Zimmerermeister werden: Voraussetzungen, Meisterschule, Kosten und Gehalt

Wer als Zimmerer mehr Verantwortung übernehmen, anspruchsvolle Holzkonstruktionen planen oder einen eigenen Zimmereibetrieb führen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Zimmerermeister den nächsten beruflichen Schritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet handwerkliches Fachwissen mit technischer Planung, Betriebsführung und Mitarbeiterleitung.

Zimmerermeister arbeiten an Dachstühlen, Holzhäusern, Tragwerken und modernen Holzbaukonstruktionen. Sie kalkulieren Bauvorhaben, organisieren Baustellen, überwachen die Qualität und übernehmen Verantwortung für die wirtschaftliche Abwicklung der Aufträge.

Auch die wachsende Bedeutung des Holzbaus, energetische Gebäudesanierungen und digitale Planungsverfahren schaffen interessante Aufgaben für qualifizierte Fach- und Führungskräfte.

Doch welche Voraussetzungen gelten für die Zimmerermeisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, welche Kosten entstehen und wie viel verdient ein Zimmerermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.

Zimmerermeister: Das Wichtigste im Überblick

Abschluss Zimmerermeister / Zimmerermeisterin
Weitere Bezeichnung Zimmermeister; zusätzlich Bachelor Professional im Zimmerer-Handwerk
Zuständigkeit Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss
Rechtsgrundlagen Handwerksordnung und Zimmerermeisterverordnung
Prüfung Vier selbstständige Prüfungsteile
Zulassung In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich
Dauer Je nach Kurs mehrere Monate in Vollzeit oder deutlich länger berufsbegleitend
Lehrgangskosten Beispielsweise rund 8.000 bis über 16.000 Euro für die Teile I und II; weitere Kosten möglich
Förderung Aufstiegs-BAföG und gegebenenfalls weitere Förderprogramme
DQR-Niveau Niveau 6
Karriere Betriebsleitung, Bauleitung, Holzbauplanung, Ausbildung und Selbstständigkeit

Das Zimmererhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.

Die fachpraktischen und fachtheoretischen Prüfungsteile richten sich nach der Zimmerermeisterverordnung vom 16. April 2008 in der geltenden Fassung.

Der Zimmerermeister ist ein bundesweit anerkannter Handwerksmeisterabschluss. Nach bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich der Fortbildungsabschluss Bachelor Professional erlangt. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf die berufliche Meisterqualifikation und nicht auf einen akademischen Hochschulabschluss.

Welche Aufgaben hat ein Zimmerermeister?

Zimmerermeister übernehmen die fachliche, organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung für Zimmerer- und Holzbauarbeiten. Sie planen Baukonstruktionen, organisieren deren Herstellung und Montage und überwachen die fachgerechte Ausführung.

Je nach Betriebsgröße arbeiten sie selbst praktisch mit oder konzentrieren sich auf Planung, Bauleitung, Kundenbetreuung und Mitarbeiterführung.

Dachkonstruktionen und Holzbau

Zu den klassischen Tätigkeiten gehört die Planung und Herstellung von Dachkonstruktionen. Dabei müssen statische, bauphysikalische und konstruktive Anforderungen berücksichtigt werden.

Typische Aufgaben sind:

  • Planung und Herstellung von Dachstühlen
  • Ausmittlung und Abbund von Dachkonstruktionen
  • Herstellung tragender Holzbauteile
  • Planung von Holzverbindungen und Anschlüssen
  • Montage vorgefertigter Holzbauelemente
  • Herstellung von Decken-, Wand- und Dachkonstruktionen
  • Planung und Überwachung von Holzrahmenbauarbeiten
  • Sanierung und Instandsetzung bestehender Holzkonstruktionen
  • Kontrolle der technischen und handwerklichen Qualität

Moderner Holzhausbau und energetische Sanierung

Im modernen Holzbau werden komplette Gebäude oder größere Bauteile teilweise in Werkstätten vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert.

Zimmerermeister können solche Projekte von der Arbeitsvorbereitung bis zur Fertigstellung begleiten.

Weitere wichtige Tätigkeitsfelder sind:

  • Holzrahmen- und Holztafelbau
  • Vorfertigung von Wand-, Dach- und Deckenelementen
  • Aufstockungen und Dachausbauten
  • Energetische Dach- und Fassadensanierung
  • Wärme-, Feuchte- und Schallschutz
  • Brandschutz im Holzbau
  • Erhaltung und Modernisierung bestehender Gebäude
  • Holzschutz und konstruktive Maßnahmen gegen Feuchtigkeitsschäden

Im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen sind insbesondere die Anforderungen an die luftdichte Gebäudehülle, die Vermeidung von Wärmebrücken und der fachgerechte Feuchteschutz wichtig.

Technische Planung und digitale Arbeitsvorbereitung

Die Arbeit in modernen Zimmereien ist längst nicht mehr ausschließlich von klassischen Handwerkzeugen geprägt.

Zimmerermeister erstellen technische Zeichnungen, planen Konstruktionen und bereiten Bauteile für die Fertigung vor.

Je nach Unternehmen kommen dafür CAD-Programme, dreidimensionale Holzbauplanung und CNC-gesteuerte Abbundanlagen zum Einsatz.

Auch digitale Aufmaße, Materiallisten und die Abstimmung von Bauprojekten mit anderen Gewerken gehören zu den möglichen Aufgaben.

Betriebsführung und Mitarbeiterleitung

Neben den fachlichen Tätigkeiten übernehmen Zimmerermeister zahlreiche organisatorische und kaufmännische Aufgaben.

  • Beratung von Bauherren und Auftraggebern
  • Prüfung von Bauunterlagen
  • Erstellung von Angeboten und Kalkulationen
  • Materialeinkauf und Materialdisposition
  • Personal- und Baustellenplanung
  • Koordination mit anderen Gewerken
  • Überwachung von Terminen und Kosten
  • Qualitätsmanagement und Arbeitsschutz
  • Abrechnung und Nachkalkulation
  • Ausbildung und fachliche Anleitung von Mitarbeitern

Welche Voraussetzungen gelten für die Zimmerermeisterprüfung?

Die Zulassung zur Meisterprüfung ist in § 49 der Handwerksordnung geregelt.

Der klassische Zugangsweg führt über eine erfolgreich abgeschlossene Gesellenprüfung im Zimmererhandwerk.

Auch mit einer Gesellenprüfung in einem entsprechenden verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder einer entsprechenden anerkannten Abschlussprüfung ist eine Zulassung möglich.

Wie viel Berufserfahrung braucht man?

Wer eine einschlägige Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung erfolgreich abgelegt hat, benötigt grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre.

Für bestimmte anerkannte Ausbildungsberufe mit einer vorgeschriebenen Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren ist dagegen grundsätzlich mindestens ein Jahr einschlägige Berufstätigkeit erforderlich.

Meisterprüfung mit einem anderen Berufsabschluss

Auch Personen mit einem anderen anerkannten Berufsabschluss können unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden.

Hierfür ist in der Regel eine mehrjährige einschlägige Berufstätigkeit im Zimmererhandwerk nachzuweisen. Nach der Handwerksordnung dürfen grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Fachschulzeiten angerechnet oder gesetzlich vorgesehene Ausnahmen zugelassen werden.

Weitere Zulassungsmöglichkeiten bestehen beispielsweise für Personen, die bereits eine andere Meisterprüfung bestanden haben oder über eine entsprechend anerkannte berufliche Qualifikation verfügen.

Wichtig: Die Teilnahme an einem Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Voraussetzung für die Meisterprüfung. Wegen der anspruchsvollen praktischen und theoretischen Prüfungsinhalte ist eine strukturierte Vorbereitung aber empfehlenswert. Die individuelle Zulassung sollte vor der Anmeldung mit der zuständigen Handwerkskammer geklärt werden.

Wie läuft die Zimmerermeisterprüfung ab?

Die Meisterprüfung im Zimmererhandwerk umfasst vier selbstständige Teile. Die Teile I und II beziehen sich unmittelbar auf die fachlichen Anforderungen des Zimmererhandwerks.

Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung

Der fachpraktische Prüfungsteil besteht aus drei Prüfungsbestandteilen:

  • Meisterprüfungsprojekt
  • Fachgespräch
  • Situationsaufgabe

Meisterprüfungsprojekt

Das Meisterprüfungsprojekt orientiert sich an einem anspruchsvollen Kundenauftrag.

Die Teilnehmer müssen ein Bauvorhaben unter Berücksichtigung der technischen, konstruktiven und wirtschaftlichen Anforderungen planen und dokumentieren.

Das Projekt umfasst insbesondere:

  • Planungsunterlagen für ein Bauwerk
  • Technische Zeichnungen und Werkstattzeichnungen
  • Bearbeitung von Dach-, Decken-, Wand- oder anderen Holzkonstruktionen
  • Statische Nachweise im Rahmen der Prüfungsanforderungen
  • Leistungsbeschreibungen
  • Mengen- und Materialberechnungen
  • Dokumentation der geplanten Ausführung

Die Meisterprüfungsarbeit ist dabei kein beliebiges selbst gewähltes Werkstück. Die Anforderungen werden vom Meisterprüfungsausschuss festgelegt. Ein Umsetzungskonzept muss vor der Durchführung zur Genehmigung vorgelegt werden.

Nach der geltenden Verordnung soll die Durchführung des Meisterprüfungsprojekts nicht länger als fünf Arbeitstage dauern.

Fachgespräch

Im anschließenden Fachgespräch müssen die Prüflinge ihre technischen Entscheidungen erläutern, die gewählte Vorgehensweise begründen und Fragen zu den Planungsergebnissen beantworten.

Das Fachgespräch soll nicht länger als 30 Minuten dauern.

Situationsaufgabe

Die Situationsaufgabe überprüft zusätzliche praktische und planerische Fertigkeiten.

Nach der geltenden Verordnung gehören dazu insbesondere Aufgaben aus der Dachausmittlung oder dem Treppenbau sowie die Erkennung und Bewertung von Fehlern oder Mängeln an einer Holzkonstruktion.

Die Situationsaufgabe soll nicht länger als acht Stunden dauern.

Für die Bewertung werden das Meisterprüfungsprojekt und das Fachgespräch zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet. Das daraus ermittelte Ergebnis wird mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.

Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung

Der fachtheoretische Prüfungsteil umfasst vier Handlungsfelder:

1. Bautechnik

Im Handlungsfeld Bautechnik werden technische und konstruktive Aufgaben des Zimmererhandwerks behandelt.

Wichtige Themen sind:

  • Holzkonstruktionen planen und berechnen
  • Statische und bauphysikalische Anforderungen bewerten
  • Anschlüsse und Verbindungen bemessen
  • Dachkonstruktionen und Dachdeckungen beurteilen
  • Holztreppen planen
  • Grundlagen angrenzender Baugewerke berücksichtigen
  • Konstruktionen unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten bewerten

2. Arbeitsvorbereitung, Materialdisposition, Baustoffe

In diesem Handlungsfeld geht es um die Vorbereitung und Organisation der betrieblichen Fertigung.

Dazu zählen die Planung von Arbeitsabläufen, die Auswahl geeigneter Baustoffe, Materialmengenberechnungen und die Bereitstellung von Maschinen und Werkzeugen.

Auch die Eigenschaften verschiedener Holzarten, Holzwerkstoffe und Verbindungsmittel spielen eine wichtige Rolle.

3. Auftragsabwicklung

Hier müssen die Teilnehmer zeigen, dass sie Kundenaufträge fachgerecht und wirtschaftlich bearbeiten können.

Wichtige Bereiche sind:

  • Auftragsplanung
  • Arbeitsvorbereitung
  • Angebotserstellung
  • Leistungsbeschreibungen
  • Kalkulation und Nachkalkulation
  • Koordination mit anderen Gewerken
  • Qualitätskontrolle
  • Baustellenorganisation und Abrechnung

4. Betriebsführung und Betriebsorganisation

Dieses Handlungsfeld beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen und organisatorischen Führung eines Zimmererbetriebs.

Zu den Inhalten gehören insbesondere Kostenrechnung, Unternehmenskennzahlen, Mitarbeiterführung, Qualitätsmanagement, Marketing, Arbeitsschutz und betriebliche Organisation.

Die Prüfung in Teil II wird schriftlich durchgeführt. Sie soll je Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern.

Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse

Im dritten Teil der Meisterprüfung werden grundlegende Kenntnisse der Unternehmensführung geprüft.

Zu den wichtigen Themen gehören:

  • Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beurteilen
  • Unternehmensgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
  • Unternehmensstrategien entwickeln
  • Finanzierung und Investitionsplanung
  • Kalkulation und Rechnungswesen
  • Rechtliche Grundlagen des Betriebsalltags

Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik

Der vierte Prüfungsteil behandelt die Planung, Durchführung und Bewertung der betrieblichen Ausbildung.

Die Teilnehmer müssen zeigen, dass sie Auszubildende fachlich und pädagogisch begleiten und geeignete Lernprozesse gestalten können.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen beantragt werden, wenn bereits entsprechende gleichwertige Qualifikationen nachgewiesen wurden.

Welche Inhalte werden in der Zimmerermeisterschule vermittelt?

Die Meistervorbereitung kombiniert technisches Fachwissen, praktische Fertigkeiten und wirtschaftliche Kenntnisse.

Der genaue Unterrichtsplan hängt vom Anbieter ab. Typische Themen sind jedoch in allen Meisterschulen ähnlich.

Holzbau und Baukonstruktion

  • Holzarten, Holzwerkstoffe und Baustoffkunde
  • Planung und Konstruktion von Dachstühlen
  • Holzrahmen- und Holztafelbau
  • Tragende Holzverbindungen und Verbindungsmittel
  • Decken-, Wand- und Dachkonstruktionen
  • Treppenbau
  • Ingenieurholzbau und konstruktive Grundlagen
  • Holzschutz und Bauphysik

Technisches Zeichnen, Statik und digitale Planung

  • Technische Zeichnungen erstellen und lesen
  • CAD-gestützte Konstruktion
  • Dreidimensionale Holzbauplanung
  • Statische Grundlagen und Bemessungen
  • Dachausmittlung
  • Rechnerischer Abbund
  • Material- und Massenermittlung
  • Arbeitsvorbereitung für Abbundmaschinen

Bauphysik und energetische Sanierung

Besonders im modernen Holzbau sind bauphysikalische Kenntnisse unverzichtbar.

Zu den typischen Themen gehören:

  • Wärmeschutz
  • Feuchteschutz
  • Schallschutz
  • Brandschutz
  • Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Wärmebrücken
  • Sanierung bestehender Dachkonstruktionen
  • Energetische Verbesserung von Holzbauteilen

Betriebswirtschaft und Organisation

  • Auftragskalkulation
  • Baustellen- und Projektorganisation
  • Materialwirtschaft
  • Personalführung
  • Kostenrechnung
  • Nachkalkulation
  • Qualitätsmanagement
  • Arbeitsschutz
  • Vertragsrecht und Unternehmensführung

Welche Rolle spielt CAD im Zimmererhandwerk?

Computerunterstützte Planung ist für viele Zimmereibetriebe ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsvorbereitung.

Mit geeigneter Software können Dachkonstruktionen und Holzbauteile dreidimensional geplant, geprüft und für die Fertigung vorbereitet werden.

Verschiedene Meisterschulen berücksichtigen solche Verfahren bereits ausdrücklich im Unterricht. Welche Software verwendet wird, hängt vom Bildungsträger ab.

Bei der Kurswahl sollte deshalb geprüft werden, welche digitalen Vorkenntnisse erwartet werden und ob ein eigener Laptop erforderlich ist.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Zimmerermeister?

Die Dauer der Meistervorbereitung hängt vom Unterrichtsmodell, dem Anbieter und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.

Bei den meisten gewerkespezifischen Angeboten stehen zunächst die Teile I und II im Mittelpunkt. Die Teile III und IV werden häufig getrennt angeboten.

Zimmerermeisterschule in Vollzeit

Vollzeitkurse für die fachlichen Prüfungsteile I und II dauern bei den recherchierten Anbietern häufig rund sieben bis acht Monate.

Beispiele sind:

  • HWK Koblenz: 1. Dezember 2026 bis 9. Juli 2027
  • HWK Chemnitz: 1. Dezember 2026 bis 30. Juli 2027
  • HWK Aachen: 5. Oktober 2027 bis 13. April 2028

Die jeweiligen Prüfungen können nach dem eigentlichen Unterrichtszeitraum stattfinden.

Berufsbegleitende Zimmerermeisterschule

Wer weiterhin im Beruf arbeiten möchte, kann einen berufsbegleitenden Lehrgang besuchen.

Ein Beispiel ist der von der Handwerkskammer Köln ausgeschriebene Vorbereitungskurs für die Teile I und II vom 8. November 2027 bis zum 25. Juli 2029.

Der Unterricht findet unter anderem abends und samstags statt. Einzelne Unterrichtsabschnitte können online durchgeführt werden.

Eine weitere berufsbegleitende Möglichkeit bietet die Handwerkskammer München und Oberbayern am Standort Traunstein.

Kann man den Zimmerermeister online machen?

Die fachlichen Anforderungen der Meisterprüfung umfassen umfangreiche praktische und technische Aufgaben. Deshalb ist eine vollständige rein digitale Vorbereitung nicht mit jedem Meisterkurs vergleichbar.

Einige Bildungsträger kombinieren jedoch digitale Theoriephasen mit Präsenzunterricht und praktischen Übungen.

Die Ausbildung in digitaler Holzbauplanung kann ebenfalls teilweise über geeignete Lernplattformen und Software erfolgen.

Vor der Anmeldung sollte geklärt werden, wie praktische Inhalte vermittelt und auf welche Prüfungsteile die Teilnehmer vorbereitet werden.

Was kostet die Zimmerermeisterschule?

Die Kosten der Meistervorbereitung unterscheiden sich je nach Bildungsträger, Unterrichtsform und Leistungsumfang.

Neben den Lehrgangsgebühren können insbesondere Prüfungsgebühren, Softwarekosten, Lernmittel sowie Fahrt- und Unterkunftskosten entstehen.

Aktuelle Kostenbeispiele für die Zimmerermeister-Ausbildung

Anbieter Lehrgang Kursgebühr
HWK Aachen Teile I und II, Vollzeit 7.980 €
HWK Koblenz Teile I und II, Vollzeit 9.590 €
HWK Chemnitz Teile I und II, Vollzeit 10.670 €
HWK Köln Teile I und II, Teilzeit 10.986 €
HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade Teile I und II, Vollzeit in Lüneburg 16.184 €

Die Angaben beziehen sich auf veröffentlichte Kursangebote für die fachlichen Teile I und II. Stand der Recherche: Oktober 2026. Termine, Gebühren und freie Plätze können sich ändern.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen?

Zusätzlich zur Lehrgangsgebühr können weitere Ausgaben anfallen.

  • Prüfungsgebühren der Handwerkskammer
  • Vorbereitung auf die Teile III und IV
  • Lernmittel und Fachbücher
  • Softwarelizenzen und technische Ausstattung
  • Material für praktische Übungen
  • Fahrtkosten und gegebenenfalls Unterkunft
  • Möglicher Verdienstausfall während eines Vollzeitlehrgangs

Bei der HWK Chemnitz werden beispielsweise für den Kurs ab Oktober 2027 zusätzlich zur Lehrgangsgebühr von 10.670 Euro Prüfungsgebühren in Höhe von 730 Euro genannt. Weitere Prüfungsnebenkosten können anfallen.

Die HWK Köln weist für einen berufsbegleitenden Kurs Gebühren von 10.986 Euro sowie 1.700 Euro Prüfungsgebühren aus.

Tipp: Vor der Anmeldung sollte ein vollständiges Kostenangebot eingeholt werden. Achten Sie insbesondere darauf, ob die Meisterprüfungsteile III und IV enthalten sind und welche zusätzlichen Ausgaben für Software, Prüfungen und Material entstehen.

Welche Meisterschulen bieten die Zimmerermeister-Ausbildung an?

Die Vorbereitung auf die Zimmerermeisterprüfung wird unter anderem von Bildungszentren der Handwerkskammern und spezialisierten Einrichtungen des Holzbauhandwerks angeboten.

Bei der Wahl der Meisterschule sollten nicht nur die Gebühren, sondern auch der Standort, die Kursdauer, die Unterrichtsform und die praktische Ausstattung berücksichtigt werden.

Handwerkskammer Aachen

Die Handwerkskammer Aachen bietet einen Vollzeitlehrgang für die Teile I und II im Zimmererhandwerk an.

Der ausgeschriebene Kurs läuft vom 5. Oktober 2027 bis zum 13. April 2028 und umfasst 1.100 Unterrichtsstunden zu jeweils 45 Minuten.

Die Lehrgangsgebühr beträgt 7.980 Euro. Der Kurs wird mit Warteliste geführt.

Für den Unterricht wird unter anderem ein eigener Laptop benötigt, der die Systemanforderungen der eingesetzten CAD-Software erfüllt.

Weitere Informationen zur Zimmerermeisterschule in Aachen

Handwerkskammer Koblenz

Die Handwerkskammer Koblenz bietet einen Vollzeitkurs zur Vorbereitung auf die fachlichen Teile I und II an.

Der veröffentlichte Lehrgang läuft vom 1. Dezember 2026 bis zum 9. Juli 2027 und umfasst 1.100 Unterrichtsstunden zu jeweils 45 Minuten.

Die Kursgebühr beträgt 9.590 Euro. Der ausgeschriebene Termin wird mit Warteliste geführt.

Zu den Unterrichtsinhalten gehören unter anderem Statik, Dachausmittlung, rechnerischer Abbund, CAD und Treppenbau.

Meistervorbereitung der HWK Koblenz ansehen

Handwerkskammer Chemnitz

Die Handwerkskammer Chemnitz bietet Vorbereitungskurse im Zimmererhandwerk am Bildungs- und Technologiezentrum Chemnitz an.

Ein ausgeschriebener Vollzeitlehrgang läuft vom 4. Oktober 2027 bis zum 9. Juni 2028 und umfasst 1.076 Unterrichtseinheiten.

Die Lehrgangsgebühr beträgt 10.670 Euro. Zusätzlich werden 730 Euro Prüfungsgebühren sowie mögliche Prüfungsnebenkosten genannt.

Der Termin wird vom Anbieter derzeit als ausgebucht gekennzeichnet. Weitere Kurse sind veröffentlicht.

Zimmerermeisterkurse der HWK Chemnitz ansehen

Handwerkskammer Köln

Die Handwerkskammer Köln bietet eine berufsbegleitende Vorbereitung auf die Teile I und II an.

Der ausgeschriebene Kurs läuft vom 8. November 2027 bis zum 25. Juli 2029 und umfasst 1.250 Unterrichtseinheiten.

Der Unterricht findet unter anderem an zwei Wochentagabenden und samstags statt. Einzelne Unterrichtsabschnitte können online durchgeführt werden.

Die Lehrgangsgebühr beträgt 10.986 Euro. Hinzu kommen ausgewiesene Prüfungsgebühren von 1.700 Euro.

Für den genannten Termin werden ausreichend freie Plätze ausgewiesen. Die tatsächliche Verfügbarkeit sollte vor der Anmeldung nochmals geprüft werden.

Berufsbegleitende Zimmerermeisterschule in Köln

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade bietet am Technologiezentrum Handwerk in Lüneburg einen Vollzeitlehrgang zur Vorbereitung auf die Teile I und II an.

Der Kurs läuft vom 2. November 2026 bis zum 18. Juni 2027 und umfasst 1.250 Unterrichtseinheiten zu jeweils 60 Minuten.

Die ausgewiesene Kursgebühr beträgt 16.184 Euro. Für diesen Kurs wird eine Warteliste geführt.

Zimmerermeisterschule in Lüneburg ansehen

Handwerkskammer München und Oberbayern

Auch die Handwerkskammer für München und Oberbayern bietet Meistervorbereitungskurse im Zimmererhandwerk an.

Ein berufsbegleitender Lehrgang in Traunstein ist für den Zeitraum von September 2027 bis Februar 2029 angekündigt.

Für diesen Kurs werden 1.450 Unterrichtsstunden und Gesamtgebühren von 11.330 Euro einschließlich der ausgewiesenen Prüfungsgebühren genannt.

Die genauen Unterrichtstermine stehen laut Anbieter noch nicht abschließend fest.

Meistervorbereitung im Zimmererhandwerk in Traunstein

Hinweis: Die genannten Meisterschulen dienen der neutralen Orientierung. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Die Angaben zu Kursen, Gebühren und freien Plätzen können sich ändern.

Welche Förderung gibt es für angehende Zimmerermeister?

Die Weiterbildung zum Zimmerermeister kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Die Förderung unterstützt geeignete berufliche Aufstiegsfortbildungen und kann sowohl bei Vollzeit- als auch bei Teilzeitmaßnahmen infrage kommen.

Förderung von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

Nach den im Oktober 2026 geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.

Die Förderung besteht insbesondere aus:

  • 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Der Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
  • Einem möglichen teilweisen Erlass des entsprechenden Darlehens bei erfolgreichem Prüfungsabschluss

Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG

Bei förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 12.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Rechnung:

  • Förderfähige Gesamtkosten: 12.000 Euro
  • Zuschuss in Höhe von 50 Prozent: 6.000 Euro
  • Mögliches KfW-Darlehen: 6.000 Euro
  • Möglicher Darlehenserlass nach bestandener Prüfung: 3.000 Euro

Wenn das Darlehen vollständig in Anspruch genommen wird und alle gesetzlichen Voraussetzungen für einen Erlass erfüllt sind, verbleiben in diesem Beispiel 3.000 Euro zurückzuzahlen.

Die tatsächliche finanzielle Belastung kann aufgrund weiterer Kosten und individueller Förderbedingungen abweichen.

Unterhaltsförderung bei Vollzeitkursen

Bei Vollzeitmaßnahmen können unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt gewährt werden.

Die Höhe richtet sich nach den persönlichen Voraussetzungen, insbesondere nach Einkommen und Vermögen.

Förderung von Materialkosten

Auch notwendige Materialkosten für die fachpraktische Meisterprüfungsarbeit können unter den gesetzlichen Voraussetzungen gefördert werden.

Nach der derzeitigen Regelung werden entsprechende Kosten bis zur Hälfte und höchstens bis zu einem Gesamtbetrag von 2.000 Euro berücksichtigt. Der Maßnahmebeitrag enthält Zuschuss- und gegebenenfalls Darlehensanteile.

Weitere Fördermöglichkeiten

Je nach Bundesland können zusätzliche Programme wie Meisterprämien oder Meisterboni bestehen.

Auch eine Unterstützung durch den Arbeitgeber oder die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten kann im Einzelfall relevant sein.

Weitere Informationen finden Sie im offiziellen Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.

Wie viel verdient ein Zimmerermeister?

Das Gehalt als Zimmerermeister hängt unter anderem von der Berufserfahrung, der Region, der Betriebsgröße und dem Verantwortungsbereich ab.

Ein angestellter Meister mit Verantwortung für mehrere Baustellen kann anders bezahlt werden als ein Meister, der überwiegend selbst handwerklich tätig ist.

Was sagt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die übergeordnete Berufsgruppe im Aus- und Trockenbau, in der Isolierung, Zimmerei und verwandten Handwerken auf Spezialistenniveau einen mittleren Bruttomonatsverdienst von 4.561 Euro aus.

Das untere Quartil liegt bei 3.814 Euro, das obere Quartil bei 5.454 Euro brutto monatlich.

Zu dieser Berufsgruppe gehören neben Zimmerermeistern auch verschiedene andere spezialisierte Tätigkeiten sowie Meister- und Aufsichtsfunktionen.

Der Betrag ist deshalb eine Orientierung für entsprechende qualifizierte Tätigkeiten, aber kein ausschließlich für Zimmerermeister ermitteltes Durchschnittsgehalt.

Zum Vergleich: Für die Berufsgruppe der Zimmerer-Fachkräfte nennt der Entgeltatlas einen mittleren Bruttomonatsverdienst von 3.795 Euro.

Die Werte beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte und sind keine tariflichen Gehaltszusagen.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Berufsgruppe mit Zimmerermeister.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

  • Berufserfahrung und praktische Qualifikationen
  • Betriebsgröße
  • Verantwortung für Mitarbeiter und Baustellen
  • Regionale Arbeitsmarktsituation
  • Spezialisierung im Holzbau
  • Kenntnisse in CAD und digitaler Planung
  • Tarifliche oder individuelle Vergütungsvereinbarungen
  • Angestelltenverhältnis oder Selbstständigkeit

Bei selbstständigen Zimmerermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ab.

Unternehmensumsatz, Gewinn und persönlich verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Kann man sich als Zimmerermeister selbstständig machen?

Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund, die Meisterprüfung abzulegen.

Das Zimmererhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken. Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.

Der Meisterabschluss ist dafür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben sieht die Handwerksordnung weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten vor.

Was braucht man für einen eigenen Zimmereibetrieb?

Eine eigene Zimmerei erfordert neben handwerklicher Fachkompetenz eine sorgfältige wirtschaftliche Planung.

Wichtige Themen sind:

  • Erstellung eines Businessplans
  • Finanzierung von Maschinen, Werkzeugen und Fahrzeugen
  • Werkstatt- und Lagerflächen
  • Materialeinkauf und Lieferanten
  • Personalplanung und Arbeitsschutz
  • Betriebshaftpflicht und weitere Versicherungen
  • Kalkulation von Arbeitsstunden und Projekten
  • Organisation von Baustellen und Transporten
  • Kundengewinnung und Marketing
  • Liquiditätsplanung und Kostenkontrolle

Je nach betrieblicher Ausrichtung können zusätzliche Investitionen in CAD-Software, Abbundtechnik oder Maschinen für die Vorfertigung notwendig sein.

Auch die Übernahme eines bestehenden Zimmereibetriebs kann eine Möglichkeit darstellen.

Eine Gründungsberatung bei der zuständigen Handwerkskammer ist empfehlenswert.

Welche Karrierechancen bietet der Zimmerermeister?

Der Meisterabschluss eröffnet verschiedene berufliche Möglichkeiten im Zimmererhandwerk und im modernen Holzbau.

Technische Betriebsleitung

Zimmerermeister können die technische Leitung eines Betriebs übernehmen. Dazu gehören die Organisation von Aufträgen, die fachliche Kontrolle und die Koordination von Mitarbeitern und Baustellen.

Bauleitung und Projektorganisation

In größeren Holzbauunternehmen kommen auch Tätigkeiten in der Bauleitung und Projektkoordination infrage.

Hier stehen Termine, Kosten, Qualität und die Abstimmung mit anderen Gewerken im Mittelpunkt.

Spezialisierung auf modernen Holzbau

Der Holzbau bietet unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten, beispielsweise im Holzrahmenbau, Ingenieurholzbau, bei vorgefertigten Bauelementen oder im mehrgeschossigen Holzbau.

Welche Aufgaben eigenverantwortlich übernommen werden dürfen, hängt von den jeweiligen fachlichen und rechtlichen Anforderungen ab.

Energetische Sanierung

Zimmerermeister können sich auf die energetische Modernisierung von Dächern, Fassaden und Holzkonstruktionen spezialisieren.

Für bestimmte Beratungsleistungen, Förderprogramme oder Nachweise können zusätzliche Qualifikationen oder Eintragungen erforderlich sein.

Denkmalpflege und Restaurierung

Eine weitere Spezialisierung ist die Restaurierung historischer Holzkonstruktionen.

Dafür kommen spezielle Fortbildungen infrage, etwa im Bereich Restaurierung im Handwerk.

Weiterbildung zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung

Wer zusätzlich kaufmännische und strategische Kompetenzen erwerben möchte, kann eine Fortbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung in Betracht ziehen.

Diese Qualifikation beschäftigt sich unter anderem mit Unternehmensführung, Finanzierung, Personalmanagement und betrieblicher Strategie.

Studium nach dem Meisterabschluss

Der Meisterabschluss kann außerdem den Hochschulzugang ohne klassisches Abitur eröffnen.

Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.

Passende Studienrichtungen können beispielsweise Holztechnik, Bauingenieurwesen, Baumanagement oder Betriebswirtschaft sein.

Zimmerermeister oder staatlich geprüfter Techniker?

Wer sich beruflich im Holzbau weiterentwickeln möchte, steht möglicherweise vor der Entscheidung zwischen Meisterprüfung und einer Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker.

Beide Wege können interessante berufliche Perspektiven eröffnen. Die Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch.

Kriterium Zimmerermeister Staatlich geprüfter Techniker
Schwerpunkt Handwerk, Betriebsführung, Ausbildung Technische Planung und Vertiefung
Abschluss Handwerksmeister Staatlich geprüfter Techniker
DQR-Niveau 6 6
Typische Aufgaben Betriebsleitung, Baustellenführung, Ausbildung Planung, Konstruktion, technische Projektarbeit
Selbstständigkeit im Zimmererhandwerk Meisterabschluss ist ein üblicher Eintragungsweg Eintragungsmöglichkeit abhängig von konkreter Qualifikation und rechtlichen Voraussetzungen

Wer langfristig einen eigenen Zimmereibetrieb führen oder Auszubildende betreuen möchte, findet im Meisterabschluss häufig den direkt passenden Weg.

Wer dagegen stärker in der technischen Konstruktion und Planung arbeiten möchte, sollte auch die entsprechenden Fachrichtungen der Technikerweiterbildung prüfen.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum staatlich geprüften Techniker.

Häufige Fragen zum Zimmerermeister

Wie lange dauert es, Zimmerermeister zu werden?

Die Dauer hängt vom Anbieter und der Unterrichtsform ab. Vollzeitkurse für die fachlichen Teile I und II dauern beispielsweise rund sieben bis acht Monate. Berufsbegleitende Kurse können deutlich länger dauern. Die Teile III und IV müssen gegebenenfalls zusätzlich absolviert werden.

Wie viel kostet die Zimmerermeisterschule?

Die Kosten unterscheiden sich deutlich. Bei den recherchierten Angeboten reichen die Kursgebühren für die Teile I und II von rund 8.000 Euro bis über 16.000 Euro. Zusätzliche Ausgaben können für Prüfungen, Materialien, Software und weitere Prüfungsteile entstehen.

Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?

Mit einer regulären einschlägigen Gesellenprüfung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Berufsabschlüssen können weitere Praxiszeiten erforderlich sein.

Kann man Zimmerermeister berufsbegleitend machen?

Ja. Verschiedene Handwerkskammern bieten berufsbegleitende Vorbereitungskurse an. Diese können Unterricht am Abend, am Wochenende und teilweise digitale Lernphasen umfassen.

Braucht man einen Meisterbrief für eine eigene Zimmerei?

Für den selbstständigen Betrieb eines zulassungspflichtigen Zimmererhandwerks ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle notwendig. Der Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten.

Ist der Zimmerermeister ein Bachelor Professional?

Ja. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich der Fortbildungsabschluss Bachelor Professional erlangt.

Der Abschluss ist auf DQR-Niveau 6 eingeordnet, stellt jedoch keinen akademischen Bachelorabschluss dar.

Wie viel verdient ein Zimmerermeister?

Das Gehalt hängt unter anderem von der Berufserfahrung, der Region und der Führungsverantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für eine breitere Berufsgruppe mit Zimmerermeistern einen Median von 4.561 Euro brutto monatlich aus. Dieser Wert ist kein ausschließlich für Zimmerermeister ermittelter Durchschnitt.

Kann man als Zimmerermeister Baupläne erstellen?

Die technische Planung von Holzkonstruktionen gehört zum Aufgabenbereich des Zimmerermeisters.

Ob bestimmte Bauvorlagen eigenverantwortlich bei einer Bauaufsichtsbehörde eingereicht werden dürfen, richtet sich nach dem jeweiligen Landesbaurecht und den persönlichen Voraussetzungen der Bauvorlageberechtigung.

Wird die Zimmerermeister-Ausbildung gefördert?

Ja. Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Zusätzlich können landesspezifische Förderprogramme bestehen.

Lohnt sich die Weiterbildung zum Zimmerermeister?

Der Meisterabschluss kann sich besonders für Fachkräfte lohnen, die mehr Verantwortung übernehmen, einen eigenen Betrieb führen oder sich im modernen Holzbau weiterentwickeln möchten.

Ob sich die Investition finanziell rechnet, hängt von den Lehrgangskosten, den Fördermöglichkeiten und den späteren beruflichen Perspektiven ab.

Fazit: Zimmerermeister als nächster Karriereschritt

Die Weiterbildung zum Zimmerermeister bietet Fachkräften des Zimmererhandwerks die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vertiefen und zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.

Der Meisterabschluss verbindet anspruchsvolle technische und handwerkliche Fähigkeiten mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, Mitarbeiterführung und Ausbildungsbefähigung.

Besonders interessant ist die Qualifikation für Beschäftigte, die langfristig einen eigenen Zimmereibetrieb führen, komplexe Holzbauprojekte leiten oder sich auf moderne Holzbau- und Sanierungstechniken spezialisieren möchten.

Vor der Anmeldung sollten die Zulassungsvoraussetzungen, der Umfang des Vorbereitungskurses, die Gesamtkosten und die möglichen Förderleistungen sorgfältig geprüft werden.

Wer im Zimmererhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, schafft mit der Meisterprüfung eine wichtige Grundlage für den nächsten beruflichen Schritt.

Weitere Informationen zu Voraussetzungen, Prüfungsaufbau und Karriere finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.

Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in unseren Ratgebern zum Dachdeckermeister und Tischlermeister vor.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen