Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenlicht, Wärmepumpen nutzen Umweltwärme und Solarthermieanlagen unterstützen die Wärmeversorgung von Gebäuden. Gleichzeitig gewinnen Biomasse, Geothermie und die Nutzung von Wasserstoff in verschiedenen Bereichen der Energiewirtschaft an Bedeutung. Wer diese Technologien verstehen und beruflich mit ihnen arbeiten möchte, kann sich mit einer Weiterbildung zur Fachkraft für erneuerbare Energien gezielt qualifizieren.
Die Energiewende betrifft längst nicht nur Energieversorgungsunternehmen. Auch Handwerksbetriebe, Planungsbüros, Industrieunternehmen und Gebäudeverantwortliche beschäftigen sich mit regenerativen Energiesystemen. Gefragt sind Fachkräfte, die technische Möglichkeiten verstehen, verschiedene Technologien vergleichen und ihre wirtschaftlichen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen einschätzen können.
Die Fernschulen ILS, SGD und Fernakademie bieten entsprechende berufsbegleitende Lehrgänge mit einer Regelstudiendauer von 18 Monaten an. Alle drei vermitteln Grundlagen der Energietechnik sowie Kenntnisse zu Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie, Biomasse und Wasserstofftechnik.
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen erhalten Teilnehmer ein Abschlusszeugnis der jeweiligen Fernschule. Die Weiterbildung ist eine fachliche Zusatzqualifikation und ersetzt weder eine anerkannte technische Berufsausbildung noch gesetzlich erforderliche Befähigungen für bestimmte Installationsarbeiten.
Dieser Ratgeber erklärt Aufgaben, Voraussetzungen, Lerninhalte, Dauer, Kosten, Abschluss und berufliche Perspektiven. Außerdem vergleichen wir die Angebote von ILS, SGD und Fernakademie und zeigen, für wen sich der Lehrgang besonders eignet.
Was ist eine Fachkraft für erneuerbare Energien?
Eine Fachkraft für erneuerbare Energien verfügt über Kenntnisse zu Technologien, mit denen Energie aus regenerativen Quellen gewonnen oder für Gebäude und betriebliche Prozesse nutzbar gemacht werden kann.
Zu diesen Technologien gehören beispielsweise Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie und Biomasseanlagen. Auch Wasserstoff und Brennstoffzellen zählen zu den behandelten Themen.
Im beruflichen Alltag können entsprechende Kenntnisse bei der technischen Beratung, Planungsvorbereitung, Projektunterstützung oder beim Vertrieb regenerativer Energiesysteme hilfreich sein.
Welche konkreten Aufgaben eine Person übernehmen darf, hängt zusätzlich von ihrer ursprünglichen Ausbildung, ihrer Berufserfahrung und den gesetzlichen Anforderungen an die jeweilige Tätigkeit ab.
Welche Aufgaben übernimmt eine Fachkraft für erneuerbare Energien?
Die möglichen Tätigkeiten sind breit gefächert und unterscheiden sich je nach beruflicher Grundqualifikation.
- Technische Möglichkeiten regenerativer Energiesysteme erläutern
- Unterschiedliche Energiegewinnungstechnologien vergleichen
- Technische Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten einschätzen
- Bei der Auswahl geeigneter Anlagen unterstützen
- Erzeugungs- und Verbrauchsdaten auswerten
- Bei der Vorbereitung von Photovoltaik- und Wärmeprojekten mitarbeiten
- Grundlagen der Wirtschaftlichkeit beurteilen
- Rechtliche und förderbezogene Rahmenbedingungen recherchieren
- Kunden über technische Varianten informieren
- Mit Fachplanern und ausführenden Betrieben zusammenarbeiten
- Projektdokumentationen und technische Informationen aufbereiten
- Bestehende technische Kenntnisse auf weitere regenerative Energietechnologien übertragen
Der Lehrgang vermittelt dabei zunächst theoretische und anwendungsbezogene Kenntnisse. Er führt nicht automatisch zu einer handwerksrechtlichen Berechtigung für sämtliche Montage-, Anschluss- oder Inbetriebnahmearbeiten.
Für wen eignet sich die Weiterbildung?
Elektroniker und elektrotechnische Fachkräfte
Für Fachkräfte aus der Elektrotechnik kann die Weiterbildung eine Möglichkeit sein, vorhandene Kenntnisse um Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie und weitere Energietechnologien zu ergänzen.
Anlagenmechaniker SHK und Heizungsbauer
Beschäftigte aus der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik können ihr Wissen über Wärmepumpen und Solarthermie um Grundlagen der Photovoltaik, Wasserstofftechnik und Energiewirtschaft erweitern.
Techniker und Meister
Technisch qualifizierte Fachkräfte mit Verantwortung für Planung, Organisation oder betriebliche Projekte können von einem breiteren Verständnis verschiedener regenerativer Energiesysteme profitieren.
Dachdecker und andere Bauhandwerker
Insbesondere bei Gebäuden bestehen Schnittstellen zwischen Dach, Elektrik, Heizung und Energieversorgung. Kenntnisse zu Solartechnik und weiteren regenerativen Technologien können die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken erleichtern.
Architekten und Ingenieure
Die Weiterbildung kann dazu beitragen, den Überblick über unterschiedliche technische Lösungen zu erweitern. Sie ersetzt jedoch keine gegebenenfalls erforderlichen planerischen Nachweise oder besonderen Qualifikationen.
Vertrieb und technische Beratung
Auch Beschäftigte im Vertrieb von Energie-, Bau- und Gebäudetechnik können von Fachkenntnissen profitieren, beispielsweise bei der verständlichen Erklärung technischer Eigenschaften und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Welche Teilnahmevoraussetzungen gelten?
Die Anforderungen unterscheiden sich zwischen den drei Fernschulen.
| Anbieter | Teilnahmevoraussetzungen |
|---|---|
| ILS | Abgeschlossene Ausbildung in Elektrotechnik, Versorgungstechnik oder Bau- und Ausbaugewerken beziehungsweise Berufserfahrung in diesen Bereichen |
| SGD | Mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung oder abgeschlossene akademische Ausbildung |
| Fernakademie | Abgeschlossene Ausbildung in Elektrotechnik, Versorgungstechnik oder Bau- und Ausbaugewerken beziehungsweise entsprechende Berufserfahrung |
Die SGD formuliert ihre formalen Voraussetzungen damit breiter als ILS und Fernakademie.
Unabhängig von der formalen Zulassung sind technisches Verständnis, mathematische Grundkenntnisse und Interesse an physikalischen Zusammenhängen hilfreich.
Wer bisher nicht im technischen Bereich tätig war, sollte vor der Anmeldung klären, ob der Lehrgang zum eigenen Wissensstand und zum geplanten Berufsziel passt.
Welche Inhalte vermittelt die Weiterbildung Fachkraft für erneuerbare Energien?
Alle drei Fernlehrgänge vermitteln zunächst energietechnische Grundlagen und behandeln anschließend verschiedene Technologien zur Nutzung regenerativer Energie.
1. Grundlagen der Energietechnik
Die Teilnehmer beschäftigen sich mit wichtigen physikalischen und technischen Grundlagen, die zum Verständnis regenerativer Energiesysteme erforderlich sind.
- Physikalische und chemische Grundlagen
- Wärmetechnik
- Heizungstechnik
- Elektrotechnische Grundlagen
- Regelungs- und Steuerungstechnik
- Wirkungsgrade und Energieumwandlung
Ein wichtiger Unterschied ist beispielsweise die Unterscheidung zwischen Energie und Leistung. Während Energie häufig in Kilowattstunden gemessen wird, beschreibt die Leistung den momentanen Energieumsatz und wird beispielsweise in Kilowatt angegeben.
2. Photovoltaik: Strom aus Sonnenlicht
Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht mithilfe von Solarzellen direkt in elektrische Energie um.
Der Lehrgang behandelt unter anderem:
- Funktionsprinzip von Solarzellen
- Aufbau von Solarmodulen
- Wesentliche Bestandteile einer Photovoltaikanlage
- Wechselrichter und elektrische Energieumwandlung
- Grundlagen der Anlagenplanung
- Verschattung und Ausrichtung
- Montage- und Inbetriebnahmeanforderungen
- Wirtschaftliche Betrachtung von Photovoltaikanlagen
Die Kenntnis der technischen Abläufe ist wichtig, bedeutet aber nicht automatisch, dass Absolventen elektrische Anschlussarbeiten selbst ausführen dürfen.
3. Solarthermie: Wärme aus Sonnenenergie
Solarthermieanlagen nutzen Sonnenstrahlung, um Wärme bereitzustellen.
Die erzeugte Wärme kann beispielsweise der Trinkwassererwärmung oder der Heizungsunterstützung dienen.
Die Teilnehmer beschäftigen sich mit:
- Funktionsweise solarthermischer Anlagen
- Flach- und Röhrenkollektoren
- Solarstationen und Pumpen
- Wärmeträgerflüssigkeiten
- Wärmespeichern
- Regelung und Anlagenhydraulik
- Grundlagen der Dimensionierung
- Betrieb und Wirtschaftlichkeit
4. Anlagenhydraulik und Wärmespeicherung
Eine Solarthermieanlage oder Wärmepumpe muss mit dem jeweiligen Wärmeversorgungssystem zusammenarbeiten.
Dafür sind Kenntnisse über hydraulische Kreisläufe, Wärmeübertrager, Pumpen, Speicher und Regelungstechnik wichtig.
Die Weiterbildung vermittelt die grundlegenden Zusammenhänge.
5. Wärmepumpen
Wärmepumpen nutzen Umweltwärme, beispielsweise aus Luft, Erdreich oder Wasser. Mithilfe zusätzlicher Antriebsenergie wird die Wärme auf ein für die Heizung geeignetes Temperaturniveau gebracht.
Im Lehrgang werden insbesondere folgende Themen behandelt:
- Thermodynamische Grundlagen
- Funktionsweise des Wärmepumpenprozesses
- Unterschiedliche Wärmepumpenarten
- Wärmequellen und deren Eigenschaften
- Einbindung in Heizungsanlagen
- Warmwasserbereitung
- Grundlagen des wirtschaftlichen Betriebs
Für die praktische Planung sind außerdem Faktoren wie Gebäudewärmebedarf, benötigte Vorlauftemperatur und geeignete Wärmeverteilung zu berücksichtigen.
6. Geothermie
Die Geothermie nutzt Wärme aus dem Erdreich.
Sie kann unter anderem in Verbindung mit Wärmepumpen zur Gebäudeheizung verwendet werden.
Die Teilnehmer lernen verschiedene Verfahren und technische Grundlagen kennen, beispielsweise:
- Erdwärmesonden
- Erdwärmekollektoren
- Geowissenschaftliche Grundlagen
- Technische Möglichkeiten der Erdwärmenutzung
- Planungs- und Genehmigungsfragen
Für Bohrungen oder wasserrechtlich relevante Anlagen können besondere Genehmigungen und fachliche Anforderungen gelten.
7. Biomasse und Biogas
Biomasse kann zur Erzeugung von Wärme, Strom oder gasförmigen Energieträgern genutzt werden.
Zum Lernstoff gehören:
- Grundlagen der Biomassenutzung
- Unterschiedliche Brennstoffarten
- Verbrennungstechnische Grundlagen
- Biogas und biogene Energieträger
- Technische Nutzungsmöglichkeiten
- Wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge
Wie nachhaltig die Nutzung von Biomasse ist, hängt unter anderem von Herkunft, Bereitstellung, Emissionen und der jeweiligen Nutzung ab.
8. Wasserstoff und Brennstoffzellen
Wasserstoff kann als Energieträger beziehungsweise Speichermedium verwendet werden.
Die Teilnehmer lernen grundlegende Zusammenhänge zur Wasserstofferzeugung und zu Brennstoffzellen kennen.
- Grundlagen der Elektrolyse
- Energetische Eigenschaften von Wasserstoff
- Funktionsweise von Brennstoffzellen
- Möglichkeiten der Wasserstoffnutzung
- Technische und wirtschaftliche Grenzen
Wasserstoff ist keine Energiequelle, die ohne weiteren Energieeinsatz verfügbar ist. Seine Herstellung benötigt Energie. Deshalb kommt es für die ökologische Bewertung wesentlich auf den Herstellungsweg an.
9. Regelungs- und Steuerungstechnik
Regenerative Energiesysteme müssen auf unterschiedliche Betriebsbedingungen reagieren.
Regelungen und Steuerungen sorgen beispielsweise dafür, dass Pumpen, Speicher und Wärmeerzeuger passend zusammenarbeiten.
Der Fernlehrgang vermittelt die technischen Grundlagen solcher Prozesse.
10. Rechtliche Grundlagen
Bei Planung, Installation und Betrieb regenerativer Energiesysteme sind unterschiedliche Vorschriften zu berücksichtigen.
Relevant sein können unter anderem:
- Energierechtliche Vorschriften
- Netzanschlussbedingungen
- Technische Anschlussregeln
- Baurecht und Genehmigungen
- Vorschriften für Heizungsanlagen
- Förderbedingungen
- Anforderungen an Sicherheit und Fachkunde
Welche Regelungen konkret gelten, hängt von Technologie, Standort, Anlage und Art der durchzuführenden Arbeiten ab.
11. Förderung und Finanzierung
Bei Investitionen in erneuerbare Energien spielen neben technischen Fragen auch Anschaffungs- und Betriebskosten eine wichtige Rolle.
Die Teilnehmer lernen, Fördermöglichkeiten zu recherchieren und grundlegende wirtschaftliche Überlegungen in die Bewertung einzubeziehen.
Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Deshalb sind für konkrete Projekte immer die aktuellen offiziellen Förderbedingungen maßgeblich.
12. Marketing und technische Kundenberatung
Wer im Vertrieb oder in der Beratung arbeitet, muss unterschiedliche technische Möglichkeiten verständlich darstellen können.
Der Lehrgang vermittelt daher auch Grundlagen zur Kundengewinnung und zur wirtschaftlichen Einordnung regenerativer Energiesysteme.
Eine sachgerechte Beratung berücksichtigt technische Grenzen und den individuellen Bedarf des Kunden.
Photovoltaik und Solarthermie: Was ist der Unterschied?
Beide Technologien nutzen Sonnenenergie. Sie erzeugen jedoch unterschiedliche Energieformen.
| Photovoltaik | Solarthermie |
|---|---|
| Erzeugt elektrische Energie | Erzeugt nutzbare Wärme |
| Solarzellen und Wechselrichter | Kollektoren, Wärmeträger und Wärmespeicher |
| Strom für Haushalt, Betrieb oder Wärmepumpe | Wärme für Warmwasser und gegebenenfalls Heizungsunterstützung |
| Stromspeicher kann ergänzen | Wärmespeicher ist häufig Bestandteil des Systems |
Welche Technologie sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Gebäudetechnik und dem tatsächlichen Energiebedarf ab.
Auch eine Kombination beider Technologien kann technisch möglich sein.
Welche Rolle spielen Batteriespeicher und Energiemanagement?
Ein Batteriespeicher kann selbst erzeugten Solarstrom zeitlich verschoben nutzbar machen.
Ein Energiemanagementsystem kann helfen, Stromerzeugung und -verbrauch besser aufeinander abzustimmen.
Beispiele sind:
- Berücksichtigung von Photovoltaikerzeugung
- Steuerung geeigneter elektrischer Verbraucher
- Auswertung von Lastprofilen
- Optimierung des Eigenverbrauchs
- Einbindung von Batteriespeichern
- Zusammenarbeit mit Wärmepumpen oder Ladeeinrichtungen
Ob ein solches System wirtschaftlich ist, hängt unter anderem von Investitionskosten, Verbrauchsstruktur, Strompreisen und technischen Möglichkeiten ab.
Wer speziell die betriebliche Energieverbrauchsanalyse und das Energiemanagement nach ISO 50001 vertiefen möchte, findet zusätzliche Informationen in unserem Beitrag Energiemanager: Weiterbildung, Fernstudium und Karriere.
Darf man mit dem Fernschulzeugnis Photovoltaikanlagen installieren?
Das Abschlusszeugnis „Fachkraft für erneuerbare Energien“ berechtigt nicht automatisch zur selbstständigen Ausführung sämtlicher Installations- und Anschlussarbeiten.
Bei der Installation einer Photovoltaikanlage sind verschiedene Tätigkeiten zu unterscheiden. Dazu können mechanische Montage, elektrotechnische Arbeiten, Arbeiten an der bestehenden Gebäudeinstallation sowie die Inbetriebnahme gehören.
Für Arbeiten an elektrischen Anlagen sind unter anderem die gesetzlichen Anforderungen der Niederspannungsanschlussverordnung und die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
Nach § 13 NAV dürfen die dort erfassten Arbeiten grundsätzlich nur durch den Netzbetreiber oder ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden, wobei bestimmte Instandhaltungsarbeiten gesondert geregelt sind.
Das bedeutet: Ein Fernlehrgang kann theoretisches Fachwissen vermitteln, ersetzt aber weder die notwendige elektrotechnische Qualifikation noch die gegebenenfalls erforderliche Eintragung eines Installationsunternehmens.
Für Arbeiten an Wärmepumpen, Kältekreisen oder anderen technischen Anlagen können ebenfalls besondere Fachkunde-, Sicherheits- und handwerksrechtliche Anforderungen gelten.
Welche Rolle spielen technische Normen und Fachkunde?
Regenerative Energiesysteme müssen sicher, funktionsfähig und entsprechend den geltenden Anforderungen errichtet werden.
Technische Normen, Herstellervorgaben und gesetzliche Regelungen sind deshalb für Planung und Ausführung wichtig.
Wer eine Anlage installiert oder in Betrieb nimmt, muss über die erforderliche Qualifikation und gegebenenfalls besondere Befugnisse verfügen.
Der Fernlehrgang eignet sich daher insbesondere als Ergänzung zu einer bereits vorhandenen technischen Berufsausbildung.
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Fachkraft für erneuerbare Energien?
Alle drei Anbieter nennen eine Regelstudienzeit von 18 Monaten.
| Anbieter | Regelstudiendauer | Lernaufwand | Kostenlose Verlängerung |
|---|---|---|---|
| ILS | 18 Monate | ca. 5 Std./Woche | 9 Monate |
| SGD | 18 Monate | ca. 5–6 Std./Woche | bis insgesamt 27 Monate |
| Fernakademie | 18 Monate | ca. 5–6 Std./Woche | 9 Monate |
Der Studienbeginn ist bei allen drei Fernschulen grundsätzlich jederzeit möglich.
Der tatsächliche Lernaufwand hängt von den vorhandenen technischen Kenntnissen und der individuellen Lerngeschwindigkeit ab.
Welche Studienmaterialien werden verwendet?
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Studienhefte | 23 | 23 | 23 |
| Einsendeaufgaben | Ja | Ja | Ja |
| Digitale Lernplattform | Ja | Ja | Ja |
| Persönliche Lernbetreuung | Ja | Ja | Ja |
| Digitales Studienmaterial | Ja | Ja | Ja |
| KI-Lernbegleitung KILEA | Ja | Ja | Nicht ausdrücklich für diesen Kurs bestätigt |
ILS und Fernakademie bieten ihre Studienhefte sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form an.
Die SGD stellt einen OnlineCampus mit digitalen Lernangeboten und persönlicher Studienbetreuung zur Verfügung.
Welchen Abschluss erhält man?
Bei allen drei Anbietern führt die erfolgreiche Bearbeitung des Fernlehrgangs zu einem institutseigenen Abschlusszeugnis.
ILS: Fachkraft für erneuerbare Energien (ILS)
Das ILS vergibt nach erfolgreichem Abschluss das ILS-Zeugnis „Fachkraft für erneuerbare Energien (ILS)“.
Auf Wunsch kann der Nachweis auch in englischer Sprache als ILS-Certificate ausgestellt werden.
SGD: Fachkraft für erneuerbare Energien (SGD)
Die SGD stellt nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen das SGD-Abschlusszeugnis aus.
Auch hier ist auf Wunsch eine englischsprachige Fassung möglich.
Fernakademie: Fachkraft für erneuerbare Energien (Fernakademie)
Die Fernakademie vergibt nach erfolgreicher Bearbeitung aller Einsendeaufgaben ihr Abschlusszeugnis.
Eine englischsprachige Certificate-Fassung kann auf Wunsch ausgestellt werden.
Wichtig: Eine englischsprachige Certificate-Fassung ist nicht mit einer gesonderten Zertifikatsprüfung oder einem IHK-Abschluss gleichzusetzen.
Ist Fachkraft für erneuerbare Energien ein staatlich anerkannter Abschluss?
Die drei untersuchten Fernlehrgänge verfügen über eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).
Eine solche Zulassung betrifft den Fernlehrgang selbst. Sie bedeutet nicht, dass das institutseigene Zeugnis einem bundesrechtlich geregelten Berufsabschluss gleichgestellt ist.
Die hier angebotene Weiterbildung ist daher nicht mit einer anerkannten elektrotechnischen Berufsausbildung, einem staatlich geprüften Technikerabschluss oder einer öffentlich-rechtlichen IHK-Fortbildungsprüfung gleichzusetzen.
Auch die allgemeine Bezeichnung „Fachkraft für erneuerbare Energien“ steht bei diesen Angeboten für die jeweilige Fernschulqualifikation.
Fachkraft für erneuerbare Energien: ILS, SGD und Fernakademie im Vergleich
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Kursbezeichnung | Fachkraft für erneuerbare Energien (ILS) | Fachkraft für erneuerbare Energien (SGD) | Fachkraft für erneuerbare Energien (Fernakademie) |
| Regeldauer | 18 Monate | 18 Monate | 18 Monate |
| Wochenstunden | ca. 5 | ca. 5–6 | ca. 5–6 |
| Studienhefte | 23 | 23 | 23 |
| Kostenlose Verlängerung | 9 Monate | 9 Monate | 9 Monate |
| Abschlusszeugnis | Ja | Ja | Ja |
| Zusätzliches Institutszertifikat nach Prüfung | Nicht ausgewiesen | Nicht ausgewiesen | Nicht ausgewiesen |
| IHK-Abschluss | Nein | Nein | Nein |
| ZFU-Zulassungsnummer | 7511425 | 7530525 | 7249612 |
Stand der Anbieterprüfung: Oktober 2026. Verbindlich sind die jeweils aktuellen Informationen und Studienbedingungen der Fernschulen.
ILS: Fachkraft für erneuerbare Energien
Das ILS bietet den Lehrgang mit 18 Monaten Regelstudienzeit und ungefähr fünf Stunden Lernaufwand pro Woche an.
Die kostenlose Verlängerung beträgt neun Monate.
Die Studienmaterialien umfassen 23 Studienhefte. Thematisch werden die Grundlagen der Energietechnik sowie Photovoltaik, Solarthermie, Wasserstoff, Brennstoffzellen, Biomasse, Wärmepumpen und Geothermie behandelt.
Ergänzend vermittelt der Lehrgang Kenntnisse zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Förderprogrammen und wirtschaftlichen Fragen.
Teilnehmer erhalten Zugang zum ILS-Online-Studienzentrum und werden durch Fernlehrer betreut. Außerdem steht die KI-Lernbegleitung KILEA zur Verfügung.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmer das ILS-Abschlusszeugnis.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 7511425.
SGD: Fachkraft für erneuerbare Energien
Die Studiengemeinschaft Darmstadt bietet einen ebenfalls 18-monatigen Fernlehrgang mit ungefähr fünf bis sechs Stunden wöchentlichem Lernaufwand an.
Die kostenlose Verlängerung ist bis zu einer Gesamtlaufzeit von 27 Monaten möglich.
Die Teilnehmer erhalten 23 Studienhefte und Zugang zum SGD-OnlineCampus.
Der Lehrgang behandelt die wesentlichen Technologien der regenerativen Energiegewinnung sowie Grundlagen der Elektro- und Wärmetechnik, Anlagenhydraulik, Steuerungs- und Regelungstechnik und wirtschaftliche Aspekte.
Eine Besonderheit betrifft die breiter formulierten formalen Teilnahmevoraussetzungen: Die SGD nennt eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung oder eine abgeschlossene akademische Ausbildung.
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen erhalten Teilnehmer das SGD-Abschlusszeugnis.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 7530525.
Fernakademie: Fachkraft für erneuerbare Energien
Die Fernakademie für Erwachsenenbildung bietet den Lehrgang ebenfalls mit einer Regelstudiendauer von 18 Monaten an.
Der empfohlene Lernaufwand beträgt ungefähr fünf bis sechs Stunden pro Woche. Eine kostenlose Verlängerung um neun Monate ist möglich.
Die Studienmaterialien umfassen 23 Studienhefte, die sowohl digital als auch gedruckt genutzt werden können.
Inhaltlich behandelt der Kurs Photovoltaik, Solarthermie, Wasserstoff, Brennstoffzellen, Wärmepumpen, Biomasse und Geothermie. Hinzu kommen technische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten.
Die Fernakademie bietet ein Online-Studienzentrum, persönliche Lernbetreuung sowie ergänzende digitale Lernangebote.
Nach erfolgreich bearbeiteten Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer das Abschlusszeugnis „Fachkraft für erneuerbare Energien (Fernakademie)“.
Der Lehrgang ist unter der ZFU-Zulassungsnummer 7249612 zugelassen.
Was kostet die Weiterbildung Fachkraft für erneuerbare Energien?
Die Studiengebühren unterscheiden sich nach Anbieter und aktuellem Vertragsangebot.
Für einen fairen Vergleich sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Monatliche Studiengebühren
- Gesamtkosten über 18 Monate
- Gedruckte und digitale Studienmaterialien
- Persönliche Betreuung durch Fernlehrer
- Zusätzliche Lernangebote und Webinare
- Vertragsbedingungen und Kündigungsmöglichkeiten
- Kostenlose Verlängerungsmöglichkeiten
- Mögliche Förderungen und Kostenübernahmen
Da sich die aktuellen Studiengebühren nicht bei allen Anbietern unmittelbar und zuverlässig öffentlich vergleichen lassen, nennen wir hier keine ungeprüften Festpreise.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bildungsgutschein
Eine Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann bei erfüllten persönlichen Voraussetzungen und einer entsprechend zugelassenen Kursvariante möglich sein.
Die ZFU-Zulassung eines Fernlehrgangs allein bedeutet nicht automatisch, dass dieser über einen Bildungsgutschein gefördert werden kann.
Die Förderfähigkeit des konkreten Angebots sollte deshalb vor der Anmeldung bestätigt werden.
Kostenübernahme durch den Arbeitgeber
Wenn die Weiterbildung für vorhandene oder geplante betriebliche Aufgaben relevant ist, kommt möglicherweise eine vollständige oder teilweise Kostenübernahme durch den Arbeitgeber infrage.
Steuerliche Berücksichtigung
Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können unter den geltenden gesetzlichen Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden.
Aufstiegs-BAföG
Die hier beschriebenen Fernlehrgänge führen zu institutseigenen Abschlusszeugnissen. Sie sind nicht automatisch förderfähige Aufstiegsfortbildungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
Welche Karrierechancen bietet die Weiterbildung?
Kenntnisse über erneuerbare Energien können in unterschiedlichen Branchen eingesetzt werden.
Mögliche Tätigkeitsfelder sind:
- Elektrotechnische Betriebe
- Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Solartechnik und Photovoltaik
- Gebäudetechnik
- Technischer Vertrieb
- Energieversorgungsunternehmen
- Planungs- und Ingenieurbüros
- Technische Projektunterstützung
- Facility Management
- Unternehmen der Energie- und Umwelttechnik
Die beruflichen Möglichkeiten hängen stark von der ursprünglichen Ausbildung und vorhandenen Berufserfahrung ab.
Ein Elektroniker kann beispielsweise andere technische Aufgaben übernehmen als ein kaufmännischer Mitarbeiter im Vertrieb regenerativer Energiesysteme.
Welches Gehalt verdient eine Fachkraft für erneuerbare Energien?
Für das Fernschulzeugnis „Fachkraft für erneuerbare Energien“ existiert kein einheitlich festgelegtes Berufsgehalt.
Das Einkommen richtet sich insbesondere nach:
- Beruflicher Grundqualifikation
- Praktischer Berufserfahrung
- Branche und Unternehmensgröße
- Region
- Technischer Spezialisierung
- Verantwortung für Projekte
- Kunden- und Vertriebsverantwortung
- Führungsaufgaben
Das Fernschulzeugnis kann eine vorhandene Qualifikation ergänzen. Es garantiert jedoch keine bestimmte Position oder Gehaltserhöhung.
Fachkraft für erneuerbare Energien oder Energiemanager?
Beide Weiterbildungen beschäftigen sich mit Energie. Die Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch deutlich.
| Fachkraft für erneuerbare Energien | Energiemanager |
|---|---|
| Technologien der regenerativen Energiegewinnung | Systematische Analyse und Steuerung des Energieeinsatzes |
| Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen und Geothermie | Energiekennzahlen, Verbrauchsanalyse und Lastmanagement |
| Technische Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten | Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 |
| Ergänzung technischer oder vertrieblicher Fachkenntnisse | Technisch-kaufmännische Optimierung von Energieverbräuchen |
Wer sich insbesondere für regenerative Energietechnologien interessiert, sollte den Lehrgang „Fachkraft für erneuerbare Energien“ prüfen.
Wer dagegen Energieverbräuche systematisch untersuchen und Energiemanagementsysteme betreuen möchte, findet im Energiemanager-Fernstudium eine andere fachliche Ausrichtung.
Fachkraft für erneuerbare Energien oder Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Die Weiterbildung zum Umwelt- und Klimaschutzmanager beschäftigt sich stärker mit betrieblichen Umweltaspekten, Umweltrecht, Emissionen und Umweltmanagementsystemen.
Die Fachkraft für erneuerbare Energien konzentriert sich dagegen stärker auf technische Grundlagen und die verschiedenen Möglichkeiten regenerativer Energiegewinnung.
Wer vor allem ISO 14001, EMAS und betriebliche Umweltmanagementprozesse kennenlernen möchte, kann den Beitrag Umwelt- und Klimaschutzmanager: Weiterbildung und Fernstudium lesen.
Praxisbeispiel: Photovoltaik und Wärmepumpe in einem Gebäude
Ein Unternehmen möchte seine Wärmeversorgung modernisieren und gleichzeitig mehr Strom selbst erzeugen.
Geplant sind eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine elektrische Wärmepumpe.
Schritt 1: Energiebedarf feststellen
Zunächst werden Stromverbrauch und Wärmebedarf des Gebäudes untersucht.
Schritt 2: Photovoltaikpotenzial prüfen
Es wird betrachtet, welche Dachflächen geeignet sind und welche Stromerträge unter Berücksichtigung von Ausrichtung und Verschattung zu erwarten sind.
Schritt 3: Wärmepumpeneinsatz beurteilen
Für die Wärmepumpe sind unter anderem Gebäudeheizlast, Wärmeverteilung und erforderliche Vorlauftemperaturen relevant.
Schritt 4: Zeitliche Zusammenhänge analysieren
Die Photovoltaikanlage produziert im Sommer häufig mehr Strom, während der Heizwärmebedarf im Winter höher liegt.
Deshalb kann nicht allein aus dem jährlichen PV-Ertrag abgeleitet werden, wie viel Strom die Wärmepumpe tatsächlich direkt aus der Photovoltaikanlage nutzen kann.
Schritt 5: Wirtschaftlichkeit untersuchen
Investitionskosten, Betriebskosten, Strombezug, erwartete Erträge und mögliche Förderungen werden miteinander verglichen.
Schritt 6: Fachplanung und Umsetzung
Die konkrete technische Planung und die Ausführung müssen durch entsprechend qualifizierte Fachunternehmen erfolgen.
Das Beispiel verdeutlicht, warum das Zusammenspiel unterschiedlicher regenerativer Energietechnologien Fachwissen aus mehreren Bereichen benötigt.
Welche Rolle spielen Wirtschaftlichkeit und Amortisation?
Bei Investitionen in erneuerbare Energien müssen technische und wirtschaftliche Überlegungen miteinander verbunden werden.
Eine einfache statische Amortisationsrechnung vergleicht die Investitionskosten mit dem jährlich erwarteten wirtschaftlichen Rückfluss.
Angenommen, eine technische Maßnahme kostet 15.000 Euro und erzielt unter den gewählten Annahmen einen jährlichen Netto-Rückfluss von 1.500 Euro.
Dann beträgt die vereinfachte statische Amortisationsdauer:
15.000 Euro / 1.500 Euro = 10 Jahre.
Bei realen Projekten müssen beispielsweise Wartung, Finanzierung, Energiepreisentwicklung, Ersatzinvestitionen, Nutzungsdauer und steuerliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden.
Eine reine Amortisationsrechnung reicht deshalb nicht immer für eine vollständige Investitionsentscheidung aus.
Welche Rolle spielen digitale Messsysteme?
Moderne regenerative Energiesysteme nutzen teilweise digitale Steuerungs- und Überwachungstechnik.
Damit können beispielsweise Stromerzeugung, Wärmebereitstellung und Betriebszustände erfasst werden.
Geeignete Anwendungen sind:
- Monitoring von Photovoltaikanlagen
- Erfassung des Stromverbrauchs
- Überwachung von Wärmepumpen
- Visualisierung von Speicherständen
- Erkennung auffälliger Anlagenzustände
- Optimierung von Betriebszeiten
Auch die technische Datenanalyse setzt ein Verständnis der zugrunde liegenden Anlagen und Messwerte voraus.
Fachkraft für erneuerbare Energien im Lebenslauf angeben
Nach erfolgreichem Abschluss sollte die genaue erworbene Qualifikation angegeben werden.
Beispiel:
2026 – Fachkraft für erneuerbare Energien (ILS), Fernlehrgang mit Abschlusszeugnis
Für die SGD oder Fernakademie kann die jeweilige Institutsbezeichnung verwendet werden.
Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass durch das Fernschulzeugnis automatisch ein öffentlich-rechtlicher IHK-Abschluss oder eine zusätzliche handwerkliche Berechtigung erworben wurde.
Vorteile und mögliche Nachteile der Weiterbildung
Vorteile
- Berufsbegleitendes Lernen
- Flexibler Studienbeginn
- Breiter Überblick über erneuerbare Energietechnologien
- Grundlagen zu Photovoltaik und Solarthermie
- Wissen über Wärmepumpen und Geothermie
- Einführung in Biomasse, Wasserstoff und Brennstoffzellen
- Technische und wirtschaftliche Grundlagen
- Relativ geringer wöchentlicher Lernaufwand
- Institutseigenes Abschlusszeugnis
Mögliche Nachteile
- 18 Monate Regelstudiendauer
- Keine öffentlich-rechtliche IHK-Fortbildungsprüfung
- Keine zusätzliche Zertifikatsprüfung vorgesehen
- Kein Ersatz für eine anerkannte technische Berufsausbildung
- Keine automatische Installations- oder Anschlussberechtigung
- Praktische berufliche Erfahrung bleibt wichtig
- Technik und rechtliche Rahmenbedingungen verändern sich
- Keine Garantie für eine bestimmte Position oder Vergütung
Checkliste vor der Anmeldung
- Verfügen Sie über eine passende technische Berufsausbildung oder entsprechende Berufserfahrung?
- Falls nicht: Erfüllen Sie die Teilnahmevoraussetzungen der SGD?
- Möchten Sie technisches Grundlagenwissen erwerben oder einen geregelten Berufsabschluss?
- Interessieren Sie sich für mehrere erneuerbare Energietechnologien?
- Können Sie fünf bis sechs Stunden pro Woche lernen?
- Welche Studienmaterialien werden angeboten?
- Wie erfolgt die persönliche Betreuung?
- Welche Möglichkeiten gibt es, das Gelernte praktisch anzuwenden?
- Wie hoch sind die vollständigen Studiengebühren?
- Wie lange kann der Lehrgang kostenlos verlängert werden?
- Kommt eine Förderung oder eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber infrage?
- Benötigen Sie für Ihre geplanten Tätigkeiten zusätzliche Fachkundenachweise?
Häufige Fragen zur Fachkraft für erneuerbare Energien
Was macht eine Fachkraft für erneuerbare Energien?
Sie verfügt über Kenntnisse verschiedener regenerativer Energietechnologien und kann diese abhängig von ihrer bisherigen beruflichen Qualifikation in Beratung, Planungsvorbereitung, Projektunterstützung oder technischen Tätigkeiten einsetzen.
Wie wird man Fachkraft für erneuerbare Energien?
Eine Möglichkeit ist eine technische Berufsausbildung mit entsprechender Zusatzqualifikation. ILS, SGD und Fernakademie bieten dazu berufsbegleitende Fernlehrgänge an.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Bei allen drei untersuchten Anbietern beträgt die Regelstudiendauer 18 Monate.
Wie viel Zeit muss man pro Woche investieren?
Die Anbieter empfehlen ungefähr fünf bis sechs Stunden wöchentlichen Lernaufwand.
Welche Technologien werden behandelt?
Zum Lernstoff gehören Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie, Biomasse, Wasserstoff und Brennstoffzellen.
Welche Voraussetzungen gelten?
ILS und Fernakademie nennen eine technische Ausbildung oder einschlägige Berufserfahrung. Die SGD setzt mindestens eine zweijährige Berufsausbildung oder eine abgeschlossene akademische Ausbildung voraus.
Kann man den Lehrgang ohne technische Ausbildung absolvieren?
Bei der SGD sind die formalen Teilnahmevoraussetzungen breiter formuliert. Dennoch sind technisches Verständnis und ausreichende mathematische Grundlagen für das erfolgreiche Lernen hilfreich.
Welchen Abschluss erhält man?
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen erhalten Teilnehmer ein institutseigenes Abschlusszeugnis von ILS, SGD beziehungsweise Fernakademie.
Gibt es eine zusätzliche Abschlussprüfung?
Eine zusätzliche Zertifikatsprüfung wird für die drei verglichenen Lehrgänge nicht ausgewiesen.
Ist der Lehrgang ein IHK-Abschluss?
Nein. Der Abschluss ist ein Zeugnis der jeweiligen Fernschule und keine öffentlich-rechtliche IHK-Fortbildungsprüfung.
Ist die Weiterbildung staatlich zugelassen?
Ja. Alle drei Fernlehrgänge besitzen eine ZFU-Zulassung. Das ist jedoch nicht mit einem staatlich geregelten Berufsabschluss gleichzusetzen.
Darf man anschließend Photovoltaikanlagen installieren?
Das Fernschulzeugnis allein berechtigt nicht automatisch zur Ausführung sämtlicher Installationsarbeiten. Für bestimmte elektrotechnische Tätigkeiten gelten besondere Anforderungen an Qualifikation und ausführende Unternehmen.
Darf man mit dem Abschluss Wärmepumpen installieren?
Auch hier ersetzt das Abschlusszeugnis keine erforderliche handwerkliche oder besondere technische Fachqualifikation. Welche Arbeiten zulässig sind, hängt von der vorhandenen Qualifikation und dem konkreten Anlagensystem ab.
Was kostet die Weiterbildung?
Die Studiengebühren unterscheiden sich nach Anbieter und Vertragsangebot. Interessenten sollten die vollständigen Gesamtkosten prüfen.
Kann der Kurs gefördert werden?
Fördermöglichkeiten hängen unter anderem von der konkreten Maßnahme und den persönlichen gesetzlichen Voraussetzungen ab. Eine mögliche Kostenübernahme durch den Arbeitgeber kann ebenfalls geprüft werden.
Was verdient eine Fachkraft für erneuerbare Energien?
Es gibt kein einheitliches Berufsgehalt für das Fernschulzeugnis. Das Einkommen hängt hauptsächlich von beruflicher Grundqualifikation, Erfahrung, Branche und Verantwortungsbereich ab.
Ist die Weiterbildung für Elektroniker geeignet?
Ja. Sie kann vorhandene elektrotechnische Kenntnisse um weitere regenerative Energietechnologien ergänzen.
Ist der Lehrgang für Anlagenmechaniker SHK interessant?
Ja. Insbesondere Kenntnisse zu Wärmepumpen, Solarthermie und weiteren Energiesystemen können eine sinnvolle Ergänzung sein.
Was ist der Unterschied zum Energiemanager?
Die Fachkraft für erneuerbare Energien beschäftigt sich vor allem mit regenerativen Energietechnologien. Der Energiemanager konzentriert sich stärker auf die Analyse und Optimierung des betrieblichen Energieeinsatzes.
Was ist der Unterschied zum Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Umwelt- und Klimaschutzmanager befassen sich mit betrieblichen Umweltauswirkungen und Managementsystemen. Die Fachkraft für erneuerbare Energien konzentriert sich stärker auf Technologien zur regenerativen Energiegewinnung.
Fazit: Lohnt sich die Weiterbildung Fachkraft für erneuerbare Energien?
Die Weiterbildung zur Fachkraft für erneuerbare Energien kann eine sinnvolle Zusatzqualifikation für Berufstätige sein, die regenerative Energietechnologien besser verstehen und ihre vorhandenen Kenntnisse erweitern möchten.
Die Fernlehrgänge von ILS, SGD und Fernakademie vermitteln Grundlagen der Energietechnik sowie Fachwissen zu Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie, Biomasse, Wasserstoff und Brennstoffzellen.
Alle drei Anbieter sehen 18 Monate Regelstudiendauer bei ungefähr fünf bis sechs Wochenstunden vor. Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen erhalten Teilnehmer ein institutseigenes Abschlusszeugnis.
Besonders interessant ist der Lehrgang für Beschäftigte aus Elektrotechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Baugewerken sowie technischer Planung und Beratung.
Der Lehrgang ersetzt allerdings keine anerkannte technische Berufsausbildung und verleiht nicht automatisch die Berechtigung zur Durchführung gesetzlich geregelter Installationsarbeiten.
Unsere Empfehlung: Vergleichen Sie ILS, SGD und Fernakademie insbesondere hinsichtlich der Teilnahmevoraussetzungen, Studiengebühren und Lernbetreuung. Wenn Sie bereits in einem technischen Beruf arbeiten, können Sie das erworbene Wissen besonders gut mit vorhandener Berufserfahrung verbinden. Für eine spätere Spezialisierung bieten sich je nach Berufsziel ergänzende Weiterbildungen zum Energiemanager oder Umwelt- und Klimaschutzmanager an.
Quellen und weiterführende Informationen
- ILS: Fachkraft für erneuerbare Energien
- SGD: Fachkraft für erneuerbare Energien
- Fernakademie: Fachkraft für erneuerbare Energien
- § 13 Niederspannungsanschlussverordnung
- Bundesnetzagentur: Informationen zu Netzanschluss und Energieversorgung
- BAFA: Energie und Förderprogramme
- Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht
- Energiemanager: Fernstudium, Aufgaben und Kosten
- Umwelt- und Klimaschutzmanager: Weiterbildung und Fernstudium
- Nachhaltigkeitsmanager: Weiterbildung und Karriere
Stand: Oktober 2026. Kursangebote, Studiengebühren, rechtliche Anforderungen und Fördermöglichkeiten können sich ändern. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Anbieterinformationen und geltenden Vorschriften.
