Elektromaschinenbauermeister werden: Voraussetzungen, Meisterschule, Kosten und Gehalt

Wer als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik oder in einem verwandten technischen Beruf arbeitet und mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Elektromaschinenbauermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet Elektrotechnik, Maschinenbau, Antriebstechnik und Automatisierung mit betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Kenntnissen.

Elektromaschinenbauermeisterinnen und Elektromaschinenbauermeister planen, fertigen, prüfen, modernisieren und reparieren elektrische Maschinen und Antriebssysteme. Dazu gehören unter anderem Elektromotoren, Generatoren, Transformatoren und geeignete elektrische sowie elektronische Steuerungs- und Regelungssysteme.

In der Industrie müssen elektrische Antriebe zuverlässig und effizient funktionieren. Neben der Herstellung und Reparatur einzelner Maschinen gewinnen deshalb moderne Leistungselektronik, digitale Diagnosesysteme, Automatisierung und die wirtschaftliche Instandhaltung technischer Anlagen an Bedeutung.

Seit März 2024 gilt eine modernisierte Elektromaschinenbauermeisterverordnung. Sie berücksichtigt ausdrücklich Antriebs-, Energieerzeugungs- und Energiespeichersysteme sowie digitale Technologien.

Doch welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, welche Kosten entstehen und wie viel verdient ein Elektromaschinenbauermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Elektromaschinenbauermeister: Das Wichtigste im Überblick

Abschluss Elektromaschinenbauermeister / Elektromaschinenbauermeisterin
Zuständigkeit Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss
Abschlussstatus Aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss
Handwerksrecht Zulassungspflichtiges Elektromaschinenbauerhandwerk, Anlage A der Handwerksordnung
Rechtsgrundlage Elektromaschinenbauermeisterverordnung vom 21. Februar 2024
Geltende Verordnung Seit 1. März 2024
Meisterprüfung Vier selbstständige Prüfungsteile
Teil I Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe
Teil II Drei handlungsorientierte Prüfungsfelder
Zulassung In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich
Unterrichtsformen Insbesondere Vollzeitkurse, weitere Formen nach Anbieter
Lehrgangsdauer Beim BFE ungefähr elf Monate für alle vier Teile
Kostenbeispiel 20.450 Euro für Teile I bis IV laut aktueller BFE-Kursübersicht, weitere Kosten möglich
Förderung Aufstiegs-BAföG grundsätzlich möglich
DQR-Niveau 6
Karriere Werkstattleitung, industrielle Instandhaltung, Antriebstechnik, Betriebsführung und Selbstständigkeit

Das Elektromaschinenbauerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Die fachpraktischen und fachtheoretischen Prüfungsteile I und II richten sich nach der Elektromaschinenbauermeisterverordnung vom 21. Februar 2024. Sie gilt seit dem 1. März 2024.

Der Meisterabschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Elektromaschinenbauer-Handwerk erworben.

Diese Qualifikation ist auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss eingeordnet, stellt jedoch keinen Hochschulabschluss dar.

Welche Aufgaben hat ein Elektromaschinenbauermeister?

Elektromaschinenbauermeister übernehmen anspruchsvolle technische, organisatorische und kaufmännische Aufgaben. Ihr Tätigkeitsfeld umfasst die Herstellung, Installation, Wartung, Instandsetzung und Modernisierung elektrischer Maschinen und zugehöriger Systeme.

Elektromotoren und elektrische Antriebe

Elektrische Antriebe kommen in Produktionsanlagen, Pumpen, Lüftungssystemen, Förderanlagen und zahlreichen weiteren Maschinen zum Einsatz.

Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Beurteilung und Berechnung elektrischer Antriebe
  • Auswahl geeigneter Elektromotoren
  • Prüfung und Reparatur elektrischer Maschinen
  • Auslegung und Erneuerung von Wicklungen
  • Beurteilung mechanischer Komponenten
  • Prüfung von Lagern und Wellen
  • Montage und Inbetriebnahme
  • Kontrolle von Wirkungsgrad und Betriebsverhalten

Wicklungstechnik und Instandsetzung

Ein wichtiger Bestandteil des Elektromaschinenbauerhandwerks ist die Wicklungstechnik.

Elektromaschinenbauermeister können die Wicklung elektrischer Maschinen beurteilen, Schäden analysieren und geeignete Reparaturmaßnahmen planen.

  • Analyse beschädigter Wicklungen
  • Erstellung von Wickelschaltbildern
  • Berechnung von Wicklungssystemen
  • Auswahl geeigneter Leiter- und Isoliermaterialien
  • Planung von Reparaturarbeiten
  • Kontrolle der ausgeführten Arbeiten
  • Elektrische Sicherheits- und Funktionsprüfungen

Generatoren und Transformatoren

Auch Generatoren und Transformatoren gehören zu den wichtigen Tätigkeitsbereichen.

Elektromaschinenbauermeister können entsprechende Maschinen prüfen, instand setzen und ihre Einbindung in geeignete technische Systeme begleiten.

Bei Arbeiten an besonderen Anlagen müssen die jeweiligen Sicherheitsanforderungen und technischen Vorschriften beachtet werden.

Steuerungs- und Regelungstechnik

Moderne Antriebssysteme bestehen nicht allein aus einem Elektromotor. Sie werden häufig durch elektronische Steuerungen und Regelungen ergänzt.

Zu den Aufgaben gehören beispielsweise:

  • Planung geeigneter Antriebssteuerungen
  • Auswahl von Frequenzumrichtern
  • Parametrierung elektronischer Komponenten
  • Programmierung von Steuerungsfunktionen
  • Analyse von Störungen
  • Durchführung elektrischer Messungen
  • Prüfung von Sicherheitsfunktionen

Werkstattleitung und Betriebsführung

Neben technischen Kenntnissen benötigen Elektromaschinenbauermeister betriebswirtschaftliche und organisatorische Fähigkeiten.

  • Kundenberatung
  • Angebotserstellung und Kalkulation
  • Arbeitsvorbereitung
  • Personalplanung und Mitarbeiterführung
  • Materialwirtschaft
  • Qualitätsmanagement
  • Arbeitsschutz
  • Auftragsabrechnung
  • Ausbildung von Nachwuchskräften

Welche Arbeitsbereiche gibt es im Elektromaschinenbauerhandwerk?

Elektromotoren und Antriebssysteme

Ein zentraler Bereich ist die Herstellung und Instandsetzung elektrischer Motoren und Antriebssysteme.

Hierzu gehören insbesondere rotierende elektrische Maschinen, mechanische Komponenten und elektronische Antriebssteuerungen.

Industrielle Instandhaltung

Produktionsanlagen müssen möglichst zuverlässig arbeiten. Ausfälle elektrischer Antriebe können erhebliche Stillstandszeiten verursachen.

Elektromaschinenbauermeister können Reparaturen organisieren, Fehler analysieren und vorbeugende Wartungsmaßnahmen entwickeln.

Generator- und Energieerzeugungstechnik

Generatoren wandeln mechanische Energie in elektrische Energie um. Sie kommen in unterschiedlichen Energieerzeugungsanlagen zum Einsatz.

Je nach Spezialisierung können Prüfungen, Reparaturen, technische Modernisierungen und Wartungsarbeiten zum Tätigkeitsfeld gehören.

Transformatorentechnik

Transformatoren sind wichtige Komponenten vieler elektrischer Systeme.

Die Prüfung, Instandsetzung und Wartung entsprechender Maschinen kann einen weiteren Schwerpunkt bilden.

Automatisierungstechnik

Moderne Antriebssysteme werden häufig mit automatisierten Produktions- und Steuerungssystemen verbunden.

Hier sind Kenntnisse der Sensorik, Messtechnik, Steuerungstechnik, Regelungstechnik und geeigneter Schnittstellen wichtig.

Energiespeicher und moderne Energiesysteme

Die neue Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt ausdrücklich elektrische, elektronische und mechanische Energiespeichersysteme.

Ein Elektromaschinenbauermeister kann je nach Betrieb an der Planung, Integration, Instandhaltung oder Modernisierung geeigneter Systeme beteiligt sein.

Für Arbeiten an Hochvoltsystemen, Batteriesystemen oder besonders sicherheitsrelevanten Anlagen können zusätzliche Qualifikationen und besondere Sicherheitsverfahren notwendig sein.

Welche Voraussetzungen gelten für die Elektromaschinenbauermeisterprüfung?

Die Zulassung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.

Der klassische Zugangsweg ist eine erfolgreich bestandene Gesellenprüfung im Elektromaschinenbauerhandwerk, beispielsweise mit einer entsprechenden Ausbildung als Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik.

Auch bestimmte verwandte Gesellenprüfungen und gleichgestellte Abschlüsse können zur Zulassung berechtigen.

Wie viel Berufserfahrung wird benötigt?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben.

Bei bestimmten einschlägigen Ausbildungsberufen mit einer kürzeren vorgeschriebenen Ausbildungsdauer können zusätzliche Voraussetzungen gelten.

Zulassung mit einem anderen Berufsabschluss

Auch mit einem anderen anerkannten Ausbildungsabschluss kann eine Zulassung möglich sein.

Hierfür kann einschlägige Berufstätigkeit im Elektromaschinenbauerhandwerk erforderlich sein. Nach der Handwerksordnung dürfen dafür grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.

Weitere gesetzlich geregelte Zugangswege bestehen beispielsweise für Personen mit einer bereits bestandenen anderen Meisterprüfung.

Ist eine Meisterschule Pflicht?

Nein. Die Teilnahme an einem Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Voraussetzung.

Die Meisterprüfung umfasst allerdings anspruchsvolle Arbeiten an elektrischen Maschinen, Steuerungen und Antriebssystemen. Eine strukturierte fachpraktische Vorbereitung ist deshalb empfehlenswert.

Wichtig: Die persönliche Prüfungszulassung sollte vor der verbindlichen Anmeldung zur Meisterschule mit der zuständigen Handwerkskammer geklärt werden. Das ist besonders bei einem anderen Berufsabschluss sinnvoll.

Wie läuft die Elektromaschinenbauermeisterprüfung ab?

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen. Die fachlichen Teile I und II richten sich nach der seit März 2024 geltenden Elektromaschinenbauermeisterverordnung.

Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung

Teil I umfasst drei Prüfungsbestandteile:

  • Meisterprüfungsprojekt
  • Fachgespräch
  • Situationsaufgabe

Meisterprüfungsprojekt

Das Meisterprüfungsprojekt entspricht einem komplexen Kundenauftrag.

Die Prüflinge müssen eine Anlage oder ein Teilstück der Antriebstechnik mit einer elektrischen Maschine planen, herstellen, instand setzen oder modernisieren.

Dabei sind unter anderem Messtechnik, Steuerungstechnik, Regelungstechnik, technische Normen und Sicherheitsanforderungen zu berücksichtigen.

Planungsarbeiten

Zu den Planungsarbeiten gehören:

  • Technische Berechnungen
  • Erstellung von Wickelschaltbildern
  • Anfertigung technischer Zeichnungen
  • Erstellung von Stromlaufplänen
  • Arbeitsprozessplanung
  • Auswahl und Begründung geeigneter Materialien
  • Auftragskalkulation

Durchführungsarbeiten

Auf Grundlage der Planung wird die vorgegebene Anlage oder das Teilstück hergestellt, instand gesetzt oder modernisiert.

Dazu gehören je nach Aufgabenstellung:

  • Installationsarbeiten
  • Mechanische und elektrische Arbeiten
  • Parametrierung
  • Programmierung
  • Inbetriebnahme

Kontrolle und Dokumentation

Nach den Durchführungsarbeiten müssen erforderliche sicherheitstechnische Prüfungen und Messungen vorgenommen werden.

Die Dokumentation umfasst insbesondere Prüfprotokolle, den Nachweis über die Erfüllung der Sicherheitsstandards und eine Nachkalkulation.

Wie lange dauert das Meisterprüfungsprojekt?

Für das Meisterprüfungsprojekt stehen fünf Arbeitstage zur Verfügung.

Wie wird das Meisterprüfungsprojekt bewertet?

  • Planungsarbeiten: 30 Prozent
  • Durchführungsarbeiten: 50 Prozent
  • Kontroll- und Dokumentationsarbeiten: 20 Prozent

Fachgespräch

Im Fachgespräch müssen die Prüflinge ihre technischen Entscheidungen und die Zusammenhänge ihres Meisterprüfungsprojekts erläutern.

Sie müssen Kundenanforderungen, technische und wirtschaftliche Gesichtspunkte sowie mögliche alternative Lösungen beurteilen.

Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.

Situationsaufgabe

Die Situationsaufgabe umfasst zwei praktische Prüfungsbereiche.

1. Elektrotechnik

  • Fehler- und Störungssuche an einer elektrischen Anlage
  • Dokumentation der Prüfergebnisse
  • Behebung festgestellter Fehler
  • Inbetriebnahme der Anlage
  • Sicherheitstechnische Überprüfungen und Messungen

2. Automatisierungstechnik

  • Fehler- und Störungssuche an einer automatisierten Anlage
  • Dokumentation der Ergebnisse
  • Behebung der festgestellten Störungen
  • Inbetriebnahme
  • Durchführung und Bewertung sicherheitstechnischer Messungen

Für die gesamte Situationsaufgabe stehen acht Stunden zur Verfügung.

Die beiden Prüfungsleistungen werden gesondert bewertet. Das Gesamtergebnis entspricht ihrem arithmetischen Mittel.

Wie wird Teil I insgesamt bewertet?

Das Meisterprüfungsprojekt und das Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.

Das daraus gebildete Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.

Zum Bestehen muss das Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein. Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe müssen außerdem jeweils mindestens 30 Punkte erreichen.

Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung

Teil II umfasst drei handlungsorientierte Prüfungsfelder.

1. Kundenanforderungen analysieren, Lösungen erarbeiten und anbieten

Dieses Prüfungsfeld behandelt die Analyse technischer Kundenanforderungen und die Entwicklung geeigneter Lösungen.

  • Ermittlung der Kundenwünsche
  • Analyse vorhandener Anlagen und Maschinen
  • Auswertung technischer Dokumentationen
  • Auswahl geeigneter Mess- und Prüfverfahren
  • Entwicklung technischer Lösungen
  • Berechnung von Antriebs- und Energiesystemen
  • Bewertung von Sicherheit und Energieeffizienz
  • Auftragskalkulation
  • Angebotserstellung

2. Leistungen erbringen, kontrollieren und übergeben

Das zweite Prüfungsfeld umfasst die Vorbereitung, technische Durchführung und Kontrolle von Kundenaufträgen.

  • Arbeitsvorbereitung
  • Material- und Personalplanung
  • Erstellung technischer Zeichnungen
  • Programmierung und Parametrierung
  • Instandhaltung und Modernisierung
  • Fehleranalyse und Qualitätssicherung
  • Sicherheits- und Funktionsprüfungen
  • Technische Dokumentation
  • Übergabe und Kundenunterweisung
  • Abrechnung und Nachkalkulation

3. Einen Elektromaschinenbauerbetrieb führen und organisieren

Im dritten Prüfungsfeld stehen die wirtschaftlichen und organisatorischen Aufgaben eines Handwerksbetriebs im Mittelpunkt.

  • Betriebliche Kostenrechnung
  • Unternehmenskennzahlen
  • Personalführung und Personalentwicklung
  • Werkstattorganisation
  • Materialwirtschaft
  • Qualitätsmanagement
  • Marketing und Kundenbindung
  • Arbeitsschutz
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
  • Investitionsplanung

Jedes der drei Handlungsfelder wird schriftlich anhand einer fallbezogenen Aufgabe geprüft.

Dafür stehen jeweils drei Stunden zur Verfügung. An einem Prüfungstag dürfen höchstens sechs Stunden angesetzt werden.

Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse

Teil III behandelt die wirtschaftliche Führung eines Handwerksunternehmens.

  • Wettbewerbsfähigkeit beurteilen
  • Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
  • Unternehmensstrategien entwickeln
  • Finanzierung und Investitionen
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Rechtliche Grundlagen der Betriebsführung

Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Im vierten Prüfungsteil werden Kenntnisse zur Planung und Durchführung der betrieblichen Ausbildung geprüft.

Dazu gehören die Vorbereitung der Ausbildung, Gestaltung betrieblicher Lernprozesse, Unterstützung von Auszubildenden und Bewertung der Ausbildungsergebnisse.

Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen können bereits erworbene gleichwertige Qualifikationen eine Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen ermöglichen.

Übergangsregelungen der neuen Meisterverordnung

Für bestimmte bereits vor dem 1. März 2024 begonnene Prüfungsverfahren gelten Übergangsregelungen.

Bei bestimmten Wiederholungsprüfungen konnte die frühere Verordnung noch befristet angewendet werden.

Wer sich in einem älteren Prüfungsverfahren befindet, sollte die individuell geltenden Bestimmungen mit dem Meisterprüfungsausschuss klären.

Welche Inhalte werden in der Elektromaschinenbauermeisterschule vermittelt?

Die Meistervorbereitung verbindet Elektrotechnik, Maschinenbau, Wicklungstechnik, moderne Antriebssysteme und Betriebswirtschaft.

Elektrische Maschinen

  • Aufbau und Funktionsweise elektrischer Maschinen
  • Gleichstrom- und Wechselstrommaschinen
  • Drehstrommaschinen
  • Generatoren und Transformatoren
  • Maschinenberechnung
  • Wirkungsgrad und Energieverluste
  • Prüfung und Instandhaltung

Wicklungstechnik

  • Wicklungsarten
  • Wicklungsberechnungen
  • Wickelschaltbilder
  • Auswahl von Wickel- und Isoliermaterialien
  • Reparatur beschädigter Wicklungen
  • Elektrische Prüfungen

Mechanik und Fertigungstechnik

  • Technische Mechanik
  • Maschinenelemente
  • Lagertechnik
  • Werkstoffkunde
  • Mechanische Bearbeitungsverfahren
  • Montage und Ausrichtung
  • Schweiß- und Verbindungstechniken

Leistungselektronik und Antriebstechnik

  • Frequenzumrichter
  • Elektronische Motorsteuerungen
  • Antriebsregelung
  • Mess- und Sensortechnik
  • Parametrierung
  • Fehlersuche und Diagnose
  • Energetische Optimierung

Automatisierungstechnik

  • Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Grundlagen programmierbarer Steuerungen
  • Schnittstellen und Kommunikation
  • Automatisierte Anlagen
  • Sicherheitstechnik
  • Inbetriebnahme und Dokumentation

Betriebswirtschaft und Unternehmensführung

  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Werkstattorganisation
  • Materialwirtschaft
  • Personalführung
  • Qualitätsmanagement
  • Marketing
  • Arbeitsschutz
  • Unternehmensgründung

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Elektromaschinenbauermeister?

Die Dauer hängt vom Bildungsträger, der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Meisterschule in Vollzeit

Das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Oldenburg bietet einen Vollzeitlehrgang für alle vier Meisterprüfungsteile an.

Der ausgeschriebene Lehrgang beginnt am 1. März 2027 und läuft nach der aktuellen Kursübersicht bis zum 28. Januar 2028.

Er umfasst ungefähr 1.700 Unterrichtseinheiten.

Der Unterricht findet montags bis freitags statt. Ein älteres Kursdokument nennt Unterrichtszeiten von 7:30 bis 15:00 Uhr.

Vorbereitung nur auf Teile I und II

Wer bereits die Teile III und IV bestanden hat oder hierfür eine gesetzliche Befreiung erhält, kann auch einen ausschließlich fachbezogenen Lehrgang prüfen.

Das BFE veröffentlicht einen separaten Vollzeitlehrgang für die Teile I und II mit 1.360 Unterrichtseinheiten.

Für diesen Kurs nennt die veröffentlichte Kursinformation einen Zeitraum vom 10. Mai 2027 bis zum 25. Februar 2028.

Der individuelle Bedarf sollte vor der Anmeldung mit der Handwerkskammer geklärt werden.

Berufsbegleitende Meisterschule

Eine berufsbegleitende Vorbereitung kann grundsätzlich interessant sein, wenn ein geeigneter Lehrgang angeboten wird.

Für den Elektromaschinenbauermeister konnte bei der Recherche jedoch kein weiterer konkreter Teilzeitkurs mit ausreichend verlässlich veröffentlichten Terminen und Gebühren bestätigt werden.

Interessenten sollten sich deshalb direkt bei spezialisierten Bildungseinrichtungen erkundigen.

Kann man den Elektromaschinenbauermeister online machen?

Einzelne theoretische Inhalte können digital vermittelt werden.

Die praktische Meisterprüfung umfasst jedoch Arbeiten an realen elektrischen Maschinen, Steuerungen und automatisierten Anlagen.

Deshalb sind geeignete praktische Unterrichtseinheiten und Werkstattausstattung erforderlich.

Ein ausschließlich online angebotener Kurs ist nicht automatisch mit einer vollständigen Vorbereitung auf die Meisterprüfung vergleichbar.

Was kostet die Elektromaschinenbauermeisterschule?

Die Kosten unterscheiden sich je nach Bildungsträger und enthaltenen Meisterprüfungsteilen.

Neben der Lehrgangsgebühr können Prüfungsgebühren, Lernmittel, Unterkunft, Fahrtkosten und weitere persönliche Ausgaben entstehen.

Kostenbeispiel des BFE Oldenburg

Lehrgang Veröffentlichte Gebühr
Teile I bis IV, Vollzeit, aktuelle Online-Kursübersicht 20.450 €
Teile I und II, Vollzeit, separate Kursinformation 16.420 €

Stand der Recherche: Oktober 2026. Für den Komplettlehrgang ist der neuere Onlinepreis berücksichtigt. Einzelne ältere Kursdokumente nennen abweichende Termine und Gebühren. Vor einer Anmeldung sollten die aktuellen Vertragsbedingungen unmittelbar beim BFE bestätigt werden.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen?

  • Prüfungsgebühren der Handwerkskammer
  • Fachliteratur und Lernmittel
  • Gegebenenfalls technische Ausstattung
  • Fahrtkosten
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Persönlicher Verdienstausfall während der Vollzeitmaßnahme

Tipp: Lassen Sie sich vor der Anmeldung die Gesamtkosten bis zum Meisterbrief aufschlüsseln. Besonders wichtig ist, ob alle vier Prüfungsteile enthalten sind und welche Prüfungs- und Lernmittelgebühren zusätzlich entstehen.

Welche Elektromaschinenbauermeisterschulen gibt es?

Die Weiterbildung ist spezialisiert und wird nicht an jeder Handwerkskammer regelmäßig angeboten.

Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik in Oldenburg

Das BFE in Oldenburg bietet eine Meistervorbereitung im Elektromaschinenbauerhandwerk an.

Für den vollständigen Vollzeitlehrgang zu den Teilen I bis IV ist ein Kurs ab dem 1. März 2027 ausgeschrieben.

Nach der aktuellen Kursübersicht endet der Kurs am 28. Januar 2028 und umfasst rund 1.700 Unterrichtseinheiten.

Die Lehrgangsgebühr wird aktuell mit 20.450 Euro angegeben.

Der Anbieter weist für diesen Kurs ausreichend freie Plätze aus.

Alternativ besteht ein Kursangebot nur für die fachlichen Teile I und II mit 1.360 Unterrichtseinheiten.

Die fachliche Vorbereitung behandelt unter anderem:

  • Elektrische Maschinen
  • Wicklungstechnik
  • Motoren und Generatoren
  • Mechanische Maschinentechnik
  • Elektrische Antriebstechnik
  • Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Instandhaltung und Reparatur
  • Technische Kalkulation und Betriebsführung

Weitere Informationen und die aktuellen Kursbedingungen finden Sie auf der Kursübersicht des BFE Oldenburg.

Weitere Meisterschulen finden

Wer einen näher gelegenen Standort oder eine Teilzeitvorbereitung bevorzugt, sollte die zuständige Handwerkskammer und spezialisierte Bildungszentren des Elektrohandwerks kontaktieren.

Wichtig ist, dass die Weiterbildung ausdrücklich auf die Elektromaschinenbauermeisterprüfung nach der geltenden Verordnung vorbereitet.

Ein Elektrotechnikermeisterkurs oder eine allgemeine Fortbildung in der industriellen Automatisierung führt nicht automatisch zum Elektromaschinenbauermeister.

Hinweis: Der Anbieter wird neutral vorgestellt. Es handelt sich nicht um eine bezahlte Empfehlung. Kursgebühren, Termine und freie Plätze können sich ändern.

Welche Förderung gibt es für angehende Elektromaschinenbauermeister?

Die Weiterbildung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Geeignete Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen können grundsätzlich förderfähig sein.

Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Nach den im Oktober 2026 geltenden Förderregelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Die Förderung besteht insbesondere aus:

  • 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Der Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden förderfähigen Betrag
  • Einem möglichen teilweisen Darlehenserlass nach bestandener Fortbildungsprüfung

Beispielrechnung bei hohen Lehrgangskosten

Da der vollständige Meisterkurs beim BFE mehr als 20.000 Euro kostet, ist die Förderhöchstgrenze besonders wichtig.

Bei anerkannten förderfähigen Kosten von 20.450 Euro und einer Förderungshöchstgrenze von 15.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Beispielrechnung:

  • Angenommene Gesamtkosten: 20.450 Euro
  • Maximal berücksichtigter Maßnahmebeitrag: 15.000 Euro
  • Zuschuss von 50 Prozent: 7.500 Euro
  • Möglicher Darlehensanteil: 7.500 Euro
  • Möglicher Darlehenserlass nach bestandener Prüfung: 3.750 Euro
  • Nicht über den Maßnahmebeitrag abgedeckter Betrag: 5.450 Euro

Unter den angenommenen Voraussetzungen ergäbe sich damit eine rechnerische Eigenbelastung von 9.200 Euro, bevor weitere Kosten oder anderweitige Förderungen berücksichtigt werden.

Die tatsächliche Förderung kann abweichen. Nicht jede Kostenposition ist automatisch förderfähig.

Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen

Bei einer geeigneten Vollzeitmaßnahme kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzlich Unterhaltsförderung gewährt werden.

Die Höhe hängt von den persönlichen Verhältnissen und den geltenden gesetzlichen Bestimmungen ab.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland können zusätzliche Meisterprämien oder andere Förderprogramme bestehen.

Auch Arbeitgeberzuschüsse und die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten können relevant sein.

Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.

Wie viel verdient ein Elektromaschinenbauermeister?

Das Gehalt als Elektromaschinenbauermeister hängt von der Berufserfahrung, der Region, der Betriebsgröße und der tatsächlichen Führungsverantwortung ab.

Ein Meister, der überwiegend selbst elektrische Maschinen repariert, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft, die eine größere Werkstatt oder die Instandhaltung eines Industriebetriebs leitet.

Was sagt der Entgeltatlas?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die Berufsgattung Aufsichtskräfte in der Energietechnik einen Median von 5.772 Euro brutto monatlich aus.

Das untere Quartil liegt bei 4.594 Euro und das obere Quartil bei 7.225 Euro brutto monatlich.

Zu dieser Vergleichsgruppe gehören neben Elektromaschinenbauermeistern beispielsweise Kraftwerksmeister und bestimmte Industriemeister der Elektrotechnik.

Der Wert ist deshalb eine Orientierung für entsprechende Fach- und Führungspositionen, aber kein ausschließlich für Elektromaschinenbauermeister ermittelter Durchschnittsverdienst.

Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Aufsichtskräfte Energietechnik.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

  • Berufserfahrung
  • Personal- und Führungsverantwortung
  • Größe des Unternehmens
  • Regionale Arbeitsmarktsituation
  • Tarifbindung
  • Spezialisierung auf industrielle Antriebstechnik
  • Kenntnisse in Automatisierung und Leistungselektronik
  • Verantwortung für technische Projekte
  • Zusätzliche Qualifikationen

Bei selbstständigen Elektromaschinenbauermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ab.

Umsatz, Betriebsgewinn und privat verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Kann man sich als Elektromaschinenbauermeister selbstständig machen?

Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.

Das Elektromaschinenbauerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterbrief ist hierfür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Was braucht man für einen eigenen Elektromaschinenbauerbetrieb?

  • Tragfähigen Businessplan
  • Geeignete Werkstatt- und Lagerflächen
  • Maschinen und Werkzeuge
  • Wickel- und Prüftechnik
  • Elektrische Messgeräte
  • Geeignete Hebe- und Transporteinrichtungen
  • Materialeinkauf und Lieferanten
  • Fachlich qualifiziertes Personal
  • Arbeitsschutz und technische Sicherheit
  • Versicherungen
  • Kundenakquise und Marketing
  • Auftragskalkulation und Liquiditätsplanung

Welche Geschäftsbereiche sind möglich?

Ein eigener Betrieb kann sich beispielsweise auf die Reparatur elektrischer Maschinen, Wicklungstechnik, Antriebstechnik, industrielle Instandhaltung oder technische Modernisierung spezialisieren.

Auch Wartungsverträge mit Gewerbe- und Industriekunden können ein Bestandteil des Geschäftsmodells sein.

Bei bestimmten Arbeiten an elektrischen Anlagen oder besonders sicherheitsrelevanten Systemen müssen zusätzliche fachliche und rechtliche Anforderungen berücksichtigt werden.

Vor der Gründung empfiehlt sich eine Beratung bei der zuständigen Handwerkskammer.

Welche Karrierechancen bietet der Elektromaschinenbauermeister?

Der Meisterabschluss eröffnet unterschiedliche berufliche Perspektiven in Handwerksbetrieben und Industrieunternehmen.

Werkstattleitung

Elektromaschinenbauermeister können eine Werkstatt für elektrische Maschinen und Antriebssysteme fachlich und organisatorisch leiten.

Dazu gehören die Personalplanung, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung.

Industrielle Instandhaltung

Eine weitere Möglichkeit ist die Übernahme von Führungsaufgaben bei der Wartung und Instandsetzung industrieller Maschinen und Anlagen.

Projektleitung in der Antriebstechnik

Auch die Planung und Koordination größerer Modernisierungs- und Antriebsprojekte kann ein beruflicher Schwerpunkt sein.

Automatisierung und Steuerungstechnik

Zusätzliche Kenntnisse in der Steuerung und Regelung elektrischer Antriebssysteme können die beruflichen Einsatzmöglichkeiten erweitern.

Energieeffizienz und technische Modernisierung

Die energetische Optimierung elektrischer Maschinen und Antriebe kann ein weiteres Arbeitsfeld bilden.

Dazu gehören die Bewertung bestehender Anlagen und die Auswahl technisch und wirtschaftlich geeigneter Modernisierungsmaßnahmen.

Ausbildung und Weiterbildung

Elektromaschinenbauermeister können im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen Auszubildende betreuen und ausbilden.

Auch Tätigkeiten in der beruflichen Weiterbildung sind möglich.

Geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung

Wer kaufmännische und strategische Aufgaben übernehmen möchte, kann die Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung prüfen.

Studium nach dem Meisterabschluss

Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.

Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Hochschulrecht.

Passende Studienrichtungen können beispielsweise Elektrotechnik, Mechatronik, Maschinenbau, Automatisierungstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen sein.

Elektromaschinenbauermeister, Elektrotechnikermeister oder Industriemeister Elektrotechnik?

Die drei Abschlüsse haben technische Berührungspunkte, sind jedoch unterschiedlich ausgerichtet.

Abschluss Fachlicher Schwerpunkt
Elektromaschinenbauermeister Elektrische Maschinen, Wicklungstechnik, Motoren, Generatoren, Antriebssysteme und Instandhaltung
Elektrotechnikermeister Elektrotechnische Anlagen und Systeme, abhängig vom gewählten Schwerpunkt
Industriemeister Elektrotechnik Technische und organisatorische Führungsaufgaben in industriellen Betrieben

Der Elektromaschinenbauermeister ist besonders interessant für Fachkräfte, die elektrische Maschinen und Antriebssysteme herstellen, modernisieren oder reparieren möchten.

Der Elektrotechnikermeister bietet dagegen eigenständige Schwerpunkte der Elektrotechnik.

Der Industriemeister Elektrotechnik ist eine eigenständige IHK-Fortbildung mit industrieller Ausrichtung.

Die handwerksrechtlichen Befugnisse und Prüfungsanforderungen unterscheiden sich. Ein Abschluss ersetzt nicht automatisch einen anderen.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zum Informationstechnikermeister und zum Feinwerkmechanikermeister.

Häufige Fragen zum Elektromaschinenbauermeister

Ist der Elektromaschinenbauermeister ein aktueller Abschluss?

Ja. Es handelt sich um einen aktuellen, bundesweit geregelten Handwerksmeisterabschluss. Seit dem 1. März 2024 gilt eine neue Elektromaschinenbauermeisterverordnung.

Wie lange dauert die Elektromaschinenbauermeisterschule?

Das BFE Oldenburg bietet einen Vollzeitlehrgang für alle vier Prüfungsteile mit ungefähr 1.700 Unterrichtseinheiten an. Der ausgeschriebene Lehrgang erstreckt sich über ungefähr elf Monate.

Was kostet die Meisterschule?

Das BFE nennt in seiner aktuellen Kursübersicht 20.450 Euro für den Vollzeitlehrgang mit allen vier Prüfungsteilen. Zusätzlich können Prüfungsgebühren, Lernmittel und weitere persönliche Kosten entstehen.

Ist das Elektromaschinenbauerhandwerk meisterpflichtig?

Das Elektromaschinenbauerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Für einen entsprechenden selbstständigen Betrieb ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre erforderlich. Bei anderen Berufsabschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.

Was wird im Meisterprüfungsprojekt verlangt?

Die Prüflinge müssen eine Anlage oder ein Teilstück der Antriebstechnik mit einer elektrischen Maschine planen, herstellen, instand setzen oder modernisieren. Dabei müssen unter anderem Wickelschaltbilder, technische Berechnungen, Installationsarbeiten, Programmierung und Sicherheitsprüfungen berücksichtigt werden.

Wie lange dauert die praktische Meisterprüfung?

Für das Meisterprüfungsprojekt stehen fünf Arbeitstage zur Verfügung. Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern. Für die Situationsaufgabe sind acht Stunden vorgesehen.

Gehört Automatisierungstechnik zur Meisterprüfung?

Ja. Die neue Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt unter anderem Automatisierungstechnik, Steuerungstechnik, Regelungstechnik und digitale Technologien.

Kann man die Meisterprüfung ohne Meisterschule ablegen?

Grundsätzlich ja. Ein Meistervorbereitungslehrgang ist keine gesetzliche Zulassungsvoraussetzung. Die praktische Prüfung stellt allerdings anspruchsvolle Anforderungen an Maschinen, Werkzeuge und Fachkenntnisse.

Ist der Elektromaschinenbauermeister ein Bachelor Professional?

Ja. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional erworben. Der Abschluss gehört zum DQR-Niveau 6 und ist kein akademischer Hochschulabschluss.

Wie viel verdient ein Elektromaschinenbauermeister?

Das Gehalt hängt von Berufserfahrung, Region und Führungsverantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für die breitere Gruppe der Aufsichtskräfte in der Energietechnik einen Median von 5.772 Euro brutto monatlich aus. Das ist kein ausschließlich für Elektromaschinenbauermeister berechneter Durchschnitt.

Wird die Meisterschule gefördert?

Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Lohnt sich die Weiterbildung zum Elektromaschinenbauermeister?

Der Meisterabschluss kann sich besonders für Fachkräfte lohnen, die elektrische Maschinen und Antriebssysteme verantworten, eine Werkstatt leiten oder einen eigenen Betrieb führen möchten.

Ob sich die Weiterbildung wirtschaftlich rechnet, hängt von den Gesamtkosten, den Fördermöglichkeiten und der späteren beruflichen Entwicklung ab.

Fazit: Elektromaschinenbauermeister als nächster Karriereschritt

Die Weiterbildung zum Elektromaschinenbauermeister eröffnet qualifizierten Fachkräften verschiedene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Elektrohandwerk und in der Industrie.

Der Abschluss verbindet klassische Elektromaschinen- und Wicklungstechnik mit moderner Antriebstechnik, Automatisierung, Energieeffizienz und Betriebsführung.

Die seit März 2024 geltende Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt ausdrücklich aktuelle Technologien und moderne technische Systeme.

Besonders interessant ist die Qualifikation für Beschäftigte, die elektrische Maschinen planen, reparieren, modernisieren, komplexe Projekte verantworten oder einen eigenen Betrieb führen möchten.

Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, der Umfang der Meistervorbereitung, die vollständigen Kosten und mögliche Förderleistungen geprüft werden.

Wer im Elektromaschinenbauerhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, schafft mit dem Meisterbrief eine wichtige Grundlage für den nächsten beruflichen Schritt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.

Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in unseren Ratgebern zum Informationstechnikermeister, zum Feinwerkmechanikermeister und zum Land- und Baumaschinenmechatronikermeister vor.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen