Wie können Unternehmen ihren Energie- und Ressourcenverbrauch reduzieren, Umweltbelastungen vermeiden und gesetzliche Anforderungen zuverlässig berücksichtigen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Umwelt- und Klimaschutzmanager. Die Weiterbildung zum Geprüften Umwelt- und Klimaschutzmanager vermittelt technische, organisatorische und wirtschaftliche Kenntnisse, um den betrieblichen Umweltschutz systematisch zu verbessern.
Umweltschutz ist für Unternehmen, Behörden und öffentliche Einrichtungen eine wichtige Aufgabe. Neben dem Klimawandel spielen Energieverbrauch, Wasser, Abfall, Gefahrstoffe und die Einhaltung umweltrechtlicher Vorschriften eine wesentliche Rolle. Umwelt- und Klimaschutzmanager helfen dabei, diese Themen zu analysieren und konkrete Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Umweltmanagementsystemen nach DIN EN ISO 14001 und EMAS. Hinzu kommen Grundlagen zum Energiemanagement nach ISO 50001, Umwelt- und Energieaudits sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen.
Die Fernschulen ILS, SGD und Fernakademie bieten entsprechende berufsbegleitende Lehrgänge mit einer Regelstudiendauer von zehn Monaten an. Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen erhalten Teilnehmer ein Abschlusszeugnis. Durch eine zusätzliche Projektarbeit können sie ein institutseigenes Zertifikat als Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in erwerben.
Dieser Ratgeber erklärt Aufgaben, Voraussetzungen, Studieninhalte, Dauer, Kosten, Abschluss und Karrierechancen. Außerdem vergleichen wir die drei Fernlehrgänge und zeigen, wie sich Umwelt- und Klimaschutzmanagement von Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement unterscheidet.
Was ist ein Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Ein Umwelt- und Klimaschutzmanager unterstützt Unternehmen und Organisationen dabei, ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu untersuchen, gesetzliche Anforderungen zu berücksichtigen und die betriebliche Umweltleistung zu verbessern.
Dazu werden Umweltinformationen erhoben, Risiken analysiert und Maßnahmen geplant, die beispielsweise den Energieverbrauch, Emissionen oder den Ressourcenbedarf reduzieren.
Die Tätigkeit verbindet technische, organisatorische und wirtschaftliche Fragestellungen. Ein Unternehmen muss beispielsweise nicht nur wissen, welche technischen Verbesserungen möglich sind, sondern auch deren Kosten, Nutzen und Umsetzbarkeit bewerten.
Umwelt- und Klimaschutzmanager arbeiten deshalb häufig an der Schnittstelle zwischen Geschäftsführung, Produktion, Technik, Einkauf und Verwaltung.
Welche Aufgaben übernimmt ein Umwelt- und Klimaschutzmanager?
- Umweltaspekte betrieblicher Tätigkeiten erfassen
- Umweltbelastungen und Risiken analysieren
- Den Energie- und Ressourcenverbrauch auswerten
- Treibhausgasemissionen erfassen und Maßnahmen zur Reduzierung entwickeln
- Wasserverbrauch und Abwasserströme untersuchen
- Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft unterstützen
- Gefahrstoffbezogene Risiken berücksichtigen
- Umweltrechtliche Verpflichtungen identifizieren
- Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 betreuen
- Die Einführung oder Weiterentwicklung von EMAS begleiten
- Interne Audits vorbereiten und unterstützen
- Umweltziele und Kennzahlen entwickeln
- Verbesserungsmaßnahmen wirtschaftlich bewerten
- Umwelt- und Klimaschutzprojekte koordinieren
- Ergebnisse dokumentieren und der Unternehmensleitung berichten
Welche Aufgaben konkret übernommen werden, hängt von der Branche, Unternehmensgröße und bisherigen fachlichen Qualifikation ab.
Umweltschutz und Klimaschutz: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe hängen eng zusammen, sind aber nicht identisch.
Umweltschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Umwelt. Dazu gehören beispielsweise Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Abfallvermeidung, Bodenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen.
Klimaschutz konzentriert sich insbesondere darauf, den menschengemachten Klimawandel durch die Begrenzung von Treibhausgasemissionen abzuschwächen.
| Umweltschutz | Klimaschutz |
|---|---|
| Saubere Luft und Gewässer | Reduzierung von Treibhausgasemissionen |
| Schutz von Böden und natürlichen Ressourcen | Umstellung auf emissionsärmere Energieversorgung |
| Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft | Verringerung fossiler Energieverbräuche |
| Umweltverträgliche betriebliche Prozesse | Langfristige Reduzierung klimawirksamer Belastungen |
Viele betriebliche Maßnahmen tragen zu beiden Zielen bei. Beispielsweise kann eine effizientere Produktionsanlage sowohl den Energieverbrauch als auch die damit verbundenen Emissionen reduzieren.
Für wen eignet sich die Weiterbildung?
Technische Fachkräfte
Beschäftigte aus Produktion, Instandhaltung, Elektro- und Versorgungstechnik können ihre technischen Kenntnisse um systematisches Umweltmanagement und Wirtschaftlichkeitsberechnungen erweitern.
Kaufmännische Mitarbeiter
Fachkräfte aus Einkauf, Verwaltung und Controlling können lernen, Umweltaspekte wirtschaftlicher Entscheidungen besser zu beurteilen.
Fachwirte und Betriebswirte
Die Weiterbildung kann für Fachwirte mit Aufgaben in Unternehmensorganisation, Einkauf, Produktion oder Projektmanagement eine interessante Spezialisierung sein.
Qualitäts- und Umweltmanagement
Wer bereits mit Prozessbeschreibungen, Audits und Managementsystemen arbeitet, kann seine Kenntnisse gezielt um Umwelt- und Klimaschutzthemen ergänzen.
Öffentliche Verwaltung und Kommunen
Auch Behörden und kommunale Einrichtungen beschäftigen sich mit Energieverbrauch, Ressourcen, Klimaschutzzielen und umweltgerechter Organisation.
Facility Management
Bei der Betreuung von Gebäuden und Anlagen sind Kenntnisse über Energieeffizienz, Wasser, Umweltaspekte und gesetzliche Verpflichtungen hilfreich.
Welche Voraussetzungen gelten für das Fernstudium?
Die untersuchten Fernlehrgänge richten sich überwiegend an Berufstätige mit technischen oder kaufmännischen Vorkenntnissen.
ILS und Fernakademie nennen insbesondere:
- Eine kaufmännische oder gewerblich-technische Berufsausbildung oder
- mindestens drei Jahre entsprechende Berufserfahrung
- sowie Grundkenntnisse zu umweltbezogenen Themen wie Energie, Ressourcen oder Wasser.
Die SGD stellt vergleichbare Anforderungen. Bei technischer Vorbildung sind dort außerdem erste kaufmännische Kenntnisse hilfreich.
Für die Bearbeitung des Lehrgangs sind grundlegendes mathematisches Verständnis, selbstständiges Arbeiten und Interesse an betrieblichen Umweltfragen von Vorteil.
Bei Unklarheiten sollte der Anbieter vor der Anmeldung bestätigen, ob die vorhandenen Voraussetzungen ausreichen.
Welche Inhalte vermittelt die Weiterbildung zum Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Die drei Lehrgänge verbinden Grundlagen des Umweltrechts und des Umweltschutzes mit technischen Managementthemen und betriebswirtschaftlicher Bewertung.
1. Umwelteffekte und Umweltgefährdungen
Die Teilnehmer lernen, welche Auswirkungen menschliche und betriebliche Tätigkeiten auf die Umwelt haben können.
- Belastungen von Luft, Wasser und Boden
- Ressourcenverbrauch
- Umweltgefährdungen
- Ursachen und Folgen von Umweltbelastungen
- Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung
2. Globaler Klimaschutz
In diesem Themenbereich geht es um grundlegende Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie Möglichkeiten zur Begrenzung von Treibhausgasemissionen.
Die Teilnehmer beschäftigen sich mit Klimaschutzzielen und den Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen und Organisationen.
3. Umweltpolitik und Umweltrecht
Umweltschutzmaßnahmen werden durch europäische und nationale Rechtsvorschriften beeinflusst.
Die Weiterbildung vermittelt grundlegende Zusammenhänge der Umweltpolitik und ausgewählte Vorschriften aus dem Umweltrecht.
Da sich die Rechtslage verändert, müssen konkrete betriebliche Pflichten jeweils aktuell geprüft werden.
4. Umwelttechnik
Die Umwelttechnik beschäftigt sich mit Verfahren und Anlagen, die Umweltbelastungen vermeiden oder verringern.
Beispiele sind technische Maßnahmen zur Abgasreinigung, Wasseraufbereitung und ressourcenschonenden Produktion.
5. Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz
Umweltmanagement und Arbeitsschutz können sich überschneiden, etwa beim Umgang mit gefährlichen Stoffen oder bei technischen Betriebsrisiken.
Die Lehrgänge vermitteln dazu grundlegende Kenntnisse.
6. Gefahrstoffmanagement
In zahlreichen Betrieben werden Stoffe verwendet, die besondere Gefahren für Beschäftigte oder Umwelt verursachen können.
Zum Themenfeld gehören der sichere Umgang mit Gefahrstoffen, geeignete Schutzmaßnahmen und relevante betriebliche Anforderungen.
7. Ressourcenmanagement
Unternehmen benötigen Rohstoffe, Energie, Wasser und weitere Ressourcen.
Die Teilnehmer lernen, wie sich der Ressourceneinsatz erfassen und systematisch verbessern lässt.
Das Ziel besteht darin, unnötigen Verbrauch und vermeidbare Umweltbelastungen zu reduzieren.
8. Energiemanagement
Im Energiemanagement werden Energieverbräuche erfasst, analysiert und wirtschaftlich sinnvolle Einsparmöglichkeiten entwickelt.
Die Weiterbildung behandelt Grundlagen der Energieeffizienz sowie die Einbindung energierelevanter Maßnahmen in betriebliche Prozesse.
Wer sich vertieft mit Energieeinkauf, Lastmanagement und technischer Energieoptimierung beschäftigen möchte, sollte unseren Beitrag Energiemanager: Fernstudium, Aufgaben und Kosten lesen.
9. Emissionsmanagement
Unternehmen verursachen abhängig von ihren Tätigkeiten unterschiedliche Emissionen.
Dazu können Treibhausgase und weitere Luftschadstoffe gehören.
Die Teilnehmer lernen grundlegende Methoden kennen, um Emissionen zu erfassen und Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.
10. Wassermanagement
Wasser wird in vielen Unternehmen als Produktionsmittel, Kühlmedium oder für betriebliche Dienstleistungen benötigt.
Das Wassermanagement beschäftigt sich mit Verbrauch, effizienter Nutzung und möglichen Auswirkungen auf Umwelt und Gewässer.
11. Umweltmanagementsysteme
Ein Umweltmanagementsystem legt fest, wie eine Organisation umweltbezogene Ziele, Verantwortlichkeiten und Prozesse systematisch organisiert.
Die Teilnehmer lernen insbesondere die Anforderungen und Grundprinzipien der DIN EN ISO 14001 und von EMAS kennen.
12. Umweltmanagement nach ISO 14001
Die DIN EN ISO 14001 ist eine internationale Norm für Umweltmanagementsysteme.
Sie behandelt unter anderem die Ermittlung relevanter Umweltaspekte, die Festlegung von Umweltzielen, Verantwortlichkeiten, Kontrollen und die kontinuierliche Verbesserung.
13. Umweltmanagement nach EMAS
EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und ist ein europäisches System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung.
Es umfasst Anforderungen an das Umweltmanagement und geht unter anderem durch überprüfte Umweltinformationen und die Registrierung über die allgemeinen Anforderungen eines ISO-14001-Systems hinaus.
14. Energiemanagement nach ISO 50001
Die Norm DIN EN ISO 50001 beschreibt Anforderungen an Energiemanagementsysteme.
Sie soll Organisationen unterstützen, ihre energiebezogene Leistung fortlaufend zu verbessern.
Umwelt- und Energiemanagement können sich ergänzen und in einem Unternehmen miteinander verbunden werden.
15. Umwelt- und Energieaudits
Audits dienen dazu, Informationen und Prozesse systematisch zu überprüfen.
Im Umweltmanagement können beispielsweise festgelegte Verfahren, Umweltziele und Anforderungen eines Managementsystems betrachtet werden.
Ein Energieaudit untersucht dagegen den Energieeinsatz und mögliche Einsparmaßnahmen.
Die jeweils geltenden Anforderungen unterscheiden sich je nach Auditart, Norm und rechtlichem Anlass.
16. Projektmanagement
Viele Verbesserungsmaßnahmen werden als Projekte durchgeführt.
Dabei müssen Ziele definiert, Ressourcen geplant, Termine überwacht und Ergebnisse kontrolliert werden.
Weitere Grundlagen bietet unser Ratgeber zum Projektmanagement (IHK).
17. Kommunikation und Konfliktmanagement
Umweltmaßnahmen können verschiedene Interessen berühren. Beispielsweise müssen wirtschaftliche Anforderungen, Produktionsabläufe und ökologische Ziele miteinander abgestimmt werden.
Die Weiterbildung behandelt deshalb auch Kommunikation und Konfliktmanagement.
18. Wirtschaftlichkeitsberechnungen
Eine Umweltmaßnahme sollte nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch hinsichtlich ihrer Kosten und Auswirkungen bewertet werden.
Die Lehrgänge vermitteln entsprechende Grundlagen der Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung.
19. Projektarbeit
Im Rahmen der Abschlussprüfung bearbeiten die Teilnehmer eine praxisbezogene Aufgabe.
Dabei können sie beispielsweise die Umweltaspekte eines Unternehmens analysieren, Verbesserungspotenziale aufzeigen und konkrete Maßnahmen bewerten.
Nach erfolgreich abgeschlossener Projektarbeit wird das zusätzliche institutseigene Zertifikat ausgestellt.
Was ist ein Umweltmanagementsystem?
Ein Umweltmanagementsystem unterstützt Unternehmen dabei, ihre Umweltaspekte systematisch zu erfassen und ihre Umweltleistung zu verbessern.
Dazu werden unter anderem Umweltziele, Zuständigkeiten, Verfahren und Kontrollmechanismen festgelegt.
Der Aufbau kann sich am sogenannten PDCA-Zyklus orientieren:
- Plan: Umweltaspekte analysieren und Ziele festlegen.
- Do: Maßnahmen und Verfahren umsetzen.
- Check: Ergebnisse und Einhaltung der Vorgaben überprüfen.
- Act: Verbesserungen ableiten und Prozesse anpassen.
Ein Umweltmanagementsystem ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender organisatorischer Prozess.
ISO 14001 oder EMAS: Was ist der Unterschied?
Beide Systeme dienen der Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung. EMAS stellt in mehreren Bereichen zusätzliche Anforderungen.
| ISO 14001 | EMAS |
|---|---|
| Internationaler Standard für Umweltmanagementsysteme | Europäisches Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssystem |
| Zertifizierung des Managementsystems durch eine geeignete Zertifizierungsstelle möglich | Validierung durch zugelassene Umweltgutachter und Registrierung im EMAS-System |
| Systematische Steuerung und Verbesserung der Umweltleistung | Zusätzliche Anforderungen an Transparenz und nachprüfbare Umweltleistung |
| Keine allgemeine EMAS-Registrierung erforderlich | Validierte Umwelterklärung und formale Registrierung vorgesehen |
Eine EMAS-registrierte Organisation erfüllt grundsätzlich auch die Anforderungen der ISO 14001. Umgekehrt bedeutet eine ISO-14001-Zertifizierung nicht automatisch eine EMAS-Registrierung.
Welche Rolle spielt das Umweltrecht?
Unternehmen müssen je nach Tätigkeit und Anlagentyp verschiedene Umweltvorschriften beachten.
Wichtige Rechtsgebiete können sein:
- Immissionsschutzrecht
- Abfallrecht
- Wasserrecht
- Gefahrstoffrecht
- Chemikalienrecht
- Energierecht
- Klimaschutzrecht
Welche Pflichten tatsächlich gelten, hängt unter anderem von Betriebsart, Anlagen, Emissionen, Stoffen und behördlichen Genehmigungen ab.
Wichtig: Ein Umwelt- und Klimaschutzmanager-Fernlehrgang ersetzt keine besonderen gesetzlich vorgeschriebenen Fachkundenachweise, beispielsweise für bestimmte Beauftragtenfunktionen.
Kann man mit dem Zertifikat Umweltbeauftragter werden?
Ein institutseigenes Umwelt- und Klimaschutzmanager-Zertifikat kann eine hilfreiche Zusatzqualifikation für betriebliche Umweltaufgaben sein.
Es vermittelt jedoch nicht automatisch sämtliche Befugnisse für gesetzlich geregelte Beauftragtenfunktionen.
Bei bestimmten Tätigkeiten, etwa im Immissionsschutz-, Abfall- oder Gewässerschutzrecht, können besondere Anforderungen an Fachkunde, Bestellung und Berufserfahrung gelten.
Deshalb muss stets geprüft werden, ob für die konkrete Position zusätzliche Qualifikationen oder Nachweise erforderlich sind.
Was bedeutet Umweltmanagement im Unternehmen?
Ein systematisches Umweltmanagement beginnt mit einer Bestandsaufnahme.
Das Unternehmen untersucht beispielsweise:
- Welche Energie- und Rohstoffmengen werden benötigt?
- Wo entstehen Abfälle?
- Welche Emissionen fallen an?
- Welche Stoffe oder Verfahren können Umweltgefahren verursachen?
- Welche gesetzlichen Anforderungen gelten?
- Wo bestehen technisch und wirtschaftlich sinnvolle Verbesserungsmöglichkeiten?
Auf dieser Grundlage werden Ziele formuliert und konkrete Maßnahmen geplant.
Die Wirksamkeit wird anschließend anhand geeigneter Daten und Kennzahlen überprüft.
Welche Umweltkennzahlen sind wichtig?
| Bereich | Beispielhafte Kennzahl |
|---|---|
| Energie | Strom- und Wärmeverbrauch in kWh |
| Klima | Treibhausgasemissionen in Tonnen CO₂-Äquivalenten |
| Wasser | Wasserverbrauch in Kubikmetern |
| Abfall | Abfallmenge in Tonnen |
| Material | Materialeinsatz je hergestellter Einheit |
| Produktion | Energieverbrauch je Produkteinheit |
| Umweltmanagement | Erfüllungsgrad definierter Umweltziele |
Die Kennzahlen müssen zum jeweiligen Betrieb passen. Eine bloße Verringerung des Gesamtverbrauchs bedeutet beispielsweise nicht zwingend, dass ein Produktionsprozess effizienter geworden ist.
Praxisbeispiel: Umweltleistung eines Produktionsbetriebs verbessern
Ein Unternehmen möchte den Energie- und Wasserverbrauch seiner Produktionsanlage reduzieren.
Schritt 1: Ausgangsdaten sammeln
Der Umwelt- und Klimaschutzmanager erfasst die Verbräuche und Produktionsmengen der vergangenen Monate.
Schritt 2: Wesentliche Verbraucher identifizieren
Die Auswertung zeigt, dass insbesondere eine Kühlanlage und bestimmte Reinigungsprozesse einen hohen Verbrauch verursachen.
Schritt 3: Maßnahmen entwickeln
Geprüft werden beispielsweise effizientere Steuerungen, angepasste Betriebszeiten und technische Verbesserungen.
Schritt 4: Wirtschaftlichkeit bewerten
Die Investitionskosten werden mit den voraussichtlichen Einsparungen verglichen.
Schritt 5: Umsetzung koordinieren
Die Maßnahmen werden gemeinsam mit Produktion, Instandhaltung und Unternehmensleitung geplant.
Schritt 6: Ergebnisse kontrollieren
Nach der Umsetzung werden Verbrauchs- und Produktionsdaten erneut ausgewertet.
Das Beispiel verdeutlicht, dass Umweltmanagement technische Analyse, Organisation und betriebswirtschaftliche Entscheidungen verbindet.
Wie lange dauert das Fernstudium Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Alle drei Anbieter nennen zehn Monate Regelstudienzeit. Der empfohlene Lernaufwand unterscheidet sich leicht.
| Anbieter | Regelstudienzeit | Lernaufwand | Kostenlose Verlängerung |
|---|---|---|---|
| ILS | 10 Monate | ca. 10 Std./Woche | 5 Monate |
| SGD | 10 Monate | ca. 11 Std./Woche | bis insgesamt 15 Monate |
| Fernakademie | 10 Monate | ca. 10–12 Std./Woche | 5 Monate |
Der Studienbeginn ist bei allen drei Fernschulen grundsätzlich jederzeit möglich.
Die tatsächliche Lernzeit hängt von den vorhandenen Kenntnissen und dem Umfang der praktischen Aufgaben ab.
Welche Studienmaterialien erhalten die Teilnehmer?
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Studienhefte | 19 | 19 | 19 |
| Leitfaden zur Projektarbeit | Ja | Ja | Ja |
| Begleitheft | Nicht separat ausgewiesen | Ja | Nicht separat ausgewiesen |
| Digitale Lernplattform | Ja | Ja | Ja |
| Persönliche Lernbetreuung | Ja | Ja | Ja |
| Informationsservice zu relevanten Änderungen | Ja | Nicht separat ausgewiesen | Ja |
Bei ILS und Fernakademie stehen die Lernmaterialien sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form zur Verfügung.
Welchen Abschluss erhält man?
Bei allen drei Anbietern ist zwischen dem Abschlusszeugnis nach erfolgreichem Fernlehrgang und dem zusätzlichen Zertifikat nach Projektarbeit zu unterscheiden.
ILS: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (ILS)
Nach erfolgreichem Lehrgangsabschluss erhalten Teilnehmer zunächst ein ILS-Abschlusszeugnis.
Nach erfolgreicher Projektarbeit wird das Zertifikat „Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (ILS)“ vergeben.
SGD: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (SGD)
Die SGD stellt nach erfolgreicher Lehrgangsteilnahme das Abschlusszeugnis „Umwelt- und Klimaschutzmanagement“ aus.
Nach erfolgreicher Projektarbeit können Teilnehmer das SGD-Zertifikat „Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (SGD)“ erwerben.
Fernakademie: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in
Die Fernakademie stellt nach erfolgreichem Fernlehrgang zunächst ein Zeugnis aus.
Wer die zusätzliche Projektarbeit erfolgreich abschließt, erhält das Zertifikat „Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in“.
Alle drei Anbieter ermöglichen auch eine englischsprachige Fassung der Abschlussnachweise.
Ist Geprüfter Umwelt- und Klimaschutzmanager ein staatlich anerkannter Abschluss?
Die drei untersuchten Fernlehrgänge sind staatlich zugelassen.
Eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht betrifft jedoch den Fernlehrgang selbst und ist nicht gleichbedeutend mit einem öffentlich-rechtlich geregelten Berufsabschluss.
Die zusätzlichen Zertifikate werden durch die jeweilige Fernschule verliehen.
Es handelt sich nicht um eine IHK-Fortbildungsprüfung oder um einen akademischen Hochschulabschluss.
Die von der SGD ausgewiesene Einstufung auf Fernstudien-DQR-Niveau 5 ist eine branchenbezogene Orientierung. Sie stellt keine offizielle DQR-Zuordnung eines staatlich geregelten Abschlusses dar.
Umwelt- und Klimaschutzmanager: ILS, SGD und Fernakademie im Vergleich
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Lehrgang | Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in | Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (SGD) | Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in |
| Regeldauer | 10 Monate | 10 Monate | 10 Monate |
| Lernaufwand | 10 Std./Woche | 11 Std./Woche | 10–12 Std./Woche |
| Studienhefte | 19 | 19 | 19 |
| Kostenlose Verlängerung | 5 Monate | 5 Monate | 5 Monate |
| Projektarbeit für Zertifikat | Ja | Ja | Ja |
| Institutseigenes Zertifikat | Ja | Ja | Ja |
| IHK-Abschluss | Nein | Nein | Nein |
| ZFU-Zulassungsnummer | 7524925 | Auf Anbieterwebseite nicht angegeben | 7373720 |
Stand der Anbieterprüfung: Oktober 2026. Verbindlich sind die aktuellen Studienbedingungen der Fernschulen.
ILS: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in
Das ILS bietet den Fernlehrgang mit zehn Monaten Regelstudienzeit und ungefähr zehn Wochenstunden an.
Eine kostenlose Verlängerung um fünf Monate ist möglich.
Zum Studienmaterial gehören 19 Studienhefte, ein Leitfaden zur Projektarbeit sowie ein Informationsservice zu relevanten Rechts- und Nachhaltigkeitsthemen.
Die Inhalte reichen von Umweltrecht, Umweltpolitik und Klimaschutz über Ressourcen-, Energie-, Emissions- und Wassermanagement bis zu Umweltmanagementsystemen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.
Die Teilnehmer nutzen das Online-Studienzentrum und erhalten fachliche Unterstützung durch Fernlehrer.
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen stellt das ILS ein Abschlusszeugnis aus. Das zusätzliche Zertifikat setzt eine erfolgreiche Projektarbeit voraus.
Das ILS nennt die ZFU-Zulassungsnummer 7524925 und weist auf eine mögliche Förderung entsprechend zugelassener Kursvarianten durch Bildungsgutschein hin.
SGD: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (SGD)
Die Studiengemeinschaft Darmstadt bietet ebenfalls einen zehnmonatigen Fernlehrgang an.
Der empfohlene Lernaufwand beträgt ungefähr elf Stunden pro Woche. Eine kostenlose Verlängerung bis zu einer Gesamtlaufzeit von 15 Monaten ist möglich.
Zum Studienmaterial gehören 19 Studienhefte, ein Begleitheft und ein Leitfaden zur Projektarbeit.
Die Weiterbildung beschäftigt sich mit globalem Klimaschutz, Umweltrecht, Managementsystemen, Arbeitsschutz, Gefahrstoffen, Energie- und Ressourcenmanagement sowie betriebswirtschaftlichen Grundlagen.
Nach erfolgreichem Abschluss der Studienleistungen erhalten Teilnehmer das SGD-Zeugnis „Umwelt- und Klimaschutzmanagement“.
Das zusätzliche SGD-Zertifikat „Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (SGD)“ setzt eine erfolgreiche Projektarbeit voraus.
Die SGD nennt außerdem eine mögliche Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit.
Fernakademie: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in
Die Fernakademie für Erwachsenenbildung bietet den Lehrgang mit zehn Monaten Regelstudienzeit und ungefähr zehn bis zwölf Stunden Lernaufwand pro Woche an.
Eine kostenlose Verlängerung um fünf Monate ist möglich.
Der Lehrgang umfasst 19 Studienhefte, einen Projektarbeitsleitfaden und ergänzende Informationen zu Rechtsänderungen sowie zu Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt.
Die Teilnehmer lernen unter anderem Umweltpolitik, Umweltrecht, Gefahrstoffmanagement, Ressourcenmanagement, ISO 14001, EMAS und ISO 50001 kennen.
Auch technische Umweltmaßnahmen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen gehören zu den Lerninhalten.
Nach erfolgreicher Bearbeitung aller Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer ein Abschlusszeugnis der Fernakademie.
Nach erfolgreich abgeschlossener Projektarbeit wird zusätzlich das Zertifikat „Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in“ ausgestellt.
Die Fernakademie nennt die ZFU-Zulassungsnummer 7373720.
Was kostet die Umwelt- und Klimaschutzmanager-Weiterbildung?
Die Studiengebühren unterscheiden sich nach Anbieter und individuellem Vertragsangebot.
Bei einem Vergleich sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Monatliche Studiengebühren
- Gesamtkosten des zehnmonatigen Lehrgangs
- Studienhefte und digitale Lernmaterialien
- Persönliche Studienbetreuung
- Betreuung der Projektarbeit
- Gegebenenfalls weitere Lern- und Prüfungsgebühren
- Kündigungsbedingungen
- Kostenlose Verlängerungsmöglichkeiten
Da die aktuellen Preise nicht bei allen Anbietern unmittelbar frei vergleichbar veröffentlicht werden, verzichten wir auf ungeprüfte Festpreise.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bildungsgutschein
ILS und SGD weisen ausdrücklich auf mögliche Förderungen durch den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit hin.
Für entsprechend zugelassene Kursvarianten kann bei erfüllten persönlichen Voraussetzungen eine Förderung bis zur vollständigen Übernahme förderfähiger Kosten möglich sein.
Die Entscheidung trifft die zuständige Stelle.
Unterstützung durch den Arbeitgeber
Wenn Mitarbeiter künftig Umweltmanagementaufgaben übernehmen oder bestehende betriebliche Maßnahmen weiterentwickeln sollen, kann eine Übernahme der Weiterbildungskosten durch den Arbeitgeber infrage kommen.
Steuerliche Berücksichtigung
Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können unter den gesetzlichen Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden.
Aufstiegs-BAföG
Die untersuchten Fernlehrgänge führen zu institutseigenen Abschlüssen und sind nicht automatisch förderfähige Aufstiegsfortbildungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
Was verdient ein Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Das Einkommen hängt wesentlich von der tatsächlichen Position ab.
Wichtige Einflussfaktoren sind:
- Berufserfahrung
- Technische oder kaufmännische Grundqualifikation
- Branche und Unternehmensgröße
- Region
- Verantwortung für Managementsysteme
- Erfahrung mit Audits und Umweltrecht
- Projekt- und Budgetverantwortung
- Führungsaufgaben
Ein Mitarbeiter, der einzelne Umweltmaßnahmen koordiniert, übernimmt andere Aufgaben als eine erfahrene Führungskraft mit Verantwortung für mehrere Unternehmensstandorte.
Für die Einschätzung möglicher Gehälter sollten deshalb aktuelle Stellenanzeigen und Gehaltsdaten vergleichbarer Positionen betrachtet werden.
Ein Fernschulzertifikat allein garantiert keine bestimmte Position oder Gehaltserhöhung.
Welche Karrierechancen bietet die Weiterbildung?
Umwelt- und Klimaschutzmanagement ist in unterschiedlichen Branchen relevant.
Mögliche Tätigkeitsfelder sind:
- Industrie und Produktion
- Qualitäts- und Umweltmanagement
- Technische Betriebsführung
- Gebäude- und Facility Management
- Handel und Dienstleistung
- Öffentliche Verwaltung
- Kommunale Einrichtungen
- Umweltbezogenes Projektmanagement
- Unternehmensberatung
- Ressourcen- und Energiemanagement
Je nach bisheriger Qualifikation kommen Aufgaben als Umweltmanagementmitarbeiter, Umweltkoordinator, Klimaschutzprojektmitarbeiter oder Umwelt- und Klimaschutzmanager infrage.
Für spezialisierte oder gesetzlich geregelte Aufgaben können weitere Fachkundenachweise erforderlich sein.
Umwelt- und Klimaschutzmanager oder Nachhaltigkeitsmanager?
Beide Weiterbildungen beschäftigen sich mit einer verantwortungsvollen Unternehmensentwicklung. Die Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch.
| Umwelt- und Klimaschutzmanager | Nachhaltigkeitsmanager |
|---|---|
| Schwerpunkt auf ökologischen Umweltaspekten | Ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit |
| Umweltrecht, Emissionen, Wasser und Ressourcen | ESG, CSR und Nachhaltigkeitsstrategie |
| ISO 14001, EMAS und Umweltmanagement | Nachhaltigkeitsmanagement und Berichterstattung |
| Technisch-organisatorische Maßnahmen | Bereichsübergreifende Unternehmensentwicklung |
Wer vor allem Umweltbelastungen analysieren und Umweltmanagementsysteme betreuen möchte, sollte die Weiterbildung zum Umwelt- und Klimaschutzmanager näher betrachten.
Wer sich umfassender mit ESG, CSR und sozialen Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen möchte, findet zusätzliche Informationen in unserem Beitrag Nachhaltigkeitsmanager: Fernstudium, Aufgaben und Karriere.
Umwelt- und Klimaschutzmanager oder Energiemanager?
Der Energiemanager konzentriert sich stärker auf die effiziente Nutzung und wirtschaftliche Optimierung von Energie.
Der Umwelt- und Klimaschutzmanager betrachtet dagegen zusätzlich andere Umweltaspekte wie Wasser, Abfall, Gefahrstoffe und den betrieblichen Umweltschutz.
| Umwelt- und Klimaschutzmanager | Energiemanager |
|---|---|
| Umfassendere Umweltaspekte und Umweltmanagement | Energieverbrauch und Energieeffizienz |
| ISO 14001 und EMAS als wichtige Schwerpunkte | ISO 50001 als zentraler Schwerpunkt |
| Wasser, Ressourcen, Emissionen und Gefahrstoffe | Energieeinkauf, Lastmanagement und Energiekosten |
| Umweltbezogene Verbesserungsprojekte | Energiebezogene Optimierungsmaßnahmen |
Beide Qualifikationen können sich sinnvoll ergänzen.
Wie können digitale Werkzeuge im Umweltmanagement helfen?
Unternehmen nutzen zunehmend digitale Systeme, um Verbrauchsdaten, Emissionen und Umweltkennzahlen zu erfassen.
Typische Anwendungen sind:
- Digitale Zähler und Messsysteme
- Energie- und Verbrauchsdashboards
- Software zur Verwaltung von Umweltkennzahlen
- Digitale Dokumentation von Auditfeststellungen
- Automatisierte Berichte
- Elektronische Erfassung von Verbesserungsmaßnahmen
Die Qualität der Daten bleibt entscheidend. Eine ungenaue Messung oder fehlerhafte Datengrundlage kann zu falschen Entscheidungen führen.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz?
KI-Anwendungen können die Auswertung von Umwelt- und Energiedaten unterstützen.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- Erkennung auffälliger Verbrauchsmuster
- Aufbereitung größerer Datenmengen
- Unterstützung bei Prognosen
- Vorbereitung von Berichtsentwürfen
- Strukturierung von Maßnahmenplänen
Die Ergebnisse müssen fachlich überprüft werden. Insbesondere dürfen rechtlich relevante Aussagen, Emissionsberechnungen und technische Empfehlungen nicht ungeprüft übernommen werden.
Umwelt- und Klimaschutzmanager im Lebenslauf angeben
Nach erfolgreichem Lehrgangsabschluss sollte die tatsächlich erworbene Qualifikation korrekt benannt werden.
Beispiel mit Zertifikat:
2026 – Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in (ILS), institutseigenes Zertifikat nach Projektarbeit
Für die SGD oder Fernakademie kann die jeweilige Institutsbezeichnung entsprechend verwendet werden.
Wer ausschließlich das Abschlusszeugnis, aber nicht das zusätzliche Zertifikat erworben hat, sollte dies im Lebenslauf unterscheiden.
Vorteile und mögliche Nachteile der Weiterbildung
Vorteile
- Berufsbegleitendes Lernen
- Regelstudiendauer von zehn Monaten
- Kenntnisse zu Umweltrecht und Umweltmanagement
- Grundlagen der ISO 14001 und von EMAS
- Einführung in das Energiemanagement nach ISO 50001
- Ressourcen-, Wasser- und Emissionsmanagement
- Praxisorientierte Projektarbeit
- Institutseigenes Abschlusszertifikat möglich
Mögliche Nachteile
- Regelmäßiger Lernaufwand notwendig
- Berufliche Vorkenntnisse werden vorausgesetzt
- Kein öffentlich-rechtlicher IHK-Abschluss
- Keine automatische Qualifikation für alle gesetzlich geregelten Beauftragtenfunktionen
- Umweltrechtliche Anforderungen ändern sich regelmäßig
- Keine Garantie für eine bestimmte Stelle oder Vergütung
Checkliste vor der Anmeldung
- Erfüllen Sie die beruflichen Teilnahmevoraussetzungen?
- Interessieren Sie sich vor allem für Umweltmanagement oder eher für Energie beziehungsweise Nachhaltigkeit?
- Können Sie ungefähr zehn bis zwölf Stunden pro Woche lernen?
- Wie aktuell sind die Studienmaterialien zu Umweltrecht und Managementnormen?
- Wie wird die Projektarbeit betreut?
- Welche Voraussetzungen gelten für das zusätzliche Zertifikat?
- Wie hoch sind die gesamten Studiengebühren?
- Welche Lernmaterialien sind enthalten?
- Wie lange lässt sich der Kurs kostenlos verlängern?
- Kann der Arbeitgeber die Weiterbildung unterstützen?
- Kommt eine Förderung über Bildungsgutschein infrage?
- Benötigen Sie für Ihre angestrebte Tätigkeit zusätzliche Fachkundenachweise?
Häufige Fragen zum Umwelt- und Klimaschutzmanager
Was macht ein Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Er analysiert Umweltaspekte und unterstützt Unternehmen dabei, Umweltbelastungen zu reduzieren, Managementsysteme weiterzuentwickeln und gesetzliche Anforderungen zu berücksichtigen.
Wie wird man Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Der Einstieg kann über eine technische oder kaufmännische Berufsausbildung mit entsprechender Berufserfahrung und eine Weiterbildung erfolgen.
Kann man Umwelt- und Klimaschutzmanager im Fernstudium werden?
Ja. ILS, SGD und Fernakademie bieten entsprechende berufsbegleitende Fernlehrgänge an.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Bei allen drei untersuchten Anbietern beträgt die Regelstudiendauer zehn Monate.
Wie viele Stunden muss man pro Woche lernen?
Je nach Anbieter werden ungefähr zehn bis zwölf Stunden empfohlen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Die Anbieter erwarten grundsätzlich eine kaufmännische oder gewerblich-technische Ausbildung oder mindestens drei Jahre entsprechende Berufserfahrung sowie Grundkenntnisse in umweltbezogenen Themen.
Welche Inhalte werden vermittelt?
Die Lehrgänge behandeln unter anderem Umweltrecht, Klimaschutz, Gefahrstoffe, Ressourcenmanagement, Energie, Wasser, Emissionen, ISO 14001, EMAS und ISO 50001.
Welchen Abschluss erhält man?
Nach erfolgreichem Fernlehrgang erhalten Teilnehmer ein Abschlusszeugnis. Nach erfolgreicher Projektarbeit kann zusätzlich ein institutseigenes Zertifikat erworben werden.
Ist der Geprüfte Umwelt- und Klimaschutzmanager ein IHK-Abschluss?
Nein. Die hier vorgestellten Zertifikate werden von den Fernschulen vergeben. Es handelt sich nicht um eine öffentlich-rechtliche IHK-Fortbildungsprüfung.
Ist der Fernlehrgang staatlich zugelassen?
Ja. Die untersuchten Lehrgänge sind staatlich zugelassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Abschlüsse staatlich geregelten Berufsabschlüssen gleichgestellt sind.
Was bedeutet ISO 14001?
ISO 14001 ist eine internationale Norm mit Anforderungen an Umweltmanagementsysteme.
Was bedeutet EMAS?
EMAS ist ein europäisches System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung mit besonderen Anforderungen an Transparenz und überprüfte Umweltinformationen.
Was ist der Unterschied zwischen ISO 14001 und EMAS?
Beide dienen der Verbesserung der Umweltleistung. EMAS enthält zusätzliche Anforderungen und sieht unter anderem eine validierte Umwelterklärung und die Registrierung vor.
Muss man eine Projektarbeit schreiben?
Für das zusätzliche institutseigene Zertifikat ist bei allen drei Anbietern eine erfolgreich abgeschlossene Projektarbeit vorgesehen.
Darf man nach der Weiterbildung gesetzlich vorgeschriebene Umweltbeauftragtenfunktionen übernehmen?
Nicht automatisch. Für bestimmte Funktionen gelten zusätzliche gesetzliche Voraussetzungen und Fachkundenachweise.
Was kostet die Weiterbildung?
Die Studiengebühren unterscheiden sich je nach Anbieter und Vertragsangebot. Interessenten sollten die vollständigen Kosten vergleichen.
Kann der Kurs gefördert werden?
ILS und SGD weisen auf die Möglichkeit einer Förderung durch Bildungsgutschein hin. Die Bewilligung hängt von den gesetzlichen und individuellen Voraussetzungen ab.
Was verdient ein Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Das Gehalt hängt von Berufserfahrung, Branche, Region und Umfang der Verantwortung ab.
Wo arbeiten Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Mögliche Einsatzbereiche sind Industrie, Produktion, öffentliche Verwaltung, kommunale Einrichtungen und das Umwelt- und Qualitätsmanagement.
Ist die Weiterbildung für Fachwirte geeignet?
Ja. Für Fachwirte mit Aufgaben in Technik, Produktion, Unternehmensführung oder Projektmanagement kann der Lehrgang eine sinnvolle Spezialisierung darstellen.
Was unterscheidet Umwelt- und Klimaschutzmanager von Nachhaltigkeitsmanagern?
Umwelt- und Klimaschutzmanager beschäftigen sich stärker mit ökologischen Umweltaspekten und entsprechenden Managementsystemen. Nachhaltigkeitsmanager betrachten zusätzlich soziale, wirtschaftliche und unternehmensführungsbezogene Themen.
Fazit: Lohnt sich die Weiterbildung zum Umwelt- und Klimaschutzmanager?
Die Weiterbildung zum Geprüften Umwelt- und Klimaschutzmanager ist eine interessante Zusatzqualifikation für Berufstätige, die sich systematisch mit betrieblichem Umweltschutz, Klimaschutz und Umweltmanagement beschäftigen möchten.
Die Fernlehrgänge von ILS, SGD und Fernakademie vermitteln Kenntnisse über Umweltrecht, Energieeffizienz, Ressourcen- und Wassermanagement, Emissionsmanagement sowie Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 und EMAS.
Alle drei Anbieter sehen zehn Monate Regelstudienzeit vor. Nach erfolgreichem Abschluss der Projektarbeit kann zusätzlich ein institutseigenes Zertifikat erworben werden.
Besonders interessant ist der Lehrgang für kaufmännische und technische Fachkräfte, die bereits Berufserfahrung mitbringen und zusätzliche Aufgaben im Umweltmanagement übernehmen möchten.
Unsere Empfehlung: Vergleichen Sie die drei Fernschulen insbesondere hinsichtlich Studiengebühren, Betreuung und Projektarbeit. Wenn Sie eine konkrete Umweltmanagementaufgabe in Ihrem Unternehmen bearbeiten können, bietet sich diese als Grundlage für die Abschlussarbeit an. Prüfen Sie außerdem vor der Anmeldung, ob für Ihre angestrebte Position zusätzliche gesetzliche Qualifikationsnachweise notwendig sind.
Quellen und weiterführende Informationen
- ILS: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in
- SGD: Umwelt- und Klimaschutzmanager/in
- Fernakademie: Geprüfte/r Umwelt- und Klimaschutzmanager/in
- Umweltbundesamt: Umwelt- und Energiemanagementsysteme
- EMAS: Informationen zum europäischen Umweltmanagementsystem
- Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht
- Energiemanager: Weiterbildung, Fernstudium und Karriere
- Nachhaltigkeitsmanager: Weiterbildung, Fernstudium und Karriere
- Projektmanagement (IHK): Weiterbildung und Abschluss
Stand: Oktober 2026. Kursangebote, Studiengebühren, Fördermöglichkeiten und rechtliche Anforderungen können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Informationen der Anbieter und die jeweils geltenden Rechtsvorschriften.
