Aufgaben, die sich in den jeweiligen Fachrichtungen unterscheiden. Ein Bäckermeister hat somit zum Beispiel andere Spezialisierungen als ein Klempnermeister.

Häufig arbeiten die Handwerksmeister direkt in den Werkstätten oder auf den einzelnen Baustellen mit. Zusätzlich koordinieren Sie dann noch die Materiallieferungen, Kundentermine und den Einsatz der Mitarbeiter.

Fachrichtungen als Meister

In den hier aufgeführten Beiträgen werden die einzelnen Fachrichtungen für Meister im Handwerk vorgestellt:

Wie wird man Meister?

Die Prüfungen zum Meister vor der Handwerkskammer sind bundeseinheitlich organisiert. Dadurch bedingt sind auch die Inhalte in den Weiterbildungskursen zum Handwerksmeister einheitlich geregelt. Die Weiterbildung zum Handwerksmeister kann in den folgenden drei Lehrgangsformen absolviert werden:

  • Weiterbildung zum Meister in Vollzeit
    Der klassische Fall einer Ausbildung zum Meister ist der Vollzeitbesuch einer Meisterschule. Es handelt sich hierbei um die schnellste Variante der Weiterbildung, da sie in der Regel innerhalb von 12 Monaten absolviert werden kann. Die Teilnehmer haben dort dann gleichzeitig die Möglichkeit jederzeit Fragen an die Ausbilder zu stellen.
  • Weiterbildung zum Meister in Teilzeit
    Der Besuch der Meisterschule ist auch in Teilzeit möglich. Hierbei ist der Vorteil, dass man seine Beschäftigung weiter ausüben können und das Einkommen nicht wegfällt. Die neu erworbenen Kenntnisse können direkt in den Betrieben angewendet werden. Der Teilzeitbesuch einer Meisterschule erfolgt in der Regel in Abend- oder Wochenendkursen und kann bis zu drei Jahren dauern.
  • Das Fernstudium zum Meister
    Für einige Meisterkurse besteht die Möglichkeit den theoretischen Teil der Weiterbildung in einem Fernstudium zu absolvieren. Der Vorteil im Fernstudium ist die freie Einteilung von Zeit und Ort. Über Online-Portale und per E-Mail kann der Kontakt zum Kursleiter oder anderen Teilnehmern geknüpft werden. Das Fernstudium zum Meister kann bis zu 3 Jahre dauern.

Was lernt ein Handwerksmeister?

Die Weiterbildung zum Handwerksmeister bereitet die Teilnehmer ganz gezielt auf die bundeseinheitliche Prüfung vor der zuständigen Handwerkskammer vor. Die Inhalte der Lehrgänge orientieren sich an die Prüfungsinhalte.

  • Fachrichtungsspezifische Teile
    Im fachrichtungsspezifischen Teil der Weiterbildung werden praktische Kenntnisse vermittelt. Es wird dort auch die sogenannte Meisterarbeit vorbereitet. Hierbei geht es um das Konzept, den Entwurf und die Kalkulation.
    Weiterhin wird theoretisches Fachwissen vermittelt.
  • Fachrichtungsübergreifende Teile
    Im Fachrichtungsübergreifenden Teil der Weiterbildung werden Kenntnisse der Betriebswirtschaft, Buchführung und dem Recht vermittelt. Auch die Berufs- und Arbeitspädagogik wird den Teilnehmern vermittelt.

Die Prüfung zum Meister

Die Meisterprüfung wird von den zuständigen Handwerkskammern angeboten. Je nach Bedarf findet diese ein bis zweimal im Jahr statt. Für eine Zulassung zur Prüfung müssen die folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • der Nachweis einer einschlägigen Berufsausbildung in einem Beruf des jeweilig angestrebten Funktionsbildes
  • der Nachweis einer ausreichenden Berufspraxis (die Dauer und eventuelle Ausnahmeregelungen sind in den jeweiligen Prüfungsverordnungen der Lehrgänge geregelt)

Die Meisterprüfung besteht aus einer

  1. fachpraktischen Prüfung. Hierzu gehört die Meisterarbeit und die Anfertigung des Meisterstücks
  2. fachtheoretischen Prüfung. Die Leistung wird mit Hilfe von Klausuren dokumentiert
  3. wirtschaftlichen und rechtlichen Prüfung in Recht, Betriebswirtschaft und Buchführung. Auch hier wird die Leistung mit Hilfe von Klausuren dokumentiert.
  4. arbeitspädagogischen Prüfung. Mit Hilfe von Klausuren und einer Unterweisungsprobe wird die Leistung festgestellt.

Mit der letzten Teilprüfung erreicht der Prüfling gleichzeitig den Ausbilderschein. Der dritte und vierte Prüfungsteil sind für alle Meisterprüfungen identisch. Der erste und zweite Teil der Meisterprüfung unterscheidet sich je nach Fachrichtung.

Warum lohnt es sich Handwerksmeister zu werden?

Die Weiterbildung zum Meister ist sehr funktionsspezialisiert und bildet Sie zum Experten im jeweiligen Fachgebiet aus, wie zum Beispiel dem Bäckermeister, oder dem Klempnermeister. Nach der Weiterbildung übernehmen die Absolventen leitende Aufgaben und mehr Verantwortung in Handwerksbetrieben, welche sich auch positiv auf das Gehalt auswirken.

Eine weitere Möglichkeit ist der Schritt in die Selbstständigkeit durch die Neugründung oder der Übernahme eines bestehenden Handwerksbetriebs.

Ganz konkret erwerben die Teilnehmer der Weiterbildung zum Handwerksmeister die folgenden Vorteile:

  • Ein anerkannter Weiterbildungsabschluss
  • Ein gesetzlich geschützter Titel
  • Funktionsspezifisches Fachwissen
  • Die Berechtigung zum Studium

Handwerksmeister Gehalt

Eine Weiterbildung zum Fachwirt wirkt sich bei den Absolventen in der Regel positiv auf das Einkommen aus. Natürlich gibt es Unterschiede in den jeweiligen Branchen. Je nachdem in welcher Branche, kann sich das auf sein Gehalt auswirken. So wird ein Klempnermeister in der Regel mehr verdienen als ein Friseurmeister.

Auch der Standort eines Unternehmens wirkt sich auf die Einkommenshöhe aus. Bekannt ist, dass in einigen Bundesländern wie zB. Berlin und Bremen weniger gezahlt wird, als in Bundesländern wie z.B. Bayern oder Baden-Württemberg.

Die Kosten für die Weiterbildung zum Handwerksmeister

Bei den Kosten für die Weiterbildung zum Handwerksmeister gibt es Preisunterschiede zwischen den jeweiligen Anbietern, aber auch zwischen den Weiterbildungsmöglichkeiten in Vollzeit, Teilzeit oder dem Fernstudium.

Neben den Lehrgangsgebühren von bis zu etwa 3000 Euro kommen noch die Anmeldegebühren für die Prüfung bei der zuständigen Handwerkskammer hinzu. Es können auch noch Fahrtkosten und eventuell anfallende Übernachtungskosten entstehen, wenn Sie zum Beispiel an Seminaren besuchen. Auch diese Kosten sollten Sie mit berücksichtigen.

Die Kosten für die berufliche Weiterbildung zum Handwerksmeister können zum Teil gefördert werden über Finanzierungsmöglichkeiten wie zum Beispiel dem Meister-BaföG oder einem Bildungsgutschein.