Menschen bei beruflichen Veränderungen begleiten, Führungskräfte unterstützen oder persönliche Entscheidungen reflektieren: Die Aufgaben eines Business Coaches sind vielfältig. Wer solche Beratungsprozesse professionell gestalten möchte, benötigt mehr als gute Menschenkenntnis. Gesprächsführung, psychologische Grundlagen, methodische Kompetenzen und klare berufliche Grenzen gehören ebenfalls dazu.
Die Weiterbildung „Psychologischer Berater – Business Coach“ verbindet eine Ausbildung in psychologischer Beratung und Personal Coaching mit zusätzlichen Inhalten zur Begleitung von Führungskräften, Mitarbeitern und beruflichen Veränderungsprozessen.
Die Fernschulen ILS, SGD und Fernakademie bieten entsprechende berufsbegleitende Lehrgänge mit einer Regelstudiendauer von 19 Monaten an. Neben Studienheften und digitalen Lernmaterialien gehören praktische Übungen und Präsenzseminare zum Ausbildungskonzept.
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer ein Zeugnis der jeweiligen Fernschule. Wer zusätzlich die vorgesehenen Praxisseminare erfolgreich absolviert, kann ein institutseigenes Abschlusszertifikat „Psychologische/r Berater/in – Business Coach“ erwerben.
Wichtig: Diese Weiterbildung ist keine Psychotherapieausbildung und berechtigt nicht zur eigenständigen heilkundlichen Behandlung psychischer Erkrankungen. Der Schwerpunkt liegt auf Beratung und Coaching bei nicht heilkundlichen Anliegen.
Dieser Ratgeber erklärt Aufgaben, Voraussetzungen, Lerninhalte, Praxisphasen, Abschlüsse, Kosten, Verdienstmöglichkeiten und berufliche Perspektiven. Außerdem vergleichen wir die Fernlehrgänge von ILS, SGD und Fernakademie.
Was ist ein Psychologischer Berater – Business Coach?
Ein Psychologischer Berater – Business Coach begleitet Menschen bei persönlichen und beruflichen Fragestellungen. Dabei unterstützt er seine Klienten, Situationen zu reflektieren, Ziele zu klären und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Im Personal Coaching können beispielsweise persönliche Entscheidungen, Kommunikation oder Veränderungen im Lebensalltag im Mittelpunkt stehen.
Im Business Coaching geht es dagegen vor allem um berufliche Herausforderungen, Führungsaufgaben, die Zusammenarbeit mit anderen Menschen und die persönliche Entwicklung im Arbeitsumfeld.
Coaching ist dabei grundsätzlich ein begleitender Prozess. Der Coach übernimmt nicht die Entscheidungen seiner Klienten, sondern unterstützt deren Reflexion und eigenverantwortliche Lösungsfindung.
Welche Aufgaben übernimmt ein Business Coach?
- Berufliche Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten mit Klienten klären
- Führungskräfte bei neuen Aufgaben begleiten
- Kommunikations- und Konfliktsituationen reflektieren
- Individuelle Ressourcen und Stärken herausarbeiten
- Berufliche Rollen und Erwartungen betrachten
- Karriereentscheidungen begleiten
- Bei der Entwicklung realistischer Handlungspläne unterstützen
- Reflexions- und Feedbackprozesse moderieren
- Coachinggespräche strukturieren und dokumentieren
- Bei nicht heilkundlichen Veränderungsprozessen begleiten
- Die Grenzen der eigenen Fachkompetenz erkennen
- Bei Anzeichen behandlungsbedürftiger Erkrankungen an geeignete Fachstellen verweisen
Welche Aufgaben ein Coach tatsächlich übernehmen kann, hängt von seiner Ausbildung, Berufserfahrung und fachlichen Spezialisierung ab.
Was ist der Unterschied zwischen Personal Coaching und Business Coaching?
| Personal Coaching | Business Coaching |
|---|---|
| Persönliche Lebensgestaltung | Berufliche und organisatorische Fragestellungen |
| Individuelle Ziele und Entscheidungen | Karriere, Führung und Zusammenarbeit |
| Private Veränderungsprozesse | Berufliche Rollen und Verantwortlichkeiten |
| Klient häufig selbst Auftraggeber | Auftraggeber kann auch ein Unternehmen sein |
| Persönliche Reflexion und Entwicklung | Berufliche Reflexion und Entwicklung |
Die Themen können sich überschneiden. Beispielsweise kann eine berufliche Veränderung Auswirkungen auf das Privatleben haben.
Gerade bei solchen Überschneidungen sind eine transparente Auftragsklärung und die klare Begrenzung des Coachingauftrags wichtig.
Für wen eignet sich die Weiterbildung?
Berufstätige in der Personalentwicklung
Beschäftigte aus Personalabteilungen können Coachingkompetenzen nutzen, um Entwicklungsprozesse und berufliche Reflexion besser zu begleiten.
Führungskräfte
Wer Mitarbeiter führt, kann von Kenntnissen zu Gesprächsführung, Feedback und lösungsorientierter Kommunikation profitieren. Dabei ist zwischen der Führungsrolle und einer unabhängigen Coachingrolle zu unterscheiden.
Trainer und Berater
Wer bereits Seminare oder Beratungen durchführt, kann seine Methodenkenntnisse um individuelle Coachingprozesse erweitern.
Berufstätige aus sozialen und pädagogischen Bereichen
Vorhandene Erfahrung in der Arbeit mit Menschen kann eine hilfreiche Grundlage für die Weiterbildung sein.
Menschen mit wirtschaftlicher Berufserfahrung
Wer Führungskräfte, Teams oder berufliche Entwicklungsprozesse begleiten möchte, profitiert häufig davon, betriebliche Organisations- und Entscheidungsstrukturen bereits aus eigener Erfahrung zu kennen.
Interessenten an einer selbstständigen Tätigkeit
Der Lehrgang kann einen Einstieg in die selbstständige nicht heilkundliche Beratung und das Coaching bieten. Für eine wirtschaftlich tragfähige Selbstständigkeit sind darüber hinaus Zielgruppenkenntnisse, Praxiserfahrung und unternehmerische Fähigkeiten erforderlich.
Welche Voraussetzungen gelten für das Fernstudium?
ILS und Fernakademie nennen folgende Teilnahmevoraussetzungen:
- Mindestalter 23 Jahre
- Mindestens mittlerer Bildungsabschluss
- Offenheit, Lebenserfahrung und Interesse am Umgang mit Menschen
- Persönliche Eignung für die Teilnahme an einem reflexionsorientierten Lehrgang
- Eine Person, die als Probeklient oder Probeklientin zur Verfügung steht
Die Anbieter setzen außerdem eine ausreichende psychische Stabilität zur eigenverantwortlichen Teilnahme voraus. Für Personen, die sich aktuell selbst in Therapie befinden, beschreiben sie die Möglichkeit, eine entsprechende therapeutische Bestätigung vorzulegen.
Auch bei der SGD sollten die aktuell geltenden persönlichen Teilnahmebedingungen vor der Anmeldung geprüft werden.
Ein Studium der Psychologie ist für den Zugang zu den hier verglichenen Fernlehrgängen nicht erforderlich.
Für die spätere Arbeit als Coach können einschlägige Berufserfahrung, Selbsterfahrung, fortlaufende Weiterbildung und Supervision jedoch besonders wichtig sein.
Welche Inhalte vermittelt die Weiterbildung Psychologischer Berater – Business Coach?
Die drei Lehrgänge kombinieren Grundlagen der psychologischen Beratung mit Methoden des Personal Coachings und zusätzlichen Inhalten des Business Coachings.
1. Grundlagen der psychologischen Beratung
Zu Beginn beschäftigen sich die Teilnehmer mit Aufgaben, Zielen und Grenzen professioneller Beratung.
Ein Schwerpunkt liegt darauf, Coaching als nicht heilkundliches Angebot von Psychotherapie und anderen Behandlungsformen zu unterscheiden.
2. Kommunikation und Gesprächsführung
Professionelle Coachinggespräche erfordern eine strukturierte Gesprächsführung und die Fähigkeit, aufmerksam zuzuhören.
Behandelt werden unter anderem:
- Aktives Zuhören
- Fragetechniken
- Perspektivwechsel
- Gesprächsstruktur
- Rückmeldungen und Feedback
- Klärung von Erwartungen
- Umgang mit Missverständnissen
3. Systemische Beratungsmethoden
Systemische Ansätze betrachten Menschen im Zusammenhang ihrer Beziehungen, Rollen und sozialen Umfelder.
Im Coaching kann es beispielsweise darum gehen, unterschiedliche Sichtweisen innerhalb eines Teams zu verstehen.
Zum Lernstoff gehören systemische Fragetechniken, Ressourcenarbeit und die Betrachtung sozialer Zusammenhänge.
4. Ziel- und Ressourcenklärung
Coaching setzt voraus, dass Auftrag und Ziel möglichst klar beschrieben werden.
Die Teilnehmer lernen, wie Ziele gemeinsam mit Klienten erarbeitet und vorhandene Ressourcen sichtbar gemacht werden können.
5. Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie
Die Lehrgänge vermitteln verschiedene Modelle zur Beschreibung von Persönlichkeit, Wahrnehmung und Verhalten.
Dazu gehören beispielsweise persönlichkeitspsychologische Konzepte und die Betrachtung unterschiedlicher Denk- und Handlungsmuster.
Solche Modelle dürfen nicht unkritisch als diagnostische Verfahren verwendet werden. Ihre wissenschaftliche Aussagekraft und Grenzen müssen jeweils berücksichtigt werden.
6. Werte und persönliche Überzeugungen
Persönliche Werte können eine wichtige Rolle bei Entscheidungen spielen.
Im Coaching kann es hilfreich sein, individuelle Prioritäten, Überzeugungen und Zielkonflikte bewusst zu reflektieren.
7. Lösungsorientiertes Coaching
Die lösungsorientierte Beratung beschäftigt sich damit, gewünschte Veränderungen und vorhandene Handlungsmöglichkeiten stärker in den Blick zu nehmen.
Zu den Methoden können Skalierungsfragen, Ressourcenfragen und die Entwicklung konkreter nächster Schritte gehören.
8. Karriere- und Laufbahncoaching
Ein wesentlicher Bestandteil des Business Coachings ist die Begleitung beruflicher Entwicklungsentscheidungen.
- Berufliche Ziele klären
- Eigene Stärken reflektieren
- Neue berufliche Rollen vorbereiten
- Karriereentscheidungen strukturieren
- Weiterentwicklungsmöglichkeiten untersuchen
9. Coaching von Führungskräften
Führungskräfte stehen häufig vor Entscheidungen, die fachliche, organisatorische und zwischenmenschliche Aspekte miteinander verbinden.
Die Weiterbildung behandelt beispielsweise:
- Führen mit Zielen
- Feedback und Mitarbeitergespräche
- Rollenklärung
- Übernahme neuer Führungsaufgaben
- Selbstreflexion im Führungsalltag
- Umgang mit beruflichen Spannungsfeldern
10. Konflikte im beruflichen Umfeld
Unterschiedliche Erwartungen, Kommunikationsprobleme und unklare Zuständigkeiten können Konflikte verursachen.
Coaching kann helfen, die eigene Rolle und mögliche Handlungsoptionen in solchen Situationen zu reflektieren.
Die Weiterbildung vermittelt dazu Grundlagen der Konfliktanalyse und Gesprächsführung.
11. Teams und Zusammenarbeit
Business Coaching kann sich auch mit Fragen der Teamarbeit beschäftigen.
Dazu gehören beispielsweise Teamrollen, Kommunikation, Zusammenarbeit und Veränderungsprozesse.
Die Begleitung ganzer Teams stellt allerdings zusätzliche Anforderungen an die Moderations- und Gruppenkompetenz des Coaches.
12. Organisationskultur und Organisationsberatung
Unternehmen verfügen über unterschiedliche Werte, Regeln und Formen der Zusammenarbeit.
Die Weiterbildung erläutert, wie solche organisatorischen Bedingungen berufliches Verhalten beeinflussen können.
13. Coachingethik
Ein professioneller Coach benötigt klare ethische Grundsätze.
Wichtige Themen sind:
- Vertraulichkeit
- Transparente Auftragsklärung
- Freiwilligkeit
- Umgang mit Interessenkonflikten
- Respekt vor der Selbstbestimmung
- Verantwortungsvoller Umgang mit Methoden
- Erkennen eigener Kompetenzgrenzen
14. Coaching als Dienstleistung
Der Lehrgang behandelt die praktische Organisation von Coachingprozessen.
Dazu gehören Erstgespräche, Zielvereinbarungen, Vertragsgestaltung, Durchführung und Abschluss.
15. Beratung im Dreiecksverhältnis
Im Business Coaching kann ein Unternehmen den Auftrag erteilen und die Kosten übernehmen, während ein Mitarbeiter die eigentliche Coachingperson ist.
Dadurch entstehen Fragen der Vertraulichkeit und der unterschiedlichen Erwartungen.
Vor Beginn muss geklärt werden, welche Informationen an den Auftraggeber weitergegeben werden dürfen und welche Inhalte vertraulich bleiben.
16. Coachingmethoden und Selbsterfahrung
Die Lehrgänge stellen verschiedene methodische Ansätze vor, darunter systemische Techniken und weitere Verfahren aus der Beratungslandschaft.
Nicht jede im Coaching verbreitete Methode ist gleichermaßen wissenschaftlich abgesichert. Dazu gehört beispielsweise, dass NLP oder bestimmte Aufstellungsverfahren nicht pauschal als nachweislich wirksame Behandlungsmethoden dargestellt werden dürfen.
In einer seriösen Coachingpraxis sollten Nutzen, Grenzen, Einwilligung und mögliche Risiken jeder Methode berücksichtigt werden.
17. Praxisübungen
Der Lernstoff wird durch Übungen und Fallbeispiele ergänzt.
Teilnehmer üben beispielsweise, Gespräche zu strukturieren, Ziele zu formulieren und unterschiedliche Rollen innerhalb eines Coachingprozesses einzunehmen.
18. Grundlagen der Selbstständigkeit
Wer als Coach selbstständig arbeiten möchte, muss neben den fachlichen Grundlagen auch unternehmerische Fragen klären.
Der Lehrgang behandelt dazu unter anderem Zielgruppen, Positionierung, Honorar und Marketing.
Welche Rolle spielen die Praxisseminare?
Die Praxisseminare sind ein wichtiger Bestandteil des Weiterbildungskonzepts.
Während Studienhefte theoretische Grundlagen vermitteln, bieten die Seminare Gelegenheit, Beratungssituationen mit anderen Menschen zu erproben.
Teilnehmer können dabei verschiedene Perspektiven kennenlernen: die Rolle als Coach, als Klient und als Beobachter.
ILS und Fernakademie nennen zwei Präsenzseminare mit einer Dauer von fünf beziehungsweise drei Tagen.
Auch die SGD sieht für den Kombinationslehrgang zwei Präsenzveranstaltungen vor. Die zweite Veranstaltung konzentriert sich auf lösungsorientiertes Coaching und Business Coaching.
Die Seminargebühren sind nach den aktuellen Angaben der drei Anbieter in den Lehrgangsgebühren enthalten. Reise-, Verpflegungs- und gegebenenfalls Übernachtungskosten sollten gesondert berücksichtigt werden.
Wichtig: Für das zusätzliche Abschlusszertifikat ist die erfolgreiche Teilnahme an den vorgesehenen Präsenzveranstaltungen erforderlich. Wer ausschließlich die Einsendeaufgaben erfolgreich bearbeitet, erhält zunächst das Abschlusszeugnis der Fernschule.
Wie unterscheidet sich Coaching von Psychotherapie?
Die Abgrenzung zur Psychotherapie gehört zu den wichtigsten Grundlagen einer verantwortungsvollen Coachingtätigkeit.
Coaching kann beispielsweise berufliche Entscheidungen, Kommunikation, Rollenfragen oder persönliche Entwicklungsziele begleiten.
Psychotherapie dient dagegen der Behandlung psychischer Störungen mit Krankheitswert.
Nach dem Psychotherapeutengesetz gelten für die Ausübung der Psychotherapie und die Führung der geschützten Berufsbezeichnung entsprechende gesetzliche Anforderungen.
Daneben kann eine heilkundliche Tätigkeit unter den Voraussetzungen des Heilpraktikerrechts erlaubt sein. Auch diese Erlaubnis wird durch einen Coaching-Fernlehrgang nicht erworben.
Ein Abschluss als Psychologischer Berater – Business Coach berechtigt daher nicht zur Diagnose oder eigenständigen heilkundlichen Behandlung psychischer Erkrankungen.
Wenn im Coaching Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung oder akute Selbstgefährdung sichtbar werden, muss der Coach seine Grenzen beachten und die betreffende Person an geeignete medizinische, psychotherapeutische oder akute Hilfsangebote verweisen.
Darf sich jeder Psychologischer Berater oder Business Coach nennen?
Die Bezeichnungen „Business Coach“ und „Psychologischer Berater“ sind nicht mit den gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen „Psychotherapeut/in“ oder „Psychologe/Psychologin“ gleichzusetzen.
Für Coaching besteht kein einheitlicher staatlich geregelter Ausbildungsabschluss.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Anbieter beliebige Qualifikationen behaupten oder heilkundliche Leistungen ohne die erforderliche Erlaubnis anbieten dürfen.
Eine seriöse Außendarstellung sollte deshalb den erworbenen Abschluss, den Bildungsträger, die Praxiserfahrung und die tatsächlichen Leistungsgrenzen transparent nennen.
Wie läuft ein professioneller Coachingprozess ab?
- Erstkontakt: Anlass, Erwartungen und grundsätzliche Eignung des Anliegens klären.
- Auftragsklärung: Ziele, Beteiligte, Rollen, Vertraulichkeit und Rahmenbedingungen vereinbaren.
- Ausgangssituation untersuchen: Sichtweisen und vorhandene Handlungsmöglichkeiten betrachten.
- Ziele konkretisieren: Gewünschte Veränderungen realistisch beschreiben.
- Coachinggespräche durchführen: Reflexion und Entwicklung eigener Lösungen unterstützen.
- Transfer planen: Geeignete Schritte für den beruflichen oder privaten Alltag festlegen.
- Ergebnisse überprüfen: Gemeinsam bewerten, welche Veränderungen erreicht wurden.
- Abschluss: Den Prozess auswerten und gegebenenfalls weitere Unterstützungsbedarfe besprechen.
Praxisbeispiel: Eine neue Führungskraft begleiten
Eine erfahrene Fachkraft wurde zur Teamleitung befördert. Fachlich ist sie gut vorbereitet, fühlt sich aber in der neuen Führungsrolle noch unsicher.
Schritt 1: Anliegen klären
Im Erstgespräch wird geklärt, welche Situationen besonders schwierig erlebt werden.
Schritt 2: Rolle reflektieren
Die neue Führungskraft untersucht, welche Erwartungen sie an sich selbst stellt und wie sich die Beziehungen zu ehemaligen Kollegen verändert haben.
Schritt 3: Ziele definieren
Gemeinsam werden realistische Ziele festgelegt, beispielsweise eine klarere Kommunikation und ein sichererer Umgang mit Mitarbeitergesprächen.
Schritt 4: Handlungsoptionen entwickeln
Der Coach unterstützt dabei, unterschiedliche Gesprächsstrategien und Vorgehensweisen zu prüfen.
Schritt 5: Alltagserfahrungen auswerten
Die Führungskraft setzt ausgewählte Schritte um und reflektiert die Erfahrungen im nächsten Gespräch.
Schritt 6: Entwicklung überprüfen
Zum Abschluss wird gemeinsam betrachtet, welche Veränderungen hilfreich waren und welche Fragen offen bleiben.
Das Beispiel zeigt: Business Coaching soll die eigenständige Entwicklung der Klienten unterstützen. Es ersetzt weder betriebliche Führungsentscheidungen noch medizinische oder psychotherapeutische Leistungen.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
| Anbieter | Regeldauer | Lernaufwand | Verlängerung |
|---|---|---|---|
| ILS | 19 Monate | ca. 8 Std./Woche | 12 Monate kostenlos |
| SGD | 19 Monate | ca. 9 Std./Woche | 12 Monate kostenlos |
| Fernakademie | 19 Monate | ca. 8–10 Std./Woche | 12 Monate kostenlos |
Bei allen drei Fernschulen ist der Studienbeginn grundsätzlich jederzeit möglich.
Die tatsächliche Lernzeit hängt vom Vorwissen, der Bearbeitung praktischer Übungen und der individuellen Lerngeschwindigkeit ab.
Zusätzlich müssen die Termine für Praxisseminare rechtzeitig eingeplant werden.
Welche Studienmaterialien werden verwendet?
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Studienhefte | 23 | 23 | 23 |
| Weiteres Material | Web Based Trainings und Videos | Begleitheft und 10 Lernvideos | Web Based Trainings und Videos |
| Einsendeaufgaben | Ja | Ja | Ja |
| Digitale Lernplattform | Ja | Ja | Ja |
| Persönliche Betreuung | Ja | Ja | Ja |
| Präsenzveranstaltungen | 2 | 2 | 2 |
| Zusätzliches Abschlusszertifikat | Nach erfolgreicher Praxis | Nach erfolgreicher Praxis | Nach erfolgreicher Praxis |
Welchen Abschluss erhalten die Teilnehmer?
ILS: Abschlusszeugnis und Abschlusszertifikat
Nach erfolgreicher Bearbeitung aller Einsendeaufgaben vergibt das ILS das Zeugnis „Psychologische Beratung – Business Coaching“.
Wenn zusätzlich die beiden Praxisseminare erfolgreich absolviert wurden, wird das ILS-Abschlusszertifikat „Psychologische/r Berater/in – Business Coach“ ausgestellt.
SGD: Abschlusszeugnis und Zertifikat
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Studienleistungen stellt die SGD ein Abschlusszeugnis im Bereich „Psychologische Beratung – Business Coaching“ aus.
Das zusätzliche Zertifikat „Psychologische/r Berater/in – Business Coach“ setzt die erfolgreiche Teilnahme an beiden Präsenzveranstaltungen voraus.
Fernakademie: Zeugnis und Abschlusszertifikat
Die Fernakademie vergibt nach erfolgreicher Bearbeitung aller Einsendeaufgaben das Zeugnis „Psychologische Beratung – Business Coaching“.
Nach erfolgreicher Teilnahme an beiden Präsenzseminaren erhalten die Teilnehmer zusätzlich das Abschlusszertifikat „Psychologische/r Berater/in – Business Coach“.
Ist Psychologischer Berater – Business Coach ein staatlich anerkannter Abschluss?
Alle drei untersuchten Fernlehrgänge verfügen über eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).
Die ZFU-Zulassung bestätigt jedoch nicht, dass ein öffentlich-rechtlich geregelter Berufsabschluss erworben wird.
Die Zeugnisse und Zertifikate stammen von der jeweiligen Fernschule. Es handelt sich weder um eine IHK-Fortbildungsprüfung noch um einen akademischen Abschluss oder eine Berufszulassung als Psychotherapeut.
Für die Bewertung der Qualifikation sind deshalb besonders Lehrgangsinhalte, Praxisumfang, Unterrichtsqualität und eigene Berufserfahrung relevant.
Psychologischer Berater – Business Coach: ILS, SGD und Fernakademie im Vergleich
| Merkmal | ILS | SGD | Fernakademie |
|---|---|---|---|
| Regelstudienzeit | 19 Monate | 19 Monate | 19 Monate |
| Wöchentlicher Aufwand | 8 Stunden | 9 Stunden | 8–10 Stunden |
| Kostenlose Verlängerung | 12 Monate | 12 Monate | 12 Monate |
| Studienhefte | 23 | 23 | 23 |
| Praxisseminare | 5 + 3 Tage | Zwei Veranstaltungen | 5 + 3 Tage |
| Seminargebühren enthalten | Ja | Ja | Ja |
| Abschlusszeugnis | Ja | Ja | Ja |
| Zusätzliches Institutszertifikat | Ja | Ja | Ja |
| IHK-Abschluss | Nein | Nein | Nein |
| ZFU-Zulassungsnummer | 7508225 | 7526425 | 7215110 |
Stand der Anbieterprüfung: Oktober 2026. Verbindlich sind die jeweils aktuellen Lehrgangs- und Vertragsbedingungen.
ILS: Psychologische/r Berater/in – Business Coach
Das ILS bietet den kombinierten Lehrgang mit einer Regelstudiendauer von 19 Monaten und ungefähr acht Lernstunden pro Woche an.
Zum Studienmaterial gehören 23 Studienhefte, Web Based Trainings und Lernvideos. Zusätzlich können Teilnehmer das Online-Studienzentrum und die persönliche Lernbetreuung nutzen.
Der Lehrgang vermittelt die Inhalte des Personal Coachings und ergänzt diese um Business-Coaching-Themen wie Führungsberatung, Karriereplanung, Organisationskultur, Coachingethik und lösungsorientierte Gesprächsführung.
Das ILS sieht zwei Präsenzseminare mit einer Dauer von fünf beziehungsweise drei Tagen vor. Die Seminargebühren sind in der Lehrgangsgebühr enthalten.
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer das ILS-Zeugnis. Für das zusätzliche Abschlusszertifikat sind die erfolgreich absolvierten Praxisseminare erforderlich.
Die kostenlose Verlängerung beträgt zwölf Monate. Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 7508225.
SGD: Psychologische/r Berater/in – Business Coach
Die SGD bietet den Kombinationslehrgang mit 19 Monaten Regelstudiendauer und ungefähr neun Stunden Lernaufwand pro Woche an.
Zum Material gehören 23 Studienhefte, ein Begleitheft und zehn Lernvideos. Ergänzend stehen der SGD-OnlineCampus sowie die persönliche Betreuung zur Verfügung.
Die Teilnehmer beschäftigen sich mit psychologischer Beratung, systemischen Methoden, Führungskräftecoaching, beruflichen Veränderungsprozessen und der Gestaltung professioneller Coachingbeziehungen.
Für den kombinierten Zertifikatsabschluss werden zwei Präsenzveranstaltungen angeboten. Die zweite umfasst drei Tage und konzentriert sich auf lösungsorientiertes Coaching und Business Coaching.
Die Gebühren für die Präsenzveranstaltungen sind im Lehrgangspreis enthalten. Verpflegung und gegebenenfalls Übernachtungen müssen selbst bezahlt werden.
Nach erfolgreich bearbeiteten Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer das SGD-Abschlusszeugnis. Durch die erfolgreiche Teilnahme an beiden Veranstaltungen kann das zusätzliche SGD-Zertifikat erworben werden.
Die SGD bietet außerdem einen gesonderten, kürzeren Business-Coach-Aufbaukurs für bereits entsprechend qualifizierte Interessenten an. Dieser ist nicht mit dem hier verglichenen Kombinationslehrgang gleichzusetzen.
Die kostenlose Verlängerung beträgt zwölf Monate. Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 7526425.
Fernakademie: Psychologische/r Berater/in – Business Coach
Die Fernakademie für Erwachsenenbildung bietet den Lehrgang mit einer Regelstudiendauer von 19 Monaten an. Der empfohlene Lernaufwand beträgt ungefähr acht bis zehn Wochenstunden.
Das Material umfasst 23 Studienhefte, Web Based Trainings und Lernvideos.
Inhaltlich werden zunächst Grundlagen des Personal Coachings vermittelt. Hinzu kommen spezielle Themen des Business Coachings, darunter Führung, Karriereentwicklung, Organisationsberatung und Coachingprozesse.
Die Fernakademie sieht zwei Präsenzseminare mit einer Dauer von fünf beziehungsweise drei Tagen vor.
Nach erfolgreicher Bearbeitung der Einsendeaufgaben wird das Zeugnis „Psychologische Beratung – Business Coaching“ ausgestellt. Das zusätzliche Abschlusszertifikat setzt die erfolgreiche Teilnahme an beiden Praxisseminaren voraus.
Eine kostenlose Verlängerung um zwölf Monate ist möglich.
Die ZFU-Zulassungsnummer lautet 7215110.
Was kostet die Weiterbildung zum Business Coach?
Die Studiengebühren unterscheiden sich nach Fernschule und aktuellem Vertragsangebot.
Für einen vollständigen Kostenvergleich sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Monatliche Studiengebühren
- Gesamtkosten für die 19-monatige Weiterbildung
- Gedruckte und digitale Studienmaterialien
- Persönliche Lernbetreuung
- Praxisseminare
- Reise- und Übernachtungskosten
- Verpflegung während der Seminarveranstaltungen
- Gegebenenfalls zusätzliche Supervision oder Fortbildung
- Vertrags- und Verlängerungsbedingungen
Die Seminargebühren sind bei den untersuchten Angeboten grundsätzlich in den Lehrgangsgebühren enthalten. Zusätzliche Reise- und Aufenthaltskosten können dennoch anfallen.
Da die Studiengebühren nicht bei allen drei Fernschulen ohne gesonderte Preisabfrage transparent vergleichbar ausgewiesen werden, nennen wir keine ungeprüften Festpreise.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bildungsgutschein
ILS und SGD weisen bei ihren Angeboten auf die mögliche Förderung durch Bildungsgutschein hin.
Ob eine Förderung möglich ist, hängt von den persönlichen Voraussetzungen sowie der Zulassung der konkret gewählten Maßnahme ab.
Die ZFU-Zulassung des Fernlehrgangs allein ist kein Nachweis für die Förderfähigkeit mit einem Bildungsgutschein.
Kostenübernahme durch den Arbeitgeber
Wenn Coachingkompetenzen für Personalentwicklung, Führung oder betriebliche Beratungsaufgaben eingesetzt werden sollen, kann eine vollständige oder teilweise Kostenübernahme durch den Arbeitgeber infrage kommen.
Steuerliche Berücksichtigung
Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können unter den geltenden steuerlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden.
Aufstiegs-BAföG
Der hier vorgestellte institutseigene Coachingabschluss ist nicht automatisch eine förderfähige öffentlich-rechtliche Aufstiegsfortbildung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
Welche beruflichen Möglichkeiten haben Business Coaches?
Coachingkompetenzen können sowohl im bisherigen Beruf als auch bei einer beruflichen Neuorientierung eingesetzt werden.
Mögliche Tätigkeitsfelder sind:
- Personalentwicklung
- Führungskräfteentwicklung
- Karriereberatung
- Training und Weiterbildung
- Unternehmensinterne Entwicklungsprogramme
- Berufliche Beratung
- Selbstständiges Personal Coaching
- Selbstständiges Business Coaching
- Beratungs- und Coachingunternehmen
- Begleitung organisatorischer Veränderungsprozesse
Welche Tätigkeiten realistisch erreichbar sind, hängt stark von der bisherigen Berufserfahrung und den zusätzlich vorhandenen Qualifikationen ab.
Für Führungskräftecoaching können beispielsweise praktische Erfahrungen in Führung und betrieblicher Organisation besonders hilfreich sein.
Kann man sich als Business Coach selbstständig machen?
Eine selbstständige nicht heilkundliche Coachingtätigkeit kann grundsätzlich ein mögliches Berufsziel sein.
Für einen wirtschaftlich tragfähigen Start genügt ein Zertifikat allein allerdings nicht.
Wichtige Voraussetzungen sind:
- Eine klar definierte Zielgruppe
- Ein nachvollziehbares Leistungsangebot
- Ausreichende praktische Coachingkompetenz
- Geeignete Vertragsunterlagen
- Datenschutz und Vertraulichkeit
- Realistische Honorar- und Kostenplanung
- Berufliche Vernetzung
- Ein glaubwürdiger Qualifikationsnachweis
- Gegebenenfalls Berufshaftpflicht beziehungsweise Vermögensschadenhaftpflicht
- Regelmäßige Weiterbildung und Supervision
Die Einordnung der selbstständigen Tätigkeit als freiberuflich oder gewerblich ist vom konkreten Tätigkeitsbild abhängig und sollte individuell geklärt werden.
Wer eine eigene Praxis aufbauen möchte, sollte außerdem die rechtlichen Grenzen zwischen nicht heilkundlicher Beratung und heilkundlichen Tätigkeiten beachten.
Wie viel verdient ein Business Coach?
Für selbstständige Business Coaches gibt es kein einheitliches festes Gehalt.
Honorare unterscheiden sich unter anderem nach Zielgruppe, Erfahrung, Spezialisierung und Art der Leistung.
Ein vereinbartes Honorar ist zudem nicht mit dem persönlichen Einkommen gleichzusetzen. Selbstständige müssen beispielsweise Akquisezeiten, Vorbereitung, Verwaltung, Versicherungen, Fortbildung und laufende Betriebskosten berücksichtigen.
Bei angestellten Beschäftigten fließen Coachingkompetenzen häufig in eine bereits vorhandene Tätigkeit ein, etwa in der Personalentwicklung oder im Training. Die Vergütung richtet sich dann nach der jeweiligen Stelle.
Eine bestimmte Einkommenshöhe lässt sich aus dem Abschlusszeugnis oder Zertifikat nicht ableiten.
Was unterscheidet Business Coach und Unternehmensberater?
| Business Coach | Unternehmensberater |
|---|---|
| Unterstützt Personen bei Reflexion und Entwicklung eigener Lösungen | Analysiert betriebliche Fragestellungen und entwickelt häufig konkrete Handlungsempfehlungen |
| Schwerpunkt auf individuellen beruflichen Rollen und Verhaltensmöglichkeiten | Schwerpunkt auf Unternehmensstrukturen, Prozessen oder wirtschaftlichen Fragestellungen |
| Begleitet einen Entwicklungsprozess | Erbringt je nach Auftrag fachliche Expertenberatung |
In der Praxis können sich Coaching und Unternehmensberatung überschneiden. Entscheidend ist, welcher Auftrag vereinbart wurde und welche Leistungen tatsächlich erbracht werden.
Business Coach oder Personalentwickler?
Ein Business Coach begleitet häufig einzelne Klienten oder Teams in konkreten beruflichen Fragestellungen.
Ein Personalentwickler plant und organisiert dagegen Maßnahmen zur Entwicklung der Kompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften.
Coaching kann ein Bestandteil der betrieblichen Personalentwicklung sein. Die beiden Tätigkeiten sind jedoch nicht identisch.
Welche Bedeutung haben Coachingverbände?
In Deutschland existieren unterschiedliche Berufs- und Fachverbände für Coaching.
Solche Verbände können beispielsweise ethische Richtlinien, Qualitätsstandards und Anforderungen an Aus- und Weiterbildung festlegen.
Die SGD verweist bei ihrem Zertifikatslehrgang darauf, dass Absolventen eine Aufnahme im Deutschen Fachverband Coaching (DFC) beantragen können.
Eine Verbandsmitgliedschaft ist allerdings keine staatliche Berufszulassung und ersetzt weder fachliche Kompetenz noch erforderliche rechtliche Erlaubnisse.
Wie erkennt man eine seriöse Coachingausbildung?
Bei der Auswahl sollten nicht allein Dauer oder Zertifikatsbezeichnung entscheidend sein.
Wichtige Qualitätsmerkmale sind:
- Transparente Lernziele
- Nachvollziehbare Ausbildungsinhalte
- Praktische Übungen mit qualifiziertem Feedback
- Reflexion der eigenen Rolle
- Klare ethische Grundsätze
- Fundierte Abgrenzung zur Psychotherapie
- Ausreichende Betreuung
- Gelegenheiten zur Selbsterfahrung
- Geeignete Supervisionsmöglichkeiten
- Transparente Abschlussvoraussetzungen
Eine ZFU-Zulassung ist für die Qualitätssicherung des Fernunterrichts relevant. Sie ersetzt aber keine individuelle Beurteilung der praktischen Ausbildung oder einer späteren Coachingtätigkeit.
Welche Rolle spielen Online-Coaching und digitale Werkzeuge?
Coaching kann abhängig vom Anliegen und den Beteiligten auch online stattfinden.
Videogespräche erleichtern beispielsweise die Zusammenarbeit über größere Entfernungen.
Wichtig sind dabei eine geeignete technische Umgebung, Datenschutz, Vertraulichkeit und eine klare Vereinbarung über den Ablauf.
Digitale Dokumentations- und Terminwerkzeuge können die Organisation unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine fachliche Coachingkompetenz.
Kann künstliche Intelligenz Coaching unterstützen?
KI-Anwendungen können bei der Vorbereitung von Übungen, der Strukturierung allgemeiner Themen und der Erstellung von Arbeitsmaterialien unterstützen.
Sie sollten jedoch nicht unkritisch zur Bewertung persönlicher psychischer Zustände oder zur Verarbeitung vertraulicher Coachinginhalte eingesetzt werden.
Insbesondere bei sensiblen personenbezogenen Informationen sind Datenschutz und Vertraulichkeit zu beachten.
Der persönliche, professionelle Coachingprozess lässt sich nicht allein durch automatisiert erzeugte Gesprächsvorschläge ersetzen.
Psychologischer Berater – Business Coach im Lebenslauf angeben
Die erworbene Qualifikation sollte genau bezeichnet werden.
Beispiel mit Abschlusszertifikat:
2026 – Psychologische/r Berater/in – Business Coach, Abschlusszertifikat der jeweiligen Fernschule
Beispiel ohne Teilnahme an den Praxisseminaren:
2026 – Psychologische Beratung – Business Coaching, Abschlusszeugnis der jeweiligen Fernschule
Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass durch den Lehrgang eine Approbation, ein Psychologiestudium oder eine heilkundliche Behandlungserlaubnis erworben wurde.
Vorteile und mögliche Nachteile der Weiterbildung
Vorteile
- Berufsbegleitendes Fernlernen
- Breite Grundlagen der psychologischen Beratung
- Zusätzliche Spezialisierung auf Business Coaching
- Praktische Coachingübungen
- Zwei Präsenzveranstaltungen
- Kenntnisse zu Führung, Karriere und Organisationsberatung
- Institutseigenes Abschlusszeugnis
- Zusätzliches Abschlusszertifikat nach erfolgreicher Praxis
- Mögliche Anwendung in bestehenden beruflichen Tätigkeiten
Mögliche Nachteile
- 19 Monate Regelstudiendauer
- Regelmäßiger Lernaufwand notwendig
- Präsenzseminare müssen zeitlich eingeplant werden
- Reise- und Übernachtungskosten können entstehen
- Kein öffentlich-rechtlicher Berufsabschluss
- Keine Berechtigung zur Psychotherapie
- Für eine professionelle Coachingtätigkeit sind weitere Praxiserfahrungen sinnvoll
- Keine Garantie für zahlende Kunden oder ein bestimmtes Einkommen
Checkliste vor der Anmeldung
- Welches berufliche Ziel verfolgen Sie mit der Weiterbildung?
- Möchten Sie Personal Coaching, Business Coaching oder beides anbieten?
- Erfüllen Sie die persönlichen Teilnahmevoraussetzungen?
- Können Sie ungefähr acht bis zehn Stunden pro Woche lernen?
- Steht Ihnen eine geeignete Person für Übungscoachings zur Verfügung?
- Wie werden praktische Übungen begleitet?
- Wann finden die Präsenzseminare statt?
- Welche Seminarleistungen sind enthalten?
- Welche Reise- und Übernachtungskosten entstehen?
- Welche Voraussetzungen gelten für das zusätzliche Zertifikat?
- Wie werden Coaching und Psychotherapie voneinander abgegrenzt?
- Welche Möglichkeiten gibt es für weiterführende Supervision?
- Wie hoch sind die vollständigen Studiengebühren?
- Kommt eine Förderung oder Kostenübernahme infrage?
Häufige Fragen zur Weiterbildung Psychologischer Berater – Business Coach
Was macht ein Psychologischer Berater – Business Coach?
Er begleitet Menschen bei persönlichen und beruflichen Fragestellungen, unterstützt Reflexionsprozesse und hilft bei der Entwicklung eigener Handlungsoptionen. Heilkundliche Tätigkeiten sind davon zu unterscheiden.
Wie wird man Business Coach?
Eine Möglichkeit ist eine entsprechende Weiterbildung mit theoretischen und praktischen Ausbildungsbestandteilen. Wichtig sind zusätzlich Praxiserfahrung, professionelle Rollenklärung und die Einhaltung rechtlicher Grenzen.
Wie lange dauert der Fernlehrgang?
Bei ILS, SGD und Fernakademie beträgt die Regelstudiendauer 19 Monate.
Wie hoch ist der wöchentliche Lernaufwand?
Je nach Anbieter werden ungefähr acht bis zehn Wochenstunden empfohlen.
Welche Voraussetzungen gelten?
ILS und Fernakademie nennen unter anderem ein Mindestalter von 23 Jahren und mindestens einen mittleren Bildungsabschluss. Die individuellen Anforderungen sollten vor der Anmeldung geprüft werden.
Benötigt man ein Psychologiestudium?
Nein. Für die hier untersuchten Coaching-Fernlehrgänge wird kein abgeschlossenes Psychologiestudium vorausgesetzt.
Welche Themen werden behandelt?
Zum Lernstoff gehören psychologische Beratungsgrundlagen, Gesprächsführung, systemische Methoden, lösungsorientiertes Coaching, Führungskräftecoaching, Karriereentwicklung und Organisationsberatung.
Gibt es Praxisseminare?
Ja. Alle drei Anbieter sehen zwei Präsenzveranstaltungen vor.
Sind die Seminare Pflicht?
Für das zusätzliche institutseigene Abschlusszertifikat müssen die vorgesehenen Praxisseminare erfolgreich absolviert werden. Das Fernschulzeugnis kann bereits nach erfolgreicher Bearbeitung der Einsendeaufgaben ausgestellt werden.
Welchen Abschluss erhält man?
Zunächst ein Abschlusszeugnis der Fernschule. Bei erfolgreicher Teilnahme an den vorgesehenen Praxisseminaren zusätzlich das jeweilige Abschlusszertifikat „Psychologische/r Berater/in – Business Coach“.
Ist der Abschluss ein IHK-Zertifikat?
Nein. Die untersuchten Lehrgänge vergeben institutseigene Zeugnisse und Zertifikate.
Ist die Weiterbildung staatlich zugelassen?
Ja. Die drei Fernlehrgänge verfügen über ZFU-Zulassungen. Diese sind nicht mit einer staatlichen Berufszulassung oder Approbation gleichzusetzen.
Darf man danach psychische Erkrankungen behandeln?
Nein. Die Coachingqualifikation allein berechtigt nicht zur eigenständigen heilkundlichen Diagnose oder Behandlung psychischer Erkrankungen.
Kann man sich als Business Coach selbstständig machen?
Eine selbstständige nicht heilkundliche Coachingtätigkeit ist grundsätzlich möglich. Dafür sind neben fachlicher Kompetenz auch geeignete Verträge, Datenschutz und eine realistische unternehmerische Planung wichtig.
Wie viel verdient ein Business Coach?
Das Einkommen hängt unter anderem von Zielgruppe, Erfahrung, Spezialisierung und Auftragslage ab. Insbesondere bei Selbstständigen ist der Umsatz nicht mit dem persönlichen Gewinn gleichzusetzen.
Was unterscheidet Business Coaching und Psychotherapie?
Business Coaching begleitet nicht heilkundliche berufliche Anliegen. Psychotherapie dient der Behandlung psychischer Störungen mit Krankheitswert und unterliegt gesonderten gesetzlichen Voraussetzungen.
Ist die Weiterbildung für Führungskräfte sinnvoll?
Sie kann Kenntnisse zu Gesprächsführung, Selbstreflexion und beruflichen Entwicklungsprozessen vermitteln. Die berufliche Führungsrolle sollte jedoch nicht mit einer unabhängigen Coachingrolle verwechselt werden.
Was ist der Unterschied zum reinen Business-Coach-Aufbaukurs?
Der 19-monatige Kombinationslehrgang vermittelt zusätzlich die Grundlagen der psychologischen Beratung und des Personal Coachings. Ein Aufbaukurs richtet sich dagegen an Personen mit bereits vorhandener passender Coachingqualifikation.
Fazit: Lohnt sich die Weiterbildung Psychologischer Berater – Business Coach?
Die Weiterbildung kann eine interessante Zusatzqualifikation für Berufstätige sein, die andere Menschen in persönlichen oder beruflichen Veränderungsprozessen begleiten möchten.
ILS, SGD und Fernakademie verbinden Grundlagen der psychologischen Beratung mit Inhalten aus dem Personal Coaching und Business Coaching. Dazu gehören Gesprächsführung, systemische Methoden, Führungskräftecoaching, Karriereberatung und die Gestaltung professioneller Beratungsprozesse.
Alle drei Anbieter sehen eine Regelstudiendauer von 19 Monaten vor. Nach erfolgreicher Bearbeitung der Einsendeaufgaben erhalten Teilnehmer ein Fernschulzeugnis. Für das zusätzliche Abschlusszertifikat müssen die vorgesehenen Praxisseminare erfolgreich absolviert werden.
Besonders wichtig ist die klare rechtliche Abgrenzung zur Psychotherapie. Der Abschluss ist keine heilkundliche Berufszulassung und ersetzt keine therapeutische Ausbildung.
Unsere Empfehlung: Vergleichen Sie die Anbieter vor allem hinsichtlich der praktischen Ausbildungsanteile, Studienbetreuung, Gesamtkosten und Seminarorganisation. Wer später professionell coachen möchte, sollte außerdem frühzeitig zusätzliche praktische Erfahrungen und Möglichkeiten zur Supervision einplanen.
Quellen und weiterführende Informationen
- ILS: Psychologische/r Berater/in – Business Coach
- SGD: Psychologische/r Berater/in – Business Coach
- Fernakademie: Psychologische/r Berater/in – Business Coach
- § 1 Psychotherapeutengesetz: Berufsbezeichnung und Psychotherapie
- Heilpraktikergesetz
- Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht
- Personalentwicklung (IHK): Weiterbildung und Abschluss
- Teamleitung und Mitarbeiterführung
Stand: Oktober 2026. Studiengebühren, Seminarorte, Förderbedingungen und Kursdetails können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter und die geltenden gesetzlichen Vorschriften.
