Wie können Unternehmen ihren Ressourcenverbrauch reduzieren, faire Arbeitsbedingungen fördern und zugleich langfristig wirtschaftlich erfolgreich bleiben? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Nachhaltigkeitsmanager. Die Weiterbildung zum Geprüften Nachhaltigkeitsmanager vermittelt das Wissen, um Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln, Maßnahmen umzusetzen und ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
Nachhaltigkeit betrifft längst nicht mehr nur den Umweltschutz. Unternehmen müssen sich mit Energie- und Ressourcenverbrauch, Arbeitsbedingungen, Lieferketten, gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichen Risiken auseinandersetzen. Hinzu kommen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die auf europäischer Ebene zuletzt 2026 erheblich überarbeitet wurden.
Nachhaltigkeitsmanager verbinden deshalb ökologische, soziale und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Sie entwickeln Ziele, koordinieren unterschiedliche Unternehmensbereiche und unterstützen die Geschäftsführung dabei, Nachhaltigkeit in betriebliche Entscheidungen einzubeziehen.
Die Fernschulen ILS, SGD und Fernakademie bieten berufsbegleitende Lehrgänge mit einer Regelstudiendauer von zwölf Monaten an. Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen erhalten Teilnehmer ein Abschlusszeugnis. Über eine zusätzliche Projektarbeit kann ein institutseigenes Zertifikat als Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in erworben werden.
Doch welche Voraussetzungen gelten für die Weiterbildung? Was bedeuten ESG, CSR, CSRD und ESRS? Welche Aufgaben übernehmen Nachhaltigkeitsmanager tatsächlich und wie unterscheiden sich die drei Fernlehrgänge?
Dieser Ratgeber erklärt Aufgaben, Voraussetzungen, Inhalte, Studienablauf, Abschluss, Kosten und Karrierechancen und vergleicht die Angebote von ILS, SGD und Fernakademie.
Was ist ein Nachhaltigkeitsmanager?
Ein Nachhaltigkeitsmanager entwickelt und begleitet Maßnahmen, mit denen Unternehmen oder Organisationen nachhaltiger wirtschaften können.
Dabei berücksichtigt er ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Das Ziel besteht darin, Nachhaltigkeit nicht als isolierte Einzelmaßnahme zu behandeln, sondern möglichst sinnvoll in die Unternehmensstrategie und die betrieblichen Abläufe einzubinden.
Beispielsweise kann ein Nachhaltigkeitsmanager untersuchen, wie ein Unternehmen seine Emissionen reduziert, Ressourcen effizienter einsetzt, soziale Standards berücksichtigt und Fortschritte transparent dokumentiert.
Die konkrete Aufgabenverteilung hängt stark von der Unternehmensgröße und der Branche ab. In kleineren Betrieben werden Nachhaltigkeitsaufgaben häufig zusätzlich zu einer bestehenden Tätigkeit übernommen. Größere Unternehmen verfügen teilweise über eigene Nachhaltigkeitsabteilungen.
Welche Aufgaben übernimmt ein Nachhaltigkeitsmanager?
- Nachhaltigkeitsziele entwickeln
- Ökologische und soziale Auswirkungen betrieblicher Tätigkeiten analysieren
- Relevante Anspruchsgruppen und ihre Erwartungen berücksichtigen
- Nachhaltigkeitsstrategien vorbereiten
- Maßnahmen und Projekte koordinieren
- Ressourcenverbrauch und Emissionen auswerten
- Geeignete Kennzahlen entwickeln
- Nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen untersuchen
- Unternehmensbereiche bei der Umsetzung unterstützen
- Managementsysteme und bestehende Prozesse weiterentwickeln
- Nachhaltigkeitsdaten für Berichte zusammentragen
- Die Geschäftsführung fachlich beraten
- Fortschritte kontrollieren und Verbesserungen anstoßen
Nachhaltigkeitsmanagement ist deshalb eine bereichsübergreifende Aufgabe. Häufig sind Einkauf, Personalabteilung, Produktion, Controlling, Qualitätsmanagement und Unternehmensleitung beteiligt.
Was bedeuten ESG und CSR?
Die Begriffe ESG und CSR werden häufig im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit verwendet. Sie haben jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
ESG: Environment, Social und Governance
ESG steht für drei wesentliche Themenfelder:
- Environment: Umweltbezogene Aspekte wie Energie, Emissionen, Ressourcen und Klimaschutz.
- Social: Soziale Aspekte wie Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz und die Auswirkungen auf Menschen.
- Governance: Unternehmensführung, Verantwortung, Compliance und geeignete Kontrollstrukturen.
ESG-Kriterien werden beispielsweise bei Nachhaltigkeitsanalysen, Investitionsentscheidungen und der Unternehmensberichterstattung verwendet.
CSR: Corporate Social Responsibility
Corporate Social Responsibility bezeichnet die Verantwortung eines Unternehmens für seine Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt.
Dazu gehört, nachhaltigkeitsbezogene Überlegungen in Entscheidungen und Geschäftsprozesse einzubeziehen.
CSR ist damit nicht auf Spenden oder einzelne soziale Projekte beschränkt.
Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsmanagement berücksichtigt ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge.
| Dimension | Typische Themen |
|---|---|
| Ökologisch | Ressourcenverbrauch, Emissionen, Energie, Wasser und Umweltschutz |
| Sozial | Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Verantwortung gegenüber Beschäftigten und Gesellschaft |
| Ökonomisch | Langfristige Wirtschaftlichkeit, verantwortliche Unternehmensführung und Zukunftsfähigkeit |
Die drei Bereiche sollten nicht unabhängig voneinander betrachtet werden.
Eine Maßnahme kann beispielsweise ökologische Vorteile bringen, aber hohe Investitionskosten verursachen. Andererseits können verbesserte Arbeitsbedingungen dazu beitragen, Beschäftigte langfristig an ein Unternehmen zu binden.
Für wen eignet sich die Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsmanager?
Kaufmännische Fachkräfte
Beschäftigte aus Verwaltung, Einkauf, Rechnungswesen und Unternehmensorganisation können ihre bisherigen Kenntnisse um nachhaltigkeitsbezogene Managementaufgaben erweitern.
Fachwirte und Betriebswirte
Wer bereits über betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügt, kann die Weiterbildung nutzen, um sich im Nachhaltigkeitsmanagement zu spezialisieren.
Besonders interessant ist dies für Fachwirte mit Aufgaben in Unternehmensführung, Personal, Einkauf oder Projektmanagement.
Führungskräfte
Führungskräfte müssen zunehmend unterschiedliche betriebliche Ziele miteinander verbinden. Nachhaltigkeitskenntnisse helfen, entsprechende Entwicklungen einzuordnen und Veränderungen zu begleiten.
Beschäftigte im Qualitäts- und Umweltmanagement
Wer bereits mit Managementsystemen arbeitet, kann Kenntnisse über ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele ergänzen.
Technische Fachkräfte
In Produktion, Gebäudetechnik und Industrie entstehen viele Ansatzpunkte für nachhaltigkeitsbezogene Verbesserungen.
Technische Fachkräfte können die Weiterbildung nutzen, um über einzelne technische Maßnahmen hinaus strategische und organisatorische Aspekte kennenzulernen.
Beschäftigte im öffentlichen Dienst und in Non-Profit-Organisationen
Auch Behörden, kommunale Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen beschäftigen sich mit Energieverbrauch, Beschaffung, sozialer Verantwortung und nachhaltiger Entwicklung.
Welche Voraussetzungen gelten für das Fernstudium?
Die Teilnahmevoraussetzungen unterscheiden sich zwischen den Anbietern.
ILS
Das ILS nennt eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens drei Jahre Berufserfahrung, unter anderem mit Bezug zu Management und Strategieentwicklung.
Erwartet werden außerdem erste Kenntnisse beziehungsweise Interesse an Nachhaltigkeitsthemen sowie Kenntnisse im Umgang mit Normen zu Managementsystemen und zur nichtfinanziellen Berichterstattung.
SGD
Die SGD nennt eine Berufsausbildung oder kaufmännische Berufserfahrung sowie Interesse an nachhaltigkeitsbezogenen Fragestellungen.
Fernakademie
Die Fernakademie setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens drei Jahre Berufserfahrung voraus, möglichst mit Bezügen zum Management im Unternehmen.
Zusätzlich werden erste Kenntnisse beziehungsweise Interesse an Nachhaltigkeit und Grundlagen zum Umgang mit Managementsystemen und Berichterstattung genannt.
Wer unsicher ist, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, sollte dies vor der Anmeldung mit der jeweiligen Fernschule klären.
Welche Inhalte vermittelt die Nachhaltigkeitsmanager-Weiterbildung?
Alle drei Fernlehrgänge beschäftigen sich mit nachhaltiger Unternehmensentwicklung, Managementmethoden und der praktischen Umsetzung nachhaltigkeitsbezogener Projekte.
1. Grundlagen nachhaltiger Entwicklung
Zu Beginn lernen die Teilnehmer das Leitbild der Nachhaltigkeit und unterschiedliche Konzepte nachhaltiger Entwicklung kennen.
- Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens
- Ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen
- Nachhaltigkeitsstrategien
- Globale Herausforderungen
- Zusammenhang zwischen Unternehmen und Gesellschaft
2. Unternehmensethik und Verantwortung
In diesem Themenbereich wird untersucht, welche Verantwortung Unternehmen gegenüber Beschäftigten, Kunden, Gesellschaft und Umwelt übernehmen.
Die Teilnehmer beschäftigen sich unter anderem mit Unternehmensethik, CSR und verantwortlicher Unternehmensführung.
3. Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln
Ein Unternehmen benötigt konkrete Ziele und geeignete Maßnahmen, wenn Nachhaltigkeit wirksam in den betrieblichen Alltag integriert werden soll.
Zu den Lerninhalten gehören:
- Analyse der Ausgangssituation
- Ermittlung relevanter Nachhaltigkeitsthemen
- Entwicklung von Zielen
- Auswahl geeigneter Maßnahmen
- Festlegung von Verantwortlichkeiten
- Kontrolle der Zielerreichung
4. Umweltpolitik und Umweltrecht
Die Teilnehmer lernen Grundlagen umweltbezogener Unternehmensverantwortung und ausgewählte rechtliche Rahmenbedingungen kennen.
Da sich Vorschriften regelmäßig verändern, müssen konkrete gesetzliche Pflichten stets anhand der aktuellen Rechtslage geprüft werden.
5. Ressourcenmanagement
Unternehmen benötigen unterschiedliche Ressourcen, beispielsweise Materialien, Energie und Wasser.
Das Ressourcenmanagement beschäftigt sich damit, diese möglichst effizient einzusetzen und unnötige Verbräuche zu vermeiden.
6. Energiemanagement
Die Weiterbildung behandelt Grundlagen des systematischen Energieeinsatzes und geeigneter Managementinstrumente.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist die Norm DIN EN ISO 50001.
Wer sich umfassender auf Energieverbrauchsanalysen, Energieeinkauf und technische Effizienzmaßnahmen spezialisieren möchte, sollte zusätzlich eine Weiterbildung zum Energiemanager prüfen.
7. Emissionsmanagement
Unternehmen können direkte und indirekte Treibhausgasemissionen verursachen.
Nachhaltigkeitsmanager beschäftigen sich mit Grundlagen der Erfassung, Bewertung und Reduzierung solcher Emissionen.
Für betriebliche Treibhausgasbilanzen können beispielsweise die Methoden des Greenhouse Gas Protocol relevant sein.
8. Wassermanagement
Der Umgang mit Wasser kann für Produktionsbetriebe, Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und andere Branchen wesentlich sein.
Die Weiterbildung behandelt Grundfragen eines verantwortungsvollen und möglichst effizienten Wassereinsatzes.
9. Soziale Nachhaltigkeit
Zur Nachhaltigkeit gehören auch die Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen auf Menschen.
Wichtige Themen sind beispielsweise:
- Arbeitsbedingungen
- Gesundheit und Sicherheit
- Chancengleichheit
- Verantwortung gegenüber Beschäftigten
- Menschenrechte
- Gesellschaftliche Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeit
10. Sustainable Development Goals
Die Vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung formuliert.
Diese Sustainable Development Goals, kurz SDGs, behandeln unter anderem Klimaschutz, Bildung, Gesundheit, sauberes Wasser und verantwortungsvolle Produktions- und Konsummuster.
Die Weiterbildung vermittelt, wie Unternehmen die SDGs bei der Entwicklung eigener Nachhaltigkeitsziele berücksichtigen können.
11. Umweltmanagement nach ISO 14001 und EMAS
Managementsysteme helfen Unternehmen, ökologische Ziele in betriebliche Abläufe zu integrieren.
Die DIN EN ISO 14001 enthält Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem.
EMAS ist ein europäisches Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssystem mit zusätzlichen Anforderungen an die Umweltleistung und deren transparente Darstellung.
12. Energiemanagement nach ISO 50001
Die DIN EN ISO 50001 legt Anforderungen an ein Energiemanagementsystem fest.
Unternehmen sollen damit ihre energiebezogene Leistung systematisch verbessern können.
Ein wichtiges Grundprinzip ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess nach dem PDCA-Zyklus.
13. ISO 26000
ISO 26000 ist ein Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen.
Er dient der Orientierung bei der Einbindung verantwortlichen Handelns in Entscheidungen und Prozesse.
Wichtig ist die Abgrenzung: ISO 26000 ist kein zertifizierbarer Managementsystemstandard wie ISO 14001.
14. Nachhaltigkeitsberichterstattung
Unternehmen können ihre nachhaltigkeitsbezogenen Ziele, Maßnahmen, Risiken und Ergebnisse in Berichten dokumentieren.
Die Fernlehrgänge beschäftigen sich unter anderem mit:
- Global Reporting Initiative (GRI)
- European Sustainability Reporting Standards (ESRS)
- Deutschem Nachhaltigkeitskodex (DNK)
- Grundlagen der nichtfinanziellen Berichterstattung
- Nachvollziehbarkeit von Nachhaltigkeitskennzahlen
Die konkreten gesetzlichen Berichtspflichten richten sich nach der jeweils geltenden europäischen und deutschen Rechtslage.
15. Corporate Governance
Corporate Governance umfasst Grundsätze und Strukturen einer verantwortlichen Unternehmensführung.
Die Weiterbildung behandelt unter anderem den Deutschen Corporate Governance Kodex als Orientierungsrahmen für börsennotierte Gesellschaften.
16. Change Management
Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien verändert häufig bestehende Prozesse und Verantwortlichkeiten.
Grundlagen des Change Managements helfen dabei, solche Veränderungen vorzubereiten und Mitarbeiter einzubeziehen.
Vertiefende Informationen finden Sie in unserem Beitrag Change Management (IHK).
17. Projektmanagement
Nachhaltigkeitsmaßnahmen werden häufig als betriebliche Projekte organisiert.
Dafür benötigen Verantwortliche Kenntnisse in Planung, Durchführung und Erfolgskontrolle.
Die Fernlehrgänge behandeln entsprechende Grundlagen und nutzen ergänzende digitale Lernmaterialien zum Projektmanagement.
18. Abschlussprojekt
Am Ende der Weiterbildung kann eine Projektarbeit erstellt werden, in der die erlernten Methoden auf eine konkrete Fragestellung angewendet werden.
Beispielsweise kann ein Unternehmen untersucht werden, um relevante Nachhaltigkeitsthemen zu bestimmen, Ziele abzuleiten und einen geeigneten Maßnahmenplan zu entwickeln.
Die erfolgreich abgeschlossene Projektarbeit ist Voraussetzung für das zusätzliche institutseigene Zertifikat.
Was ist eine Wesentlichkeitsanalyse?
Unternehmen können nicht sämtliche Nachhaltigkeitsthemen mit derselben Intensität bearbeiten.
Deshalb ist es wichtig zu ermitteln, welche Themen für die Organisation und ihre Auswirkungen besonders relevant sind.
Im Zusammenhang mit der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung spielt die doppelte Wesentlichkeit eine wichtige Rolle.
Sie betrachtet zwei Perspektiven:
- Auswirkungswesentlichkeit: Welche wesentlichen Auswirkungen hat das Unternehmen auf Menschen und Umwelt?
- Finanzielle Wesentlichkeit: Welche wesentlichen finanziellen Risiken und Chancen ergeben sich aus Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen?
Ein Nachhaltigkeitsthema kann unter einer der beiden Perspektiven wesentlich sein.
Wie die Analyse konkret durchzuführen ist, hängt vom verwendeten Rahmenwerk und der jeweiligen Berichtspflicht ab.
Was gilt 2026 bei CSRD und Nachhaltigkeitsberichterstattung?
Die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) regelt Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung bestimmter Unternehmen.
Im Jahr 2026 wurde der Rechtsrahmen durch das sogenannte Omnibus-I-Paket erheblich verändert.
Die Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470 reduziert den künftigen regulären Anwendungsbereich der CSRD erheblich.
Nach den geänderten europäischen Vorgaben sind grundsätzlich Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Millionen Euro jährlichem Nettoumsatz erfasst.
Für einzelne Unternehmensgruppen, besondere Fallkonstellationen und Übergangszeiträume gelten zusätzliche Regelungen.
Wichtig für Unternehmen in Deutschland: Zwischen einer europäischen Richtlinie und der konkreten Anwendung im deutschen Recht ist zu unterscheiden. Die nationale Umsetzung, die Übergangsregelungen und der jeweilige Berichtszeitraum müssen im Einzelfall geprüft werden.
Deshalb sollte nicht pauschal behauptet werden, alle Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten seien künftig automatisch berichtspflichtig.
Auch Unternehmen ohne gesetzliche Berichtspflicht können freiwillig Nachhaltigkeitsinformationen veröffentlichen oder entsprechende Informationen für Geschäftspartner bereitstellen.
Für kleinere und mittlere Unternehmen können freiwillige Berichtsstandards wie der VSME eine Orientierung bieten.
Welche Bedeutung haben ESRS, GRI und DNK?
Zur Nachhaltigkeitsberichterstattung existieren unterschiedliche Standards und Rahmenwerke.
| Rahmenwerk | Schwerpunkt |
|---|---|
| ESRS | Europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung im CSRD-Kontext |
| GRI | International verwendete Standards zur Berichterstattung über Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Menschen |
| DNK | Deutscher Rahmen und Unterstützungsangebote für strukturierte Nachhaltigkeitsberichterstattung |
| VSME | Freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen |
Welches Rahmenwerk sinnvoll beziehungsweise verpflichtend ist, hängt vom Unternehmen und den einschlägigen Anforderungen ab.
Wie entwickelt man eine Nachhaltigkeitsstrategie?
Eine Nachhaltigkeitsstrategie sollte auf einer nachvollziehbaren Analyse und klaren Verantwortlichkeiten beruhen.
- Ausgangssituation analysieren: Vorhandene Daten, Prozesse und Maßnahmen erfassen.
- Wesentliche Themen bestimmen: Relevante ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen, Risiken und Chancen untersuchen.
- Ziele formulieren: Konkrete und möglichst überprüfbare Verbesserungsziele festlegen.
- Maßnahmen planen: Geeignete Projekte, Verantwortlichkeiten und Zeitpläne bestimmen.
- Maßnahmen umsetzen: Beteiligte Abteilungen und Mitarbeiter einbeziehen.
- Fortschritte messen: Kennzahlen und andere geeignete Nachweise auswerten.
- Ergebnisse kommunizieren: Fortschritte und verbleibende Herausforderungen transparent darstellen.
- Strategie verbessern: Erkenntnisse für weitere Maßnahmen verwenden.
Praxisbeispiel: Nachhaltigkeitsstrategie für einen mittelständischen Betrieb
Ein mittelständisches Produktionsunternehmen möchte seine Nachhaltigkeitsleistung systematisch verbessern.
Schritt 1: Ausgangslage untersuchen
Das Unternehmen erfasst zunächst Energieverbrauch, Materialeinsatz, Abfallmengen und relevante soziale Kennzahlen.
Schritt 2: Handlungsfelder bestimmen
Die Analyse zeigt, dass insbesondere Stromverbrauch, Materialverluste und Verpackungsabfälle wesentlich sind.
Schritt 3: Ziele festlegen
Die Geschäftsführung beschließt beispielsweise, den Stromverbrauch je produzierter Einheit innerhalb von drei Jahren um 15 Prozent zu senken.
Schritt 4: Maßnahmen entwickeln
Geprüft werden etwa effizientere Maschinen, bedarfsgerechte Anlagensteuerung und Verbesserungen bei der Materialplanung.
Schritt 5: Wirtschaftlichkeit bewerten
Vor der Umsetzung werden Investitionskosten, laufende Einsparungen und technische Rahmenbedingungen untersucht.
Schritt 6: Verantwortlichkeiten festlegen
Produktion, Einkauf, Controlling und Nachhaltigkeitsmanagement stimmen die Maßnahmen miteinander ab.
Schritt 7: Ergebnisse überprüfen
Nach der Umsetzung werden die relevanten Kennzahlen regelmäßig ausgewertet.
Das Beispiel verdeutlicht, dass Nachhaltigkeitsmanagement technische, wirtschaftliche und organisatorische Aufgaben miteinander verbindet.
Welche Kennzahlen sind im Nachhaltigkeitsmanagement wichtig?
Geeignete Kennzahlen helfen dabei, Entwicklungen nachvollziehbar zu beurteilen.
| Bereich | Beispielhafte Kennzahlen |
|---|---|
| Energie | Strom- und Wärmeverbrauch, Energieeinsatz pro Produktionseinheit |
| Klima | Treibhausgasemissionen nach geeigneten Bilanzierungsregeln |
| Wasser | Wasserverbrauch und gegebenenfalls Wasserintensität |
| Material | Materialverbrauch und Ausschussquote |
| Abfall | Abfallmenge und geeignete Verwertungskennzahlen |
| Beschäftigte | Arbeitsunfälle, Weiterbildungsstunden und weitere relevante Sozialindikatoren |
| Unternehmensführung | Geeignete Compliance- und Governance-Indikatoren |
Die Auswahl und Berechnung der Kennzahlen muss zum Unternehmen und zum verwendeten Berichtsrahmen passen.
Wie lange dauert das Nachhaltigkeitsmanager-Fernstudium?
Alle drei untersuchten Anbieter nennen zwölf Monate Regelstudiendauer.
| Anbieter | Regeldauer | Lernaufwand | Kostenlose Verlängerung |
|---|---|---|---|
| ILS | 12 Monate | ca. 8 Std./Woche | 6 Monate |
| SGD | 12 Monate | ca. 8–10 Std./Woche | bis insgesamt 18 Monate |
| Fernakademie | 12 Monate | ca. 8–10 Std./Woche | 6 Monate |
Bei der Fernakademie ist für Absolventen des Lehrgangs „Umwelt- und Klimaschutzmanager/in“ eine verkürzte Studiendauer von acht Monaten vorgesehen.
Der Studienbeginn ist grundsätzlich jederzeit möglich.
Welche Lernmaterialien werden verwendet?
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Studienhefte | 18 | 16 | 18 |
| Web-Based Training | Projektmanagement | 1 WBT | Projektmanagement |
| Leitfaden zur Projektarbeit | Ja | Ja | Ja |
| Digitale Lernplattform | Ja | Ja | Ja |
| Persönliche Lernbetreuung | Ja | Ja | Ja |
| Informationsservice zu Rechtsänderungen | Ja | Nicht gesondert ausgewiesen | Ja |
Die Anzahl der Studienhefte lässt keine unmittelbare Aussage darüber zu, welcher Lehrgang umfangreicher oder hochwertiger ist.
Welchen Abschluss erhält man?
Alle drei Fernschulen unterscheiden zwischen einem Abschlusszeugnis und einem zusätzlichen Zertifikat nach erfolgreich bestandener Projektarbeit.
ILS: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in (ILS)
Das ILS stellt nach erfolgreicher Bearbeitung des Fernlehrgangs das Abschlusszeugnis „Nachhaltigkeitsmanager/in“ aus.
Nach erfolgreich abgeschlossener Projektarbeit erhalten Teilnehmer das ILS-Zertifikat „Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in“.
SGD: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in (SGD)
Die SGD vergibt nach erfolgreicher Bearbeitung aller Einsendeaufgaben das Abschlusszeugnis „Nachhaltigkeitsmanagement“.
Nach einer eigenständigen, tutoriell betreuten Projektarbeit, die mindestens mit ausreichend bewertet wird, kann das Zertifikat „Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in (SGD)“ erworben werden.
Fernakademie: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in
Die Fernakademie stellt nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs ein Zeugnis aus.
Nach erfolgreich abgeschlossener Projektarbeit wird zusätzlich das Zertifikat „Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in“ vergeben.
Die Projektarbeit ist damit ein besonders wichtiger Teil der praktischen Qualifikation.
Kann man zusätzlich eine DEKRA-Zertifizierung erwerben?
ILS und SGD weisen ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, nach dem Lehrgang eine externe Prüfung bei der DEKRA abzulegen.
Dabei sind zwei Zertifizierungswege zu unterscheiden:
- Nach einem entsprechenden Fernschulzeugnis kommt die externe Zertifizierung „Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen“ infrage.
- Nach dem entsprechenden institutseigenen Zertifikat kann die externe Zertifizierung „CSR-/Nachhaltigkeitsmanager/in“ infrage kommen.
Die genauen Voraussetzungen müssen anhand der aktuellen DEKRA-Zertifizierungsbedingungen geprüft werden.
Die externe Prüfung ist selbst zu organisieren und wird gesondert berechnet.
Wichtig: Das institutseigene Zeugnis beziehungsweise Zertifikat einer Fernschule ist nicht identisch mit einer eigenständigen DEKRA-Zertifizierung.
Ist Geprüfter Nachhaltigkeitsmanager ein staatlich anerkannter Abschluss?
Die untersuchten Fernlehrgänge verfügen über eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).
Die ZFU-Zulassung betrifft den jeweiligen Fernlehrgang.
Sie ist nicht mit der staatlichen Anerkennung eines gesetzlich geregelten Berufsabschlusses gleichzusetzen.
Die Abschlusszertifikate von ILS, SGD und Fernakademie sind institutseigene Qualifikationsnachweise.
Die Weiterbildung führt weder automatisch zu einem öffentlich-rechtlichen IHK-Fortbildungsabschluss noch zu einem akademischen Bachelorgrad.
Nachhaltigkeitsmanager: ILS, SGD und Fernakademie im Vergleich
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Regeldauer | 12 Monate | 12 Monate | 12 Monate |
| Lernaufwand | 8 Std./Woche | 8–10 Std./Woche | 8–10 Std./Woche |
| Studienhefte | 18 | 16 | 18 |
| Verlängerung | 6 Monate | Bis insgesamt 18 Monate | 6 Monate |
| Projektarbeit für Zertifikat | Ja | Ja | Ja |
| Institutseigenes Zertifikat | Ja | Ja | Ja |
| Externer DEKRA-Weg ausdrücklich genannt | Ja | Ja | Nicht bestätigt |
| Verkürzung für Umwelt- und Klimaschutzmanager | Nicht gesondert ausgewiesen | Nicht gesondert ausgewiesen | 8 Monate |
| IHK-Abschluss | Nein | Nein | Nein |
Stand der Anbieterprüfung: Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Studienbedingungen.
ILS: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in
Das ILS bietet einen zwölfmonatigen Fernlehrgang mit ungefähr acht Stunden Lernaufwand pro Woche an.
Der Lehrgang kann um sechs Monate kostenlos verlängert werden.
Die Studienmaterialien umfassen 18 Studienhefte, ein Web-Based Training zum Projektmanagement, einen Leitfaden zur Projektarbeit und ergänzende Informationen zu Änderungen in relevanten Rechts- und Nachhaltigkeitsthemen.
Inhaltlich behandelt die Weiterbildung unter anderem CSR, Unternehmensethik, ökologische und soziale Nachhaltigkeit, ISO 14001, EMAS, ISO 50001 sowie die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach verschiedenen Standards.
Nach erfolgreichen Studienleistungen erhalten Teilnehmer ein ILS-Abschlusszeugnis. Das zusätzliche Zertifikat „Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in“ setzt eine erfolgreich abgeschlossene Projektarbeit voraus.
Eine externe Zertifizierung bei der DEKRA kann unter den jeweiligen Voraussetzungen zusätzlich erworben werden. Prüfung und Gebühren sind nicht automatisch Teil des Fernlehrgangs.
Das ILS nennt die ZFU-Zulassungsnummer 7517425.
SGD: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in (SGD)
Die SGD bietet ebenfalls einen zwölfmonatigen Fernlehrgang an. Der empfohlene Lernaufwand beträgt ungefähr acht bis zehn Stunden pro Woche.
Die kostenlose Verlängerung ist bis zu einer Gesamtlaufzeit von 18 Monaten möglich.
Der Lehrgang umfasst 16 Studienhefte, ein Web-Based Training, ein Lehrgangsbegleitheft und einen Leitfaden zur Projektarbeit.
Die Studieninhalte konzentrieren sich auf Grundlagen der Nachhaltigkeit, Unternehmensverantwortung, ökologische und soziale Nachhaltigkeitsleistungen, Managementsysteme, Berichterstattung sowie Change- und Projektmanagement.
Nach erfolgreicher Bearbeitung aller Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer das SGD-Zeugnis „Nachhaltigkeitsmanagement“.
Die zusätzliche Projektarbeit führt bei mindestens ausreichender Bewertung zum SGD-Zertifikat „Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in (SGD)“.
Auch die SGD nennt zusätzliche externe DEKRA-Zertifizierungswege. Die entsprechenden Prüfungen werden gesondert organisiert und berechnet.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 7530925.
Fernakademie: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in
Die Fernakademie für Erwachsenenbildung bietet den Lehrgang mit zwölf Monaten Regelstudienzeit und ungefähr acht bis zehn Stunden wöchentlichem Lernaufwand an.
Teilnehmer erhalten 18 Studienhefte, ein Web-Based Training zum Projektmanagement und einen Leitfaden zur Projektarbeit.
Inhaltlich umfasst der Fernlehrgang nachhaltige Unternehmensführung, CSR, Ressourcen- und Energiemanagement, Emissions- und Wassermanagement, Umweltmanagementsysteme sowie Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Nach erfolgreichem Fernlehrgang erhalten Teilnehmer ein Abschlusszeugnis. Die zusätzliche Projektarbeit ermöglicht den Erwerb des Zertifikats „Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in“.
Eine Besonderheit ist die verkürzte Studiendauer für Absolventen des Fernakademie-Lehrgangs „Umwelt- und Klimaschutzmanager/in“. Für diese Gruppe nennt die Fernakademie acht Monate.
Die kostenlose Verlängerung beträgt sechs Monate.
Eine konkrete externe DEKRA-Prüfung wird auf der geprüften Angebotsseite nicht ausdrücklich zugesichert.
Was kostet die Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsmanager?
Die Studiengebühren unterscheiden sich nach Anbieter und aktuellem Vertragsangebot.
Beim Vergleich sollten folgende Kosten berücksichtigt werden:
- Monatliche Studiengebühren
- Gesamtkosten des zwölfmonatigen Lehrgangs
- Studienmaterialien und digitale Lernangebote
- Fachliche und organisatorische Lernbetreuung
- Betreuung und Bewertung der Projektarbeit
- Gegebenenfalls Kosten einer externen DEKRA-Prüfung
- Technische Arbeitsmittel
- Kündigungs- und Verlängerungsbedingungen
Da die aktuellen Lehrgangspreise teilweise erst nach einer Anfrage beziehungsweise Registrierung angezeigt werden, verzichten wir auf ungeprüfte Festpreise.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bildungsgutschein
Bei entsprechend zugelassenen Kursvarianten und Vorliegen der persönlichen gesetzlichen Voraussetzungen kann eine Förderung über einen Bildungsgutschein infrage kommen.
Ob der konkrete Lehrgang und die betreffende Person förderfähig sind, sollte vor Vertragsabschluss mit der zuständigen Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter geklärt werden.
Unterstützung durch den Arbeitgeber
Wenn die Weiterbildung für vorhandene oder geplante Aufgaben im betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagement benötigt wird, kann eine vollständige oder teilweise Kostenübernahme durch den Arbeitgeber sinnvoll sein.
Steuerliche Berücksichtigung
Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können unter den geltenden gesetzlichen Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden.
Aufstiegs-BAföG
Die hier vorgestellten institutseigenen Fernlehrgänge sind nicht automatisch förderfähige Aufstiegsfortbildungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
Was verdient ein Nachhaltigkeitsmanager?
Das Gehalt hängt erheblich von Berufserfahrung, Branche, Unternehmensgröße und Verantwortungsbereich ab.
Besonders relevant sind:
- Vorhandene berufliche Qualifikation
- Erfahrung im Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement
- Verantwortung für Nachhaltigkeitsberichte
- Projekt- und Budgetverantwortung
- Erfahrung mit Managementsystemen
- Kenntnisse der geltenden regulatorischen Anforderungen
- Führungsverantwortung
- Unternehmensgröße und Branche
Ein Beschäftigter, der einzelne Nachhaltigkeitsprojekte koordiniert, wird nicht unbedingt genauso vergütet wie eine Führungskraft, die die unternehmensweite Nachhaltigkeitsstrategie verantwortet.
Eine realistische Einschätzung sollte deshalb auf aktuellen Stellenangeboten und Gehaltsdaten vergleichbarer Tätigkeiten beruhen.
Das Fernschulzertifikat allein garantiert weder eine bestimmte Position noch eine Gehaltserhöhung.
Welche Karrierechancen bietet Nachhaltigkeitsmanagement?
Nachhaltigkeitsbezogene Aufgaben können in unterschiedlichen Branchen und Organisationen anfallen.
Mögliche Einsatzfelder sind:
- Industrieunternehmen
- Handel und Dienstleistung
- Beschaffung und Lieferkettenmanagement
- Qualitäts- und Umweltmanagement
- Personalmanagement
- Unternehmensentwicklung
- Öffentliche Verwaltung
- Kommunale Einrichtungen
- Non-Profit-Organisationen
- Beratung und Projektmanagement
Je nach bisheriger Berufserfahrung kommen Tätigkeiten als Nachhaltigkeitskoordinator, CSR-Mitarbeiter, ESG-Projektmitarbeiter oder Nachhaltigkeitsmanager infrage.
Für anspruchsvolle Spezialisten- oder Leitungsfunktionen können zusätzliche Kenntnisse, Berufserfahrung oder weitergehende Qualifikationen erforderlich sein.
Nachhaltigkeitsmanager oder Energiemanager?
Beide Weiterbildungen behandeln den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Die Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch.
| Nachhaltigkeitsmanager | Energiemanager |
|---|---|
| Ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit | Systematische Verbesserung der energiebezogenen Leistung |
| CSR, ESG und Nachhaltigkeitsstrategie | Energieverbrauch, Energiekosten und Effizienz |
| Nachhaltigkeitsberichterstattung und Managementsysteme | ISO 50001, Energieaudits und Energieanalysen |
| Bereichsübergreifende Unternehmensentwicklung | Technisch-kaufmännische Energieoptimierung |
Wer vor allem technische Energieeinsparpotenziale analysieren und entsprechende Maßnahmen wirtschaftlich bewerten möchte, sollte sich die Weiterbildung zum Energiemanager näher ansehen.
Wer sich dagegen umfassender mit gesellschaftlicher Verantwortung, ESG, Nachhaltigkeitsstrategien und Berichterstattung beschäftigen möchte, findet im Nachhaltigkeitsmanagement den passenderen Schwerpunkt.
Nachhaltigkeitsmanager oder Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Die Weiterbildung zum Umwelt- und Klimaschutzmanager konzentriert sich stärker auf ökologische Fragestellungen und Maßnahmen zum Umwelt- beziehungsweise Klimaschutz.
Der Nachhaltigkeitsmanager betrachtet darüber hinaus soziale und wirtschaftliche Fragen sowie die Verantwortung von Unternehmen gegenüber unterschiedlichen Anspruchsgruppen.
Die Inhalte überschneiden sich teilweise.
Die Fernakademie berücksichtigt dies mit einer verkürzten Studiendauer für Absolventen ihres Lehrgangs „Umwelt- und Klimaschutzmanager/in“.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz im Nachhaltigkeitsmanagement?
KI-Anwendungen können die Auswertung größerer Datenbestände und die Vorbereitung bestimmter Arbeitsschritte unterstützen.
Beispiele sind:
- Strukturierung von Nachhaltigkeitsdaten
- Erkennung von Auffälligkeiten in Verbrauchsdaten
- Unterstützung bei der Formulierung von Berichtsentwürfen
- Auswertung geeigneter Kennzahlen
- Recherche und Aufbereitung von Informationen
Die Ergebnisse müssen fachlich überprüft werden.
Gerade bei gesetzlichen Berichtspflichten dürfen unvollständige, unbelegte oder fehlerhafte KI-Ausgaben nicht ungeprüft übernommen werden.
Außerdem sind Vertraulichkeit, Datenschutz und die Qualität der verwendeten Daten zu berücksichtigen.
Wie vermeidet ein Unternehmen Greenwashing?
Von Greenwashing spricht man, wenn Aussagen über Umwelt- oder Nachhaltigkeitseigenschaften einen irreführenden Eindruck vermitteln.
Beispiele sind allgemeine Werbeaussagen ohne ausreichende Nachweise oder die Hervorhebung einzelner positiver Maßnahmen, während wesentliche negative Auswirkungen ausgeblendet werden.
Ein seriöses Nachhaltigkeitsmanagement achtet deshalb darauf, dass Aussagen:
- Auf nachvollziehbaren Informationen beruhen
- Fachlich korrekt sind
- Keine unbelegten Versprechen enthalten
- Wesentliche Zusammenhänge nicht verschweigen
- Geeignete Bezugsgrößen und Zeiträume nennen
Die rechtlichen Anforderungen an umweltbezogene Werbeaussagen müssen zusätzlich beachtet werden.
Nachhaltigkeitsmanager im Lebenslauf angeben
Nach dem erfolgreichen Abschluss sollte die genaue Bezeichnung des erworbenen Nachweises verwendet werden.
Beispiel:
2026 – Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in (ILS), institutseigenes Zertifikat nach Projektarbeit
Für die SGD oder Fernakademie wird die entsprechende Institutsbezeichnung verwendet.
Liegt nur das Abschlusszeugnis, aber nicht das zusätzliche Zertifikat vor, sollte dies im Lebenslauf entsprechend angegeben werden.
Eine externe DEKRA-Zertifizierung darf nur genannt werden, wenn sie tatsächlich erworben wurde.
Vorteile und mögliche Nachteile der Weiterbildung
Vorteile
- Berufsbegleitende Weiterbildung
- Flexibler Studienbeginn
- Breites Verständnis von ESG und CSR
- Kenntnisse zu Nachhaltigkeitsstrategien
- Einführung in wichtige Managementsysteme
- Grundlagen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
- Praxisorientierte Projektarbeit
- Institutseigenes Abschlusszertifikat
- Bei bestimmten Anbietern zusätzlicher DEKRA-Prüfungsweg
Mögliche Nachteile
- Regelmäßiger Lernaufwand über zwölf Monate
- Kein öffentlich-rechtlicher IHK-Fortbildungsabschluss
- Keine automatische Qualifikation als gesetzlich vorgeschriebener Prüfer
- Regulatorische Anforderungen ändern sich regelmäßig
- Zusätzliche externe Zertifizierungen verursachen gegebenenfalls Kosten
- Für spezialisierte Tätigkeiten können weitere Qualifikationen notwendig sein
- Keine Garantie für eine bestimmte Position oder Vergütung
Checkliste vor der Anmeldung
- Erfüllen Sie die beruflichen Teilnahmevoraussetzungen?
- Möchten Sie eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln oder eher technische Maßnahmen betreuen?
- Können Sie acht bis zehn Stunden pro Woche lernen?
- Wie aktuell sind die Studienmaterialien zu CSRD und ESRS?
- Wie wird die Projektarbeit begleitet?
- Welche Anforderungen gelten für das zusätzliche Zertifikat?
- Ist eine externe DEKRA-Zertifizierung für Ihr Berufsziel sinnvoll?
- Welche zusätzlichen Prüfungsgebühren entstehen gegebenenfalls?
- Wie hoch sind die vollständigen Studiengebühren?
- Gibt es eine mögliche Förderung durch den Arbeitgeber?
- Kommt ein Bildungsgutschein infrage?
- Kann eine bereits absolvierte Weiterbildung angerechnet werden?
Häufige Fragen zur Nachhaltigkeitsmanager-Weiterbildung
Was macht ein Nachhaltigkeitsmanager?
Ein Nachhaltigkeitsmanager entwickelt und begleitet Maßnahmen, mit denen Unternehmen ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsziele verfolgen können.
Wie wird man Nachhaltigkeitsmanager?
Der Einstieg ist häufig über eine vorhandene kaufmännische, technische oder organisatorische Berufserfahrung und eine passende Weiterbildung möglich. Die Anforderungen der Arbeitgeber unterscheiden sich.
Kann man Nachhaltigkeitsmanager im Fernstudium werden?
Ja. ILS, SGD und Fernakademie bieten entsprechende berufsbegleitende Fernlehrgänge an.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Regelstudiendauer beträgt bei allen drei untersuchten Anbietern zwölf Monate.
Wie viele Stunden muss man pro Woche lernen?
Das ILS empfiehlt ungefähr acht Stunden. SGD und Fernakademie nennen etwa acht bis zehn Stunden pro Woche.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Die Anbieter erwarten grundsätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einschlägige Berufserfahrung sowie Interesse an Nachhaltigkeitsthemen. Einzelheiten unterscheiden sich je nach Fernschule.
Was bedeutet ESG?
ESG steht für Environment, Social und Governance und beschreibt umweltbezogene, soziale und unternehmensführungsbezogene Aspekte.
Was bedeutet CSR?
CSR steht für Corporate Social Responsibility und bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen.
Ist Nachhaltigkeitsmanager ein IHK-Abschluss?
Nein. Die hier verglichenen Lehrgänge führen zu institutseigenen Zeugnissen und Zertifikaten, nicht zu einer öffentlich-rechtlichen IHK-Fortbildungsprüfung.
Welchen Abschluss erhält man?
Nach erfolgreichem Lehrgangsabschluss erhalten Teilnehmer ein Zeugnis. Nach bestandener zusätzlicher Projektarbeit ist ein institutseigenes Zertifikat als Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in möglich.
Muss man eine Projektarbeit schreiben?
Für das zusätzliche Abschlusszertifikat ist bei allen drei Anbietern eine erfolgreich abgeschlossene Projektarbeit vorgesehen.
Kann man zusätzlich eine DEKRA-Zertifizierung erwerben?
ILS und SGD nennen unter bestimmten Voraussetzungen externe DEKRA-Zertifizierungswege. Die Prüfungen müssen gesondert organisiert und bezahlt werden.
Ist der Fernlehrgang staatlich zugelassen?
Ja. Alle drei untersuchten Lehrgänge besitzen eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht. Diese ist nicht mit einem staatlich geregelten Berufsabschluss gleichzusetzen.
Was ist die CSRD?
Die CSRD ist eine europäische Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung bestimmter Unternehmen. Ihr Anwendungsbereich wurde 2026 durch die Richtlinie (EU) 2026/470 erheblich eingeschränkt.
Sind alle mittelständischen Unternehmen CSRD-berichtspflichtig?
Nein. Nach den 2026 geänderten europäischen Vorgaben ist der reguläre Anwendungsbereich deutlich enger. Übergangsregeln und die konkrete deutsche Rechtslage müssen gesondert geprüft werden.
Was sind die ESRS?
Die European Sustainability Reporting Standards enthalten europäische Vorgaben für die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der einschlägigen CSRD-Regelungen.
Was bedeutet doppelte Wesentlichkeit?
Die doppelte Wesentlichkeit berücksichtigt sowohl die Auswirkungen eines Unternehmens auf Menschen und Umwelt als auch die finanziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen.
Was kostet die Weiterbildung?
Die Studiengebühren unterscheiden sich je nach Fernschule und Vertragsangebot. Interessenten sollten die gesamten Kosten und mögliche Zusatzgebühren für externe Prüfungen vergleichen.
Wie viel verdient ein Nachhaltigkeitsmanager?
Das Einkommen hängt insbesondere von Berufserfahrung, Unternehmensgröße, Branche und Verantwortungsbereich ab. Ein Fernschulzertifikat garantiert kein bestimmtes Gehalt.
Kann man als Nachhaltigkeitsmanager selbstständig arbeiten?
Eine selbstständige Tätigkeit im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement und Beratung ist grundsätzlich möglich. Für bestimmte gesetzlich geregelte Prüfungs- oder Beratungsleistungen können jedoch zusätzliche Voraussetzungen gelten.
Ist die Weiterbildung für Fachwirte geeignet?
Ja. Sie kann eine interessante Zusatzqualifikation für Fachwirte mit Management-, Führungs- oder Projektverantwortung darstellen.
Was unterscheidet Nachhaltigkeitsmanager und Energiemanager?
Nachhaltigkeitsmanager beschäftigen sich umfassender mit ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsthemen. Energiemanager konzentrieren sich stärker auf Energieverbrauch, Energieeffizienz und Energiemanagementsysteme.
Fazit: Lohnt sich die Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsmanager?
Die Weiterbildung zum Geprüften Nachhaltigkeitsmanager ist eine mögliche Zusatzqualifikation für Berufstätige, die sich mit nachhaltiger Unternehmensentwicklung, CSR, ESG und Managementsystemen beschäftigen möchten.
Die Fernlehrgänge von ILS, SGD und Fernakademie vermitteln Wissen über ökologische und soziale Nachhaltigkeit, Unternehmensethik, Nachhaltigkeitsstrategien, Managementsysteme und Berichterstattung.
Alle drei Anbieter sehen zwölf Monate Regelstudienzeit vor und ermöglichen nach erfolgreicher Projektarbeit den Erwerb eines institutseigenen Abschlusszertifikats.
ILS und SGD nennen darüber hinaus externe DEKRA-Zertifizierungswege, deren zusätzliche Voraussetzungen und Kosten zu berücksichtigen sind.
Besonders wichtig ist, dass sich die gesetzlichen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung 2026 verändert haben. Deshalb sollte bei der Auswahl eines Lehrgangs auf die Aktualität der Studieninhalte geachtet werden.
Unsere Empfehlung: Vergleichen Sie vor der Anmeldung die vollständigen Studiengebühren, die Betreuung der Projektarbeit und die Abschlussmöglichkeiten. Wenn Sie bereits in einem Unternehmen arbeiten, kann es sinnvoll sein, eine echte Nachhaltigkeitsaufgabe aus Ihrem Berufsalltag als Grundlage für die Projektarbeit zu verwenden. So verbinden Sie die Weiterbildung mit einem konkreten praktischen Nutzen.
Quellen und weiterführende Informationen
- ILS: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in
- SGD: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in
- Fernakademie: Geprüfte/r Nachhaltigkeitsmanager/in
- Richtlinie (EU) 2026/470 zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
- Umweltbundesamt: Nachhaltigkeitsberichterstattung und CSRD
- Global Reporting Initiative
- Deutscher Nachhaltigkeitskodex
- Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht
- Energiemanager: Fernstudium, Aufgaben und Kosten
- Change Management (IHK): Weiterbildung und Abschluss
Stand: Oktober 2026. Studiengebühren, Kursbedingungen, externe Zertifizierungsmöglichkeiten und gesetzliche Anforderungen können sich verändern. Die europäischen Regelungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung müssen zusammen mit der jeweils geltenden deutschen Umsetzung und den Übergangsbestimmungen betrachtet werden.
