Wer als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker beruflich aufsteigen, anspruchsvolle Beschattungssysteme planen oder einen eigenen Handwerksbetrieb führen möchte, kann mit der Weiterbildung zum Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister den nächsten Karriereschritt gehen. Der Meisterabschluss verbindet klassisches Handwerk mit moderner Antriebs- und Steuerungstechnik, Gebäudeautomation, technischer Planung und Betriebsführung.
Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeisterinnen und -meister planen, fertigen, montieren und warten Rollläden, Markisen, Jalousien, Raffstores, Tore und weitere Beschattungs- oder Sichtschutzanlagen. Dabei berücksichtigen sie Kundenwünsche, Gebäudegegebenheiten, Sicherheitsanforderungen und technische Funktionen.
Moderne Sonnenschutzsysteme können über Sensoren, Zeitschaltprogramme und Smart-Home-Steuerungen automatisch betrieben werden. Dadurch ergeben sich interessante Einsatzmöglichkeiten im privaten Wohnungsbau, bei gewerblichen Gebäuden und in der energetischen Gebäudemodernisierung.
Welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung? Wie lange dauert die Meisterschule, welche Kosten entstehen und wie viel verdient ein Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen.
Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister: Das Wichtigste im Überblick
| Abschluss | Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister / Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeisterin |
|---|---|
| Gebräuchliche Bezeichnung | Rollladenmeister, Sonnenschutztechnikermeister |
| Prüfungsinstitution | Handwerkskammer und zuständiger Meisterprüfungsausschuss |
| Abschlussstatus | Aktueller, bundesweit geregelter Handwerksmeisterabschluss |
| Meisterpflicht | Seit Februar 2020 wieder zulassungspflichtiges Handwerk der Anlage A |
| Rechtsgrundlage | Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Meisterverordnung vom 22. Januar 2007, geändert 2022 |
| Prüfungsaufbau | Vier selbstständige Meisterprüfungsteile |
| Teil I | Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe |
| Teil II | Fertigungs- und Montagetechnik, Auftragsabwicklung, Betriebsführung und Betriebsorganisation |
| Zulassung | In der Regel einschlägige Gesellenprüfung; weitere gesetzliche Zugangswege möglich |
| Unterrichtsformen | Vollzeit, Teilzeit und kombinierter Online-Präsenz-Unterricht |
| Dauer | Bei veröffentlichten Kursen etwa vier bis sechs Monate Vollzeit oder rund zwölf Monate berufsbegleitend für Teile I und II |
| Lehrgangsgebühren | Bei recherchierten Angeboten 6.050 bis 8.210 Euro für Teile I und II, zuzüglich weiterer Kosten |
| Förderung | Aufstiegs-BAföG grundsätzlich möglich |
| DQR-Niveau | 6 |
| Karriere | Montage- und Projektleitung, Betriebsführung, Gebäudeautomation, Ausbildung und Selbstständigkeit |
Das Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk gehört seit dem 14. Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.
Die fachlichen Meisterprüfungsteile I und II richten sich nach der Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Meisterverordnung vom 22. Januar 2007 in der geltenden Fassung.
Der Meisterabschluss ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Mit bestandener Meisterprüfung wird nach der Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional im Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerk erworben.
Der berufliche Abschluss liegt damit auf demselben DQR-Niveau wie ein akademischer Bachelorabschluss, ist jedoch kein Hochschulabschluss.
Welche Aufgaben hat ein Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister?
Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister übernehmen technische, organisatorische und kaufmännische Aufgaben. Ihr Tätigkeitsbereich reicht von der Planung einfacher Sichtschutzanlagen bis zu komplexen motorisierten Beschattungssystemen.
Beratung und technische Planung
Eine wichtige Aufgabe ist die Beratung privater und gewerblicher Kunden.
Zu den typischen Tätigkeiten gehören:
- Analyse der baulichen Ausgangssituation
- Ermittlung der Kundenanforderungen
- Beratung zu Rollläden, Markisen und Jalousien
- Planung von Sicht- und Sonnenschutzanlagen
- Auswahl geeigneter Werkstoffe und Konstruktionen
- Berücksichtigung von Windbelastung und Befestigung
- Planung elektrischer Antriebe und Steuerungen
- Erstellung technischer Zeichnungen
- Material- und Kostenkalkulation
- Angebotserstellung
Fertigung und Montage
Die Herstellung und Montage von Rollladen- und Sonnenschutzanlagen erfordert Kenntnisse der Fertigungstechnik und der jeweiligen baulichen Anforderungen.
Meister planen und überwachen beispielsweise:
- Fertigung von Rollladenanlagen
- Montage von Außenjalousien und Raffstores
- Einbau von Markisen
- Herstellung von Dreh-, Falt- und Schiebeläden
- Montage von Tor- und Verdunkelungsanlagen
- Verarbeitung von Metall, Holz und Kunststoffen
- Einbau und Einstellung elektrischer Antriebe
- Funktions- und Sicherheitsprüfungen
Automatisierung und Smart Home
Moderne Sonnenschutzanlagen werden zunehmend automatisch gesteuert.
Beispielsweise können Sensoren die Sonneneinstrahlung, Helligkeit, Windgeschwindigkeit oder Temperatur erfassen.
Eine Steuerung kann darauf reagieren und geeignete Beschattungsanlagen entsprechend bewegen.
Je nach Betrieb gehören folgende Aufgaben dazu:
- Planung motorisierter Rollladen- und Sonnenschutzanlagen
- Auswahl geeigneter Steuerungsgeräte
- Parametrierung automatischer Funktionen
- Einbindung in Gebäudeautomationssysteme
- Fehlersuche an Motoren und Steuerungen
- Prüfung von Schutzfunktionen
- Einweisung der Kunden
Bei Arbeiten an elektrischen Anlagen müssen die jeweils erforderlichen elektrotechnischen Fachkenntnisse, Sicherheitsregeln und rechtlichen Voraussetzungen beachtet werden.
Wartung und Instandsetzung
Auch die Wartung und Reparatur vorhandener Anlagen gehört zum Berufsbild.
Typische Aufgaben sind:
- Analyse mechanischer Defekte
- Fehlersuche an elektrischen Antrieben
- Prüfung von Steuerungen und Sensoren
- Reparatur oder Austausch beschädigter Komponenten
- Nachrüstung geeigneter Systeme
- Funktionskontrolle und Dokumentation
Betriebsführung und Mitarbeiterleitung
Ein Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister kann auch die technische und wirtschaftliche Führung eines Unternehmens übernehmen.
- Kalkulation von Kundenaufträgen
- Personalplanung und Mitarbeiterführung
- Organisation von Werkstatt und Montage
- Materialeinkauf und Lagerhaltung
- Qualitätsmanagement
- Arbeitsschutz
- Termin- und Kostenkontrolle
- Kundenbetreuung
- Betriebliche Ausbildung
Welche Arbeitsbereiche gibt es im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk?
Das Handwerk umfasst unterschiedliche Anlagen, die dem Sichtschutz, Sonnenschutz, der Verdunkelung oder dem sicheren Abschluss von Gebäudeöffnungen dienen.
Rollladenanlagen
Rollläden werden an Fenstern und anderen Gebäudeöffnungen eingesetzt. Sie können Sichtschutz, Verdunkelung und je nach Ausführung zusätzliche Schutz- und Komfortfunktionen bieten.
Moderne Anlagen können mit elektrischen Antrieben und automatischer Steuerung ausgestattet werden.
Markisen und Sonnenschutzanlagen
Markisen dienen vor allem der Beschattung von Terrassen, Balkonen oder Fenstern.
Bei der Planung sind insbesondere Befestigung, Witterungseinflüsse, geeignete Antriebstechnik und Schutzfunktionen zu berücksichtigen.
Raffstores und Außenjalousien
Außenjalousien und Raffstores ermöglichen eine variable Steuerung des Tageslichteinfalls.
Sie können beispielsweise in Bürogebäuden, Schulen und privaten Wohnhäusern eingesetzt werden.
Der gewünschte Sichtschutz lässt sich mit geeigneter Tageslichtnutzung verbinden.
Innenliegender Sicht- und Blendschutz
Auch innenliegende Systeme können zum Tätigkeitsfeld gehören.
Dazu zählen beispielsweise geeignete Rollos, Jalousien und Verdunkelungsanlagen.
Tore und Gebäudeabschlüsse
Ein weiterer Bereich ist die Herstellung, Montage und Instandsetzung geeigneter Toranlagen und Gebäudeabschlüsse.
Besonders bei motorisierten Anlagen müssen die erforderlichen Sicherheitsfunktionen und technischen Normen beachtet werden.
Dreh-, Falt- und Schiebeläden
Zum Handwerk gehören außerdem verschiedene Ladenkonstruktionen aus geeigneten Materialien.
Diese können sowohl gestalterische als auch funktionale Anforderungen erfüllen.
Automatisierter Sonnenschutz und Gebäudeautomation
Durch geeignete Antriebe und Steuerungen lassen sich verschiedene Anlagen in Gebäudetechniksysteme integrieren.
Interessante Anwendungsfälle sind automatische Verschattung bei Sonneneinstrahlung, Windschutzfunktionen und zeitgesteuerte Rollläden.
Wichtig: Automatisierter Sonnenschutz kann zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes beitragen. Wie groß der tatsächliche Nutzen ist, hängt von Gebäude, Verglasung, Anlagentyp, Bedienung und Steuerung ab. Eine automatische Beschattung ersetzt nicht die fachgerechte bauphysikalische Planung.
Welche Voraussetzungen gelten für die Meisterprüfung?
Die Zulassung zur Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeisterprüfung richtet sich nach § 49 der Handwerksordnung.
Der klassische Zugang ist eine erfolgreich bestandene Gesellenprüfung im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk, beispielsweise als Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker.
Auch eine entsprechende Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk oder eine gleichgestellte Abschlussprüfung kann zur Zulassung berechtigen.
Ist Berufserfahrung erforderlich?
Wer eine einschlägige Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Berufsausbildung bestanden hat, benötigt grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre.
Bei bestimmten einschlägigen Ausbildungsberufen mit einer kürzeren vorgeschriebenen Ausbildungsdauer können weitere Anforderungen gelten.
Meisterprüfung mit einem anderen Berufsabschluss
Auch mit einer anderen abgeschlossenen anerkannten Berufsausbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Zulassung möglich.
Hierfür kann eine mehrjährige einschlägige Tätigkeit im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk erforderlich sein. Nach der Handwerksordnung dürfen dafür grundsätzlich höchstens drei Jahre verlangt werden.
Weitere gesetzliche Zugangswege bestehen beispielsweise für Personen, die bereits eine andere Meisterprüfung bestanden haben.
Ob ein bestimmter Berufsabschluss als unmittelbar einschlägig anerkannt wird, entscheidet die zuständige Handwerkskammer.
Muss man eine Meisterschule besuchen?
Nein. Die Teilnahme an einem Meistervorbereitungslehrgang ist grundsätzlich keine gesetzliche Voraussetzung für die Prüfungszulassung.
Die Meisterprüfung stellt allerdings umfangreiche Anforderungen an Planung, Konstruktion, Fertigung und Automatisierung.
Eine strukturierte Vorbereitung mit praktischen Übungen ist deshalb empfehlenswert.
Vor der verbindlichen Kursanmeldung sollte die persönliche Zulassung mit der zuständigen Handwerkskammer geklärt werden.
Wie läuft die Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeisterprüfung ab?
Die Meisterprüfung besteht aus vier selbstständigen Prüfungsteilen.
Die Teile I und II sind fachbezogen. Die Teile III und IV behandeln betriebswirtschaftliche und ausbildungspädagogische Kenntnisse.
Teil I: Fachpraktische Meisterprüfung
Der erste Prüfungsteil besteht aus:
- Meisterprüfungsprojekt
- Fachgespräch
- Situationsaufgabe
Meisterprüfungsprojekt
Das Meisterprüfungsprojekt entspricht einem komplexen Kundenauftrag zur Ausstattung eines Gebäudes mit Rollladen- und Sonnenschutzanlagen.
Die Prüflinge müssen zunächst ein Gesamtkonzept entwickeln, das mindestens vier der folgenden Anlagenarten berücksichtigt:
- Rollladenanlage
- Toranlage
- Verdunkelungsanlage
- Blend- und Sichtschutzanlage
- Sonnenschutzanlage
- Dreh-, Falt- oder Schiebeläden
Für dieses Konzept werden Entwurfs- und Kalkulationsunterlagen erstellt.
Aus dem Gesamtkonzept muss anschließend eine Anlage oder eine Kombination aus zwei Anlagen ausgewählt werden.
Diese ist mit einem elektrischen Antrieb und einer automatischen Steuerung zu planen, herzustellen, zu montieren und zu prüfen.
Welche Leistungen gehören dazu?
Das Meisterprüfungsprojekt umfasst insbesondere:
- Analyse der Kundenanforderungen
- Entwicklung eines technischen Gesamtkonzepts
- Erstellung von Entwurfs- und Konstruktionsunterlagen
- Auswahl geeigneter Werkstoffe und Komponenten
- Material- und Zeitbedarfsplanung
- Auftragskalkulation
- Fertigung der gewählten Anlage
- Montage und Einrichtung des elektrischen Antriebs
- Inbetriebnahme der automatischen Steuerung
- Funktions- und Sicherheitsprüfung
- Technische Dokumentation
Vor der Durchführung ist ein Umsetzungskonzept mit Zeit- und Materialbedarfsplanung dem Meisterprüfungsausschuss zur Genehmigung vorzulegen.
Wie lange dauert das Meisterprüfungsprojekt?
Die Durchführung soll höchstens 15 Arbeitstage dauern.
Wie wird das Meisterprüfungsprojekt bewertet?
Die Bewertung setzt sich folgendermaßen zusammen:
- Entwurfs-, Planungs- und Kalkulationsunterlagen: 40 Prozent
- Durchführung einschließlich Funktions- und Sicherheitsprüfung: 50 Prozent
- Dokumentationsunterlagen: 10 Prozent
Fachgespräch
Im anschließenden Fachgespräch müssen die Prüflinge ihre technischen Entscheidungen und den Ablauf des Meisterprüfungsprojekts erläutern.
Sie sollen beispielsweise erklären, warum bestimmte Werkstoffe, Antriebe, Steuerungen oder Konstruktionslösungen gewählt wurden.
Auch mögliche Fehler, alternative Lösungen und aktuelle Entwicklungen können berücksichtigt werden.
Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern.
Situationsaufgabe
Die Situationsaufgabe ergänzt das Meisterprüfungsprojekt und besteht aus zwei praktischen Arbeiten.
Die Prüflinge müssen:
- Fehler und Störungen an einer Antriebs- und Steuerungsanlage feststellen, eingrenzen, beheben und dokumentieren.
- Ein Bauteil unter Berücksichtigung unterschiedlicher Fertigungs- und Verbindungstechniken herstellen oder fertigstellen.
Für die gesamte Situationsaufgabe stehen höchstens sechs Stunden zur Verfügung.
Die beiden Aufgaben werden einzeln bewertet. Das Ergebnis ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel.
Wie wird Teil I insgesamt bewertet?
Meisterprüfungsprojekt und Fachgespräch werden zunächst im Verhältnis 3:1 gewichtet.
Das daraus entstehende Ergebnis wird anschließend mit der Situationsaufgabe im Verhältnis 2:1 zusammengeführt.
Für das Bestehen ist ein mindestens ausreichendes Gesamtergebnis erforderlich. Außerdem dürfen Meisterprüfungsprojekt, Fachgespräch und Situationsaufgabe jeweils nicht mit weniger als 30 Punkten bewertet sein.
Teil II: Fachtheoretische Meisterprüfung
Der fachtheoretische Teil umfasst drei Handlungsfelder.
1. Fertigungs- und Montagetechnik
Hier müssen die Teilnehmer zeigen, dass sie technische, konstruktive und fertigungstechnische Aufgaben fachgerecht lösen können.
Zu den Inhalten gehören:
- Werkstoffauswahl und Materialbewertung
- Technische Zeichnungen und Konstruktion
- Fertigung von Rollladen- und Sonnenschutzanlagen
- Fertigung von Toren und Ladenkonstruktionen
- Antriebs- und Steuerungstechnik
- Befestigungs- und Montagetechnik
- Bautechnische und bauphysikalische Anforderungen
- Oberflächenbehandlung und Korrosionsschutz
- Funktions- und Sicherheitsprüfungen
2. Auftragsabwicklung
Dieses Handlungsfeld behandelt die Planung und wirtschaftliche Abwicklung von Kundenaufträgen.
- Kundenberatung und Auftragsannahme
- Erstellung von Angeboten
- Kalkulation
- Material- und Personalplanung
- Arbeitsvorbereitung
- Montage- und Terminplanung
- Koordination von Fremdleistungen
- Qualitätssicherung
- Reklamationsbearbeitung
- Aufmaß und Abrechnung
- Nachkalkulation
3. Betriebsführung und Betriebsorganisation
Das dritte Handlungsfeld behandelt wirtschaftliche, organisatorische und personelle Aufgaben.
- Betriebliche Kostenrechnung
- Ermittlung und Bewertung betrieblicher Kennzahlen
- Personalführung
- Materialwirtschaft
- Werkstatt- und Montageorganisation
- Qualitätsmanagement
- Marketing und Kundenbindung
- Arbeitsschutz
- Umweltschutz
- Betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme
Die Prüfung erfolgt schriftlich anhand fallorientierter Aufgaben. Für die Handlungsfelder gelten die Zeit- und Bestehensregelungen der Meisterprüfungsverordnung.
Teil III: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse
Dieser Prüfungsteil vermittelt die Grundlagen einer erfolgreichen Unternehmensführung.
- Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs beurteilen
- Betriebsgründung und Betriebsübernahme vorbereiten
- Unternehmensstrategien entwickeln
- Kostenrechnung und Kalkulation
- Finanzierung und Investitionen
- Rechtliche Grundlagen der Betriebsführung
Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik
Im vierten Prüfungsteil geht es um die Planung und Durchführung der betrieblichen Ausbildung.
Die Teilnehmer müssen beispielsweise Kenntnisse zur Ausbildungsvorbereitung, zur Betreuung von Auszubildenden und zur Gestaltung betrieblicher Lernprozesse nachweisen.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen können bereits bestandene gleichwertige Prüfungen eine Befreiung von einzelnen Prüfungsteilen ermöglichen.
Welche Inhalte werden in der Meisterschule vermittelt?
Die Meistervorbereitung verbindet praktische Fertigungstechniken, Baukonstruktion, elektrische Antriebe, Steuerungstechnik und Betriebswirtschaft.
Die genauen Unterrichtsinhalte hängen vom Bildungsanbieter ab.
Rollladen- und Sonnenschutztechnik
- Aufbau und Funktion von Rollladenanlagen
- Markisen und Raffstores
- Blend- und Sichtschutzanlagen
- Verdunkelungssysteme
- Tore und Gebäudeabschlüsse
- Dreh-, Falt- und Schiebeläden
- Montage- und Befestigungssysteme
Werkstoffkunde und Fertigung
- Metallverarbeitung
- Holzbearbeitung
- Kunststoffverarbeitung
- Verbindungs- und Fügeverfahren
- Schweißen und Kleben
- Konstruktionstechniken
- Werkzeug- und Maschinenkunde
- Qualitätsprüfung
Elektrische Antriebe und Steuerungen
- Grundlagen der Elektrotechnik
- Elektrische Antriebssysteme
- Steuerungs- und Regelungstechnik
- Sensorik
- Automatische Beschattung
- Fehlersuche an Steuerungen
- Sicherheitsfunktionen
- Inbetriebnahme und Dokumentation
Smart Home und Gebäudeautomation
Moderne Beschattungssysteme lassen sich in geeignete Gebäudeautomationslösungen einbinden.
Je nach Meisterschule können dabei unterschiedliche technische Systeme behandelt werden.
Beispiele für relevante Themen sind:
- Automatische Rollladensteuerung
- Wind- und Sonnensensoren
- Zentrale Gruppensteuerung
- Funkbasierte Steuerungssysteme
- KNX und weitere geeignete Gebäudeautomationssysteme
- Integration in vernetzte Gebäudetechnik
- Fehlerdiagnose und Wartung
Die Behandlung bestimmter Herstellerprodukte oder Smart-Home-Plattformen ist nicht bei jedem Meisterlehrgang garantiert.
Technische Planung und CAD
- Fachzeichnen
- Technische Mathematik
- Werkstatt- und Montagezeichnungen
- CAD-Grundlagen
- Bautechnische Berechnungen
- Materialbedarfsermittlung
- Auftragskalkulation
Betriebswirtschaft und Unternehmensführung
- Kostenrechnung
- Personalführung
- Betriebsorganisation
- Marketing
- Qualitätsmanagement
- Arbeitsschutz
- Rechtliche Grundlagen
- Betriebsgründung und Betriebsübernahme
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister?
Die Dauer hängt von der Unterrichtsform und den enthaltenen Prüfungsteilen ab.
Viele Bildungsträger bieten zunächst die Vorbereitung auf die fachlichen Teile I und II an. Für den vollständigen Meisterbrief müssen zusätzlich die Teile III und IV bestanden oder entsprechende Befreiungen nachgewiesen werden.
Meisterschule in Vollzeit
Die Handwerkskammer Wiesbaden bietet einen Vollzeitkurs vom 13. September 2027 bis zum 29. Januar 2028 an.
Der Kurs umfasst 612 Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten und bereitet auf die Teile I und II vor.
Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bietet am Standort Wiesau eine weitere Vollzeitvorbereitung an. Der nächste Lehrgang ist für September 2027 bis Februar 2028 vorgesehen.
Für Wiesau steht der genaue Start- und Endtermin derzeit noch nicht fest.
Berufsbegleitende Meisterschule
Der ELBCAMPUS in Hamburg bietet einen berufsbegleitenden Meisterkurs vom 2. November 2027 bis zum 27. Oktober 2028 an.
Der Lehrgang kombiniert Onlineunterricht am Dienstag mit Präsenzunterricht am Freitag und Samstag.
Zusätzlich sind drei Vollzeitwochen vorgesehen.
Damit lässt sich die Meistervorbereitung grundsätzlich mit einer beruflichen Tätigkeit verbinden. Die zusätzlichen Vollzeitphasen müssen jedoch bei der persönlichen Planung berücksichtigt werden.
Kann man den Rollladenmeister online machen?
Einzelne theoretische Inhalte können online vermittelt werden. Es gibt auch Lehrgänge, die Onlineunterricht und Präsenzphasen kombinieren.
Die praktische Meisterprüfung umfasst jedoch die Herstellung und Montage einer motorisierten Anlage sowie die Überprüfung elektrischer Antriebs- und Steuerungsfunktionen.
Deshalb ist praktische Werkstattarbeit erforderlich.
Ein vollständig digitaler Kurs ohne geeignete Praxisphasen ist nicht automatisch mit einer vollständigen Vorbereitung auf die Meisterprüfung gleichzusetzen.
Was kostet die Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeisterschule?
Die Lehrgangskosten unterscheiden sich nach Bildungsträger, Unterrichtsform und Kursumfang.
Zusätzlich zu den Lehrgangsgebühren können Prüfungsgebühren, Lernmittel, Werkzeuge, Materialkosten und Fahrtkosten entstehen.
Aktuelle Kostenbeispiele
| Anbieter | Unterricht | Kursgebühr |
|---|---|---|
| HWK Wiesbaden | Vollzeit, Teile I und II | 6.050 € |
| ELBCAMPUS Hamburg | Blended Learning, Teile I und II | 7.150 € |
| HWK Niederbayern-Oberpfalz, Wiesau | Vollzeit, Teile I und II | 8.210 € |
Stand der Recherche: Oktober 2026. Die veröffentlichten Gebühren beziehen sich auf die fachlichen Meisterprüfungsteile I und II. Die Gesamtkosten bis zum vollständigen Meisterbrief können höher ausfallen.
Welche weiteren Kosten entstehen?
Beim ELBCAMPUS in Hamburg beträgt die Kursgebühr 7.150 Euro. Prüfungsgebühren sowie gegebenenfalls Lernmittel kommen hinzu.
Bei der Handwerkskammer Wiesbaden beträgt die veröffentlichte Lehrgangsgebühr 6.050 Euro. Auch hier sollten zusätzliche Prüfungsgebühren und weitere persönliche Kosten geprüft werden.
Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz nennt für Wiesau 8.210 Euro Kursgebühr. Der konkrete zeitliche Ablauf wird noch festgelegt.
Weitere mögliche Kosten sind:
- Prüfungsgebühren
- Material für das Meisterprüfungsprojekt
- Werkzeuge und persönliche Ausstattung
- Fachliteratur und Lernmittel
- Vorbereitung auf Teile III und IV
- Fahrt- und Unterkunftskosten
- Möglicher Verdienstausfall bei Vollzeitunterricht
Tipp: Fragen Sie bei der Meisterschule nach den vollständigen Kosten bis zum Meisterbrief. Besonders wichtig sind die Prüfungsgebühren, praktische Werkstattmaterialien und die gesonderte Vorbereitung auf die Teile III und IV.
Welche Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeisterschulen gibt es?
Die Meistervorbereitung wird von verschiedenen Bildungszentren des Handwerks angeboten. Bei der Auswahl sollten Unterrichtsform, Praxisausstattung, Gebühren und verfügbare Termine berücksichtigt werden.
Handwerkskammer Wiesbaden
Die Handwerkskammer Wiesbaden bietet einen Vollzeitkurs für die Teile I und II an.
Der ausgeschriebene Lehrgang läuft vom 13. September 2027 bis zum 29. Januar 2028.
Der Kurs umfasst 612 Unterrichtseinheiten und findet am Standort Wiesbaden statt.
Die Lehrgangsgebühr beträgt 6.050 Euro.
Zu den Unterrichtsthemen gehören unter anderem:
- Fachzeichnen und CAD
- Werkstoffkunde
- Fertigungs- und Montagetechnik
- Konstruktionslehre
- Kalkulation und Kostenrechnung
- Metall-, Kunststoff- und Holzverarbeitung
- Werkstattpraxis
Für den ausgeschriebenen Lehrgang werden ausreichend freie Plätze ausgewiesen.
Meisterkurs der HWK Wiesbaden ansehen
ELBCAMPUS Hamburg
Der ELBCAMPUS der Handwerkskammer Hamburg bietet eine berufsbegleitende Meistervorbereitung für die Teile I und II an.
Der nächste ausgeschriebene Kurs läuft vom 2. November 2027 bis zum 27. Oktober 2028.
Die Lehrgangsgebühr beträgt 7.150 Euro zuzüglich Prüfungsgebühren und gegebenenfalls Lernmitteln.
Die Unterrichtszeiten sind:
- Dienstag: 18:00 bis 21:15 Uhr, online
- Freitag: 18:00 bis 21:15 Uhr, Präsenz
- Samstag: 08:00 bis 15:00 Uhr, Präsenz
Zusätzlich sind drei Vollzeitwochen vorgesehen.
Zu den fachlichen Themen gehören Rollladen- und Sonnenschutzanlagen, elektrische Antriebe, Automatisierung, Werkstoffbearbeitung, Montage, Kalkulation und Betriebsführung.
Der Anbieter weist für den ausgeschriebenen Kurs freie Plätze aus.
Meistervorbereitung am ELBCAMPUS Hamburg ansehen
Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Wiesau
Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bietet eine Vollzeit-Meistervorbereitung für die fachlichen Teile I und II am Beruflichen Schulzentrum Wiesau an.
Der nächste Kurs ist für September 2027 bis Februar 2028 vorgesehen. Der genaue Termin steht laut Anbieter noch nicht fest.
Die Lehrgangsdauer beträgt 700 Unterrichtseinheiten.
Die Kursgebühr beträgt 8.210 Euro.
Wichtige Inhalte sind Rollladen-, Tor- und Sonnenschutzanlagen, automatische Steuerungen, Smart-Home-Anwendungen, Fertigungstechnik und Betriebsorganisation.
Rollladenmeisterschule in Wiesau ansehen
Weitere Meisterschulen finden
Auch die Handwerkskammer Köln veröffentlicht eine Meistervorbereitung für Rollladen- und Sonnenschutztechniker.
Für den Kurs vom 8. Januar bis zum 18. Dezember 2027 wird eine Teilzeitvorbereitung für die Teile I und II angeboten.
Interessenten sollten die vollständigen Gebühren und den aktuellen Buchungsstatus direkt bei der Handwerkskammer prüfen.
Meistervorbereitung der Handwerkskammer Köln ansehen
Hinweis: Die genannten Bildungsträger werden neutral vorgestellt. Es handelt sich nicht um bezahlte Empfehlungen. Gebühren, Termine und freie Plätze können sich ändern. Vor der Anmeldung sollten die aktuellen Kursbedingungen direkt beim Anbieter überprüft werden.
Welche Förderung gibt es für angehende Rollladenmeister?
Eine wichtige Möglichkeit zur Finanzierung der Weiterbildung ist das Aufstiegs-BAföG.
Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit gefördert werden.
Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
Nach den derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu einem förderfähigen Gesamtbetrag von 15.000 Euro berücksichtigt werden.
Die Förderung besteht insbesondere aus:
- 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
- Der Möglichkeit eines KfW-Darlehens für den verbleibenden Betrag
- Einem möglichen teilweisen Darlehenserlass nach bestandener Fortbildungsprüfung
Beispielrechnung zum Aufstiegs-BAföG
Bei anerkannten Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 8.000 Euro ergibt sich folgende vereinfachte Berechnung:
- Förderfähige Gesamtkosten: 8.000 Euro
- Zuschuss in Höhe von 50 Prozent: 4.000 Euro
- Möglicher Darlehensanteil: 4.000 Euro
- Möglicher Darlehenserlass nach bestandener Prüfung: 2.000 Euro
Wird das Darlehen vollständig in Anspruch genommen und werden die gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass erfüllt, verbleiben in diesem Beispiel 2.000 Euro zurückzuzahlen.
Die tatsächliche finanzielle Belastung kann durch zusätzliche Kosten und individuelle Förderbedingungen abweichen.
Förderung notwendiger Materialkosten
Auch notwendige Materialkosten für die fachpraktische Meisterprüfungsarbeit können unter den gesetzlichen Voraussetzungen gefördert werden.
Für die Erstellung der fachpraktischen Arbeit sieht das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz eine begrenzte Förderung vor. Welche Materialien anerkannt werden und wie hoch der Zuschuss- beziehungsweise Darlehensanteil ausfällt, sollte mit der zuständigen Förderstelle geklärt werden.
Unterhaltsförderung bei Vollzeitmaßnahmen
Wer einen geeigneten Vollzeitlehrgang besucht, kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Leistungen zum Lebensunterhalt erhalten.
Die Höhe richtet sich nach den persönlichen Verhältnissen und den gesetzlichen Bestimmungen.
Weitere Fördermöglichkeiten
Je nach Bundesland können ergänzende Programme wie Meisterprämien oder Meisterboni infrage kommen.
Auch Arbeitgeberzuschüsse und die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Weiterbildungskosten können interessant sein.
Weitere Informationen bietet das offizielle Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG.
Wie viel verdient ein Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister?
Das Gehalt als Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister hängt von der Berufserfahrung, dem Unternehmensstandort, der Betriebsgröße und der tatsächlichen Verantwortung ab.
Ein Meister, der überwiegend selbst Montagearbeiten durchführt, kann anders vergütet werden als eine Führungskraft, die mehrere Montagegruppen und größere Projekte koordiniert.
Was sagt der Entgeltatlas?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die breitere Berufsgruppe Aus- und Trockenbau, Isolierung, Zimmerei, Glaserei, Rollladen- und Jalousiebau auf Spezialistenniveau einen Median von 4.561 Euro brutto monatlich aus.
Das untere Quartil liegt bei 3.814 Euro, das obere Quartil bei 5.454 Euro.
Zu dieser Vergleichsgruppe gehören unter anderem Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister, Glasermeister und Zimmerermeister.
Der Wert ist deshalb eine Orientierung, aber kein ausschließlich für Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister ermittelter Durchschnittsverdienst.
Die Angaben beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte.
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit – Vergleichsgruppe Ausbauhandwerk, Datenstand 2025.
Welche Faktoren beeinflussen das Einkommen?
- Berufserfahrung
- Fachliche Spezialisierung
- Personal- und Projektverantwortung
- Größe und wirtschaftliche Lage des Unternehmens
- Regionale Arbeitsmarktsituation
- Kenntnisse in elektrischer Antriebs- und Steuerungstechnik
- Erfahrung mit Gebäudeautomation
- Tarifliche oder individuelle Vergütungsvereinbarungen
Bei selbstständigen Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeistern hängt das persönliche Einkommen vom wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ab.
Umsatz, Betriebsgewinn und privat verfügbares Einkommen sind dabei nicht gleichzusetzen.
Kann man sich als Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister selbstständig machen?
Für viele Fachkräfte ist die Möglichkeit zur Selbstständigkeit ein wichtiger Grund für die Meisterprüfung.
Das Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk gehört seit Februar 2020 wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung.
Für den selbstständigen Betrieb eines entsprechenden stehenden Handwerksgewerbes ist grundsätzlich eine Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich.
Der Meisterbrief ist hierfür ein üblicher Qualifikationsnachweis. Daneben bestehen weitere gesetzlich geregelte Eintragungsmöglichkeiten und besondere Bestandsschutzregelungen für bestimmte bereits bestehende Betriebe.
Was braucht man für einen eigenen Betrieb?
- Tragfähigen Businessplan
- Festlegung des Leistungsangebots
- Werkzeuge und Maschinen
- Geeignete Fahrzeuge und Montageausrüstung
- Mess- und Prüfgeräte
- Materialeinkauf und Lagerorganisation
- Personalplanung
- Arbeitsschutz und Montageabsicherung
- Betriebshaftpflicht und weitere Versicherungen
- Marketing und Kundengewinnung
- Kalkulation und Liquiditätsplanung
Welche Spezialisierungen sind möglich?
Ein Betrieb kann sich auf unterschiedliche Leistungen konzentrieren.
Denkbar sind beispielsweise Rollladen- und Markisenmontage, Außenjalousien, motorisierte Sonnenschutzsysteme, Reparaturen und Nachrüstungen oder intelligente Beschattungslösungen.
Auch ein Schwerpunkt auf größere gewerbliche Anlagen oder energieeffiziente Gebäudemodernisierung ist möglich.
Bei bestimmten elektrischen Arbeiten oder sicherheitsrelevanten Anlagen müssen gesonderte technische und rechtliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Vor der Gründung empfiehlt sich eine Beratung bei der zuständigen Handwerkskammer.
Welche Karrierechancen bietet der Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister?
Der Meisterabschluss eröffnet unterschiedliche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Technische Betriebsleitung
Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister können die fachliche und wirtschaftliche Leitung eines Betriebs übernehmen.
Zu den Aufgaben gehören Kundenberatung, Mitarbeiterführung, Organisation, Qualitätssicherung und Kostenkontrolle.
Projektleitung
Auch die Verantwortung für umfangreiche Beschattungsprojekte im Wohn- und Gewerbebau ist möglich.
Hier stehen technische Planung, Montagekoordination und die Abstimmung mit anderen Gewerken im Vordergrund.
Smart Home und Gebäudeautomation
Automatisierte Rollladen- und Sonnenschutzanlagen können in geeignete Smart-Home- und Gebäudeautomationssysteme eingebunden werden.
Zusätzliche Kenntnisse der Antriebs- und Steuerungstechnik sowie der Systemintegration können interessante berufliche Perspektiven eröffnen.
Energetische Gebäudemodernisierung
Außenliegender Sonnenschutz kann zur Verringerung sommerlicher Wärmeeinträge beitragen.
Mit geeigneten fachlichen Zusatzkenntnissen können sich Meister auf Beschattungskonzepte für moderne und sanierte Gebäude spezialisieren.
Wartung und technische Dienstleistungen
Die Inspektion, Reparatur und Modernisierung bestehender Anlagen kann einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt darstellen.
Besonders bei komplexen Steuerungen sind Kenntnisse in Diagnose und Fehlerbehebung wichtig.
Ausbildung und Weiterbildung
Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister können im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen Auszubildende betreuen und ausbilden.
Auch Tätigkeiten in der beruflichen Weiterbildung sind möglich.
Geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung
Wer zusätzliche kaufmännische und strategische Kenntnisse erwerben möchte, kann die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt nach der Handwerksordnung prüfen.
Studium nach der Meisterprüfung
Der Meisterabschluss kann den Zugang zu einem Hochschulstudium ohne klassisches Abitur ermöglichen.
Die Voraussetzungen richten sich nach dem Hochschulrecht des jeweiligen Bundeslandes.
Passende Studienrichtungen können beispielsweise Gebäudetechnik, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft sein.
Rollladenmeister, Raumausstattermeister oder Informationstechnikermeister?
Die drei Handwerksmeisterabschlüsse können Berührungspunkte bei modernen Gebäuden haben. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer fachlichen Ausrichtung.
| Abschluss | Fachlicher Schwerpunkt |
|---|---|
| Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister | Rollläden, Markisen, Raffstores, Außenbeschattung, mechanische und elektrische Antriebe |
| Raumausstattermeister | Raumgestaltung, Polsterarbeiten, Dekoration, Bodenbeläge und innenliegender Sicht- und Sonnenschutz |
| Informationstechnikermeister | Informations- und Kommunikationstechnik, vernetzte Systeme und technische Systemintegration |
Wer sich auf die Herstellung, Montage und technische Betreuung von Rollläden, Markisen und Außenbeschattungen spezialisieren möchte, findet im Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister häufig die passende Weiterbildung.
Wer stärker in der Gestaltung von Innenräumen tätig sein möchte, sollte den Raumausstattermeister näher betrachten.
Für technische Netzwerke, Kommunikationsanlagen und gewerkeübergreifende Informationssysteme ist der Informationstechnikermeister eine weitere eigenständige Qualifikation.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zum Raumausstattermeister und zum Informationstechnikermeister.
Häufige Fragen zum Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister
Ist der Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister ein aktueller Abschluss?
Ja. Es handelt sich um einen aktuellen, bundesweit geregelten Handwerksmeisterabschluss. Die geltende Meisterprüfungsverordnung stammt von 2007 und wurde zuletzt 2022 geändert.
Wie lange dauert die Meisterschule?
Die Dauer hängt von der Unterrichtsform ab. Der ausgeschriebene Vollzeitkurs in Wiesbaden dauert etwa viereinhalb Monate. Der berufsbegleitende Lehrgang am ELBCAMPUS Hamburg erstreckt sich über knapp zwölf Monate. Beide bereiten auf die Teile I und II vor.
Was kostet die Weiterbildung?
Die recherchierten Lehrgangsgebühren liegen zwischen 6.050 und 8.210 Euro für die Teile I und II. Zusätzlich können Prüfungsgebühren, Lernmittel und Kosten für die Teile III und IV anfallen.
Ist das Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk meisterpflichtig?
Ja. Seit Februar 2020 gehört das Handwerk wieder zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung. Neben dem Meisterbrief gibt es weitere gesetzliche Eintragungsmöglichkeiten und bestimmte Bestandsschutzregelungen.
Braucht man Berufserfahrung für die Meisterprüfung?
Mit einer einschlägigen Gesellenprüfung nach einer regulären mindestens dreijährigen Ausbildung sind grundsätzlich keine zusätzlichen Gesellenjahre vorgeschrieben. Bei anderen Berufsabschlüssen können zusätzliche Voraussetzungen gelten.
Was wird im Meisterprüfungsprojekt verlangt?
Die Prüflinge entwickeln ein Ausstattungskonzept für ein Gebäude mit mindestens vier verschiedenen Arten von Rollladen-, Tor-, Sicht- oder Sonnenschutzanlagen. Anschließend müssen sie eine Anlage oder eine Kombination aus zwei Anlagen mit elektrischem Antrieb und automatischer Steuerung herstellen, montieren und prüfen.
Wie lange dauert die praktische Meisterprüfung?
Für das Meisterprüfungsprojekt sind höchstens 15 Arbeitstage vorgesehen. Das Fachgespräch soll höchstens 30 Minuten dauern und die Situationsaufgabe höchstens sechs Stunden.
Kann man den Rollladenmeister berufsbegleitend machen?
Ja. Beispielsweise bietet der ELBCAMPUS Hamburg einen berufsbegleitenden Lehrgang an, der Onlineunterricht und Präsenzphasen miteinander verbindet.
Gehört Smart Home zur Meisterausbildung?
Die Meisterprüfung berücksichtigt elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik. Moderne Gebäudeautomationslösungen können Bestandteil des Unterrichts sein. Welche konkreten Systeme behandelt werden, hängt vom jeweiligen Lehrgang ab.
Kann man sich mit dem Meisterbrief selbstständig machen?
Der Meisterbrief ist ein üblicher Qualifikationsnachweis für die Eintragung in die Handwerksrolle. Für einen entsprechenden selbstständigen zulassungspflichtigen Handwerksbetrieb ist grundsätzlich diese Eintragung erforderlich.
Ist der Abschluss ein Bachelor Professional?
Ja. Mit der bestandenen Meisterprüfung wird gemäß Handwerksordnung zusätzlich die entsprechende berufliche Abschlussbezeichnung Bachelor Professional erworben. Die Qualifikation gehört zum DQR-Niveau 6 und ist kein akademischer Hochschulabschluss.
Wie viel verdient ein Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister?
Das Einkommen hängt von Berufserfahrung, Region, Betrieb und Verantwortung ab. Der Entgeltatlas weist für eine breitere Vergleichsgruppe höher qualifizierter Berufe im Ausbauhandwerk einen Median von 4.561 Euro brutto monatlich aus. Das ist kein ausschließlich für Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister ermittelter Durchschnitt.
Wird die Meisterschule gefördert?
Geeignete Meistervorbereitungslehrgänge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
Lohnt sich die Weiterbildung?
Der Meisterabschluss kann sich insbesondere für Fachkräfte lohnen, die technische Projekte leiten, automatisierte Beschattungssysteme verantworten oder einen eigenen Betrieb führen möchten.
Ob sich die Weiterbildung finanziell rechnet, hängt von den Gesamtkosten, der Förderung und den späteren beruflichen Möglichkeiten ab.
Fazit: Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister als nächster Karriereschritt
Die Weiterbildung zum Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister eröffnet qualifizierten Fachkräften unterschiedliche berufliche Perspektiven.
Der Abschluss verbindet Kenntnisse in Fertigungs- und Montagetechnik mit elektrischen Antrieben, automatischen Steuerungen, Betriebsführung und Mitarbeiterleitung.
Besonders interessant ist die Qualifikation für Beschäftigte, die anspruchsvolle Sonnenschutzanlagen planen, moderne Beschattungssysteme betreuen oder sich mit einem eigenen Handwerksbetrieb selbstständig machen möchten.
Die geltende Meisterprüfung verlangt neben technischer Planung auch die praktische Herstellung und Montage einer motorisierten, automatisch gesteuerten Anlage.
Vor der Anmeldung sollten die persönlichen Zulassungsvoraussetzungen, die praktische Vorbereitung, die vollständigen Kosten und mögliche Förderungen sorgfältig geprüft werden.
Wer im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk mehr Verantwortung übernehmen möchte, schafft mit dem Meisterbrief eine wichtige Grundlage für den nächsten beruflichen Schritt.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Überblick über die Handwerksmeister.
Fachlich verwandte Weiterbildungen stellen wir außerdem in den Ratgebern zum Raumausstattermeister, zum Informationstechnikermeister und zum Glasermeister vor.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
- Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Meisterverordnung
- § 49 Handwerksordnung – Zulassung zur Meisterprüfung
- Anlage A der Handwerksordnung
- § 12 Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
- Offizielles Informationsportal zum Aufstiegs-BAföG
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit
- Meistervorbereitung am ELBCAMPUS Hamburg
