Informationstechnikermeister werden: Voraussetzungen, Meisterschule, Kosten und Gehalt

Wer als Informationselektroniker oder in einem verwandten technischen Beruf arbeitet und mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Informationstechnikermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet Kenntnisse der Informations- und Kommunikationstechnik mit moderner Netzwerktechnik, vernetzten Gebäudesystemen, Kundenberatung und Betriebsführung.

Informationstechnikermeister planen, installieren und betreuen technische Systeme, die miteinander kommunizieren. Dazu können IT-Netzwerke, Kommunikationseinrichtungen, Empfangsanlagen, Sicherheitssysteme und verschiedene Komponenten der digitalen Gebäudetechnik gehören.

Die zunehmende Vernetzung von Geräten, Automatisierung, digitale Kommunikation und IT-Sicherheit machen die Tätigkeit technisch anspruchsvoll. Seit März 2024 gilt eine modernisierte Meisterprüfungsverordnung, die diese Entwicklungen berücksichtigt.

Welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie läuft die praktische Prüfung ab? Was kostet die Meisterschule und wie viel verdient ein Informationstechnikermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Informationstechnikermeister: Das Wichtigste im Überblick

Abschluss Informationstechnikermeister / Informationstechnikermeisterin
Zuständigkeit Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss
Abschlussstatus Aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss
Handwerk Zulassungspflichtiges Informationstechnikerhandwerk, Anlage A der Handwerksordnung
Rechtsgrundlage Informationstechnikermeisterverordnung vom 21. Februar 2024 und Handwerksordnung
Geltende Verordnung Seit 1. März 2024
Meisterprüfung Vier selbstständige Teile
Teil I Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe
Teil II Drei handlungsorientierte Prüfungsfelder
Zulassung In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich
Unterrichtsformen Je nach Anbieter Teilzeit, Vollzeit oder kombinierte Lernformen
Dauer Beispielsweise etwa zwei Jahre berufsbegleitend für die Teile I und II
Kostenbeispiel 9.734 Euro Kursgebühr für Teile I und II bei der HWK Köln, zuzüglich Prüfung und weiterer Kosten
Förderung Aufstiegs-BAföG grundsätzlich möglich
DQR-Niveau 6
Karriere Projektleitung, technische Betriebsleitung, Netzwerktechnik, Gebäude-IT, Ausbildung und Selbstständigkeit

Das Informationstechnikerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für die fachpraktischen und fachtheoretischen Teile I und II gilt die Informationstechnikermeisterverordnung vom 21. Februar 2024. Sie hat am 1. März 2024 die frühere Meisterprüfungsverordnung aus dem Jahr 2002 ersetzt.

Der Abschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung auch die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Informationstechniker-Handwerk erworben.

Der Meisterabschluss steht auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss, ist aber selbst kein Hochschulabschluss.

Welche Aufgaben hat ein Informationstechnikermeister?

Informationstechnikermeister übernehmen anspruchsvolle technische, organisatorische und kaufmännische Aufgaben. Sie planen und realisieren vernetzte Informations- und Kommunikationssysteme, überwachen deren Installation und sorgen für einen sicheren Betrieb.

Je nach Unternehmensgröße arbeiten sie selbst an technischen Anlagen oder konzentrieren sich auf Planung, Projektleitung, Kundenberatung und Mitarbeiterführung.

Planung und Installation technischer Systeme

Typische Tätigkeiten sind:

  • Ermittlung und Bewertung von Kundenanforderungen
  • Planung von IT- und Kommunikationsanlagen
  • Entwicklung technischer Systemkonzepte
  • Erstellung von Netzwerk- und Installationsplänen
  • Auswahl geeigneter Hardware und Software
  • Installation und Vernetzung technischer Komponenten
  • Parametrierung und Programmierung
  • Inbetriebnahme und Funktionsprüfung
  • Technische Dokumentation

Netzwerktechnik und Kommunikation

In vielen Betrieben müssen unterschiedliche Geräte und Anlagen miteinander kommunizieren. Dafür sind geeignete Netzwerke und Kommunikationsverfahren erforderlich.

Informationstechnikermeister können unter anderem folgende Aufgaben übernehmen:

  • Planung strukturierter Datennetze
  • Installation und Prüfung von Netzwerkverbindungen
  • Konfiguration von Routern und Switches
  • Einrichtung geeigneter WLAN-Infrastrukturen
  • Netzwerksegmentierung und Zugriffsregelungen
  • Einbindung von Kommunikationsanlagen
  • Einrichtung von IP-basierter Telefonie
  • Fehlerdiagnose und Störungsbeseitigung
  • Dokumentation und Übergabe technischer Anlagen

Vernetzte Gebäudetechnik

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Integration unterschiedlicher Systeme in eine vernetzte Gebäudeinfrastruktur.

Dazu können beispielsweise Kommunikationsanlagen, Mediensteuerungen, Empfangstechnik, Smart-Home-Komponenten und geeignete Sicherheitssysteme gehören.

Moderne Lösungen können mit standardisierten Kommunikationsprotokollen, IP-Netzwerken und zentralen Steuerungen arbeiten.

Wichtig ist dabei die fachgerechte Planung der Schnittstellen und die Abstimmung mit anderen beteiligten Gewerken.

IT-Sicherheit und Datenschutz

Vernetzte Systeme müssen nicht nur funktionieren, sondern auch angemessen gegen unbefugte Zugriffe und Störungen geschützt werden.

Informationstechnikermeister berücksichtigen deshalb Sicherheitsrisiken bei Planung, Installation und Betrieb.

Dazu gehören:

  • Geeignete Zugriffsrechte und Authentifizierung
  • Sichere Netzwerkkonfiguration
  • Software- und Firmwareaktualisierungen
  • Datensicherung und Wiederherstellungskonzepte
  • Netzwerksegmentierung
  • Dokumentation von Sicherheitsmaßnahmen
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Schulung und Einweisung der Anwender

Betriebsführung und Mitarbeiterleitung

Neben den technischen Aufgaben benötigen Informationstechnikermeister betriebswirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse.

  • Erstellung von Angeboten und Kalkulationen
  • Auftrags- und Projektplanung
  • Material- und Personaldisposition
  • Führung und Weiterbildung von Mitarbeitern
  • Qualitätsmanagement
  • Überwachung von Kosten und Terminen
  • Arbeitsschutz und technische Sicherheit
  • Kundenberatung und Serviceorganisation
  • Ausbildung von Nachwuchskräften

Welche Tätigkeitsbereiche umfasst das Informationstechnikerhandwerk?

Die Informationstechnikermeisterverordnung nennt fünf technische Gebiete. Diese beschreiben den fachlichen Tätigkeitsumfang des Handwerks und sind keine fünf eigenständigen Meisterabschlüsse.

1. Gerätetechnik, Informationstechnik und Bürosystemtechnik

Hierzu gehören die Planung, Einrichtung, Verbindung, Prüfung und Wartung geeigneter Geräte und Systeme.

Beispiele sind vernetzte Büroeinrichtungen, IT-Hardware, technische Kommunikationsgeräte und Peripheriesysteme.

2. Sendetechnik, Empfangstechnik und Breitbandtechnik

Dieser Bereich umfasst unter anderem technische Anlagen zur Übertragung, Verteilung und zum Empfang von Signalen.

Dazu können Antennenanlagen, Breitbandtechnik und geeignete Signalverteilungssysteme gehören.

3. Brandschutztechnik und Gefahrenmeldetechnik

Zum Tätigkeitsfeld gehören geeignete technische Sicherheits- und Meldesysteme.

Je nach Auftrag können Planung, Installation, Prüfung und Wartung im Vordergrund stehen.

Bei sicherheitskritischen Anlagen müssen einschlägige Rechtsvorschriften, Normen sowie gegebenenfalls zusätzliche Qualifikations- und Zertifizierungsanforderungen beachtet werden.

4. Telekommunikationstechnik

Informationstechnikermeister können Kommunikationsanlagen und deren technische Infrastruktur planen, installieren und betreuen.

Dazu gehören beispielsweise IP-Telefonie, Kommunikationsverkabelung und die Einbindung verschiedener Endgeräte.

5. Gewerkeübergreifende vernetzte Systeme

Moderne Informations- und Kommunikationstechnik wird zunehmend mit anderen Gewerken verbunden.

Beispiele sind vernetzte Gebäudesysteme, Steuerungen, audiovisuelle Kommunikation und verschiedene digitale Dienstleistungen.

Die geltende Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt ausdrücklich die Zusammenführung technischer und gewerkeübergreifender Systeme.

Wichtig: Informationstechnikermeister und Elektrotechnikermeister sind eigenständige Handwerksabschlüsse. Die jeweiligen handwerksrechtlichen Befugnisse und Anforderungen an bestimmte Elektroinstallationsarbeiten müssen gesondert berücksichtigt werden. Der Informationstechnikermeister ersetzt nicht automatisch sämtliche Voraussetzungen für Arbeiten an elektrischen Energieanlagen oder einen Eintrag in ein Installateurverzeichnis.

Welche Voraussetzungen gelten für die Informationstechnikermeisterprüfung?

Die Zulassung zur Meisterprüfung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.

Der klassische Zugangsweg ist eine erfolgreich abgeschlossene Gesellenprüfung im Informationstechnikerhandwerk, beispielsweise als Informationselektroniker.

Auch eine entsprechende Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder eine gleichgestellte Abschlussprüfung kann zur Zulassung berechtigen.

Wie viel Berufserfahrung wird benötigt?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben.

Bei bestimmten einschlägigen anerkannten Ausbildungsberufen mit einer vorgeschriebenen Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren kann zusätzliche einschlägige Berufstätigkeit erforderlich sein.

Kann man mit einer IT-Ausbildung zur Meisterprüfung zugelassen werden?

Auch mit anderen anerkannten Berufsabschlüssen kann eine Zulassung möglich sein.

Das kann beispielsweise für Beschäftigte mit einem Abschluss in einem IT- oder elektrotechnischen Ausbildungsberuf interessant sein.

Ob der jeweilige Abschluss unmittelbar anerkannt wird oder zusätzliche einschlägige Berufstätigkeit erforderlich ist, muss die zuständige Handwerkskammer anhand der gesetzlichen Voraussetzungen entscheiden.

Bei einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf kann grundsätzlich eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit im Informationstechnikerhandwerk verlangt werden. Nach der Handwerksordnung dürfen dafür höchstens drei Jahre gefordert werden.

Weitere Zugangswege bestehen beispielsweise bei bereits bestandenen anderen Meisterprüfungen oder bestimmten weiteren anerkannten Qualifikationen.

Muss man eine Meisterschule besuchen?

Nein. Ein Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Zulassungsvoraussetzung.

Die Meisterprüfung verlangt allerdings die Planung, praktische Installation, Programmierung und technische Prüfung komplexer Systeme.

Eine strukturierte Vorbereitung mit geeignetem technischem Equipment ist deshalb empfehlenswert.

Vor der verbindlichen Kursanmeldung sollte die persönliche Zulassung mit der Handwerkskammer geklärt werden.

Wie läuft die Informationstechnikermeisterprüfung ab?

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen.

Seit dem 1. März 2024 gilt für die fachlichen Teile I und II eine modernisierte Meisterprüfungsverordnung.

Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung

Der fachpraktische Prüfungsteil umfasst:

  • Meisterprüfungsprojekt
  • Fachgespräch
  • Situationsaufgabe

Meisterprüfungsprojekt

Das Meisterprüfungsprojekt entspricht einem komplexen Kundenauftrag.

Die Prüflinge müssen mindestens zwei miteinander interagierende Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik planen, installieren, programmieren und überprüfen.

Die Aufgabenstellung berücksichtigt außerdem die Einbindung in bestehende oder neu zu planende Daten- und Netzwerktechnik sowie elektrische Anlagen.

Zu den Planungsarbeiten gehören:

  • Entwicklung eines technischen Entwurfs
  • Erstellung notwendiger Berechnungen
  • Anfertigung technischer Zeichnungen
  • Planung der Systemvernetzung
  • Auswahl geeigneter Komponenten
  • Erstellung einer Kalkulation

Die Durchführung umfasst insbesondere:

  • Installation der technischen Systeme
  • Parametrierung von Komponenten
  • Programmierung der erforderlichen Funktionen
  • Integration und Verbindung der Systeme
  • Sicherheitstechnische Prüfung
  • Inbetriebnahme

Im Anschluss müssen notwendige Messungen durchgeführt und Prüfberichte sowie technische Dokumentationen erstellt werden.

Für das Meisterprüfungsprojekt stehen drei Arbeitstage zur Verfügung.

Bewertung des Meisterprüfungsprojekts

Die Bewertung setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Planungsarbeiten: 40 Prozent
  • Durchführungsarbeiten: 40 Prozent
  • Kontrolle und Dokumentation: 20 Prozent

Fachgespräch

Im Fachgespräch erläutern die Prüflinge die technischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge des Meisterprüfungsprojekts.

Sie müssen ihre Entscheidungen begründen, Alternativen bewerten und mögliche Probleme sowie deren Lösungen erklären.

Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.

Situationsaufgabe

Die Situationsaufgabe überprüft weitere praktische Handlungskompetenzen.

Sie umfasst drei verpflichtende Prüfungsleistungen:

  • Fehler- und Störungssuche an einer informations- und kommunikationstechnischen Anlage einschließlich Dokumentation
  • Behebung der Fehler und Störungen sowie erneute Inbetriebnahme der Anlage
  • Durchführung und Beurteilung sicherheitsrelevanter Messungen an einer elektrischen Anlage oder einem elektrischen Gerät

Für die Bearbeitung stehen insgesamt fünf Stunden zur Verfügung.

Die drei Leistungen werden einzeln bewertet. Das Gesamtergebnis ist ihr arithmetisches Mittel.

Bewertung und Bestehen von Teil I

Das Meisterprüfungsprojekt und das Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.

Dieses Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.

Für das Bestehen müssen alle drei Prüfungsbestandteile mindestens 30 Punkte erreichen. Außerdem muss das Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein.

Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung

Teil II umfasst drei handlungsorientierte Prüfungsfelder.

1. Anforderungen von Kunden analysieren, Lösungen erarbeiten und anbieten

Hier müssen die Teilnehmer zeigen, dass sie technische Kundenanforderungen analysieren und geeignete Lösungen entwickeln können.

Wichtige Inhalte sind:

  • Ermittlung der technischen Ausgangssituation
  • Analyse von Kundenanforderungen
  • Entwicklung geeigneter Systemkonzepte
  • Auswahl von Hardware, Software und Kommunikationsverfahren
  • Bewertung von Sicherheitsanforderungen
  • Technische Berechnungen und Planung
  • Kalkulation und Angebotserstellung
  • Berücksichtigung wirtschaftlicher und rechtlicher Anforderungen

2. Leistungen erbringen, kontrollieren und übergeben

Dieses Handlungsfeld behandelt die technische Durchführung und Kontrolle von Kundenaufträgen.

Zu den Themen gehören:

  • Arbeits- und Installationsplanung
  • Material- und Personaldisposition
  • Installation und Vernetzung von Systemen
  • Konfiguration und Parametrierung
  • Programmierung technischer Funktionen
  • Fehlersuche und Instandhaltung
  • Sicherheits- und Funktionsprüfungen
  • Mess- und Prüfprotokolle
  • Dokumentation und Kundenübergabe

3. Einen Betrieb im Informationstechnikerhandwerk führen und organisieren

Das dritte Handlungsfeld behandelt wirtschaftliche, organisatorische und personelle Aufgaben.

Wichtige Themen sind:

  • Betriebliche Kostenrechnung
  • Unternehmenskennzahlen
  • Personalführung und Personalentwicklung
  • Qualitätsmanagement
  • Marketing und Kundenbindung
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • IT-gestützte Geschäftsprozesse
  • Arbeitsschutz
  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
  • Investitionsplanung

In jedem Handlungsfeld muss eine schriftliche fallbezogene Aufgabe bearbeitet werden.

Dafür stehen jeweils drei Stunden zur Verfügung. An einem Prüfungstag dürfen höchstens sechs Stunden angesetzt werden.

Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse

Der dritte Meisterprüfungsteil vermittelt gewerkeübergreifende Kenntnisse zur wirtschaftlichen Unternehmensführung.

  • Wettbewerbsfähigkeit beurteilen
  • Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
  • Unternehmensstrategien entwickeln
  • Finanzierung und Investitionsplanung
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Rechtliche Grundlagen der Unternehmensführung

Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Im vierten Teil wird geprüft, ob die Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse für eine fachgerechte betriebliche Ausbildung besitzen.

Dazu gehören Planung und Vorbereitung der Ausbildung, Gestaltung von Lernprozessen und Bewertung von Ausbildungsleistungen.

Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen können gleichwertige bereits bestandene Prüfungen zu einer Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen führen.

Übergangsregelungen bei älteren Prüfungen

Die aktuelle Informationstechnikermeisterverordnung ist am 1. März 2024 in Kraft getreten.

Für bestimmte bereits vorher begonnene Prüfungsverfahren gelten Übergangsregelungen. Für bestimmte Wiederholungsprüfungen bestand ebenfalls eine befristete Möglichkeit zur Anwendung der früheren Vorschriften.

Wer sich in einem älteren Prüfungsverfahren befindet, sollte die für den persönlichen Fall geltende Prüfungsordnung mit dem zuständigen Meisterprüfungsausschuss klären.

Welche Inhalte werden in der Informationstechnikermeisterschule vermittelt?

Die Meistervorbereitung verbindet Elektronik, Informations- und Kommunikationstechnik, Netzwerkplanung, technische Sicherheit und Betriebswirtschaft.

Der konkrete Unterrichtsplan richtet sich nach dem Bildungsträger.

Informations- und Kommunikationstechnik

  • Grundlagen elektrischer und elektronischer Systeme
  • Kommunikationstechnik
  • Digitale Signalverarbeitung
  • Technische Schnittstellen
  • Mess- und Prüftechnik
  • Installation und Inbetriebnahme
  • Fehlerdiagnose

Netzwerktechnik

  • Netzwerktopologien
  • IP-Adressierung
  • Routing und Switching
  • Strukturierte Netzwerkverkabelung
  • WLAN-Technik
  • Netzwerksegmentierung
  • Netzwerksicherheit
  • Netzwerkprüfung und Dokumentation

Vernetzte Gebäudetechnik und Smart Home

  • Integration technischer Gebäudesysteme
  • Vernetzung von Geräten und Steuerungen
  • Smart-Home-Technologien
  • KNX und weitere geeignete Kommunikationssysteme
  • IP-basierte Gebäudeinfrastrukturen
  • Einbindung von Sicherheits- und Kommunikationssystemen
  • Fehlersuche und Systemintegration

Welche konkreten Systeme und Herstellerlösungen im Unterricht behandelt werden, hängt vom Lehrgang ab.

IT-Sicherheit und Datenschutz

  • Schutzziele der Informationssicherheit
  • Sichere Netzwerkkonfiguration
  • Benutzer- und Rechteverwaltung
  • Datenschutzrechtliche Grundlagen
  • Datensicherung
  • Dokumentation technischer Maßnahmen
  • Wartungs- und Aktualisierungskonzepte

Betriebswirtschaft und Unternehmensführung

  • Auftragskalkulation
  • Kostenrechnung
  • Projektmanagement
  • Personalführung
  • Qualitätsmanagement
  • Arbeitsschutz und technische Regeln
  • Marketing und Kundenservice
  • Betriebsgründung und Betriebsübernahme

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Informationstechnikermeister?

Die Dauer hängt von der Unterrichtsform, dem Bildungsträger und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Viele Meistervorbereitungslehrgänge konzentrieren sich zunächst auf die fachlichen Teile I und II. Die Teile III und IV werden häufig gesondert angeboten.

Berufsbegleitende Meisterschule

Die Handwerkskammer Köln bietet einen berufsbegleitenden Kurs vom 9. April 2027 bis zum 28. April 2029 an.

Der Lehrgang umfasst 1.292 Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten.

Der Unterricht findet freitags und samstags statt. Einzelne zusätzliche Unterrichtsphasen werden online durchgeführt.

Damit erstreckt sich die Vorbereitung auf die Teile I und II über ungefähr zwei Jahre.

Meisterschule in Vollzeit

Eine Vollzeitvorbereitung kann grundsätzlich eine Alternative sein, sofern ein entsprechender Lehrgang angeboten wird.

Die Dauer hängt insbesondere von der Anzahl der Unterrichtseinheiten und dem Anteil praktischer Übungen ab.

Da nicht jede Handwerkskammer regelmäßig einen Informationstechnikermeisterkurs anbietet, sollten konkrete Vollzeittermine unmittelbar beim gewünschten Bildungsträger überprüft werden.

Kann man den Informationstechnikermeister online machen?

Einzelne theoretische Inhalte können online vermittelt werden.

Die praktische Meisterprüfung umfasst jedoch die Installation, Parametrierung und Programmierung vernetzter Systeme sowie sicherheitsrelevante Messungen.

Deshalb sind geeignete praktische Übungen und Prüfungswerkstätten erforderlich.

Ein rein digitaler Lehrgang ist nicht automatisch mit einer vollständigen Vorbereitung auf die fachpraktische Meisterprüfung gleichzusetzen.

Was kostet die Informationstechnikermeisterschule?

Die Kosten hängen von der Unterrichtsform, der Ausstattung und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Neben der Lehrgangsgebühr können Prüfungsgebühren, Lernmittel, technische Ausstattung und Fahrtkosten entstehen.

Konkretes Kostenbeispiel der Handwerkskammer Köln

Kostenposition Betrag
Lehrgang Teile I und II 9.734 €
Ausgewiesene Prüfungsgebühr 1.300 €
Zwischensumme 11.034 €

Stand der Recherche: Oktober 2026. Die Angaben beziehen sich auf den ausgeschriebenen Teilzeitkurs mit Beginn im April 2027. Die Vorbereitung auf die Teile III und IV sowie weitere persönliche Kosten sind nicht enthalten.

Welche zusätzlichen Kosten sind möglich?

  • Vorbereitung auf die Meisterprüfungsteile III und IV
  • Zusätzliche Prüfungsgebühren
  • Fachliteratur und Lernmaterialien
  • Notebook und geeignete Software
  • Technische Übungs- und Messgeräte
  • Fahrtkosten und gegebenenfalls Unterkunft
  • Verdienstausfall bei Freistellung oder Vollzeitunterricht

Welche technische Ausstattung gestellt wird und was die Teilnehmer selbst mitbringen müssen, sollte vor der Anmeldung geklärt werden.

Tipp: Fragen Sie bei der Meisterschule nach den vollständigen Kosten bis zum Meisterbrief. Besonders wichtig sind die praktische Prüfungsvorbereitung, die enthaltene technische Ausstattung und die Gebühren für alle vier Prüfungsteile.

Welche Informationstechnikermeisterschulen gibt es?

Die Vorbereitung auf die Informationstechnikermeisterprüfung wird von spezialisierten Bildungseinrichtungen des Handwerks angeboten.

Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, ob der Lehrgang nach der geltenden Meisterprüfungsverordnung ausgerichtet ist und auf welche Prüfungsteile er vorbereitet.

Handwerkskammer Köln

Die Handwerkskammer Köln bietet einen berufsbegleitenden Meistervorbereitungslehrgang für das Informationstechnikerhandwerk an.

Der ausgeschriebene Kurs läuft vom 9. April 2027 bis zum 28. April 2029.

Er umfasst 1.292 Unterrichtseinheiten und bereitet auf die fachpraktische und fachtheoretische Meisterprüfung vor.

Der Unterricht findet überwiegend freitags und samstags statt. Teilweise werden zusätzliche Onlineeinheiten durchgeführt.

Die Kursgebühr beträgt 9.734 Euro. Die ausgewiesene Prüfungsgebühr beträgt 1.300 Euro.

Zu den Unterrichtsthemen gehören moderne IT- und Kommunikationssysteme, Vernetzung, Smart Home, KNX, Smart Grid, Smart Metering, IP-Telefonie und Video-Streaming.

Der Anbieter weist für den ausgeschriebenen Termin ausreichend freie Plätze aus.

Informationstechnikermeisterschule der HWK Köln ansehen

Weitere Meisterschulen finden

Wer einen anderen Standort oder eine Vollzeitvorbereitung bevorzugt, kann sich bei der zuständigen Handwerkskammer nach zusätzlichen Lehrgangsangeboten erkundigen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer tatsächlich ausgeschriebenen Meistervorbereitung und allgemeinen IT-Fortbildungen.

Ein Kurs für Netzwerkadministration, IT-Projektmanagement oder IT-Sicherheit führt nicht automatisch zum Informationstechnikermeister.

Auch ältere Kursbeschreibungen sollten nicht ohne Prüfung als aktuell buchbare Angebote betrachtet werden.

Hinweis: Der vorgestellte Kurs wird neutral genannt. Es handelt sich nicht um eine bezahlte Empfehlung. Gebühren, Termine und freie Plätze können sich ändern.

Welche Förderung gibt es für angehende Informationstechnikermeister?

Die Weiterbildung zum Informationstechnikermeister kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Geeignete Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen können förderfähig sein.

Förderung von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Nach den im Oktober 2026 geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Die Förderung umfasst:

  • 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Die Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
  • Einen möglichen teilweisen Darlehenserlass nach bestandener Fortbildungsprüfung

Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG

Bei förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 12.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Rechnung:

  • Förderfähige Gesamtkosten: 12.000 Euro
  • Zuschuss von 50 Prozent: 6.000 Euro
  • Mögliches KfW-Darlehen: 6.000 Euro
  • Möglicher Darlehenserlass bei bestandener Prüfung: 3.000 Euro

Wird das Darlehen vollständig in Anspruch genommen und werden sämtliche Voraussetzungen für den Erlass erfüllt, verbleiben in diesem Beispiel 3.000 Euro zurückzuzahlen.

Die tatsächliche finanzielle Belastung kann durch zusätzliche Kosten und individuelle Förderbedingungen abweichen.

Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen

Wer eine geeignete Vollzeitmaßnahme absolviert, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten.

Die Höhe hängt von den persönlichen Verhältnissen und den geltenden Förderbestimmungen ab.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland können ergänzende Programme wie Meisterprämien oder Meisterboni bestehen.

Auch Arbeitgeberzuschüsse und die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten können im Einzelfall interessant sein.

Weitere Informationen finden Sie im offiziellen Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.

Wie viel verdient ein Informationstechnikermeister?

Das Gehalt als Informationstechnikermeister hängt insbesondere von der Berufserfahrung, der Region, der Unternehmensgröße und den tatsächlich übernommenen Aufgaben ab.

Ein Meister, der überwiegend technische Installationen betreut, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft mit Personal- und Projektverantwortung.

Was sagt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit?

Der Entgeltatlas weist für die Berufsgruppe der Aufsichtskräfte in der Elektrotechnik einen Median von 5.744 Euro brutto monatlich aus.

Das untere Quartil beträgt 4.747 Euro, das obere Quartil 7.021 Euro brutto monatlich.

Zu dieser Berufsgruppe gehören unter anderem Informationstechnikermeister, Elektrotechnikermeister und Industriemeister Elektrotechnik.

Der Wert ist daher eine Orientierung für entsprechende Aufsichts- und Führungspositionen, aber kein ausschließlich für Informationstechnikermeister ermittelter Durchschnittsverdienst.

Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte und stellen keine garantierten Gehälter dar.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Aufsichtskräfte Elektrotechnik.

Welche Faktoren beeinflussen das Einkommen?

  • Berufserfahrung und technische Spezialisierung
  • Personal- und Führungsverantwortung
  • Größe des Unternehmens
  • Regionale Arbeitsmarktsituation
  • Erfahrung mit vernetzten Gebäudesystemen
  • Kenntnisse in Netzwerk- und Kommunikationstechnik
  • Projektverantwortung
  • Zusätzliche Fachqualifikationen
  • Tarifliche oder individuelle Vergütungsvereinbarungen

Bei selbstständigen Informationstechnikermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ab.

Umsatz, Betriebsgewinn und privat verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Kann man sich als Informationstechnikermeister selbstständig machen?

Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen, ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.

Das Informationstechnikerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterabschluss ist dafür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben gibt es weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Was braucht man für einen eigenen Informationstechnikerbetrieb?

  • Tragfähiges Geschäftskonzept und Businessplan
  • Festlegung des fachlichen Leistungsangebots
  • Geeignete Mess- und Prüfgeräte
  • Computer, Software und technische Werkzeuge
  • Materialeinkauf und Lieferanten
  • Personalplanung und fachliche Qualifikationen
  • IT-Sicherheits- und Datenschutzkonzepte
  • Geeignete Versicherungen
  • Auftragskalkulation und Vertragsgestaltung
  • Marketing und Kundenakquise
  • Liquiditätsplanung

Welche Geschäftsmodelle sind denkbar?

Je nach Qualifikation und handwerksrechtlichem Tätigkeitsumfang kann sich ein Betrieb beispielsweise auf Netzwerk- und Kommunikationstechnik, vernetzte Gebäudetechnik, technische Sicherheitsanlagen oder IT-Service spezialisieren.

Wichtig ist, dass bestimmte sicherheitsrelevante und elektrotechnische Arbeiten zusätzliche Anforderungen stellen können.

Auch die Abgrenzung zwischen zulassungspflichtigen handwerklichen Tätigkeiten und allgemeinen IT-Dienstleistungen sollte vor der Gründung geklärt werden.

Eine Beratung bei der zuständigen Handwerkskammer ist deshalb empfehlenswert.

Welche Karrierechancen bietet der Informationstechnikermeister?

Der Meisterabschluss eröffnet verschiedene berufliche Möglichkeiten im technischen Handwerk und in Unternehmen mit umfangreicher Informations- und Kommunikationstechnik.

Technische Betriebsleitung

Informationstechnikermeister können technische Abteilungen oder entsprechende Handwerksbetriebe leiten.

Hier stehen Projektplanung, Qualitätssicherung, Personalführung und wirtschaftliche Organisation im Mittelpunkt.

Projektleitung für vernetzte Systeme

Eine weitere Möglichkeit ist die Leitung komplexer Installations- und Integrationsprojekte.

Dabei müssen technische Anforderungen, Termine, Schnittstellen zu anderen Gewerken und Kosten aufeinander abgestimmt werden.

Spezialisierung auf Smart Home und Gebäude-IT

Vernetzte Gebäude bieten zusätzliche Möglichkeiten für Planung, Installation und Betreuung digitaler Systeme.

Eine Spezialisierung auf geeignete Gebäudeprotokolle, Netzwerkarchitekturen oder gewerkeübergreifende Steuerungen kann fachlich interessant sein.

Netzwerk- und Kommunikationstechnik

Auch die Planung und Betreuung professioneller Kommunikationsinfrastrukturen kann einen beruflichen Schwerpunkt bilden.

Zusätzliche technische Zertifizierungen können die Spezialisierung unterstützen.

IT-Sicherheit

Durch zusätzliche Fortbildungen kann sich ein Informationstechnikermeister auf Sicherheitskonzepte für vernetzte Systeme und technische IT-Infrastrukturen spezialisieren.

Der Meisterabschluss allein ersetzt allerdings keine spezifische Qualifikation für jede denkbare IT-Sicherheitsaufgabe.

Ausbildung und Weiterbildung

Informationstechnikermeister können im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Auszubildende betreuen und ausbilden.

Auch Tätigkeiten in der technischen Weiterbildung sind möglich.

Betriebswirt nach der Handwerksordnung

Wer zusätzliche kaufmännische und strategische Kenntnisse erwerben möchte, kann eine Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung in Betracht ziehen.

Studium nach der Meisterprüfung

Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.

Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.

Passende Studienrichtungen können beispielsweise Elektrotechnik, Informationstechnik, Informatik, Kommunikationstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen sein.

Informationstechnikermeister oder Industriemeister Elektrotechnik?

Beide Abschlüsse gehören zur höheren beruflichen Bildung, unterscheiden sich jedoch in ihrer fachlichen Ausrichtung und dem Prüfungswesen.

Kriterium Informationstechnikermeister Industriemeister Elektrotechnik
Abschlussart Handwerksmeister Industriemeister
Zuständigkeit Handwerkskammer Industrie- und Handelskammer
Fachlicher Schwerpunkt Vernetzte Informations- und Kommunikationstechnik, Systemintegration, Kundenaufträge Industrielle Elektrotechnik, technische Prozesse und Mitarbeiterführung
Prüfungsaufbau Vier selbstständige Meisterprüfungsteile IHK-Fortbildungsprüfung nach eigener Verordnung
DQR-Niveau 6 6

Wer vor allem vernetzte Informations- und Kommunikationsanlagen planen, installieren und betreuen möchte, findet im Informationstechnikermeister häufig die fachlich passende Qualifikation.

Wer dagegen Führungsaufgaben in der industriellen Elektrotechnik und Produktion übernehmen möchte, sollte den Industriemeister Elektrotechnik prüfen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Industriemeister Elektrotechnik.

Unterschied zu IT-Fortbildungen der IHK

Der Informationstechnikermeister sollte auch nicht mit anderen IT-Fortbildungsabschlüssen verwechselt werden.

Fortbildungen beispielsweise im IT-Projektmanagement oder in der IT-Systementwicklung können andere Tätigkeiten und Prüfungsanforderungen behandeln.

Sie sind nicht automatisch einem Handwerksmeisterabschluss gleichzusetzen und vermitteln nicht allein aufgrund einer entsprechenden Abschlussbezeichnung die handwerksrechtlichen Befugnisse eines Informationstechnikermeisters.

Häufige Fragen zum Informationstechnikermeister

Ist der Informationstechnikermeister ein aktueller Abschluss?

Ja. Der Informationstechnikermeister ist ein aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss. Seit März 2024 gilt eine neue Meisterprüfungsverordnung.

Wie lange dauert die Informationstechnikermeisterschule?

Die Dauer hängt vom Anbieter und der Unterrichtsform ab. Der recherchierte berufsbegleitende Lehrgang der Handwerkskammer Köln für die Teile I und II dauert ungefähr zwei Jahre.

Was kostet die Meisterschule?

Bei der Handwerkskammer Köln beträgt die veröffentlichte Lehrgangsgebühr für die Teile I und II 9.734 Euro. Hinzu kommen 1.300 Euro ausgewiesene Prüfungsgebühren und gegebenenfalls weitere Kosten.

Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre erforderlich. Bei anderen Berufsabschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.

Kann ein Fachinformatiker Informationstechnikermeister werden?

Eine Zulassung kann unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Entscheidend sind die gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen und gegebenenfalls der Nachweis einschlägiger handwerklicher Berufstätigkeit. Die zuständige Handwerkskammer entscheidet über den konkreten Fall.

Was wird in der praktischen Meisterprüfung verlangt?

Das Meisterprüfungsprojekt umfasst mindestens zwei miteinander interagierende Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik. Die Prüflinge müssen planen, installieren, parametrieren, programmieren und prüfen. Hinzu kommen ein Fachgespräch und eine fünfstündige Situationsaufgabe.

Kann man den Meister online machen?

Einzelne theoretische Unterrichtsinhalte können online vermittelt werden. Die fachpraktische Prüfung setzt jedoch die Arbeit an realen technischen Systemen und geeignete Mess- und Prüfverfahren voraus.

Ist der Informationstechnikermeister ein Bachelor Professional?

Ja. Mit bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional erworben. Der Abschluss gehört zum DQR-Niveau 6 und ist kein akademischer Hochschulabschluss.

Ist das Informationstechnikerhandwerk meisterpflichtig?

Es gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Für die selbstständige Ausübung eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Der Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis; weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten bestehen.

Wie viel verdient ein Informationstechnikermeister?

Das Einkommen hängt von Berufserfahrung, Region, Betriebsgröße und Führungsverantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für die breitere Berufsgruppe der Aufsichtskräfte in der Elektrotechnik einen Median von 5.744 Euro brutto monatlich aus. Dies ist kein ausschließlich für Informationstechnikermeister ermittelter Durchschnitt.

Wird die Meisterschule gefördert?

Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Lohnt sich die Weiterbildung zum Informationstechnikermeister?

Der Meisterabschluss kann sich besonders für Fachkräfte lohnen, die technische Projekte leiten, vernetzte Systeme verantworten, einen Handwerksbetrieb führen oder Mitarbeiter ausbilden möchten.

Ob sich die Weiterbildung finanziell rechnet, hängt von den Gesamtkosten, den Fördermöglichkeiten und der späteren beruflichen Entwicklung ab.

Fazit: Informationstechnikermeister als nächster Karriereschritt

Die Weiterbildung zum Informationstechnikermeister eröffnet qualifizierten Fachkräften vielseitige berufliche Perspektiven.

Der Abschluss verbindet Kenntnisse in Informations- und Kommunikationstechnik mit moderner Netzwerktechnik, Systemintegration, Betriebsorganisation und Mitarbeiterführung.

Die neue Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt insbesondere die Vernetzung technischer Systeme, digitale Technologien, Datensicherheit und gewerkeübergreifende Aufgaben.

Besonders interessant ist die Qualifikation für Beschäftigte, die mehr Verantwortung bei der Installation und Betreuung technischer Systeme übernehmen, größere Projekte organisieren oder einen eigenen Betrieb führen möchten.

Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, der Umfang der praktischen Vorbereitung, die vollständigen Kurskosten und mögliche Förderleistungen sorgfältig geprüft werden.

Wer im Informationstechnikerhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, schafft mit dem Meisterbrief eine wichtige Grundlage für den nächsten beruflichen Schritt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.

Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in unserem Ratgeber zum Industriemeister Elektrotechnik und im Überblick über staatlich geprüfte Techniker vor.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen