Bildungskredit 2026: Voraussetzungen, Zinsen, Rückzahlung und Alternativen

Eine Ausbildung oder ein Studium kann finanziell belastend sein. Neben Lebenshaltungskosten entstehen häufig Ausgaben für Lernmaterialien, Prüfungen oder eine zusätzliche Unterkunft. Der staatliche Bildungskredit kann unter bestimmten Voraussetzungen helfen, finanzielle Engpässe in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase zu überbrücken.

Im Jahr 2026 können berechtigte Schülerinnen, Schüler und Studierende über den Bildungskredit des Bundes bis zu 7.200 Euro erhalten. Das Darlehen wird von der KfW ausgezahlt und muss später einschließlich Zinsen zurückgezahlt werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zur beruflichen Aufstiegsfortbildung: Wer beispielsweise eine Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt oder Handelsfachwirt absolvieren möchte, kann den klassischen Bildungskredit normalerweise nicht allein aufgrund dieser Fortbildung nutzen. Dafür kommt vor allem das Aufstiegs-BAföG infrage.

Wir erklären, wer 2026 einen Bildungskredit beantragen kann, welche Zinsen und Rückzahlungsbedingungen gelten und welche Finanzierungsmöglichkeiten für Fachwirte sinnvoller sind.

Bildungskredit 2026: Das Wichtigste im Überblick

  • Maximaler Kreditbetrag: 7.200 Euro pro gefördertem Ausbildungsabschnitt.
  • Monatliche Auszahlung: Wahlweise 100, 200 oder 300 Euro, für höchstens 24 Monate.
  • Einmalzahlung: Bis zu 3.600 Euro innerhalb des gesamten Kreditrahmens möglich.
  • Altersgrenze: Antragstellung im Alter von 18 bis 35 Jahren.
  • Einkommensunabhängig: Das eigene Einkommen und das Einkommen der Eltern sind grundsätzlich nicht entscheidend.
  • Zinsen: Variabler Zinssatz auf Grundlage des 6-Monats-EURIBOR zuzüglich eines Prozentpunkts.
  • Rückzahlung: Beginn vier Jahre nach der ersten Auszahlung, grundsätzlich 120 Euro monatlich.
  • Antrag: Beim Bundesverwaltungsamt, nicht unmittelbar beim Lehrgangsanbieter.
  • Fachwirt-Fortbildung: Nicht automatisch förderfähig. Für klassische Aufstiegsfortbildungen ist das Aufstiegs-BAföG meist die passendere Möglichkeit.

Stand: Oktober 2026. Der Bildungskredit unterliegt variablen Zinsen. Maßgeblich sind die aktuellen Konditionen der KfW und die Förderbestimmungen des Bundes.

Was ist der staatliche Bildungskredit?

Der Bildungskredit ist ein staatlich unterstütztes Darlehen zur Finanzierung bestimmter fortgeschrittener Ausbildungs- und Studienphasen.

Er richtet sich insbesondere an Schülerinnen, Schüler und Studierende, die ihre Ausbildung oder ihr Studium bereits zu einem wesentlichen Teil absolviert haben und zusätzliche finanzielle Mittel benötigen.

Das Programm wird gemeinsam von zwei Stellen umgesetzt:

  • Bundesverwaltungsamt (BVA): Prüfung des Antrags und Entscheidung über die Förderberechtigung.
  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Abschluss des Darlehensvertrags, Auszahlung und spätere Rückzahlung.

Der Bildungskredit wird durch eine Bundesgarantie abgesichert. Dadurch ist für Antragsteller keine bankübliche Kreditsicherheit erforderlich.

Anders als ein staatlicher Zuschuss ist der Bildungskredit jedoch kein geschenktes Geld. Die ausgezahlten Beträge müssen einschließlich der anfallenden Zinsen zurückgezahlt werden.

Wer kann 2026 einen Bildungskredit beantragen?

Ein Bildungskredit kommt für volljährige Schülerinnen, Schüler und Studierende infrage, die sich in einem fortgeschrittenen Ausbildungsabschnitt befinden und die übrigen Förderbedingungen erfüllen.

Welche Altersgrenze gilt?

Bei der Antragstellung müssen die Antragsteller mindestens 18 Jahre alt sein und dürfen das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Der Bildungskredit kann damit grundsätzlich im Alter von 18 bis einschließlich 35 Jahren beantragt werden.

Anders als beim Aufstiegs-BAföG besteht somit eine feste Altersgrenze.

Welche schulischen Ausbildungen werden gefördert?

Bei einer schulischen Ausbildung sind insbesondere folgende Voraussetzungen wichtig:

  • Die Ausbildung findet in Vollzeit statt.
  • Die Ausbildungsstätte ist nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) förderfähig.
  • Die Ausbildung befindet sich in den letzten 24 Monaten.
  • Es ist bereits ein berufsqualifizierender Abschluss vorhanden oder die aktuelle schulische Ausbildung führt zu einem solchen Abschluss.

Zu den von der KfW genannten Beispielen geeigneter Ausbildungsgänge gehören unter anderem bestimmte Ausbildungen in den Bereichen Erziehung, Physiotherapie oder Fremdsprachenkorrespondenz.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Berufsbezeichnung, sondern ob der konkrete Bildungsgang die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Welche Studierenden können gefördert werden?

Studierende können einen Bildungskredit erhalten, wenn sie sich in einem entsprechend fortgeschrittenen Studienabschnitt befinden.

In Betracht kommen beispielsweise:

  • Studierende nach bestandener Zwischenprüfung beziehungsweise nach Erbringung der vorgeschriebenen Studienleistungen,
  • Studierende in bestimmten Master-, Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudiengängen,
  • Studierende während geeigneter Auslandsstudienabschnitte,
  • Studierende während bestimmter studienbezogener Praktika.

Die Förderung ist grundsätzlich auf Vollzeitstudiengänge an geeigneten Hochschulen ausgerichtet.

Bei Studierenden nach dem zwölften Hochschulsemester gelten besondere Nachweisanforderungen. Insbesondere muss dann der Abschluss innerhalb des vorgesehenen Förderzeitraums nachgewiesen beziehungsweise plausibel belegt werden.

Ist ein Bildungskredit auch für ein Studium im Ausland möglich?

Ja. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Ausbildung oder ein Studium im Ausland berücksichtigt werden.

Die ausländische Bildungseinrichtung muss einer entsprechenden inländischen förderfähigen Ausbildungsstätte gleichwertig sein.

Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, wird im Antragsverfahren geprüft.

Kann man mit dem Bildungskredit einen Fachwirt finanzieren?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Der staatliche Bildungskredit nach dem KfW-Programm 173 ist nicht allgemein für jede berufliche Weiterbildung vorgesehen.

Eine reguläre berufsbegleitende oder vollzeitige Vorbereitung auf eine IHK-Fortbildungsprüfung zum Fachwirt wird deshalb nicht automatisch durch dieses Programm finanziert.

Das gilt beispielsweise für typische Lehrgänge zum:

  • Wirtschaftsfachwirt,
  • Handelsfachwirt,
  • Industriefachwirt,
  • Fachwirt für Büro- und Projektorganisation.

Die entscheidende Frage lautet nicht allein, ob ein Lehrgang in Vollzeit stattfindet. Vielmehr muss die konkrete Ausbildung oder das Studium die Fördervoraussetzungen des Bildungskreditprogramms erfüllen.

Ein Fachwirt-Abschluss ist außerdem nicht mit einem akademischen Studienabschluss gleichzusetzen, auch wenn bestimmte berufliche Fortbildungen und Bachelorabschlüsse demselben DQR-Niveau zugeordnet sind.

Welche Finanzierung ist für Fachwirte besser geeignet?

Für viele anerkannte Fachwirt-Fortbildungen ist das Aufstiegs-BAföG die deutlich passendere Finanzierung.

Es kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen bis zu 15.000 Euro an Lehrgangs- und Prüfungsgebühren berücksichtigen.

Von den förderfähigen Gebühren werden 50 Prozent als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Für die übrigen 50 Prozent besteht die Möglichkeit eines KfW-Darlehens.

Wer die Prüfung erfolgreich besteht, kann zusätzlich einen Erlass von 50 Prozent des noch nicht fälligen Darlehensanteils für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren beantragen.

Unter günstigen Voraussetzungen lassen sich damit insgesamt 75 Prozent der förderfähigen Gebühren über Zuschuss und Darlehenserlass abdecken.

Eine individuelle Prüfung ist dennoch erforderlich, denn nicht jeder Abschluss mit der Bezeichnung Fachwirt fällt automatisch unter das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.

Weitere Informationen bieten unser Fachwirt-Ratgeber und die Übersicht zu den verschiedenen Weiterbildungswegen.

Wie viel Geld gibt es beim Bildungskredit 2026?

Der Bildungskredit wird grundsätzlich in monatlichen Beträgen ausgezahlt.

Folgende Auszahlungsvarianten sind möglich:

Monatliche Auszahlung Bei 12 Monaten Bei 24 Monaten
100 € 1.200 € 2.400 €
200 € 2.400 € 4.800 €
300 € 3.600 € 7.200 €

Die maximale Förderung innerhalb eines Ausbildungsabschnitts beträgt 7.200 Euro bei einer maximalen Auszahlungsdauer von 24 Monaten.

Die Höhe der monatlichen Auszahlung wird bei der Antragstellung festgelegt.

Bis zu 3.600 Euro als Einmalzahlung

Für größere einmalige Ausgaben kann ein Teil des Bildungskredits im Voraus ausgezahlt werden.

Eine solche Einmalzahlung ist bis zu einem Betrag von 3.600 Euro möglich.

Sie kann beispielsweise für notwendige teure Arbeitsmaterialien verwendet werden.

Die Einmalzahlung erhöht den Gesamtbetrag des Darlehens jedoch nicht. Sie wird auf die maximale Kreditsumme von 7.200 Euro angerechnet.

Rechenbeispiel: Bildungskredit mit Einmalzahlung

Eine förderberechtigte Person benötigt für ihre fortgeschrittene Ausbildung eine größere Anschaffung und zusätzlich monatliche finanzielle Unterstützung.

Position Betrag
Einmalzahlung 2.400 €
Monatliche Auszahlung 200 €
Auszahlungsdauer 24 Monate
Summe der Monatszahlungen 4.800 €
Gesamter Kreditbetrag 7.200 €

In diesem Beispiel wird der maximale Kreditrahmen vollständig ausgeschöpft.

Die 7.200 Euro sind vollständig zurückzuzahlen. Zusätzlich entstehen Zinsen, deren Höhe von der tatsächlichen Zinsentwicklung und dem Rückzahlungsverlauf abhängt.

Welche Zinsen gelten beim Bildungskredit 2026?

Der Bildungskredit wird variabel verzinst.

Als Grundlage dient der 6-Monats-EURIBOR. Darauf wird ein Aufschlag von einem Prozentpunkt erhoben.

Der Zinssatz wird jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober für das folgende Halbjahr neu festgelegt.

Das bedeutet, dass sich die Finanzierungskosten während der Laufzeit verändern können.

Warum ist der Zinssatz nicht dauerhaft fest?

Der EURIBOR ist ein Referenzzinssatz am europäischen Geldmarkt.

Steigt dieser Zinssatz, kann auch der Zinssatz des Bildungskredits steigen. Sinkt er, kann der Kredit entsprechend günstiger werden.

Der Bildungskredit bietet somit keine Garantie für einen dauerhaft gleichbleibenden Zinssatz.

Ältere Angaben zu Effektivzinsen von beispielsweise 1,34 Prozent sind für eine aktuelle Finanzierungsentscheidung nicht geeignet.

Da sich der Zins regelmäßig verändert, sollten Interessierte die jeweils gültigen Konditionen unmittelbar bei der KfW prüfen.

Aktuelle Konditionen: KfW Bildungskredit – Programm 173.

Entstehen bereits während der Ausbildung Zinsen?

Ja. Die Verzinsung beginnt auf Grundlage der ausgezahlten Kreditbeträge.

Während der Auszahlungs- und Karenzphase müssen die Zinsen allerdings noch nicht laufend bezahlt werden.

Die Zinszahlung wird aufgeschoben. Dadurch wird der Kredit während der Ausbildung finanziell zunächst weniger belastend.

Die aufgelaufenen Zinsen verschwinden jedoch nicht, sondern müssen später ebenfalls zurückgezahlt werden.

Wann muss der Bildungskredit zurückgezahlt werden?

Die Rückzahlung beginnt grundsätzlich vier Jahre nach der ersten Auszahlung.

Während der Auszahlungsphase und der anschließenden Karenzzeit sind zunächst keine laufenden Tilgungszahlungen erforderlich.

Nach dem Rückzahlungsbeginn sind grundsätzlich monatliche Raten in Höhe von 120 Euro vorgesehen.

Die Rate umfasst Zins und Tilgung.

Wie lange dauert die Rückzahlung?

Die Dauer hängt insbesondere davon ab, wie viel Kredit aufgenommen wurde und wie sich die Zinsen entwickeln.

Ein höherer Kreditbetrag führt bei gleicher Monatsrate normalerweise zu einer längeren Rückzahlungsdauer.

Eine vereinfachte Orientierung ohne Berücksichtigung von Zinsen zeigt die folgende Tabelle:

Kreditbetrag Rechnerische Tilgungsdauer bei 120 € monatlich ohne Zinsen
2.400 € 20 Monate
3.600 € 30 Monate
4.800 € 40 Monate
7.200 € 60 Monate

Wichtig: Die Tabelle ist keine tatsächliche Kreditberechnung. Weil Zinsen anfallen, dauert die reguläre vollständige Rückzahlung entsprechend länger. Der individuelle Tilgungsplan wird von der KfW erstellt.

Ist eine vorzeitige Rückzahlung möglich?

Ja. Der Bildungskredit kann jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückgezahlt werden.

Für entsprechende Sondertilgungen fallen nach den KfW-Bedingungen keine zusätzlichen Gebühren an.

Wer finanzielle Spielräume hat, kann dadurch die ausstehenden Schulden schneller reduzieren und möglicherweise Zinskosten sparen.

Was passiert bei Zahlungsschwierigkeiten?

Wenn die monatlichen Raten vorübergehend nicht bezahlt werden können, sollte frühzeitig Kontakt zur KfW aufgenommen werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Stundung möglich.

Dafür werden regelmäßig Angaben zur finanziellen Situation und entsprechende Nachweise benötigt.

Eine Stundung sollte rechtzeitig beantragt werden, bevor Zahlungsrückstände entstehen.

Bildungskredit beantragen: So funktioniert es

Der Antrag für den staatlichen Bildungskredit wird beim Bundesverwaltungsamt gestellt.

Schritt 1: Fördervoraussetzungen prüfen

Vor der Antragstellung sollte geklärt werden, ob die Ausbildung beziehungsweise das Studium für das Bildungskreditprogramm geeignet ist.

Dazu gehören insbesondere das Alter, die Ausbildungsstätte, der Ausbildungsabschnitt und die Art der Ausbildung.

Schritt 2: Online-Antrag beim Bundesverwaltungsamt stellen

Das Bundesverwaltungsamt bietet einen digitalen Antrag an.

Darin werden unter anderem persönliche Angaben, Informationen zur Ausbildung und die gewünschte Höhe der monatlichen Auszahlung abgefragt.

Online-Antrag: Bildungskredit beim Bundesverwaltungsamt beantragen.

Schritt 3: Erforderliche Nachweise einreichen

Je nach Ausbildung können beispielsweise folgende Unterlagen erforderlich sein:

  • Identitätsnachweis,
  • aktuelle Ausbildungs- oder Immatrikulationsbescheinigung,
  • Nachweise über bisher erbrachte Studienleistungen,
  • gegebenenfalls Zwischenprüfungszeugnisse,
  • bei schulischen Ausbildungen Nachweise über Ausbildungsbeginn, Ausbildungsende und Abschlussziel,
  • weitere vom Bundesverwaltungsamt angeforderte Unterlagen.

Schritt 4: Bewilligung und Kreditangebot prüfen

Das Bundesverwaltungsamt prüft die gesetzlichen Voraussetzungen und entscheidet über die Bewilligung.

Bei positiver Entscheidung erhalten Antragsteller einen Bewilligungsbescheid und ein Kreditangebot der KfW.

Ein Rechtsanspruch auf Bewilligung des Bildungskredits besteht nicht.

Schritt 5: Darlehensvertrag mit der KfW abschließen

Damit die Auszahlung erfolgen kann, muss das Kreditangebot angenommen und die erforderliche Identitätsprüfung durchgeführt werden.

Nach erfolgreichem Vertragsabschluss beginnt die Auszahlung nach den vereinbarten Bedingungen.

Die Antragstellung beim Bundesverwaltungsamt und der Kreditvertrag mit der KfW sind somit zwei unterschiedliche Schritte.

Bildungskredit, KfW-Studienkredit oder Aufstiegs-BAföG?

Die Begriffe werden häufig miteinander verwechselt. Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Finanzierungsprogramme.

Merkmal Bildungskredit KfW-Studienkredit Aufstiegs-BAföG
Programm KfW 173 KfW 174 AFBG / KfW 172
Zielgruppe Förderberechtigte Schülerinnen, Schüler und Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen Förderberechtigte Studierende und Promovierende Teilnehmende an förderfähigen beruflichen Aufstiegsfortbildungen
Förderhöhe Bis zu 7.200 € 100 bis 650 € monatlich im vorgesehenen Förderzeitraum Bis zu 15.000 € förderfähige Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie weitere mögliche Leistungen
Altersgrenze 18 bis 35 Jahre bei Antragstellung Studienbeginn grundsätzlich spätestens mit 44 Jahren Keine allgemeine Altersgrenze
Staatlicher Zuschuss Nein, Darlehen Nein, Darlehen Ja, bei Lehrgangs- und Prüfungsgebühren 50 % Zuschuss
Typische Fachwirt-Fortbildung Normalerweise nicht über dieses Programm förderfähig Keine reguläre Fachwirt-Förderung Bei geeigneten Abschlüssen grundsätzlich förderfähig

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zwischen KfW-Studienkredit und Bildungskredit. Beide haben andere Fördervoraussetzungen, Auszahlungsmöglichkeiten und Rückzahlungsbedingungen.

Wer einen Fachwirt anstrebt, sollte deshalb nicht allein nach einem Kredit suchen, sondern zunächst die verfügbaren Zuschussprogramme prüfen.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, eine Fachwirt-Weiterbildung zu finanzieren?

Eine Fachwirt-Fortbildung muss nicht zwangsläufig vollständig aus eigenen Ersparnissen bezahlt werden.

Aufstiegs-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG ist die zentrale staatliche Förderung für viele berufliche Aufstiegsfortbildungen.

Es bietet nicht rückzahlbare Zuschüsse und auf Wunsch ergänzende KfW-Darlehen.

Bei einer Vollzeitmaßnahme kann unter bestimmten Voraussetzungen außerdem ein Zuschuss zum Lebensunterhalt gewährt werden.

Weiterbildungsstipendium

Besonders leistungsstarke junge Fachkräfte können unter bestimmten Voraussetzungen über das Weiterbildungsstipendium gefördert werden.

Im Jahr 2026 stehen dafür bis zu 9.135 Euro innerhalb des Förderzeitraums zur Verfügung.

Das Stipendium ist insbesondere für geeignete berufliche Weiterbildungen interessant, darunter Fachwirt-, Meister- und Technikerfortbildungen.

Unterstützung durch den Arbeitgeber

Manche Arbeitgeber übernehmen einen Teil oder die gesamten Kosten einer beruflichen Weiterbildung.

Eine solche Förderung kann beispielsweise im Zusammenhang mit neuen Aufgaben, Personalentwicklung oder dem geplanten Einsatz in einer Fach- oder Führungsposition erfolgen.

Ob es eine entsprechende Vereinbarung gibt, hängt vom Unternehmen und den individuellen Bedingungen ab.

Steuerliche Berücksichtigung von Weiterbildungskosten

Selbst getragene Kosten einer beruflich veranlassten Weiterbildung können unter den steuerlichen Voraussetzungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden.

Dazu gehören möglicherweise Lehrgangsgebühren, Lernmaterialien und weitere beruflich veranlasste Ausgaben.

Erhaltene steuerfreie Zuschüsse und Kostenerstattungen sind dabei entsprechend zu berücksichtigen. Eine doppelte steuerliche Entlastung derselben Kosten ist nicht möglich.

Häufige Fragen zum Bildungskredit

Wie hoch ist der Bildungskredit 2026?

Innerhalb eines geförderten Ausbildungsabschnitts können bis zu 7.200 Euro ausgezahlt werden. Die Auszahlung erfolgt grundsätzlich in monatlichen Beträgen von 100, 200 oder 300 Euro über maximal 24 Monate. Ein Teilbetrag von bis zu 3.600 Euro kann unter den Voraussetzungen des Programms vorab ausgezahlt werden.

Ist der Bildungskredit einkommensabhängig?

Nein. Das Einkommen und Vermögen der Antragsteller sowie das Einkommen ihrer Eltern spielen für die Bewilligung grundsätzlich keine Rolle.

Kann ich den Bildungskredit mit 40 Jahren beantragen?

Nein. Das Bildungskreditprogramm sieht eine Altersgrenze vor. Bei der Antragstellung müssen die Antragsteller zwischen 18 und 35 Jahre alt sein.

Kann ich den Bildungskredit für einen Wirtschaftsfachwirt nutzen?

Eine reguläre berufliche Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt fällt nicht automatisch unter das Bildungskreditprogramm. Für geeignete IHK-Aufstiegsfortbildungen ist normalerweise das Aufstiegs-BAföG die passendere Förderung.

Kann ich den Bildungskredit neben BAföG erhalten?

Ja. Der Bildungskredit kann grundsätzlich zusätzlich zu BAföG-Leistungen genutzt werden, sofern seine eigenen Fördervoraussetzungen erfüllt sind.

Ist der Bildungskredit zinsfrei?

Nein. Der Kredit wird variabel verzinst. Die Zinsen werden während der Auszahlungs- und Karenzphase aufgeschoben und müssen später mit dem Darlehen zurückgezahlt werden.

Wann beginnt die Rückzahlung?

Grundsätzlich vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Die monatliche Rückzahlungsrate beträgt regelmäßig 120 Euro einschließlich Zins und Tilgung.

Kann ich den Kredit vorzeitig zurückzahlen?

Ja. Eine vollständige oder teilweise vorzeitige Rückzahlung ist ohne zusätzliche Sondertilgungsgebühren möglich.

Ist ein berufsbegleitender Fernlehrgang förderfähig?

Eine reine berufsbegleitende Teilzeitweiterbildung ist über den staatlichen Bildungskredit nicht automatisch förderfähig. Entscheidend sind die Anforderungen an Ausbildung, Ausbildungsstätte und Ausbildungsform. Für geeignete Aufstiegsfortbildungen kann das Aufstiegs-BAföG eine Alternative sein.

Fazit: Bildungskredit gezielt einsetzen und Alternativen prüfen

Der staatliche Bildungskredit kann eine sinnvolle Ergänzung zur Finanzierung einer fortgeschrittenen schulischen Ausbildung oder eines Studiums sein.

Mit bis zu 7.200 Euro und einer aufgeschobenen Rückzahlung bietet er finanzielle Flexibilität. Gleichzeitig sollten die variablen Zinsen und die späteren monatlichen Belastungen berücksichtigt werden.

Für klassische berufliche Fachwirt-Fortbildungen ist der Bildungskredit jedoch normalerweise nicht die passende staatliche Förderung.

Wer einen Wirtschaftsfachwirt, Handelsfachwirt oder einen anderen anerkannten Fachwirt-Abschluss anstrebt, sollte zuerst die Fördermöglichkeiten des Aufstiegs-BAföG und gegebenenfalls eines Weiterbildungsstipendiums prüfen.

Damit lässt sich häufig ein Teil der Weiterbildungskosten durch Zuschüsse abdecken, statt die gesamte Finanzierung über einen rückzahlungspflichtigen Kredit zu organisieren.

Weitere Informationen zu geeigneten Abschlüssen bietet unser Ratgeber Weiterbildung finden.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen

Redaktioneller Stand: 12. Oktober 2026. Der Artikel dient der allgemeinen Information. Die verbindlichen Voraussetzungen und Konditionen ergeben sich aus dem individuellen Bewilligungsbescheid, dem Kreditvertrag und den aktuellen Förderbestimmungen.