Augenoptikermeister werden: Voraussetzungen, Meisterschule, Kosten und Gehalt

Wer als Augenoptiker beruflich aufsteigen, eine Filiale leiten oder ein eigenes Augenoptikgeschäft eröffnen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Augenoptikermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet fundiertes Fachwissen über das Sehen mit optischer Messtechnik, Kontaktlinsenanpassung, Kundenberatung und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.

Augenoptikermeisterinnen und Augenoptikermeister ermitteln den Korrektionsbedarf für Sehhilfen, passen Brillen und Kontaktlinsen an, führen augenoptische und optometrische Untersuchungen im Rahmen ihrer beruflichen Befugnisse durch und übernehmen Verantwortung für die fachgerechte Kundenversorgung.

Auch die Digitalisierung der Augenoptik, moderne Messgeräte und die zunehmende Bedeutung der Optometrie verändern das Berufsbild. Seit Juli 2026 gilt deshalb eine neue Augenoptikermeisterverordnung mit aktualisierten Prüfungsanforderungen.

Doch welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Augenoptikermeisterschule, was kostet sie und welche Verdienstmöglichkeiten bietet der Abschluss? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Augenoptikermeister: Das Wichtigste im Überblick

Abschluss Augenoptikermeister / Augenoptikermeisterin
Zuständigkeit Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss
Abschlussstatus Bundesweit geregelter Meisterabschluss im zulassungspflichtigen Handwerk
Rechtsgrundlage Handwerksordnung und Augenoptikermeisterverordnung vom 8. Juli 2025
Geltende Verordnung Seit 1. Juli 2026, mit Übergangsregelungen
Prüfung Vier selbstständige Meisterprüfungsteile
Teil I Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe
Zulassung In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich
Unterrichtsformen Vollzeit, Teilzeit und hybride Unterrichtsmodelle
Dauer Häufig etwa acht bis zwölf Monate in Vollzeit; berufsbegleitend länger
Lehrgangskosten Bei recherchierten Angeboten etwa 10.440 bis 15.900 Euro, abhängig vom enthaltenen Lehrgangsumfang
Förderung Aufstiegs-BAföG und gegebenenfalls weitere Programme
DQR-Niveau Niveau 6
Berufliche Perspektiven Filialleitung, fachliche Betriebsleitung, Kontaktlinsenspezialisierung, Optometrie und Selbstständigkeit

Das Augenoptikerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für die fachlichen Prüfungsteile I und II gilt die Augenoptikermeisterverordnung vom 8. Juli 2025. Sie ist am 1. Juli 2026 in Kraft getreten.

Der Augenoptikermeister gehört zur höheren beruflichen Bildung und ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet.

Mit bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Augenoptiker-Handwerk erworben.

Die Qualifikation ist damit dem Niveau eines akademischen Bachelorabschlusses zugeordnet, stellt aber selbst keinen Hochschulabschluss dar.

Welche Aufgaben hat ein Augenoptikermeister?

Augenoptikermeister übernehmen anspruchsvolle fachliche, technische und kaufmännische Aufgaben. Sie begleiten Kunden von der augenoptischen Beratung über die Bestimmung geeigneter Korrektionswerte bis zur Anpassung und Abgabe der Sehhilfe.

Je nach Unternehmen arbeiten sie selbst intensiv mit Kunden oder konzentrieren sich stärker auf fachliche Betriebsleitung, Mitarbeiterführung und Organisation.

Sehschärfenbestimmung und Refraktion

Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Bestimmung der Fehlsichtigkeit und die Ermittlung geeigneter Korrektionswerte.

Zu den typischen Tätigkeiten gehören:

  • Durchführung einer augenoptischen Anamnese
  • Bestimmung der Sehschärfe
  • Objektive und subjektive Refraktionsbestimmung
  • Prüfung des beidäugigen Sehens
  • Bestimmung von Korrektionswerten für Fern- und Nahsehen
  • Beratung über geeignete Brillengläser
  • Dokumentation der Untersuchungsergebnisse

Welche Untersuchungen durchgeführt werden dürfen, richtet sich nach der beruflichen Qualifikation und den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen.

Brillenberatung und Brillenanpassung

Augenoptikermeister beraten Kunden bei der Auswahl geeigneter Brillenfassungen und Brillengläser.

Dabei berücksichtigen sie die ermittelten Korrektionswerte, anatomische Gegebenheiten, individuelle Sehgewohnheiten und ästhetische Wünsche.

Zu den Aufgaben gehören:

  • Auswahl geeigneter Brillengläser
  • Beratung zu Einstärken-, Mehrstärken- und Gleitsichtgläsern
  • Bestimmung der Zentrierdaten
  • Anpassung der Brillenfassung
  • Qualitätskontrolle der fertigen Brille
  • Beratung zu Arbeitsplatz- und Spezialbrillen
  • Nachbetreuung und Optimierung der Sehhilfe

Kontaktlinsenanpassung

Auch die Versorgung mit Kontaktlinsen gehört zu den anspruchsvollen Tätigkeiten im Augenoptikerhandwerk.

Augenoptikermeister ermitteln die notwendigen Messwerte, wählen geeignete Kontaktlinsen aus und überprüfen deren Sitz sowie die erreichte Sehkorrektion.

Wichtige Aufgaben sind:

  • Erhebung der augenoptischen Anamnese
  • Refraktionsbestimmung
  • Inspektion der relevanten Augenabschnitte im Rahmen der beruflichen Befugnisse
  • Ermittlung der Kontaktlinsenparameter
  • Anpassung formstabiler und weicher Kontaktlinsen
  • Kontrolle von Sitz und Verträglichkeit
  • Beratung zu Pflege, Hygiene und Trageverhalten
  • Regelmäßige Nachkontrollen

Optometrische Untersuchungen

Die neue Augenoptikermeisterverordnung berücksichtigt ausdrücklich verschiedene optometrische Untersuchungsverfahren.

Dazu können orientierende Untersuchungen des Sehens und bestimmter Augenfunktionen gehören.

Wichtig ist dabei die Abgrenzung zur Augenheilkunde: Augenoptikermeister sind keine Augenärzte. Die Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen gehören grundsätzlich in die ärztliche Zuständigkeit.

Ergeben sich Hinweise auf mögliche gesundheitliche Auffälligkeiten, ist eine geeignete ärztliche Abklärung erforderlich.

Betriebsführung und Mitarbeiterleitung

Neben dem fachlichen Können benötigen Augenoptikermeister umfangreiche kaufmännische und organisatorische Kenntnisse.

Typische Aufgaben sind:

  • Leitung eines Augenoptikgeschäfts
  • Personal- und Einsatzplanung
  • Warenwirtschaft und Einkauf
  • Kundenberatung und Verkaufsorganisation
  • Qualitätsmanagement
  • Marketing und Kundenbindung
  • Kalkulation und Kostenkontrolle
  • Planung betrieblicher Investitionen
  • Ausbildung und Weiterbildung von Mitarbeitenden

Welche Voraussetzungen gelten für die Augenoptikermeisterprüfung?

Die Zulassung zur Meisterprüfung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.

Der klassische Zugangsweg ist eine erfolgreich abgeschlossene Gesellenprüfung im Augenoptikerhandwerk.

Auch mit einer entsprechenden Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder einer gleichgestellten Abschlussprüfung kann eine Zulassung möglich sein.

Wie viel Berufserfahrung wird benötigt?

Wer die einschlägige Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung bestanden hat, benötigt grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre.

Bei bestimmten anerkannten einschlägigen Ausbildungsberufen mit einer vorgeschriebenen Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren ist grundsätzlich mindestens ein Jahr einschlägige Berufstätigkeit nachzuweisen.

Zulassung mit einem anderen Berufsabschluss

Auch Personen mit einer anderen abgeschlossenen anerkannten Berufsausbildung können unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden.

Hierfür kann eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit im Augenoptikerhandwerk erforderlich sein. Nach den gesetzlichen Vorgaben dürfen dafür grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.

Weitere Zugangswege bestehen beispielsweise bei bereits bestandenen anderen Meisterprüfungen oder entsprechend anerkannten beruflichen Qualifikationen.

In bestimmten Fällen können Fachschulzeiten berücksichtigt oder gesetzlich vorgesehene Ausnahmen zugelassen werden.

Ist eine Meisterschule vorgeschrieben?

Nein. Der Besuch eines Meistervorbereitungslehrgangs ist grundsätzlich keine gesetzliche Zulassungsvoraussetzung.

Wegen der anspruchsvollen Refraktionsbestimmungen, Kontaktlinsenanpassungen und optometrischen Prüfungsleistungen ist eine gründliche praktische und theoretische Vorbereitung jedoch empfehlenswert.

Wichtig: Vor der Anmeldung sollte die zuständige Handwerkskammer prüfen, ob die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind. Besonders bei fachfremden Berufsabschlüssen oder bereits bestandenen Fortbildungsprüfungen kann eine individuelle Prüfung notwendig sein.

Wie läuft die Augenoptikermeisterprüfung ab?

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen.

Die fachpraktischen und fachtheoretischen Teile I und II richten sich seit dem 1. Juli 2026 nach der neuen Augenoptikermeisterverordnung.

Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung

Der fachpraktische Prüfungsteil besteht aus drei Bereichen:

  • Meisterprüfungsprojekt
  • Fachgespräch
  • Situationsaufgabe

Meisterprüfungsprojekt: Kontaktlinsenversorgung

Das Meisterprüfungsprojekt behandelt den vollständigen Prozess einer Kontaktlinsenversorgung.

Die Prüflinge müssen die notwendigen Untersuchungen durchführen, geeignete Kontaktlinsen anpassen und ihre Entscheidungen dokumentieren.

Zu den Planungsarbeiten gehören insbesondere:

  • Augenoptische Anamnese
  • Sehschärfenbestimmung
  • Durchführung geeigneter Eingangstests
  • Refraktionsbestimmung für die Ferne
  • Prüfung auf Refraktionsgleichgewicht
  • Monokularer Feinabgleich unter binokularen Bedingungen

Im praktischen Teil müssen der vordere und hintere Augenabschnitt inspiziert und die für die Kontaktlinsenversorgung notwendigen Messwerte ermittelt werden.

Anschließend erfolgt die Anpassung entweder einer formstabilen und einer weichen Kontaktlinse oder zweier formstabiler Kontaktlinsen.

Außerdem müssen eine Kalkulation und eine fachgerechte Dokumentation erstellt werden.

Für das Meisterprüfungsprojekt stehen drei Stunden zur Verfügung.

Bewertung des Meisterprüfungsprojekts

Die einzelnen Prüfungsleistungen werden folgendermaßen gewichtet:

  • Planungsarbeiten: 40 Prozent
  • Durchführungsarbeiten: 45 Prozent
  • Kontrolle und Dokumentation: 15 Prozent

Fachgespräch

Im Fachgespräch erläutern die Prüflinge ihre fachlichen Entscheidungen aus dem Meisterprüfungsprojekt.

Sie müssen das Vorgehen begründen, Kundenwünsche berücksichtigen und fachliche, wirtschaftliche sowie rechtliche Zusammenhänge erläutern.

Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.

Situationsaufgabe

Die Situationsaufgabe ergänzt die fachpraktische Prüfung um weitere augenoptische und optometrische Tätigkeiten.

Sie umfasst drei Aufgabenbereiche:

  • Durchführung einer Binokularprüfung sowie einer Nahglasbestimmung
  • Durchführung und Beurteilung ausgewählter optometrischer Untersuchungen
  • Organisation und Qualitätsprüfung einer Brillenversorgung

Zu den optometrischen Untersuchungen gehören nach den Vorgaben der Verordnung unter anderem alternative Prüfungen aus folgenden Bereichen:

  • Automatische Gesichtsfeldmessung oder Dämmerungssehtest
  • Tonometrie oder Messung der Augenbaulänge
  • Kontrastsehtest oder Farbensehtest

Im Bereich Brillenversorgung müssen Korrektionswirkungen und Anpassparameter für eine Fertigungsanweisung festgelegt und dokumentiert sowie ein Fertigungsergebnis kontrolliert werden.

Für die gesamte Situationsaufgabe stehen 1,5 Stunden zur Verfügung.

Die drei Arbeiten werden einzeln bewertet und gleichgewichtet zum Gesamtergebnis der Situationsaufgabe zusammengefasst.

Wie wird Teil I bewertet?

Das Meisterprüfungsprojekt und das Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.

Das daraus ermittelte Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.

Für das Bestehen müssen die vorgeschriebenen Mindestbewertungen in allen Prüfungsbestandteilen und im Gesamtergebnis erreicht werden.

Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung

Die neue Augenoptikermeisterverordnung gliedert Teil II in drei handlungsorientierte Prüfungsfelder.

1. Kundenanforderungen analysieren, Lösungen erarbeiten und anbieten

In diesem Handlungsfeld müssen die Teilnehmer Kundenwünsche beurteilen und fachlich geeignete Lösungen entwickeln.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Analyse von Sehbeschwerden und Kundenanforderungen
  • Bewertung von Untersuchungsergebnissen
  • Auswahl geeigneter augenoptischer Versorgungslösungen
  • Beratung zu Brillen und Kontaktlinsen
  • Bewertung unterschiedlicher Korrektionsmöglichkeiten
  • Kalkulation und Angebotserstellung
  • Berücksichtigung rechtlicher und wirtschaftlicher Anforderungen

2. Leistungen erbringen, kontrollieren und übergeben

Dieses Handlungsfeld behandelt die fachgerechte Durchführung und Qualitätskontrolle augenoptischer Dienstleistungen.

Wichtige Themen sind:

  • Planung und Durchführung augenoptischer Untersuchungen
  • Brillen- und Kontaktlinsenversorgung
  • Bewertung von Messergebnissen
  • Prüfung von Sehhilfen
  • Qualitätssicherung und technische Dokumentation
  • Kundenberatung und Nachbetreuung
  • Berücksichtigung anatomischer und physiologischer Anforderungen

3. Einen Augenoptikbetrieb führen und organisieren

Im dritten Handlungsfeld stehen Betriebswirtschaft, Personalführung und Organisation im Mittelpunkt.

Zu den Themen gehören:

  • Kostenrechnung und betriebliche Kennzahlen
  • Personalführung und Personalentwicklung
  • Warenwirtschaft und Einkauf
  • Qualitätsmanagement
  • Marketing und Kundenbindung
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Digitalisierung betrieblicher Prozesse
  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
  • Investitionsplanung und Unternehmensorganisation

Die Prüfungen in Teil II bestehen aus schriftlichen fallbezogenen Aufgaben.

Für jedes Handlungsfeld stehen drei Stunden zur Verfügung. An einem Prüfungstag dürfen höchstens sechs Stunden Prüfungszeit angesetzt werden.

Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse

Teil III vermittelt die Grundlagen für eine wirtschaftliche Unternehmensführung.

Zu den Inhalten gehören:

  • Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beurteilen
  • Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
  • Unternehmensstrategien entwickeln
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Finanzierung und Investitionsplanung
  • Rechtliche Grundlagen der Unternehmensführung

Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Im vierten Teil werden Kenntnisse geprüft, die für eine fachgerechte betriebliche Ausbildung benötigt werden.

Hierzu gehören die Vorbereitung und Planung der Ausbildung, die Gestaltung von Lernprozessen und die Bewertung von Ausbildungsleistungen.

Wer bereits entsprechende gleichwertige Prüfungen bestanden hat, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen beantragen.

Welche Prüfungsordnung gilt bei älteren Prüfungen?

Die aktuelle Augenoptikermeisterverordnung ist am 1. Juli 2026 in Kraft getreten.

Prüfungsverfahren, die bis zum 30. Juni 2026 begonnen wurden, werden grundsätzlich nach der bisherigen Verordnung beendet.

Wer sich bis zum 31. Dezember 2026 zur Prüfung anmeldet, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen verlangen, noch nach den bisherigen Vorschriften geprüft zu werden.

Für bestimmte Wiederholungsprüfungen gelten ebenfalls Übergangsregelungen.

Die jeweils anzuwendende Prüfungsordnung sollte frühzeitig mit dem zuständigen Meisterprüfungsausschuss geklärt werden.

Welche Inhalte werden in der Augenoptikermeisterschule vermittelt?

Die Meistervorbereitung kombiniert theoretische Kenntnisse der Optik mit praktischer Messtechnik, Kontaktlinsenanpassung, Kundenberatung und Betriebswirtschaft.

Die genauen Inhalte unterscheiden sich je nach Anbieter und Lehrgangskonzept.

Optik und Refraktionsbestimmung

  • Geometrische und physikalische Optik
  • Optische Abbildung und Linsensysteme
  • Physiologie des Sehens
  • Objektive und subjektive Refraktion
  • Sehschärfenbestimmung
  • Prüfung des beidäugigen Sehens
  • Bestimmung geeigneter Korrektionswerte

Kontaktlinsen und Sehhilfen

  • Kontaktlinsenkunde
  • Kontaktlinsenanpassung
  • Inspektion relevanter Augenstrukturen
  • Messung und Bewertung von Kontaktlinsenparametern
  • Brillenglasbestimmung
  • Gleitsicht- und Spezialgläser
  • Zentrierung und Brillenanpassung
  • Qualitätskontrolle

Optometrie und Augenfunktionen

  • Anatomie und Physiologie des Auges
  • Optometrische Untersuchungsmethoden
  • Binokularsehen
  • Kontrast- und Farbensehen
  • Gesichtsfelduntersuchungen
  • Orientierende Untersuchungen der Augenfunktionen
  • Bewertung von Untersuchungsergebnissen
  • Erkennen von Situationen mit ärztlichem Abklärungsbedarf

Augenoptikermeister müssen ihre berufsrechtlichen Grenzen kennen. Die Feststellung und Behandlung von Augenerkrankungen bleibt grundsätzlich Aufgabe der entsprechend befugten Heilberufe.

Werkstatttechnik und Brillenfertigung

  • Brillenglasbearbeitung
  • Brillenfassungen und Werkstoffkunde
  • Zentriermethoden
  • Anpassung und Instandsetzung von Brillen
  • Technische Messverfahren
  • Fertigungsanweisungen
  • Qualitätskontrolle und Dokumentation

Betriebswirtschaft und Unternehmensführung

  • Kalkulation und Preisgestaltung
  • Warenwirtschaft
  • Personalplanung
  • Unternehmenskennzahlen
  • Marketing und Kundenbindung
  • Qualitätsmanagement
  • Rechtliche Grundlagen
  • Unternehmensgründung und Betriebsübernahme

Digitalisierung in der Augenoptik

Auch digitale Verfahren spielen eine zunehmende Rolle. Moderne Augenoptikbetriebe verwenden unter anderem digitale Zentriersysteme, computergestützte Refraktionsgeräte und elektronische Warenwirtschaftssysteme.

Weitere Entwicklungen betreffen die digitale Dokumentation, moderne Kontaktlinsendiagnostik und die Vernetzung von Mess- und Beratungssystemen.

Welche Technologien in der Meisterschule eingesetzt werden, hängt von deren technischer Ausstattung ab.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Augenoptikermeister?

Die Dauer der Meistervorbereitung hängt vom Bildungsträger, der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Bei den recherchierten Angeboten dauert ein Vollzeitlehrgang häufig ungefähr acht bis zwölf Monate. Berufsbegleitende Lehrgänge verteilen sich über einen längeren Zeitraum.

Augenoptikermeisterschule in Vollzeit

Die ZVA-Akademie in Dormagen bietet beispielsweise einen Vollzeitkurs an, der am 27. September 2027 beginnt.

Das Lehrgangskonzept verbindet die Vorbereitung auf die Meisterprüfung mit zusätzlichen optometrischen Unterrichtsinhalten.

Das Norddeutsche Optik Colleg in Schwarmstedt bietet einen Vollzeitkurs für die Teile I und II vom 4. Oktober 2027 bis zum 19. Mai 2028 an.

Berufsbegleitende Meisterschule

Wer weiterhin berufstätig bleiben möchte, kann einen Teilzeitkurs besuchen.

Das Norddeutsche Optik Colleg bietet beispielsweise einen Teilzeitkurs für die Teile I und II vom 1. November 2027 bis zum 7. Februar 2029 an.

Auch die ZVA-Akademie hat einen berufsbegleitenden Meisterkurs mit Beginn am 4. Januar 2027 angekündigt.

Kann man den Augenoptikermeister online machen?

Einige Bildungsträger bieten hybride Konzepte mit digitalen Unterrichtseinheiten und Präsenzphasen an.

Die praktische Ausbildung erfordert jedoch umfangreiche Übungen an optischen Messgeräten sowie die Durchführung von Refraktionsbestimmungen und Kontaktlinsenanpassungen.

Deshalb sollte ein reines Onlineangebot nicht automatisch mit einer vollständigen Vorbereitung auf die Meisterprüfung gleichgesetzt werden.

Was kostet die Augenoptikermeisterschule?

Die Lehrgangskosten unterscheiden sich je nach Anbieter, Unterrichtsform und enthaltenen Prüfungsteilen.

Zusätzlich zu den Kursgebühren können Prüfungsgebühren, Lernmittel, technische Ausstattung sowie Fahrt- und Unterkunftskosten entstehen.

Aktuelle Kostenbeispiele

Anbieter Lehrgang Gebühr
Optonia, Diez Teile I und II 10.440 €
Norddeutsches Optik Colleg Teile I und II, Vollzeit oder Teilzeit 12.863 €
Optonia, Diez Teile I bis IV 13.030 €
ZVA-Akademie Dormagen Vollzeit inkl. Optometrist HWK, ausgeschriebener Kurs ab September 2026 15.900 €

Stand der Recherche: Oktober 2026. Die Beträge stammen aus veröffentlichten Anbieterinformationen. Unterschiedliche Kursumfänge und Zusatzqualifikationen schränken die direkte Vergleichbarkeit ein. Gebühren und Konditionen können sich ändern.

Welche weiteren Kosten entstehen?

Bei Optonia werden zusätzlich zu den Kursgebühren Prüfungsgebühren der Handwerkskammer Koblenz genannt. Diese liegen nach den veröffentlichten Angaben derzeit bei ungefähr 1.740 Euro für alle Prüfungsteile.

Darüber hinaus können weitere Ausgaben anfallen:

  • Prüfungsgebühren
  • Fachliteratur und Unterrichtsmaterial
  • Technische Hilfsmittel und Ausstattung
  • Fahrtkosten
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Möglicher Verdienstausfall bei Vollzeitunterricht
  • Zusätzliche Lehrgänge für die Teile III und IV

Tipp: Vor der Anmeldung sollten Sie genau vergleichen, welche Prüfungsteile und Zusatzqualifikationen enthalten sind. Ein Meisterkurs mit zusätzlicher Optometristenqualifikation ist nicht ohne Weiteres mit einer reinen Vorbereitung auf die fachlichen Teile I und II vergleichbar.

Welche Augenoptikermeisterschulen gibt es?

Die Meistervorbereitung wird unter anderem von spezialisierten Augenoptikfachschulen, verbandlichen Bildungseinrichtungen und Handwerkskammern angeboten.

Bei der Auswahl spielen die Unterrichtsform, die praktische Ausstattung, der Umfang der optometrischen Ausbildung und die Gesamtkosten eine wichtige Rolle.

Akademie der Augenoptik – ZVA-Bildungszentrum in Dormagen

Die Akademie der Augenoptik in Dormagen bietet Meistervorbereitungskurse in verschiedenen Unterrichtsformen an.

Ein Vollzeitkurs beginnt am 27. September 2027. Ein Digital-Dual-Kurs startet am 16. August 2027. Außerdem wird ein berufsbegleitender Teilzeitkurs ab dem 4. Januar 2027 angeboten.

Das Lehrgangskonzept kombiniert die Vorbereitung auf die Augenoptikermeisterprüfung mit der Fortbildung zum Optometristen (HWK).

Für einen Vollzeitkurs mit Beginn im September 2026 wurde eine Gebühr von 15.900 Euro veröffentlicht. Die aktuelle Gebühr für einen späteren Kurs sollte vor der Anmeldung beim Anbieter überprüft werden.

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Optonia – Private Fachschule für Augenoptik und Optometrie

Optonia ist eine private Fachschule in Diez und bietet Vorbereitungskurse auf die Augenoptikermeisterprüfung an.

Es stehen Vollzeit- und Teilzeitmodelle zur Verfügung.

Die Schule veröffentlicht folgende Lehrgangsgebühren:

  • Teile I und II: 10.440 Euro
  • Teile I bis IV: 13.030 Euro
  • Teile I bis III: 12.620 Euro
  • Teile I, II und IV: 10.840 Euro

Die Prüfungsgebühren der Handwerkskammer sind gesondert zu berücksichtigen.

Meistervorbereitungskurse von Optonia ansehen

Norddeutsches Optik Colleg in Schwarmstedt

Das Norddeutsche Optik Colleg bietet unterschiedliche Vorbereitungsmodelle für die Augenoptikermeisterprüfung an.

Ein Vollzeitkurs für die Teile I und II läuft vom 4. Oktober 2027 bis zum 19. Mai 2028.

Ein berufsbegleitender Teilzeitkurs ist vom 1. November 2027 bis zum 7. Februar 2029 ausgeschrieben.

Die veröffentlichte Kursgebühr beträgt jeweils 12.863 Euro.

Der Unterricht umfasst umfangreiche theoretische und praktische Inhalte. Die Schule verfügt über augenoptische Messgeräte und Praxisräume.

Vollzeitkurs am Norddeutschen Optik Colleg ansehen

Teilzeitkurs am Norddeutschen Optik Colleg ansehen

Handwerkskammer Dortmund

Die Handwerkskammer Dortmund bietet Vollzeitlehrgänge zur Vorbereitung auf die fachlichen Meisterprüfungsteile I und II an.

Ein ausgeschriebener Lehrgang läuft vom 30. August 2027 bis zum 19. Mai 2028.

Die Teile III und IV können im Rahmen gesonderter Vorbereitungskurse absolviert werden.

Aktuelle Gebühren und freie Plätze sollten direkt beim Anbieter erfragt beziehungsweise im jeweiligen Kursangebot überprüft werden.

Augenoptikermeisterschule der HWK Dortmund ansehen

Hinweis: Die genannten Anbieter werden neutral vorgestellt. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Termine, Gebühren und Platzverfügbarkeiten können sich ändern.

Welche Förderung gibt es für angehende Augenoptikermeister?

Die Vorbereitung auf die Augenoptikermeisterprüfung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Die Förderung unterstützt geeignete berufliche Aufstiegsfortbildungen und ist sowohl bei Vollzeit- als auch bei Teilzeitmaßnahmen möglich.

Förderung von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Nach den derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Die Förderung umfasst insbesondere:

  • 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Die Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
  • Einen möglichen Darlehenserlass bei erfolgreich bestandener Fortbildungsprüfung

Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG

Bei förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 12.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Rechnung:

  • Förderfähige Gesamtkosten: 12.000 Euro
  • Zuschuss in Höhe von 50 Prozent: 6.000 Euro
  • Mögliches KfW-Darlehen: 6.000 Euro
  • Möglicher Darlehenserlass nach bestandener Prüfung: 3.000 Euro

Wird das Darlehen vollständig in Anspruch genommen und werden die gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass erfüllt, verbleiben in diesem Beispiel 3.000 Euro zurückzuzahlen.

Die tatsächliche Belastung kann aufgrund weiterer Kosten und individueller Förderbedingungen abweichen.

Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen

Wer einen geeigneten Vollzeit-Meisterlehrgang besucht, kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten.

Die konkrete Höhe richtet sich nach den gesetzlichen Regelungen und den persönlichen Verhältnissen.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland können zusätzliche Programme wie Meisterprämien oder Meisterboni bestehen.

Auch eine Unterstützung durch den Arbeitgeber oder die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten kann interessant sein.

Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.

Wie viel verdient ein Augenoptikermeister?

Das Gehalt als Augenoptikermeister hängt unter anderem von der Region, der Berufserfahrung, der Unternehmensgröße und dem tatsächlichen Verantwortungsbereich ab.

Ein Augenoptikermeister mit Filialverantwortung kann anders bezahlt werden als ein Meister, der überwiegend in der Kundenberatung und Kontaktlinsenanpassung tätig ist.

Was sagt der Entgeltatlas?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die Berufsgruppe der Aufsichtskräfte in der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik einen mittleren Bruttomonatsverdienst von 4.421 Euro aus.

Das untere Quartil beträgt 3.733 Euro und das obere Quartil 5.354 Euro brutto monatlich.

Zu dieser Berufsgruppe gehören neben Augenoptikermeistern auch andere Meister- und Aufsichtstätigkeiten, beispielsweise im Hörakustiker- und Orthopädietechnikerhandwerk.

Der Wert ist deshalb eine Orientierung, aber kein ausschließlich für Augenoptikermeister ermittelter Durchschnittsverdienst.

Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte und stellen keine verbindlichen Gehaltszusagen dar.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Augenoptikermeister.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

  • Berufserfahrung
  • Verantwortung für Mitarbeitende und Filialen
  • Größe des Unternehmens
  • Regionale Arbeitsmarktsituation
  • Spezialisierung auf Kontaktlinsen und Optometrie
  • Zusätzliche Qualifikationen
  • Tarifliche oder individuelle Vergütungsvereinbarungen
  • Angestelltenverhältnis oder Selbstständigkeit

Bei selbstständigen Augenoptikermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab.

Umsatz, Unternehmensgewinn und persönlich verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Kann man sich als Augenoptikermeister selbstständig machen?

Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.

Das Augenoptikerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterabschluss ist dafür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Was braucht man für ein eigenes Augenoptikgeschäft?

  • Erstellung eines tragfähigen Businessplans
  • Standortanalyse und Zielgruppenbestimmung
  • Finanzierung der Geschäfts- und Werkstattausstattung
  • Anschaffung geeigneter Messgeräte
  • Warenwirtschaft und Lieferanten
  • Brillenfassungen und Brillengläser
  • Kontaktlinsensortiment
  • Personalplanung und Qualifikation
  • Datenschutz und Dokumentationsprozesse
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Liquiditätsplanung und Kostenkontrolle

Je nach betrieblicher Ausrichtung können zusätzliche Investitionen in moderne Refraktionsgeräte, digitale Zentriersysteme und optometrische Untersuchungstechnik notwendig sein.

Auch die Übernahme eines bestehenden Augenoptikgeschäfts kann eine interessante Möglichkeit darstellen.

Eine frühzeitige Gründungsberatung bei der zuständigen Handwerkskammer ist empfehlenswert.

Welche Karrierechancen bietet der Augenoptikermeister?

Der Meisterabschluss eröffnet verschiedene berufliche Perspektiven im Augenoptikerhandwerk.

Filialleitung

Augenoptikermeister können die fachliche und organisatorische Leitung einer Filiale übernehmen.

Zu den Aufgaben gehören Personalplanung, Kundenberatung, Qualitätsmanagement und wirtschaftliche Betriebsführung.

Technische Betriebsleitung

Eine weitere Möglichkeit ist die Übernahme der technischen Verantwortung in einem Augenoptikbetrieb.

Dabei müssen insbesondere die fachgerechte Versorgung der Kunden und die Einhaltung der geltenden rechtlichen Anforderungen sichergestellt werden.

Spezialisierung auf Kontaktlinsen

Augenoptikermeister können ihre Kenntnisse durch zusätzliche Fortbildungen in der Kontaktlinsenanpassung vertiefen.

Interessante Bereiche sind beispielsweise formstabile Kontaktlinsen, Spezialkontaktlinsen und die Versorgung von Kunden mit anspruchsvollen Korrektionsanforderungen.

Weiterbildung in der Optometrie

Wer seine Kenntnisse über optometrische Untersuchungen weiter ausbauen möchte, kann eine zusätzliche Fortbildung zum Optometristen in Betracht ziehen.

Je nach Bildungsanbieter wird diese Weiterbildung bereits zusammen mit der Meistervorbereitung angeboten oder kann später gesondert absolviert werden.

Ausbildung und Weiterbildung

Mit dem Meisterabschluss können Fachkräfte im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen Auszubildende betreuen und ausbilden.

Auch eine Tätigkeit in der beruflichen Weiterbildung kann möglich sein.

Weiterbildung zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung

Wer stärker kaufmännische und strategische Aufgaben übernehmen möchte, kann sich zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung weiterbilden.

Diese Fortbildung vermittelt vertiefte Kenntnisse in Unternehmensführung, Finanzierung, Personalmanagement und Strategie.

Studium nach der Meisterprüfung

Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.

Die genauen Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.

Passende Studienrichtungen können beispielsweise Augenoptik, Optometrie, Medizintechnik oder Betriebswirtschaft sein.

Augenoptikermeister oder Optometrist: Wo liegen die Unterschiede?

Augenoptikermeister und Optometrist werden im Berufsalltag häufig gemeinsam genannt. Die Qualifikationen sollten jedoch nicht gleichgesetzt werden.

Der Augenoptikermeister ist ein bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss.

Die Weiterbildung zum Optometristen kann dagegen je nach Anbieter und Prüfungsordnung als zusätzliche berufliche Qualifikation erworben werden. Auch akademische Studiengänge im Bereich Optometrie sind möglich.

Kriterium Augenoptikermeister Optometrist
Qualifikation Bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss Je nach Bildungsweg berufliche Zusatzqualifikation oder akademische Qualifikation
Schwerpunkt Augenoptik, Sehhilfenversorgung, Kontaktlinsen und Betriebsführung Vertiefte optometrische Untersuchungsmethoden und Sehfunktionsanalyse
Meisterbrief Ja Nicht automatisch
Betriebsführung im zulassungspflichtigen Augenoptikerhandwerk Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis Handwerksrechtliche Voraussetzungen gesondert prüfen

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zum Augenarzt. Weder der Augenoptikermeisterabschluss noch eine zusätzliche Optometristenqualifikation begründen automatisch eine ärztliche Approbation oder die Befugnis zur Ausübung sämtlicher heilkundlicher Tätigkeiten.

Wer vor allem einen eigenen Augenoptikbetrieb führen oder eine fachliche Leitungsposition übernehmen möchte, findet im Meisterabschluss häufig den passenden Weg.

Wer seine Untersuchungskompetenzen zusätzlich vertiefen möchte, kann darauf aufbauend eine geeignete Optometriefortbildung prüfen.

Häufige Fragen zum Augenoptikermeister

Wie lange dauert es, Augenoptikermeister zu werden?

Die Dauer hängt vom Anbieter und der Unterrichtsform ab. Vollzeitkurse dauern häufig ungefähr acht bis zwölf Monate. Berufsbegleitende Lehrgänge können eineinhalb Jahre oder länger dauern.

Was kostet die Augenoptikermeisterschule?

Bei den recherchierten Angeboten liegen die Lehrgangsgebühren je nach Umfang ungefähr zwischen 10.440 und 15.900 Euro. Prüfungsgebühren, Lernmittel und gegebenenfalls Unterkunft oder zusätzliche Prüfungsteile können weitere Kosten verursachen.

Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Berufsabschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.

Kann man Augenoptikermeister berufsbegleitend machen?

Ja. Verschiedene Bildungsträger bieten Teilzeitkurse oder hybride Unterrichtsmodelle an. Die praktische Ausbildung erfordert jedoch geeignete Präsenzphasen und Übungen an augenoptischen Geräten.

Welche Prüfungsordnung gilt für den Augenoptikermeister?

Seit dem 1. Juli 2026 gilt die Augenoptikermeisterverordnung vom 8. Juli 2025. Für bestimmte ältere Prüfungsverfahren bestehen Übergangsregelungen.

Ist der Augenoptikermeister ein Bachelor Professional?

Ja. Mit bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional erworben.

Die Qualifikation gehört zum DQR-Niveau 6, ist aber kein akademischer Hochschulabschluss.

Was wird in der praktischen Meisterprüfung verlangt?

Teil I umfasst ein Meisterprüfungsprojekt zur Kontaktlinsenversorgung, ein darauf bezogenes Fachgespräch und eine Situationsaufgabe mit weiteren augenoptischen und optometrischen Prüfungsleistungen.

Darf ein Augenoptikermeister Augenkrankheiten diagnostizieren?

Augenoptikermeister dürfen im Rahmen ihrer beruflichen Befugnisse augenoptische und optometrische Untersuchungen durchführen.

Die medizinische Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen gehören grundsätzlich zur ärztlichen Heilkunde. Auffällige Untersuchungsergebnisse können deshalb eine augenärztliche Abklärung erforderlich machen.

Braucht man einen Meisterbrief für ein eigenes Augenoptikgeschäft?

Für den selbstständigen Betrieb eines zulassungspflichtigen Augenoptikerhandwerks ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Wie viel verdient ein Augenoptikermeister?

Das Gehalt hängt unter anderem von Region, Berufserfahrung und Führungsverantwortung ab. Der Entgeltatlas nennt für die breitere Berufsgruppe der Aufsichtskräfte in der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik einen Median von 4.421 Euro brutto monatlich. Dies ist kein ausschließlich für Augenoptikermeister ermittelter Durchschnitt.

Wird die Meisterschule gefördert?

Ja. Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Weitere Förderprogramme können je nach Bundesland bestehen.

Lohnt sich die Weiterbildung zum Augenoptikermeister?

Der Meisterabschluss kann sich besonders für Fachkräfte lohnen, die eine Filiale leiten, einen eigenen Augenoptikbetrieb führen oder sich technisch und optometrisch weiterqualifizieren möchten.

Ob sich die Weiterbildung finanziell rechnet, hängt von den Gesamtkosten, der Förderung und den späteren beruflichen Perspektiven ab.

Fazit: Augenoptikermeister als nächster Karriereschritt

Die Weiterbildung zum Augenoptikermeister eröffnet Fachkräften des Augenoptikerhandwerks zahlreiche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Abschluss verbindet fundierte Kenntnisse über das Sehen und die Versorgung mit Sehhilfen mit moderner Messtechnik, Kundenberatung, Betriebsführung und Mitarbeiterleitung.

Die neue Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt insbesondere Kontaktlinsenversorgung, optometrische Untersuchungen und handlungsorientierte betriebliche Aufgaben.

Besonders interessant ist die Qualifikation für Beschäftigte, die langfristig ein eigenes Augenoptikgeschäft führen, eine Filiale leiten oder sich auf bestimmte Bereiche der Augenoptik spezialisieren möchten.

Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, der Umfang des Lehrgangs, die Gesamtkosten und mögliche Fördermöglichkeiten sorgfältig geprüft werden.

Wer im Augenoptikerhandwerk mehr Verantwortung übernehmen und seine beruflichen Möglichkeiten erweitern möchte, schafft mit dem Meisterbrief eine wichtige Grundlage für den nächsten Karriereschritt.

Weitere Informationen zu Meisterabschlüssen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.

Auch unser Ratgeber zum staatlich geprüften Techniker bietet einen Überblick über weitere Wege der beruflichen Aufstiegsfortbildung.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen