Raumausstattermeister werden: Voraussetzungen, Meisterschule, Kosten und Gehalt

Wer als Raumausstatter beruflich aufsteigen, anspruchsvolle Raumkonzepte entwickeln oder einen eigenen Handwerksbetrieb führen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Raumausstattermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet gestalterische Fähigkeiten mit handwerklichem Können, technischer Planung und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.

Raumausstattermeisterinnen und Raumausstattermeister gestalten Wohnräume, Büros und gewerblich genutzte Räume. Sie planen und verlegen Bodenbeläge, fertigen Polsterarbeiten an, gestalten Wand- und Deckenflächen und entwickeln individuelle Lösungen für Raumdekorationen sowie Licht-, Sicht- und Sonnenschutz.

Bei ihrer Arbeit berücksichtigen sie Kundenwünsche, Funktionalität, Materialeigenschaften, Wirtschaftlichkeit und zunehmend auch energetische Aspekte. Seit Juli 2024 gilt eine modernisierte Meisterprüfungsverordnung, die diese Anforderungen aufgreift.

Welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, welche Kosten entstehen und wie viel verdient ein Raumausstattermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Raumausstattermeister: Das Wichtigste im Überblick

Abschluss Raumausstattermeister / Raumausstattermeisterin
Zuständigkeit Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss
Abschlussstatus Aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss
Meisterpflicht Seit Februar 2020 wieder zulassungspflichtiges Handwerk der Anlage A
Rechtsgrundlage Handwerksordnung und Raumausstattermeisterverordnung vom 4. September 2023
Geltende Verordnung Seit 1. Juli 2024
Meisterprüfung Vier selbstständige Prüfungsteile
Teil I Meisterprüfungsprojekt und Fachgespräch
Teil II Drei handlungsorientierte Prüfungsfelder
Zulassung In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich
Unterrichtsformen Teilzeit und kombinierter Online-/Präsenzunterricht; weitere Modelle je nach Anbieter
Dauer Bei recherchierten berufsbegleitenden Kursen etwa elf bis achtzehn Monate für Teile I und II
Lehrgangskosten Bei aktuell recherchierten Kursen 7.950 bis 10.200 Euro für Teile I und II, zuzüglich weiterer Kosten
Förderung Aufstiegs-BAföG und gegebenenfalls weitere Förderprogramme
DQR-Niveau 6
Karriere Betriebsleitung, hochwertige Raumgestaltung, Polsterei, Projektleitung, Ausbildung und Selbstständigkeit

Das Raumausstatterhandwerk gehört seit dem 14. Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Die fachlichen Prüfungsteile I und II richten sich nach der Raumausstattermeisterverordnung vom 4. September 2023. Diese ist am 1. Juli 2024 in Kraft getreten und hat die frühere Prüfungsverordnung aus dem Jahr 2008 ersetzt.

Der Meisterabschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird außerdem die berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Raumausstatter-Handwerk erworben.

Die Qualifikation liegt damit auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss, ist selbst aber kein Hochschulabschluss.

Welche Aufgaben hat ein Raumausstattermeister?

Raumausstattermeister übernehmen anspruchsvolle gestalterische, handwerkliche, technische und kaufmännische Tätigkeiten. Sie entwickeln Raumkonzepte und setzen diese mit geeigneten Materialien und Verarbeitungstechniken um.

Je nach Betriebsgröße arbeiten sie selbst in der Werkstatt oder beim Kunden mit. In größeren Betrieben können Projektplanung, Mitarbeiterführung, Kundenberatung und Betriebsorganisation im Vordergrund stehen.

Raumgestaltung und Kundenberatung

Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Entwicklung individueller Gestaltungskonzepte.

Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Analyse von Kundenwünschen und Raumanforderungen
  • Beratung zu Farben, Materialien und Oberflächen
  • Entwicklung von Gestaltungskonzepten
  • Erstellung von Entwurfszeichnungen und Materialmustern
  • Auswahl geeigneter Bodenbeläge und Wandbekleidungen
  • Planung von Raumdekorationen
  • Beratung zu Licht-, Sicht- und Sonnenschutz
  • Abstimmung mit anderen Gewerken
  • Erstellung von Angeboten und Kalkulationen

Polsterarbeiten und Möbelgestaltung

Auch die Herstellung und Aufarbeitung von Polstermöbeln gehören zum Raumausstatterhandwerk.

Raumausstattermeister beurteilen den Zustand vorhandener Möbel, wählen geeignete Materialien und organisieren handwerklich anspruchsvolle Polsterarbeiten.

Dazu gehören:

  • Entwurf und Herstellung von Polsterungen
  • Aufarbeitung vorhandener Polstermöbel
  • Klassische Polstertechniken
  • Moderne Polstermethoden
  • Auswahl von Bezugsstoffen
  • Verarbeitung von Schaumstoffen und Polstermaterialien
  • Qualitätskontrolle und Endabnahme

Gestaltung von Boden-, Wand- und Deckenflächen

Raumausstattermeister planen und organisieren auch die Gestaltung größerer Raumflächen.

Sie beurteilen vorhandene Untergründe, wählen geeignete Materialien aus und legen passende Verarbeitungstechniken fest.

Wichtige Tätigkeiten sind:

  • Untergrundprüfung und Arbeitsvorbereitung
  • Verlegung textiler und anderer geeigneter Bodenbeläge
  • Behandlung und Bekleidung von Wandflächen
  • Gestaltung von Deckenflächen
  • Planung von Übergängen und Anschlüssen
  • Prüfung von Materialeigenschaften
  • Berücksichtigung von Schallschutz und Raumakustik
  • Kontrolle der fachgerechten Ausführung

Sicht-, Sonnen- und Lichtschutz

Moderne Raumausstattung umfasst außerdem die Planung und Montage unterschiedlicher Systeme zur Steuerung von Tageslicht, Sonneneinstrahlung und Sichtschutz.

Dazu gehören beispielsweise Vorhänge, Rollos, Plissees und andere innenliegende Systeme.

Je nach Projekt müssen auch energetische Auswirkungen, Bedienbarkeit, Sicherheit und die baulichen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Betriebsführung und Mitarbeiterleitung

Neben dem handwerklichen Können benötigen Meister fundierte wirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse.

Zu den Aufgaben gehören:

  • Auftragskalkulation
  • Personal- und Einsatzplanung
  • Materialeinkauf und Lagerhaltung
  • Projekt- und Terminplanung
  • Qualitätsmanagement
  • Investitionsplanung
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Arbeitsschutz und betriebliche Sicherheit
  • Ausbildung und Mitarbeiterentwicklung
  • Kostenkontrolle und Nachkalkulation

Welche fünf Arbeitsbereiche gehören zum Raumausstatterhandwerk?

Das Raumausstatterhandwerk verbindet mehrere traditionelle und moderne Tätigkeitsbereiche.

Die geltende Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt ausdrücklich die unterschiedlichen Arbeiten, die für eine vollständige Raumgestaltung erforderlich sind.

1. Bodenbeläge

Die Auswahl und Verlegung geeigneter Bodenbeläge gehört zu den klassischen Tätigkeiten.

Dazu zählen beispielsweise textile Bodenbeläge sowie andere für das Raumausstatterhandwerk geeignete Belagsarten.

Besonders wichtig sind Untergrundprüfung, Verlegetechnik, Materialeigenschaften und die fachgerechte Ausführung von Anschlüssen.

2. Polstern

Im Bereich Polstern werden Möbel neu gestaltet, bezogen oder aufgearbeitet.

Die handwerklichen Arbeiten können sowohl klassische Polstertechniken als auch moderne Verfahren umfassen.

Bei hochwertigen Möbeln oder historischen Objekten sind besondere Materialkenntnisse und sorgfältige Verarbeitung erforderlich.

3. Raumdekoration

Raumdekoration umfasst die gestalterische und handwerkliche Herstellung textiler Einrichtungen.

Dazu gehören beispielsweise Vorhänge, Gardinen und andere individuell angefertigte textile Dekorationen.

Die Auswahl von Stoffen, Farben, Mustern und geeigneten Verarbeitungstechniken spielt eine wichtige Rolle.

4. Wand- und Deckengestaltung

Raumausstatter können Wände und Decken durch geeignete Beschichtungen, Bekleidungen und dekorative Techniken gestalten.

Hierbei müssen die vorhandenen Untergründe, die geplante Nutzung und die gewünschten Materialeigenschaften berücksichtigt werden.

5. Licht-, Sicht- und Sonnenschutz

Innenliegende Sonnenschutzsysteme können die Lichtverhältnisse und den Wohnkomfort verbessern.

Raumausstattermeister beraten zu geeigneten Lösungen und planen deren Anfertigung oder Montage.

Je nach Ausführung spielen technische Anforderungen, Bedienkomfort und energetische Aspekte eine Rolle.

Wichtig: Diese fünf Arbeitsbereiche sind keine getrennten Meisterabschlüsse. Die aktuelle Meisterprüfung verlangt vielmehr eine umfassende Raumgestaltung, die verschiedene handwerkliche Leistungen miteinander verbindet.

Welche Voraussetzungen gelten für die Raumausstattermeisterprüfung?

Die Zulassung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.

Der klassische Zugangsweg ist eine erfolgreich abgeschlossene Gesellenprüfung im Raumausstatterhandwerk.

Auch eine entsprechende Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder eine gleichgestellte Abschlussprüfung kann zur Zulassung berechtigen.

Wie viel Berufserfahrung ist notwendig?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung werden grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre verlangt.

Bei bestimmten einschlägigen anerkannten Ausbildungsberufen mit einer kürzeren vorgeschriebenen Ausbildungsdauer kann mindestens ein Jahr einschlägige Berufstätigkeit erforderlich sein.

Zulassung mit einem anderen Berufsabschluss

Auch mit einem anderen anerkannten Berufsabschluss kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Zulassung möglich sein.

Hierfür kann eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit im Raumausstatterhandwerk erforderlich sein. Nach der Handwerksordnung dürfen grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.

Weitere gesetzlich geregelte Zugangswege bestehen beispielsweise bei bereits bestandenen anderen Meisterprüfungen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Ausnahmen zugelassen werden.

Muss man eine Meisterschule besuchen?

Nein. Die Teilnahme an einem Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Zulassungsvoraussetzung.

Die praktische Meisterprüfung stellt allerdings umfangreiche Anforderungen an unterschiedliche handwerkliche Fertigkeiten.

Eine strukturierte Vorbereitung mit geeigneten Werkstätten und praktischen Übungen ist deshalb empfehlenswert.

Die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen sollten frühzeitig mit der zuständigen Handwerkskammer geklärt werden.

