Wer als Schilder- und Lichtreklamehersteller beruflich aufsteigen, anspruchsvolle Werbeanlagen planen oder einen eigenen Werbetechnikbetrieb führen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Schilder- und Lichtreklameherstellermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet kreative Gestaltung, digitale Produktion, Werkstoffbearbeitung und Lichttechnik mit technischen Berechnungen, sicherer Montage und Betriebsführung.
Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterinnen und -meister entwickeln und realisieren beispielsweise Firmenschilder, beleuchtete Schriftzüge, dreidimensionale Werbeanlagen, Fahrzeugbeschriftungen und weitere visuelle Werbelösungen. Sie beraten Kunden, erstellen Gestaltungskonzepte, kalkulieren Aufträge und organisieren Fertigung sowie Montage.
Moderne LED-Technik, Digitaldruck, computergestützte Fertigung und Fahrzeugfolierung gehören ebenso zum Berufsfeld wie klassische Schriftgestaltung, Siebdruck und die Verarbeitung unterschiedlicher Materialien.
Doch welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, welche Kosten entstehen und wie viel verdient ein Schilder- und Lichtreklameherstellermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.
Schilder- und Lichtreklameherstellermeister: Das Wichtigste im Überblick
| Abschluss | Schilder- und Lichtreklameherstellermeister / Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterin |
|---|---|
| Abschlussstatus | Aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss |
| Prüfungsinstitution | Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss |
| Handwerksrecht | Zulassungspflichtiges Handwerk, Anlage A der Handwerksordnung, Nummer 51 |
| Rechtsgrundlage | Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterverordnung vom 22. August 2022 |
| Teil I | Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe |
| Meisterprüfungsprojekt | 5 Arbeitstage |
| Fachgespräch | Höchstens 30 Minuten |
| Situationsaufgabe | Höchstens 8 Stunden |
| Teil II | 3 handlungsorientierte Prüfungsfelder |
| Teile III und IV | Betriebswirtschaft sowie Berufs- und Arbeitspädagogik |
| Zulassung | In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere gesetzliche Zugangswege möglich |
| Unterrichtsformen | Vollzeit und berufsbegleitend |
| Dauer | Beispielsweise rund 5 Monate Vollzeit in München oder rund 19 Monate Teilzeit in Berlin für Teile I und II |
| Kostenbeispiele | 9.500 Euro in München; 9.450 Euro in Berlin für die fachlichen Teile I und II, weitere Kosten möglich |
| Förderung | Aufstiegs-BAföG grundsätzlich möglich |
| DQR-Niveau | 6 |
| Karriere | Werbetechnik, Lichtreklame, Fahrzeugbeschriftung, Produktionsleitung, Betriebsführung und Selbstständigkeit |
Das Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk gehört seit der Rückführung in die Meisterpflicht im Jahr 2020 zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.
Die fachpraktischen und fachtheoretischen Meisterprüfungsteile richten sich nach der Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterverordnung vom 22. August 2022. Sie trat am 1. September 2022 in Kraft und ersetzte die frühere Meisterprüfungsverordnung.
Der Abschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit bestandener Meisterprüfung darf gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Schilder- und Lichtreklamehersteller-Handwerk geführt werden.
Diese berufliche Qualifikation steht auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss, ist jedoch selbst kein Hochschulabschluss.
Welche Aufgaben hat ein Schilder- und Lichtreklameherstellermeister?
Schilder- und Lichtreklameherstellermeister verbinden kreative Gestaltung mit technischer Fertigung, Elektrik, Materialbearbeitung und Betriebsführung.
Kundenberatung und Werbekonzepte
Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Entwicklung von Gestaltungslösungen, die zum Erscheinungsbild und den Anforderungen der Kunden passen.
- Kundenwünsche und Einsatzbedingungen analysieren
- Gestaltungskonzepte für Werbeanlagen entwickeln
- Schriften, Farben, Formen und Materialien auswählen
- Tag- und Nachtwirkung von Lichtreklame planen
- Technische Machbarkeit prüfen
- Entwürfe und Präsentationen erstellen
- Auftragskalkulation und Angebotserstellung
Schilder und Werbeanlagen herstellen
Zur fachlichen Arbeit gehört die Herstellung unterschiedlicher Werbeträger.
- Firmenschilder und Fassadenwerbung
- Profil- und Vollmaterialbuchstaben
- Dreidimensionale Schriftzüge
- Leuchtkästen und beleuchtete Anlagen
- Hinweis- und Leitsysteme
- Ausstellungsgrafiken und Werbeobjekte
- Beschriftungen auf verschiedenen Untergründen
Digitaldruck und Folientechnik
Digitale Druckverfahren und Folientechnik sind wichtige Bestandteile moderner Werbetechnik.
- Erstellung druckfähiger Dateien
- Farbmanagement und Druckvorbereitung
- Produktion von Digitaldrucken
- Laminierung
- Zuschneiden und Entgittern von Folien
- Fahrzeugbeschriftung
- Verklebung auf dreidimensionalen Oberflächen
Lichtreklame und Werbeelektrik
Bei beleuchteten Werbeanlagen werden gestalterische und elektrische Anforderungen miteinander verbunden.
- Planung von LED-Beleuchtung
- Auswahl geeigneter Lichttechnik
- Schalt- und Belegungspläne erstellen
- Geeignete Netzteile und Komponenten auswählen
- Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen
- Funktionsprüfungen und technische Dokumentation
Für bestimmte elektrotechnische Arbeiten müssen zusätzliche fachliche Voraussetzungen, Sicherheitsregeln und gegebenenfalls handwerksrechtliche Befugnisse beachtet werden. Der Meisterbrief berechtigt nicht automatisch zu jeder Tätigkeit des Elektrotechnikerhandwerks.
Montage und Projektleitung
Werbeanlagen müssen nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch sicher befestigt und betrieben werden können.
- Montagekonzepte entwickeln
- Untergründe und Befestigungsmöglichkeiten beurteilen
- Material und Personal planen
- Gefährdungsbeurteilungen erstellen
- Arbeiten in der Höhe organisieren
- Montage und Qualität kontrollieren
- Abnahme und Dokumentation durchführen
Betriebsführung und Mitarbeiterleitung
- Werkstatt- und Produktionsorganisation
- Auftragsplanung
- Personalführung
- Materialeinkauf und Lagerwirtschaft
- Kalkulation und Controlling
- Qualitätsmanagement
- Kundenbetreuung und Marketing
- Ausbildung von Nachwuchskräften
Welche Arbeitsbereiche und Spezialisierungen gibt es?
Lichtwerbung und Leuchtschriften
Beleuchtete Werbeanlagen werden beispielsweise an Geschäften, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eingesetzt. Dabei kommen unter anderem LED-Technik, Leuchtkästen und dreidimensionale Schriftzüge zum Einsatz.
Fahrzeugbeschriftung und Fahrzeugfolierung
Fahrzeuge können durch geeignete Folien und Beschriftungen als Werbeträger genutzt werden. Die Arbeit umfasst Gestaltung, Druckvorbereitung, Folienauswahl und fachgerechte Verklebung.
Bei vollflächigen Fahrzeugfolierungen sind insbesondere komplexe Bauteilformen, Materialeigenschaften und Verarbeitungstemperaturen zu berücksichtigen.
Digitaldruck und Großformatdruck
Großformatige Grafiken, Schilder und weitere Werbeträger können mit geeigneten digitalen Druckverfahren hergestellt werden.
Wegweiser und Orientierungssysteme
Leitsysteme helfen Menschen bei der Orientierung in Gebäuden, auf Betriebsgeländen und in öffentlichen Einrichtungen.
Je nach Einsatzbereich können zusätzliche Anforderungen an Lesbarkeit, Barrierefreiheit, Kontrast und Sicherheit bestehen.
Fassadenwerbung
Fassadenbeschriftungen und montierte Werbeanlagen stellen besondere Anforderungen an Befestigung, Windbeanspruchung, Wartung und gegebenenfalls öffentlich-rechtliche Genehmigungen.
Klassische Schrift- und Oberflächengestaltung
Auch traditionelle Fertigkeiten gehören weiterhin zum Berufsfeld. Dazu zählen beispielsweise manuelle Beschriftungen, Schabloniertechniken, Siebdruck und Vergoldungsarbeiten.
Messebau und Innenraumwerbung
Schilder- und Lichtreklamehersteller können außerdem Werbeobjekte und Beschriftungen für Messestände, Ausstellungen, Ladenflächen und Präsentationssysteme entwickeln.
Digitale Werbetechnik: CAD, LED und automatisierte Fertigung
Die Digitalisierung prägt die Schilder- und Lichtreklameherstellung in vielen Arbeitsbereichen.
Digitale Gestaltung und CAD
Gestaltungssysteme unterstützen die Entwicklung von Logos, Schriftzügen und Werbekonzepten. Technische CAD-Programme können für dreidimensionale Konstruktionen und Produktionszeichnungen eingesetzt werden.
CNC- und Lasertechnik
Computergestützte Fertigungsverfahren ermöglichen beispielsweise das Zuschneiden und Bearbeiten von Plattenmaterialien und Werbebuchstaben.
LED-Technik und Steuerungen
Moderne Lichtwerbeanlagen können energieeffiziente LEDs und geeignete Steuerungssysteme nutzen. Dabei müssen Beleuchtungswirkung, elektrische Sicherheit, Schutz gegen Umwelteinflüsse und Wartbarkeit berücksichtigt werden.
Digitaldruck und Farbmanagement
Eine zuverlässige Farbwiedergabe und geeignete Druckmaterialien sind wichtig, damit die Gestaltung auch auf unterschiedlichen Werbeträgern funktioniert.
Nachhaltige Materialien und Reparierbarkeit
Bei der Planung können Energieverbrauch, Materialeinsatz, Langlebigkeit, Wiederverwendbarkeit und fachgerechte Entsorgung berücksichtigt werden.
Welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung?
Die Zulassung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.
Der klassische Zugangsweg ist eine bestandene Gesellenprüfung im Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk.
Auch mit bestimmten verwandten Gesellenprüfungen oder gleichgestellten Abschlussprüfungen ist eine Zulassung unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich.
Ist Berufserfahrung erforderlich?
Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben.
Bei anderen Ausbildungsabschlüssen können zusätzliche Voraussetzungen gelten.
Zulassung mit einem anderen Berufsabschluss
Wer einen anderen anerkannten Ausbildungsabschluss besitzt, kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls zugelassen werden. Hierfür kann einschlägige Berufstätigkeit erforderlich sein. Nach der Handwerksordnung dürfen dafür grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.
Ist eine Meisterschule Pflicht?
Nein. Die Teilnahme an einem Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Voraussetzung für die Prüfungszulassung.
Die Prüfung verlangt jedoch umfangreiche gestalterische, technische und praktische Kenntnisse. Eine strukturierte Vorbereitung ist deshalb empfehlenswert.
Wichtig: Vor der verbindlichen Anmeldung zur Meisterschule sollte die persönliche Prüfungszulassung durch die zuständige Handwerkskammer geklärt werden. Kursaufnahme und Prüfungszulassung sind getrennte Verfahren.
Wie läuft die Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterprüfung ab?
Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen. Die fachlichen Teile I und II richten sich nach der Meisterprüfungsverordnung vom 22. August 2022.
Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung
Teil I umfasst das Meisterprüfungsprojekt, ein darauf bezogenes Fachgespräch und eine Situationsaufgabe.
Meisterprüfungsprojekt: Eine beleuchtete Werbeanlage herstellen
Das Meisterprüfungsprojekt entspricht einem anspruchsvollen Kundenauftrag.
Die Prüflinge müssen eine körperhafte, aktiv leuchtende oder beleuchtete Werbeanlage unter Berücksichtigung der Nutzungsanforderungen, der Kundenwünsche und der technischen Durchführbarkeit planen, herstellen und prüfen.
Planungsarbeiten
Die Planung umfasst folgende Bestandteile:
- Entwurfspräsentation mit Tag- und Nachtwirkung
- Mehrdimensionale Produktionszeichnung als Dreitafelprojektion
- Begründung der Gestaltung
- Begründung der Materialauswahl
- Befestigungskonzept
- Schalt- und Belegungsplan
- Gefährdungsbeurteilung für die Montagearbeiten
- Kalkulation und Angebot
Vor der praktischen Durchführung muss ein Umsetzungskonzept mit einer Schätzung des Zeit- und Materialbedarfs beim Meisterprüfungsausschuss zur Freigabe eingereicht werden.
Praktische Durchführung
Anschließend wird die geplante aktiv leuchtende oder beleuchtete Werbeanlage hergestellt.
Dabei müssen Gestaltung, Verarbeitung, Funktion und technische Sicherheit berücksichtigt werden.
Kontrolle und Dokumentation
Zur Kontrolle gehören:
- Dokumentation der Arbeiten
- Nachkalkulation
- Prüfprotokoll nach den anerkannten Regeln der Technik
- Dokumentierte Präsentation des Ergebnisses
Wie lange dauert das Meisterprüfungsprojekt?
Für das Meisterprüfungsprojekt stehen fünf Arbeitstage zur Verfügung.
Wie wird das Meisterprüfungsprojekt bewertet?
- Planungsarbeiten: 30 Prozent
- Durchführungsarbeiten: 60 Prozent
- Kontroll- und Dokumentationsarbeiten: 10 Prozent
Fachgespräch
Im Fachgespräch werden die fachlichen Entscheidungen des Meisterprüfungsprojekts erläutert und begründet.
Dazu gehören beispielsweise die Gestaltung, die technische Ausführung, die Materialwahl, das Befestigungskonzept, die Sicherheit und wirtschaftliche Alternativen.
Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.
Situationsaufgabe: Fahrzeugfolierung und klassische Gestaltungstechniken
Die Situationsaufgabe umfasst zwei praktische Aufgabenbereiche.
1. Folienapplikation auf Fahrzeugbauteilen
Die Prüflinge müssen zwei dreidimensionale Kraftfahrzeugbauteile folieren.
Dabei werden zwei unterschiedliche Folientypen eingesetzt:
- Eine digital bedruckte und laminierte Folie
- Eine unifarbene Folie ohne Luftkanaltechnik
2. Gestaltungsobjekt aus zwei Platten
Zusätzlich muss ein Gestaltungsobjekt aus zwei Platten hergestellt werden. Jede Platte muss mindestens 700 mal 700 Millimeter groß sein.
Auf der ersten Platte wird auf einer Putzoberfläche mit mindestens zwei Millimetern Körnung ein manuell gestaltetes Monogramm, Logo oder Piktogramm übertragen und zweifarbig ausgelegt.
Für die zweite Platte legt der Meisterprüfungsausschuss eine von zwei möglichen Aufgaben fest:
- Ein Profil- oder Vollmaterialbuchstabe beziehungsweise eine Glasplatte wird mit Blattmetall belegt und montiert.
- Alternativ wird ein dreifarbiger Siebdruck mit Passer auf einem geeigneten Schild oder textilen Werkstoff ausgeführt und montiert.
Die beiden Platten müssen unter Berücksichtigung von Farbigkeit und Formensprache zu einem Objekt verbunden werden.
Dauer und Bewertung der Situationsaufgabe
Für die Situationsaufgabe stehen höchstens acht Stunden zur Verfügung.
Die Fahrzeugfolierung wird mit 40 Prozent bewertet, das Gestaltungsobjekt mit 60 Prozent. Innerhalb des Gestaltungsobjekts werden die Arbeiten an den beiden Platten gleich gewichtet.
Wie wird Teil I insgesamt bewertet?
Meisterprüfungsprojekt und Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.
Das daraus gebildete Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.
Zum Bestehen müssen alle drei Prüfungsbestandteile mindestens 30 Punkte erreichen. Das Gesamtergebnis muss mindestens ausreichend sein.
Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung
Teil II umfasst drei handlungsorientierte Prüfungsfelder.
1. Kundenanforderungen analysieren, Lösungen erarbeiten und anbieten
In diesem Handlungsfeld geht es um die Analyse von Kundenanforderungen und die Entwicklung technisch und wirtschaftlich geeigneter Gestaltungslösungen.
- Kundenberatung
- Analyse der örtlichen Gegebenheiten
- Entwicklung von Gestaltungskonzepten
- Typografie und Farbgestaltung
- Materialauswahl
- Technische Konstruktion
- Lichttechnik und elektrische Anforderungen
- Gestaltung von Tag- und Nachtwirkung
- Wirtschaftlichkeitsbewertung
- Kalkulation und Angebotserstellung
2. Leistungen erbringen, kontrollieren und übergeben
Das zweite Prüfungsfeld umfasst die Organisation, Fertigung, Montage und Qualitätssicherung von Werbeanlagen.
- Auftrags- und Arbeitsvorbereitung
- Produktionsplanung
- Material- und Personaleinsatz
- Digitaldruck und Folienverarbeitung
- Fertigung von Schildern und Lichtwerbeanlagen
- Befestigungs- und Montagetechnik
- Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung
- Elektrische Sicherheitsanforderungen
- Funktionsprüfung und Dokumentation
- Übergabe und Nachkalkulation
3. Einen Betrieb führen und organisieren
Das dritte Handlungsfeld behandelt die wirtschaftliche und organisatorische Leitung eines Schilder- und Lichtreklameherstellerbetriebs.
- Betriebliche Kostenrechnung und Kennzahlen
- Personalführung und Personalentwicklung
- Marketing und Kundenbindung
- Qualitätsmanagement
- Werkstatt- und Lagerorganisation
- Materialwirtschaft und Logistik
- Datenschutz und Datensicherheit
- Digitalisierung von Geschäftsprozessen
- Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit
Wie lange dauert Teil II?
Alle drei Handlungsfelder werden schriftlich anhand fallbezogener Aufgaben geprüft.
Für jedes Handlungsfeld stehen drei Stunden zur Verfügung. Pro Prüfungstag dürfen höchstens sechs Stunden angesetzt werden.
Die drei Handlungsfelder werden gleich gewichtet.
Zum Bestehen müssen alle Handlungsfelder mindestens 30 Punkte erreichen und das Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann eine mündliche Ergänzungsprüfung ermöglicht werden.
Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse
Teil III behandelt die wirtschaftliche Führung eines Handwerksunternehmens.
- Wettbewerbsfähigkeit beurteilen
- Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
- Unternehmensstrategien entwickeln
- Kostenrechnung und Finanzierung
- Investitionsplanung
- Rechtliche Grundlagen der Betriebsführung
Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik
Im vierten Prüfungsteil werden Kenntnisse zur Planung und Durchführung der betrieblichen Ausbildung geprüft.
Dazu gehören die Vorbereitung der Ausbildung, die Auswahl und Betreuung von Auszubildenden sowie die Gestaltung und Bewertung von Lernprozessen.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen können bereits bestandene gleichwertige Prüfungen eine Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen ermöglichen.
Welche Inhalte werden in der Meisterschule vermittelt?
Die Meistervorbereitung verbindet Gestaltungslehre, Werbetechnik, Werkstoffbearbeitung und kaufmännische Inhalte.
Gestaltung und visuelle Kommunikation
- Typografie und Schriftgestaltung
- Farblehre
- Logo- und Werbegestaltung
- Formenlehre und Proportionen
- Digitale Entwurfsprogramme
- Präsentationstechniken
Digitale Produktion
- Digitaldruck
- Druckdatenvorbereitung
- Farbmanagement
- Schneideplotter
- Folienverarbeitung
- Fahrzeugfolierung
- Rechnergestützte Fertigung
Werkstoffe und Fertigung
- Metalle
- Kunststoffe
- Holzwerkstoffe
- Glas und weitere Materialien
- Schneid- und Fügeverfahren
- Oberflächenbearbeitung
- Traditionelle Schrift- und Vergoldungstechniken
Lichttechnik und Elektrik
- LED-Beleuchtung
- Elektrische Grundlagen
- Schalt- und Belegungspläne
- Geeignete Netzteile und Komponenten
- Elektrische Sicherheit
- Prüfung von Lichtwerbeanlagen
Konstruktion und Montage
- Technisches Zeichnen
- Dreidimensionale Konstruktion
- Befestigungstechnik
- Montageplanung
- Arbeiten in der Höhe
- Gefährdungsbeurteilungen
- Qualitätssicherung
Betriebswirtschaft
- Auftragskalkulation
- Marketing
- Personalführung
- Materialwirtschaft
- Qualitätsmanagement
- Investitionsplanung
- Unternehmensgründung
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Schilder- und Lichtreklameherstellermeister?
Die Lehrgangsdauer hängt vom Anbieter, der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.
Vollzeit-Meisterschule
Die Maler- und Lackierer-Innung Region München bietet einen Vollzeit-Vorbereitungslehrgang für die Teile I und II vom 18. Januar bis zum 7. Juni 2027 an.
Der Unterricht findet montags bis freitags von 8:15 bis 16:45 Uhr statt.
Berufsbegleitende Meisterschule
Die Handwerkskammer Berlin führt einen Wochenendlehrgang für die Teile I und II durch.
Der veröffentlichte Durchgang läuft vom 18. September 2026 bis zum 29. April 2028 und umfasst 928 Unterrichtsstunden.
Der Unterricht findet freitags von 13:00 bis 20:00 Uhr und samstags von 8:30 bis 16:00 Uhr statt.
Kann man den Meister online machen?
Einzelne theoretische Inhalte können digital vermittelt werden.
Die fachpraktische Prüfung verlangt jedoch eine funktionsfähige beleuchtete Werbeanlage, Folienapplikationen und traditionelle Gestaltungstechniken. Deshalb sind praktische Unterrichts- und Werkstattphasen wichtig.
Ein reiner Onlinekurs ohne entsprechende praktische Vorbereitung ist nicht automatisch mit einer vollständigen Meisterschule vergleichbar.
Was kostet die Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterschule?
Die Kosten hängen vom Bildungsträger, der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.
Veröffentlichte Kostenbeispiele
| Anbieter | Kursmodell | Gebühr |
|---|---|---|
| Maler- und Lackierer-Innung München | Vollzeit, Teile I und II, 2027 | 9.500 € |
| Handwerkskammer Berlin | Teilzeit, Teile I und II, 2026–2028 | 9.450 € |
| Handwerkskammer Dortmund | Derzeit kein konkreter Kurs veröffentlicht | Nicht bestätigt |
Stand der Recherche: Oktober 2026. Die Kursgebühren beziehen sich auf die fachlichen Teile I und II. Weitere Kosten können entstehen. Der Berliner Kurs hat bereits begonnen; eine Neuaufnahme ist nicht bestätigt.
Kostenbeispiel München
Die Innung Region München nennt eine Kursgebühr von 9.500 Euro.
Die Anmeldegebühr von 2.375 Euro wird vollständig auf die Kursgebühr angerechnet.
Zusätzlich fallen die Meisterprüfungsgebühren der Handwerkskammer und Materialkosten für das Meisterprüfungsprojekt an.
Kostenbeispiel Berlin
Die Handwerkskammer Berlin nennt für ihren berufsbegleitenden Lehrgang der Teile I und II eine Gebühr von 9.450 Euro.
Für die Teile III und IV und die Prüfungen können weitere Kosten entstehen.
Welche zusätzlichen Kosten muss man berücksichtigen?
- Meisterprüfungsgebühren
- Material für die praktische Meisterprüfung
- Vorbereitung auf Teile III und IV
- Fachliteratur und Lernmittel
- Werkzeuge und persönliche Ausstattung
- Fahrtkosten und Unterkunft
- Gegebenenfalls Verdienstausfall bei Vollzeitunterricht
Tipp: Vergleichen Sie nicht nur die Lehrgangsgebühr. Fragen Sie beim Anbieter nach den Gesamtkosten aller vier Prüfungsteile, den Materialkosten der Lichtwerbeanlage und möglichen zusätzlichen Prüfungsgebühren.
Welche Meisterschulen bieten die Weiterbildung an?
Maler- und Lackierer-Innung Region München
Die Innung bietet einen Vollzeitlehrgang für die fachlichen Teile I und II an.
Der veröffentlichte Kurs findet vom 18. Januar bis zum 7. Juni 2027 statt.
Der Unterricht wird montags bis freitags von 8:15 bis 16:45 Uhr durchgeführt.
Zu den Inhalten gehören unter anderem Werkstoffbearbeitung, historische und moderne Oberflächentechniken, Werbeelektrik, Schriftgestaltung, Typografie, Montage, Auftragsabwicklung und Betriebsführung.
Die Kursgebühr beträgt 9.500 Euro zuzüglich der Meisterprüfungsgebühren und des benötigten Materials für das Meisterstück.
Die Prüfung wird durch die Handwerkskammer für München und Oberbayern abgenommen.
Meistervorbereitung München: Kurs 2027 ansehen
Handwerkskammer Berlin
Die Handwerkskammer Berlin bietet eine berufsbegleitende Vorbereitung auf die Meisterprüfungsteile I und II an.
Der ausgeschriebene Lehrgang läuft vom 18. September 2026 bis zum 29. April 2028.
Er umfasst 928 Unterrichtsstunden und findet freitags und samstags statt.
Die veröffentlichte Kursgebühr beträgt 9.450 Euro.
Die ursprüngliche Anmeldefrist endete am 15. September 2026. Interessenten sollten deshalb direkt bei der Handwerkskammer klären, ob eine spätere Aufnahme möglich ist oder wann ein weiterer Kurs beginnt.
Meistervorbereitungslehrgang Berlin ansehen
Handwerkskammer Dortmund
Die Handwerkskammer Dortmund stellt ihre Meistervorbereitung für das Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk vor.
Die verfügbaren Kursinformationen beschreiben die fachliche Vorbereitung und die Verbindung praktischer und theoretischer Kenntnisse.
Derzeit wird auf der Kursseite jedoch kein konkreter neuer Lehrgang angezeigt.
Der nächste Kursbeginn, die Gebühren und mögliche freie Plätze sollten deshalb direkt bei der Handwerkskammer erfragt werden.
Meisterschule der HWK Dortmund ansehen
Weitere Meisterschulen finden
Weitere Informationen zu Fortbildungsmöglichkeiten bietet der Zentralverband Schilder und Lichtreklame.
Auch die zuständige Handwerkskammer kann bei der Suche nach einer geeigneten Meisterschule unterstützen.
Weiterbildung beim Zentralverband Schilder und Lichtreklame
Hinweis: Die genannten Bildungsanbieter werden neutral vorgestellt. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Gebühren, Termine und freie Plätze können sich ändern. Ein bereits begonnener Kurs wird nicht automatisch als neu buchbar dargestellt.
Welche Förderung gibt es für angehende Schilder- und Lichtreklameherstellermeister?
Die Meistervorbereitung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
Geeignete Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen sind grundsätzlich förderfähig.
Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
Nach den im Oktober 2026 geltenden Regelungen können förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.
- 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Kosten
- Ein mögliches KfW-Darlehen für die übrigen 50 Prozent
- Ein möglicher teilweiser Darlehenserlass nach bestandener Fortbildungsprüfung
Beispielrechnung
Bei anerkannten förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 10.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Rechnung:
- Förderfähige Kosten: 10.000 Euro
- Nicht rückzahlbarer Zuschuss von 50 Prozent: 5.000 Euro
- Möglicher Darlehensanteil: 5.000 Euro
- Möglicher Erlass nach erfolgreichem Prüfungsabschluss nach derzeitiger Rechtslage: 2.500 Euro
Bei vollständiger Darlehensaufnahme und Erfüllung der gesetzlichen Erlassvoraussetzungen verbleiben in diesem Beispiel 2.500 Euro Darlehensrückzahlung. Zusätzliche Kosten, Zinsen und persönliche Förderbedingungen sind nicht berücksichtigt.
Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen
Teilnehmer geeigneter Vollzeitmaßnahmen können unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen zusätzlich eine Förderung zum Lebensunterhalt erhalten.
Die Höhe hängt von den persönlichen Verhältnissen und den jeweils geltenden Förderregeln ab.
Materialkosten des Meisterprüfungsprojekts
Notwendige Materialkosten für die fachpraktische Meisterprüfungsarbeit können unter den gesetzlichen Voraussetzungen gesondert gefördert werden.
Gerade bei einer beleuchteten Werbeanlage kann es sinnvoll sein, die benötigten Materialien und ihre Förderfähigkeit frühzeitig zu klären.
Geplante Änderungen beim Aufstiegs-BAföG
Für 2027 ist eine Reform des Aufstiegs-BAföG vorgesehen. Nach den veröffentlichten Plänen sollen unter anderem der Förderhöchstbetrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und der Darlehenserlass steigen.
Solange die Änderungen nicht in Kraft getreten sind, gelten die bisherigen gesetzlichen Regelungen. Wer seine Meistervorbereitung 2027 beginnt, sollte deshalb vor Antragstellung prüfen, welche Rechtslage tatsächlich für die eigene Förderung maßgeblich ist.
Weitere Fördermöglichkeiten
Je nach Bundesland kommen zusätzliche Meisterprämien und weitere Förderprogramme infrage.
Auch Arbeitgeberzuschüsse und die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten können interessant sein.
Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.
Wie viel verdient ein Schilder- und Lichtreklameherstellermeister?
Das Gehalt als Schilder- und Lichtreklameherstellermeister hängt von Berufserfahrung, Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Führungsverantwortung ab.
Ein Meister, der überwiegend selbst Werbeanlagen gestaltet und produziert, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft, die mehrere Produktions- und Montageteams leitet.
Was sagt der Entgeltatlas?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für den ausgewählten Meisterberuf derzeit einen Median von 3.848 Euro brutto monatlich.
Das untere Quartil beträgt 3.006 Euro und das obere Quartil 7.157 Euro.
Allerdings weist die Bundesagentur für Arbeit ausdrücklich darauf hin, dass für den einzelnen Meisterberuf zu wenige Beschäftigte vorliegen, um einen eigenständigen Median zu berechnen.
Deshalb wird das Entgelt einer größeren beruflichen Vergleichsgruppe aus der kunsthandwerklichen Metallgestaltung angezeigt.
Der Wert von 3.848 Euro ist daher kein ausschließlich für Schilder- und Lichtreklameherstellermeister ermitteltes Durchschnittsgehalt.
Quelle: Entgeltatlas – Schilder- und Lichtreklameherstellermeister.
Vergleich mit dem Fachkräftegehalt
Für Fachkräfte der Schilder- und Lichtreklameherstellung nennt der Entgeltatlas einen Median von 3.078 Euro brutto monatlich.
Das untere Quartil liegt bei 2.679 Euro, das obere bei 3.566 Euro.
Diese Werte beziehen sich auf die entsprechende Fachkräfte-Berufsgruppe und nicht auf Meister.
Aus der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Gruppen lässt sich kein garantierter Gehaltszuwachs durch die Meisterprüfung ableiten.
Quelle: Entgeltatlas – Schilder- und Lichtreklameherstellung, Fachkräfte.
Welche Faktoren beeinflussen das Einkommen?
- Berufserfahrung
- Personal- und Führungsverantwortung
- Betriebsgröße und Region
- Tarifbindung
- Spezialisierung auf komplexe Lichtwerbung
- Technische Kenntnisse in Konstruktion und Montage
- Erfahrung im Projektmanagement
- Verantwortung für Kalkulation und Betriebsführung
Bei selbstständigen Schilder- und Lichtreklameherstellermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ab.
Umsatz, Gewinn und privat verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.
Kann man sich als Schilder- und Lichtreklameherstellermeister selbstständig machen?
Die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ist für viele Fachkräfte ein wichtiger Grund für den Meisterabschluss.
Das Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.
Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.
Der Meisterbrief ist hierfür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.
Was benötigt man für einen eigenen Werbetechnikbetrieb?
- Tragfähigen Businessplan
- Geeignete Werkstatt- und Produktionsflächen
- Computer und Gestaltungssoftware
- Druck- und Folienverarbeitungstechnik
- Maschinen zur Materialbearbeitung
- Werkzeuge und Montageausstattung
- Mess- und Prüftechnik
- Materiallager
- Fachlich qualifiziertes Personal
- Arbeitsschutzorganisation
- Betriebliche Versicherungen
- Finanzierungs- und Liquiditätsplanung
Welche Spezialisierungen sind möglich?
- Lichtreklame und Leuchtschriften
- Fahrzeugbeschriftung und Folientechnik
- Großformatdruck
- Fassadenwerbung
- Leitsysteme
- Schilder- und Buchstabenfertigung
- Messe- und Ladenbauwerbung
Welche besonderen Anforderungen gelten?
Bei der Herstellung und Montage von Werbeanlagen können zusätzliche technische und rechtliche Anforderungen entstehen.
Dazu zählen beispielsweise bauordnungsrechtliche Genehmigungen, Vorgaben für Werbeanlagen, Befestigungsnachweise, elektrische Sicherheitsanforderungen und Arbeitsschutz bei Montagearbeiten.
Welche Vorgaben gelten, hängt unter anderem von Standort, Größe, Konstruktion und elektrischer Ausstattung der Anlage ab.
Vor der Gründung empfiehlt sich eine Beratung bei der zuständigen Handwerkskammer.
Welche Karrierechancen bietet der Meisterabschluss?
Produktions- und Werkstattleitung
Schilder- und Lichtreklameherstellermeister können die technische und organisatorische Leitung einer Werbetechnikwerkstatt übernehmen.
Projektleitung für Werbeanlagen
Bei größeren Projekten können Meister die Planung und Koordination zwischen Gestaltung, Fertigung, Montage und Kundenbetreuung übernehmen.
Spezialisierung auf Lichtwerbung
Zusätzliche Kenntnisse in LED-Technik, Konstruktion und Montage können neue berufliche Einsatzmöglichkeiten eröffnen.
Fahrzeugfolierung und Beschriftung
Auch die Leitung einer spezialisierten Abteilung für Fahrzeugbeschriftung und Folientechnik kann ein beruflicher Schwerpunkt sein.
Technische Beratung und Vertrieb
Erfahrene Meister können Kunden bei der Auswahl technischer Werbelösungen beraten und entsprechende Projekte kalkulieren.
Ausbildung und Weiterbildung
Meister können im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen Auszubildende betreuen und ausbilden.
Geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung
Wer seine kaufmännischen und strategischen Kenntnisse erweitern möchte, kann die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung prüfen.
Studium nach dem Meisterabschluss
Der Meisterbrief kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.
Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Hochschulrecht.
Passende Studienrichtungen können beispielsweise Produktdesign, Mediengestaltung, technische Gestaltung oder Wirtschaftsingenieurwesen sein.
Meisterabschluss oder Weiterbildung in der Werbetechnik?
Eine Meisterprüfung und kürzere Fachlehrgänge verfolgen unterschiedliche Ziele.
| Qualifikation | Schwerpunkt |
|---|---|
| Schilder- und Lichtreklameherstellermeister | Umfassende fachpraktische, fachtheoretische, betriebswirtschaftliche und ausbildungspädagogische Meisterqualifikation |
| Fachkurs Fahrzeugfolierung | Spezialisierung auf Folien und Verklebungstechniken |
| Fachkurs Digitaldruck | Druckverfahren, Farbmanagement und Datenvorbereitung |
| Fachkurs Lichtwerbung | Spezielle Kenntnisse in Planung und Technik beleuchteter Werbeanlagen |
Kürzere Fachkurse können fachliche Kenntnisse vertiefen, führen aber nicht automatisch zum bundesweit geregelten Meisterabschluss.
Wer einen eigenen zulassungspflichtigen Handwerksbetrieb führen möchte, muss die entsprechenden Eintragungsvoraussetzungen der Handwerksordnung berücksichtigen.
Häufige Fragen zum Schilder- und Lichtreklameherstellermeister
Ist der Schilder- und Lichtreklameherstellermeister ein aktueller Abschluss?
Ja. Die Meisterprüfung ist bundesweit geregelt. Seit dem 1. September 2022 gilt die neue Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterverordnung.
Ist das Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk meisterpflichtig?
Das Handwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Für einen entsprechenden selbstständigen Betrieb ist grundsätzlich die Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Neben dem Meisterbrief gibt es weitere gesetzliche Eintragungsmöglichkeiten.
Wie lange dauert die Meisterschule?
Die Dauer hängt vom Anbieter ab. Der Vollzeitlehrgang in München dauert rund fünf Monate. Der berufsbegleitende Lehrgang der Handwerkskammer Berlin erstreckt sich über rund 19 Monate.
Was kostet die Meisterschule?
Der veröffentlichte Kurs 2027 in München kostet 9.500 Euro für Teile I und II. Die Handwerkskammer Berlin nennt 9.450 Euro für ihren berufsbegleitenden Lehrgang. Weitere Kosten kommen hinzu.
Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?
Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Abschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.
Was wird im Meisterprüfungsprojekt hergestellt?
Eine körperhafte, aktiv leuchtende oder beleuchtete Werbeanlage. Sie muss geplant, hergestellt, geprüft und dokumentiert werden.
Wie lange dauert das Meisterprüfungsprojekt?
Das Meisterprüfungsprojekt dauert fünf Arbeitstage. Das dazugehörige Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.
Was wird in der Situationsaufgabe geprüft?
Die Prüfung umfasst Folienapplikationen auf zwei dreidimensionalen Fahrzeugbauteilen und die Herstellung eines Gestaltungsobjekts aus zwei Platten. Dabei werden unter anderem manuelle Schriftgestaltung sowie Blattmetall- oder Siebdrucktechniken geprüft.
Wie lange dauert die Situationsaufgabe?
Für die gesamte Situationsaufgabe stehen höchstens acht Stunden zur Verfügung.
Wie viele Prüfungsfelder umfasst Teil II?
Die fachtheoretische Prüfung besteht aus drei Handlungsfeldern: Kundenanforderungen analysieren und Angebote erstellen, Leistungen erbringen und kontrollieren sowie einen Betrieb führen und organisieren.
Kann man die Meisterprüfung ohne Meisterschule ablegen?
Grundsätzlich ja. Ein Vorbereitungslehrgang ist keine gesetzliche Voraussetzung für die Prüfungszulassung.
Kann man Schilder- und Lichtreklameherstellermeister berufsbegleitend machen?
Ja. Die Handwerkskammer Berlin führt beispielsweise einen berufsbegleitenden Wochenendlehrgang durch. Ein neuer Kursbeginn sollte beim Anbieter erfragt werden.
Ist der Abschluss ein Bachelor Professional?
Ja. Mit bestandener Meisterprüfung darf die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Schilder- und Lichtreklamehersteller-Handwerk geführt werden. Der Abschluss gehört zum DQR-Niveau 6 und ist kein akademischer Hochschulabschluss.
Wie viel verdient ein Schilder- und Lichtreklameherstellermeister?
Der Entgeltatlas nennt einen Median von 3.848 Euro brutto monatlich aus einer breiteren beruflichen Vergleichsgruppe. Für den Meisterberuf allein liegen zu wenige Beschäftigtendaten für einen eigenen Median vor.
Wird die Meisterschule gefördert?
Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen mit Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
Lohnt sich die Weiterbildung?
Der Meisterabschluss kann sich besonders für Fachkräfte lohnen, die komplexe Lichtwerbeanlagen planen, größere Projekte leiten, eine Werkstatt führen oder einen eigenen Werbetechnikbetrieb betreiben möchten. Ob sich die Weiterbildung wirtschaftlich rechnet, hängt von den Gesamtkosten und späteren beruflichen Perspektiven ab.
Fazit: Schilder- und Lichtreklameherstellermeister als nächster Karriereschritt
Die Weiterbildung zum Schilder- und Lichtreklameherstellermeister eröffnet qualifizierten Fachkräften unterschiedliche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in der Werbetechnik.
Der Abschluss verbindet kreative Gestaltung, digitale Fertigungsverfahren, Lichtwerbung, Fahrzeugfolierung und Montage mit Betriebsführung und Personalverantwortung.
Die seit September 2022 geltende Meisterprüfungsverordnung berücksichtigt moderne Technologien und verlangt ein anspruchsvolles Meisterprüfungsprojekt mit einer beleuchteten Werbeanlage.
Auch klassische Techniken wie manuelle Beschriftung, Siebdruck und die Arbeit mit Blattmetall bleiben Bestandteil der Prüfung.
Für Fachkräfte, die hochwertige Werbeanlagen herstellen, Projekte verantworten oder einen eigenen Betrieb führen möchten, kann der Meisterbrief eine wichtige Grundlage sein.
Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, der genaue Kursumfang, die vollständigen Kosten und mögliche Förderleistungen geprüft werden.
Wer im Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann mit dem Meisterabschluss den nächsten beruflichen Schritt gehen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.
Verwandte Qualifikationen stellen wir außerdem in unseren Ratgebern zum Maler- und Lackierermeister, zum Metallbauermeister und zum Informationstechnikermeister vor.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
- Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterverordnung
- § 49 Handwerksordnung – Zulassung zur Meisterprüfung
- Anlage A der Handwerksordnung
- BERUFENET – Schilder- und Lichtreklameherstellermeister
- München – Meistervorbereitung 2027
- Berlin – Meistervorbereitungslehrgang
- Handwerkskammer Dortmund – Meisterschule
- Zentralverband Schilder und Lichtreklame – Weiterbildung
- Entgeltatlas – Meisterberuf und Vergleichsgruppe
- Offizielle Informationen zum Aufstiegs-BAföG
