Glasermeister werden: Voraussetzungen, Meisterschule, Kosten und Gehalt

Wer als Glaser beruflich aufsteigen, anspruchsvolle Glas- und Fensterkonstruktionen verantworten oder einen eigenen Handwerksbetrieb führen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Glasermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet handwerkliche Fertigkeiten mit moderner Glastechnik, Bauphysik, technischer Planung, Kundenberatung und Betriebsführung.

Glasermeisterinnen und Glasermeister planen, fertigen, montieren und reparieren Glasbauteile. Ihr Tätigkeitsfeld reicht von Fenstern und Glasfassaden über Sicherheits- und Isolierverglasungen bis hin zu anspruchsvollen Glaskonstruktionen und künstlerischer Glasgestaltung.

Besonders im modernen Bauwesen spielen energieeffiziente Verglasungen, sichere Glasbefestigungen und innovative Konstruktionen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig eröffnet das Glaserhandwerk Möglichkeiten in der Sanierung, Denkmalpflege und individuellen Innenraumgestaltung.

Doch welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, welche Kosten entstehen und wie viel verdient ein Glasermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Glasermeister: Das Wichtigste im Überblick

Abschluss Glasermeister / Glasermeisterin
Zuständigkeit Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss
Abschlussstatus Aktueller bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss
Handwerksrecht Zulassungspflichtiges Glaserhandwerk der Anlage A der Handwerksordnung
Rechtsgrundlage Glasermeisterverordnung vom 19. Dezember 2014, geändert 2022
Meisterprüfung Vier selbstständige Prüfungsteile
Teil I Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch, Situationsaufgabe
Meisterprüfungsprojekt Acht Arbeitstage; Auswahl aus fünf gesetzlich festgelegten Aufgabenvarianten
Teil II Gestaltung, Konstruktion und Fertigung; Auftragsabwicklung; Betriebsführung und Betriebsorganisation
Zulassung In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich
Unterrichtsformen Vollzeit und Teilzeit
Dauer Beispielsweise rund sieben Monate Vollzeit oder etwa 17 Monate Teilzeit für Teile I und II
Kostenbeispiele 8.300 bis 10.890 Euro Kursgebühr bei bestätigten Angeboten für Teile I und II; weitere Kosten möglich
Förderung Aufstiegs-BAföG grundsätzlich möglich
DQR-Niveau 6
Karriere Werkstattleitung, Glas- und Fassadenbau, Betriebsführung, Ausbildung und Selbstständigkeit

Das Glaserhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Die fachlichen Teile I und II der Meisterprüfung richten sich nach der Glasermeisterverordnung vom 19. Dezember 2014 in der geltenden Fassung.

Der Abschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Glaser-Handwerk erworben.

Diese Qualifikation liegt auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss, ist jedoch kein Hochschulabschluss.

Welche Aufgaben hat ein Glasermeister?

Glasermeister übernehmen anspruchsvolle technische, handwerkliche, organisatorische und kaufmännische Aufgaben. Sie beraten Kunden, entwickeln geeignete Glaslösungen, planen die Herstellung und Montage und stellen die Qualität der Arbeiten sicher.

Je nach Unternehmensgröße arbeiten sie selbst in der Werkstatt oder auf Baustellen mit. In größeren Betrieben können Projektplanung, Betriebsführung und Mitarbeiterleitung im Vordergrund stehen.

Planung von Glas- und Fensterkonstruktionen

Ein wichtiger Tätigkeitsbereich ist die Entwicklung technischer Lösungen für Bauherren, Unternehmen und private Kunden.

Typische Aufgaben sind:

  • Ermittlung von Kundenwünschen und technischen Anforderungen
  • Beratung zu unterschiedlichen Glasarten
  • Planung von Fenstern, Türen und Glasfassaden
  • Entwicklung geeigneter Glas- und Rahmenkonstruktionen
  • Auswahl von Sicherheits- und Wärmeschutzglas
  • Erstellung technischer Zeichnungen und Fertigungsunterlagen
  • Ermittlung des Materialbedarfs
  • Kalkulation und Angebotserstellung
  • Abstimmung mit Architekten und anderen Gewerken

Glasbearbeitung und Fertigung

Glasermeister müssen die Eigenschaften unterschiedlicher Glasprodukte kennen und geeignete Bearbeitungsverfahren auswählen.

Zu den Tätigkeiten können gehören:

  • Zuschneiden und Bearbeiten geeigneter Gläser
  • Kantenbearbeitung und Oberflächenveredelung
  • Herstellung mehrteiliger Glaskonstruktionen
  • Montage von Glasbeschlägen
  • Fertigung individueller Glasbauteile
  • Qualitätskontrolle und Dokumentation

Die Bearbeitungsmöglichkeiten hängen von der Glasart ab. Thermisch vorgespanntes Sicherheitsglas darf beispielsweise nach dem Vorspannprozess nicht beliebig zugeschnitten oder gebohrt werden.

Montage und Reparatur

Die Montage von Glasbauteilen erfordert eine sorgfältige Arbeitsvorbereitung und die Berücksichtigung von Sicherheitsanforderungen.

Glasermeister planen und überwachen beispielsweise:

  • Einbau von Fenstern und Glasfassaden
  • Montage von Ganzglastüren
  • Reparaturverglasungen
  • Austausch beschädigter Scheiben
  • Montage von Glasabtrennungen
  • Einbau geeigneter Glasbefestigungen
  • Prüfung von Dichtungen und Anschlüssen
  • Abnahme und Dokumentation der Arbeiten

Energieeffizienz und Bauphysik

Im modernen Glasbau spielt der energetische Zustand von Gebäuden eine wichtige Rolle.

Glasermeister berücksichtigen unter anderem:

  • Wärmedämmung von Verglasungen
  • Wärmedurchgangskoeffizienten
  • Sonnenschutz und sommerlichen Wärmeschutz
  • Schallschutz
  • Feuchtigkeit und Kondensationsrisiken
  • Luftdichtheit und Anschlussdetails
  • Energieeffiziente Fenster- und Fassadenkonstruktionen

Betriebsführung und Mitarbeiterleitung

Neben den technischen Aufgaben gehört die wirtschaftliche Organisation zu den wichtigen Tätigkeiten eines Meisters.

  • Auftrags- und Angebotskalkulation
  • Personalplanung und Mitarbeiterführung
  • Materialeinkauf und Lagerhaltung
  • Werkstatt- und Baustellenorganisation
  • Qualitätsmanagement
  • Arbeitsschutz und sichere Glastransporte
  • Termin- und Kostenüberwachung
  • Kundenbetreuung und Reklamationsbearbeitung
  • Ausbildung von Nachwuchskräften

Welche Arbeitsbereiche und Spezialisierungen gibt es im Glaserhandwerk?

Das Glaserhandwerk ist vielseitig. Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten reichen von klassischer Bauverglasung bis zu technisch anspruchsvollen Sonderkonstruktionen.

Fenster- und Glasfassadenbau

Zu den wichtigen Tätigkeiten gehören die Herstellung und Montage von Fenster-, Tür- und Fassadenkonstruktionen.

Moderne Systeme können hohe Anforderungen an Wärmeschutz, Schallschutz, Sicherheit und Gestaltung erfüllen.

Innenraumverglasung

Glas wird auch zur Gestaltung von Innenräumen verwendet.

Mögliche Anwendungen sind:

  • Glastrennwände
  • Ganzglastüren
  • Glasduschen
  • Spiegel und Wandverkleidungen
  • Glasmöbel und Vitrinen
  • Treppen- und Brüstungsverglasungen

Bei absturzsichernden oder anderen sicherheitsrelevanten Konstruktionen sind die jeweiligen technischen und bauordnungsrechtlichen Anforderungen einzuhalten.

Sicherheitsverglasung

Ein weiterer Bereich ist die Planung und Montage geeigneter Sicherheitsgläser.

Dazu zählen je nach Anwendungsfall Einscheiben-Sicherheitsglas, Verbund-Sicherheitsglas und besondere einbruchhemmende oder andere schützende Verglasungen.

Welche Glasart eingesetzt werden darf, richtet sich nach den technischen Anforderungen und gegebenenfalls bauordnungsrechtlichen Nachweisen.

Kunstverglasung und Glasgestaltung

Das Glaserhandwerk bietet auch gestalterische Möglichkeiten.

Hierzu gehören beispielsweise dekorative Glasflächen, Kunstverglasungen, spezielle Oberflächenbearbeitungen und individuell gestaltete Glaskonstruktionen.

Für besonders anspruchsvolle künstlerische Arbeiten kann eine zusätzliche Spezialisierung sinnvoll sein.

Energetische Sanierung

Der Austausch älterer Fenster und Verglasungen kann ein Bestandteil energetischer Sanierungsmaßnahmen sein.

Dabei müssen Glas, Rahmen und Einbausituation aufeinander abgestimmt werden.

Auch die Anschlussausbildung, Luftdichtheit und das Feuchteverhalten des Gebäudes müssen berücksichtigt werden.

Glaskonstruktionen mit Energiegewinnung

Die geltende Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt ausdrücklich auch Glas-, Fenster-, Türen-, Fassaden- und Wintergartenkonstruktionen mit Energiegewinnungskomponenten.

Denkbar sind beispielsweise integrierte Photovoltaiklösungen.

Bei solchen Projekten müssen die Aufgaben des Glaserhandwerks von gegebenenfalls erforderlichen elektrotechnischen Arbeiten unterschieden werden.

Welche Voraussetzungen gelten für die Glasermeisterprüfung?

Die Zulassung zur Meisterprüfung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.

Der klassische Zugangsweg ist eine erfolgreich abgeschlossene Gesellenprüfung im Glaserhandwerk.

Auch eine entsprechende Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder eine gleichgestellte Abschlussprüfung kann zur Zulassung berechtigen.

Ist Berufserfahrung erforderlich?

Wer eine einschlägige Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung bestanden hat, benötigt grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre.

Bei bestimmten einschlägigen anerkannten Ausbildungsberufen mit einer vorgeschriebenen Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren kann zusätzliche Berufstätigkeit erforderlich sein.

Zulassung mit einem anderen Ausbildungsabschluss

Auch Personen mit einem anderen anerkannten Berufsabschluss können unter bestimmten Voraussetzungen zur Meisterprüfung zugelassen werden.

Dafür kann einschlägige Berufstätigkeit im Glaserhandwerk erforderlich sein. Nach der Handwerksordnung dürfen dafür grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.

Weitere gesetzliche Zugangswege bestehen beispielsweise für Personen, die bereits eine Meisterprüfung bestanden haben oder bestimmte gleichgestellte Qualifikationen besitzen.

Kann man mit einer Ausbildung als Glasveredler Glasermeister werden?

Ja, eine entsprechende Zulassung kann möglich sein. Auch die Bundesagentur für Arbeit nennt eine Gesellenprüfung als Glasveredler als einschlägigen Zugangsweg.

Die endgültige Entscheidung über die Prüfungszulassung trifft die zuständige Handwerkskammer.

Ist der Besuch einer Meisterschule Pflicht?

Nein. Ein Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung.

Da die Prüfung jedoch anspruchsvolle Fertigungs-, Konstruktions- und Planungsarbeiten umfasst, ist eine strukturierte Vorbereitung empfehlenswert.

Wichtig: Die Anmeldung zur Meisterschule und die Zulassung zur Meisterprüfung sind getrennte Verfahren. Besonders bei fachfremden Ausbildungsabschlüssen sollten die persönlichen Voraussetzungen frühzeitig mit der zuständigen Handwerkskammer geklärt werden.

Wie läuft die Glasermeisterprüfung ab?

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen.

Die fachpraktischen und fachtheoretischen Teile I und II richten sich nach der Glasermeisterverordnung vom 19. Dezember 2014 in der geltenden Fassung.

Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung

Der erste Prüfungsteil umfasst:

  • Meisterprüfungsprojekt
  • Fachgespräch
  • Situationsaufgabe

Welche fünf Varianten gibt es beim Meisterprüfungsprojekt?

Das Meisterprüfungsprojekt entspricht einem anspruchsvollen Kundenauftrag.

Die Glasermeisterverordnung sieht fünf mögliche Aufgaben vor. Die konkrete Aufgabenstellung und die Anforderungen legt der zuständige Meisterprüfungsausschuss fest.

1. Mehrteilige Glaskonstruktion

Bei dieser Variante wird eine mehrteilige Glaskonstruktion entworfen, geplant und hergestellt.

Sie muss einen umbauten Raum von mindestens 0,5 Kubikmetern aufweisen und mindestens zwei bewegliche Teile besitzen.

Die Aufgabe kann beispielsweise Kenntnisse der Glaskonstruktion, Beschlagtechnik, Materialauswahl und Fertigung erfordern.

2. Energetisch optimierte oder künstlerisch gestaltete Konstruktion

Bei dieser Variante werden Fenster- oder Haustürkonstruktionen mit Rahmen beziehungsweise Glas-, Fassaden- oder Wintergartenkonstruktionen entworfen, geplant und hergestellt.

Die Konstruktion muss energetisch optimiert oder künstlerisch gestaltet sein.

Wichtige Anforderungen können die richtige Materialwahl, technische Berechnungen, bauphysikalische Eigenschaften und die fachgerechte Fertigung sein.

3. Kunstverglasung

Die Prüflinge entwerfen, planen und fertigen eine Kunstverglasung mit einer Fläche von mindestens 0,75 Quadratmetern.

Dabei müssen mindestens zwei Glasveredelungstechniken eingesetzt werden.

4. Veredelte Glasfläche

Eine weitere Möglichkeit ist die Gestaltung einer mindestens 1,5 Quadratmeter großen Glasfläche.

Dabei müssen mindestens zwei Veredelungstechniken verwendet werden.

Im Vordergrund stehen die Gestaltung, Werkstoffauswahl, Planung und fachgerechte handwerkliche Umsetzung.

5. Glaskonstruktion mit Energiegewinnungskomponenten

Bei dieser Variante werden Glas-, Fenster-, Türen-, Fassaden- oder Wintergartenkonstruktionen mit Energiegewinnungskomponenten entworfen, geplant, hergestellt und montiert.

Hierbei stehen insbesondere die konstruktive Planung, technische Integration und fachgerechte Montage im Mittelpunkt.

Welche Arbeiten gehören zum Meisterprüfungsprojekt?

Unabhängig von der gewählten Variante umfasst das Meisterprüfungsprojekt:

  • Planungsarbeiten mit Entwurf
  • Erstellung eines Fertigungsplans
  • Angebotskalkulation
  • Praktische Fertigung und gegebenenfalls Montage
  • Qualitätskontrolle
  • Dokumentation

Vor der Durchführung muss ein Umsetzungskonzept mit Zeit- und Materialbedarfsplanung erstellt und vom Meisterprüfungsausschuss genehmigt werden.

Wie lange dauert das Meisterprüfungsprojekt?

Für die Bearbeitung stehen acht Arbeitstage zur Verfügung.

Wie wird das Meisterprüfungsprojekt bewertet?

Die einzelnen Bestandteile werden wie folgt gewichtet:

  • Planungsunterlagen: 35 Prozent
  • Durchführungsarbeiten: 55 Prozent
  • Dokumentationsunterlagen: 10 Prozent

Fachgespräch

Im Fachgespräch müssen die Prüflinge die technischen Zusammenhänge ihres Meisterprüfungsprojekts erläutern.

Sie sollen ihre Entscheidungen begründen, die gewählten Fertigungsverfahren erklären und mögliche Probleme sowie alternative Lösungen beurteilen.

Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.

Situationsaufgabe

Die Situationsaufgabe ergänzt das Meisterprüfungsprojekt um weitere praktische Tätigkeiten.

Der Meisterprüfungsausschuss wählt vier Arbeiten aus den gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten aus. Diese dürfen nicht bereits Gegenstand des Meisterprüfungsprojekts gewesen sein.

Zu den möglichen Aufgaben gehören:

  • Eine Reparaturverglasung planen und durchführen
  • Glas in Fläche und Kante bearbeiten oder eine mehrteilige Glaskonstruktion fertigen
  • Eine Tür aus Einscheiben-Sicherheitsglas einbauen oder eine Störung an einer Ganzglastüranlage beheben
  • Eine Kunstverglasung herstellen oder Glasflächen veredeln
  • Eine Fenster-, Haustür- oder Fassadenkonstruktion montieren oder nachrüsten
  • Eine funktionelle Einrahmung mit Passepartout und Verglasung herstellen
  • Eine Fahrzeugverglasung durchführen

Für die Situationsaufgabe stehen höchstens acht Stunden zur Verfügung.

Die vier Arbeiten werden einzeln bewertet. Das Gesamtergebnis ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel.

Wie wird Teil I insgesamt bewertet?

Meisterprüfungsprojekt und Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.

Das daraus gebildete Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.

Zum Bestehen muss das Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein. Außerdem müssen das Meisterprüfungsprojekt, das Fachgespräch und die Situationsaufgabe jeweils mindestens 30 Punkte erreichen.

Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung

Teil II besteht aus drei handlungsorientierten Prüfungsfeldern.

1. Gestaltung, Konstruktion und Fertigung

In diesem Bereich werden gestalterische, konstruktive und fertigungstechnische Kenntnisse geprüft.

Dazu gehören insbesondere:

  • Entwicklung geeigneter Glaskonstruktionen
  • Technische Berechnungen
  • Beurteilung von Werkstoffen
  • Bauphysikalische Anforderungen
  • Sicherheitsglas und Glaskonstruktionen
  • Energieeffiziente Verglasungen
  • Glasveredelung und Gestaltung
  • Auswahl geeigneter Fertigungsverfahren
  • Technische Zeichnungen und Planungsunterlagen

2. Auftragsabwicklung

Das zweite Handlungsfeld beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen und fachgerechten Durchführung von Kundenaufträgen.

Wichtige Inhalte sind:

  • Ermittlung von Kundenanforderungen
  • Auftragsplanung
  • Material- und Personaldisposition
  • Technische Dokumentation
  • Kalkulation und Angebotserstellung
  • Arbeitsvorbereitung
  • Qualitätskontrolle
  • Koordination von Fremdleistungen
  • Aufmaß und Abrechnung
  • Nachkalkulation

3. Betriebsführung und Betriebsorganisation

Im dritten Handlungsfeld werden Kenntnisse zur wirtschaftlichen Leitung eines Glaserbetriebs geprüft.

Zu den Themen gehören:

  • Betriebliche Kostenrechnung
  • Ermittlung von Kennzahlen
  • Personalführung
  • Materialwirtschaft und Lagerhaltung
  • Werkstattorganisation
  • Qualitätsmanagement
  • Arbeitsschutz
  • Umweltschutz
  • Marketing und Kundenbindung
  • Investitionsplanung

Die fachtheoretische Prüfung erfolgt schriftlich anhand komplexer fallbezogener Aufgaben.

Für jedes Handlungsfeld stehen drei Stunden zur Verfügung. An einem Prüfungstag dürfen höchstens sechs Stunden angesetzt werden.

Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann bei bestimmten nicht ausreichenden Ergebnissen eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich sein.

Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse

Teil III vermittelt gewerkeübergreifende Kenntnisse zur wirtschaftlichen Führung eines Handwerksunternehmens.

  • Wettbewerbsfähigkeit beurteilen
  • Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
  • Unternehmensstrategien entwickeln
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Finanzierung und Investitionen
  • Rechtliche Grundlagen

Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Im vierten Prüfungsteil geht es um die Planung, Organisation und Durchführung der betrieblichen Ausbildung.

Dazu gehören die Ausbildungsvorbereitung, die Auswahl von Auszubildenden, die Gestaltung von Lernprozessen und die Bewertung der Ausbildungsleistungen.

Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen können bereits erworbene gleichwertige Qualifikationen zur Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen führen.

Welche Inhalte werden in der Glasermeisterschule vermittelt?

Die Meistervorbereitung verbindet klassische Glaserarbeiten mit Konstruktion, moderner Glas- und Fenstertechnik, Bauphysik, Gestaltung und Betriebswirtschaft.

Die konkreten Unterrichtsinhalte hängen vom Bildungsträger ab.

Glas- und Werkstoffkunde

  • Eigenschaften verschiedener Glasarten
  • Floatglas und geeignete Sicherheitsgläser
  • Verbund- und Isolierglas
  • Wärmeschutz- und Sonnenschutzverglasungen
  • Werkstoffe für Rahmen und Befestigungen
  • Technische Anforderungen und Prüfverfahren

Glasbearbeitung und Glasgestaltung

  • Glaszuschnitt und Kantenbearbeitung
  • Glasveredelungstechniken
  • Kunstverglasungen
  • Dekorative Oberflächengestaltung
  • Glaskonstruktionen und Beschlagtechnik
  • Qualitätskontrolle

Fenster- und Fassadentechnik

  • Konstruktion von Fenstern und Türen
  • Glasfassaden
  • Wintergartenkonstruktionen
  • Wärmedämmung und Bauphysik
  • Schallschutz
  • Sicherheitsanforderungen
  • Montage und Befestigungstechnik
  • Reparatur und Instandsetzung

Technische Planung und CAD

  • Technisches Zeichnen
  • Fertigungszeichnungen
  • CAD-Grundlagen
  • Werkstoff- und Materialberechnung
  • Statische und konstruktive Anforderungen
  • Fertigungs- und Montageplanung
  • Kalkulation

Betriebswirtschaft und Betriebsorganisation

  • Kostenrechnung
  • Angebotskalkulation
  • Personalführung
  • Materialeinkauf
  • Werkstattplanung
  • Arbeitsschutz
  • Baurecht und Vertragsrecht
  • Unternehmensgründung

Welche modernen Entwicklungen spielen eine Rolle?

Im Glaserhandwerk werden moderne Glasprodukte und digitale Verfahren zunehmend wichtig.

Dazu gehören energieeffiziente Verglasungen, großformatige Glasbauteile, digitale Fertigungsplanung und spezielle Glaslösungen für moderne Gebäude.

Auch Glasfassaden mit integrierten Energiegewinnungskomponenten sind Bestandteil der geltenden Meisterprüfungsverordnung.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Glasermeister?

Die Dauer hängt vom Bildungsträger, der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Meisterschule in Vollzeit

Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bietet am Standort Vilshofen an der Donau einen Vollzeitkurs für die Teile I und II an.

Der veröffentlichte Lehrgang läuft vom 16. März bis zum 8. Oktober 2027.

Der Unterricht umfasst 800 Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten.

Damit dauert die fachliche Meistervorbereitung ungefähr sieben Monate.

Berufsbegleitende Meisterschule

Wer weiterhin berufstätig bleiben möchte, kann einen Teilzeitkurs wählen.

Die Handwerkskammer Chemnitz bietet einen entsprechenden Lehrgang vom 6. November 2026 bis zum 31. März 2028 an.

Der Unterricht findet freitags und samstags statt und umfasst 656 Unterrichtseinheiten.

Die Prüfungen finden nach dem angegebenen Lehrgangszeitraum statt.

Kann man den Glasermeister online machen?

Einzelne theoretische Inhalte können mit digitalen Lernmethoden vermittelt werden.

Die praktische Meisterprüfung verlangt jedoch handwerklich anspruchsvolle Arbeiten und geeignete Werkstattausstattung.

Deshalb sind praktische Übungen und Präsenzphasen besonders wichtig.

Ein reiner Onlinekurs sollte nicht mit einer vollständigen Vorbereitung auf die praktische Meisterprüfung gleichgesetzt werden.

Was kostet die Glasermeisterschule?

Die Kosten unterscheiden sich nach Anbieter, Unterrichtsform und enthaltenen Leistungen.

Zusätzlich zu den Lehrgangsgebühren können Prüfungsgebühren, Lernmittel, Werkzeuge, Materialkosten und Fahrtkosten entstehen.

Aktuelle Kostenbeispiele

Anbieter Lehrgang Veröffentlichte Gebühr
HWK Niederbayern-Oberpfalz, Vilshofen Teile I und II, Vollzeit 8.300 €
HWK Chemnitz Teile I und II, Teilzeit 10.890 €
Glaser-Innung Hamburg Geplanter berufsbegleitender Kurs, Teile I und II ca. 8.150 € plus ca. 150 € Einschreibung, vorläufig

Stand der Recherche: Oktober 2026. Die Angaben aus Hamburg stammen aus einer vorläufigen Kursplanung und sind kein bestätigter Preis für einen nachweislich gestarteten Lehrgang. Die Kosten der anderen beiden Angebote beziehen sich nur auf die fachlichen Teile I und II.

Beispiel: Kosten bei der HWK Chemnitz

Die Handwerkskammer Chemnitz veröffentlicht folgende Gebühren:

  • Lehrgangskosten für Teile I und II: 10.890 Euro
  • Prüfungsgebühr: 730 Euro
  • Weitere Prüfungsnebenkosten: gegebenenfalls zusätzlich

Damit ergeben sich für Lehrgang und ausgewiesene Prüfungsgebühr zunächst 11.620 Euro.

Die Vorbereitung auf die Teile III und IV ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Welche zusätzlichen Kosten können entstehen?

  • Prüfungsgebühren
  • Material für das Meisterprüfungsprojekt
  • Werkzeug und persönliche Schutzausrüstung
  • Fachbücher und Lernmaterialien
  • Vorbereitung auf Teile III und IV
  • Fahrtkosten und Unterkunft
  • Möglicher Verdienstausfall bei Vollzeitunterricht

Tipp: Gerade beim Glasermeister können die notwendigen Materialien für das acht Arbeitstage umfassende Meisterprüfungsprojekt einen wichtigen Kostenfaktor darstellen. Lassen Sie sich vor der Anmeldung eine vollständige Kostenübersicht geben.

Welche Glasermeisterschulen gibt es?

Die Meistervorbereitung wird von spezialisierten Bildungseinrichtungen des Handwerks angeboten.

Bei der Auswahl sind insbesondere Unterrichtsform, Werkstattausstattung, Kosten und die enthaltenen Meisterprüfungsteile wichtig.

Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Vilshofen

Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bietet einen Vollzeitkurs für die Glasermeisterprüfungsteile I und II an.

Der ausgeschriebene Lehrgang findet vom 16. März bis zum 8. Oktober 2027 in der Glaserwerkstatt Vilshofen statt.

Er umfasst 800 Unterrichtseinheiten und kostet 8.300 Euro.

Der Anbieter weist für diesen Termin freie Plätze aus.

Ein weiterer Lehrgang wird für April bis November 2028 angekündigt. Für diesen sind die Gebühren noch nicht veröffentlicht.

Glasermeisterschule der HWK Niederbayern-Oberpfalz ansehen

Handwerkskammer Chemnitz

Die Handwerkskammer Chemnitz bietet einen berufsbegleitenden Glasermeisterkurs für die Teile I und II an.

Der veröffentlichte Lehrgang läuft vom 6. November 2026 bis zum 31. März 2028.

Der Unterricht findet freitags von 15:00 bis 20:15 Uhr und samstags von 7:30 bis 14:30 Uhr statt.

Der Kurs umfasst 656 Unterrichtseinheiten.

Die Lehrgangsgebühr beträgt 10.890 Euro. Zusätzlich werden 730 Euro Prüfungsgebühr und mögliche Prüfungsnebenkosten ausgewiesen.

Zum Unterricht gehören unter anderem Fachpraxis, Holzbearbeitungsmaschinen, CNC-Grundlagen, technische Mathematik, Werkstoffkunde, CAD-Grundlagen, Fachtechnologie, Kalkulation und rechtliche Grundlagen.

Der Anbieter weist freie Plätze aus.

Glasermeister-Vorbereitung der HWK Chemnitz ansehen

Geplante Meisterschule der Glaser-Innung Hamburg

Die Glaser-Innung Hamburg hat einen berufsbegleitenden Meistervorbereitungslehrgang für die Teile I und II angekündigt.

Nach der veröffentlichten Planung soll die Weiterbildung ungefähr 15 Monate dauern und rund 980 Unterrichtsstunden umfassen.

Vorgesehen ist Unterricht freitags und samstags von 8:00 bis 16:00 Uhr am Standort der Glaser-Innung Hamburg.

Die Innung nennt eine vorläufig kalkulierte Lehrgangsgebühr von ungefähr 8.150 Euro zuzüglich etwa 150 Euro Einschreibegebühr.

Der Lehrgang wurde mit einem voraussichtlichen Beginn im Herbst 2026 angekündigt. Ob er tatsächlich gestartet ist, ob noch Plätze verfügbar sind und welche endgültigen Gebühren gelten, konnte nicht bestätigt werden.

Interessenten sollten deshalb den aktuellen Stand direkt bei der Innung erfragen.

Informationen zur Meisterkursplanung der Glaser-Innung Hamburg

Hinweis: Die dargestellten Bildungsträger werden neutral vorgestellt. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Kursgebühren, Termine und verfügbare Plätze können sich ändern. Ein angekündigter Kurs ist nicht automatisch bereits gestartet oder buchbar.

Welche Förderung gibt es für angehende Glasermeister?

Eine wichtige Möglichkeit zur Finanzierung der Weiterbildung ist das Aufstiegs-BAföG.

Es unterstützt geeignete berufliche Aufstiegsfortbildungen. Grundsätzlich können sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitmaßnahmen förderfähig sein.

Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Nach den derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Die Förderung besteht insbesondere aus:

  • 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Der Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
  • Einem möglichen teilweisen Darlehenserlass nach bestandener Fortbildungsprüfung

Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG

Bei förderfähigen Kosten von 12.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Berechnung:

  • Förderfähige Kosten: 12.000 Euro
  • Zuschuss in Höhe von 50 Prozent: 6.000 Euro
  • Möglicher Darlehensanteil: 6.000 Euro

Nach erfolgreicher Prüfung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Teil des aufgenommenen Darlehens erlassen werden.

Die tatsächlich verbleibenden Kosten hängen vom bewilligten Darlehen, dem jeweils geltenden Rechtsstand und den individuellen Voraussetzungen ab.

Förderung der Materialkosten

Auch notwendige Materialkosten für die fachpraktische Meisterprüfungsarbeit können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Nach den geltenden gesetzlichen Regelungen können bis zur Hälfte der notwendigen Materialkosten bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 2.000 Euro gefördert werden.

Die konkrete Förderhöhe und die Aufteilung in Zuschuss und Darlehen richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben.

Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen

Wer einen geeigneten Vollzeitkurs absolviert, kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten.

Die Höhe hängt von den persönlichen Verhältnissen und den geltenden gesetzlichen Bedingungen ab.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland können ergänzende Förderprogramme wie Meisterprämien oder Meisterboni bestehen.

Auch Arbeitgeberzuschüsse und die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten können interessant sein.

Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.

Wie viel verdient ein Glasermeister?

Das Gehalt als Glasermeister hängt insbesondere von der Berufserfahrung, der Region, der Unternehmensgröße, der Spezialisierung und der tatsächlich übernommenen Verantwortung ab.

Ein Meister, der überwiegend selbst in der Werkstatt arbeitet, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft, die größere Fassadenprojekte und mehrere Mitarbeiterteams betreut.

Was sagt der Entgeltatlas?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die breitere Berufsgattung der Aufsichtskräfte im Aus- und Trockenbau, in der Isolierung, Zimmerei, Glaserei sowie im Rollladen- und Jalousiebau einen mittleren Bruttomonatsverdienst von 4.603 Euro aus.

Das untere Quartil liegt bei 3.885 Euro, das obere Quartil bei 5.489 Euro brutto monatlich.

In dieser Berufsgruppe werden neben Glasermeistern unter anderem Zimmerermeister, Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister sowie weitere Aufsichtskräfte erfasst.

Die Daten sind deshalb eine Orientierung für entsprechende Führungspositionen, aber kein ausschließlich für Glasermeister ermittelter Durchschnittsverdienst.

Zum Vergleich liegt der Median für die allgemeine Fachkräfte-Berufsgattung der Glaserei bei 3.517 Euro brutto monatlich.

Aus der Gegenüberstellung lässt sich jedoch kein garantierter Gehaltszuwachs durch den Meisterbrief ableiten.

Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Entgeltdaten mit Bezugsjahr 2025.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

  • Berufserfahrung
  • Personal- und Führungsverantwortung
  • Größe und wirtschaftliche Lage des Unternehmens
  • Regionale Arbeitsmarktsituation
  • Spezialisierung auf anspruchsvolle Glaskonstruktionen
  • Erfahrung mit Glasfassaden und Sonderverglasungen
  • Zusätzliche Qualifikationen
  • Tarifliche und individuelle Vergütungsvereinbarungen

Bei selbstständigen Glasermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ab.

Umsatz, Betriebsgewinn und privat verfügbares Einkommen sind dabei nicht gleichzusetzen.

Kann man sich als Glasermeister selbstständig machen?

Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.

Das Glaserhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterbrief ist dafür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Was benötigt man für einen eigenen Glaserbetrieb?

  • Tragfähigen Businessplan
  • Geeignete Werkstatt- und Lagerflächen
  • Maschinen und Werkzeuge zur Glasbearbeitung
  • Glastransport- und Hebetechnik
  • Geeignete Sicherheitsausrüstung
  • Materialeinkauf und Lieferanten
  • Personalplanung und Fachqualifikationen
  • Versicherungen
  • Auftragskalkulation und Kostenkontrolle
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Liquiditätsplanung

Welche Spezialisierungen sind interessant?

Ein eigener Glaserbetrieb kann unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Denkbar sind beispielsweise Reparaturverglasungen, Fenster- und Fassadenbau, Ganzglasanlagen, Innenraumverglasungen oder individuelle Kunstverglasungen.

Auch eine Spezialisierung auf energieeffiziente Fensterlösungen oder besondere Sicherheitsverglasungen kann interessant sein.

Vor der Gründung empfiehlt sich eine Beratung bei der zuständigen Handwerkskammer.

Welche Karrierechancen bietet der Glasermeister?

Der Meisterabschluss eröffnet verschiedene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Glaserhandwerk.

Werkstattleitung

Glasermeister können die fachliche und organisatorische Leitung einer Glaserei übernehmen.

Dazu gehören Personalführung, Arbeitsvorbereitung, Qualitätssicherung und Terminplanung.

Projektleitung im Glas- und Fassadenbau

Auch die Planung und Koordination anspruchsvoller Glasbauprojekte ist möglich.

Hier stehen technische Berechnungen, Abstimmungen mit Bauherren und anderen Gewerken sowie die Kontrolle der Bauausführung im Mittelpunkt.

Energetische Gebäudesanierung

Eine weitere Spezialisierung ist die Planung und Umsetzung energieeffizienter Fenster- und Verglasungslösungen.

Zusätzliche Kenntnisse in Bauphysik und energetischen Anforderungen können dafür hilfreich sein.

Glasgestaltung und Restaurierung

Wer sich für traditionelle Handwerkstechniken und Gestaltung interessiert, kann sich auf Kunstverglasungen und historische Glasarbeiten spezialisieren.

Für besonders anspruchsvolle Restaurierungen können ergänzende Qualifikationen sinnvoll sein.

Ausbildung und Weiterbildung

Glasermeister können im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Auszubildende betreuen und ausbilden.

Auch Tätigkeiten in der handwerklichen Weiterbildung sind möglich.

Geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung

Wer kaufmännische und strategische Aufgaben vertiefen möchte, kann die Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung prüfen.

Studium nach der Meisterprüfung

Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.

Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.

Passende Studienrichtungen können beispielsweise Bauingenieurwesen, Fassadentechnik, Baumanagement oder Wirtschaftsingenieurwesen sein.

Glasermeister oder Glasveredlermeister?

Glasermeister und Glasveredlermeister sind eigenständige Handwerksmeisterabschlüsse mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten.

Kriterium Glasermeister Glasveredlermeister
Schwerpunkt Verglasung, Glaskonstruktion, Fenster- und Fassadenbau Glasbearbeitung, Oberflächenveredelung und Glasgestaltung
Typische Tätigkeiten Fenster, Fassaden, Glasbauteile, Reparaturverglasungen Schliff, Gravur, Glasmalerei und weitere Veredelungstechniken
Prüfungsinstitution Handwerkskammer Handwerkskammer
DQR-Niveau 6 6

Die Tätigkeitsfelder können sich überschneiden. Beide Abschlüsse sind jedoch nicht identisch.

Wer vor allem Fenster, Glasfassaden und technische Glaskonstruktionen planen und montieren möchte, findet im Glasermeister häufig die passende Qualifikation.

Wer sich stärker auf Glasgestaltung und Veredelungsverfahren konzentrieren möchte, sollte den Glasveredlermeister näher betrachten.

Häufige Fragen zum Glasermeister

Wie lange dauert die Glasermeisterschule?

Die Dauer hängt vom Anbieter und der Unterrichtsform ab. Der recherchierte Vollzeitkurs in Vilshofen dauert ungefähr sieben Monate. Der berufsbegleitende Kurs in Chemnitz erstreckt sich über etwa 17 Monate. Beide bereiten auf die Teile I und II vor.

Was kostet die Glasermeisterschule?

Bei den bestätigten Angeboten betragen die Kursgebühren für die Teile I und II 8.300 beziehungsweise 10.890 Euro. Zusätzlich können Prüfungsgebühren, Materialkosten und Ausgaben für die Teile III und IV entstehen.

Ist der Glasermeister ein aktueller Abschluss?

Ja. Der Glasermeister ist ein aktueller bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss. Die geltende Meisterprüfungsverordnung stammt vom 19. Dezember 2014 und wurde 2022 geändert.

Ist das Glaserhandwerk meisterpflichtig?

Das Glaserhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Für einen entsprechenden selbstständigen Handwerksbetrieb ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Berufsabschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.

Welche Aufgaben stehen beim Meisterprüfungsprojekt zur Auswahl?

Die Verordnung sieht fünf Varianten vor. Dazu gehören eine mehrteilige Glaskonstruktion, eine energetisch optimierte oder künstlerisch gestaltete Konstruktion, eine Kunstverglasung, eine veredelte Glasfläche und eine Glaskonstruktion mit Energiegewinnungskomponenten.

Wie lange dauert die praktische Meisterprüfung?

Das Meisterprüfungsprojekt dauert acht Arbeitstage. Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern, die Situationsaufgabe höchstens acht Stunden.

Kann man Glasermeister berufsbegleitend machen?

Ja. Beispielsweise bietet die Handwerkskammer Chemnitz eine berufsbegleitende Vorbereitung auf die Teile I und II an.

Ist der Glasermeister ein Bachelor Professional?

Ja. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional erworben.

Der Abschluss ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet, stellt aber keinen akademischen Hochschulabschluss dar.

Wie viel verdient ein Glasermeister?

Das Gehalt hängt von Berufserfahrung, Region, Unternehmensgröße und Verantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für eine breitere Gruppe von Aufsichtskräften unter anderem in der Glaserei einen Median von 4.603 Euro brutto monatlich aus. Das ist kein ausschließlich für Glasermeister ermittelter Durchschnitt.

Wird die Meisterschule gefördert?

Ja. Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Lohnt sich die Weiterbildung zum Glasermeister?

Der Meisterabschluss kann sich insbesondere für Fachkräfte lohnen, die anspruchsvolle Glasbauprojekte verantworten, Führungsaufgaben übernehmen oder einen eigenen Glaserbetrieb führen möchten.

Ob sich die Weiterbildung finanziell rechnet, hängt von den Gesamtkosten, der Förderung und der späteren beruflichen Entwicklung ab.

Fazit: Glasermeister als nächster Karriereschritt

Die Weiterbildung zum Glasermeister eröffnet qualifizierten Fachkräften vielfältige berufliche Möglichkeiten.

Der Abschluss verbindet traditionelle Glaserarbeiten mit moderner Fenster- und Fassadentechnik, Glaskonstruktion, Glasgestaltung und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.

Besonders interessant ist die große Bandbreite der praktischen Meisterprüfung. Von Kunstverglasungen über energetisch optimierte Fenster bis zu Glasfassaden mit Energiegewinnungskomponenten sind verschiedene fachliche Schwerpunkte möglich.

Für Beschäftigte, die mehr Verantwortung übernehmen, größere Projekte betreuen oder einen eigenen Betrieb führen möchten, kann der Meisterbrief eine wichtige Grundlage bilden.

Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, der Kursumfang, die vollständigen Kosten und mögliche Förderleistungen geprüft werden.

Wer im Glaserhandwerk fachlich und wirtschaftlich mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann mit dem Meisterabschluss den nächsten beruflichen Schritt gehen.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.

Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in unseren Ratgebern zum Metallbauermeister, zum Zimmerermeister und zum Karosserie- und Fahrzeugbauermeister vor.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen