Der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement ist eine berufliche Aufstiegsfortbildung für erfahrene Fach- und Führungskräfte aus Produktion, Fertigung und Logistik.
Anders als beispielsweise der Wirtschaftsfachwirt oder Technische Fachwirt handelt es sich dabei nicht um einen bundesweit geregelten IHK-Abschluss.
Die Prüfung erfolgt nach besonderen Rechtsvorschriften beteiligter Handwerkskammern (HWK). Aktuelle Lehrgänge werden häufig unter der Bezeichnung Fachwirt/in für Fertigungs- und Prozessmanagement (HWK/IMB) angeboten.
Die Weiterbildung verbindet technische, organisatorische und kaufmännische Produktionsprozesse und richtet sich insbesondere an Personen, die bereits Verantwortung in Fertigung oder Logistik tragen.
Fachwirt Fertigungs- und Prozessmanagement im Überblick
- Abschluss: Fachwirt/in für Fertigungs- und Prozessmanagement (HWK)
- Prüfungsstelle: beteiligte Handwerkskammer
- Prüfungsregelung: besondere Rechtsvorschrift der jeweiligen HWK
- Bundesverordnung: nein
- DQR: derzeit keine belastbare offizielle Zuordnung nachgewiesen
- Bachelor Professional: keine entsprechende Abschlussbezeichnung nachgewiesen
- Zielgruppe: erfahrene Fach- und Führungskräfte aus Produktion und Logistik
- Lernform: Blended Learning
- Dauer: etwa elf Monate
- Kosten: aktuell beispielsweise 9.950 Euro
- Förderung: Aufstiegs-BAföG möglich
Was ist der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement?
Der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement qualifiziert Fach- und Führungskräfte dafür, Produktions-, Fertigungs- und Logistikprozesse ganzheitlich zu planen, zu steuern und weiterzuentwickeln.
Dabei werden technische, organisatorische und kaufmännische Fragestellungen miteinander verbunden.
Fachwirte für Fertigungs- und Prozessmanagement können beispielsweise:
- Produktionsabläufe planen,
- Fertigungskapazitäten steuern,
- Materialflüsse optimieren,
- Produktionskennzahlen analysieren,
- Prozesskosten beurteilen,
- Automatisierungspotenziale erkennen,
- Qualitätsprozesse verbessern,
- Instandhaltungsstrategien unterstützen,
- digitale Produktionssysteme bewerten,
- Investitionen vorbereiten,
- Energieverbräuche analysieren,
- Projekte koordinieren,
- Mitarbeiter führen und
- Veränderungsprozesse begleiten.
Damit befindet sich die Weiterbildung an der Schnittstelle zwischen Technik, Betriebswirtschaft und Führung.
Ist der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement ein IHK-Abschluss?
Nein.
Der Abschluss wird nicht vor einer Industrie- und Handelskammer abgelegt.
Die öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfung erfolgt nach besonderen Rechtsvorschriften beteiligter Handwerkskammern.
Aktuelle Lehrgänge tragen deshalb häufig die Bezeichnung Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement (HWK/IMB).
Dabei sollte zwischen den beiden Bestandteilen unterschieden werden.
Die Handwerkskammer ist für den öffentlich-rechtlichen HWK-Abschluss zuständig. Das IMB-Institut ist am Lehrgangskonzept und an der Durchführung beteiligt und vergibt ergänzend ein eigenes Zertifikat.
Bei aktuellen Lehrgängen kann deshalb beispielsweise sowohl ein HWK-Zeugnis als auch ein IMB-Zertifikat ausgestellt werden.
Ist der Abschluss bundesweit geregelt?
Nicht in derselben Form wie viele bekannte IHK-Fachwirte.
Für den Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement existiert keine bundesweit einheitliche Fortbildungsverordnung des Bundes.
Die Prüfung basiert auf besonderen Rechtsvorschriften von Handwerkskammern.
Dadurch unterscheidet sich der Abschluss beispielsweise vom Technischen Fachwirt, der bundesweit geregelt und IHK-geprüft ist.
Hat der Fachwirt DQR-Niveau 6?
Eine offizielle DQR-Zuordnung sollte hier nicht allein aus der Bezeichnung „Fachwirt“ abgeleitet werden.
Für den Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement konnte im Rahmen unserer aktuellen Recherche keine belastbare offizielle DQR-Einstufung nachgewiesen werden.
Deshalb ordnen wir den Abschluss derzeit nicht pauschal DQR-Niveau 6 zu.
Das ist wichtig, weil nicht jeder Abschluss mit der Bezeichnung „Fachwirt“ automatisch dieselbe DQR-Einstufung besitzt.
Ist der Abschluss ein Bachelor Professional?
Eine offizielle zusätzliche Abschlussbezeichnung als Bachelor Professional konnte für den Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement ebenfalls nicht nachgewiesen werden.
Der aktuelle Abschluss lautet deshalb Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement (HWK).
Eine Gleichsetzung mit einem akademischen Bachelor oder einem Bachelor Professional wäre ohne entsprechende Rechtsgrundlage nicht sachgerecht.
Für wen eignet sich die Weiterbildung?
Die Weiterbildung richtet sich insbesondere an Personen, die bereits praktische und häufig auch Führungsverantwortung in Produktion oder Logistik besitzen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Gruppenleiter,
- Teamleiter,
- Schichtleiter,
- Bereichsleiter,
- Abteilungsleiter,
- Produktionsverantwortliche,
- Werkverantwortliche,
- Standortverantwortliche,
- Verantwortliche für Fertigungsprozesse,
- Produktionsplaner und
- Verantwortliche für Logistikprozesse.
Der Lehrgang ist damit keine typische Einstiegsausbildung für Berufsanfänger.
Er richtet sich vielmehr an erfahrene Fachkräfte, die technische und kaufmännische Prozesse stärker miteinander verbinden möchten.
Welche Voraussetzungen gelten?
Zur Prüfung werden typischerweise zugelassen:
- Handwerksmeister,
- Industriemeister und
- Techniker.
Darüber hinaus ist die Zulassung auch möglich, wenn durch Zeugnisse oder auf andere Weise glaubhaft gemacht wird, dass vergleichbare Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen vorhanden sind.
Die Fortbildung ist damit zwar stark auf erfahrene technische Fach- und Führungskräfte ausgerichtet, aber nicht ausschließlich auf die drei genannten Abschlüsse beschränkt.
Die genaue Zulassung richtet sich nach den besonderen Rechtsvorschriften der zuständigen Handwerkskammer.
Wichtig: Klären Sie Ihre persönliche Prüfungszulassung vor Abschluss eines kostenpflichtigen Lehrgangs direkt mit der vorgesehenen Prüfungsstelle.
Welche Inhalte hat der Fachwirt?
Die Weiterbildung ist fachlich ungewöhnlich breit aufgestellt.
Fertigungs- und Prozessmanagement
Grundlage ist die ganzheitliche Planung und Steuerung von Produktionsprozessen. Behandelt werden unter anderem Prozessanalyse, Prozessgestaltung, Produktionssteuerung, Kapazitätsplanung und Prozessoptimierung.
Layout- und Materialflussplanung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf innerbetrieblichen Material- und Warenflüssen. Dazu gehören beispielsweise Produktionslayout, Materialbereitstellung, Transportwege, Lagerkonzepte und effiziente Materialflüsse.
Betriebswirtschaft und Rechnungswesen
Auch kaufmännische Inhalte spielen eine wichtige Rolle. Behandelt werden unter anderem betriebswirtschaftliche Grundlagen, Kostenrechnung, Rechnungswesen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Controlling.
Strategisches Management und Investitionen
Dazu gehören beispielsweise Unternehmensziele, strategische Planung, Investitionsentscheidungen, Wirtschaftlichkeitsrechnungen und langfristige Produktionsentwicklung.
Recht, Führung und Organisation
Der Fachwirt soll ausdrücklich auch auf Führungsverantwortung vorbereiten. Themen sind unter anderem Personalführung, Organisation, Kommunikation, rechtliche Grundlagen und Veränderungsprozesse.
Fertigungstechnik
Technische Inhalte umfassen beispielsweise Fertigungsverfahren, Werkzeugmaschinen, Produktgestaltung, verfahrenstechnische Produktion und additive Fertigung.
Produktionsplanung und Logistik
Hier geht es unter anderem um Produktionsplanung, Materialwirtschaft, Produktionsnetzwerke, Logistik und Supply-Prozesse.
Digitalisierung und Automation
Auch moderne Fertigungssysteme spielen eine Rolle. Dazu gehören IT-Systeme, Fertigungsautomation, Prozessautomation, Digitalisierung und vernetzte Produktionssysteme.
Weitere Themen
Hinzu kommen unter anderem Energiemanagement, Facility Management, Instandhaltung, Innovationsmanagement, Technologiemanagement und Qualitätsmanagement.
Wie läuft die Weiterbildung ab?
Das aktuelle Lehrgangskonzept ist als Blended Learning organisiert.
Es kombiniert:
- Selbstlernphasen,
- digitale Lernplattform,
- Lernskripte,
- Lernvideos und Aufgaben,
- Präsenzunterricht sowie
- Prüfungsvorbereitung.
Aktuell sind nur wenige Präsenzblöcke vorgesehen.
Das Konzept umfasst typischerweise mehrere zweitägige Präsenzphasen.
Die Lehrgangsteilnehmer bearbeiten die jeweiligen Themen zuvor im Selbststudium und vertiefen sie anschließend gemeinsam im Präsenzunterricht.
Ist das ein Fernstudium?
Nicht im klassischen Sinne.
Das Modell enthält zwar umfangreiche Selbstlern- und Onlineanteile, ist aber als Blended-Learning-Lehrgang aufgebaut.
Präsenzphasen sind weiterhin Bestandteil des Konzepts.
Interessenten sollten deshalb genau prüfen, an welchem Standort die Präsenztage stattfinden und ob die Termine mit Beruf und Anreise vereinbar sind.
Wie läuft die HWK-Prüfung ab?
Die Prüfung richtet sich nach den besonderen Rechtsvorschriften der jeweils zuständigen Handwerkskammer.
Eine aktuelle Prüfungsregelung der HWK Reutlingen gliedert die Prüfung in einen fachtheoretischen und einen fachpraktischen Teil.
Fachtheoretischer Teil
Der fachtheoretische Teil umfasst vier Prüfungsbereiche:
- Prozess-, Qualitäts- und Technologiemanagement,
- Betriebswirtschaft und Recht,
- Produktion und Materialwirtschaft sowie
- Digitalisierung und Unterstützungsprozesse.
Fachpraktischer Teil
Der fachpraktische Teil besteht aus:
- einer Projektarbeit und
- einem darauf bezogenen Fachgespräch.
Die Projektarbeit soll zeigen, dass komplexe Vorhaben im Fertigungs- und Prozessmanagement geplant, strukturiert und fachlich begründet werden können.
Im anschließenden Fachgespräch wird die Projektarbeit vorgestellt und fachlich verteidigt.
Bei der HWK Reutlingen werden Projektarbeit und Fachgespräch im Verhältnis 2:1 gewichtet. Fachtheoretische und fachpraktische Prüfung gehen dort im Verhältnis 4:1 in das Gesamtergebnis ein.
Da es sich um besondere Rechtsvorschriften einzelner Handwerkskammern handelt, sollten die konkreten Prüfungsanforderungen immer bei der zuständigen Prüfungsstelle geprüft werden.
Wie unterscheidet sich die HWK-Prüfung vom IMB-Lehrgang?
Die öffentlich-rechtliche Prüfung und das Lehrgangskonzept sollten nicht miteinander gleichgesetzt werden.
Das IMB-Konzept organisiert die Vorbereitung aktuell über mehrere Lehrblöcke mit schriftlichen Teilprüfungen sowie einen abschließenden Block mit Projektpräsentation.
Diese Struktur orientiert sich eng an den Prüfungsanforderungen, ist aber Teil des Lehrgangskonzepts und keine bundesweit einheitliche Prüfungsordnung.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
BERUFENET gibt für die Weiterbildung ungefähr elf Monate in Teilzeit an.
Auch die aktuellen Lehrgangstermine bewegen sich ungefähr in diesem Bereich.
Ein aktueller Lehrgang der Handwerkskammer zu Leipzig läuft beispielsweise vom 30. April 2027 bis 24. März 2028.
Das Konzept richtet sich damit ausdrücklich an Berufstätige.
Wo wird der Fachwirt angeboten?
Aktuelle beziehungsweise geplante Lehrgänge gibt es an mehreren Standorten in Deutschland.
Dazu gehören unter anderem:
- Düsseldorf,
- Hamburg,
- Kassel,
- Leipzig,
- Landshut,
- Mainz,
- Münster,
- Nürnberg,
- Potsdam und
- Stuttgart.
Die tatsächlichen Starttermine unterscheiden sich je nach Standort.
Was kostet der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement?
Aktuelle Lehrgänge kosten derzeit beispielsweise 9.950 Euro.
Bei einem aktuellen Angebot der HWK Düsseldorf sind darin ausdrücklich 200 Euro Prüfungsgebühr enthalten.
Bei anderen Standorten kann die Kostenstruktur abweichen. Bei der HWK Leipzig werden ebenfalls 9.950 Euro Kursgebühr genannt; dort sollte vor der Anmeldung zusätzlich geprüft werden, ob die Prüfungsgebühr im konkreten Angebot enthalten ist.
Zusätzliche Kosten können entstehen für:
- Fahrt,
- Übernachtung,
- Verpflegung während der Präsenzphasen und
- gegebenenfalls weitere prüfungsbezogene Auslagen.
Aufstiegs-BAföG
Der Lehrgang ist grundsätzlich über das Aufstiegs-BAföG förderfähig.
Bei förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden aktuell zunächst 50 Prozent als Zuschuss gewährt.
Für den verbleibenden Anteil kann ein KfW-Darlehen genutzt werden.
Nach erfolgreich bestandener Prüfung können weitere 50 Prozent des noch offenen Darlehens erlassen werden.
Dadurch können rechnerisch bis zu 75 Prozent der förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren nicht zurückgezahlt werden müssen.
Das ist jedoch kein pauschaler Zuschuss von 75 Prozent.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Weiterbildung finanzieren.
Welche Karrierechancen gibt es?
Die Weiterbildung richtet sich besonders auf Schnittstellen- und Führungsfunktionen in produzierenden Unternehmen.
Mögliche Einsatzbereiche sind beispielsweise:
- Produktionssteuerung,
- Fertigungsplanung,
- Prozessmanagement,
- Produktionsleitung,
- Arbeitsvorbereitung,
- Materialflussplanung,
- Logistik,
- Qualitätsmanagement,
- Instandhaltung,
- Automatisierung,
- Produktionscontrolling,
- Projektmanagement und
- operative Führung.
Der Abschluss garantiert allerdings keine bestimmte Position.
Berufserfahrung, bisherige Verantwortung, Unternehmensgröße und Branche bleiben entscheidend.
Was verdient ein Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement?
Eine allgemeingültige Gehaltsspanne lässt sich aus dem Abschluss allein nicht ableiten.
Das tatsächliche Einkommen hängt stark ab von Branche, Unternehmensgröße, Verantwortungsbereich, Berufserfahrung, Führungsverantwortung, Schicht- beziehungsweise Produktionsverantwortung und Region.
Für eine realistische Einschätzung sollten deshalb Gehälter der angestrebten Funktion – beispielsweise Produktionsplaner, Prozessmanager oder Produktionsleiter – verglichen werden.
Fachwirt Fertigungs- und Prozessmanagement oder Technischer Fachwirt?
Die beiden Abschlüsse klingen ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich.
| Fachwirt Fertigungs- und Prozessmanagement | Technischer Fachwirt |
|---|---|
| HWK-Fortbildungsprüfung | IHK-Fortbildungsprüfung |
| besondere Rechtsvorschriften | bundesweit geregelte Prüfung |
| stark produktions- und prozessorientiert | Schnittstelle Technik und Betriebswirtschaft |
| Zielgruppe häufig Meister und Techniker | breitere Zulassungswege |
| Fertigung, Automation und Materialfluss | Technik, BWL und Unternehmensprozesse |
| keine belastbare DQR-Einstufung nachgewiesen | DQR 6 |
Wer bereits als Meister, Techniker oder operative Führungskraft in der Produktion arbeitet und Produktionsprozesse vertiefen möchte, findet im Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement die speziellere Weiterbildung.
Wer dagegen einen bundesweit geregelten IHK-Abschluss mit breiterer kaufmännisch-technischer Ausrichtung sucht, sollte den Technischen Fachwirt prüfen.
Fachwirt oder Industriemeister?
Ein Industriemeister bringt bereits eine anerkannte Fortbildungsqualifikation und Führungswissen für industrielle Prozesse mit.
Der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement kann darauf aufbauen und den Fokus stärker auf Prozessmanagement, Produktionsoptimierung, Materialflüsse, Automatisierung, Investition, Controlling und strategische Produktionsentwicklung legen.
Deshalb gehört der Industriemeister ausdrücklich zu den typischen Vorqualifikationen für den Fachwirt.
Fachwirt Fertigungs- und Prozessmanagement oder Fachwirt für Logistiksysteme?
Der Fachwirt für Logistiksysteme ist stärker auf die Planung, Steuerung und Optimierung von Logistiksystemen ausgerichtet.
Der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement betrachtet dagegen Produktion, Fertigung, Automation, Materialfluss und betriebswirtschaftliche Steuerung wesentlich breiter.
FAQ
Gibt es den Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement 2026 noch?
Ja. Die Weiterbildung wird aktuell weiterhin angeboten. Mehrere Lehrgänge für 2026, 2027 und 2028 sind ausgeschrieben.
Ist das ein IHK-Fachwirt?
Nein. Die Prüfung erfolgt nach besonderen Rechtsvorschriften von Handwerkskammern.
Ist der Abschluss bundesweit geregelt?
Es gibt keine bundesweit einheitliche Fortbildungsverordnung wie bei vielen IHK-Fachwirten. Die Prüfung basiert auf besonderen Rechtsvorschriften beteiligter Handwerkskammern.
Hat der Abschluss DQR-Niveau 6?
Eine belastbare offizielle DQR-Einstufung konnte aktuell nicht nachgewiesen werden. Deshalb sollte der Abschluss nicht allein aufgrund der Bezeichnung „Fachwirt“ pauschal DQR 6 zugeordnet werden.
Ist der Abschluss ein Bachelor Professional?
Eine entsprechende offizielle Abschlussbezeichnung konnte nicht nachgewiesen werden.
Welche Voraussetzungen gelten?
Typische Zugangsqualifikationen sind Meister-, Industriemeister- oder Technikerabschlüsse. Vergleichbare Kenntnisse und Erfahrungen können ebenfalls berücksichtigt werden.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Aktuelle berufsbegleitende Lehrgänge dauern ungefähr elf Monate.
Gibt es Fernunterricht?
Der Lehrgang arbeitet mit umfangreichen Selbstlern- und E-Learning-Phasen, enthält aber auch verpflichtende Präsenzblöcke. Es handelt sich daher um Blended Learning und nicht um ein vollständig frei einteilbares Fernstudium.
Was kostet der Lehrgang?
Aktuelle Angebote liegen beispielsweise bei 9.950 Euro. Ob Prüfungsgebühren darin enthalten sind, hängt vom Standort ab.
Ist Aufstiegs-BAföG möglich?
Ja. Aktuelle Lehrgänge werden als AFBG-förderfähig ausgewiesen.
Fazit
Der Fachwirt für Fertigungs- und Prozessmanagement (HWK) ist eine spezialisierte Aufstiegsfortbildung für erfahrene Fach- und Führungskräfte aus Produktion, Fertigung und Logistik.
Er verbindet technische Produktionsprozesse mit Betriebswirtschaft, Organisation, Führung, Digitalisierung, Automation und Prozessmanagement.
Besonders wichtig ist die korrekte Einordnung: Es handelt sich nicht um einen bundesweit geregelten IHK-Fachwirt und eine automatische Zuordnung zu DQR 6 oder Bachelor Professional wäre nicht gerechtfertigt.
Für Meister, Industriemeister, Techniker und andere erfahrene Produktionsverantwortliche kann die Weiterbildung jedoch eine interessante Möglichkeit sein, die eigene Kompetenz in Produktions- und Prozessmanagement gezielt auszubauen.
Einen Überblick über weitere Abschlüsse finden Sie in unserem Fachwirt-Verzeichnis.
