Komplexe Maschinen, industrielle Anlagen oder innovative technische Dienstleistungen verkaufen sich selten allein über einen günstigen Preis. Geschäftskunden erwarten eine fundierte Beratung, technisch passende Lösungen und eine nachvollziehbare Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Genau hier arbeiten Vertriebsingenieure und Technische Vertriebsmanager: Sie verbinden technisches Fachwissen mit Marketing, Kundenberatung und professionellem Vertrieb.
Wer bereits in einem technischen Beruf arbeitet und künftig Kunden betreuen, Angebote entwickeln oder Vertriebsprojekte verantworten möchte, kann sich mit einer Weiterbildung im technischen Vertrieb gezielt qualifizieren.
Die Fernschulen ILS, SGD und Fernakademie bieten berufsbegleitende Lehrgänge zum „Vertriebsingenieur – Technischen Vertriebsmanager (IHK)“ beziehungsweise zu entsprechenden IHK-Zertifikatsabschlüssen an. Die Regelstudiendauer beträgt jeweils zwölf Monate. Vermittelt werden Kenntnisse zu Vertriebsstrategien, technischen Verkaufsgesprächen, Kundenmanagement, Verhandlungsführung und Vertriebscontrolling.
Nach erfolgreicher Kursteilnahme erhalten Teilnehmer zunächst ein Abschlusszeugnis ihrer Fernschule. Durch zusätzliche Veranstaltungen und ein erfolgreich absolviertes Testverfahren können sie außerdem ein IHK-Zertifikat erwerben.
Wichtig: Die Weiterbildung verleiht nicht die Berechtigung, die geschützte Berufsbezeichnung „Ingenieur/in“ zu führen. Wer diese Berechtigung nicht bereits besitzt, kann den Abschluss als „Technische/r Vertriebsmanager/in“ nutzen.
Dieser Ratgeber erklärt Aufgaben, Voraussetzungen, Studieninhalte, Dauer, IHK-Abschluss, Kosten, Gehalt und Karrierechancen. Außerdem vergleichen wir die Fernlehrgänge von ILS, SGD und Fernakademie.
Was macht ein Vertriebsingenieur?
Ein Vertriebsingenieur verbindet technische Fachkenntnisse mit den Aufgaben des Vertriebs. Er berät Unternehmen zu erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen, entwickelt passende technische Lösungsvorschläge und begleitet Verkaufsprozesse.
Anders als beim Verkauf einfacher Konsumgüter müssen im technischen Vertrieb häufig zahlreiche Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise Leistung, Schnittstellen, Zuverlässigkeit, Investitionskosten, laufende Betriebskosten und die Integration in bestehende Anlagen.
Ein Vertriebsingenieur muss solche Zusammenhänge verstehen und den wirtschaftlichen Nutzen einer Lösung überzeugend erläutern können.
Welche Aufgaben übernimmt ein Vertriebsingenieur?
- Neue Geschäftskunden gewinnen
- Bestandskunden betreuen und weiterentwickeln
- Technische Kundenanforderungen ermitteln
- Produkte und Dienstleistungen verständlich präsentieren
- Technisch passende Lösungen vorbereiten
- Angebote erstellen und kalkulieren
- Verkaufsverhandlungen führen
- Vertriebsprojekte planen und koordinieren
- Mit Konstruktion, Entwicklung, Service und Produktion zusammenarbeiten
- Markt- und Wettbewerbsentwicklungen beobachten
- Vertriebskennzahlen auswerten
- Verkaufschancen und Auftragsprognosen vorbereiten
- Strategisch wichtige Kunden betreuen
- After-Sales-Services und langfristige Kundenbeziehungen unterstützen
Abhängig vom Unternehmen arbeiten technische Vertriebsspezialisten im Außendienst, Innendienst, internationalen Vertrieb oder Key Account Management.
Was ist der Unterschied zwischen Vertriebsingenieur und Technischem Vertriebsmanager?
In der betrieblichen Praxis überschneiden sich die Aufgaben häufig. Die entscheidende Unterscheidung betrifft die Berufsbezeichnung „Ingenieur“.
Vertriebsingenieur/in darf sich nur nennen, wer nach dem jeweils geltenden Landesingenieurgesetz zur Führung der Ingenieurbezeichnung berechtigt ist.
Technische/r Vertriebsmanager/in ist bei den hier untersuchten Fernlehrgängen die vorgesehene Abschlussbezeichnung für Personen, die die entsprechenden Voraussetzungen zur Führung der Ingenieurbezeichnung nicht erfüllen.
Auch ein Meister oder staatlich geprüfter Techniker wird durch einen IHK-Zertifikatslehrgang nicht automatisch zum Ingenieur.
Die Weiterbildung kann dennoch für beide Gruppen fachlich sinnvoll sein, weil die praktischen Vertriebsaufgaben häufig sehr ähnlich sind.
In welchen Branchen arbeiten Vertriebsingenieure?
Technischer Vertrieb wird vor allem dort benötigt, wo Produkte oder Dienstleistungen komplex und beratungsintensiv sind.
- Maschinen- und Anlagenbau
- Elektrotechnik und Automatisierung
- Industrie- und Produktionstechnik
- Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
- Software und technische IT-Lösungen
- Energie- und Umwelttechnik
- Medizintechnik
- Technische Gebäudeausrüstung
- Werkstoff- und Verfahrenstechnik
- Technische Dienstleistungen
Die erforderlichen Fachkenntnisse hängen von den angebotenen Produkten und der Branche ab. Wer beispielsweise industrielle Automatisierungssysteme verkauft, benötigt anderes technisches Detailwissen als ein Vertriebsingenieur für Wärmepumpen oder Softwarelösungen.
Für wen eignet sich die Weiterbildung?
Ingenieure
Ingenieure, die aus Entwicklung, Konstruktion oder Produktion in den technischen Vertrieb wechseln möchten, können ihre vorhandene Fachqualifikation um Vertriebsmethoden, Kundenmanagement und Verhandlungsführung ergänzen.
Techniker und Meister
Techniker und Meister mit technischem Hintergrund können sich auf Aufgaben im technischen Verkauf, in der Kundenberatung oder in der Vertriebskoordination vorbereiten. Die geschützte Ingenieurbezeichnung erwerben sie durch diesen Kurs nicht.
Technische Mitarbeiter
Beschäftigte aus Service, Arbeitsvorbereitung oder technischen Fachabteilungen können die Weiterbildung nutzen, um stärker kundenorientierte und vertriebliche Tätigkeiten zu übernehmen.
Vertriebsmitarbeiter technischer Unternehmen
Wer bereits technische Produkte verkauft, kann seine Kenntnisse systematisieren und insbesondere Kundenanalyse, Verhandlungsführung und Vertriebscontrolling vertiefen.
Produktmanager
Produktmanager können von einem besseren Verständnis der technischen Verkaufsprozesse und der Anforderungen industrieller Geschäftskunden profitieren. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Produktmanager (IHK).
Selbstständige mit technischem Hintergrund
Wer eigene technische Dienstleistungen oder Produkte vermarktet, kann mit dem Lehrgang Grundlagen für einen strukturierteren Vertriebsprozess erwerben.
Welche Voraussetzungen gelten?
Die drei Anbieter erwarten erste einschlägige Berufserfahrung beziehungsweise technische Grundkenntnisse und passende berufliche Praxis.
Beim ILS und bei der Fernakademie wird auf erste Berufserfahrung in diesem Themengebiet verwiesen. Die SGD nennt ausdrücklich technische Grundkenntnisse und entsprechende Berufserfahrung.
Für den Lernerfolg sind außerdem folgende Kenntnisse hilfreich:
- Grundverständnis technischer Produkte
- Interesse an Kundenberatung und Vertrieb
- Wirtschaftliches und kaufmännisches Grundverständnis
- Kommunikationsfähigkeit
- Selbstständige Organisation von Lernaufgaben
- Umgang mit Computer, Präsentationen und digitalen Kommunikationsmitteln
Ein ingenieurwissenschaftlicher Hochschulabschluss ist nicht grundsätzlich erforderlich, um am Lehrgang teilzunehmen. Er ist aber entscheidend, wenn die Abschlussbezeichnung „Vertriebsingenieur/in“ verwendet werden soll, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen zur Führung der Ingenieurbezeichnung erfüllt sind.
Welche Inhalte vermittelt die Weiterbildung?
1. Grundlagen von Marketing und Vertrieb
Die Teilnehmer lernen, welche Rolle Vertrieb und Marketing in einem technischen Unternehmen übernehmen.
Dazu gehören betriebliche Vertriebsziele, die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und die Besonderheiten des Verkaufs erklärungsbedürftiger Leistungen.
2. Markt- und Wettbewerbsanalyse
Um technische Produkte erfolgreich anzubieten, müssen relevante Märkte und mögliche Kunden verstanden werden.
- Marktentwicklungen beobachten
- Wettbewerbsprodukte untersuchen
- Zielgruppen und Kundensegmente bestimmen
- Marktpotenziale abschätzen
- Verkaufschancen bewerten
3. Vertriebsstrategien entwickeln
Eine Vertriebsstrategie legt fest, welche Kunden angesprochen, welche Lösungen angeboten und welche Vertriebswege genutzt werden sollen.
Die Weiterbildung vermittelt, wie Vertriebsstrategien entwickelt und in betriebliche Maßnahmen übertragen werden können.
4. Vertriebsplanung und Vertriebsorganisation
Vertriebsziele müssen mit verfügbaren Mitarbeitern, Zeit und finanziellen Mitteln abgestimmt werden.
Wichtige Themen sind beispielsweise Gebietsplanung, Kundenbetreuung, Aufgabenverteilung und die Koordination von Vertriebsaktivitäten.
5. Technische Kundenberatung
Im technischen Vertrieb steht häufig die Lösung eines konkreten Kundenproblems im Mittelpunkt.
Der Vertriebsmitarbeiter muss zunächst verstehen, welche Anforderungen bestehen. Erst danach kann er beurteilen, welche technischen Produkte oder Dienstleistungen geeignet sind.
Eine fachlich fundierte Beratung berücksichtigt auch Grenzen und Voraussetzungen einer Lösung.
6. Verkaufsgespräche führen
Der Lehrgang behandelt verschiedene Phasen des Verkaufsgesprächs:
- Kontaktaufnahme
- Bedarfsermittlung
- Darstellung einer geeigneten Lösung
- Einwandbehandlung
- Preis- und Konditionsgespräch
- Abschluss
- Nachbetreuung
7. Kommunikation und Verhandlungsführung
Verhandlungen im industriellen Geschäftskundenvertrieb sind häufig anspruchsvoll, da mehrere Entscheider beteiligt sein können.
Die Teilnehmer lernen, Argumente verständlich aufzubauen, Kundeninteressen zu berücksichtigen und Gespräche zielorientiert zu führen.
8. Technische Präsentationen
Produkte müssen häufig vor Fachabteilungen, Einkäufern oder Geschäftsführern präsentiert werden.
Der Lehrgang vermittelt Grundlagen für überzeugende Präsentationen und die verständliche Darstellung technischer Zusammenhänge.
9. Akquise und Kundengewinnung
Zur Neukundengewinnung gehören die Suche nach geeigneten Interessenten, die Vorbereitung von Kontakten und die Weiterentwicklung von Verkaufschancen.
Die Teilnehmer lernen, Akquiseprozesse systematisch zu organisieren.
10. Kundenbeziehungsmanagement
Im B2B-Vertrieb entstehen Geschäftsbeziehungen häufig über längere Zeiträume.
Deshalb ist neben der Neukundengewinnung auch die Betreuung vorhandener Kunden wichtig.
Für eine weiterführende Spezialisierung eignet sich beispielsweise der Beitrag CRM-Manager (IHK).
11. Key Account Management
Besonders wichtige Geschäftskunden werden häufig durch spezialisierte Ansprechpartner betreut.
Dabei geht es um die langfristige Entwicklung der Geschäftsbeziehung, das Verständnis der Kundenorganisation und geeignete individuelle Angebote.
Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Key Account Manager (IHK).
12. Angebotsentwicklung und Kalkulation
Technische Angebote müssen die Anforderungen des Kunden berücksichtigen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sein.
Ein Angebot kann beispielsweise technische Spezifikationen, Leistungen, Liefertermine, Preise und Servicebestandteile enthalten.
Die Weiterbildung vermittelt die grundlegenden Zusammenhänge solcher Verkaufsprozesse.
13. Preisverhandlungen
Der Preis ist bei Investitionsgütern nicht das einzige Entscheidungskriterium.
Auch Qualität, Zuverlässigkeit, Energieverbrauch, Wartung und Betriebskosten können für die Kaufentscheidung wichtig sein.
Die Teilnehmer lernen, den Nutzen einer technischen Lösung nachvollziehbar darzustellen und Verhandlungen vorzubereiten.
14. Vertriebscontrolling
Das Vertriebscontrolling unterstützt die Planung und Auswertung von Vertriebsaktivitäten.
Wichtige Kennzahlen können sein:
- Umsatz
- Auftragseingang
- Deckungsbeitrag
- Angebotsquote
- Abschlussquote
- Vertriebskosten
- Durchschnittlicher Auftragswert
- Entwicklung von Bestandskunden
15. Effizienz im Außendienst
Der Außendienst verursacht Zeit- und Reisekosten. Deshalb ist eine strukturierte Planung wichtig.
Zu den Lerninhalten gehören Zeitmanagement, Terminplanung und die effiziente Organisation von Kundenkontakten.
16. After-Sales-Service
Nach dem Verkauf können beispielsweise Wartung, Schulung und technische Unterstützung erforderlich sein.
Ein guter After-Sales-Service kann zur Kundenzufriedenheit beitragen und langfristige Geschäftsbeziehungen unterstützen.
17. Projektmanagement im Vertrieb
Der Vertrieb größerer technischer Anlagen ist häufig projektbezogen.
Vertriebsmitarbeiter müssen Termine, technische Klärungen und die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen koordinieren.
Vertiefende Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Projektmanagement (IHK).
18. Praxisorientierte Fallstudien
Die Lehrgänge verwenden praktische Aufgabenstellungen zur Anwendung des erlernten Wissens.
ILS und Fernakademie weisen sieben Fallstudien ausdrücklich in ihren Studienmaterialien aus.
Wie funktioniert technischer B2B-Vertrieb?
B2B bedeutet „Business to Business“ und bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen.
Im technischen B2B-Vertrieb sind Entscheidungen häufig komplexer als beim Verkauf einfacher Konsumgüter.
Der Kunde muss beispielsweise prüfen, ob eine Maschine zu bestehenden Prozessen passt, welche Investition notwendig ist und welche Betriebskosten entstehen.
Häufig sind mehrere Personen beteiligt: technische Fachkräfte, Einkauf, Produktion, Controlling und Geschäftsführung.
Ein erfolgreicher Vertriebsingenieur muss deshalb unterschiedliche Interessen und Anforderungen verstehen.
Was bedeutet beratungsorientierter Vertrieb?
Beim beratungsorientierten Vertrieb steht nicht das schnelle Verkaufen eines bestimmten Produkts im Mittelpunkt, sondern die passende Lösung des Kundenproblems.
Typische Schritte sind:
- Ausgangssituation verstehen: Welche technischen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten bestehen?
- Anforderungen ermitteln: Welche Leistung, Qualität und Rahmenbedingungen werden benötigt?
- Lösungen vergleichen: Welche technischen Varianten kommen infrage?
- Wirtschaftlichkeit erläutern: Welche Kosten und Vorteile entstehen?
- Angebot entwickeln: Eine nachvollziehbare Lösung mit geeigneten Konditionen formulieren.
- Umsetzung begleiten: Technische Fragen und Termine mit den beteiligten Abteilungen abstimmen.
Praxisbeispiel: Eine Produktionsmaschine verkaufen
Ein Maschinenbauunternehmen möchte einem Industriekunden eine neue Produktionsanlage anbieten.
Schritt 1: Kundenbedarf ermitteln
Der Vertriebsingenieur bespricht mit dem Kunden Produktionsmenge, technische Anforderungen und bestehende Anlagen.
Schritt 2: Technische Lösung entwickeln
Gemeinsam mit der Konstruktion wird eine geeignete Maschinenkonfiguration vorbereitet.
Schritt 3: Wirtschaftlichkeit bewerten
Die Anschaffungskosten werden mit möglichen Vorteilen wie höherer Produktionsleistung oder geringerem Energieverbrauch verglichen.
Schritt 4: Angebot präsentieren
Der Vertrieb erläutert die technische Lösung, den Lieferumfang und die wirtschaftlichen Annahmen.
Schritt 5: Verhandlung führen
Der Kunde bespricht offene Fragen zu Preis, Service, Gewährleistung und Liefertermin.
Schritt 6: Auftrag begleiten
Nach Auftragserteilung stimmt der Vertrieb die weiteren Schritte mit Projektmanagement, Produktion und Service ab.
Das Beispiel verdeutlicht, dass technischer Vertrieb deutlich mehr als das reine Präsentieren eines Produkts umfasst.
Welche Vertriebskennzahlen sind wichtig?
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| Auftragseingang | Wert neu gewonnener Kundenaufträge in einem bestimmten Zeitraum |
| Umsatz | Wert der realisierten Verkäufe |
| Angebotsquote | Nach betrieblicher Definition ermittelte Kennzahl für abgegebene Angebote |
| Abschlussquote | Anteil erfolgreich abgeschlossener Verkaufschancen oder Angebote |
| Deckungsbeitrag | Wirtschaftlicher Beitrag nach Abzug der jeweils berücksichtigten variablen Kosten |
| Vertriebszyklus | Zeitspanne zwischen definiertem Beginn und Abschluss eines Verkaufsprozesses |
| Durchschnittlicher Auftragswert | Durchschnittlicher Wert der betrachteten Aufträge |
| Vertriebskosten | Aufwendungen für die Vertriebsaktivitäten |
Die genaue Berechnung muss betrieblich einheitlich festgelegt werden. Sonst sind Vergleiche zwischen Zeiträumen oder Vertriebsteams nur eingeschränkt aussagekräftig.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Vertriebsingenieur?
Alle drei Anbieter nennen zwölf Monate Regelstudienzeit.
| Anbieter | Regeldauer | Lernaufwand | Kostenlose Verlängerung |
|---|---|---|---|
| ILS | 12 Monate | ca. 10 Stunden/Woche | 6 Monate |
| SGD | 12 Monate | ca. 10 Stunden/Woche | bis insgesamt 18 Monate |
| Fernakademie | 12 Monate | ca. 10–12 Stunden/Woche | 6 Monate |
Der Studienbeginn ist grundsätzlich jederzeit möglich.
Für den IHK-Zertifikatsabschluss müssen zusätzlich die verpflichtenden Veranstaltungstermine und das Testverfahren eingeplant werden.
Welche Lernmaterialien werden verwendet?
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Studienhefte | 19 | 26 | 19 |
| Fallstudien separat ausgewiesen | 7 | Nicht gesondert beziffert | 7 |
| Präsentationstraining | Ja | Ja | Ja |
| Leitfaden zur Projektarbeit | Ja | Nicht separat ausgewiesen | Ja |
| Online-Lernplattform | Ja | Ja | Ja |
| Persönliche Lernbetreuung | Ja | Ja | Ja |
Die unterschiedlichen Heftzahlen erlauben keine unmittelbare Aussage über die Qualität oder den gesamten Lernumfang der Angebote.
Welchen Abschluss erhält man?
Bei allen drei Fernschulen muss zwischen dem Abschlusszeugnis des Fernlehrgangs und dem zusätzlichen IHK-Zertifikat unterschieden werden.
ILS-Abschlusszeugnis
Nach erfolgreicher Kursteilnahme erhalten Teilnehmer ein Zeugnis des ILS.
SGD-Abschlusszeugnis
Die SGD stellt nach erfolgreich bearbeiteten Studienleistungen ein eigenes Abschlusszeugnis aus.
Fernakademie-Abschlusszeugnis
Die Fernakademie bestätigt den erfolgreichen Fernlehrgang ebenfalls durch ein Abschlusszeugnis.
Zusätzliches IHK-Zertifikat
Bei ILS und Fernakademie setzt der Zertifikatsweg die vorgeschriebenen Veranstaltungen sowie eine erfolgreich präsentierte Projektarbeit mit anschließendem Fachgespräch voraus.
Die SGD sieht für ihre IHK-Zertifikatsvariante die Teilnahme an zwei Online-Veranstaltungen und das erfolgreiche Bestehen des lehrgangsinternen Zertifikatstests vor.
Die genaue Zertifikatsbezeichnung richtet sich danach, ob die betreffende Person zur Führung der Ingenieurbezeichnung berechtigt ist.
Wie läuft das IHK-Testverfahren ab?
ILS und Fernakademie: Projektarbeit und Fachgespräch
Bei ILS und Fernakademie umfasst die Vorbereitung auf das IHK-Zertifikat ein zweitägiges Webinar sowie ein zweitägiges Seminar in Bremen.
Nach den erforderlichen Studienleistungen wird die Projektarbeit präsentiert und in einem anschließenden Fachgespräch vor einem Expertengremium erläutert.
Die Seminar- und Webinargebühren sind nach Anbieterangaben im jeweiligen IHK-Zertifikatsweg enthalten.
SGD: Online-Veranstaltungen und Zertifikatstest
Die SGD kooperiert mit der IHK Akademie für Weiterbildung Darmstadt.
Nach den aktuellen Angaben zur IHK-Zertifikatsvariante müssen Teilnehmer an zwei Online-Veranstaltungen teilnehmen.
Im Anschluss an die zweite Veranstaltung findet der lehrgangsinterne Zertifikatstest statt.
Auf der SGD-Seite finden sich auch Angaben zu einer Präsenzvariante. Für die konkrete Buchung sollten deshalb die aktuell vorgesehenen Termine und Veranstaltungsformate ausdrücklich bestätigt werden.
Wichtig: Die IHK-Zertifikatsverfahren sind nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Fortbildungsprüfung gleichzusetzen.
Darf man sich nach dem Fernstudium Vertriebsingenieur nennen?
Die Berufsbezeichnung „Ingenieur/in“ ist in Deutschland landesrechtlich geschützt.
Wer ein IHK-Zertifikat im technischen Vertrieb erwirbt, erhält dadurch nicht automatisch die Berechtigung, diese Bezeichnung zu führen.
Absolventen, die nicht bereits nach dem einschlägigen Landesingenieurgesetz zur Führung der Ingenieurbezeichnung berechtigt sind, müssen daher die alternative Bezeichnung „Technische/r Vertriebsmanager/in“ verwenden.
Das gilt auch dann, wenn der besuchte Lehrgang selbst den Begriff „Vertriebsingenieur“ in seiner Bezeichnung enthält.
Die genauen gesetzlichen Voraussetzungen für die Führung der Ingenieurbezeichnung ergeben sich aus dem jeweiligen Landesrecht.
Ist Vertriebsingenieur (IHK) ein staatlich anerkannter Abschluss?
Die hier verglichenen Fernlehrgänge sind durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen.
Diese Zulassung bezieht sich auf das jeweilige Fernunterrichtsangebot.
Das zusätzlich mögliche IHK-Zertifikat ist ein Qualifikationsnachweis aus einem IHK-Zertifikatslehrgang.
Es handelt sich weder um einen ingenieurwissenschaftlichen Hochschulabschluss noch um eine öffentlich-rechtlich geregelte IHK-Aufstiegsfortbildung.
Insbesondere entsteht durch den Lehrgang kein akademischer Grad und kein Anspruch auf die Führung der geschützten Ingenieurbezeichnung.
Vertriebsingenieur (IHK): ILS, SGD und Fernakademie im Vergleich
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Studiendauer | 12 Monate | 12 Monate | 12 Monate |
| Lernaufwand | 10 Std./Woche | 10 Std./Woche | 10–12 Std./Woche |
| Studienhefte | 19 | 26 | 19 |
| Zusätzliche Fallstudien | 7 | Nicht separat beziffert | 7 |
| Kostenlose Verlängerung | 6 Monate | 6 Monate | 6 Monate |
| Fernschulzeugnis | Ja | Ja | Ja |
| IHK-Zertifikat möglich | Ja | Ja | Ja |
| Pflichtveranstaltungen für IHK | Webinar und Seminar, zusammen 4 Tage | Zwei Online-Veranstaltungen | Webinar und Seminar, zusammen 4 Tage |
| Zertifikatstest | Projektpräsentation und Fachgespräch | Lehrgangsinterner Test | Projektpräsentation und Fachgespräch |
| Veranstaltungsort | Bremen | Online bei der SGD | Bremen |
| ZFU-Nummer | 5148525 | 5152925 | 583912 |
Stand der Anbieterprüfung: Oktober 2026. Maßgeblich sind die aktuellen Studien- und Prüfungsbedingungen.
ILS: Vertriebsingenieur – Technischer Vertriebsmanager (IHK)
Das ILS bietet einen zwölfmonatigen Lehrgang mit ungefähr zehn Lernstunden pro Woche an.
Die kostenlose Verlängerung beträgt sechs Monate.
Zum Studienmaterial gehören 19 Studienhefte, sieben Fallstudien, ein Online-Training zur Präsentation und ein Leitfaden zur Projektarbeit.
Die Inhalte umfassen Marketing und technischen Vertrieb, Kundenmanagement, Vertriebsstrategien, Außendiensteffizienz und professionelle Verhandlungsführung.
Die IHK-Zertifikatsvariante wird in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven angeboten.
Für das IHK-Zertifikat sind ein zweitägiges Webinar, ein zweitägiges Seminar in Bremen sowie die erfolgreiche Präsentation der Projektarbeit mit Fachgespräch erforderlich.
Nach erfolgreichem Lehrgangsabschluss erhalten Teilnehmer außerdem ein ILS-Abschlusszeugnis.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 5148525.
SGD: Vertriebsingenieur/in – Technische/r Vertriebsmanager/in mit IHK-Zertifikat
Die SGD bietet den Lehrgang mit einer Regelstudiendauer von zwölf Monaten und ungefähr zehn Stunden wöchentlichem Lernaufwand an.
Die kostenlose Verlängerung ist bis zu einer Gesamtlaufzeit von 18 Monaten möglich.
Das Studienmaterial umfasst 26 Studienhefte sowie Online-Programme zur Präsentationspraxis.
Behandelt werden Marketing, Marktanalysen, Vertriebsstrategien, Kundenbeziehungen, technische Verkaufsprozesse und Verhandlungsführung.
Die SGD bietet neben der IHK-Zertifikatsvariante auch einen Lehrgangsweg mit ausschließlich institutseigenem Abschluss an.
Bei der IHK-Variante gehören nach den aktuellen Kursinformationen zwei Online-Veranstaltungen zum Pflichtprogramm. Nach der zweiten Veranstaltung wird ein lehrgangsinterner Zertifikatstest abgelegt.
Die Kooperation für den IHK-Zertifikatsabschluss erfolgt mit der IHK Akademie für Weiterbildung Darmstadt.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 5152925.
Fernakademie: Vertriebsingenieur – Technischer Vertriebsmanager (IHK)
Die Fernakademie für Erwachsenenbildung bietet ebenfalls einen zwölfmonatigen Lehrgang an.
Der empfohlene Lernaufwand beträgt etwa zehn bis zwölf Stunden pro Woche. Eine kostenlose Verlängerung um sechs Monate ist möglich.
Die Studienmaterialien umfassen 19 Studienhefte, sieben Fallstudien, ein Online-Training zur Präsentation und einen Leitfaden zur Projektarbeit.
Die Inhalte behandeln unter anderem Vertriebsstrategien, technische Kundenberatung, Key Account Management, Vertriebscontrolling, Außendiensteffizienz und Verhandlungsführung.
Für das IHK-Zertifikat sind ein zweitägiges Webinar und ein zweitägiges Seminar in Bremen vorgesehen.
Nach erfolgreicher Präsentation der Projektarbeit und anschließendem Fachgespräch kann das IHK-Zertifikat erworben werden.
Der Lehrgang wurde in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Bremen entwickelt.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 583912.
Was kostet die Weiterbildung zum Vertriebsingenieur?
Die Studiengebühren unterscheiden sich je nach Anbieter und Vertragsvariante.
Bei einem Vergleich sollten folgende Kosten berücksichtigt werden:
- Monatliche Studiengebühren
- Gesamtkosten des zwölfmonatigen Lehrgangs
- Studienhefte und zusätzliche Lernmaterialien
- Online-Training und persönliche Lernbetreuung
- Pflichtveranstaltungen zum IHK-Zertifikat
- Eventuelle zusätzliche Prüfungsgebühren
- Reise- und Übernachtungskosten für Bremen, sofern erforderlich
- Kosten bei einer möglichen Wiederholung des Tests
ILS und Fernakademie geben an, dass die Gebühren für die vorgesehenen Webinare und Seminare im IHK-Zertifikatsweg enthalten sind.
Bei der SGD sind die genannten Online-Veranstaltungen nach Anbieterangaben ebenfalls bereits in den Studiengebühren enthalten.
Die vollständigen Gesamtkosten und die konkret enthaltenen Leistungen sollten vor der Anmeldung schriftlich geprüft werden.
Da aktuelle Lehrgangspreise nicht bei allen Anbietern ohne eine gesonderte Abfrage zuverlässig vergleichbar sind, nennen wir keine ungeprüften Festpreise.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bildungsgutschein
ILS und SGD weisen auf eine mögliche Förderung über einen Bildungsgutschein hin.
Bei erfüllten individuellen Voraussetzungen und entsprechend zugelassener Maßnahme kann eine Förderung bis zur vollständigen Übernahme der förderfähigen Kosten möglich sein.
Eine ZFU-Zulassung allein ist kein Nachweis für die Förderfähigkeit durch einen Bildungsgutschein.
Unterstützung durch den Arbeitgeber
Wenn technische Mitarbeiter künftig Aufgaben im Vertrieb übernehmen sollen, kann eine vollständige oder teilweise Kostenübernahme durch den Arbeitgeber sinnvoll sein.
Steuerliche Berücksichtigung
Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können unter den gesetzlichen Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden.
Aufstiegs-BAföG
Der IHK-Zertifikatslehrgang ist nicht automatisch eine nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähige Aufstiegsfortbildung.
Was verdient ein Vertriebsingenieur?
Im technischen Vertrieb kann die Vergütung aus einem festen Gehalt und gegebenenfalls erfolgsabhängigen Bestandteilen bestehen.
Die tatsächliche Höhe hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:
- Technischer Grundqualifikation
- Berufserfahrung
- Branche und Produktspezialisierung
- Unternehmensgröße
- Umsatz- und Ergebnisverantwortung
- Größe und Bedeutung der betreuten Kunden
- Regionalem oder internationalem Vertriebsgebiet
- Variabler Vergütung und weiteren Vertragsbestandteilen
- Führungsverantwortung
Ein technischer Vertriebsmitarbeiter im Innendienst übernimmt andere Aufgaben als ein erfahrener Vertriebsingenieur mit Verantwortung für internationale Großkunden.
Für eine realistische Gehaltseinschätzung sollten aktuelle Stellenangebote und belastbare Gehaltsdaten vergleichbarer Tätigkeiten herangezogen werden.
Ein Fernschulzeugnis oder IHK-Zertifikat garantiert keine bestimmte Vergütung.
Welche Karrierechancen bietet der technische Vertrieb?
Mit der Weiterbildung können technische Fachkräfte ihre bisherigen Kenntnisse um Vertriebskompetenzen erweitern.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- Technischer Vertriebsinnendienst
- Technischer Außendienst
- Vertriebsberatung
- Vertriebsprojektmanagement
- Key Account Management
- Internationaler technischer Vertrieb
- Produktmanagement
- Technisches Servicemanagement
- Vertriebskoordination
- Vertriebsleitung bei entsprechender Erfahrung
Je nach Position können weitere technische Kenntnisse, Fremdsprachen, Verhandlungserfahrung und Führungsfähigkeiten erforderlich sein.
Vertriebsingenieur oder Sales Manager?
Beide Tätigkeitsfelder beschäftigen sich mit dem erfolgreichen Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Der technische Vertrieb setzt jedoch häufig tiefergehende Produktkenntnisse voraus.
| Vertriebsingenieur / Technischer Vertriebsmanager | Sales Manager |
|---|---|
| Schwerpunkt auf erklärungsbedürftigen technischen Leistungen | Allgemeiner Schwerpunkt auf Vertrieb und Verkauf |
| Verbindung technischer Anforderungen mit Kundenberatung | Verkaufsstrategie, Kundenansprache und Abschluss |
| Häufig industrielle Geschäftskunden und Investitionsgüter | Je nach Unternehmen B2B- oder B2C-Vertrieb |
| Technische Lösungskonzepte und projektbezogener Vertrieb | Breite vertriebliche Methoden und Kundenmanagement |
Wer vor allem grundlegende Verkaufsmethoden und Vertriebsorganisation erlernen möchte, kann auch eine allgemeine Sales-Manager-Weiterbildung prüfen.
Vertriebsingenieur oder Key Account Manager?
Ein Vertriebsingenieur konzentriert sich insbesondere auf die technische Beratung und den Vertrieb erklärungsbedürftiger Produkte.
Ein Key Account Manager betreut strategisch besonders wichtige Kunden und entwickelt diese Geschäftsbeziehungen langfristig weiter.
In der Praxis können beide Aufgaben zusammenfallen, beispielsweise wenn ein Vertriebsingenieur die wichtigsten Industriekunden seines Unternehmens betreut.
Für eine stärker kundenstrategische Spezialisierung kann unser Artikel Key Account Manager (IHK) hilfreich sein.
Welche Rolle spielen CRM-Systeme?
CRM-Systeme unterstützen Unternehmen bei der strukturierten Verwaltung von Kundeninformationen und Vertriebsprozessen.
Sie können beispielsweise Kontakte, Angebote, Vertriebschancen und geplante Folgetermine dokumentieren.
Im technischen Vertrieb sind solche Systeme besonders hilfreich, weil Verkaufsprozesse oft länger dauern und mehrere Ansprechpartner beteiligt sind.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zur Weiterbildung CRM-Manager (IHK).
Wie verändert künstliche Intelligenz den technischen Vertrieb?
KI-Anwendungen können bestimmte Aufgaben im technischen Vertrieb unterstützen.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- Strukturierung von Kundenanfragen
- Unterstützung bei Marktanalysen
- Erstellung erster Präsentationsentwürfe
- Auswertung von CRM-Daten
- Vorbereitung von Gesprächsleitfäden
- Zusammenfassung technischer Dokumente
- Erkennung von Mustern in Vertriebskennzahlen
Technische Aussagen, Preise und kundenbezogene Empfehlungen müssen fachlich überprüft werden.
Vertrauliche Kundeninformationen dürfen außerdem nur entsprechend den geltenden Datenschutz- und Unternehmensvorgaben verarbeitet werden.
Wie gibt man den Abschluss im Lebenslauf an?
Wichtig ist, die tatsächlich erworbene Qualifikation korrekt anzugeben.
Mit Berechtigung zur Ingenieurbezeichnung
Beispiel: 2026 – Vertriebsingenieur/in (IHK), IHK-Zertifikat im technischen Vertrieb
Ohne Berechtigung zur Ingenieurbezeichnung
Beispiel: 2026 – Technische/r Vertriebsmanager/in (IHK), IHK-Zertifikat im technischen Vertrieb
Nur mit Fernschulzeugnis
Beispiel: 2026 – Fernlehrgang Technischer Vertrieb, Abschlusszeugnis des ILS
Eine IHK-Zertifizierung darf nur angegeben werden, wenn die entsprechenden Prüfungsleistungen erfolgreich erbracht wurden.
Vorteile und mögliche Nachteile der Weiterbildung
Vorteile
- Berufsbegleitendes Lernen
- Zwölf Monate Regelstudienzeit
- Verbindung technischer Kenntnisse mit Vertriebsmethoden
- Kenntnisse zu Kundenberatung und Verhandlungsführung
- Markt- und Wettbewerbsanalyse
- Praxisorientierte Fallstudien
- Zusätzliches IHK-Zertifikat möglich
- Interessant für unterschiedliche technische Branchen
Mögliche Nachteile
- Regelmäßiger Lernaufwand erforderlich
- Technische Grundkenntnisse und Erfahrung sind wichtig
- Für das IHK-Zertifikat sind zusätzliche Leistungen erforderlich
- Bei ILS und Fernakademie müssen Termine in Bremen eingeplant werden
- Kein öffentlich-rechtlicher IHK-Fortbildungsabschluss
- Keine automatische Berechtigung zur Führung der Ingenieurbezeichnung
- Keine Garantie für eine bestimmte Vertriebsposition
Checkliste vor der Anmeldung
- Verfügen Sie über technische Grundkenntnisse und erste passende Berufserfahrung?
- Möchten Sie in den Vertriebsinnendienst oder Außendienst wechseln?
- Welche technischen Produkte möchten Sie künftig vertreiben?
- Können Sie ungefähr zehn bis zwölf Stunden pro Woche lernen?
- Wie praxisnah sind die Fallstudien und Verkaufsübungen?
- Welcher IHK-Zertifikatsweg wird aktuell angeboten?
- Sind Online-Veranstaltungen oder Präsenztermine verpflichtend?
- Können Sie gegebenenfalls nach Bremen reisen?
- Welche Prüfungsleistungen müssen erbracht werden?
- Welche Abschlussbezeichnung dürfen Sie tatsächlich verwenden?
- Wie hoch sind die gesamten Studiengebühren?
- Welche zusätzlichen Reise- oder Prüfungskosten entstehen?
- Kommt eine Förderung oder Unterstützung durch den Arbeitgeber infrage?
Häufige Fragen zur Weiterbildung Vertriebsingenieur (IHK)
Was macht ein Vertriebsingenieur?
Ein Vertriebsingenieur verbindet technisches Fachwissen mit Vertriebskompetenzen. Er berät Geschäftskunden zu technischen Produkten, entwickelt passende Angebote und begleitet Verkaufsprozesse.
Wie wird man Vertriebsingenieur?
Typisch ist eine technische Grundqualifikation mit ergänzenden Kenntnissen im Vertrieb. Die Führung der Ingenieurbezeichnung setzt zusätzlich die Berechtigung nach dem jeweiligen Landesingenieurgesetz voraus.
Kann man Vertriebsingenieur im Fernstudium werden?
ILS, SGD und Fernakademie bieten entsprechende Lehrgänge im technischen Vertrieb an. Der Lehrgang allein verleiht jedoch nicht die geschützte Ingenieurbezeichnung.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Bei allen drei untersuchten Anbietern beträgt die Regelstudienzeit zwölf Monate.
Wie hoch ist der wöchentliche Lernaufwand?
Je nach Anbieter werden ungefähr zehn bis zwölf Stunden pro Woche empfohlen.
Welche Voraussetzungen gelten?
Die Anbieter erwarten technische Grundkenntnisse und passende Berufserfahrung beziehungsweise erste Berufserfahrung im relevanten Themengebiet.
Ist ein Ingenieurstudium erforderlich?
Für die Teilnahme am Fernlehrgang nicht grundsätzlich. Für die Verwendung der Berufsbezeichnung Vertriebsingenieur muss jedoch eine entsprechende Berechtigung zur Führung der Ingenieurbezeichnung vorliegen.
Welchen Abschluss erhält man?
Nach erfolgreichem Fernlehrgang erhalten Teilnehmer ein institutseigenes Abschlusszeugnis. Zusätzlich kann über die vorgesehenen Veranstaltungen und Prüfungsleistungen ein IHK-Zertifikat erworben werden.
Ist Vertriebsingenieur (IHK) ein staatlich geregelter Fortbildungsabschluss?
Nein. Es handelt sich um einen IHK-Zertifikatslehrgang, nicht um eine öffentlich-rechtliche IHK-Fortbildungsprüfung.
Darf man sich nach dem IHK-Zertifikat Ingenieur nennen?
Nein, nicht allein aufgrund des Zertifikats. Die Führung der Ingenieurbezeichnung richtet sich nach dem jeweils geltenden Landesingenieurgesetz.
Welche Bezeichnung erhalten Teilnehmer ohne Ingenieurqualifikation?
Für sie ist bei den untersuchten Lehrgängen die Bezeichnung Technische/r Vertriebsmanager/in vorgesehen.
Muss man eine Projektarbeit schreiben?
Bei ILS und Fernakademie ist für das IHK-Zertifikat eine Projektarbeit mit Präsentation und Fachgespräch vorgesehen. Die SGD beschreibt einen gesonderten lehrgangsinternen Zertifikatstest.
Wo findet die IHK-Prüfung statt?
ILS und Fernakademie nennen ein Seminar in Bremen. Die SGD beschreibt für die aktuelle IHK-Variante Online-Veranstaltungen mit anschließendem Test.
Was kostet die Weiterbildung?
Die Studiengebühren unterscheiden sich je nach Anbieter und Angebot. Zusätzlich sollten gegebenenfalls Reise- und Prüfungskosten berücksichtigt werden.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei entsprechend zugelassenen Maßnahmen und erfüllten persönlichen Voraussetzungen kann eine Förderung über Bildungsgutschein möglich sein. Auch eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber kommt infrage.
Was verdient ein Vertriebsingenieur?
Das Gehalt hängt unter anderem von Branche, beruflicher Erfahrung, Produktspezialisierung und Umsatzverantwortung ab. Häufig kommen erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile hinzu.
Wo arbeiten Vertriebsingenieure?
Beispielsweise im Maschinenbau, der Elektrotechnik, Automatisierung, Energie- und Umwelttechnik sowie im technischen IT-Vertrieb.
Was unterscheidet Vertriebsingenieur und Sales Manager?
Im technischen Vertrieb stehen komplexe technische Produkte und die dazugehörige Beratung im Mittelpunkt. Das Sales Management ist branchenübergreifender ausgerichtet.
Ist die Weiterbildung für Techniker und Meister geeignet?
Ja. Gerade technisch qualifizierte Fachkräfte können mit dem Lehrgang Vertriebskenntnisse ergänzen. Die Ingenieurbezeichnung erhalten sie dadurch nicht automatisch.
Fazit: Lohnt sich die Weiterbildung zum Vertriebsingenieur?
Die Weiterbildung zum Vertriebsingenieur beziehungsweise Technischen Vertriebsmanager (IHK) kann eine sinnvolle Zusatzqualifikation für Berufstätige mit technischem Hintergrund sein, die Kunden beraten, technische Lösungen verkaufen und anspruchsvolle Vertriebsaufgaben übernehmen möchten.
Die Fernlehrgänge von ILS, SGD und Fernakademie vermitteln Kenntnisse über Marketing, Vertriebsstrategien, Kundenmanagement, technische Verkaufsgespräche und Verhandlungsführung.
Alle drei Anbieter sehen zwölf Monate Regelstudienzeit vor und ermöglichen neben dem Abschlusszeugnis der Fernschule einen zusätzlichen IHK-Zertifikatsweg.
Unterschiede gibt es insbesondere beim Studienmaterial und beim Ablauf der IHK-Zertifizierung: ILS und Fernakademie arbeiten mit Projektpräsentation und Fachgespräch in Verbindung mit Veranstaltungen in Bremen. Die SGD beschreibt zwei Online-Veranstaltungen und einen anschließenden Zertifikatstest.
Unsere Empfehlung: Vergleichen Sie vor der Anmeldung die Studiengebühren, die IHK-Testverfahren und mögliche Reiseaufwendungen. Prüfen Sie außerdem, ob Sie die geschützte Ingenieurbezeichnung führen dürfen. Auch ohne diese Berechtigung kann die Weiterbildung als Technische/r Vertriebsmanager/in eine passende berufliche Spezialisierung sein.
Quellen und weiterführende Informationen
- ILS: Vertriebsingenieur – Technischer Vertriebsmanager (IHK)
- SGD: Technischer Vertrieb mit IHK-Zertifikat
- Fernakademie: Vertriebsingenieur – Technischer Vertriebsmanager (IHK)
- Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht
- Produktmanager (IHK): Weiterbildung und Prüfung
- Key Account Manager (IHK): Fernstudium und Karriere
- CRM-Manager (IHK): Weiterbildung und Abschluss
- Projektmanagement (IHK): Fernstudium und Prüfung
Stand: Oktober 2026. Kursangebote, Studiengebühren, Veranstaltungsformate und Prüfungsbedingungen können sich ändern. Die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung Ingenieur/in richtet sich nach dem jeweils einschlägigen Landesrecht.
