Ist ein Fernstudium das Richtige für mich? Selbsttest mit Checkliste

Ist ein Fernstudium das Richtige für mich? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die neben dem Beruf studieren oder sich beruflich weiterentwickeln möchten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du kannst häufig von zu Hause lernen, deine Lernzeiten vergleichsweise flexibel organisieren und deine Berufstätigkeit fortsetzen.

Allerdings bedeutet ein Fernstudium nicht, dass du deinen Abschluss nebenbei und ohne größere Veränderungen erreichst. Gerade ein berufsbegleitendes Bachelor- oder Masterstudium kann mehrere Jahre dauern und einen erheblichen Teil deiner freien Zeit beanspruchen.

Deshalb solltest du vor der Anmeldung prüfen, ob das Studium zu deinem Alltag, deinen beruflichen Zielen und deinen finanziellen Möglichkeiten passt.

Die gute Nachricht: Du musst nicht von Anfang an perfekt organisiert sein, um erfolgreich im Fernstudium zu lernen. Viele Fähigkeiten kannst du entwickeln. Wichtiger sind ein realistischer Plan, passende Studienbedingungen und die Bereitschaft, deine Gewohnheiten bei Bedarf anzupassen.

Mit unserem Fernstudium-Selbsttest, konkreten Zeitbeispielen und einer ausführlichen Checkliste kannst du deine persönliche Situation einschätzen und herausfinden, was du vor dem Studienstart noch organisieren solltest.

Das Wichtigste: Passt ein Fernstudium zu dir?

  • Motivation: Du solltest wissen, warum du den angestrebten Abschluss erwerben möchtest.
  • Zeit: Ein akademisches Fernstudium kann je nach ECTS-Umfang und Studienmodell viele Stunden pro Woche beanspruchen.
  • Selbstorganisation: Lernpläne, regelmäßige Lernzeiten und realistische Zwischenziele helfen dir.
  • Vorkenntnisse: Abitur ist nicht immer zwingend erforderlich. Auch beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Voraussetzungen studieren.
  • Beruf und Familie: Unterstützende Menschen und flexible Arbeitsbedingungen sind hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung.
  • Finanzierung: Studiengebühren und zusätzliche Ausgaben müssen langfristig tragbar sein.
  • Prüfungen: Informiere dich frühzeitig über Prüfungsformen, mögliche Präsenztermine und Fristen.
  • Selbsttest: Entscheidend ist nicht ein einzelner Punktwert, sondern welche Rahmenbedingungen bereits passen und wo du noch Lösungen brauchst.

Für wen eignet sich ein Fernstudium?

Ein Fernstudium kann für sehr unterschiedliche Menschen sinnvoll sein.

Besonders häufig interessieren sich Berufstätige für diese Studienform, weil sie ihren Arbeitsplatz nicht aufgeben möchten. Auch Menschen mit Familienverantwortung, Personen im Schichtdienst oder Interessierte, die weiter entfernt von einer Hochschule wohnen, profitieren möglicherweise von der räumlichen Flexibilität.

Ein Fernstudium kann außerdem eine Möglichkeit sein, einen akademischen Abschluss nachzuholen oder sich beruflich neu zu orientieren.

Die persönliche Eignung hängt dabei weniger von einem bestimmten Lebenslauf als von den Anforderungen des konkreten Studiengangs ab.

Du solltest deshalb zunächst zwischen zwei Fragen unterscheiden:

  1. Darf ich das gewünschte Studium aufnehmen? Hier geht es um die formalen Zulassungsvoraussetzungen.
  2. Kann ich das Studium unter meinen derzeitigen Lebensbedingungen sinnvoll organisieren? Hier geht es um deine persönliche Studienplanung.

Beide Fragen sind wichtig. Sie sollten jedoch nicht miteinander verwechselt werden.

Welche Voraussetzungen brauche ich für ein Fernstudium?

Die formalen Voraussetzungen richten sich nach dem angestrebten Abschluss und dem Studiengang.

Studieren mit Abitur oder Fachhochschulreife

Mit einer entsprechenden schulischen Hochschulzugangsberechtigung kannst du dich grundsätzlich für zahlreiche Bachelorstudiengänge bewerben.

Je nach Hochschulart, Bundesland und Studienfach können weitere Voraussetzungen gelten.

