Staatlich geprüfter Automatisierungstechniker: Weiterbildung, Prüfung und Gehalt

Der staatlich geprüfte Automatisierungstechniker ist eine berufliche Aufstiegsqualifikation für Fachkräfte, die automatisierte Maschinen, Fertigungsanlagen und industrielle Prozesse planen, entwickeln oder optimieren möchten. Die Weiterbildung verbindet Elektrotechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Informatik sowie Kenntnisse der industriellen Produktion.

Besonders wichtig sind dabei speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), Sensorik und Aktorik, industrielle Kommunikationssysteme, Antriebstechnik sowie die Entwicklung und Inbetriebnahme automatisierter Anlagen.

Die Weiterbildung erfolgt an einer Fachschule für Technik und endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung. Je nach Bundesland wird Automatisierungstechnik als eigenständige Fachrichtung oder als Schwerpunkt beziehungsweise kombinierte Fachrichtung angeboten.

Der staatlich geprüfte Techniker ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet. Soweit die einschlägige Landesregelung dies vorsieht, kann zusätzlich die Bezeichnung Bachelor Professional in Technik geführt werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Aufgaben Automatisierungstechniker übernehmen, welche Voraussetzungen für den Fachschulbesuch gelten, wie die Weiterbildung aufgebaut ist und welche Schulen entsprechende Bildungsgänge anbieten. Außerdem erklären wir die Finanzierung, berufliche Perspektiven und Gehaltsfaktoren.

Automatisierungstechniker – das Wichtigste im Überblick

  • Abschluss: Staatlich geprüfter Techniker / Staatlich geprüfte Technikerin der Fachrichtung Automatisierungstechnik oder entsprechend landesrechtlich geregelter Schwerpunkt.
  • Qualifikationsniveau: DQR 6.
  • Zusatzbezeichnung: Bachelor Professional in Technik nach Maßgabe des Landesrechts.
  • Prüfung: Staatliche Fachschulprüfung, keine reguläre IHK-Fortbildungsprüfung.
  • Voraussetzungen: In der Regel einschlägige Berufsausbildung und Berufspraxis.
  • Dauer: Häufig zwei Jahre Vollzeit oder drei bis vier Jahre berufsbegleitend.
  • Schwerpunkte: SPS, Prozessautomatisierung, Sensorik, Antriebstechnik, industrielle Netzwerke und Anlagenplanung.
  • Bildungsangebote: Staatliche und staatlich anerkannte Fachschulen, beispielsweise in Berlin, Mainz oder Essen.
  • Kosten: Abhängig von Fachschule, Bundesland und Unterrichtsform.
  • Förderung: Aufstiegs-BAföG bei förderfähiger Maßnahme möglich.

Was macht ein staatlich geprüfter Automatisierungstechniker?

Staatlich geprüfte Automatisierungstechniker beschäftigen sich mit der Planung, Entwicklung, Programmierung und Optimierung automatisierter technischer Systeme.

Sie arbeiten beispielsweise an Anlagen, in denen Sensoren Messwerte erfassen, Steuerungen diese Signale verarbeiten und Aktoren anschließend Maschinenbewegungen oder andere technische Prozesse ausführen.

Im Berufsalltag können Automatisierungstechniker sowohl einzelne technische Komponenten als auch ganze Produktions- und Prozessanlagen betrachten.

Typische Aufgaben

  • Automatisierte Maschinen und Anlagen planen
  • Technische Anforderungen analysieren
  • Speicherprogrammierbare Steuerungen programmieren und anpassen
  • Sensoren und Aktoren auswählen und integrieren
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik einsetzen
  • Industrielle Kommunikationsnetzwerke projektieren
  • Elektrische und elektronische Antriebssysteme beurteilen
  • Automatisierte Anlagen in Betrieb nehmen
  • Fehler und Störungen systematisch analysieren
  • Technische Prozesse visualisieren und überwachen
  • Produktionsabläufe verbessern
  • Technische Projekte dokumentieren und koordinieren
  • Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen berücksichtigen
  • Bei entsprechender Position Mitarbeiter anleiten oder führen

Welche Aufgaben tatsächlich übernommen werden, hängt von der bisherigen Berufserfahrung und der konkreten Stelle ab.

Warum sind Automatisierungstechniker für Industrieunternehmen interessant?

Viele industrielle Anlagen bestehen aus mechanischen, elektrischen und softwaregestützten Komponenten. Diese müssen zuverlässig zusammenarbeiten.

Automatisierungstechniker können dabei unterstützen, Fertigungsabläufe zu verbessern, technische Störungen zu verringern und neue Anlagen in bestehende Produktionssysteme einzubinden.

Besonders wichtig sind eine systematische Arbeitsweise und das Verständnis für technische Zusammenhänge zwischen Hardware, Software und dem eigentlichen Produktionsprozess.

Automatisierungstechnik: Eigenständige Fachrichtung oder Schwerpunkt?

Die genaue staatliche Abschlussbezeichnung unterscheidet sich zwischen den Bundesländern.

Automatisierungstechnik wird nicht überall als dieselbe eigenständige Fachrichtung geführt.

Eigenständige Fachrichtung Automatisierungstechnik

In Rheinland-Pfalz gehört die Automatisierungstechnik zu den eigenständigen Fachrichtungen des Fachbereichs Technik.

Der entsprechende Abschluss lautet:

Staatlich geprüfte Technikerin / Staatlich geprüfter Techniker, Fachrichtung Automatisierungstechnik (Bachelor Professional in Technik).

Diese Abschlussbezeichnung ist im aktuellen landesrechtlichen Fachschulsystem vorgesehen.

Automatisierungstechnik als Schwerpunkt der Elektrotechnik

Andere Bundesländer bieten automatisierungstechnische Inhalte innerhalb der Fachrichtung Elektrotechnik an.

So existieren beispielsweise Schwerpunktbezeichnungen wie Automatisierungstechnik, Energietechnik und Prozessautomatisierung oder Automatisierungs- und Prozessleittechnik.

Kombinierte Fachrichtungen

Teilweise werden auch kombinierte Bildungsgänge wie Automatisierungstechnik/Mechatronik angeboten.

Interessenten sollten deshalb immer prüfen, welche Fachrichtung beziehungsweise welcher Schwerpunkt später auf dem staatlichen Abschlusszeugnis steht.

Allgemeine Informationen zur Fachrichtung Elektrotechnik finden Sie in unserem Ratgeber zum staatlich geprüften Elektrotechniker.

Automatisierungstechniker, Elektrotechniker oder Mechatroniktechniker?

Die drei Technikerqualifikationen besitzen fachliche Überschneidungen. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer jeweiligen Ausrichtung.

Automatisierungstechniker

Im Mittelpunkt stehen automatisierte Prozesse und Anlagen. Schwerpunkte sind insbesondere Steuerungstechnik, SPS-Programmierung, Prozessregelung, Sensorik und industrielle Kommunikation.

Elektrotechniker

Die Elektrotechnik ist breiter ausgerichtet. Je nach Schwerpunkt können elektrische Energieversorgung, Automatisierung, elektronische Systeme oder Informations- und Kommunikationstechnik im Vordergrund stehen.

Weitere Informationen bietet unser Artikel zum staatlich geprüften Elektrotechniker.

Mechatroniktechniker

Die Mechatronik verbindet mechanische Konstruktion, Elektrotechnik, Elektronik und Informatik. Neben Steuerungs- und Automatisierungsaufgaben können insbesondere Konstruktion und die Entwicklung mechatronischer Systeme eine wichtige Rolle spielen.

Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber zum staatlich geprüften Mechatroniktechniker.

Welcher Technikerabschluss passt besser?

Wer hauptsächlich Produktionsanlagen steuern, vernetzen oder automatisieren möchte, sollte die Automatisierungstechnik genauer prüfen.

Für eine breitere elektrotechnische Qualifikation kann die Fachrichtung Elektrotechnik geeignet sein. Wer stärker an der Verbindung aus Mechanik und Elektronik interessiert ist, findet in der Mechatronik eine Alternative.

Entscheidend sind die konkreten Lehrpläne der jeweiligen Fachschule und das angestrebte Berufsfeld.

In welchen Branchen arbeiten Automatisierungstechniker?

Automatisierte Anlagen werden in zahlreichen Wirtschaftszweigen eingesetzt.

Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinenbau können Automatisierungstechniker beispielsweise an der Entwicklung, Projektierung und Inbetriebnahme neuer Maschinen und Produktionsanlagen mitwirken.

Automobil- und Zulieferindustrie

In der Fahrzeugindustrie spielen automatisierte Fertigungslinien, Robotik und elektronische Steuerungen eine wichtige Rolle.

Technische Aufgaben können die Optimierung bestehender Anlagen, die Prüfung von Steuerungssystemen oder die Integration neuer Komponenten umfassen.

Chemische und pharmazeutische Industrie

In der chemischen und pharmazeutischen Produktion werden viele Prozesse automatisch überwacht und geregelt.

Automatisierungstechniker können beispielsweise bei der Prozessleittechnik, der Mess- und Regelungstechnik oder der technischen Instandhaltung eingesetzt werden.

Lebensmittelindustrie

Automatisierte Abfüll-, Verpackungs- und Produktionsanlagen sind auch in der Lebensmittelindustrie verbreitet.

Hier können Aufgaben in der Anlagenoptimierung, Steuerungsprogrammierung und technischen Betriebsbetreuung entstehen.

Energie- und Umwelttechnik

Auch in Energieanlagen, Wasseraufbereitungssystemen und anderen technischen Infrastrukturen werden automatisierte Mess-, Steuer- und Regelungssysteme eingesetzt.

Die Weiterbildung kann deshalb für entsprechende technische Aufgaben interessant sein.

Welche Voraussetzungen gelten für die Weiterbildung?

Die Aufnahme in eine Fachschule für Technik richtet sich nach den Fachschulordnungen der jeweiligen Bundesländer.

In der Regel wird eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung in Verbindung mit Berufspraxis verlangt.

Geeignete Ausbildungsberufe

Je nach Fachschule können unter anderem folgende Ausbildungsberufe eine passende Grundlage bilden:

  • Elektroniker für Automatisierungstechnik
  • Elektroniker für Betriebstechnik
  • Mechatroniker
  • Industriemechaniker
  • Elektroniker für Geräte und Systeme
  • Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik
  • Weitere einschlägige Berufe der Elektro- und Metalltechnik

Die Aufzählung ist nicht abschließend. Ein bestimmter Ausbildungsberuf garantiert keine automatische Zulassung.

Wie viel Berufserfahrung wird benötigt?

Häufig ist mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis vorgesehen.

Je nach Bundesland und Unterrichtsform kann die erforderliche Praxis bereits vor Beginn oder teilweise während des Fachschulbesuchs erworben werden.

Die Staatliche Technikerschule Berlin verlangt beispielsweise bei Vollzeitaufnahme nach einer Berufsausbildung mindestens ein Jahr einschlägige Praxis. Im Teilzeitbildungsgang gelten besondere Nachweismöglichkeiten.

Automatisierungstechniker ohne abgeschlossene Ausbildung

Auch ohne einschlägigen Berufsabschluss kann eine Aufnahme unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein, wenn ausreichende geeignete Berufserfahrung vorliegt.

Die konkrete Anerkennung richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht.

Wer diesen Zugangsweg nutzen möchte, sollte seine Berufstätigkeit und die ausgeübten technischen Aufgaben möglichst genau dokumentieren.

Besondere Voraussetzungen einzelner Bundesländer

Neben Ausbildung und Berufspraxis können weitere schulische Anforderungen bestehen.

So unterscheiden sich die landesrechtlichen Regeln unter anderem hinsichtlich des erforderlichen Schulabschlusses und der Anerkennung beruflicher Tätigkeiten.

Empfehlung: Lassen Sie Ihre persönlichen Voraussetzungen vor der verbindlichen Anmeldung von der jeweiligen Fachschule überprüfen.

Welche Inhalte werden in der Weiterbildung vermittelt?

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Automatisierungstechniker verbindet allgemeinbildende, fachrichtungsübergreifende und spezialisierte technische Lernbereiche.

Die konkreten Lernmodule unterscheiden sich nach Bundesland und Bildungsgang.

Der Fachschulbildungsgang im Fachbereich Technik umfasst nach der KMK-Rahmenvereinbarung mindestens 2.400 Unterrichtsstunden.

Fachrichtungsübergreifende Inhalte

  • Deutsch und berufliche Kommunikation
  • Technisches Englisch
  • Mathematik und technische Berechnungen
  • Projektmanagement
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Arbeitsorganisation
  • Qualitätsmanagement
  • Zusammenarbeit und Mitarbeiterführung
  • Technische Dokumentation

Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS)

Ein zentraler Bestandteil vieler Automatisierungstechnik-Bildungsgänge ist die Programmierung und Anwendung speicherprogrammierbarer Steuerungen.

Die Teilnehmer lernen beispielsweise, Steuerungsaufgaben zu analysieren, Programme zu entwickeln und technische Abläufe zu testen.

Abhängig von der Ausstattung der Fachschule können unterschiedliche Steuerungssysteme und Entwicklungsumgebungen verwendet werden.

Sensorik und Aktorik

Sensoren erfassen physikalische Größen wie Temperatur, Druck, Position oder Geschwindigkeit.

Aktoren setzen elektrische Steuersignale in technische Aktionen um, etwa durch Motoren, Ventile oder andere Antriebskomponenten.

Die Weiterbildung behandelt das Zusammenspiel solcher Komponenten in automatisierten Anlagen.

Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

In der Regelungstechnik geht es darum, technische Prozesse anhand gemessener Größen zu beeinflussen und vorgegebene Sollwerte einzuhalten.

Zu den möglichen Themen gehören:

  • Messwerterfassung und Signalverarbeitung
  • Regelkreise und Regler
  • Digitale und analoge Signale
  • Prozessüberwachung
  • Technische Berechnung und Simulation
  • Inbetriebnahme und Optimierung geregelter Anlagen

Industrielle Netzwerke und Feldbussysteme

Moderne Produktionsanlagen bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Komponenten.

Automatisierungstechniker beschäftigen sich deshalb auch mit der Kommunikation zwischen Steuerungen, Sensoren, Antrieben und übergeordneten Systemen.

Je nach Lehrplan können industrielle Bussysteme, Ethernet-basierte Kommunikationsverfahren und vernetzte Steuerungssysteme behandelt werden.

Prozessleittechnik und Visualisierung

Bei größeren Industrieanlagen werden Prozessdaten häufig über Leit- und Visualisierungssysteme dargestellt.

Die Teilnehmer lernen, technische Abläufe auszuwerten, Bedien- und Beobachtungssysteme zu planen und die Überwachung automatisierter Prozesse zu unterstützen.

Robotik und Handhabungstechnik

Automatisierte Handhabungssysteme kommen unter anderem beim Transportieren, Greifen, Positionieren und Montieren von Bauteilen zum Einsatz.

Je nach Bildungsgang können die Planung und Inbetriebnahme solcher Systeme Bestandteil der Weiterbildung sein.

Elektrische Antriebe

Die Automatisierungstechnik umfasst auch die Auswahl und Dimensionierung geeigneter Antriebssysteme.

Hierzu gehören unter anderem elektrische Motoren, Antriebsregler und die Einbindung von Antrieben in technische Steuerungssysteme.

Produktionsautomatisierung oder Prozessautomatisierung?

In einzelnen Fachschulbildungsgängen können unterschiedliche Schwerpunkte gewählt werden.

Produktionsautomatisierung beschäftigt sich häufig stärker mit Fertigungseinrichtungen, Produktionsanlagen, CNC-Technik und der Optimierung industrieller Herstellungsabläufe.

Prozessautomatisierung behandelt stärker die kontinuierliche Steuerung und Regelung technischer Prozesse sowie entsprechende Mess- und Leitsysteme.

Welche Spezialisierung verfügbar ist, hängt vom konkreten Bildungsangebot ab.

Wie läuft die staatliche Automatisierungstechniker-Prüfung ab?

Der Bildungsgang endet mit einer staatlichen Fachschulprüfung nach den jeweils geltenden landesrechtlichen Regelungen.

Die Prüfung ist keine reguläre IHK-Fortbildungsprüfung.

Je nach Bundesland und Fachschule können schriftliche Prüfungen, weitere Leistungsnachweise und praktische beziehungsweise projektbezogene Prüfungsbestandteile vorgesehen sein.

Welche Bedeutung hat die Projektarbeit?

Die Projektarbeit ermöglicht es, eine komplexe technische Aufgabenstellung eigenständig oder im Team zu bearbeiten.

Beispielsweise kann eine bestehende Fertigungsanlage automatisiert, eine SPS-Steuerung entwickelt oder ein technischer Prozess optimiert werden.

Zu den typischen Arbeitsschritten gehören:

  • Anforderungen analysieren
  • Technische Lösung planen
  • Komponenten auswählen
  • Steuerung und technische Dokumentation erstellen
  • Funktion und Sicherheit prüfen
  • Ergebnisse präsentieren und bewerten

Die konkrete Gewichtung der Projektarbeit richtet sich nach der jeweiligen Prüfungsordnung.

Ist die Technikerprüfung schwer?

Die Weiterbildung setzt technisches Verständnis, mathematische Kenntnisse und die Fähigkeit zum systematischen Arbeiten voraus.

Besonders anspruchsvoll können die Verbindung verschiedener technischer Bereiche und die eigenständige Bearbeitung umfangreicher Projektaufgaben sein.

Wer berufsbegleitend lernt, muss zusätzlich ausreichend Zeit für Unterricht, Übungen und Prüfungsvorbereitung einplanen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Automatisierungstechniker?

Die Dauer hängt insbesondere von Bundesland, Fachschule und Unterrichtsform ab.

  • Vollzeit: Häufig zwei Jahre.
  • Berufsbegleitend: Je nach Modell drei bis vier Jahre.
  • Teilzeit mit Abendunterricht: Beispielsweise vier Jahre an der BBS 1 Mainz.

Die Staatliche Technikerschule Berlin bietet je nach Bildungsgang ebenfalls unterschiedliche zeitliche Modelle an.

Automatisierungstechniker in Vollzeit

Ein Vollzeitbildungsgang ermöglicht eine konzentrierte Weiterbildung über einen zusammenhängenden Zeitraum.

Die Teilnehmer sollten dabei berücksichtigen, dass während des Fachschulbesuchs möglicherweise kein reguläres Arbeitseinkommen erzielt wird.

Automatisierungstechniker berufsbegleitend

Bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung wird der Unterricht über einen längeren Zeitraum verteilt.

Die BBS 1 Mainz bietet beispielsweise einen vierjährigen Bildungsgang mit Abendunterricht und zusätzlichen Unterrichtssamstagen an.

Dieses Modell kann besonders für Beschäftigte interessant sein, die weiterhin in ihrem Beruf arbeiten möchten.

Ist ein Fernstudium zum Automatisierungstechniker möglich?

Für den eigenständigen staatlichen Abschluss der Fachrichtung Automatisierungstechnik konnten im Rahmen dieser Recherche keine aktuell buchbaren Fernlehrgänge bei den bekannten großen Fernlehrinstituten ILS, SGD und Fernakademie bestätigt werden.

Es gibt allerdings Fernlehrgänge zum staatlich geprüften Elektrotechniker mit Schwerpunkt Energie- und Automatisierungstechnik.

Wichtig: Dabei handelt es sich nicht automatisch um denselben Abschluss wie bei einer eigenständigen Fachrichtung Automatisierungstechnik.

Wer ausdrücklich den Abschluss Automatisierungstechnik anstrebt, sollte die konkrete Fachschul- und Zeugnisbezeichnung vorab prüfen.

Wo kann man staatlich geprüfter Automatisierungstechniker werden?

In Deutschland bieten unterschiedliche staatliche und staatlich anerkannte Fachschulen entsprechende Bildungsgänge an.

Die folgenden Angebote zeigen beispielhaft verschiedene Möglichkeiten.

BBS 1 Mainz – Fachschule Automatisierungstechnik

Die Berufsbildende Schule 1 in Mainz bietet eine berufsbegleitende Fachschule für Automatisierungstechnik an.

  • Dauer: Vier Jahre
  • Unterricht: Zwei Abende pro Woche sowie zusätzliche Samstagsveranstaltungen
  • Abschluss: Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Automatisierungstechnik
  • Weiterer Abschluss: Nach Angaben der Schule kann zugleich die Fachhochschulreife erworben werden
  • Unterrichtsgebühren: Laut Schule keine Ausbildungsgebühren

Das Angebot kann insbesondere für Berufstätige aus der Region interessant sein.

Zur Fachschule Automatisierungstechnik der BBS 1 Mainz

Staatliche Technikerschule Berlin

Die Staatliche Technikerschule Berlin führt Automatisierungstechnik als Fachschulangebot.

Zu den Lernbereichen gehören elektrotechnische Grundlagen, technische Informatik, Automatisierungs- und Steuerungssysteme sowie weitere technische und betriebliche Themen.

Die Unterrichts- und Aufnahmebedingungen unterscheiden sich nach dem gewählten Bildungsmodell.

Zur Fachrichtung Automatisierungstechnik in Berlin

Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg Essen

Das Rheinisch-Westfälische Berufskolleg Essen bietet eine Fachschule für Technik mit Fachrichtung Automatisierungstechnik an.

Die Weiterbildung beschäftigt sich unter anderem mit technischer Planung, Produktionsorganisation, Automatisierung und betrieblichen Führungsaufgaben.

Vor einer Bewerbung sollten die aktuellen Unterrichtszeiten und Zugangsvoraussetzungen bei der Schule erfragt werden.

Zum Fachschulangebot in Essen

Robert-Bosch-Schule Ulm

Die Robert-Bosch-Schule in Ulm bietet die kombinierte Fachrichtung Automatisierungstechnik/Mechatronik an.

Der Bildungsgang dauert nach Angaben der Schule zwei Jahre in Vollzeit.

Die Abschlussbezeichnung unterscheidet sich damit von der eigenständigen Fachrichtung Automatisierungstechnik.

Zur Fachschule für Technik der Robert-Bosch-Schule Ulm

Was sollte man beim Vergleich der Fachschulen prüfen?

  • Genaue staatliche Abschlussbezeichnung
  • Fachrichtung und angebotene Schwerpunkte
  • Zulassungsvoraussetzungen
  • Unterrichtszeiten und Studiendauer
  • Technische Ausstattung und Praxisanteile
  • Prüfungs- und Projektanforderungen
  • Gebühren und mögliche Zusatzkosten
  • Erreichbarkeit und Anfahrtswege

Die genannten Fachschulen sind Beispiele aktueller Bildungswege. Eine freie Platzverfügbarkeit für einen bestimmten Starttermin ist damit nicht bestätigt.

Was kostet die Weiterbildung zum Automatisierungstechniker?

Die Kosten unterscheiden sich nach Bundesland, Fachschule und Unterrichtsmodell.

An öffentlichen Fachschulen können die Unterrichtsgebühren entfallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Weiterbildung insgesamt kostenlos ist.

Bei der persönlichen Kostenplanung sollten insbesondere folgende Ausgaben berücksichtigt werden:

  • Gegebenenfalls Schul- und Lehrgangsgebühren
  • Prüfungsgebühren, soweit gesondert erhoben
  • Fachliteratur und Lernmaterialien
  • Computer und technische Ausstattung
  • Fahrtkosten
  • Gegebenenfalls Unterkunftskosten
  • Mögliche Verdienstausfälle bei Vollzeitbildungsgängen

Die BBS 1 Mainz gibt beispielsweise an, dass keine Ausbildungsgebühren erhoben werden.

Wer eine Vollzeitfachschule besucht, sollte besonders die Finanzierung des Lebensunterhalts berücksichtigen.

Aufstiegs-BAföG für Automatisierungstechniker

Für förderfähige Bildungsgänge zum staatlich geprüften Techniker kann grundsätzlich Aufstiegs-BAföG beantragt werden.

Die Förderung richtet sich nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.

Nach der im Oktober 2026 geltenden gesetzlichen Regelung können förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Davon werden grundsätzlich 50 Prozent als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.

Für den verbleibenden förderfähigen Betrag kann ein KfW-Darlehen genutzt werden. Bei erfolgreicher Prüfung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Teil des noch nicht fälligen Darlehens erlassen werden.

Bei förderfähigen Vollzeitmaßnahmen können außerdem Leistungen zum Lebensunterhalt infrage kommen.

Die konkrete Förderfähigkeit der Fachschule und die persönlichen Voraussetzungen müssen vor dem Beginn der Weiterbildung geklärt werden.

Offizielle Informationen zum Aufstiegs-BAföG

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Je nach Situation können Arbeitgeberzuschüsse, regionale Förderprogramme oder steuerliche Entlastungen für beruflich veranlasste Weiterbildungskosten infrage kommen.

Ein Anspruch auf vollständige Kostenübernahme durch den Arbeitgeber besteht nicht automatisch.

Automatisierungstechniker: DQR 6 und Bachelor Professional

Der staatlich geprüfte Techniker ist dem Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6 zugeordnet.

Auf demselben Qualifikationsniveau befinden sich unter anderem akademische Bachelorabschlüsse sowie viele anerkannte Industriemeister- und Handwerksmeisterabschlüsse.

Die Gleichwertigkeit des Kompetenzniveaus bedeutet jedoch keine Gleichartigkeit der Abschlüsse.

Ist der Automatisierungstechniker ein Bachelor?

Nein. Der staatlich geprüfte Techniker ist ein beruflicher Fachschulabschluss und kein akademischer Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science.

Wann darf man Bachelor Professional in Technik führen?

Die zusätzliche Bezeichnung Bachelor Professional in Technik darf nach Maßgabe der jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften geführt werden.

In Rheinland-Pfalz ist diese Bezeichnung bei der staatlichen Fachrichtung Automatisierungstechnik ausdrücklich vorgesehen.

Entscheidend ist die tatsächlich verliehene Abschlussbezeichnung auf dem Zeugnis.

Wie hoch ist das Gehalt als staatlich geprüfter Automatisierungstechniker?

Das Gehalt hängt insbesondere von der ausgeübten Tätigkeit, der Branche, dem Unternehmen, der Berufserfahrung und der tariflichen Eingruppierung ab.

Automatisierungstechniker können in sehr unterschiedlichen Positionen arbeiten, beispielsweise in der SPS-Programmierung, technischen Projektierung, Inbetriebnahme, Prozessoptimierung oder Instandhaltung.

Ein einheitliches bundesweites Einstiegsgehalt allein aufgrund des Technikerabschlusses gibt es nicht.

Welche Faktoren beeinflussen den Verdienst?

  • Umfang der technischen Verantwortung
  • Erfahrung mit Steuerungs- und Leitsystemen
  • Projektverantwortung
  • Branche und Unternehmensgröße
  • Tarifvertrag und betriebliche Eingruppierung
  • Region
  • Bereitschaft zu Montage- oder Reisetätigkeiten
  • Führungsverantwortung

Steigt das Gehalt nach der Technikerprüfung automatisch?

Nein. Die bestandene Prüfung begründet nicht automatisch einen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung.

Eine höhere Vergütung kann sich ergeben, wenn anschließend eine anspruchsvollere oder höher bewertete Stelle übernommen wird.

Wie lassen sich Gehälter vergleichen?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bietet statistische Orientierungswerte für unterschiedliche technische Berufe und Berufsgruppen.

Diese Daten erfassen jedoch nicht ausschließlich Personen mit dem Abschluss Staatlich geprüfter Automatisierungstechniker.

Für eine persönliche Gehaltseinschätzung sollten deshalb die konkreten Stellenanforderungen, Tarifregelungen und vergleichbare Arbeitsplätze berücksichtigt werden.

Welche Karrierechancen bietet der Automatisierungstechniker?

Der staatliche Technikerabschluss kann den Zugang zu anspruchsvollen technischen Fach- und Projektpositionen eröffnen.

Mögliche Tätigkeiten sind beispielsweise:

  • Automatisierungstechniker in der Anlagenplanung
  • SPS-Programmierer
  • Technischer Projektkoordinator
  • Techniker für Prozessleittechnik
  • Inbetriebnahmetechniker
  • Technischer Instandhaltungskoordinator
  • Fachkraft für industrielle Steuerungssysteme
  • Techniker in der Produktionsoptimierung
  • Technischer Anwendungsberater
  • Team- oder Gruppenleiter bei entsprechender Eignung

Die Qualifikation allein garantiert keine Beförderung. Entscheidend sind die persönliche Eignung, praktische Erfahrung und Anforderungen des jeweiligen Arbeitgebers.

Welche Rolle spielt Erfahrung mit SPS-Systemen?

Praktische Kenntnisse in der Programmierung und Inbetriebnahme von Steuerungssystemen können für viele Automatisierungsaufgaben wichtig sein.

Welche Steuerungsplattformen und Entwicklungsumgebungen benötigt werden, hängt vom jeweiligen Betrieb ab.

Zusätzliche praktische Erfahrungen und Herstellerschulungen können deshalb die beruflichen Möglichkeiten erweitern.

Kann man sich als Automatisierungstechniker selbstständig machen?

Selbstständige technische Dienstleistungen sind abhängig vom Tätigkeitsgebiet möglich.

Bei Arbeiten, die einem zulassungspflichtigen Handwerk zuzuordnen sind, müssen die Anforderungen der Handwerksordnung beachtet werden.

Der Technikerabschluss verleiht nicht automatisch sämtliche Berechtigungen eines Handwerksmeisters.

Kann man nach dem Automatisierungstechniker studieren?

Ein staatlich geregelter Fachschulabschluss kann den allgemeinen Hochschulzugang auch ohne Abitur ermöglichen.

Die konkrete Zulassung richtet sich nach den jeweils geltenden hochschulrechtlichen Bestimmungen.

Für Automatisierungstechniker können beispielsweise folgende Studienrichtungen interessant sein:

  • Automatisierungstechnik
  • Elektrotechnik
  • Mechatronik
  • Maschinenbau
  • Technische Informatik
  • Wirtschaftsingenieurwesen

Die Anrechnung bereits erworbener beruflicher Kompetenzen auf einzelne Studienleistungen kann möglich sein.

Sie erfolgt jedoch nicht automatisch allein aufgrund der DQR-Einstufung auf Niveau 6.

Häufige Fragen zum staatlich geprüften Automatisierungstechniker

Ist Automatisierungstechniker ein staatlich anerkannter Abschluss?

Ja. In bestimmten Bundesländern gibt es die eigenständige Fachrichtung Automatisierungstechnik zum staatlich geprüften Techniker. In anderen Ländern wird Automatisierungstechnik als Schwerpunkt oder Teil einer kombinierten Fachrichtung angeboten.

Wie lange dauert die Weiterbildung?

In Vollzeit häufig zwei Jahre, berufsbegleitend abhängig von Schule und Unterrichtsmodell drei bis vier Jahre. Die BBS 1 Mainz bietet beispielsweise einen vierjährigen Teilzeitbildungsgang.

Welche Ausbildung benötigt man?

In der Regel eine fachlich passende Berufsausbildung aus der Elektro- oder Metalltechnik sowie einschlägige Berufspraxis. Die konkreten Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Kann man Automatisierungstechniker ohne Ausbildung werden?

Je nach Landesrecht kann mehrjährige einschlägige Berufspraxis einen geeigneten Ausbildungsabschluss ersetzen. Die zuständige Fachschule entscheidet über die Aufnahme.

Gibt es ein Fernstudium zum staatlich geprüften Automatisierungstechniker?

Ein aktueller Fernlehrgang mit genau diesem eigenständigen staatlichen Abschluss konnte bei ILS, SGD und Fernakademie nicht bestätigt werden. Es gibt jedoch Fernlehrangebote zur Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energie- und Automatisierungstechnik. Die Abschlussbezeichnungen sind sorgfältig zu unterscheiden.

Ist die Prüfung eine IHK-Prüfung?

Nein. Der staatlich geprüfte Techniker ist ein Fachschulabschluss nach Landesrecht und keine reguläre IHK-Fortbildungsprüfung.

Welche Inhalte sind besonders wichtig?

Zu den zentralen technischen Themen gehören SPS, Sensorik, Aktorik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, industrielle Netzwerke und Automatisierungsprojekte.

Ist der Abschluss auf Bachelor-Niveau?

Ja. Der staatlich geprüfte Techniker ist DQR-Niveau 6 zugeordnet. Damit entspricht sein Qualifikationsniveau dem eines Bachelorabschlusses, ohne dass ein akademischer Bachelorgrad verliehen wird.

Was kostet die Weiterbildung?

Die Kosten hängen von Fachschule und Unterrichtsform ab. An öffentlichen Fachschulen können Unterrichtsgebühren entfallen. Fahrtkosten, Lernmaterial und gegebenenfalls Verdienstausfall müssen trotzdem berücksichtigt werden.

Kann man Aufstiegs-BAföG beantragen?

Ja. Für geeignete staatliche Technikerweiterbildungen ist eine Förderung grundsätzlich möglich. Die gesetzlichen und persönlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

Wie viel verdient ein Automatisierungstechniker?

Das Gehalt hängt von der konkreten Tätigkeit, Berufserfahrung, Verantwortung und Tarifbindung ab. Ein garantierter Einstiegswert allein aufgrund des Technikerabschlusses besteht nicht.

Was ist besser: Automatisierungstechniker oder Mechatroniktechniker?

Keiner der Abschlüsse ist grundsätzlich besser. Automatisierungstechnik konzentriert sich stärker auf Steuerungs- und Prozesssysteme; Mechatronik verbindet diese Inhalte zusätzlich mit mechanischer Konstruktion und mechatronischer Systementwicklung.

Fazit: Für wen lohnt sich der staatlich geprüfte Automatisierungstechniker?

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Automatisierungstechniker ist besonders für Fachkräfte interessant, die automatisierte Produktionsanlagen planen, programmieren, überwachen oder optimieren möchten.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem SPS-Programmierung, Prozessautomation, Sensorik, industrielle Netzwerke und technische Projektarbeit.

Die Fachrichtung ist in bestimmten Bundesländern als eigenständiger staatlicher Bildungsgang vorgesehen. Andere Bundesländer führen vergleichbare Inhalte als Schwerpunkt der Elektrotechnik oder in kombinierten Fachrichtungen.

Vor der Anmeldung sollten deshalb unbedingt die genaue Abschlussbezeichnung, Zulassungsvoraussetzungen, Unterrichtsform und Finanzierung geklärt werden.

Weitere Fachrichtungen finden Sie in unserer Techniker-Übersicht. Interessant sind außerdem die Ratgeber zum staatlich geprüften Elektrotechniker und zum staatlich geprüften Mechatroniktechniker.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Stand: Oktober 2026. Abschlussbezeichnungen, Zulassungsvoraussetzungen, Unterrichtsmodelle und staatliche Prüfungsbedingungen unterscheiden sich nach Bundesland und Fachschule. Die Verfügbarkeit konkreter Schulplätze sollte vor der Anmeldung direkt mit dem jeweiligen Anbieter geklärt werden.