Wer als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger beruflich aufsteigen, größere Bauprojekte verantworten oder einen eigenen Handwerksbetrieb führen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Fliesenlegermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet handwerkliches Können mit technischer Planung, Bauphysik, Gestaltung und Betriebsführung.
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister übernehmen anspruchsvolle Aufgaben bei der Gestaltung und Herstellung von Wand- und Bodenbelägen. Sie planen Badezimmer, Küchen, Treppen, Terrassen und andere Flächen, beurteilen Untergründe, entwickeln Verlegekonzepte und überwachen die fachgerechte Ausführung.
Besonders bei der Sanierung bestehender Gebäude sind umfangreiche Kenntnisse über Abdichtungen, Feuchteschutz, Baustoffe und die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken erforderlich.
Doch welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, was kostet sie und wie viel verdient ein Fliesenlegermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister: Das Wichtigste im Überblick
| Abschluss | Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister / Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeisterin |
|---|---|
| Gebräuchliche Bezeichnung | Fliesenlegermeister |
| Zuständigkeit | Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss |
| Abschlussstatus | Aktueller bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss |
| Meisterpflicht | Seit 14. Februar 2020 wieder zulassungspflichtiges Handwerk der Anlage A |
| Rechtsgrundlage | Handwerksordnung und Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeisterverordnung vom 10. März 2008, zuletzt geändert 2022 |
| Meisterprüfung | Vier selbstständige Prüfungsteile |
| Teil I | Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe |
| Teil II | Gestaltung und Verlegetechnik, Auftragsabwicklung, Betriebsführung und Betriebsorganisation |
| Zulassung | In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere Zugangswege möglich |
| Unterrichtsformen | Vollzeit und berufsbegleitend |
| Dauer | Für Teile I und II beispielsweise rund vier Monate in Vollzeit oder ein bis zwei Jahre in Teilzeit |
| Lehrgangskosten | Bei recherchierten Angeboten 5.400 bis 8.420 Euro für Teile I und II; zusätzliche Kosten möglich |
| Förderung | Aufstiegs-BAföG und gegebenenfalls weitere Förderprogramme |
| DQR-Niveau | Niveau 6 |
| Karriere | Bau- und Projektorganisation, Betriebsleitung, Ausbildung, Sanierung und Selbstständigkeit |
Das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk gehört seit dem 14. Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Die Meisterpflicht wurde damit für dieses Handwerk wieder eingeführt.
Die fachlichen Teile I und II der Meisterprüfung richten sich weiterhin nach der Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeisterverordnung in der geltenden Fassung.
Der Abschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich der entsprechende Fortbildungsabschluss Bachelor Professional im Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Handwerk erworben.
Der berufliche Abschluss liegt damit auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss, ist aber kein Hochschulabschluss.
Welche Aufgaben hat ein Fliesenlegermeister?
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister übernehmen technische, gestalterische, organisatorische und kaufmännische Aufgaben. Sie planen Wand- und Bodenbeläge, beurteilen Baustoffe und Untergründe und überwachen die fachgerechte Ausführung von Kundenaufträgen.
In kleineren Handwerksbetrieben arbeiten Meister häufig selbst auf der Baustelle mit. In größeren Unternehmen können dagegen Arbeitsvorbereitung, Baustellenorganisation, Kalkulation und Mitarbeiterführung im Vordergrund stehen.
Planung und Gestaltung von Fliesenbelägen
Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Entwicklung individueller Gestaltungskonzepte für Wand- und Bodenflächen.
Zu den typischen Tätigkeiten gehören:
- Beratung zu Fliesen, Platten, Naturstein und Mosaik
- Planung von Wand- und Bodenbelägen
- Entwicklung von Farb- und Gestaltungskonzepten
- Auswahl geeigneter Formate und Verlegemuster
- Erstellung von Skizzen und Verlegeplänen
- Berechnung des Materialbedarfs
- Berücksichtigung von Schnittverlusten
- Planung von Fugen und Bewegungsfugen
- Abstimmung mit Auftraggebern und anderen Gewerken
Untergrundprüfung und Baustofftechnik
Ein dauerhaft funktionierender Fliesenbelag setzt einen geeigneten Untergrund voraus. Deshalb müssen Meister vorhandene Konstruktionen und Baustoffe beurteilen können.
Wichtige Tätigkeiten sind:
- Prüfung der Ebenheit und Tragfähigkeit von Untergründen
- Bewertung von Feuchtigkeit und möglichen Verformungen
- Beurteilung vorhandener Estriche
- Auswahl geeigneter Grundierungen
- Planung von Ausgleichs- und Entkopplungsmaßnahmen
- Auswahl passender Verlege- und Fugenmaterialien
- Berücksichtigung von Wärme-, Schall- und Feuchteschutz
- Kontrolle der fachgerechten Ausführung
Abdichtungen und Sanierungsarbeiten
Besondere Anforderungen bestehen bei Arbeiten in Bädern, Duschen, auf Balkonen und Terrassen.
Hier sind geeignete Abdichtungssysteme, Übergänge und Anschlüsse wichtig, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden.
Meister können unter anderem folgende Aufgaben übernehmen:
- Beurteilung der Beanspruchung durch Wasser
- Planung geeigneter Abdichtungsmaßnahmen
- Auswahl aufeinander abgestimmter Systemkomponenten
- Planung von Anschlüssen und Durchdringungen
- Organisation der Sanierung beschädigter Beläge
- Bewertung von Feuchte- und Haftungsschäden
- Dokumentation der ausgeführten Arbeiten
Besonders wichtig ist, dass ein Fliesenbelag mit Fugen allein nicht automatisch eine ausreichende Bauwerksabdichtung darstellt. Erforderliche Abdichtungsmaßnahmen müssen entsprechend den geltenden technischen Regeln geplant und ausgeführt werden.
Baustellenorganisation und Qualitätssicherung
Fliesenlegermeister sorgen außerdem für eine wirtschaftliche und termingerechte Durchführung der Bauaufträge.
- Erstellung von Angeboten und Kalkulationen
- Material- und Personalplanung
- Organisation der Baustelleneinrichtung
- Koordination mit Vorgewerken
- Überwachung des Baufortschritts
- Kontrolle von Materialverbrauch und Kosten
- Durchführung von Aufmaßen
- Qualitätskontrolle und Mängeldokumentation
- Abrechnung und Nachkalkulation
Betriebsführung und Mitarbeiterleitung
Wer eine Werkstatt, Baustellenabteilung oder einen eigenen Handwerksbetrieb leitet, benötigt zusätzlich betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
Dazu gehören Personalführung, Investitionsplanung, Kundenakquise, Kostenkontrolle und die Organisation der betrieblichen Ausbildung.
In welchen Bereichen arbeiten Fliesenlegermeister?
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister können sich auf unterschiedliche Leistungen im Neubau und bei der Sanierung bestehender Gebäude spezialisieren.
Badezimmer und barrierearme Bäder
Die Sanierung und Gestaltung von Badezimmern gehört zu den klassischen Tätigkeitsbereichen.
Dazu gehören beispielsweise bodengleiche Duschen, großformatige Wandfliesen, rutschhemmende Bodenbeläge und die fachgerechte Ausführung von Abdichtungen.
Bei barrierefreien Lösungen müssen zusätzlich die jeweils geltenden Planungs- und Ausführungsanforderungen berücksichtigt werden.
Großformatige Fliesen und Platten
Großformate stellen besondere Anforderungen an Untergrund, Transport, Zuschnitt und Verlegetechnik.
Für solche Arbeiten werden häufig geeignete Schneid- und Handhabungssysteme benötigt.
Naturstein und Mosaik
Auch hochwertige Natursteinbeläge und gestalterisch anspruchsvolle Mosaikarbeiten können zum Leistungsangebot gehören.
Die richtige Auswahl der Verlege- und Fugenmaterialien ist hier besonders wichtig, da sich Natursteine hinsichtlich Feuchtigkeitsempfindlichkeit und anderer Eigenschaften unterscheiden.
Terrassen, Balkone und Außenflächen
Im Außenbereich müssen Fliesen- und Plattenbeläge dauerhaft wechselnden Temperaturen und Witterungsbedingungen standhalten.
Hier spielen geeignete Aufbaukonstruktionen, Entwässerung, Frostbeständigkeit und Bewegungsfugen eine wichtige Rolle.
Sanierung und Schadensbeseitigung
Bei älteren Gebäuden können Schäden an Fliesenbelägen durch Feuchtigkeit, Untergrundbewegungen oder ungeeignete Materialien entstanden sein.
Fliesenlegermeister können diese Schäden fachlich beurteilen und geeignete Sanierungskonzepte entwickeln.
Welche Voraussetzungen gelten für die Fliesenlegermeisterprüfung?
Die Zulassung zur Meisterprüfung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.
Der klassische Zugangsweg ist eine erfolgreich abgeschlossene Gesellenprüfung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk.
Auch eine entsprechende Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder eine gleichgestellte Abschlussprüfung kann zur Zulassung berechtigen.
Ist Berufserfahrung erforderlich?
Wer eine einschlägige Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung bestanden hat, benötigt grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre.
Bei bestimmten einschlägigen anerkannten Ausbildungsberufen mit einer vorgeschriebenen Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren kann grundsätzlich mindestens ein Jahr einschlägige Berufstätigkeit erforderlich sein.
Zulassung mit einem anderen Berufsabschluss
Auch Personen mit einem anderen abgeschlossenen anerkannten Ausbildungsberuf können unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden.
Hierfür kann eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk verlangt werden. Nach der Handwerksordnung dürfen grundsätzlich höchstens drei Jahre gefordert werden.
Weitere Zugangswege bestehen beispielsweise bei bereits bestandenen anderen Meisterprüfungen.
Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen können zudem Fachschulzeiten berücksichtigt oder Ausnahmen zugelassen werden.
Muss man eine Meisterschule besuchen?
Nein. Die Teilnahme an einem Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Voraussetzung für die Prüfungszulassung.
Die Prüfung stellt jedoch hohe Anforderungen an praktische Fertigkeiten, Gestaltung, Planung und Fachtheorie.
Eine strukturierte Vorbereitung ist deshalb empfehlenswert.
Wichtig: Kursanmeldung und Prüfungszulassung sind zwei getrennte Verfahren. Wer sich für eine Meisterschule interessiert, sollte die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen vor der verbindlichen Anmeldung bei der zuständigen Handwerkskammer klären.
Wie läuft die Fliesenlegermeisterprüfung ab?
Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Teilen. Die Teile I und II sind fachspezifisch, während die Teile III und IV die kaufmännischen und ausbildungspädagogischen Anforderungen behandeln.
Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung
Der fachpraktische Prüfungsteil besteht aus:
- Meisterprüfungsprojekt
- Fachgespräch
- Situationsaufgabe
Meisterprüfungsprojekt: Gestaltung und Verlegung einer Fläche
Im Mittelpunkt steht ein anspruchsvoller Kundenauftrag.
Die Prüflinge müssen eine Flächenbekleidung oder einen Flächenbelag entwerfen, planen und kalkulieren.
Anschließend ist eine Fläche von mindestens zwei Quadratmetern fachgerecht zu belegen oder zu bekleiden.
Dabei müssen mindestens zwei unterschiedliche Materialien, Formate und Farben verwendet werden.
Die praktische Ausführung umfasst auch die Herstellung einer Unterkonstruktion und die Vorbereitung des Untergrunds.
Zu den Anforderungen gehören:
- Analyse der Kundenanforderungen
- Entwicklung eines Gestaltungskonzepts
- Auswahl geeigneter Werkstoffe
- Erstellung von Zeichnungen und Verlegeplänen
- Kalkulation des Auftrags
- Material- und Zeitbedarfsplanung
- Herstellung einer geeigneten Unterkonstruktion
- Vorbereitung des Untergrunds
- Fachgerechte Verlegung
- Kontrolle und Dokumentation
Der Meisterprüfungsausschuss legt die auftragsbezogenen Anforderungen fest. Vor der Durchführung muss der Prüfling ein Umsetzungskonzept mit Zeit- und Materialbedarfsplanung zur Genehmigung vorlegen.
Die Durchführung des Meisterprüfungsprojekts soll höchstens sechs Arbeitstage dauern.
Bewertung des Meisterprüfungsprojekts
Die Prüfungsleistungen werden folgendermaßen gewichtet:
- Entwurf, Planung und Kalkulation: 40 Prozent
- Praktische Durchführung: 50 Prozent
- Abnahmeprotokoll: 10 Prozent
Fachgespräch
Im anschließenden Fachgespräch erläutern die Prüflinge ihr Meisterprüfungsprojekt.
Sie müssen fachliche Zusammenhänge erklären, ihre Vorgehensweise begründen und mögliche Probleme sowie deren Lösungen darstellen.
Auch aktuelle Entwicklungen im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk können berücksichtigt werden.
Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.
Situationsaufgabe
Die Situationsaufgabe ergänzt das Meisterprüfungsprojekt um weitere fachpraktische Anforderungen.
Die Prüflinge müssen vorgegebene Bauteile auf Mängel überprüfen, festgestellte Mängel dokumentieren und Vorschläge für deren Beseitigung erarbeiten.
Dabei können beispielsweise Fehler an Untergründen, Belägen, Fugen oder anderen Bauteilen relevant sein.
Die konkrete Aufgabenstellung legt der Meisterprüfungsausschuss fest.
Für die Situationsaufgabe stehen höchstens vier Stunden zur Verfügung.
Wie wird Teil I bewertet?
Meisterprüfungsprojekt und Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.
Das daraus ermittelte Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.
Für das Bestehen muss das Gesamtergebnis mindestens ausreichend sein. Außerdem darf keiner der drei Prüfungsbestandteile mit weniger als 30 Punkten bewertet werden.
Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung
Der fachtheoretische Teil umfasst drei Handlungsfelder.
1. Gestaltung und Verlegetechnik
In diesem Handlungsfeld müssen die Teilnehmer technische und gestalterische Aufgaben unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte lösen.
Zu den Prüfungsinhalten gehören:
- Untergründe prüfen und beurteilen
- Untergrundkonstruktionen beschreiben und bewerten
- Geeignete Fliesen, Platten und Baustoffe auswählen
- Materialeigenschaften beurteilen
- Farben, Formen und Verlegemuster planen
- Abdichtungsmaßnahmen auswählen
- Verlegeverfahren und Ansetztechniken beurteilen
- Oberflächenschutz planen
- Hygienische und sicherheitstechnische Anforderungen berücksichtigen
- Sanierungskonzepte erstellen und bewerten
2. Auftragsabwicklung
Das zweite Handlungsfeld behandelt die wirtschaftliche und organisatorische Abwicklung von Kundenaufträgen.
Wichtige Themen sind:
- Auftragsbeschaffung
- Ausschreibungen und Angebotsunterlagen
- Auftragskalkulation
- Arbeitsvorbereitung
- Material- und Personalplanung
- Technische Zeichnungen und Skizzen
- Zusammenarbeit mit anderen Gewerken
- Technische Normen und rechtliche Vorschriften
- Qualitätskontrolle
- Aufmaß und Abrechnung
- Nachkalkulation
3. Betriebsführung und Betriebsorganisation
Im dritten Handlungsfeld stehen kaufmännische und organisatorische Aufgaben eines Fliesenlegerbetriebs im Mittelpunkt.
Zu den Inhalten gehören:
- Betriebliche Kostenrechnung
- Ermittlung betrieblicher Kennzahlen
- Marketing und Kundengewinnung
- Qualitätsmanagement
- Personalverwaltung und Personalführung
- Arbeitsschutz und Umweltschutz
- Betriebs- und Lagerorganisation
- Logistische Planung
- Kooperationen mit anderen Unternehmen
Die Prüfung in Teil II erfolgt schriftlich anhand fallorientierter Aufgaben.
Für jedes Handlungsfeld sind höchstens drei Stunden vorgesehen. Die tägliche Prüfungsdauer darf sechs Stunden nicht überschreiten.
Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse
Der dritte Prüfungsteil vermittelt die Grundlagen zur wirtschaftlichen Führung eines Handwerksbetriebs.
Zu den wesentlichen Themen gehören:
- Wettbewerbsfähigkeit beurteilen
- Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
- Unternehmensstrategien entwickeln
- Finanzierung und Investitionen
- Kostenrechnung und betriebliche Kalkulation
- Rechtliche Grundlagen der Unternehmensführung
Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik
Im vierten Teil werden die Kenntnisse geprüft, die für eine fachgerechte betriebliche Ausbildung erforderlich sind.
Dazu gehören die Planung der Ausbildung, die Auswahl von Auszubildenden, die Durchführung betrieblicher Lernprozesse und die Bewertung der Ausbildungsleistungen.
Bei bereits vorhandenen gleichwertigen Qualifikationen kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen möglich sein.
Welche Inhalte werden in der Fliesenlegermeisterschule vermittelt?
Die Meistervorbereitung verbindet praktische Verlegetechnik, Baustoffkunde, Bauphysik, Planung, Gestaltung und betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
Der konkrete Unterrichtsplan hängt vom Bildungsträger ab.
Fliesen-, Platten- und Mosaiktechnik
- Verlegetechniken für Wand- und Bodenbeläge
- Dünnbett- und weitere geeignete Verlegeverfahren
- Großformatige Fliesen und Platten
- Verlegen von Naturstein und Mosaik
- Materialgerechter Zuschnitt
- Schneid- und Bearbeitungstechniken
- Fugen und Bewegungsfugen
- Treppen- und Sonderkonstruktionen
Baustoffkunde und Bauphysik
- Eigenschaften von Fliesen und Platten
- Untergrundkonstruktionen und Estriche
- Fliesenkleber und Fugenmaterialien
- Abdichtungssysteme
- Wärme- und Feuchteschutz
- Schall- und Brandschutz
- Belastungen und Verformungen
- Schadensanalyse und Sanierung
Gestaltung und technische Planung
- Entwicklung von Verlegeplänen
- Farben- und Formenlehre
- Gestaltung von Wand- und Bodenflächen
- Technisches Zeichnen
- CAD-gestützte Planung
- Mengenermittlung
- Kalkulation und Materialbedarf
- Planung von Sonderkonstruktionen
Abdichtungen und Bauwerksanschlüsse
Besonders wichtig sind die fachgerechte Planung und Ausführung von Abdichtungen in wasserbeanspruchten Bereichen.
Zu den Themen gehören:
- Abdichtungen in Innenräumen
- Wasserbeanspruchung und geeignete Abdichtungssysteme
- Abdichtungen im Verbund mit Fliesen und Platten
- Anschlüsse und Durchdringungen
- Duschen und bodengleiche Entwässerungen
- Balkon- und Terrassenkonstruktionen
- Kontrolle und Dokumentation der Abdichtungsarbeiten
Bei der Planung sind die jeweils geltenden technischen Regeln, beispielsweise die einschlägigen Normen zur Bauwerksabdichtung, zu berücksichtigen.
Betriebswirtschaft und Unternehmensführung
- Angebots- und Auftragskalkulation
- Kostenrechnung
- Personalplanung
- Baustellenorganisation
- Materialwirtschaft
- Qualitätsmanagement
- Marketing und Kundenbindung
- Rechtliche Grundlagen
- Betriebsgründung und Betriebsübernahme
Welche modernen Entwicklungen sind wichtig?
Das Fliesenlegerhandwerk entwickelt sich technisch und gestalterisch weiter.
Großformatige Keramik, digitale Raumplanung, barrierearme Bäder und moderne Abdichtungssysteme sind Beispiele für Themen, mit denen sich qualifizierte Handwerksbetriebe beschäftigen.
Auch geeignete Lösungen für Bestandsgebäude und eine ressourcenschonende Materialverwendung gewinnen an Bedeutung.
Welche dieser Themen im Meisterlehrgang besonders vertieft werden, hängt vom jeweiligen Bildungsträger ab.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Fliesenlegermeister?
Die Dauer hängt von der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.
Viele Bildungsträger bieten zunächst die Vorbereitung auf die fachlichen Teile I und II an. Die Teile III und IV werden häufig gesondert durchgeführt.
Meisterschule in Vollzeit
Vollzeitkurse für die Teile I und II können beispielsweise rund vier Monate dauern.
Die Handwerkskammer Köln bietet einen Kurs vom 15. März bis zum 2. Juli 2027 an. Dieser umfasst 630 Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten.
Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade bietet einen Vollzeitkurs vom 6. Dezember 2027 bis zum 7. April 2028 am Standort Stade an.
Die Prüfungen können nach dem eigentlichen Unterrichtszeitraum stattfinden.
Berufsbegleitende Meisterschule
Wer während der Weiterbildung weiterhin berufstätig bleiben möchte, kann einen Teilzeitkurs besuchen.
Beispielsweise sind folgende Lehrgänge veröffentlicht:
- HWK Rheinhessen: 19. April 2027 bis 8. April 2028
- HWK Düsseldorf in Krefeld: 7. April 2027 bis 10. Juni 2028
- HWK Münster: 9. April 2027 bis 2. Dezember 2028
- HWK Chemnitz: 3. September 2027 bis 29. September 2028
Berufsbegleitende Kurse finden häufig abends oder an Wochenenden statt. Teilweise werden ergänzende Vollzeitwochen angeboten.
Kann man Fliesenlegermeister online machen?
Einzelne theoretische Inhalte können digital oder in kombinierten Unterrichtsformen vermittelt werden.
Die praktische Meisterprüfung verlangt jedoch die fachgerechte Herstellung einer anspruchsvollen Fliesen-, Platten- oder Mosaikfläche.
Deshalb sind praktische Übungen und geeignete Werkstätten besonders wichtig.
Ein reines Onlineangebot sollte nicht ohne Weiteres mit einer vollständigen Vorbereitung auf alle vier Meisterprüfungsteile gleichgesetzt werden.
Was kostet die Fliesenlegermeisterschule?
Die Kosten unterscheiden sich nach Bildungsträger, Unterrichtsform und Kursumfang.
Zusätzlich zu den Lehrgangsgebühren können insbesondere Prüfungsgebühren, Werkzeuge, Materialien, Lernmittel sowie Fahrt- und Unterkunftskosten entstehen.
Aktuelle Kostenbeispiele
| Anbieter | Unterrichtsform | Lehrgangsgebühr |
|---|---|---|
| HWK Rheinhessen | Teile I und II, Teilzeit | 5.400 € |
| HWK Köln | Teile I und II, Vollzeit | 6.587 € |
| HWK Düsseldorf, Krefeld | Teile I und II, Teilzeit | 6.788 € |
| HBZ Münster | Teile I und II, Teilzeit | 7.000 € |
| HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade | Teile I und II, Vollzeit | 8.200 € |
| HWK Chemnitz | Teile I und II, Teilzeit | 8.420 € |
Stand der Recherche: Oktober 2026. Die Gebühren stammen aus veröffentlichten Kursangeboten und beziehen sich auf die Vorbereitung der Teile I und II. Sie sind keine vollständigen Gesamtkosten bis zum Meisterbrief.
Welche zusätzlichen Kosten entstehen?
Die Handwerkskammer Köln veröffentlicht für den Vollzeitkurs beispielsweise folgende Angaben:
- Lehrgangsgebühr: 6.587 Euro
- Prüfungsgebühr: 1.590 Euro
- Zusätzliche Ausgaben für Material, Werkzeuge und Bücher: nach Anbieterangaben ungefähr 1.500 Euro
Damit ergeben sich für diese Positionen zusammen ungefähr 9.677 Euro.
Beim Handwerkskammer Bildungszentrum Münster werden neben der Lehrgangsgebühr von 7.000 Euro weitere 1.300 Euro Prüfungsgebühr und 200 Euro Lernmittel ausgewiesen.
Damit ergeben sich dort für die genannten Positionen insgesamt 8.500 Euro.
Bei der HWK Chemnitz sind neben den 8.420 Euro Kursgebühr weitere 730 Euro Prüfungsgebühren zuzüglich möglicher Prüfungsnebenkosten angegeben.
Worauf sollte man beim Kostenvergleich achten?
Entscheidend ist nicht allein die Kursgebühr. Interessenten sollten klären:
- Welche Prüfungsteile enthält der Lehrgang?
- Wie umfangreich ist die praktische Vorbereitung?
- Sind Fliesen, Platten und weitere Baustoffe enthalten?
- Welche Werkzeuge werden benötigt?
- Wie hoch sind die Prüfungsgebühren?
- Wer trägt die Kosten des Meisterprüfungsprojekts?
- Welche zusätzlichen Kosten entstehen für die Teile III und IV?
Tipp: Achten Sie besonders auf die Vorbereitung des fachpraktischen Meisterprüfungsprojekts. Bei einigen berufsbegleitenden Kursen werden umfangreiche praktische Fertigkeiten bereits vorausgesetzt und nur ausgewählte Techniken aufgefrischt.
Welche Meisterschulen bieten die Fliesenlegermeister-Ausbildung an?
Die Meistervorbereitung wird unter anderem von Bildungszentren der Handwerkskammern und spezialisierten Ausbildungsstätten des Baugewerbes angeboten.
Bei der Auswahl spielen die Unterrichtsform, praktische Ausstattung, Entfernung und Gesamtkosten eine wichtige Rolle.
Handwerkskammer Rheinhessen in Mainz
Die Handwerkskammer Rheinhessen bietet einen berufsbegleitenden Lehrgang zur Vorbereitung auf die Teile I und II an.
Ein ausgeschriebener Kurs läuft vom 19. April 2027 bis zum 8. April 2028.
Der Lehrgang umfasst 610 Stunden und kostet 5.400 Euro.
Der Unterricht findet insbesondere montags, mittwochs und samstags statt.
Für den ausgeschriebenen Kurs werden freie Plätze ausgewiesen.
Die Handwerkskammer weist ausdrücklich darauf hin, dass im fachpraktischen Bereich die vorhandenen beruflichen Fertigkeiten vorausgesetzt und bestimmte Techniken lediglich aufgefrischt werden.
Meistervorbereitung der HWK Rheinhessen ansehen
Handwerkskammer Köln
Die Handwerkskammer Köln bietet einen kompakten Vollzeitkurs zur Vorbereitung auf die Teile I und II an.
Ein ausgeschriebener Lehrgang läuft vom 15. März bis zum 2. Juli 2027.
Der Kurs umfasst 630 Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten. Die Lehrgangsgebühr beträgt 6.587 Euro.
Zusätzlich werden 1.590 Euro Prüfungsgebühr sowie weitere Ausgaben für Material, Werkzeuge und Bücher genannt.
Der veröffentlichte Kurs wird mit einer Warteliste geführt. Ein weiterer Termin ist für März bis Juni 2028 angekündigt.
Fliesenlegermeisterschule der HWK Köln ansehen
Handwerkskammer Düsseldorf in Krefeld
Die Handwerkskammer Düsseldorf bietet gemeinsam mit den Bildungszentren des Baugewerbes einen berufsbegleitenden Lehrgang am Standort Krefeld an.
Der ausgeschriebene Kurs läuft vom 7. April 2027 bis zum 10. Juni 2028.
Er umfasst 600 Unterrichtseinheiten. Die Lehrgangsgebühr beträgt 6.788 Euro.
Zusätzlich werden Prüfungsgebühren und Lernmittelkosten ausgewiesen.
Der Unterricht findet mittwochs, freitags und samstags statt.
Für den veröffentlichten Termin werden ausreichend freie Plätze genannt.
Meistervorbereitung in Krefeld ansehen
Handwerkskammer Bildungszentrum Münster
Das Handwerkskammer Bildungszentrum Münster bietet einen berufsbegleitenden Lehrgang für die Teile I und II an.
Ein ausgeschriebener Kurs läuft vom 9. April 2027 bis zum 2. Dezember 2028.
Der Unterricht findet überwiegend freitags und samstags statt. Zusätzlich sind zwei Vollzeitwochen vorgesehen.
Die Kursgebühr beträgt 7.000 Euro. Weitere ausgewiesene Kosten sind 1.300 Euro Prüfungsgebühren und 200 Euro Lernmittel.
Für den veröffentlichten Termin sind freie Plätze angegeben.
Fliesenlegermeisterschule in Münster ansehen
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade bietet am Standort Stade einen Vollzeitkurs zur Vorbereitung auf die Teile I und II an.
Der ausgeschriebene Lehrgang läuft vom 6. Dezember 2027 bis zum 7. April 2028.
Er umfasst 600 Unterrichtseinheiten zu jeweils 60 Minuten und kostet 8.200 Euro.
Im Mittelpunkt stehen fachpraktische Aufgaben, Verlegetechnik, Baustoffkunde, Bauphysik und Betriebsführung.
Für den veröffentlichten Termin sind freie Plätze ausgewiesen.
Meistervorbereitung der HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade ansehen
Handwerkskammer Chemnitz
Die Handwerkskammer Chemnitz bietet einen Teilzeitkurs für die Meisterprüfungsteile I und II an.
Der ausgeschriebene Lehrgang läuft vom 3. September 2027 bis zum 29. September 2028.
Der Unterricht findet freitags und samstags statt.
Die Lehrgangsgebühr beträgt 8.420 Euro. Zusätzlich werden 730 Euro Prüfungsgebühren und mögliche Prüfungsnebenkosten ausgewiesen.
Meistervorbereitung der HWK Chemnitz ansehen
Hinweis: Alle genannten Bildungsträger werden neutral vorgestellt. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Termine, Gebühren und freie Plätze können sich ändern und sollten vor einer Anmeldung direkt beim Anbieter überprüft werden.
Welche Förderung gibt es für angehende Fliesenlegermeister?
Eine wichtige Möglichkeit zur Finanzierung der Meisterschule ist das Aufstiegs-BAföG.
Es unterstützt geeignete berufliche Aufstiegsfortbildungen und kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen sowohl für Vollzeit- als auch für Teilzeitmaßnahmen beantragt werden.
Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
Nach den im Oktober 2026 geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.
Die Förderung umfasst insbesondere:
- 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
- Die Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
- Einen möglichen Darlehenserlass nach bestandener Fortbildungsprüfung
Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG
Bei förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 8.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Rechnung:
- Förderfähige Gesamtkosten: 8.000 Euro
- Zuschuss in Höhe von 50 Prozent: 4.000 Euro
- Mögliches KfW-Darlehen: 4.000 Euro
- Möglicher Darlehenserlass bei bestandener Prüfung: 2.000 Euro
Wird das Darlehen vollständig in Anspruch genommen und werden alle gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass erfüllt, verbleiben in diesem Beispiel 2.000 Euro zurückzuzahlen.
Die tatsächlichen Kosten können aufgrund weiterer Ausgaben und individueller Förderbedingungen davon abweichen.
Förderung von Materialkosten
Notwendige Materialkosten für die fachpraktische Meisterprüfungsarbeit können unter den gesetzlichen Voraussetzungen gesondert gefördert werden.
Nach den derzeit geltenden Regelungen können höchstens 50 Prozent der notwendigen Materialkosten bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 2.000 Euro berücksichtigt werden. Die konkrete Förderung richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben.
Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen
Wer eine geeignete Vollzeit-Meisterschule besucht, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten.
Die Höhe hängt unter anderem von den persönlichen finanziellen Verhältnissen und den geltenden Bestimmungen ab.
Weitere Fördermöglichkeiten
Je nach Bundesland können zusätzliche Programme wie Meisterprämien oder Meisterboni bestehen.
Auch eine finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber oder die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten kann im Einzelfall interessant sein.
Offizielle Informationen bietet das Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.
Wie viel verdient ein Fliesenlegermeister?
Das Gehalt als Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere die Berufserfahrung, die Region, die Betriebsgröße und die tatsächlich übernommene Verantwortung.
Ein Meister, der in einem kleinen Handwerksbetrieb selbst auf der Baustelle mitarbeitet, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft, die mehrere Baustellen und größere Mitarbeiterteams organisiert.
Was sagt der Entgeltatlas?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die Berufsgruppe der Aufsichtskräfte in der Bodenverlegung einen mittleren Bruttomonatsverdienst von 4.222 Euro aus.
Das untere Quartil liegt bei 3.426 Euro, das obere Quartil bei 5.063 Euro brutto monatlich.
Zu dieser Berufsgruppe gehören neben Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeistern auch Estrichlegermeister und Parkettlegermeister.
Die Daten sind deshalb eine Orientierung für entsprechende Führungspositionen, aber kein ausschließlich für Fliesenlegermeister ermittelter Durchschnitt.
Zum Vergleich weist der Entgeltatlas für die breitere Fachkräfte-Berufsgruppe der Fliesen-, Platten- und Mosaikverlegung einen Median von 3.631 Euro brutto monatlich aus.
Diese Werte lassen jedoch keine sichere Aussage darüber zu, um welchen Betrag das Gehalt einer bestimmten Person durch die Meisterprüfung steigt.
Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte.
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Aufsichtskräfte in der Bodenverlegung.
Welche Faktoren beeinflussen das Einkommen?
- Berufserfahrung
- Verantwortung für Personal und Bauprojekte
- Größe und wirtschaftliche Lage des Unternehmens
- Regionale Arbeitsmarktsituation
- Spezialisierung auf hochwertige Beläge oder Sanierungen
- Fachkenntnisse in Abdichtung und Bauphysik
- Tarifliche oder individuelle Vergütungsvereinbarungen
- Angestelltenverhältnis oder Selbstständigkeit
Bei selbstständigen Fliesenlegermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab.
Umsatz, Betriebsgewinn und persönlich verfügbares Einkommen dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.
Kann man sich als Fliesenlegermeister selbstständig machen?
Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.
Das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk gehört seit Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.
Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.
Der Meisterabschluss ist hierfür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben sieht die Handwerksordnung weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten sowie besondere Übergangs- und Bestandsschutzregelungen vor.
Was braucht man für einen eigenen Fliesenlegerbetrieb?
- Erstellung eines Businessplans
- Finanzierung von Werkzeugen, Maschinen und Fahrzeugen
- Organisation von Lager- und Arbeitsflächen
- Materialeinkauf und Lieferanten
- Personalplanung und Mitarbeiterqualifikation
- Arbeitsschutz und Betriebssicherheit
- Betriebshaftpflicht und weitere Versicherungen
- Auftragskalkulation
- Marketing und Kundengewinnung
- Liquiditätsplanung und Kostenkontrolle
Welche Spezialisierungen sind für einen eigenen Betrieb interessant?
Fliesenlegerbetriebe können sich auf bestimmte Kundengruppen oder Leistungen konzentrieren.
Denkbar sind beispielsweise hochwertige Badsanierungen, Naturstein- und Mosaikarbeiten, großformatige Fliesen, Außenbeläge oder die Sanierung beschädigter Fliesenkonstruktionen.
Eine klare Positionierung kann helfen, passende Kunden zu gewinnen und sich vom Wettbewerb zu unterscheiden.
Eine Gründungsberatung bei der Handwerkskammer ist empfehlenswert, um die handwerksrechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen frühzeitig zu klären.
Welche Karrierechancen bietet der Fliesenlegermeister?
Der Meisterabschluss eröffnet verschiedene berufliche Perspektiven im Ausbauhandwerk.
Bau- und Projektorganisation
Fliesenlegermeister können die Planung und Durchführung größerer Bau- oder Sanierungsaufträge übernehmen.
Dazu gehören Arbeitsvorbereitung, Personaleinsatz, Materialplanung, Kostenkontrolle und Qualitätssicherung.
Betriebsleitung
Eine weitere Möglichkeit ist die technische und kaufmännische Leitung eines Fliesenlegerbetriebs.
Hier stehen Mitarbeiterführung, Kundenberatung und wirtschaftliche Betriebsorganisation im Mittelpunkt.
Spezialisierung auf Sanierung und Abdichtung
Besonders anspruchsvoll sind die Sanierung beschädigter Fliesenbeläge sowie Abdichtungsarbeiten in wasserbeanspruchten Bereichen.
Zusätzliche Fachkenntnisse können hier weitere berufliche Möglichkeiten eröffnen.
Hochwertige Gestaltung und Naturstein
Wer sich für anspruchsvolle Gestaltung interessiert, kann sich auf hochwertige Materialien, komplexe Verlegemuster und individuelle Raumkonzepte spezialisieren.
Auch die Zusammenarbeit mit Architekten und Innenausstattern kann Teil dieser Tätigkeit sein.
Ausbildung und Weiterbildung
Fliesenlegermeister können im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen Auszubildende betreuen und ausbilden.
Auch Tätigkeiten in der beruflichen Weiterbildung sind möglich.
Weiterbildung zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung
Wer zusätzlich kaufmännische und strategische Kompetenzen erwerben möchte, kann die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung prüfen.
Sie vertieft insbesondere Unternehmensführung, Finanzierung, Personalmanagement und Betriebsorganisation.
Studium nach der Meisterprüfung
Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.
Die konkreten Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.
Passende Studienrichtungen können beispielsweise Bauingenieurwesen, Baumanagement oder Betriebswirtschaft sein.
Fliesenlegermeister oder Maurer- und Betonbauermeister?
Beide Abschlüsse gehören zum zulassungspflichtigen Bauhandwerk und sind dem DQR-Niveau 6 zugeordnet.
Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer fachlichen Ausrichtung.
| Kriterium | Fliesenlegermeister | Maurer- und Betonbauermeister |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Wand- und Bodenbeläge, Oberflächengestaltung, Abdichtungen | Mauerwerksbau, Betonbau und Baukonstruktion |
| Typische Arbeiten | Fliesenverlegung, Naturstein, Mosaik, Sanierung | Mauerwerk, Fundamente, Beton- und Stahlbetonkonstruktionen |
| Zuständigkeit | Handwerkskammer | Handwerkskammer |
| DQR-Niveau | 6 | 6 |
Wer hauptsächlich Wand- und Bodenflächen gestalten, Fliesen und Platten verlegen oder sich auf Badsanierungen spezialisieren möchte, findet im Fliesenlegermeister häufig die passende Qualifikation.
Wer dagegen stärker im Rohbau, Mauerwerksbau und Betonbau arbeiten möchte, sollte den Maurer- und Betonbauermeister näher betrachten.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Maurer- und Betonbauermeister.
Häufige Fragen zur Fliesenlegermeister-Ausbildung
Wie lange dauert es, Fliesenlegermeister zu werden?
Die Dauer hängt vom Anbieter und der Unterrichtsform ab. Vollzeitkurse für die fachlichen Teile I und II können rund vier Monate dauern. Berufsbegleitende Kurse dauern häufig ein bis zwei Jahre. Für den vollständigen Meisterbrief müssen auch die Teile III und IV absolviert oder entsprechende Befreiungen nachgewiesen werden.
Was kostet die Fliesenlegermeisterschule?
Bei den recherchierten Angeboten liegen die Lehrgangsgebühren für die Teile I und II zwischen 5.400 und 8.420 Euro. Zusätzlich können Kosten für Prüfungen, Werkzeuge, Materialien, Lernmittel und weitere Prüfungsteile entstehen.
Ist der Fliesenlegermeister ein aktueller Abschluss?
Ja. Es handelt sich um einen aktuellen, bundesweit geregelten Handwerksmeisterabschluss. Das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk gehört seit Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken.
Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?
Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Ausbildungsabschlüssen können weitere Voraussetzungen gelten.
Kann man Fliesenlegermeister berufsbegleitend machen?
Ja. Mehrere Handwerkskammern bieten Teilzeitkurse an. Der Unterricht findet häufig abends oder an Wochenenden statt. Zusätzliche praktische Unterrichtsphasen können vorgesehen sein.
Was wird in der praktischen Meisterprüfung verlangt?
Die Prüflinge müssen eine mindestens zwei Quadratmeter große Fläche mit mindestens zwei unterschiedlichen Materialien, Formaten und Farben gestalten und fachgerecht belegen oder bekleiden. Dazu kommen ein Fachgespräch und eine Situationsaufgabe zur Mängelprüfung.
Ist der Fliesenlegermeister ein Bachelor Professional?
Ja. Mit bestandener Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich der entsprechende Fortbildungsabschluss Bachelor Professional erworben.
Die Qualifikation ist dem DQR-Niveau 6 zugeordnet, ist aber kein akademischer Hochschulabschluss.
Braucht man einen Meisterbrief für einen eigenen Fliesenlegerbetrieb?
Für den selbstständigen Betrieb eines zulassungspflichtigen Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.
Der Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzliche Eintragungsmöglichkeiten und bestimmte Übergangs- oder Bestandsschutzregelungen.
Kann man die Meisterschule online absolvieren?
Einzelne theoretische Inhalte können gegebenenfalls digital vermittelt werden. Die fachpraktische Meisterprüfung erfordert allerdings umfangreiche handwerkliche Fertigkeiten und praktische Arbeiten.
Wie viel verdient ein Fliesenlegermeister?
Das Gehalt hängt von der Berufserfahrung, der Region und der Führungsverantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für die breitere Berufsgruppe der Aufsichtskräfte in der Bodenverlegung einen Median von 4.222 Euro brutto monatlich aus. Das ist kein ausschließlich für Fliesenlegermeister ermitteltes Durchschnittsgehalt.
Wird die Fliesenlegermeisterschule gefördert?
Ja. Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
Lohnt sich die Weiterbildung zum Fliesenlegermeister?
Der Meisterabschluss kann sich besonders für Fachkräfte lohnen, die Führungsverantwortung übernehmen, sich auf hochwertige oder technisch anspruchsvolle Arbeiten spezialisieren oder einen eigenen Betrieb führen möchten.
Ob sich die Weiterbildung wirtschaftlich rechnet, hängt von den Gesamtkosten, Fördermöglichkeiten und späteren beruflichen Perspektiven ab.
Fazit: Fliesenlegermeister als nächster Karriereschritt
Die Weiterbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister eröffnet Fachkräften des Ausbauhandwerks verschiedene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Der Meisterabschluss verbindet handwerkliche und gestalterische Fähigkeiten mit Bauphysik, Abdichtungstechnik, Betriebsführung und Mitarbeiterleitung.
Besonders interessant ist die Qualifikation für Beschäftigte, die langfristig einen eigenen Fliesenlegerbetrieb führen, größere Bauprojekte organisieren oder sich auf anspruchsvolle Sanierungs- und Gestaltungsarbeiten spezialisieren möchten.
Mit der Wiedereinführung der Meisterpflicht hat der Meisterbrief außerdem wieder eine besondere Bedeutung für die selbstständige Ausübung dieses zulassungspflichtigen Handwerks erhalten.
Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, die praktische Vorbereitung, die vollständigen Kosten und mögliche Förderungen geprüft werden.
Wer im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, schafft mit der Meisterprüfung eine wichtige Grundlage für den nächsten beruflichen Schritt.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.
Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in unseren Ratgebern zum Maurer- und Betonbauermeister, zum Maler- und Lackierermeister und zum Zimmerermeister vor.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
- Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeisterverordnung
- § 49 Handwerksordnung – Zulassung zur Meisterprüfung
- Anlage A der Handwerksordnung
- § 12 Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Aufsichtskräfte in der Bodenverlegung
- Offizielle Informationen zum Aufstiegs-BAföG