Dazu gehören beispielsweise bestimmte berufliche Kenntnisse, Sprachnachweise, Eignungsverfahren oder Zulassungsbeschränkungen.

Fernstudium ohne Abitur

Auch ohne Abitur kann ein akademisches Studium möglich sein.

Beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Voraussetzungen einen allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulzugang erhalten.

Insbesondere anerkannte Aufstiegsfortbildungen wie Meister-, Techniker- oder bestimmte Fachwirtabschlüsse können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Je nach Zugangsweg und Bundesland können außerdem eine abgeschlossene Berufsausbildung, Berufserfahrung, eine Eignungsprüfung oder ein Probestudium relevant sein.

Ob du die Anforderungen erfüllst, entscheidet die betreffende Hochschule nach den geltenden Regelungen.

Offizielle Informationen: Hochschulkompass – Studieren ohne Abitur.

Beruflicher Fernlehrgang statt akademisches Studium

Ein beruflicher Fernlehrgang muss nicht dieselben Zulassungsvoraussetzungen wie ein Bachelor- oder Masterstudium haben.

Wenn du beispielsweise eine berufliche Zusatzqualifikation erwerben möchtest, kann ein Fernlehrgang mit institutseigenem Zertifikat oder eine Vorbereitung auf eine externe Prüfung sinnvoll sein.

Welcher Bildungsweg am besten passt, hängt davon ab, welchen Abschluss du tatsächlich benötigst.

Weitere Orientierung bietet unser Fernstudium-Ratgeber.

Wie viel Zeit brauche ich für ein Fernstudium?

Der tatsächliche Zeitaufwand wird bei der Studienentscheidung häufig unterschätzt.

Ein berufsbegleitendes Studium bedeutet normalerweise, dass zusätzliche Lernzeiten neben der Arbeit, dem Haushalt, familiären Verpflichtungen und der Freizeit eingeplant werden müssen.

Wie viele Stunden erforderlich sind, hängt unter anderem vom Studienmodell, der Modulbelegung, den persönlichen Vorkenntnissen und den anstehenden Prüfungen ab.

Zeitaufwand anhand von ECTS-Punkten berechnen

Im europäischen Hochschulraum wird der vorgesehene Studienaufwand häufig in ECTS-Punkten ausgedrückt.

Die FernUniversität in Hagen rechnet für ihre Studienorganisation mit etwa 30 Arbeitsstunden pro ECTS-Punkt. Dabei berücksichtigt sie für ein Semester einschließlich Prüfungszeitraum 23 Wochen.

Daraus ergibt sich die folgende beispielhafte Rechnung:

Formel für die durchschnittliche Wochenbelastung

ECTS-Punkte × 30 Stunden ÷ 23 Wochen

Beispiel: 15 ECTS × 30 Stunden ÷ 23 Wochen = rund 20 Stunden pro Woche.

Studienumfang je Semester Gesamter Arbeitsaufwand Rechnerischer Durchschnitt pro Woche
5 ECTS 150 Stunden ca. 6,5 Stunden
10 ECTS 300 Stunden ca. 13 Stunden
15 ECTS 450 Stunden ca. 20 Stunden
20 ECTS 600 Stunden ca. 26 Stunden
30 ECTS 900 Stunden ca. 39 Stunden

Wichtig: Das sind rechnerische Orientierungswerte nach dem Modell der FernUniversität in Hagen. Der tatsächliche Zeitaufwand kann davon abweichen. Auch verteilen sich Lern- und Prüfungsphasen nicht immer gleichmäßig über das Semester.

Quelle: FernUniversität in Hagen – Studienbelastung.

Beispiel: Fernstudium neben einer Vollzeitstelle

Angenommen, du arbeitest 40 Stunden pro Woche und planst zusätzlich 15 Stunden für dein Fernstudium ein.

Zusammen ergibt das bereits 55 Stunden für Beruf und Studium. Fahrzeiten, Haushalt, Kinderbetreuung und weitere Verpflichtungen kommen gegebenenfalls hinzu.

Ein solcher Umfang kann zeitweise bewältigt werden, ist aber nicht für jede Person langfristig realistisch.

Wenn du regelmäßig Überstunden machst oder wechselnde Arbeitszeiten hast, solltest du zusätzliche zeitliche Reserven vorsehen.

Unser Tipp: Plane lieber ein Studienmodell, das du auch in einer normalen stressigen Woche bewältigen kannst, statt ausschließlich von besonders ruhigen Wochen auszugehen.

Selbstständig lernen: Muss ich besonders diszipliniert sein?

Ein Fernstudium verlangt ein gewisses Maß an Eigenverantwortung.

Du musst Lernmaterial bearbeiten, Aufgaben abgeben, Prüfungstermine beachten und bei Schwierigkeiten selbst aktiv werden.

Das bedeutet aber nicht, dass nur besonders disziplinierte Menschen dafür geeignet sind.

Viele Techniken lassen sich erlernen:

  • Regelmäßige Lernzeiten im Kalender reservieren
  • Große Aufgaben in kleinere Schritte aufteilen
  • Wöchentliche Lernziele formulieren
  • Mit Lernkarten oder Übungsaufgaben arbeiten
  • Wiederholungen vor Prüfungen einplanen
  • Fragen frühzeitig an Tutorinnen, Tutoren oder Mitstudierende richten
  • Bewusst Pausen und freie Tage vorsehen

Wenn du bei der Arbeit bereits selbstständig Aufgaben organisierst, kann dir diese Erfahrung helfen.

Wenn du bisher wenig Erfahrung mit eigenständigem Lernen hast, solltest du vor dem Studienstart geeignete Lernmethoden ausprobieren.

Mehr dazu findest du in unserem Bereich Prüfungswissen und Lernmethoden.

Fernstudium neben dem Beruf: Was sollte ich vorher klären?

Ein berufsbegleitendes Fernstudium kann eine gute Möglichkeit sein, einen Abschluss zu erwerben, ohne die eigene Beschäftigung vollständig aufzugeben.

Das Einkommen bleibt allerdings nur dann entsprechend erhalten, wenn sich deine Berufstätigkeit tatsächlich unverändert fortsetzen lässt.

Eine Reduzierung der Arbeitszeit kann zum Beispiel Auswirkungen auf das Gehalt haben.

Arbeitszeiten und Lernzeiten abstimmen

Überlege dir, welche Zeiten im Wochenverlauf regelmäßig verfügbar sind.

Wer feste Arbeitszeiten hat, kann seine Lernphasen oft relativ gut planen.

Bei Schichtdienst, wechselnden Einsätzen oder regelmäßiger Mehrarbeit solltest du eher mit flexiblen Lernblöcken und zeitlichen Reserven arbeiten.

Muss mein Arbeitgeber mich unterstützen?

Eine aktive Unterstützung durch den Arbeitgeber ist hilfreich, aber normalerweise keine Voraussetzung für ein Fernstudium.

Es kann dennoch sinnvoll sein, frühzeitig über anstehende Prüfungen, besondere Anwesenheitstermine oder eine mögliche Förderung zu sprechen.

Ob Freistellungen, Bildungsurlaub beziehungsweise Bildungsfreistellung oder finanzielle Unterstützung infrage kommen, hängt von den gesetzlichen Rahmenbedingungen und individuellen Vereinbarungen ab.

Prüfe außerdem, ob arbeitsvertragliche Regelungen berührt werden, beispielsweise wenn das Studium mit betrieblichen Interessen kollidieren könnte.

Fernstudium mit Familie: Ist das machbar?

Ein Fernstudium ist auch mit Kindern, Partnerschaft oder Pflegeverantwortung möglich.

Allerdings kann es erforderlich sein, Aufgaben und Freizeit bewusster zu organisieren.

Besonders hilfreich ist es, geplante Lernzeiten offen abzusprechen.

Wenn du beispielsweise zweimal pro Woche zwei Stunden ungestört lernen möchtest, sollten die Menschen in deinem Haushalt wissen, dass du in dieser Zeit möglichst nicht unterbrochen werden möchtest.

Ein dauerhaft ruhiges Arbeitszimmer ist dafür nicht zwingend erforderlich. Auch eine geeignete Ecke in der Wohnung, ein Arbeitsplatz in einer Bibliothek oder ein anderer ruhiger Lernort kann ausreichen.

Wichtiger ist, dass regelmäßige konzentrierte Arbeitsphasen realistisch möglich sind.

Was tun, wenn Familie und Beruf wenig Zeit lassen?

In diesem Fall kann ein reduzierter Studienumfang sinnvoll sein.

Beispielsweise kann ein Teilzeitmodell die wöchentliche Lernbelastung verringern, dafür aber die Studiendauer verlängern.

Auch die Möglichkeit von Urlaubssemestern, Studienpausen oder kostenlosen Verlängerungen solltest du beim gewünschten Anbieter prüfen.

Wichtig: Ein längeres Studium ist nicht automatisch ein schlechteres Studium. Entscheidend ist, dass dein Zeitmodell langfristig tragfähig ist.

Welche technischen Voraussetzungen brauche ich?

Im Fernstudium werden viele Lerninhalte digital bereitgestellt.

Daher solltest du einen geeigneten Computer und einen zuverlässigen Internetzugang nutzen können.

Je nach Anbieter und Studiengang können weitere Anforderungen bestehen:

  • Webcam und Mikrofon für Online-Veranstaltungen oder Prüfungen
  • Aktueller Webbrowser und geeignete Betriebssystemversion
  • Office-Programme oder PDF-Software
  • Digitale Lernplattformen und Videokonferenzsysteme
  • Fachspezifische Programme, zum Beispiel Statistik- oder CAD-Software
  • Besondere technische Anforderungen bei beaufsichtigten Online-Prüfungen

Du musst nicht bereits vor Studienbeginn sämtliche eingesetzten Programme beherrschen.

Grundlegende digitale Kenntnisse und die Bereitschaft, dich in neue Systeme einzuarbeiten, sind aber hilfreich.

Kann ich mir ein Fernstudium langfristig leisten?

Auch die finanzielle Situation gehört zu einer realistischen Entscheidung.

Bei manchen staatlichen Hochschulen fallen vergleichsweise niedrige semesterbezogene Gebühren an. Private Fernhochschulen können dagegen erhebliche monatliche Studiengebühren verlangen.

Prüfe deshalb nicht nur den Betrag für den ersten Monat.

Berücksichtige insbesondere:

  • Die regulären Gesamtkosten bis zum Abschluss
  • Die Zahl der zahlungspflichtigen Monate oder Semester
  • Mögliche zusätzliche Prüfungs- und Abschlussgebühren
  • Besondere Kosten für Software oder technische Ausstattung
  • Reise- und Übernachtungskosten bei Präsenzterminen
  • Die finanziellen Folgen einer Studienverlängerung
  • Vertragsbedingungen und mögliche Kosten bei Abbruch

Eine ausführliche Entscheidungshilfe dazu findest du in unserem Fernstudium-Themenbereich, insbesondere beim Kostenvergleich und den Informationen zu Studiengebühren.

Wie flexibel sind Prüfungen im Fernstudium?

Fernstudium bedeutet nicht automatisch, dass du jede Prüfung zu einem beliebigen Zeitpunkt ablegen kannst.

Je nach Hochschule sind feste Prüfungszeiträume, Online-Prüfungen, Präsenzklausuren, Hausarbeiten oder mündliche Prüfungen vorgesehen.

Einige Studiengänge haben auch verpflichtende Präsenzanteile.

Vor der Anmeldung solltest du deshalb klären:

  • Wo finden Prüfungen statt?
  • Wie früh werden Termine bekannt gegeben?
  • Gibt es mehrere Prüfungstermine?
  • Welche technischen Anforderungen gelten bei Online-Prüfungen?
  • Welche Fristen gelten für Anmeldungen und Rücktritte?
  • Wie viele Prüfungen oder Abgaben können zeitlich zusammenfallen?

Gerade für Berufstätige ist die Planbarkeit von Prüfungen oft genauso wichtig wie die eigentliche Lernzeit.

Was bedeutet mein Ergebnis im Selbsttest?

Ein gutes Ergebnis spricht dafür, dass mehrere persönliche Rahmenbedingungen bereits zum Fernstudium passen.

Es garantiert aber keinen Studienerfolg.

Ein Ergebnis mit offenen Punkten bedeutet umgekehrt nicht, dass du für ein Fernstudium ungeeignet bist.

Vielleicht musst du lediglich andere Lernzeiten finden, deine finanziellen Möglichkeiten klären oder ein flexibleres Studienmodell wählen.

Besonders wichtig ist, die Bereiche mit konkretem Handlungsbedarf einzeln zu betrachten.

Wenn beispielsweise die Finanzierung unklar ist, hilft es wenig, wenn du bei Selbstorganisation und Motivation besonders gut abschneidest.

Ebenso kann ein Studium trotz hoher Motivation schwierig werden, wenn über längere Zeit tatsächlich keine Lernstunden zur Verfügung stehen.

Der Praxistest: Zwei Wochen Fernstudium ausprobieren

Eine besonders einfache Möglichkeit zur realistischen Selbsteinschätzung ist ein kurzer Probelauf.

Plane dafür zwei Wochen lang feste Lernzeiten ein, bevor du einen Studienvertrag abschließt.

Schritt 1: Realistische Wochenstunden wählen

Überlege dir, wie viele Stunden du während des geplanten Studiums tatsächlich aufbringen müsstest.

Für einen ersten Test kannst du beispielsweise mit zehn Stunden pro Woche beginnen.

Schritt 2: Lernzeiten im Kalender eintragen

Verteile die Zeiten so, wie du es später beim Fernstudium machen würdest.

Zum Beispiel:

Tag Geplante Lernzeit
Dienstag 19:00–21:00 Uhr
Donnerstag 19:00–21:00 Uhr
Samstag 09:00–12:00 Uhr
Sonntag 10:00–13:00 Uhr
Gesamt 10 Stunden

Das ist nur ein Beispiel. Die Lernzeiten müssen zu deinem Alltag passen.

Schritt 3: Mit echtem Lernmaterial arbeiten

Nutze beispielsweise einen kostenlosen Vorbereitungskurs, ein öffentlich zugängliches Hochschulskript oder ein fachlich passendes Lehrbuch.

Lies nicht nur, sondern bearbeite auch Aufgaben und überprüfe anschließend, was du verstanden hast.

Schritt 4: Nach zwei Wochen Bilanz ziehen

Beantworte dir anschließend folgende Fragen:

  • Wie viele Lernstunden habe ich tatsächlich geschafft?
  • Welche Termine musste ich verschieben?
  • Wann konnte ich mich gut konzentrieren?
  • Welche unerwarteten Störungen gab es?
  • Wie ging es mir mit der zusätzlichen Belastung?
  • Was müsste ich ändern, damit ich das mehrere Monate oder Jahre durchhalte?

Wenn du nur die Hälfte der geplanten Lernzeit geschafft hast, ist das kein Grund, das Fernstudium grundsätzlich aufzugeben.

Es ist aber ein Hinweis darauf, dass du das Studienmodell oder deine Zeitplanung anpassen solltest.

Fünf typische Fehler vor dem Start eines Fernstudiums

1. Zu optimistisch mit der eigenen Zeit planen

Viele Studieninteressierte berechnen ihren Zeitbedarf anhand idealer Wochen ohne Überstunden, Krankheit oder zusätzliche Verpflichtungen.

Plane deshalb bewusst Reserven ein.

2. Ausschließlich auf die Motivation setzen

Motivation ist wichtig, schwankt aber im Laufe eines mehrjährigen Studiums.

Ein fester Lernrhythmus hilft dir auch dann weiter, wenn du nach einem anstrengenden Arbeitstag weniger motiviert bist.

3. Die Gesamtkosten unterschätzen

Eine überschaubare Monatsrate kann bei langer Vertragslaufzeit zu erheblichen Gesamtkosten führen.

Prüfe deshalb frühzeitig auch Verlängerungs- und Abbruchbedingungen.

4. Prüfungsbedingungen erst kurz vor der Prüfung klären

Wer beruflich stark eingebunden ist, sollte sich bereits vor der Anmeldung über Prüfungsorte und Termine informieren.

Das verhindert unangenehme Überraschungen.

5. Ein zu anspruchsvolles Studienmodell wählen

Manchmal erscheint ein Vollzeitmodell attraktiv, weil der Abschluss früher erreicht wird.

Wenn der notwendige Zeitaufwand jedoch nicht mit deinem Alltag vereinbar ist, kann ein Teilzeitmodell die bessere Wahl sein.

Was kann ich tun, wenn ein Fernstudium momentan nicht passt?

Ein Fernstudium ist nicht die einzige Möglichkeit, dich weiterzubilden.

Je nach Ziel können folgende Alternativen sinnvoll sein:

  • Ein akademisches Fernstudium mit geringerer Modulbelegung
  • Ein späterer Studienbeginn mit besserer Vorbereitung
  • Ein einzelner Hochschulkurs zur Orientierung
  • Ein beruflicher Fernlehrgang statt eines vollständigen Studiengangs
  • Eine IHK- oder HWK-Aufstiegsfortbildung
  • Ein berufsbegleitendes Präsenz- oder Hybridstudium
  • Ein kürzerer Zertifikatskurs

Wichtig ist, dass die Weiterbildung tatsächlich zu deinem gewünschten beruflichen Ziel führt.

Ein nichtakademischer Fernlehrgang ist beispielsweise kein gleichwertiger Ersatz für einen Bachelorabschluss, wenn du diesen zwingend benötigst.

Wenn du noch unsicher bist, hilft dir unser Bereich Weiterbildung finden.

Fernstudienanbieter und berufliche Alternativen vergleichen

Wenn dein Selbsttest zeigt, dass ein Fernstudium grundsätzlich für dich infrage kommt, kannst du gezielt geeignete Anbieter vergleichen.

Achte dabei auf das Studienmodell, die erforderliche Lernzeit, Prüfungsbedingungen, Gesamtkosten und den tatsächlich verliehenen Abschluss.

Werbung / Affiliate-Hinweis: Die folgenden Anbieterlinks sind kommerzielle Partnerlinks. Wenn du darüber Informationen anforderst oder eine Weiterbildung buchst, kann Fachwirt-Blog.de eine Provision erhalten. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.

Akademische Fernhochschulen

WINGS Fernstudium

WINGS bietet akademische Fern- und Online-Studiengänge. Prüfe insbesondere den erforderlichen Lernaufwand und mögliche Präsenz- beziehungsweise Prüfungstermine.

→ Studienangebote bei WINGS ansehen


APOLLON Hochschule

Die APOLLON Hochschule bietet akademische Fernstudiengänge insbesondere im Gesundheits- und Sozialbereich. Vergleiche die Studienmodelle und informiere dich über die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen.

→ Studiengänge der APOLLON Hochschule ansehen


Wilhelm Büchner Hochschule

Die Wilhelm Büchner Hochschule bietet unter anderem Fernstudiengänge in Technik, Informatik und Management. Informiere dich über fachliche Vorkenntnisse, Studienaufwand und technische Anforderungen.

→ Fernstudiengänge der Wilhelm Büchner Hochschule ansehen


Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius bietet verschiedene akademische Online- und Fernstudienangebote. Kläre, welche Lern- und Prüfungsformen vorgesehen sind und wie sie zu deinem Alltag passen.

→ Studienangebote der Hochschule Fresenius ansehen

Berufliche Fernlehrgänge als Alternative

Wenn du keinen akademischen Hochschulabschluss benötigst, können auch berufliche Fernlehrgänge infrage kommen.

Diese unterscheiden sich bei Lernumfang, Zulassungsvoraussetzungen und Abschlussart teilweise erheblich von Bachelor- oder Masterstudiengängen.

ILS – Institut für Lernsysteme

Das ILS bietet berufliche Fernlehrgänge und Vorbereitungskurse. Prüfe Kursdauer, Lernmaterialien und gegebenenfalls Anforderungen externer Prüfungen.

→ Fernlehrgänge beim ILS ansehen


SGD – Studiengemeinschaft Darmstadt

Die SGD bietet Fernlehrgänge aus unterschiedlichen Bereichen. Vergleiche den wöchentlichen Lernaufwand und den vorgesehenen Abschluss.

→ Fernlehrgänge der SGD ansehen


Fernakademie für Erwachsenenbildung

Die Fernakademie bietet verschiedene berufliche Weiterbildungen. Achte auf die vorgesehene Regelstudiendauer, Betreuung und Prüfungsanforderungen.

→ Fernlehrgänge der Fernakademie ansehen


Laudius

Laudius bietet Fernkurse zu unterschiedlichen Themenbereichen. Vergleiche Lernumfang, persönliche Voraussetzungen und Abschlussart.

→ Fernkurse bei Laudius ansehen


Academy of Sports

Die Academy of Sports bietet Weiterbildungen im Bereich Sport, Fitness und Gesundheit. Prüfe mögliche praktische Bestandteile und verpflichtende Termine.

→ Weiterbildungen der Academy of Sports ansehen


Deutsches eLearning Studieninstitut (DeLSt)

Das DeLSt bietet berufsbegleitende Fernlehrgänge an. Informiere dich über die vorgesehene Betreuung und die Anforderungen an deinen Lernalltag.

→ Fernlehrgänge beim DeLSt ansehen

Transparenz: Die Anbieterlinks in den beiden vorstehenden Bereichen sind Affiliate-Links. Die Nennung der Anbieter ist keine individuelle Empfehlung auf Grundlage deines Testergebnisses. Prüfe immer das konkrete Studien- oder Weiterbildungsangebot.

Checkliste: Bin ich bereit für ein Fernstudium?

Bevor du dich einschreibst, solltest du diese Fragen möglichst konkret beantworten:

  1. Weiß ich, welchen Abschluss ich erreichen möchte und warum?
  2. Erfülle ich die formalen Zulassungsvoraussetzungen?
  3. Kenne ich den voraussichtlichen Lernaufwand meines gewünschten Studienmodells?
  4. Habe ich regelmäßige Lernzeiten eingeplant?
  5. Gibt es zeitliche Reserven für Krankheit, Überstunden oder andere Verpflichtungen?
  6. Kann ich konzentrierte Lernphasen organisieren?
  7. Komme ich mit digitalen Lernmaterialien zurecht oder bin ich bereit, mich einzuarbeiten?
  8. Kenne ich die Prüfungsformen, Termine und gegebenenfalls erforderlichen Präsenzorte?
  9. Sind die Gesamtkosten langfristig tragbar?
  10. Weiß ich, was bei Studienverlängerung oder Abbruch gilt?
  11. Habe ich mit den Menschen gesprochen, deren Alltag von meinem Studium betroffen sein könnte?
  12. Habe ich einen realistischen Plan für die ersten Wochen?

Wenn du einige Punkte noch nicht beantworten kannst, solltest du sie vor der Anmeldung klären.

Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Häkchen zu sammeln, sondern die entscheidenden Voraussetzungen tatsächlich zu erfüllen.

Häufige Fragen: Bin ich für ein Fernstudium geeignet?

Kann jeder ein Fernstudium machen?

Nicht jeder erfüllt automatisch die formalen Zulassungsvoraussetzungen eines akademischen Studiengangs. Persönlich ist ein Fernstudium jedoch für sehr unterschiedliche Lebenssituationen geeignet, sofern Lernaufwand und Anforderungen realistisch bewältigt werden können.

Benötige ich für ein Fernstudium Abitur?

Nicht immer. Beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur einen Hochschulzugang erhalten. Die konkreten Regeln hängen vom Bundesland, der Qualifikation und dem Studiengang ab.

Kann ich als Fachwirt ein Fernstudium beginnen?

Eine anerkannte Fachwirtfortbildung kann unter den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen den Zugang zu einem Hochschulstudium eröffnen. Der konkrete Abschluss und die Zulassungsbedingungen der Hochschule sind entscheidend.

Wie viel Zeit brauche ich pro Woche?

Das hängt von der Modulbelegung und deinem Lerntempo ab. Nach dem Berechnungsmodell der FernUniversität in Hagen ergeben sich bei 15 ECTS im Semester rechnerisch etwa 20 Stunden pro Woche.

Ist ein Fernstudium neben 40 Stunden Arbeit möglich?

Ja, das kann möglich sein. Besonders wichtig sind ein passendes Teilzeitmodell, eine realistische Planung und ausreichend Erholungszeit. Ein umfangreiches Vollzeitstudium zusätzlich zu einer Vollzeitstelle kann sehr belastend werden.

Kann ich mit Kindern ein Fernstudium absolvieren?

Ja. Entscheidend ist, wie Lernzeiten und Betreuung organisiert werden können. Ein flexibles Studienmodell und feste Lernblöcke können helfen.

Muss ich besonders diszipliniert sein?

Selbstorganisation ist wichtig. Du musst aber nicht bereits vor dem Studienstart perfekte Lerngewohnheiten besitzen. Lernpläne, feste Routinen und geeignete Lernmethoden kannst du entwickeln.

Was mache ich, wenn ich im Schichtdienst arbeite?

Prüfe, wie flexibel du Lernmodule bearbeiten kannst und welche Prüfungs- oder Präsenztermine feststehen. Ein Modell mit geringerer Modulbelegung kann sinnvoll sein.

Ist ein Fernstudium schwieriger als ein Präsenzstudium?

Die fachlichen Anforderungen richten sich nach dem jeweiligen Studiengang. Im Fernstudium kommen besondere Anforderungen an Eigenorganisation und selbstständiges Lernen hinzu.

Was ist, wenn ich wenig Erfahrung mit Computern habe?

Grundlegende digitale Kenntnisse sind hilfreich. Viele Programme lassen sich erlernen. Du solltest jedoch vorab prüfen, welche technische Ausstattung und welche digitalen Anwendungen erforderlich sind.

Benötige ich ein eigenes Arbeitszimmer?

Nein. Wichtiger ist, dass du regelmäßig einen geeigneten Platz für konzentriertes Lernen nutzen kannst.

Kann ich ein Fernstudium unterbrechen?

Je nach Hochschule und Studienvertrag gibt es Möglichkeiten zur Beurlaubung, Pause oder Verlängerung. Die genauen Bedingungen solltest du vor der Anmeldung prüfen.

Was passiert, wenn ich nicht genügend Zeit habe?

Du kannst gegebenenfalls die Modulbelegung reduzieren, ein anderes Zeitmodell wählen oder den Studienstart verschieben. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt von der Hochschule ab.

Ist ein Fernstudium etwas für mich, wenn ich ungern allein lerne?

Das ist nicht automatisch ein Ausschlussgrund. Viele Studienangebote enthalten Online-Veranstaltungen, Betreuung oder Möglichkeiten zum Austausch mit Mitstudierenden. Prüfe, ob diese zum eigenen Lernverhalten passen.

Was ist der beste Selbsttest für ein Fernstudium?

Ein guter Selbsttest sollte Motivation, Zeit, Lernorganisation, Finanzierung und Prüfungsbedingungen berücksichtigen. Eine Ergänzung sind offizielle Online-Self-Assessments von Hochschulen, etwa das studyNAVI-Angebot der FernUniversität in Hagen.

Kann ein Selbsttest feststellen, ob ich das Studium schaffen werde?

Nein. Ein kurzer Selbsttest kann dir helfen, Rahmenbedingungen einzuschätzen. Er kann jedoch weder Studienerfolg zuverlässig vorhersagen noch eine individuelle Studienberatung ersetzen.

Wie finde ich heraus, ob ich genug Zeit habe?

Ein zweiwöchiger Probelauf mit festen Lernzeiten kann zeigen, wie sich das zusätzliche Lernen mit Beruf, Familie und Freizeit vereinbaren lässt.

Fazit: Entscheidend ist ein Fernstudium, das zu deinem Leben passt

Ein Fernstudium kann eine gute Möglichkeit sein, sich beruflich weiterzuentwickeln und einen anerkannten Abschluss zu erwerben, ohne die eigene Lebenssituation vollständig verändern zu müssen.

Die Flexibilität ist ein großer Vorteil. Gleichzeitig verlangt ein Fernstudium ein realistisches Zeitbudget, Selbstorganisation und eine langfristig tragfähige Planung.

Du musst dafür weder perfekt organisiert sein noch sämtliche Fragen unseres Selbsttests mit der besten Antwort beantworten.

Wichtiger ist, dass du deine persönlichen Voraussetzungen kennst und Schwierigkeiten frühzeitig angehst.

Unsere Empfehlung: Prüfe die formalen Zugangsvoraussetzungen, berechne den tatsächlichen Lernaufwand und teste deine geplanten Lernzeiten zwei Wochen lang im Alltag.

Wenn du anschließend weißt, welches Studienmodell zu deinem Leben passt, kannst du die Angebote verschiedener Fernhochschulen gezielt vergleichen.

Weitere Informationen findest du in unserem Fernstudium-Ratgeber und bei Weiterbildung finden.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Stand: Oktober 2026. Die Beispiele zur wöchentlichen Studienbelastung sind Richtwerte. Der Selbsttest dient ausschließlich der unverbindlichen Orientierung und stellt weder ein wissenschaftlich validiertes Eignungsinstrument noch eine Zulassungsprüfung dar.