Wie läuft die Raumausstattermeisterprüfung ab?

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen.

Für die fachpraktischen und fachtheoretischen Teile I und II gilt seit dem 1. Juli 2024 die Raumausstattermeisterverordnung vom 4. September 2023.

Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung

Der fachpraktische Prüfungsteil umfasst:

  • Meisterprüfungsprojekt
  • Fachgespräch

Eine zusätzliche Situationsaufgabe ist nach der geltenden Meisterprüfungsverordnung nicht vorgesehen.

Das Meisterprüfungsprojekt

Im Mittelpunkt steht ein komplexer Kundenauftrag zur vollständigen Gestaltung eines Raumes.

Die Prüflinge müssen zunächst ein Gestaltungskonzept entwickeln. Dabei sind die Raumsituation, bauliche Gegebenheiten und energetische Aspekte zu berücksichtigen.

Zu den Planungsarbeiten gehören:

  • Analyse der Kundenanforderungen
  • Prüfung und Dokumentation der Raumsituation
  • Entwicklung eines Gestaltungskonzepts
  • Anfertigung von Entwurfszeichnungen
  • Auswahl und Begründung geeigneter Materialien
  • Erstellung einer Auftragskalkulation

Welche praktischen Arbeiten sind vorgeschrieben?

Die aktuelle Meisterprüfungsverordnung schreibt mehrere praktische Leistungen vor.

Bodenbelagsarbeiten

Es müssen mindestens drei Quadratmeter Bodenbelag aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien oder Farben verlegt werden.

Polsterarbeiten

Die Prüflinge müssen ein Hochpolster mit Sitz-, Rücken- und Armlehnteilen herstellen.

Dabei sind sowohl klassische Polsterung und Schnürung als auch moderne Polstermethoden anzuwenden.

Raumdekoration

Eine mehrteilige Raumdekoration ist anzufertigen.

Hierbei werden insbesondere Gestaltung, Materialauswahl, Verarbeitung und handwerkliche Ausführung bewertet.

Wand- und Deckengestaltung

Mindestens zehn Quadratmeter Wand- und Deckenfläche müssen behandelt oder bekleidet werden.

Dabei sind mindestens zwei unterschiedliche Techniken anzuwenden.

Licht-, Sicht- oder Sonnenschutz

Zusätzlich muss eine Anlage für Licht-, Sicht- oder Sonnenschutz angefertigt und montiert werden.

Dokumentation und Nachkalkulation

Nach der praktischen Durchführung müssen die Prüflinge eine Analyse des Meisterprüfungsprojekts, eine Nachkalkulation und eine Dokumentation erstellen.

Wie lange dauert das Meisterprüfungsprojekt?

Für die Bearbeitung stehen sieben Arbeitstage zur Verfügung.

Wie wird das Meisterprüfungsprojekt bewertet?

Die einzelnen Leistungen werden folgendermaßen gewichtet:

  • Planungsarbeiten: 30 Prozent
  • Praktische Durchführung: 60 Prozent
  • Kontrolle und Dokumentation: 10 Prozent

Fachgespräch

Im Fachgespräch müssen die Prüflinge die fachlichen Zusammenhänge ihres Meisterprüfungsprojekts erläutern.

Sie sollen insbesondere ihre Entscheidungen begründen und auf Fragen zu Gestaltung, Materialwahl, Wirtschaftlichkeit sowie technischen und rechtlichen Anforderungen eingehen.

Auch aktuelle Entwicklungen im Raumausstatterhandwerk können berücksichtigt werden.

Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.

Bewertung von Teil I

Das Meisterprüfungsprojekt und das Fachgespräch werden im Verhältnis 3:1 gewichtet.

Zum Bestehen müssen beide Prüfungsbestandteile jeweils mindestens 30 Punkte erreichen. Außerdem muss das Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein.

Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung

Die aktuelle Prüfungsverordnung sieht drei handlungsorientierte Prüfungsfelder vor.

1. Kundenanforderungen analysieren, Lösungen erarbeiten und anbieten

In diesem Handlungsfeld müssen die Teilnehmer zeigen, dass sie Kundenwünsche beurteilen und passende Gestaltungskonzepte entwickeln können.

Zu den Themen gehören:

  • Ermittlung von Kundenanforderungen
  • Analyse der Raumsituation
  • Entwicklung geeigneter Gestaltungs- und Materialkonzepte
  • Berücksichtigung funktionaler und energetischer Anforderungen
  • Bewertung von Gestaltungsmöglichkeiten
  • Beratung zu Materialien und Techniken
  • Auftragskalkulation und Angebotserstellung
  • Berücksichtigung wirtschaftlicher und rechtlicher Vorgaben

2. Leistungen erbringen, kontrollieren und übergeben

Hier steht die fachgerechte Durchführung eines Kundenauftrags im Mittelpunkt.

Wichtige Inhalte sind:

  • Arbeitsvorbereitung und Materialplanung
  • Organisation von Bodenbelagsarbeiten
  • Planung und Durchführung von Polsterarbeiten
  • Herstellung von Raumdekorationen
  • Gestaltung von Wand- und Deckenflächen
  • Montage von Sicht- und Sonnenschutzanlagen
  • Qualitätssicherung
  • Abnahme und Dokumentation
  • Nachkalkulation und Kundenübergabe

3. Einen Raumausstatterbetrieb führen und organisieren

Das dritte Handlungsfeld behandelt wirtschaftliche, organisatorische und personelle Aufgaben.

Zu den Themen gehören:

  • Betriebliche Kostenrechnung
  • Unternehmenskennzahlen
  • Personalplanung und Mitarbeiterführung
  • Materialeinkauf und Lagerorganisation
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Qualitätsmanagement
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Arbeitsschutz und betriebliche Sicherheit
  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
  • Digitale Geschäftsprozesse

In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine schriftliche fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten.

Die Prüfungsdauer beträgt je Handlungsfeld drei Stunden. An einem Prüfungstag dürfen höchstens sechs Stunden angesetzt werden.

Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse

Der dritte Meisterprüfungsteil behandelt die wirtschaftliche Führung eines Handwerksbetriebs.

Wichtige Inhalte sind:

  • Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beurteilen
  • Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
  • Unternehmensstrategien entwickeln
  • Finanzierung und Investitionen
  • Kostenrechnung und Kalkulation
  • Rechtliche Grundlagen der Betriebsführung

Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Im vierten Prüfungsteil werden Kenntnisse geprüft, die für die Planung und Durchführung einer betrieblichen Ausbildung erforderlich sind.

Hierzu gehören die Auswahl von Auszubildenden, die Gestaltung von Lernprozessen, die Förderung der beruflichen Entwicklung und die Bewertung von Ausbildungsleistungen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können gleichwertige bereits bestandene Prüfungen zu einer Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen führen.

Welche Prüfungsordnung gilt bei älteren Prüfungsverfahren?

Die neue Raumausstattermeisterverordnung ist am 1. Juli 2024 in Kraft getreten.

Für bestimmte zuvor begonnene Prüfungsverfahren und Wiederholungsprüfungen gelten Übergangsvorschriften.

Wer bereits eine Prüfung nach früherem Recht begonnen hat, sollte die persönlich geltende Prüfungsordnung beim zuständigen Meisterprüfungsausschuss klären.

Welche Inhalte werden in der Raumausstattermeisterschule vermittelt?

Die Meistervorbereitung verbindet praktische Handwerkstechniken, Gestaltung, Werkstoffkunde, technische Planung und Betriebswirtschaft.

Die genauen Inhalte unterscheiden sich je nach Bildungsträger und Unterrichtsform.

Raumgestaltung und Entwurf

  • Farben- und Gestaltungslehre
  • Raumkonzepte entwickeln
  • Stilkunde
  • Material- und Textilkunde
  • Entwurfszeichnungen
  • Technisches Zeichnen und CAD
  • Gestaltung von Wohn- und Geschäftsräumen
  • Material- und Kostenplanung

Polstertechnik

  • Klassische Polsterverfahren
  • Schnürtechniken
  • Moderne Polsterverfahren
  • Polsterwerkstoffe
  • Herstellung und Aufarbeitung von Polstermöbeln
  • Verarbeitung von Bezugsstoffen
  • Qualitätskontrolle

Bodenbeläge

  • Untergrundprüfung
  • Materialeigenschaften verschiedener Bodenbeläge
  • Verlegetechniken
  • Zuschnitt und Verarbeitung
  • Übergänge und Anschlüsse
  • Schallschutz und Raumakustik
  • Reinigung und Pflege

Raumdekoration und Sonnenschutz

  • Stoffauswahl und Textilkunde
  • Zuschneiden und Nähen
  • Anfertigung von Raumdekorationen
  • Vorhang- und Gardinentechnik
  • Licht- und Sichtschutz
  • Sonnenschutzsysteme
  • Montage und Funktionskontrolle

Wand- und Deckengestaltung

  • Untergrundvorbereitung
  • Wandbekleidungen
  • Dekorative Oberflächengestaltung
  • Materialkunde
  • Verarbeitungstechniken
  • Raumakustische Anforderungen
  • Qualitätskontrolle

Betriebswirtschaft und Recht

  • Angebotskalkulation
  • Kostenrechnung
  • Personalführung
  • Betriebsorganisation
  • Warenwirtschaft
  • Marketing und Kundenbindung
  • Rechtliche Grundlagen
  • Unternehmensgründung und Betriebsübernahme

Welche modernen Entwicklungen sind wichtig?

Digitale Raumplanung, nachhaltige Materialien und energieeffiziente Sicht- und Sonnenschutzsysteme gewinnen in der Raumausstattung an Bedeutung.

Auch die Aufarbeitung vorhandener Polstermöbel und eine ressourcenschonende Materialverwendung bieten interessante Möglichkeiten.

Die geltende Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt ausdrücklich Nachhaltigkeit, digitale Technologien und energetische Aspekte der Raumgestaltung.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Raumausstattermeister?

Die Dauer hängt von der Unterrichtsform, dem Bildungsträger und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Die aktuell recherchierten berufsbegleitenden Angebote für die Teile I und II dauern ungefähr elf bis achtzehn Monate.

Meisterschule in Teilzeit

Die Handwerkskammer Oberfranken bietet in Forchheim einen berufsbegleitenden Lehrgang vom 11. September 2027 bis zum 29. Juli 2028 an.

Der Kurs umfasst 850 Unterrichtseinheiten und kombiniert Onlineunterricht mit Präsenzphasen.

Das Handwerkskammer Bildungszentrum Münster bietet einen Teilzeitkurs vom 14. Januar 2028 bis zum 30. Juni 2029 an.

Der Unterricht findet freitags und samstags statt.

Meisterschule in Vollzeit

Grundsätzlich ist auch eine intensive Vollzeitvorbereitung möglich, wenn ein entsprechender Lehrgang angeboten wird.

Die Verfügbarkeit konkreter Vollzeitkurse sollte beim gewünschten Bildungsträger geprüft werden. Nicht jede Meisterschule bietet regelmäßig neue Vollzeitgruppen für das Raumausstatterhandwerk an.

Kann man den Raumausstattermeister online machen?

Einzelne theoretische Inhalte lassen sich digital vermitteln. Die Handwerkskammer Oberfranken nutzt beispielsweise ein kombiniertes Unterrichtskonzept mit Onlinephasen.

Die fachpraktische Meisterprüfung umfasst allerdings zahlreiche handwerkliche Arbeiten, darunter klassische Polstertechniken, Bodenverlegung, Raumdekoration und die Gestaltung von Wand- und Deckenflächen.

Deshalb sind geeignete Präsenzphasen und praktische Übungen erforderlich.

Ein reiner Onlinekurs ohne Werkstattpraxis sollte nicht mit einer vollständigen Vorbereitung auf die fachpraktische Meisterprüfung gleichgesetzt werden.

Was kostet die Raumausstattermeisterschule?

Die Lehrgangskosten unterscheiden sich nach Anbieter, Kursumfang und Unterrichtsform.

Neben den Lehrgangsgebühren können zusätzliche Prüfungs-, Material-, Werkzeug- und Fahrtkosten entstehen.

Aktuelle Kostenbeispiele

Anbieter Lehrgang Kursgebühr
HBZ Münster Teile I und II, Teilzeit 7.950 €
HWK Oberfranken, Forchheim Teile I und II, berufsbegleitend, hybrid 10.200 €

Stand der Recherche: Oktober 2026. Die Gebühren stammen aus veröffentlichten Kursangeboten für 2027 und 2028. Beide Lehrgänge bereiten auf die Teile I und II vor. Die Angaben sind keine vollständige bundesweite Marktübersicht.

Weitere Kosten beim HBZ Münster

Das Handwerkskammer Bildungszentrum Münster veröffentlicht folgende Gebühren:

  • Lehrgangsgebühr: 7.950 Euro
  • Prüfungsgebühr: 1.500 Euro

Damit ergeben sich für die beiden ausgewiesenen Positionen zusammen 9.450 Euro.

Weitere Ausgaben, beispielsweise für persönliche Materialien, zusätzliche Prüfungsteile oder Fahrtkosten, können entstehen.

Weitere Kosten bei der HWK Oberfranken

Für den berufsbegleitenden Kurs in Forchheim werden folgende Kosten genannt:

  • Lehrgangsgebühr: 10.200 Euro
  • Prüfungsgebühr: 840 Euro
  • Lernmittel: bis zu ungefähr 150 Euro
  • Meisterbrief und Meisterkarte: 60 Euro

Damit ergeben sich für diese Positionen insgesamt bis zu ungefähr 11.250 Euro.

Werkzeuge und Maschinen sowie die Vorbereitung der Prüfungsteile III und IV können weitere Kosten verursachen.

Welche Gesamtkosten sollte man einplanen?

Für den vollständigen Meisterbrief müssen grundsätzlich alle vier Prüfungsteile bestanden oder anerkannte Befreiungen nachgewiesen werden.

Wer einen Vorbereitungskurs für die Teile I und II besucht, sollte die folgenden zusätzlichen Kosten berücksichtigen:

  • Prüfungsgebühren
  • Vorbereitung auf die Teile III und IV
  • Material für das Meisterprüfungsprojekt
  • Werkzeuge und persönliche Ausstattung
  • Fachbücher und Lernmittel
  • Fahrtkosten und gegebenenfalls Unterkunft
  • Möglicher Verdienstausfall

Tipp: Die praktische Meisterprüfung im Raumausstatterhandwerk ist umfangreich. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich erläutern, welche Materialien, Werkzeuge und Werkstattleistungen im Lehrgangspreis enthalten sind.

Welche Raumausstattermeisterschulen gibt es?

Die Vorbereitung auf die Raumausstattermeisterprüfung wird unter anderem von Handwerkskammern und spezialisierten handwerklichen Bildungseinrichtungen angeboten.

Wichtige Auswahlkriterien sind die Unterrichtsform, der Umfang der praktischen Ausbildung, die Ausstattung der Werkstätten und die Gesamtkosten.

Handwerkskammer Oberfranken in Forchheim

Die Handwerkskammer Oberfranken bietet einen berufsbegleitenden Meistervorbereitungslehrgang für die Teile I und II an.

Ein ausgeschriebener Kurs läuft vom 11. September 2027 bis zum 29. Juli 2028.

Der Lehrgang umfasst 850 Unterrichtseinheiten.

Die Unterrichtszeiten sind:

  • Mittwoch: 17:00 bis 20:00 Uhr, online
  • Freitag: 13:30 bis 18:15 Uhr
  • Samstag: 08:15 bis 15:45 Uhr

Zusätzlich sind zwei Präsenzwochen während der Ferien vorgesehen.

Die Lehrgangsgebühr beträgt 10.200 Euro, die Prüfungsgebühr 840 Euro.

Zu den Unterrichtsinhalten gehören insbesondere Materialkunde, Textilkunde, Stilkunde, Raumgestaltung, Boden-, Wand- und Deckenarbeiten, Polstern sowie Dekoration.

Für den ausgeschriebenen Termin werden ausreichend freie Plätze ausgewiesen.

Raumausstattermeisterschule der HWK Oberfranken ansehen

Handwerkskammer Bildungszentrum Münster

Das Handwerkskammer Bildungszentrum Münster bietet einen berufsbegleitenden Meisterkurs für die Teile I und II an.

Ein veröffentlichter Lehrgang läuft vom 14. Januar 2028 bis zum 30. Juni 2029.

Der Unterricht findet freitags von 14:30 bis 20:15 Uhr und samstags von 08:30 bis 14:30 Uhr statt.

Die Lehrgangsgebühr beträgt 7.950 Euro. Zusätzlich werden 1.500 Euro Prüfungsgebühr ausgewiesen.

Der Lehrgang vermittelt fachpraktische und fachtheoretische Kenntnisse für anspruchsvolle Arbeiten im Raumausstatterhandwerk.

Der Anbieter weist für den veröffentlichten Kurs freie Plätze aus.

Raumausstattermeisterschule in Münster ansehen

Welche weiteren Bildungsträger kommen infrage?

Wer einen anderen Standort oder eine Vollzeitvorbereitung bevorzugt, kann sich bei der regional zuständigen Handwerkskammer nach weiteren Angeboten erkundigen.

Entscheidend ist, ob tatsächlich ein aktueller Lehrgang nach der geltenden Raumausstattermeisterverordnung angeboten wird.

Eine ältere Kursbeschreibung oder ein allgemeiner Hinweis auf Meisterfortbildungen reicht nicht aus, um eine aktuell buchbare Raumausstattermeisterschule nachzuweisen.

Hinweis: Die beiden vorgestellten Bildungsanbieter werden neutral genannt. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Termine, Gebühren und freie Plätze können sich ändern und sollten vor einer Anmeldung direkt beim Anbieter überprüft werden.

Welche Förderung gibt es für angehende Raumausstattermeister?

Die Weiterbildung zum Raumausstattermeister kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Es unterstützt geeignete berufliche Aufstiegsfortbildungen und kann grundsätzlich sowohl bei Vollzeit- als auch bei Teilzeitmaßnahmen infrage kommen.

Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Nach den im Oktober 2026 geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Die Förderung umfasst insbesondere:

  • 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Die Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
  • Einen möglichen Darlehenserlass von 50 Prozent des entsprechenden noch nicht fälligen Darlehens nach bestandener Fortbildungsprüfung

Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG

Bei förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 10.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Berechnung:

  • Förderfähige Gesamtkosten: 10.000 Euro
  • Zuschuss in Höhe von 50 Prozent: 5.000 Euro
  • Mögliches KfW-Darlehen: 5.000 Euro
  • Möglicher Darlehenserlass nach bestandener Prüfung: 2.500 Euro

Wird das Darlehen vollständig in Anspruch genommen und werden die gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass erfüllt, verbleiben in diesem Beispiel 2.500 Euro zurückzuzahlen.

Die tatsächliche Förderung hängt von den persönlichen Voraussetzungen, anerkannten Kosten und dem Bewilligungsbescheid ab.

Materialkosten der Meisterprüfungsarbeit

Für notwendige Materialkosten der fachpraktischen Meisterprüfungsarbeit kann eine gesonderte Förderung infrage kommen.

Nach den geltenden gesetzlichen Regelungen können bis zu 50 Prozent der notwendigen Materialkosten bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 2.000 Euro berücksichtigt werden.

Ob und in welcher Höhe bestimmte Aufwendungen anerkannt werden, sollte mit der zuständigen Förderstelle geklärt werden.

Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen

Wer eine geeignete Vollzeitmaßnahme besucht, kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt beantragen.

Die Höhe richtet sich nach den persönlichen Verhältnissen und den gesetzlichen Bestimmungen.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland können zusätzliche Förderprogramme, beispielsweise Meisterprämien oder Meisterboni, bestehen.

Auch Arbeitgeberzuschüsse und die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten können im Einzelfall interessant sein.

Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.

Wie viel verdient ein Raumausstattermeister?

Das Gehalt als Raumausstattermeister hängt insbesondere von der Berufserfahrung, der Region, der Betriebsgröße und dem tatsächlichen Verantwortungsbereich ab.

Ein Meister, der in einem kleinen Handwerksbetrieb überwiegend selbst praktische Arbeiten übernimmt, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft, die mehrere Mitarbeiter und größere Raumgestaltungsprojekte verantwortet.

Was sagt der Entgeltatlas?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für eine breitere Berufsgruppe mit höher qualifizierten Tätigkeiten in Innenarchitektur, visuellem Marketing und Raumausstattung einen mittleren Bruttomonatsverdienst von 3.976 Euro aus.

Das untere Quartil liegt bei 3.110 Euro, das obere Quartil bei 5.165 Euro brutto monatlich.

Zu der Vergleichsgruppe gehören unter anderem Raumausstattermeister, Gestaltungsberater im Raumausstatterhandwerk und weitere spezialisierte Gestaltungsberufe.

Der Wert dient deshalb als Orientierung, ist aber kein ausschließlich für Raumausstattermeister ermittelter Durchschnittsverdienst.

Für die allgemeine Fachkräfte-Berufsgattung der Raumausstattung wird ein niedrigerer Median ausgewiesen. Daraus lässt sich allerdings kein garantierter Einkommenszuwachs durch die Meisterprüfung ableiten.

Die Entgeltdaten beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Berufsgruppe Raumausstattung und Gestaltung.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

  • Berufserfahrung und fachliche Spezialisierung
  • Verantwortung für Mitarbeiter und Projekte
  • Größe des Unternehmens
  • Regionale Arbeitsmarktsituation
  • Hochwertige Polster- und Restaurierungsarbeiten
  • Beratung und Planung anspruchsvoller Raumkonzepte
  • Zusätzliche Qualifikationen
  • Tarifliche oder individuelle Vergütungsvereinbarungen
  • Angestelltenverhältnis oder Selbstständigkeit

Bei selbstständigen Raumausstattermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab.

Umsatz, Betriebsgewinn und privat verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Kann man sich als Raumausstattermeister selbstständig machen?

Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.

Das Raumausstatterhandwerk gehört seit dem 14. Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterabschluss ist hierfür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten und besondere Bestandsschutzregelungen für bestimmte bereits bestehende Betriebe.

Was braucht man für einen eigenen Raumausstatterbetrieb?

  • Erstellung eines tragfähigen Businessplans
  • Auswahl geeigneter Werkstatt- und Geschäftsräume
  • Finanzierung von Maschinen und Werkzeugen
  • Ausstellung von Stoffen und Materialien
  • Organisation von Einkauf und Lagerhaltung
  • Personalplanung
  • Betriebshaftpflicht und weitere Versicherungen
  • Auftragskalkulation und Preisgestaltung
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Liquiditätsplanung und Kostenkontrolle

Welche Spezialisierungen sind interessant?

Ein eigener Raumausstatterbetrieb kann unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Beispiele sind hochwertige Polsterarbeiten, individuelle Fensterdekorationen, Sonnenschutz, die Gestaltung kompletter Wohnräume oder die Aufarbeitung älterer Möbel.

Auch eine stärkere Spezialisierung auf gewerbliche Kunden, Hotels oder öffentliche Einrichtungen kann möglich sein.

Vor der Gründung empfiehlt sich eine Beratung bei der zuständigen Handwerkskammer, um die handwerksrechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu prüfen.

Welche Karrierechancen bietet der Raumausstattermeister?

Der Meisterabschluss eröffnet verschiedene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Raumausstatterhandwerk.

Betriebsleitung

Raumausstattermeister können die fachliche und wirtschaftliche Leitung eines Betriebs übernehmen.

Dazu gehören Kundenberatung, Personalführung, Qualitätsmanagement und die Organisation der Aufträge.

Projektleitung für Raumgestaltung

Auch die Planung und Umsetzung größerer Raumgestaltungsprojekte kann zu den Aufgaben gehören.

Hier stehen die Koordination unterschiedlicher Leistungen, Materialplanung, Terminsteuerung und Qualitätskontrolle im Mittelpunkt.

Spezialisierung auf hochwertige Polsterarbeiten

Eine besondere fachliche Spezialisierung ist die Herstellung und Restaurierung anspruchsvoller Polstermöbel.

Hierfür sind Kenntnisse traditioneller Materialien und handwerklicher Verarbeitungstechniken besonders wichtig.

Restaurator im Raumausstatterhandwerk

Eine interessante zusätzliche Qualifikation ist die Fortbildung zum Restaurator im Raumausstatterhandwerk.

Sie richtet sich an Fachkräfte, die sich auf die Erhaltung und Restaurierung historisch wertvoller Ausstattungen und Objekte spezialisieren möchten.

Für diese berufliche Fortbildung gelten eigenständige Zulassungs- und Prüfungsanforderungen.

Gestaltung und Beratung

Wer besonders gern individuelle Raumkonzepte entwickelt, kann sich auf Kundenberatung, Raumgestaltung und die Auswahl hochwertiger Materialien konzentrieren.

Zusätzliche Kenntnisse in digitalen Planungssystemen können dabei hilfreich sein.

Ausbildung und Weiterbildung

Raumausstattermeister können im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Auszubildende betreuen und ausbilden.

Auch Tätigkeiten in der handwerklichen Weiterbildung sind möglich.

Weiterbildung zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung

Wer seine kaufmännischen und strategischen Kenntnisse vertiefen möchte, kann die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung prüfen.

Diese behandelt insbesondere Unternehmensführung, Finanzierung, Organisation und Personalmanagement.

Studium nach dem Meisterabschluss

Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.

Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.

Passende Studienrichtungen können beispielsweise Innenarchitektur, Design, Raumgestaltung oder Betriebswirtschaft sein.

Bei reglementierten Berufsbezeichnungen und geschützten Tätigkeiten, insbesondere in der Innenarchitektur, sind die jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen gesondert zu beachten.

Raumausstattermeister, Malermeister oder Fliesenlegermeister?

Die drei Meisterabschlüsse gehören zu den zulassungspflichtigen Handwerken und sind dem DQR-Niveau 6 zugeordnet.

Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer fachlichen Ausrichtung.

Kriterium Raumausstattermeister Malermeister Fliesenlegermeister
Schwerpunkt Innenraumgestaltung, Polster, Dekoration, Bodenbeläge Beschichtungen, Oberflächen, Gestaltung und Bautenschutz Fliesen-, Platten- und Mosaikbeläge
Typische Arbeiten Raumdekoration, Polsterei, Sonnenschutz, Bodenbeläge Wand- und Fassadengestaltung, Beschichtungen Wand- und Bodenfliesen, Abdichtungen
Prüfungsinstitution Handwerkskammer Handwerkskammer Handwerkskammer
DQR-Niveau 6 6 6

Wer sich vor allem für die Gestaltung kompletter Innenräume, Textilien, Polsterarbeiten und Sonnenschutz interessiert, findet im Raumausstattermeister häufig die passende Weiterbildung.

Wer dagegen stärker Beschichtungsarbeiten oder keramische Wand- und Bodenbeläge ausführen möchte, sollte einen der anderen Meisterabschlüsse näher prüfen.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zum Maler- und Lackierermeister und zum Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister.

Häufige Fragen zum Raumausstattermeister

Wie lange dauert die Raumausstattermeisterschule?

Die Dauer hängt von der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab. Bei den recherchierten berufsbegleitenden Lehrgängen für die Teile I und II liegt sie zwischen ungefähr elf und achtzehn Monaten. Die Teile III und IV sind gegebenenfalls zusätzlich zu absolvieren.

Was kostet die Weiterbildung zum Raumausstattermeister?

Bei den aktuell recherchierten Kursen liegen die Lehrgangsgebühren für die Teile I und II zwischen 7.950 und 10.200 Euro. Hinzu kommen Prüfungsgebühren, Lernmittel und gegebenenfalls weitere Ausgaben für Werkzeuge, Materialien oder die Teile III und IV.

Ist der Raumausstattermeister ein aktueller Abschluss?

Ja. Der Raumausstattermeister ist ein aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss. Seit Juli 2024 gilt eine modernisierte Meisterprüfungsverordnung.

Ist das Raumausstatterhandwerk meisterpflichtig?

Ja. Das Raumausstatterhandwerk gehört seit Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Für bestimmte bestehende Betriebe und andere gesetzlich geregelte Fälle gibt es Ausnahmen beziehungsweise Bestandsschutz.

Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?

Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Berufsabschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.

Kann man Raumausstattermeister berufsbegleitend machen?

Ja. Es gibt berufsbegleitende Vorbereitungskurse, beispielsweise in Münster und Forchheim. Der Unterricht findet überwiegend an bestimmten Wochentagen und Wochenenden statt.

Was wird in der praktischen Meisterprüfung verlangt?

Teil I umfasst ein umfangreiches Meisterprüfungsprojekt zur Raumgestaltung. Dazu gehören Bodenbelagsarbeiten, ein Hochpolster, Raumdekorationen, Wand- und Deckengestaltung sowie eine Licht-, Sicht- oder Sonnenschutzanlage. Ergänzend findet ein Fachgespräch statt.

Gibt es eine Situationsaufgabe?

Nein. Die seit Juli 2024 geltende Raumausstattermeisterverordnung sieht in Teil I nur ein Meisterprüfungsprojekt und ein Fachgespräch vor.

Ist der Raumausstattermeister ein Bachelor Professional?

Ja. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Raumausstatter-Handwerk erworben.

Die Qualifikation gehört zum DQR-Niveau 6, stellt aber keinen akademischen Hochschulabschluss dar.

Kann man sich als Raumausstattermeister selbstständig machen?

Ja. Der Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis für die Eintragung in die Handwerksrolle. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Wie viel verdient ein Raumausstattermeister?

Das Gehalt hängt von Berufserfahrung, Region, Betriebsgröße und Führungsverantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für eine breitere Berufsgruppe mit höher qualifizierten Tätigkeiten in Raumausstattung und Gestaltung einen Median von 3.976 Euro brutto monatlich aus. Dieser Wert ist kein ausschließlich für Raumausstattermeister ermittelter Durchschnitt.

Wird die Raumausstattermeisterschule gefördert?

Ja. Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Lohnt sich die Weiterbildung zum Raumausstattermeister?

Der Meisterabschluss kann sich insbesondere für Fachkräfte lohnen, die mehr Verantwortung übernehmen, hochwertige Raumgestaltungsprojekte betreuen oder einen eigenen Betrieb führen möchten.

Ob sich die Weiterbildung wirtschaftlich rechnet, hängt von den Gesamtkosten, der Förderung und den späteren Karrierechancen ab.

Fazit: Raumausstattermeister als nächster Karriereschritt

Die Weiterbildung zum Raumausstattermeister eröffnet qualifizierten Fachkräften verschiedene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Meisterabschluss verbindet gestalterische Kenntnisse mit anspruchsvollen handwerklichen Arbeiten, Materialkunde, Betriebsführung und Mitarbeiterleitung.

Besonders wichtig ist die aktuelle Meisterprüfungsverordnung. Sie verlangt ein umfangreiches Raumgestaltungsprojekt und berücksichtigt moderne Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und digitale Technologien.

Die Qualifikation ist besonders interessant für Fachkräfte, die einen eigenen Raumausstatterbetrieb führen, sich auf hochwertige Polsterarbeiten spezialisieren oder die Verantwortung für größere Gestaltungsprojekte übernehmen möchten.

Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, der Umfang der praktischen Ausbildung, die Gesamtkosten und die Fördermöglichkeiten sorgfältig geprüft werden.

Wer im Raumausstatterhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, schafft mit dem Meisterabschluss eine wichtige Grundlage für den nächsten beruflichen Schritt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.

Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in unseren Ratgebern zum Maler- und Lackierermeister und zum Fliesenlegermeister vor.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen