Wer in einer Druckerei, einem Medienproduktionsbetrieb oder in der industriellen Druckweiterverarbeitung arbeitet, kann mit der Weiterbildung zum Industriemeister Printmedien (IHK) den nächsten beruflichen Schritt vorbereiten. Der anerkannte Fortbildungsabschluss qualifiziert erfahrene Fachkräfte für anspruchsvolle technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Aufgaben sowie für die Mitarbeiterführung.
Die offizielle Abschlussbezeichnung lautet Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print. Die Weiterbildung verbindet Kenntnisse der klassischen Druckproduktion mit modernen digitalen Produktionsprozessen, wirtschaftlicher Planung und Führungskompetenzen.
Doch welche Voraussetzungen gelten für die IHK-Prüfung? Wie unterscheiden sich die Schwerpunkte Druck und Druckveredelung sowie Druckweiterverarbeitung? Und welche Kosten entstehen für einen Vorbereitungskurs?
In diesem Ratgeber finden Sie die wichtigsten Informationen zur Qualifikation, zur Prüfung, zu aktuellen Lehrgangsangeboten, zum Aufstiegs-BAföG und zu den beruflichen Perspektiven.
- Abschluss: Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print.
- Rechtsgrundlage: Bundesweite Fortbildungsprüfungsverordnung vom 18. Dezember 2020.
- Niveau: Zweite berufliche Fortbildungsstufe, DQR-Niveau 6.
- Voraussetzungen: Einschlägige Ausbildung oder ausreichende Berufspraxis.
- Schwerpunkte: Druck und Druckveredelung oder Druckweiterverarbeitung.
- Prüfung: Grundlegende Qualifikationen, handlungsspezifische Qualifikationen und Projektarbeit; zusätzlich AEVO-Nachweis.
- Dauer: Berufsbegleitende Vorbereitung häufig etwa zwei bis zweieinhalb Jahre.
- Kosten: Recherchierte Kursbeispiele von rund 5.650 bis 8.500 Euro, zuzüglich möglicher Nebenkosten.
- Förderung: Aufstiegs-BAföG kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen genutzt werden.
Was ist ein Industriemeister Printmedien?
Industriemeister der Fachrichtung Printmedien sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte in der Druck- und Medienwirtschaft. Sie planen, steuern und überwachen Produktionsprozesse und achten darauf, dass Druckerzeugnisse und andere Medienprodukte fachgerecht, wirtschaftlich und termingerecht hergestellt werden.
Zu den möglichen Einsatzgebieten gehören Druckereien, Betriebe der Druckveredelung, industrielle Buchbindereien, Druckweiterverarbeitungsunternehmen und Medienproduktionsbetriebe.
Der Industriemeister ist dabei nicht ausschließlich für technische Aufgaben zuständig. Zur Fortbildungsqualifikation gehören auch betriebswirtschaftliche Planung, Kostenkontrolle, Personalführung und die Organisation betrieblicher Abläufe.
Die heutige Prüfungsordnung berücksichtigt zudem vernetzte Produktionsprozesse und das Zusammenspiel von Print- und Digitalmedien.
Bachelor Professional in Print: Was bedeutet das?
Die Fortbildungsprüfungsverordnung vom 18. Dezember 2020 sieht die Abschlussbezeichnung Bachelor Professional in Print vor. Der Abschluss gehört zur zweiten beruflichen Fortbildungsstufe.
Er ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Auf dieser Stufe befinden sich auch akademische Bachelorabschlüsse.
Dies bedeutet allerdings nicht, dass die beiden Abschlussarten identisch sind. Der Bachelor Professional ist ein beruflicher Fortbildungsabschluss und kein akademischer Bachelorgrad.
Die Weiterbildung soll insbesondere nachweisen, dass Absolventen betriebliche Fach- und Führungsaufgaben eigenständig wahrnehmen und Produktions- und Organisationsprozesse weiterentwickeln können.
Welche Aufgaben übernimmt ein Industriemeister Printmedien?
Die beruflichen Aufgaben unterscheiden sich je nach Unternehmen, Produktionsverfahren und Verantwortungsbereich. Häufig arbeiten Industriemeister an der Schnittstelle zwischen Betriebsleitung, Produktionsplanung und Beschäftigten in der Fertigung.
Produktionsplanung und Fertigungssteuerung
- Produktionsaufträge analysieren und planen
- Fertigungsabläufe und Maschinenbelegung koordinieren
- Materialbedarf und Produktionskapazitäten ermitteln
- Personaleinsatz und Termine abstimmen
- Produktionskennzahlen auswerten
- Technische Störungen und Engpässe erkennen
- Maßnahmen zur Prozessoptimierung einleiten
- Die Zusammenarbeit mit angrenzenden Abteilungen organisieren
In der industriellen Produktion kommt es darauf an, einzelne Arbeitsschritte sinnvoll miteinander zu verbinden. Fehler oder Verzögerungen in einem Produktionsbereich können Auswirkungen auf den gesamten Auftrag haben.
Qualitätssicherung und technische Verantwortung
Industriemeister achten im Rahmen ihrer betrieblichen Zuständigkeit auf die Qualität von Ausgangsmaterialien, Zwischenprodukten und fertigen Druckerzeugnissen.
Dazu gehören beispielsweise die Kontrolle von Produktionsparametern, die Auswertung von Qualitätsabweichungen und die Einführung geeigneter Verbesserungsmaßnahmen.
Auch die wirtschaftliche Nutzung von Papier, Druckfarben, Hilfsstoffen und Maschinen ist wichtig, um Ausschuss, Materialverluste und unnötige Stillstandszeiten zu reduzieren.
Kostenrechnung und Wirtschaftlichkeit
Die Meisterfortbildung vermittelt betriebswirtschaftliche Kompetenzen, die für verantwortliche Aufgaben in Produktionsbetrieben erforderlich sind.
Industriemeister können beispielsweise an der Kalkulation von Produktionsaufträgen, der Bewertung von Fertigungsverfahren und der Überwachung von Kostenbudgets beteiligt sein.
Auch die Vorbereitung von Investitionsentscheidungen oder die wirtschaftliche Bewertung neuer Produktionstechnologien gehören zu den möglichen Aufgaben.
Mitarbeiterführung und Ausbildung
- Produktions- und Schichtteams koordinieren
- Mitarbeiter anleiten und einarbeiten
- Personalbedarf und Qualifizierungsmaßnahmen planen
- Mitarbeitergespräche führen
- Konflikte im betrieblichen Alltag bearbeiten
- Arbeitssicherheitsmaßnahmen organisieren
- Bei entsprechender Eignung Auszubildende betreuen
Mit der Meisterqualifikation wird daher nicht nur technisches Wissen vertieft. Auch kommunikative Fähigkeiten, Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein sind gefragt.
Welche Schwerpunkte gibt es beim Industriemeister Printmedien?
Die Prüfungsverordnung sieht im Handlungsbereich Medienproduktion zwei Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkte vor:
- Druck und Druckveredelung
- Druckweiterverarbeitung
Die Wahl sollte möglichst zur bisherigen Berufserfahrung und zum angestrebten Tätigkeitsbereich passen.
Schwerpunkt Druck und Druckveredelung
Dieser Schwerpunkt beschäftigt sich mit der Planung, Steuerung und Optimierung von Druck- und Druckveredelungsverfahren.
Zu den Themen gehören beispielsweise:
- Bewertung von Druckdaten und Druckvorstufenprodukten
- Planung und Organisation von Druckprozessen
- Auswahl geeigneter Maschinen, Materialien und Hilfsstoffe
- Qualitätssicherung beim Druck
- Optimierung von Druck- und Veredelungsprozessen
- Materialdisposition und Produktionslogistik
- Wirtschaftliche Bewertung alternativer Fertigungsverfahren
Der Schwerpunkt ist insbesondere für Beschäftigte aus der Druckproduktion interessant, beispielsweise für ausgebildete Medientechnologen Druck oder erfahrene Fachkräfte in industriellen Druckereien.
Schwerpunkt Druckweiterverarbeitung
Dieser Schwerpunkt richtet sich besonders an Beschäftigte aus der industriellen Buchbinderei und anderen Bereichen der Weiterverarbeitung von Druckerzeugnissen.
Im Mittelpunkt stehen die Planung, Organisation und Optimierung der Produktionsschritte nach dem Druck.
Dazu gehören beispielsweise:
- Produktionsverfahren der Druckweiterverarbeitung beurteilen
- Geeignete Maschinen und Fertigungsmethoden auswählen
- Materialien wirtschaftlich einsetzen
- Produktionsabläufe planen und aufeinander abstimmen
- Qualitätsanforderungen an fertige Druckprodukte überprüfen
- Logistik und Materialbereitstellung organisieren
- Fertigungsprozesse technisch und wirtschaftlich optimieren
Typische Verfahren sind Schneiden, Falzen, Zusammentragen, Heften, Klebebinden und weitere industrielle Bindetechniken.
Für Beschäftigte, die ursprünglich nach der früheren Weiterbildung zum Industriemeister Buchbinderei gesucht haben, ist dieser aktuelle Schwerpunkt besonders relevant.
Ausführlich erläutern wir die historische Qualifikation und ihre heutige Einordnung in unserem Ratgeber zum Industriemeister Buchbinderei.
Welche Voraussetzungen gelten für die Industriemeister-Printmedien-Prüfung?
Die Zulassung ist in § 5 der Industriemeister-Printmedien-Fortbildungsprüfungsverordnung geregelt.
Grundsätzlich gibt es drei Zugangswege:
- Einschlägiger Ausbildungsabschluss: Erfolgreich bestandene Abschluss- oder Gesellenprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Druck- und Medienwirtschaft.
- Anderer Ausbildungsberuf: Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf und anschließend mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis.
- Zulassung über Berufspraxis: Mindestens vier Jahre einschlägige Berufspraxis ohne entsprechenden Ausbildungsabschluss.
Die Berufspraxis muss einen wesentlichen Bezug zu den Aufgaben eines Industriemeisters Printmedien haben.
Typische einschlägige Ausbildungsberufe sind beispielsweise Medientechnologe Druck, Medientechnologe Druckverarbeitung und weitere Ausbildungsberufe der Druck- und Medienwirtschaft.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Zulassung auch erfolgen, wenn entsprechende berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten auf andere Weise nachgewiesen werden.
Weitere Voraussetzungen für den zweiten Prüfungsteil
Den Prüfungsteil der handlungsspezifischen Qualifikationen darf ablegen, wer bereits den Prüfungsteil der grundlegenden Qualifikationen abgelegt hat.
Zwischen der Zulassung zur Prüfung und dem Beginn der handlungsspezifischen Prüfung darf nach der Verordnung grundsätzlich nicht mehr als fünf Jahre liegen.
Der Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikationen muss spätestens vor Beginn des letzten Prüfungsbestandteils vorliegen.
Wichtig: Eine verbindliche Prüfung der individuellen Zulassung durch die zuständige IHK sollte vor der Anmeldung zu einem kostenpflichtigen Lehrgang erfolgen.
Die vollständigen Voraussetzungen finden Sie in der Prüfungsverordnung, § 5.
Wie ist die IHK-Prüfung zum Industriemeister Printmedien aufgebaut?
Die Fortbildungsprüfung besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Prüfungsteilen. Zusätzlich ist die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachzuweisen.
Teil 1: Grundlegende Qualifikationen
Im ersten Prüfungsteil werden vier Bereiche schriftlich geprüft:
Rechtsbewusstes Handeln
- Arbeits- und Sozialrecht
- Betriebliche Mitbestimmung
- Arbeitsschutz und Unfallverhütung
- Umweltrechtliche und weitere betriebsrelevante Vorschriften
Betriebswirtschaftliches Handeln
- Betriebliche Organisationsstrukturen
- Wirtschaftliche Zusammenhänge
- Kostenrechnung und Kalkulation
- Wirtschaftliche Beurteilung betrieblicher Entscheidungen
Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung
- Produktionsdaten erfassen und analysieren
- Planungsmethoden und Projektmanagement
- Technische Dokumentation
- Informationsverarbeitung und Präsentation
Zusammenarbeit im Betrieb
- Grundlagen der Mitarbeiterführung
- Motivation und Kommunikation
- Teamarbeit und Gruppenverhalten
- Konfliktbewältigung und Personalentwicklung
Die schriftlichen Prüfungen sollen insgesamt höchstens acht Stunden dauern. Für jeden der vier Prüfungsbereiche sind mindestens 90 Minuten vorgesehen.
Teil 2: Handlungsspezifische Qualifikationen
Der zweite Prüfungsteil umfasst die Handlungsbereiche Medienproduktion sowie Führung und Organisation.
Handlungsbereich Medienproduktion
Hier werden Kenntnisse über die Produktionsprozesse der Print- und Digitalmedienproduktion sowie über den gewählten Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt geprüft.
Die schriftliche Situationsaufgabe dauert mindestens 270 Minuten.
Handlungsbereich Führung und Organisation
Dieser Bereich umfasst:
- Personalmanagement
- Vertriebs- und Geschäftsprozesse
- Kostenmanagement
Die schriftliche Situationsaufgabe dauert mindestens 240 Minuten.
Beide schriftlichen Situationsaufgaben sollen zusammen nicht länger als zehn Stunden dauern.
Projektarbeit, Präsentation und Fachgespräch
Ein wichtiger Teil der Fortbildungsprüfung ist die praxisorientierte Projektarbeit.
Sie besteht aus drei Elementen:
- Schriftliche Hausarbeit mit einer praxisorientierten Gesamtplanung
- Mündliche Präsentation der Gesamtplanung
- Anschließendes Fachgespräch
Das Thema der Hausarbeit wird vom Prüfungsausschuss unter Berücksichtigung des gewählten Wahlpflichtqualifikationsschwerpunktes gestellt. Eigene Themenvorschläge können eingereicht werden.
Für die schriftliche Hausarbeit stehen 30 aufeinanderfolgende Kalendertage zur Verfügung.
Die Hausarbeit soll unter anderem Produktionsplanung, Material- und Kostenplanung, Personalplanung, Qualitätsmanagement sowie wirtschaftliche und rechtliche Aspekte berücksichtigen.
Präsentation und Fachgespräch dauern zusammen höchstens 30 Minuten. Die Präsentation selbst soll nicht länger als 15 Minuten dauern.
Die Präsentation und das Fachgespräch finden nur statt, wenn die schriftliche Hausarbeit mindestens mit ausreichend bewertet wurde.
Wie wird die Prüfung bewertet?
Nach der Prüfungsverordnung setzt sich die Gesamtnote aus folgenden Anteilen zusammen:
| Prüfungsteil | Gewichtung |
|---|---|
| Grundlegende Qualifikationen | 30 % |
| Situationsaufgabe Medienproduktion | 15 % |
| Situationsaufgabe Führung und Organisation | 15 % |
| Projektarbeit | 40 % |
Für das Bestehen müssen die in der Verordnung vorgesehenen Mindestleistungen in den einzelnen Prüfungsbestandteilen erreicht werden.
Ausbildereignung nach AEVO
Für den Fortbildungsabschluss muss zusätzlich die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachgewiesen werden.
Dies geschieht üblicherweise durch eine bestandene Ausbildereignungsprüfung nach der AEVO oder durch eine andere anerkannte vergleichbare Prüfung.
Die AEVO-Vorbereitung ist nicht bei allen Lehrgangsanbietern automatisch im Kurspreis enthalten.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Industriemeister Printmedien?
Die Vorbereitung auf die IHK-Prüfung kann in unterschiedlichen Unterrichtsformen erfolgen.
Bei berufsbegleitenden Lehrgängen sind häufig rund zwei bis zweieinhalb Jahre vorgesehen. Die konkrete Dauer hängt von der Zahl der Unterrichtsstunden, den Prüfungsterminen und der Organisation der Selbstlernphasen ab.
Aktuelle Angebote zeigen beispielsweise folgende Modelle:
- Live-Online: Unterricht zu festen Zeiten über ein virtuelles Klassenzimmer.
- Präsenz: Unterricht in Schulungsräumen und Bildungseinrichtungen.
- Hybrid: Kombination aus Präsenzveranstaltungen und Online-Unterricht.
- Berufsbegleitend: Unterricht an Abenden oder Wochenenden neben der beruflichen Tätigkeit.
Ein Vorbereitungskurs ist rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben. Wer die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, kann sich grundsätzlich auch ohne Lehrgang auf die Prüfung vorbereiten.
Angesichts der umfangreichen Prüfungsinhalte und der Projektarbeit kann ein strukturierter Vorbereitungskurs allerdings sinnvoll sein.
Welche Anbieter bieten den Industriemeister Printmedien an?
Für die Fortbildung zum Industriemeister Printmedien gibt es aktuelle Angebote unterschiedlicher Bildungseinrichtungen.
Bei der Auswahl sollte neben dem Preis besonders darauf geachtet werden, welcher Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt unterrichtet wird.
IHK Akademie Ostwestfalen
Die IHK Akademie Ostwestfalen bietet einen berufsbegleitenden Online-Lehrgang an.
Der ausgeschriebene Durchgang beginnt am 16. November 2026 und endet am 20. Dezember 2028. Der Unterricht findet zu festen Abend- und Wochenendterminen statt. Ergänzend ist selbstständige Lernzeit einzuplanen.
Der veröffentlichte Lehrgangspreis beträgt 5.650 Euro, zuzüglich Prüfungsgebühren und Literatur.
Zum Recherchezeitpunkt ist die Anmeldung für den Lehrgang möglich.
DTP Akademie RheinMain
Die DTP Akademie bietet einen berufsbegleitenden Online-Lehrgang zum Industriemeister Printmedien an.
Ein ausgeschriebener zukünftiger Kurs beginnt am 9. Oktober 2027.
Der veröffentlichte Preis beträgt 6.072 Euro netto. Der Anbieter weist den Lehrgang als umsatzsteuerbefreit aus.
Vor der Buchung sollte geklärt werden, welche Prüfungsschwerpunkte im konkreten Durchgang angeboten werden.
IHK Akademie München und Oberbayern
Die IHK Akademie München und Oberbayern bietet Vorbereitungskurse zum Industriemeister Printmedien in Präsenz-, Hybrid- und Live-Online-Formaten an.
Der veröffentlichte Lehrgangspreis beträgt 7.300 Euro.
Die zum Recherchezeitpunkt dargestellten Kurse haben bereits im September 2026 begonnen. Interessenten sollten deshalb nach dem nächsten vollständigen Lehrgang beziehungsweise möglichen späteren Einstieg fragen.
AZP
AZP bietet einen berufsbegleitenden Vorbereitungskurs mit samstäglichem Unterricht und ergänzenden Kompaktwochen an.
Die vorgesehene Lehrgangsdauer beträgt ungefähr zweieinhalb Jahre. Der veröffentlichte Preis liegt bei 8.499 Euro zuzüglich IHK-Prüfungsgebühren.
Der Anbieter nennt mindestens acht Teilnehmer als Voraussetzung für die Durchführung.
Bei diesem Angebot ist insbesondere der Schwerpunkt Druck und Druckveredelung dokumentiert. Wer sich für Druckweiterverarbeitung interessiert, sollte ausdrücklich nach einem passenden Kurs fragen.
Industriemeister Printmedien: Lehrgangsangebote vergleichen
Vergleichen Sie Unterrichtsform, Kursdauer, Gesamtkosten, AEVO-Vorbereitung und vor allem den angebotenen Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkt.
- IHK Akademie Ostwestfalen – Live-Online-Lehrgang
- DTP Akademie RheinMain – Berufsbegleitender Online-Lehrgang
- IHK Akademie München – Industriemeister Printmedien
- AZP – Industriemeister Printmedien
Redaktioneller Hinweis: Die Links führen direkt zu den Kursinformationen der Anbieter. Es handelt sich nicht um Affiliate-Links. Verfügbarkeit, Termine, Preise und Wahlqualifikationsschwerpunkte können sich ändern.
Was kostet die Weiterbildung zum Industriemeister Printmedien?
Die Kosten hängen vom Anbieter, der Lehrgangsform und den enthaltenen Leistungen ab.
Die im Oktober 2026 recherchierten Kursbeispiele liegen zwischen rund 5.650 und 8.500 Euro.
| Anbieter | Veröffentlichter Lehrgangspreis |
|---|---|
| IHK Akademie Ostwestfalen | 5.650 € |
| DTP Akademie RheinMain | 6.072 € |
| IHK Akademie München und Oberbayern | 7.300 € |
| AZP | 8.499 € |
Je nach Angebot kommen weitere Ausgaben hinzu:
- IHK-Prüfungsgebühren
- Ausbildereignungsprüfung und gegebenenfalls AEVO-Vorbereitung
- Lehrbücher und weitere Lernmaterialien
- Fahrt- und Übernachtungskosten
- Technische Ausstattung für Online-Unterricht
- Gegebenenfalls Kosten durch Arbeitsausfall
Die IHK-Prüfungsgebühren werden von der jeweiligen Kammer festgelegt. Sie sind nicht bundesweit einheitlich.
Vor der Anmeldung sollte deshalb immer ein vollständiger Kostenvergleich erfolgen.
Industriemeister Printmedien mit Aufstiegs-BAföG finanzieren
Die Vorbereitung auf eine anerkannte Industriemeisterprüfung kann unter den Voraussetzungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) gefördert werden.
Die Förderung ist besonders interessant, weil sie grundsätzlich auch für geeignete berufsbegleitende Fortbildungsmaßnahmen infrage kommt.
Welche Förderung ist möglich?
Für förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren können nach § 12 AFBG insgesamt bis zu 15.000 Euro berücksichtigt werden.
- 50 Prozent Zuschuss: Dieser Anteil muss nicht zurückgezahlt werden.
- KfW-Darlehen: Für den verbleibenden förderfähigen Anteil kann ein Darlehen genutzt werden.
- Darlehenserlass: Nach bestandener Prüfung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Teil des noch bestehenden Darlehens erlassen werden.
- Unterhaltsförderung: Bei geeigneten Vollzeitmaßnahmen kann zusätzlich eine Förderung des Lebensunterhalts infrage kommen.
Beispielrechnung bei 6.000 Euro Lehrgangskosten
- Förderfähige Lehrgangskosten: 6.000 Euro
- 50 Prozent Zuschuss: 3.000 Euro
- Verbleibender Betrag: 3.000 Euro
- Mögliches KfW-Darlehen: bis zu 3.000 Euro
Ein möglicher zusätzlicher Darlehenserlass nach bestandener Prüfung ist in dieser vereinfachten Rechnung noch nicht berücksichtigt.
Die tatsächliche Förderung hängt von den gesetzlichen Voraussetzungen und der Förderfähigkeit des konkreten Lehrgangs ab.
Auch Arbeitgeber unterstützen teilweise berufliche Aufstiegsfortbildungen, beispielsweise durch Kostenbeteiligungen oder Freistellungen.
Offizielle Informationen finden Sie unter www.aufstiegs-bafoeg.de.
Was verdient ein Industriemeister Printmedien?
Das Gehalt hängt vor allem von der Tätigkeit, der Berufserfahrung, der Personalverantwortung und dem jeweiligen Unternehmen ab.
So kann ein Industriemeister, der als Schichtleiter in einer großen Druckerei arbeitet, anders vergütet werden als jemand mit überwiegend technischen Koordinationsaufgaben in einem kleineren Medienproduktionsbetrieb.
Weitere Einflussfaktoren sind:
- Tarifbindung des Unternehmens
- Region und Betriebsgröße
- Führungsverantwortung
- Schichtsystem und mögliche Zulagen
- Technische Spezialisierung
- Wirtschaftliche Situation des Unternehmens
Für den Abschluss Industriemeister Printmedien lässt sich aus den verfügbaren aktuellen Daten kein ausreichend belastbares, ausschließlich auf Absolventen dieses Abschlusses bezogenes allgemeines Durchschnittsgehalt ableiten.
Einzelne Gehaltsportale nutzen unterschiedliche Berufsgruppen, Erhebungszeiträume und freiwillige Gehaltsmeldungen. Deren Werte sind deshalb nicht ohne Weiteres vergleichbar.
Für eine persönliche Einschätzung empfiehlt es sich, aktuelle Stellenangebote für Produktionsleiter, Schichtleiter und Führungskräfte der Druckindustrie zu vergleichen.
Eine zusätzliche Orientierung bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Dabei sollte geprüft werden, welche Berufsgruppe der jeweiligen Statistik zugrunde liegt.
Welche Karrierechancen bietet der Industriemeister Printmedien?
Mit dem anerkannten Fortbildungsabschluss können sich für erfahrene Beschäftigte der Druck- und Medienwirtschaft zusätzliche berufliche Perspektiven eröffnen.
Mögliche Tätigkeitsfelder sind:
- Schichtleitung in der Druckproduktion
- Teamleitung in der Druckweiterverarbeitung
- Produktionsplanung und Fertigungssteuerung
- Organisation von Produktionsabteilungen
- Qualitätssicherung und Prozessoptimierung
- Technische Projektkoordination
- Kalkulation und Produktionscontrolling
- Personal- und Ausbildungsorganisation
Der Abschluss allein garantiert jedoch keine Führungsposition. Entscheidend bleiben die bisherigen beruflichen Erfahrungen, die persönliche Eignung und die betrieblichen Möglichkeiten.
Welche Perspektiven bietet die Digitalisierung?
Auch in der Druckindustrie verändern Digitalisierung, Automatisierung und vernetzte Produktionsprozesse die betrieblichen Anforderungen.
Für Führungskräfte werden deshalb Kenntnisse über digitale Produktionssteuerung, automatisierte Maschinen, Datenanalyse und effiziente Arbeitsabläufe zunehmend wichtig.
Die Fortbildungsprüfung berücksichtigt ausdrücklich Prozesse der Print- und Digitalmedienproduktion.
Wer neben der technischen Produktion auch betriebswirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse besitzt, kann an der Weiterentwicklung solcher Prozesse mitwirken.
Welche Alternativen gibt es zum Industriemeister Printmedien?
Je nach bisheriger Tätigkeit und angestrebtem Berufsziel können auch andere Fortbildungen geeignet sein.
Medienfachwirt
Der Geprüfte Medienfachwirt ist ebenfalls eine anerkannte Aufstiegsfortbildung in der Medienwirtschaft.
Je nach Fachrichtung und beruflichem Hintergrund können hier stärker organisatorische, kaufmännische und medienbezogene Produktionsprozesse im Mittelpunkt stehen.
Wer sich zwischen Medienfachwirt und Industriemeister Printmedien entscheiden möchte, sollte insbesondere die gewünschten beruflichen Einsatzfelder vergleichen.
Buchbindermeister und frühere Industriemeister-Fachrichtung Buchbinderei
Wer in der Buchherstellung tätig ist, sollte zwischen dem handwerklichen Buchbindermeister und den industriellen Fortbildungen unterscheiden.
Die frühere Fachrichtung Industriemeister Buchbinderei wird in älteren IHK-Unterlagen noch dokumentiert. Für neue Weiterbildungsinteressenten ist jedoch häufig der heutige Industriemeister Printmedien mit dem Schwerpunkt Druckweiterverarbeitung sinnvoller.
Weitere Informationen enthält unser gesonderter Beitrag zum Industriemeister Buchbinderei.
Technischer Betriebswirt
Für Absolventen einer anerkannten Meisterfortbildung kann der Geprüfte Technische Betriebswirt eine weiterführende Aufstiegsfortbildung darstellen.
Er eignet sich insbesondere für Menschen, die stärker betriebswirtschaftliche und strategische Aufgaben übernehmen möchten.
Studium im Bereich Medienproduktion
Je nach persönlichem Karriereziel kommen außerdem Studiengänge im Bereich Druck- und Medientechnik, Medienproduktion oder Wirtschaftsingenieurwesen infrage.
Die Zugangsvoraussetzungen hängen von der Hochschule und dem jeweiligen Studiengang ab.
Häufige Fragen zum Industriemeister Printmedien
Ist der Industriemeister Printmedien ein aktueller Abschluss?
Ja. Der Abschluss ist durch die bundesweite Fortbildungsprüfungsverordnung vom 18. Dezember 2020 geregelt. Industrie- und Handelskammern führen weiterhin entsprechende Prüfungen durch.
Wie lautet die offizielle Abschlussbezeichnung?
Die Abschlussbezeichnung lautet Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print beziehungsweise Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print.
Kann man Industriemeister Printmedien ohne Berufsausbildung werden?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Nach der Prüfungsverordnung können mindestens vier Jahre einschlägige Berufspraxis für die Prüfungszulassung ausreichen.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Dauer hängt vom Lehrgangsanbieter und der Unterrichtsform ab. Berufsbegleitende Lehrgänge dauern häufig ungefähr zwei bis zweieinhalb Jahre.
Kann man den Industriemeister Printmedien online machen?
Ja. Es gibt berufsbegleitende Live-Online-Angebote. Die öffentlich-rechtliche Abschlussprüfung wird allerdings durch die zuständige IHK durchgeführt. Für die Prüfung können persönliche Anwesenheit und gesonderte Prüfungstermine erforderlich sein.
Welche Schwerpunkte stehen zur Wahl?
In der handlungsspezifischen Prüfung wird zwischen Druck und Druckveredelung sowie Druckweiterverarbeitung gewählt.
Was kostet der Vorbereitungskurs?
Recherchierte Lehrgangsangebote liegen beispielsweise zwischen rund 5.650 und 8.500 Euro. Hinzukommen können IHK-Prüfungsgebühren, Kosten für AEVO und Lernmaterialien sowie Fahrtkosten.
Ist die Weiterbildung mit Aufstiegs-BAföG förderfähig?
Ein geeigneter Lehrgang kann bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen durch Aufstiegs-BAföG unterstützt werden. Ein Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird dabei als Zuschuss gewährt.
Ist der Bachelor Professional einem Bachelor gleichgestellt?
Beide Abschlüsse sind dem DQR-Niveau 6 zugeordnet. Das bedeutet eine Vergleichbarkeit des Qualifikationsniveaus, aber keine vollständige Gleichstellung der Abschlussarten. Der Bachelor Professional ist kein akademischer Bachelorgrad.
Muss ich einen Vorbereitungskurs besuchen?
Nein. Ein bestimmter Lehrgang ist für die Prüfungszulassung grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Aufgrund des umfangreichen Prüfungsstoffs kann eine strukturierte Vorbereitung jedoch sinnvoll sein.
Fazit: Für wen lohnt sich der Industriemeister Printmedien?
Der Industriemeister Printmedien – Bachelor Professional in Print ist eine anerkannte berufliche Aufstiegsfortbildung für erfahrene Beschäftigte der Druck- und Medienwirtschaft.
Besonders interessant ist sie für Fachkräfte, die mehr Verantwortung in der Produktion, Organisation oder Mitarbeiterführung übernehmen möchten.
Durch die beiden Wahlpflichtqualifikationsschwerpunkte lässt sich die Fortbildung auf den bisherigen beruflichen Hintergrund ausrichten. Für Beschäftigte aus der Druckproduktion kann Druck und Druckveredelung passend sein. Wer aus der industriellen Buchbinderei kommt, sollte besonders den Schwerpunkt Druckweiterverarbeitung prüfen.
Vor der Anmeldung empfiehlt es sich, die persönliche IHK-Zulassung bestätigen zu lassen, verschiedene Lehrgangsmodelle zu vergleichen und mögliche Förderungen zu prüfen.
Weitere technische Aufstiegsfortbildungen finden Sie in unserer Übersicht der Industriemeister.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesrecht: Industriemeister-Printmedien-Fortbildungsprüfungsverordnung
- Prüfungsverordnung: Zulassungsvoraussetzungen gemäß § 5
- Prüfungsverordnung: Handlungsbereiche und Wahlpflichtschwerpunkte
- Prüfungsverordnung: Projektarbeit, Präsentation und Fachgespräch
- Handelskammer Hamburg: Industriemeister Printmedien – Prüfung und Termine
- Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET – Industriemeister Printmedien
- Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz – § 12
