Industriemeister Glas: Weiterbildung, Prüfung, Kosten und Gehalt

Wer in der Glasindustrie arbeitet und beruflich aufsteigen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Industriemeister Glas (IHK) den nächsten Karriereschritt vorbereiten. Industriemeister der Fachrichtung Glas übernehmen anspruchsvolle Aufgaben in der Glasherstellung, Glasverarbeitung und Glasveredelung. Sie organisieren Produktionsabläufe, überwachen technische Anlagen und führen Mitarbeiter.

Der Geprüfte Industriemeister – Fachrichtung Glas ist ein bundesweit anerkannter Fortbildungsabschluss. Die Prüfung wird von Industrie- und Handelskammern durchgeführt. Auch aktuell gibt es Vorbereitungskurse und konkrete Prüfungstermine.

Doch welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen? Wie ist die Meisterprüfung aufgebaut, was kostet ein Lehrgang und welche beruflichen Möglichkeiten ergeben sich nach dem Abschluss? In diesem Ratgeber finden Sie die wichtigsten Informationen.

Industriemeister Glas – das Wichtigste im Überblick

  • Abschluss: Geprüfter Industriemeister / Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Glas (IHK).
  • Status: Aktueller, bundesweit geregelter Fortbildungsabschluss.
  • Rechtsgrundlage: Industriemeister-Glas-Fortbildungsprüfungsverordnung vom 18. September 2013.
  • DQR-Niveau: 6, vergleichbar mit dem Qualifikationsniveau eines akademischen Bachelors.
  • Voraussetzungen: Einschlägige Berufsausbildung oder ausreichende Berufspraxis.
  • Prüfung: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen und handlungsspezifische Qualifikationen; zusätzlich AEVO-Nachweis.
  • Dauer: Ein aktueller berufsbegleitender Lehrgang dauert rund zwei Jahre.
  • Kosten: Konkretes Lehrgangsbeispiel 5.150 Euro zuzüglich Prüfungsgebühren.
  • Förderung: Aufstiegs-BAföG kann die Weiterbildung erheblich vergünstigen.

Was ist ein Industriemeister Glas?

Industriemeister der Fachrichtung Glas sind Fach- und Führungskräfte in Betrieben der industriellen Glasherstellung, Glasverarbeitung und Glasveredelung.

Sie verbinden technisches Fachwissen mit betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Kenntnissen. Außerdem sind sie darauf vorbereitet, Mitarbeiter anzuleiten, Arbeitsprozesse zu verbessern und Verantwortung für Produktionsbereiche zu übernehmen.

Die Einsatzmöglichkeiten hängen vom jeweiligen Unternehmen ab. Beispiele sind:

  • Herstellung von Flachglas
  • Produktion von Behälterglas und Verpackungsglas
  • Glasverarbeitung und Glasveredelung
  • Herstellung technischer Glaserzeugnisse
  • Industrielle Fertigung glasbasierter Produkte

Die Meisterqualifikation ist insbesondere für erfahrene Beschäftigte interessant, die künftig als Schichtleiter, Teamleiter oder in anderen technischen Führungsfunktionen arbeiten möchten.

Ist der Industriemeister Glas noch aktuell?

Ja. Der Industriemeister Glas ist weiterhin eine bundesweit geregelte IHK-Fortbildung. Grundlage ist die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Glas und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Glas vom 18. September 2013, zuletzt geändert im Jahr 2019.

Die IHK Niederbayern hat Prüfungstermine für 2027 und 2028 veröffentlicht. Außerdem wird ein berufsbegleitender Vorbereitungslehrgang mit Beginn im September 2027 angeboten.

Der Abschluss ist daher nicht mit älteren, inzwischen weitgehend ausgelaufenen Industriemeister-Fachrichtungen zu verwechseln.

Welche Aufgaben übernimmt ein Industriemeister Glas?

Der Tätigkeitsbereich hängt von den produzierten Glaserzeugnissen und den verwendeten Fertigungsverfahren ab. Industriemeister arbeiten häufig an der Schnittstelle zwischen Produktionsleitung, technischen Abteilungen und den Beschäftigten an den Anlagen.

Produktionsplanung und Anlagensteuerung

  • Produktionsaufträge und Fertigungsabläufe planen
  • Maschinenbelegung und Personaleinsatz koordinieren
  • Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsmittel bereitstellen lassen
  • Produktionsmengen und Fertigungstermine überwachen
  • Maschinen und Produktionsanlagen hinsichtlich ihrer Einsatzbereitschaft kontrollieren
  • Technische Störungen erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten
  • Die Zusammenarbeit mit Instandhaltung und Qualitätssicherung organisieren
  • Bei der Einführung neuer Produktionsverfahren mitwirken

Insbesondere bei kontinuierlichen Herstellungsprozessen ist eine zuverlässige Planung erforderlich. Anlagenstillstände oder Qualitätsabweichungen können hohe Kosten verursachen.

Qualitätsmanagement und Glasveredelung

Glaserzeugnisse müssen abhängig vom Verwendungszweck unterschiedliche technische und qualitative Anforderungen erfüllen.

Industriemeister überwachen im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Einhaltung der Qualitätsvorgaben und wirken bei der Verbesserung von Produktionsprozessen mit.

Dazu gehören beispielsweise die Auswertung von Produktionsdaten, die Kontrolle von Werkstoffen und fertigen Produkten sowie die Organisation geeigneter Maßnahmen bei Qualitätsabweichungen.

Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz

In der Glasindustrie können hohe Temperaturen, bewegte Maschinen, scharfkantige Materialien und weitere betriebsspezifische Gefährdungen auftreten.

Industriemeister berücksichtigen bei ihren Aufgaben deshalb unter anderem:

  • Betriebliche Sicherheitsanweisungen
  • Unfallverhütung und Arbeitsschutz
  • Sachgerechten Umgang mit Maschinen und Anlagen
  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Umwelt- und Energieanforderungen
  • Unterweisungen der Beschäftigten

Welche konkreten Pflichten übertragen werden, richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und der betrieblichen Aufgabenverteilung.

Mitarbeiterführung und Personalentwicklung

Eine wichtige Aufgabe kann die Führung von Mitarbeitern in der Glasproduktion sein.

  • Arbeitsgruppen und Schichten koordinieren
  • Den Personaleinsatz planen
  • Neue Mitarbeiter einarbeiten
  • Mitarbeitergespräche führen
  • Konflikte erkennen und lösen
  • Weiterbildungsbedarf feststellen
  • Unterweisungen organisieren
  • Bei entsprechender Eignung Auszubildende betreuen

Damit sind neben technischen Kenntnissen auch Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und wirtschaftliches Denken gefragt.

Welche Voraussetzungen gelten für den Industriemeister Glas?

Die Zulassung zur IHK-Prüfung richtet sich nach § 3 der Industriemeister-Glas-Fortbildungsprüfungsverordnung.

Es wird zwischen den fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen und den handlungsspezifischen Qualifikationen unterschieden.

Zulassung zu den Basisqualifikationen

Zur Prüfung kann zugelassen werden, wer eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  1. Einschlägige Ausbildung: Erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der den Glasberufen zugeordnet werden kann.
  2. Andere Ausbildung: Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und anschließend mindestens ein Jahr Berufspraxis.
  3. Ohne entsprechende Ausbildung: Mindestens vier Jahre Berufspraxis.

Die Berufspraxis muss einen wesentlichen Bezug zu den Aufgaben eines Industriemeisters Glas aufweisen.

Als berufliche Ausgangsbasis kommen beispielsweise Ausbildungsberufe wie Flachglastechnologe oder Verfahrensmechaniker Glastechnik infrage.

Voraussetzungen für die handlungsspezifischen Qualifikationen

Für die Zulassung zum zweiten Prüfungsteil gelten zusätzliche Bedingungen:

  • Der Prüfungsteil der fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen muss abgelegt worden sein.
  • Dieser Prüfungsteil darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.
  • Über die Voraussetzungen für die Basisqualifikationen hinaus muss mindestens ein weiteres Jahr einschlägige Berufspraxis nachgewiesen werden.

Die Prüfungsverordnung ermöglicht außerdem eine abweichende Zulassung, wenn die erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit anderweitig glaubhaft gemacht wird.

Empfehlung: Lassen Sie Ihre individuelle Prüfungszulassung von der zuständigen IHK bestätigen, bevor Sie einen kostenpflichtigen Vorbereitungslehrgang buchen.

Die vollständigen Voraussetzungen finden Sie in § 3 der Industriemeister-Glas-Fortbildungsprüfungsverordnung.

Wie ist die Industriemeister-Glas-Prüfung aufgebaut?

Die Prüfung besteht aus zwei Prüfungsteilen:

  1. Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
  2. Handlungsspezifische Qualifikationen

Zusätzlich ist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachzuweisen.

Teil 1: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Dieser Prüfungsteil umfasst fünf schriftliche Prüfungsbereiche.

Rechtsbewusstes Handeln

  • Arbeits- und Sozialrecht
  • Arbeitsschutz und Unfallverhütung
  • Betriebliche Mitbestimmung
  • Umweltrechtliche Vorschriften

Betriebswirtschaftliches Handeln

  • Grundlagen betriebswirtschaftlicher Entscheidungen
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Betriebliche Organisation
  • Wirtschaftliche Bewertung von Produktionsabläufen

Methoden der Information, Kommunikation und Planung

  • Produktions- und Prozessdaten auswerten
  • Technische Informationen aufbereiten
  • Planungsverfahren anwenden
  • Projektmanagement und Präsentationstechniken

Zusammenarbeit im Betrieb

  • Kommunikation und Mitarbeiterführung
  • Gruppenverhalten und Teamarbeit
  • Motivation und Personalentwicklung
  • Konfliktbewältigung

Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten

  • Mathematische und physikalische Grundlagen
  • Technische Berechnungen
  • Werkstoff- und anlagentechnische Zusammenhänge
  • Grundlagen der technischen Prozesssteuerung

Die IHK Niederbayern nennt für diese schriftlichen Prüfungen jeweils 90 Minuten Bearbeitungszeit.

Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen

Die handlungsspezifischen Qualifikationen bestehen aus drei Handlungsbereichen.

Handlungsbereich Technik

  • Glastechnologie
  • Produktionsprozesse

Zu den Themen gehören die technologischen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Glas sowie die Planung und Steuerung von Produktionsprozessen.

Handlungsbereich Organisation

  • Information und Kommunikation
  • Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
  • Betriebliches Kostenwesen

Hier steht die wirtschaftliche und organisatorische Umsetzung betrieblicher Aufgaben im Mittelpunkt.

Handlungsbereich Führung und Personal

  • Personalführung und Personalentwicklung
  • Qualitätsmanagement

Dieser Bereich behandelt insbesondere die Organisation der Zusammenarbeit, den Einsatz von Mitarbeitern und die Sicherstellung betrieblicher Qualitätsanforderungen.

Schriftliche Situationsaufgaben und Fachgespräch

Im handlungsspezifischen Prüfungsteil werden drei die Handlungsbereiche integrierende Situationsaufgaben gestellt.

Zwei davon werden schriftlich bearbeitet. Die dritte bildet die Grundlage für ein situationsbezogenes Fachgespräch.

Dadurch soll geprüft werden, ob die Teilnehmer technische, organisatorische und personelle Anforderungen in praxisnahen betrieblichen Situationen miteinander verbinden können.

Ausbildereignung nach AEVO

Zusätzlich ist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachzuweisen.

Dieser Nachweis erfolgt beispielsweise durch eine bestandene Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung oder eine anerkannte vergleichbare Prüfung.

Der Nachweis muss spätestens vor Beginn der letzten Prüfungsleistung vorliegen.

Wann ist die Prüfung bestanden?

Nach § 8 der Prüfungsverordnung müssen in allen fünf Basisprüfungsbereichen, in den beiden schriftlichen Situationsaufgaben und im situationsbezogenen Fachgespräch jeweils mindestens 50 Punkte erreicht werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind mündliche Ergänzungsprüfungen möglich. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Prüfungsverordnung.

Wann finden die IHK-Prüfungen statt?

Die IHK Niederbayern veröffentlicht unter anderem folgende schriftliche Prüfungstermine:

Prüfungsteil 2027 2028
Basisqualifikationen – Frühjahr 29.–30. April 3.–4. Mai
Basisqualifikationen – Herbst 21.–22. Oktober 2.–3. November
Handlungsspezifische Qualifikationen 27.–28. Juli Ende Juli, genauer Termin bei der IHK

Die Termine beziehen sich auf die veröffentlichten Angaben der IHK Niederbayern. Andere Industrie- und Handelskammern können abweichende Prüfungstermine anbieten.

Weitere Informationen: IHK Niederbayern – Industriemeister Glas.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Industriemeister Glas?

Die Dauer der Vorbereitung hängt vom Anbieter und der gewählten Unterrichtsform ab.

Ein aktuell ausgeschriebener berufsbegleitender Vorbereitungskurs der IHK Bildung in Gelsenkirchen dauert ungefähr zwei Jahre.

Der Unterricht findet montags und freitags jeweils von 17:30 bis 21:30 Uhr statt. Zusätzlich werden vereinzelte Projekttage durchgeführt.

Der konkrete Lehrgang läuft vom 6. September 2027 bis zum 16. November 2029.

Ein berufsbegleitender Lehrgang bietet den Vorteil, dass die berufliche Tätigkeit grundsätzlich fortgesetzt werden kann. Gleichzeitig ist über einen längeren Zeitraum zusätzliche Lernzeit erforderlich.

Ein Vorbereitungskurs ist für die Prüfungszulassung rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben. Wegen des Umfangs und der Komplexität des Prüfungsstoffs ist eine strukturierte Vorbereitung jedoch sinnvoll.

Wo kann man den Industriemeister Glas machen?

Anders als bei manchen älteren Spezialfortbildungen ist für den Industriemeister Glas ein konkret buchbarer Vorbereitungskurs nachweisbar.

IHK Bildung – Industriemeister Glas in Gelsenkirchen

Die IHK Bildung bietet einen berufsbegleitenden Vorbereitungskurs für Fachkräfte der Glasindustrie an.

Für den ausgeschriebenen Durchgang gelten folgende Angaben:

  • Beginn: 6. September 2027
  • Ende: 16. November 2029
  • Unterrichtsort: Gelsenkirchen
  • Unterricht: Montags und freitags von 17:30 bis 21:30 Uhr sowie vereinzelte Projekttage
  • Kursnummer: L27IMGLP001
  • Lehrgangsgebühr: 5.150 Euro zuzüglich Prüfungsgebühren

Der Anbieter kennzeichnet diesen Kurs zum Recherchezeitpunkt im Oktober 2026 als buchbar und weist freie Plätze aus.

Vor der verbindlichen Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, die Unterrichtsorganisation und die enthaltenen Leistungen geprüft werden.

Industriemeister Glas: Aktuellen Lehrgang ansehen

Die IHK Bildung veröffentlicht einen berufsbegleitenden Lehrgang ab September 2027. Auf der Kursseite finden Sie aktuelle Informationen zu Unterricht, Anmeldung und Gebühren.

Zum Lehrgang Industriemeister Glas bei der IHK Bildung

Redaktioneller Hinweis: Es handelt sich um einen direkten Informationslink, nicht um einen Affiliate-Link. Kursplätze, Preise und Termine können sich ändern.

Ist ein Fernstudium zum Industriemeister Glas möglich?

Der Begriff Fernstudium wird häufig für berufliche Fortbildungen verwendet, bei denen ein großer Teil des Lernstoffs von zu Hause bearbeitet wird.

Für den Industriemeister Glas konnte bei der aktuellen Recherche allerdings kein vollständig als Fernunterricht buchbarer Vorbereitungslehrgang eines entsprechenden Anbieters zuverlässig bestätigt werden.

Deshalb sollten Interessenten nicht davon ausgehen, dass die Weiterbildung bei den großen Fernschulen derzeit regulär angeboten wird.

Der nachgewiesene Lehrgang der IHK Bildung findet berufsbegleitend in Gelsenkirchen statt.

Was kostet der Industriemeister Glas?

Die Gesamtkosten setzen sich in der Regel aus Lehrgangsgebühren, IHK-Prüfungsgebühren und gegebenenfalls weiteren Ausgaben zusammen.

Für den aktuellen Lehrgang der IHK Bildung werden 5.150 Euro verlangt.

Die IHK Niederbayern nennt für die einzelnen Prüfungsteile beispielsweise folgende Gebühren:

Kostenbestandteil Betrag
Lehrgang IHK Bildung 5.150 €
Basisqualifikationen, Gebührenbeispiel IHK Niederbayern 420 €
Handlungsspezifische Qualifikationen, Gebührenbeispiel IHK Niederbayern 450 €
AEVO-Prüfung, falls gesondert erforderlich, Gebührenbeispiel IHK Niederbayern 270 €

Die Gebühren der IHK Niederbayern sind lediglich regionale Beispiele und nicht automatisch für die Prüfung des Lehrgangs in Gelsenkirchen gültig.

Als grobe Modellrechnung ergeben sich bei 5.150 Euro Lehrgangsgebühr und 1.140 Euro Prüfungsgebühren insgesamt 6.290 Euro. Dazu können Lernmaterialien, Fahrtkosten oder weitere Ausgaben kommen.

Vor einer Anmeldung sollte deshalb ein verbindlicher Gesamtüberblick über sämtliche Kosten eingeholt werden.

Aufstiegs-BAföG für den Industriemeister Glas

Die Weiterbildung zum Industriemeister Glas kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Für förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren können bis zu 15.000 Euro berücksichtigt werden.

  • 50 Prozent der förderfähigen Kosten werden als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.
  • Für den verbleibenden Anteil kann grundsätzlich ein KfW-Darlehen genutzt werden.
  • Nach bestandener Fortbildungsprüfung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Teil des noch bestehenden Darlehens erlassen werden.
  • Bei geeigneten Vollzeitmaßnahmen kann zusätzlich eine Förderung zum Lebensunterhalt möglich sein.

Beispielrechnung für den Industriemeister-Glas-Lehrgang

Bei angenommenen förderfähigen Lehrgangskosten von 5.150 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Rechnung:

  • Förderfähige Lehrgangskosten: 5.150 Euro
  • 50 Prozent Zuschuss: 2.575 Euro
  • Verbleibender Betrag: 2.575 Euro
  • Mögliches KfW-Darlehen: bis zu 2.575 Euro

Prüfungsgebühren und mögliche weitere Förderungen sind in dieser vereinfachten Rechnung nicht enthalten.

Die tatsächliche Förderung hängt von den persönlichen und maßnahmebezogenen Voraussetzungen ab.

Auch eine finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers kann sinnvoll sein, da das Unternehmen von der zusätzlichen technischen und organisatorischen Qualifikation profitiert.

Offizielle Informationen finden Sie unter www.aufstiegs-bafoeg.de.

Was verdient ein Industriemeister Glas?

Das Einkommen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Branche, die Unternehmensgröße, die Berufserfahrung und die tatsächlich übertragenen Aufgaben.

Ein Industriemeister, der eine Produktionsschicht mit zahlreichen Beschäftigten verantwortet, kann beispielsweise anders vergütet werden als jemand, der überwiegend technische Koordinationsaufgaben übernimmt.

Auch Schichtarbeit, Tarifbindung und zusätzliche Zulagen können den Verdienst beeinflussen.

Für den Beruf Industriemeister Glas konnte keine ausreichend belastbare aktuelle Gehaltsstatistik mit einem eigenständigen Medianwert bestätigt werden.

Die übergeordnete Berufsgruppe der industriellen Glasherstellung und -verarbeitung umfasst verschiedene Qualifikations- und Tätigkeitsniveaus. Ihre allgemeinen Gehaltswerte sollten deshalb nicht ungeprüft als typisches Industriemeister-Gehalt dargestellt werden.

Für eine realistische Einschätzung empfiehlt es sich, aktuelle Stellenangebote für Schichtleiter, Produktionsleiter und Führungskräfte in der Glasindustrie zu vergleichen.

Eine wichtige Orientierung bietet außerdem der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Welche Karrierechancen bietet der Industriemeister Glas?

Die Meisterqualifikation kann berufserfahrenen Beschäftigten der Glasindustrie neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Typische Einsatzfelder sind:

  • Schichtleitung in der Glasherstellung
  • Team- und Gruppenleitung in der Glasverarbeitung
  • Produktionsplanung und Fertigungssteuerung
  • Organisation von Produktionsabteilungen
  • Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement
  • Technische Koordination und Prozessoptimierung
  • Material- und Produktionsdisposition
  • Personalentwicklung und Ausbildungsorganisation

Welche beruflichen Positionen tatsächlich erreichbar sind, hängt von der bisherigen Berufserfahrung, der persönlichen Eignung und den betrieblichen Möglichkeiten ab.

Ist der Industriemeister Glas ein Bachelor Professional?

Der Geprüfte Industriemeister – Fachrichtung Glas ist im Deutschen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 zugeordnet.

Damit entspricht die Qualifikation hinsichtlich des Kompetenzniveaus einem akademischen Bachelorabschluss.

Die geltende Industriemeister-Glas-Fortbildungsprüfungsverordnung enthält jedoch weiterhin die Abschlussbezeichnung Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Glas.

Eine automatische Berechtigung, den Titel Bachelor Professional in Glas zu führen, ergibt sich allein aus der DQR-Zuordnung nicht.

Welche Weiterbildung ist nach dem Industriemeister Glas möglich?

Wer nach der Meisterprüfung zusätzliche Verantwortung im technischen Management oder in der Unternehmensführung übernehmen möchte, kann weitere Fortbildungen prüfen.

Eine mögliche Aufstiegsfortbildung ist der Geprüfte Technische Betriebswirt. Sie verbindet eine vorhandene technische Qualifikation mit vertieften betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Kompetenzen.

Auch spezialisierte Qualifizierungen in Produktionsmanagement, Qualitätsmanagement oder Automatisierung können interessant sein.

Welche Alternativen gibt es zum Industriemeister Glas?

Je nach bisheriger Tätigkeit und Berufsziel können auch andere Aufstiegsfortbildungen infrage kommen.

Glasermeister im Handwerk

Der Glasermeister gehört zum Handwerk und ist vom industriellen Fortbildungsabschluss Industriemeister Glas zu unterscheiden.

Er kann besonders für Menschen interessant sein, die in einem handwerklichen Glasereibetrieb tätig sind oder eine entsprechende Selbstständigkeit anstreben.

Staatlich geprüfter Techniker

Eine geeignete Technikerfortbildung kann sinnvoll sein, wenn stärker technische Planung, Produktionsverfahren oder Entwicklung im Vordergrund stehen.

Die konkreten Fachrichtungen und Zugangsvoraussetzungen hängen vom Angebot der Fachschule ab.

Technischer Betriebswirt

Für erfahrene technische Fach- und Führungskräfte kann der Technische Betriebswirt ein weiterer Karriereschritt sein, wenn betriebswirtschaftliche und strategische Managementaufgaben angestrebt werden.

Weitere technische Aufstiegsfortbildungen finden Sie in unserer Übersicht der Industriemeister.

Häufige Fragen zum Industriemeister Glas

Ist der Industriemeister Glas noch ein aktueller Abschluss?

Ja. Der Industriemeister Glas ist weiterhin bundesweit geregelt. Die IHK Niederbayern hat Prüfungen für 2027 und 2028 veröffentlicht. Außerdem existiert ein buchbarer Vorbereitungskurs mit Beginn im September 2027.

Welche Ausbildung benötigt man für den Industriemeister Glas?

Ein einschlägiger Ausbildungsabschluss aus dem Glasbereich ermöglicht die Zulassung zu den Basisqualifikationen. Auch mit einer anderen abgeschlossenen Ausbildung und mindestens einem Jahr einschlägiger Berufspraxis ist eine Zulassung möglich. Alternativ können mindestens vier Jahre entsprechende Berufspraxis ausreichen.

Kann man Industriemeister Glas ohne Ausbildung werden?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Für die Basisqualifikationen sieht die Verordnung einen Zugangsweg mit mindestens vier Jahren einschlägiger Berufspraxis vor. Für die handlungsspezifischen Qualifikationen wird grundsätzlich ein weiteres Jahr benötigt.

Wie lange dauert die Weiterbildung?

Ein aktuell angebotener berufsbegleitender Vorbereitungskurs der IHK Bildung dauert rund zwei Jahre. Die tatsächliche Dauer hängt vom Lehrgangsanbieter und der Unterrichtsform ab.

Was kostet der Industriemeister Glas?

Die IHK Bildung nennt für einen ausgeschriebenen Lehrgang 5.150 Euro zuzüglich Prüfungsgebühren. Weitere Ausgaben können beispielsweise für Lernmaterialien oder Fahrten entstehen.

Kann man Industriemeister Glas im Fernstudium machen?

Ein aktuell buchbarer reiner Fernlehrgang konnte nicht zuverlässig bestätigt werden. Es gibt jedoch berufsbegleitende Präsenzangebote. Wer einen Fernunterrichtskurs sucht, sollte die tatsächliche Verfügbarkeit direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Ist die Weiterbildung mit Aufstiegs-BAföG förderfähig?

Ein geeigneter Vorbereitungskurs kann bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen gefördert werden. Für förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird grundsätzlich ein Zuschuss von 50 Prozent gewährt.

Ist der Industriemeister Glas einem Bachelor gleichgestellt?

Der Abschluss ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet und damit hinsichtlich des Qualifikationsniveaus mit einem akademischen Bachelor vergleichbar. Er ist jedoch kein akademischer Bachelorgrad.

Berechtigt die Qualifikation automatisch zur Führung eines Glasereibetriebs?

Nein. Der Industriemeister Glas ist eine industrielle Aufstiegsfortbildung. Für die selbstständige Ausübung eines zulassungspflichtigen Glaserhandwerks können besondere handwerksrechtliche Voraussetzungen gelten.

Fazit: Lohnt sich die Weiterbildung zum Industriemeister Glas?

Der Geprüfte Industriemeister – Fachrichtung Glas ist eine anerkannte Aufstiegsfortbildung für erfahrene Beschäftigte der Glasindustrie.

Die Qualifikation verbindet technisches Fachwissen über Glas und industrielle Produktionsprozesse mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, Arbeitsorganisation und Mitarbeiterführung.

Besonders interessant ist sie für Menschen, die künftig Schicht- oder Produktionsgruppen leiten, technische Prozesse optimieren oder mehr Verantwortung für Qualität und Organisation übernehmen möchten.

Mit einem aktuell buchbaren Lehrgang und veröffentlichten IHK-Prüfungsterminen bestehen konkrete Möglichkeiten, diesen Abschluss zu erwerben.

Vor der Anmeldung sollten Interessenten ihre individuellen Zulassungsvoraussetzungen prüfen lassen, die Gesamtkosten ermitteln und mögliche Förderungen durch Aufstiegs-BAföG oder den Arbeitgeber berücksichtigen.

Quellen und weiterführende Informationen