Wer in der industriellen Natursteinverarbeitung arbeitet und beruflich aufsteigen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Industriemeister Naturwerkstein (IHK) den nächsten Karriereschritt vorbereiten. Die Fortbildung richtet sich an erfahrene Fachkräfte, die Produktionsabläufe koordinieren, Mitarbeiter führen und Verantwortung für Qualität, Termine und Kosten übernehmen möchten.
Der Geprüfte Industriemeister – Fachrichtung Naturwerkstein ist ein anerkannter beruflicher Fortbildungsabschluss auf Grundlage einer besonderen IHK-Rechtsvorschrift. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken führt die Prüfung weiterhin durch. Auch ein berufsbegleitender Vorbereitungskurs wird angeboten.
Doch welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Was lernt man in der Weiterbildung, welche Kosten entstehen und wie lässt sich die Fortbildung finanzieren? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.
- Abschluss: Geprüfter Industriemeister / Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Naturwerkstein.
- Status: Aktueller IHK-Fortbildungsabschluss.
- Rechtsgrundlage: Besondere Rechtsvorschrift der IHK Nürnberg für Mittelfranken von 2011.
- DQR-Niveau: 6, vergleichbar mit dem Qualifikationsniveau eines Bachelors.
- Zulassung: Einschlägige Berufsausbildung oder andere Ausbildungsabschlüsse mit Berufspraxis beziehungsweise langjährige einschlägige Tätigkeit.
- Prüfung: Fünf Basisqualifikationen, zwei schriftliche Situationsaufgaben und ein situationsbezogenes Fachgespräch.
- AEVO: Berufs- und arbeitspädagogische Eignung muss gesondert nachgewiesen werden.
- Dauer: Berufsbegleitend etwa drei Jahre.
- Kosten: Aktueller Lehrgangspreis 7.900 Euro zuzüglich AEVO, Lehrgangsunterlagen und Prüfungsgebühren.
- Förderung: Aufstiegs-BAföG kann die Kosten unter den gesetzlichen Voraussetzungen reduzieren.
Was ist ein Industriemeister Naturwerkstein?
Industriemeister der Fachrichtung Naturwerkstein übernehmen Fach- und Führungsaufgaben in Unternehmen, die natürliche Gesteine industriell bearbeiten, verarbeiten und veredeln.
Dazu gehören beispielsweise Betriebe, die Natursteinplatten, Fliesen, Treppen, Fassadenelemente und andere Bauteile aus Granit, Marmor, Kalkstein oder weiteren Natursteinen herstellen.
Die Meisterqualifikation verbindet technische Kenntnisse der Steinbearbeitung mit betriebswirtschaftlicher Planung, Arbeitsorganisation und Personalführung.
Industriemeister arbeiten häufig an der Schnittstelle zwischen Betriebsleitung, Arbeitsvorbereitung und den Beschäftigten in der Produktion. Je nach Betrieb übernehmen sie auch Verantwortung für Montage- und Baustellenabläufe.
Ist der Industriemeister Naturwerkstein noch aktuell?
Ja. Der Industriemeister Naturwerkstein ist weiterhin ein aktueller beruflicher Fortbildungsabschluss.
Die IHK Nürnberg für Mittelfranken führt die Prüfung in ihrem Weiterbildungsangebot und stellt die einschlägige Prüfungsregelung sowie Unterlagen zur Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen bereit.
Zusätzlich existiert ein berufsbegleitender Vorbereitungskurs in Zusammenarbeit mit der IHK Akademie Mittelfranken, der Meistermanufactur und der Staatlichen Berufsschule Eichstätt.
Welche Rechtsgrundlage gilt?
Eine Besonderheit besteht darin, dass der Industriemeister Naturwerkstein nicht auf einer bundesweit einheitlichen Fortbildungsprüfungsverordnung beruht.
Maßgeblich ist die besondere Rechtsvorschrift der IHK Nürnberg für Mittelfranken für die Durchführung der Prüfung zum Geprüften Industriemeister – Fachrichtung Naturwerkstein.
Diese wurde 2011 beschlossen und regelt unter anderem die Zulassung, die Prüfungsbereiche, den Ablauf der Prüfungen sowie die Bewertung.
Die aktuelle Prüfungsordnung und die Unterlagen zur Zulassungsprüfung finden Sie auf der Website der IHK Nürnberg.
Ist der Industriemeister Naturwerkstein ein Bachelor Professional?
Der Abschluss ist nach Angaben der IHK Akademie Mittelfranken dem DQR-Niveau 6 zugeordnet. Damit liegt er hinsichtlich des Qualifikationsniveaus auf derselben Stufe wie ein akademischer Bachelorabschluss.
Die maßgebliche Prüfungsregelung verwendet jedoch die Abschlussbezeichnung Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Naturwerkstein.
Aus der DQR-Zuordnung allein ergibt sich keine automatische Berechtigung, die Bezeichnung Bachelor Professional zu führen.
Welche Aufgaben hat ein Industriemeister Naturwerkstein?
Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Unternehmensgröße, technischer Ausstattung und Verantwortungsbereich.
Produktionsplanung und Fertigungssteuerung
- Fertigungsaufträge analysieren und planen
- Arbeitsabläufe und Maschineneinsatz koordinieren
- Materialbedarf und Produktionskapazitäten ermitteln
- Den Personaleinsatz organisieren
- Produktionsmengen und Termine überwachen
- Technische Störungen erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten
- Die Zusammenarbeit zwischen Fertigung, Lager und Montage abstimmen
- Neue Bearbeitungsverfahren und Maschinen in Arbeitsabläufe integrieren
Gerade bei hochwertigen Naturwerksteinen ist eine sorgfältige Planung wichtig. Fehler bei Zuschnitt, Bearbeitung oder Transport können zu erheblichen Materialverlusten führen.
Maschinelle Natursteinbearbeitung
Industrielle Steinbearbeitungsbetriebe nutzen beispielsweise Sägen, Schleifmaschinen, Polieranlagen, Fräsmaschinen und CNC-gesteuerte Bearbeitungszentren.
Industriemeister planen und überwachen den Einsatz dieser Anlagen im Rahmen ihrer Zuständigkeit.
Auch die Organisation von Wartungsarbeiten, die Bewertung von Bearbeitungsverfahren und die Verbesserung von Produktionsprozessen können zum Tätigkeitsbereich gehören.
Montage und Baustellenorganisation
Je nach Unternehmen können Industriemeister auch an der Planung und Koordination von Montagearbeiten beteiligt sein.
Hierzu gehören beispielsweise:
- Montageaufträge und technische Unterlagen auswerten
- Transport und Bereitstellung von Natursteinbauteilen organisieren
- Montageabläufe mit anderen Gewerken abstimmen
- Den Einsatz geeigneter Hebe- und Transportmittel planen
- Qualität und Termine überwachen
- Die fachgerechte Ausführung von Montagearbeiten kontrollieren
Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit
Industriemeister achten darauf, dass die gefertigten Erzeugnisse den technischen und qualitativen Anforderungen entsprechen.
Je nach Auftrag sind beispielsweise Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität, Materialeigenschaften und die ordnungsgemäße Bearbeitung von Natursteinbauteilen wichtig.
Zudem überwachen sie Kosten, Materialverbrauch und Produktivität und wirken an der Verbesserung betrieblicher Prozesse mit.
Arbeitsschutz und Mitarbeiterführung
Bei der Natursteinbearbeitung können besondere Gefährdungen entstehen, etwa durch schwere Bauteile, bewegte Maschinen, Lärm und mineralische Stäube.
Industriemeister unterstützen deshalb die Umsetzung der erforderlichen Schutzmaßnahmen.
Auch folgende Aufgaben können dazugehören:
- Arbeitsgruppen und Schichten koordinieren
- Neue Mitarbeiter einarbeiten
- Arbeits- und Sicherheitsunterweisungen organisieren
- Qualifizierungsbedarf erkennen
- Mitarbeitergespräche führen
- Konflikte bearbeiten
- Bei entsprechender Eignung Auszubildende betreuen
Welche Voraussetzungen gelten für die IHK-Prüfung?
Die Zulassung ist in § 3 der besonderen Prüfungsregelung der IHK Nürnberg geregelt.
Es wird zwischen den fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen und den handlungsspezifischen Qualifikationen unterschieden.
Zulassung zu den Basisqualifikationen
Für den ersten Prüfungsteil ist einer der folgenden Nachweise erforderlich:
- Einschlägige Ausbildung: Erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der Fachrichtung Naturwerkstein zugeordnet werden kann.
- Andere Ausbildung: Erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und danach mindestens zwei Jahre Berufspraxis.
- Ohne entsprechenden Ausbildungsabschluss: Mindestens vier Jahre Berufspraxis.
Ein typischer einschlägiger Ausbildungsberuf ist der Naturwerksteinmechaniker beziehungsweise die Naturwerksteinmechanikerin.
Ob weitere Ausbildungsberufe als einschlägig anerkannt werden, ist mit der zuständigen IHK zu klären.
Zulassung zu den handlungsspezifischen Qualifikationen
Für den zweiten Prüfungsteil sind zusätzliche Voraussetzungen vorgesehen:
- Die Prüfung der fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen muss abgelegt worden sein.
- Bei einer einschlägigen Berufsausbildung oder einer Zulassung aufgrund von vier Jahren Berufspraxis ist grundsätzlich ein weiteres Jahr einschlägige Berufspraxis erforderlich.
Die besondere Prüfungsregelung nennt bei der Zulassung über eine andere abgeschlossene Ausbildung keine entsprechende zusätzliche Jahresanforderung für den zweiten Prüfungsteil.
In begründeten Fällen kann eine abweichende Zulassung erfolgen, wenn die erforderlichen berufspraktischen Qualifikationen anderweitig glaubhaft gemacht werden.
Empfehlung: Lassen Sie Ihre persönliche Prüfungszulassung vor einer verbindlichen Kursbuchung von der IHK Nürnberg prüfen.
Wie ist die Industriemeister-Naturwerkstein-Prüfung aufgebaut?
Die Meisterprüfung gliedert sich in zwei Prüfungsteile. Zusätzlich ist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachzuweisen.
Teil 1: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
Dieser Prüfungsteil besteht aus fünf schriftlichen Prüfungsbereichen.
Rechtsbewusstes Handeln
- Arbeits- und Sozialrecht
- Betriebliche Mitbestimmung
- Arbeitsschutz und Unfallverhütung
- Umweltschutz und weitere betriebliche Rechtsvorschriften
Betriebswirtschaftliches Handeln
- Wirtschaftliche Grundprinzipien
- Kostenrechnung und Kalkulation
- Betriebliche Organisation
- Kontinuierliche Verbesserung betrieblicher Abläufe
Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung
- Produktionsdaten analysieren und auswerten
- Planungstechniken einsetzen
- Technische Unterlagen erstellen
- Projektmanagement und Präsentationstechniken
Zusammenarbeit im Betrieb
- Grundlagen der Mitarbeiterführung
- Kommunikation und Motivation
- Gruppenverhalten und Teamarbeit
- Konfliktbewältigung und Personalentwicklung
Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten
- Mathematische und technische Berechnungen
- Mechanische und physikalische Zusammenhänge
- Technische Größen und Belastungen
- Energieformen und statistische Verfahren
Die schriftlichen Basisqualifikationen dauern insgesamt höchstens acht Stunden. Für die ersten vier Prüfungsbereiche sind jeweils mindestens 90 Minuten vorgesehen, für den naturwissenschaftlich-technischen Bereich mindestens 60 Minuten.
Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen
Die handlungsspezifische Prüfung umfasst drei Handlungsbereiche.
Handlungsbereich Technik
- Betriebstechnik: Auswahl und Einsatz technischer Anlagen, Instandhaltung und Energieversorgung.
- Fertigungstechnik: Planung und Steuerung von Fertigungsprozessen, Maschinenbearbeitung und Automatisierung.
- Montagetechnik: Planung und Organisation der Montage von Natursteinbauteilen.
Zu den fachbezogenen Anforderungen zählen beispielsweise CNC-Bearbeitung, Maschinensteuerung, Materialeigenschaften und die Überwachung von Fertigungs- und Montageprozessen.
Handlungsbereich Organisation
- Betriebliches Kostenwesen
- Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme
- Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
Hier wird geprüft, ob technische und wirtschaftliche Anforderungen bei der Organisation betrieblicher Abläufe berücksichtigt werden können.
Handlungsbereich Führung und Personal
- Personalführung
- Personalentwicklung
- Qualitätsmanagement
Dieser Handlungsbereich behandelt insbesondere die Führung von Beschäftigten, die Planung des Personalbedarfs und die Sicherstellung betrieblicher Qualitätsanforderungen.
Schriftliche Situationsaufgaben und Fachgespräch
Im zweiten Prüfungsteil werden drei integrierende Situationsaufgaben gestellt.
Zwei Aufgaben werden schriftlich bearbeitet. Die dritte ist Gegenstand eines situationsbezogenen Fachgesprächs.
Die beiden schriftlichen Situationsaufgaben dauern jeweils mindestens vier Stunden und insgesamt höchstens zehn Stunden.
Das Fachgespräch dauert mindestens 45 und höchstens 60 Minuten.
Hier sollen die Prüflinge nachweisen, dass sie betriebliche Situationen analysieren, geeignete Lösungen entwickeln und ihre Entscheidungen fachlich begründen können.
Ausbildereignungsprüfung nach AEVO
Für den Meisterabschluss muss außerdem die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachgewiesen werden.
Dies geschieht normalerweise durch eine bestandene Ausbildereignungsprüfung nach AEVO oder durch eine anerkannte vergleichbare Prüfung.
Der Nachweis ist nach der Prüfungsregelung vor Beginn der letzten Prüfungsleistung erforderlich.
Wichtig: Beim angebotenen Lehrgang der IHK Akademie Mittelfranken ist die AEVO-Vorbereitung nicht automatisch in den 7.900 Euro enthalten.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Industriemeister Naturwerkstein?
Die Weiterbildung wird derzeit beispielsweise berufsbegleitend über die IHK Akademie Mittelfranken angeboten.
Die Dauer beträgt ungefähr drei Jahre. Der ausgeschriebene Kurs läuft vom 16. September 2026 bis zum 26. Mai 2029.
Der Vorbereitungskurs umfasst 940 Unterrichtsstunden und kombiniert Online-Lernen mit Präsenzunterricht.
Basisqualifikationen in Nürnberg
Die fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen werden als Blended-Learning-Kurs angeboten.
Die Teilnehmer bearbeiten einen Teil des Lernstoffs über eine digitale Lernplattform. Ergänzend finden regelmäßig Präsenzveranstaltungen in Nürnberg statt.
Handlungsspezifische Qualifikationen in Eichstätt
Der fachrichtungsspezifische Unterricht findet in Blockwochen an der Staatlichen Berufsschule Eichstätt statt.
Diese Unterrichtsphasen werden von der Meistermanufactur beziehungsweise Miehling Meisterschule in Kooperation mit der IHK Akademie durchgeführt.
Die Blockwochen erfordern eine entsprechende zeitliche Planung. Eine Abstimmung mit dem Arbeitgeber ist deshalb empfehlenswert.
Ist ein Fernstudium möglich?
Der Begriff Fernstudium wird häufig für berufliche Weiterbildungen mit Online-Unterricht verwendet.
Der aktuell nachgewiesene Vorbereitungskurs ist jedoch kein vollständig online durchführbarer Fernlehrgang.
Während die Basisqualifikationen teilweise digital vermittelt werden, müssen die handlungsspezifischen Qualifikationen in Präsenz in Eichstätt absolviert werden.
Wo kann man den Industriemeister Naturwerkstein machen?
IHK Akademie Mittelfranken und Meistermanufactur
Die IHK Akademie Mittelfranken bietet gemeinsam mit der Meistermanufactur und der Staatlichen Berufsschule Eichstätt einen berufsbegleitenden Vorbereitungskurs zum Geprüften Industriemeister Naturwerkstein an.
Für den veröffentlichten Durchgang gelten folgende Eckdaten:
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Beginn | 16. September 2026 |
| Ende | 26. Mai 2029 |
| Unterrichtsstunden | 940 |
| Unterrichtsform | Blended Learning und Präsenzblöcke |
| Unterrichtsorte | Nürnberg und Eichstätt |
| Lehrgangsgebühr | 7.900 Euro |
Die IHK Akademie weist auf ihrer Kursseite weiterhin freie Plätze aus. Da der Kurs allerdings bereits begonnen hat, muss geklärt werden, ob ein späterer Einstieg möglich ist.
Die Meistermanufactur ist Kooperationspartner dieses Lehrgangs und nicht automatisch ein zweiter unabhängiger Lehrgangsanbieter.
Industriemeister Naturwerkstein: Lehrgangsinformationen
Die IHK Akademie Mittelfranken veröffentlicht Informationen zum berufsbegleitenden Kurs, zu den Unterrichtszeiten, zur Prüfungsorganisation und zur Förderung.
Vor einer Anmeldung sollten Sie Ihre persönliche Prüfungszulassung sowie die Möglichkeit eines späteren Kurseinstiegs klären.
- IHK Akademie Mittelfranken – Industriemeister Naturwerkstein
- Miehling Meisterschule – Ablauf und Unterrichtsinhalte
- IHK Nürnberg – Zulassung und Prüfungsregelung
Redaktioneller Hinweis: Die Verlinkungen dienen der Information und sind keine Affiliate-Links. Preise, Kursplätze und Termine können sich ändern.
Was kostet der Industriemeister Naturwerkstein?
Die Kosten setzen sich aus Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren und gegebenenfalls weiteren Ausgaben zusammen.
Für den aktuellen Vorbereitungskurs nennt die IHK Akademie Mittelfranken folgende Beträge:
| Kostenbestandteil | Betrag |
|---|---|
| Meistervorbereitungslehrgang | 7.900 € |
| AEVO-/AdA-Vorbereitung | 415 € |
| Lehrgangsunterlagen, ungefähr | 450 € |
| Zwischensumme | 8.765 € |
Zusätzlich fallen IHK-Prüfungsgebühren und gegebenenfalls weitere Ausgaben an.
Zu berücksichtigen sind außerdem:
- Fahrtkosten nach Nürnberg und Eichstätt
- Übernachtungs- und Verpflegungskosten während der Blockwochen
- Weitere Lernmaterialien und technische Ausstattung
- Gegebenenfalls Verdienstausfälle oder Freistellungen
Die Zwischensumme von 8.765 Euro ist daher noch nicht mit den vollständigen Gesamtkosten der Weiterbildung gleichzusetzen.
Vor der Buchung sollte ein aktuelles, verbindliches Gesamtangebot eingeholt werden.
Aufstiegs-BAföG für den Industriemeister Naturwerkstein
Die Meisterweiterbildung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
Für förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren können nach den geltenden Regelungen insgesamt bis zu 15.000 Euro berücksichtigt werden.
- 50 Prozent der förderfähigen Maßnahmekosten werden als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.
- Für den verbleibenden förderfähigen Anteil kann ein KfW-Darlehen genutzt werden.
- Nach bestandener Prüfung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Teil des noch bestehenden Darlehens erlassen werden.
- Bei förderfähigen Vollzeitmaßnahmen kommt gegebenenfalls zusätzlich eine Unterhaltsförderung infrage.
Beispielrechnung bei 7.900 Euro förderfähigen Lehrgangskosten
- Angenommene förderfähige Lehrgangskosten: 7.900 Euro
- 50 Prozent Zuschuss: 3.950 Euro
- Verbleibender Betrag: 3.950 Euro
- Mögliches KfW-Darlehen: bis zu 3.950 Euro
Vereinfachte Modellrechnung unter der Voraussetzung vollständiger Förderfähigkeit. Weitere Kosten und ein möglicher Darlehenserlass sind nicht berücksichtigt.
Meisterbonus in Bayern
Zusätzlich zum Aufstiegs-BAföG kann bei erfolgreichem Fortbildungsabschluss unter bestimmten Voraussetzungen der Meisterbonus des Freistaats Bayern infrage kommen.
Ob ein Anspruch besteht, richtet sich unter anderem nach den geltenden Förderrichtlinien und den persönlichen Voraussetzungen.
Da sich Förderprogramme und Beträge ändern können, sollten Interessenten die aktuellen Bedingungen vor der Finanzierungsplanung prüfen.
Weitere Informationen zum Aufstiegs-BAföG finden Sie auf aufstiegs-bafoeg.de.
Wie viel verdient ein Industriemeister Naturwerkstein?
Das Gehalt hängt insbesondere von der Berufserfahrung, der übertragenen Verantwortung, dem Arbeitgeber und der Region ab.
Ein Industriemeister mit Verantwortung für eine komplette Fertigungsabteilung kann anders vergütet werden als jemand, der überwiegend technische Koordinationsaufgaben übernimmt.
Wichtige Einflussfaktoren sind:
- Berufserfahrung und bisherige Qualifikationen
- Führungs- und Personalverantwortung
- Unternehmensgröße und Region
- Tarifbindung und betriebliche Vergütungsstruktur
- Technische Spezialisierung
- Verantwortung für Produktionskosten und Qualität
Für den spezifischen Industriemeister Naturwerkstein konnte keine ausreichend belastbare aktuelle Gehaltsstatistik bestätigt werden, die einen eigenständigen Medianwert für diesen Abschluss ausweist.
Eine pauschale Angabe zum Durchschnittsgehalt wäre deshalb nicht ausreichend aussagekräftig.
Zur Orientierung eignen sich aktuelle Stellenangebote für Werkstattleiter, Fertigungsleiter, Produktionsleiter und technische Führungskräfte in Natursteinbetrieben.
Auch der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit kann ergänzende Informationen liefern. Dabei sollte immer geprüft werden, welche Berufsgruppe der jeweiligen Statistik zugrunde liegt.
Welche Karrierechancen bietet der Industriemeister Naturwerkstein?
Die Meisterqualifikation kann erfahrenen Beschäftigten der Natursteinindustrie zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Mögliche Tätigkeitsfelder sind:
- Team- und Gruppenleitung
- Werkstatt- und Fertigungsleitung
- Produktionsplanung und Arbeitsvorbereitung
- Technische Koordination von CNC-Bearbeitungsanlagen
- Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement
- Montage- und Projektkoordination
- Prozessoptimierung und Produktionscontrolling
- Ausbildungs- und Personalorganisation
Die erfolgreiche Meisterprüfung garantiert jedoch keine bestimmte Führungsposition oder automatische Gehaltserhöhung.
Entscheidend bleiben die persönliche Eignung, die praktische Erfahrung und die betrieblichen Möglichkeiten.
Digitalisierung und CNC-Technik
Auch in der Natursteinindustrie werden Fertigungsprozesse zunehmend durch digitale Planung, CNC-Technik und automatisierte Bearbeitungsanlagen unterstützt.
Industriemeister können bei der Auswahl und Einführung geeigneter Fertigungstechniken mitwirken und die wirtschaftliche Nutzung der Maschinen organisieren.
Industriemeister Naturwerkstein oder Steinmetzmeister?
Wer beruflich aufsteigen möchte, sollte vor der Entscheidung den Industriemeister Naturwerkstein mit dem Steinmetz- und Steinbildhauermeister vergleichen.
Industriemeister Naturwerkstein
Dieser Abschluss ist vor allem auf industrielle Fertigungsprozesse, Produktionsorganisation, technische Anlagen und Mitarbeiterführung ausgerichtet.
Er kann besonders für Beschäftigte in größeren Natursteinverarbeitungsbetrieben geeignet sein.
Steinmetz- und Steinbildhauermeister
Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister ist ein handwerklicher Meisterabschluss.
Er umfasst neben technischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auch handwerkliche, gestalterische und berufsspezifische Anforderungen.
Das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A zur Handwerksordnung.
Wer einen entsprechenden Handwerksbetrieb selbstständig betreiben möchte, muss deshalb die handwerksrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Der Industriemeister Naturwerkstein ersetzt den handwerklichen Meisterabschluss nicht automatisch.
Weitere technische Weiterbildungsmöglichkeiten
Je nach beruflichem Ziel können auch Fortbildungen im Produktionsmanagement, Qualitätsmanagement oder zum Geprüften Technischen Betriebswirt interessant sein.
Weitere Meisterqualifikationen finden Sie in unserer Übersicht der Industriemeister.
Häufige Fragen zum Industriemeister Naturwerkstein
Ist der Industriemeister Naturwerkstein noch aktuell?
Ja. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken führt die Prüfung weiterhin. Außerdem gibt es einen berufsbegleitenden Vorbereitungskurs über die IHK Akademie Mittelfranken und ihre Kooperationspartner.
Welche Ausbildung braucht man?
Ein einschlägiger Ausbildungsabschluss, beispielsweise als Naturwerksteinmechaniker, ermöglicht grundsätzlich die Zulassung zu den Basisqualifikationen. Alternativ kann die Zulassung mit einer anderen abgeschlossenen Berufsausbildung und mindestens zwei Jahren Berufspraxis oder mit mindestens vier Jahren Berufspraxis erfolgen.
Kann man Industriemeister Naturwerkstein ohne Ausbildung werden?
Ja. Nach der Prüfungsregelung der IHK Nürnberg ist die Zulassung zu den Basisqualifikationen mit mindestens vier Jahren Berufspraxis möglich. Für den handlungsspezifischen Prüfungsteil wird bei diesem Zugang grundsätzlich ein weiteres Jahr benötigt.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Der aktuelle berufsbegleitende Lehrgang umfasst 940 Unterrichtsstunden und erstreckt sich über ungefähr drei Jahre.
Was kostet der Industriemeister Naturwerkstein?
Die IHK Akademie Mittelfranken nennt 7.900 Euro Lehrgangsgebühr. Für die AEVO-Vorbereitung und Lehrgangsunterlagen kommen derzeit weitere veröffentlichte Kosten hinzu. Prüfungsgebühren sowie Reise- und Übernachtungskosten sind zusätzlich zu berücksichtigen.
Kann man den Industriemeister Naturwerkstein online machen?
Die Basisqualifikationen werden teilweise online angeboten. Die handlungsspezifischen Qualifikationen finden jedoch in Präsenzblöcken in Eichstätt statt. Der angebotene Lehrgang ist deshalb kein vollständig online durchführbarer Fernlehrgang.
Ist der Industriemeister Naturwerkstein ein Bachelor Professional?
Der Abschluss ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet. Die amtliche Abschlussbezeichnung lautet jedoch Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Naturwerkstein. Die DQR-Zuordnung allein berechtigt nicht zur Führung der Bezeichnung Bachelor Professional.
Kann man Aufstiegs-BAföG beantragen?
Ja, wenn die gesetzlichen und maßnahmebezogenen Fördervoraussetzungen erfüllt werden. Für förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird grundsätzlich ein Zuschuss von 50 Prozent gewährt.
Ist der Industriemeister Naturwerkstein dasselbe wie der Steinmetzmeister?
Nein. Der Industriemeister Naturwerkstein ist ein IHK-Fortbildungsabschluss für industrielle Tätigkeitsfelder. Der Steinmetz- und Steinbildhauermeister ist ein handwerklicher Meisterabschluss mit eigener Prüfungsordnung und handwerksrechtlicher Bedeutung.
Fazit: Für wen lohnt sich der Industriemeister Naturwerkstein?
Der Geprüfte Industriemeister – Fachrichtung Naturwerkstein ist eine anerkannte Aufstiegsfortbildung für erfahrene Beschäftigte der industriellen Natursteinverarbeitung.
Die Weiterbildung verbindet fachliches Wissen über Fertigungs- und Montagetechnik mit Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement und Mitarbeiterführung.
Besonders interessant ist sie für Fachkräfte, die künftig Produktionsprozesse koordinieren, CNC-Fertigungsanlagen überwachen oder mehr Verantwortung in einem Natursteinbetrieb übernehmen möchten.
Mit der IHK Akademie Mittelfranken besteht ein konkretes berufsbegleitendes Lehrgangsangebot. Durch Aufstiegs-BAföG kann ein Teil der Weiterbildungskosten gefördert werden.
Vor der Anmeldung sollten Interessenten die individuelle Prüfungszulassung, die Möglichkeit eines späteren Kurseinstiegs und die vollständigen Kosten klären.
Quellen und weiterführende Informationen
- IHK Nürnberg: Industriemeister Naturwerkstein – Prüfung und Rechtsvorschrift
- IHK Nürnberg: Besondere Prüfungsrechtsvorschrift (PDF)
- IHK Akademie Mittelfranken: Lehrgang, Preis und Unterricht
- Miehling Meisterschule: Lehrgangsorganisation
- Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET Industriemeister Naturwerkstein
- Bundesrecht: Meisterprüfung im Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk
- Offizielle Informationen zum Aufstiegs-BAföG
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas
