Hobbys und Interessen im Lebenslauf können eine Bewerbung sinnvoll ergänzen. Ob Sport, Musik, Fotografie, Programmieren oder ehrenamtliches Engagement: Manche Freizeitaktivitäten zeigen, welche Interessen Sie verfolgen und mit welchen Aufgaben Sie sich auch außerhalb Ihres Berufs beschäftigen.
Allerdings gehört nicht jedes Hobby automatisch in den Lebenslauf. Entscheidend ist, ob die Angabe für die ausgeschriebene Stelle einen erkennbaren Mehrwert bietet. Gerade bei Berufseinsteigern können passende Freizeitaktivitäten erste praktische Erfahrungen sichtbar machen. Bei Bewerbern mit langjähriger Berufserfahrung stehen dagegen normalerweise die beruflichen Qualifikationen im Vordergrund.
Doch welche Hobbys sollte man im Lebenslauf angeben, welche besser weglassen und wie lassen sich Interessen sinnvoll formulieren? Dieser Ratgeber zeigt Ihnen konkrete Beispiele für unterschiedliche Berufe und Bewerbungssituationen.
Sollte man Hobbys im Lebenslauf angeben?
Hobbys und persönliche Interessen sind freiwillige Angaben. Sie müssen bei einer gewöhnlichen Bewerbung keinen eigenen Abschnitt dafür erstellen.
Wenn Sie passende Freizeitaktivitäten nennen möchten, können diese den Lebenslauf ergänzen. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, ausgewählte Hobbys insbesondere dann anzugeben, wenn sie inhaltlich zur ausgeschriebenen Stelle passen.
Ein Hobby kann beispielsweise interessant sein, wenn Sie dabei:
- fachlich relevante Kenntnisse erworben haben,
- Verantwortung für bestimmte Aufgaben übernommen haben,
- ein Projekt selbstständig umgesetzt haben,
- organisatorische Erfahrungen gesammelt haben,
- praktische Fähigkeiten anwenden, die auch im Beruf wichtig sind.
Ein direkter Berufsbezug ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Ein oder zwei persönliche Interessen können auch einfach einen kleinen Einblick in Ihre Freizeitgestaltung geben.
Wichtig: Ein Hobby ist kein automatischer Beweis für bestimmte persönliche Eigenschaften. Entscheidend ist, was Sie bei der jeweiligen Aktivität tatsächlich tun und welche Erfahrungen Sie dabei gesammelt haben.
Welche Hobbys eignen sich für den Lebenslauf?
Grundsätzlich gibt es keine verbindliche Liste guter oder schlechter Hobbys. Die Eignung hängt vom persönlichen Hintergrund, der konkreten Aktivität und der ausgeschriebenen Stelle ab.
Die folgende Übersicht zeigt, bei welchen Freizeitaktivitäten ein beruflicher Bezug bestehen kann.
| Hobby oder Interesse | Möglicher beruflicher Bezug |
|---|---|
| Programmieren | Praktische Kenntnisse durch eigene Softwareprojekte |
| Fotografie | Bildgestaltung und gegebenenfalls Bildbearbeitung |
| Vereinsarbeit | Organisation, Verwaltung oder Koordination bei konkreter Verantwortung |
| Mannschaftssport | Erfahrung mit gemeinsamen Aktivitäten und gegebenenfalls Teamorganisation |
| Musik | Praktische musikalische Erfahrung, Proben- oder Veranstaltungsorganisation |
| Reparieren und Heimwerken | Praktisches technisches Verständnis und handwerkliche Tätigkeiten |
| Bloggen | Texterstellung, Content-Management und gegebenenfalls Website-Pflege |
| Videoerstellung | Videoschnitt, Mediengestaltung oder Veröffentlichung digitaler Inhalte |
| Jugendgruppen betreuen | Organisation und Betreuung von Gruppen |
| Kochen und Backen | Praktische Erfahrungen, gegebenenfalls bei Veranstaltungen oder größeren Projekten |
| Lesen | Interesse an bestimmten Themen, wenn diese näher benannt werden |
| Reisen | Gegebenenfalls Sprachpraxis oder konkrete internationale Erfahrungen |
Die genannten Zusammenhänge sind Möglichkeiten und keine pauschalen Kompetenznachweise.
Wer regelmäßig Fußball spielt, ist deshalb nicht automatisch eine gute Führungskraft. Wer gelegentlich reist, verfügt nicht automatisch über ausgeprägte Fremdsprachenkenntnisse.
Je konkreter Sie Ihre tatsächlichen Aktivitäten beschreiben können, desto aussagekräftiger wird die Angabe.
Hobbys im Lebenslauf richtig formulieren
Hobbys werden normalerweise in wenigen Stichpunkten aufgeführt. Lange Erklärungen sind nicht erforderlich.
Allerdings kann es sinnvoll sein, eine allgemeine Bezeichnung durch einen kurzen Zusatz genauer zu beschreiben.
Beispiele für bessere Formulierungen
| Allgemeine Angabe | Aussagekräftigere Formulierung |
|---|---|
| Sport | Handball im örtlichen Sportverein |
| Computer | Eigene Programmierprojekte mit Python |
| Fotografie | Fotografie und Bildbearbeitung mit Adobe Lightroom |
| Musik | Gitarre spielen in einer Band |
| Vereinsarbeit | Organisation von Veranstaltungen im Sportverein |
| Internet | Pflege einer eigenen WordPress-Website |
| Videos | Produktion und Schnitt eigener Videobeiträge |
| Lesen | Interesse an wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur |
| Reisen | Selbst organisierte Fernreisen |
Eine genauere Formulierung ist besonders dann sinnvoll, wenn sie einen relevanten Teil Ihrer Erfahrung sichtbar macht.
Übernehmen Sie keine Tätigkeiten, Programme oder Verantwortlichkeiten, die Sie tatsächlich nicht ausgeübt haben.
Wie viele Hobbys gehören in den Lebenslauf?
Es gibt keine vorgeschriebene Anzahl. In vielen Fällen reichen zwei bis vier ausgewählte Interessen aus.
Auch ein einzelnes besonders relevantes Hobby kann sinnvoll sein. Wenn keine passende Freizeitaktivität vorhanden ist, können Sie den Abschnitt vollständig weglassen.
Der Lebenslauf sollte insgesamt übersichtlich bleiben. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt für einen üblichen tabellarischen Lebenslauf einen Umfang von höchstens zwei Seiten.
Wenn Sie bereits sehr viele wichtige berufliche Stationen, Weiterbildungen oder Fachkenntnisse aufführen, sollten diese nicht durch eine lange Hobbyliste verdrängt werden.
Wo stehen Hobbys und Interessen im Lebenslauf?
Hobbys und Interessen werden üblicherweise im unteren Bereich des tabellarischen Lebenslaufs aufgeführt.
Geeignete Überschriften sind beispielsweise:
- Hobbys und Interessen
- Interessen
- Weitere Interessen
- Freizeitaktivitäten
Für eine klassische Bewerbung ist „Hobbys und Interessen“ besonders verständlich.
Beispiel für einen Lebenslaufabschnitt
Hobbys und Interessen
- Fotografie und digitale Bildbearbeitung
- Handball im örtlichen Sportverein
- Pflege einer eigenen WordPress-Website
Eine Darstellung in einer Zeile ist ebenfalls möglich:
Interessen: Fotografie, Handball und Webdesign
Welche Variante besser passt, hängt vom Gesamtlayout und dem verfügbaren Platz ab.
Mehr zum Aufbau finden Sie in unserem Ratgeber Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau, Muster und Tipps.
Hobbys und Interessen für Schüler und Berufseinsteiger
Bei Schülern und Berufseinsteigern können passende Freizeitaktivitäten besonders interessant sein, weil noch nicht viele berufliche Erfahrungen vorhanden sind.
Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, in dieser Situation auch Praktika, Nebenjobs und ehrenamtliche Tätigkeiten zu berücksichtigen.
Wenn ein Schüler beispielsweise regelmäßig bei Vereinsveranstaltungen hilft, eine Schulzeitung mitgestaltet oder eigene technische Projekte umgesetzt hat, können diese Tätigkeiten erste praktische Fähigkeiten zeigen.
Beispiel: Bewerbung um eine kaufmännische Ausbildung
Hobbys und Interessen
- Mitarbeit in einer Schülerfirma mit Verkauf und Bestellorganisation
- Handball im Sportverein
- Interesse an wirtschaftlichen Themen
Eine Schülerfirma kann auch in einem eigenen Abschnitt „Schulische Projekte“ beschrieben werden, wenn dort konkrete Aufgaben übernommen wurden.
Beispiel: Bewerbung um eine IT-Ausbildung
Hobbys und Interessen
- Eigene kleinere Programmierprojekte mit Python
- Einrichtung und Betreuung eines privaten Heimnetzwerks
- Interesse an Computerhardware
Bei umfangreicheren Programmierprojekten ist eine eigene Rubrik „Projekte“ häufig noch geeigneter als die Einordnung unter Hobbys.
Weitere Beispiele bietet unser Artikel Lebenslauf ohne Berufserfahrung.
Hobbys bei langjähriger Berufserfahrung: Sind sie noch sinnvoll?
Mit zunehmender Berufserfahrung werden Freizeitinteressen für die fachliche Bewertung einer Bewerbung normalerweise weniger wichtig.
Arbeitgeber interessieren sich bei berufserfahrenen Bewerbern insbesondere für die bisherigen Tätigkeiten, Qualifikationen und beruflichen Ergebnisse.
Dennoch können ein oder zwei relevante Interessen den Lebenslauf sinnvoll ergänzen.
Beispiele:
- Eine technische Fachkraft betreibt private Elektronikprojekte.
- Eine Person aus dem Marketing erstellt in der Freizeit digitale Inhalte.
- Ein kaufmännischer Mitarbeiter organisiert ehrenamtlich Vereinsveranstaltungen.
- Eine pädagogische Fachkraft betreut zusätzlich eine Jugendgruppe.
Bei rein privaten Freizeitaktivitäten ohne Stellenbezug ist es dagegen häufig sinnvoll, die Angabe knapp zu halten oder darauf zu verzichten.
Empfehlung: Geben Sie beruflichen Qualifikationen grundsätzlich Vorrang. Hobbys sollten diese ergänzen und nicht ersetzen.
Welche Hobbys passen zu welchem Beruf?
Ein Hobby kann für unterschiedliche Berufe einen unterschiedlich großen Informationswert besitzen.
Die folgenden Beispiele zeigen mögliche Verbindungen zwischen Freizeitaktivitäten und beruflichen Tätigkeiten.
1. Kaufmännische Berufe und Verwaltung
Für kaufmännische und organisatorische Tätigkeiten können Freizeitaktivitäten mit konkreten Planungs- oder Verwaltungsaufgaben interessant sein.
Beispiele:
- Organisation von Vereinsveranstaltungen
- Kassenführung in einem Verein
- Verwaltung einer Schülerfirma
- Organisation eines ehrenamtlichen Projekts
Wird eine regelmäßige verantwortliche Tätigkeit ausgeübt, ist ein eigener Abschnitt „Ehrenamtliches Engagement“ meist aussagekräftiger.
2. IT und technische Berufe
Bei technischen Berufen können selbstständig durchgeführte Projekte fachlich interessant sein.
Beispiele:
- Programmierung eigener Anwendungen
- Aufbau eines privaten Heimnetzwerks
- Elektronik- und Mikrocontrollerprojekte
- 3D-Druck und Konstruktion eigener Modelle
- Reparatur und Wartung technischer Geräte
Solche Tätigkeiten können praktische Erfahrungen verdeutlichen. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch die für eine Stelle geforderten beruflichen Qualifikationen.
3. Kreative Berufe und Marketing
Bei kreativen Tätigkeiten können geeignete Arbeitsproben oft mehr aussagen als die bloße Nennung eines Hobbys.
Beispiele:
- Fotografie und Bildbearbeitung
- Gestaltung eigener Websites
- Videoschnitt und Medienproduktion
- Grafikdesign und Illustration
- Veröffentlichung eigener Fachtexte
Wenn Sie beispielsweise eigene Videos erstellen, können Sie bei passendem Stellenbezug die verwendeten Programme und die Art der Projekte ergänzen.
4. Soziale und pädagogische Berufe
In sozialen oder pädagogischen Tätigkeitsfeldern können Freizeitaktivitäten mit praktischer Betreuungserfahrung sinnvoll sein.
Beispiele:
- Betreuung einer Jugendgruppe
- Training einer Kinder- oder Jugendmannschaft
- Ehrenamtliche Mitarbeit bei Freizeitangeboten
- Organisation von Gruppenveranstaltungen
Beschreiben Sie konkrete Tätigkeiten, statt allein aus einem Hobby besondere soziale Fähigkeiten abzuleiten.
5. Handwerk und technische Produktion
Praktische Freizeitaktivitäten können einen Bezug zu handwerklichen und technischen Berufen besitzen.
Beispiele:
- Holzbearbeitung und Möbelbau
- Reparatur technischer Geräte
- Modellbau
- Elektronikprojekte
- Wartung und Instandsetzung von Fahrrädern
Auch hier sind die tatsächlich ausgeführten Arbeiten wichtiger als allgemeine Behauptungen über handwerkliches Geschick.
Sport im Lebenslauf: Welche Sportarten sollte man nennen?
Sport gehört zu den häufig genannten Freizeitinteressen. Dazu zählen beispielsweise Fußball, Handball, Schwimmen, Laufen, Radfahren oder Fitness.
Grundsätzlich können Sie solche Sportarten im Lebenslauf erwähnen.
Allerdings sollte man aus einer Sportart nicht automatisch auf bestimmte berufliche Eigenschaften schließen.
| Sportliche Aktivität | Aussagekräftigere Angabe bei tatsächlicher Erfahrung |
|---|---|
| Fußball | Fußball und ehrenamtliches Jugendtraining |
| Handball | Handball im Sportverein, Mannschaftsorganisation |
| Laufen | Regelmäßiges Lauftraining und Teilnahme an Volksläufen |
| Radsport | Radsport und Organisation gemeinsamer Touren |
| Schwimmen | Schwimmen und ehrenamtliche Unterstützung im Schwimmverein |
Sie müssen Ihre sportlichen Aktivitäten nicht künstlich mit beruflichen Eigenschaften verbinden. Eine kurze, sachliche Angabe reicht häufig aus.
Reisen, Lesen und Musik im Lebenslauf
Auch klassische Freizeitinteressen können im Lebenslauf stehen. Allerdings liefern allgemeine Begriffe wie „Reisen“, „Lesen“ oder „Musik“ nur wenige Informationen.
Reisen
Wenn Sie gern reisen, können Sie dieses Interesse angeben. Daraus ergeben sich jedoch nicht automatisch nachweisbare Sprachkenntnisse oder internationale Berufserfahrungen.
Ein längerer Auslandsaufenthalt mit Studium, Praktikum oder tatsächlicher Berufstätigkeit gehört normalerweise in einen eigenen passenden Abschnitt.
Mehr dazu erfahren Sie unter Auslandserfahrung im Lebenslauf angeben.
Lesen
Lesen ist ein völlig normales Hobby, hat aber ohne nähere Beschreibung oft nur einen begrenzten Stellenbezug.
Wenn Sie sich regelmäßig mit einer bestimmten fachlichen Literatur beschäftigen, können Sie das bei entsprechender Relevanz genauer benennen.
Beispiel:
Interessen: Wirtschafts- und Technologieliteratur
Musik
Musikalische Aktivitäten können über das reine Musikhören hinausgehen.
Beispiele:
- Klavierspielen
- Gitarre in einer Band
- Mitarbeit im Kirchenchor
- Organisation von Konzertveranstaltungen
- Eigene Musikproduktion
Wenn Sie dabei organisatorische oder technische Aufgaben übernehmen, können diese gegebenenfalls separat beschrieben werden.
Welche Hobbys sollte man besser nicht im Lebenslauf angeben?
Es gibt keine allgemeingültige Liste verbotener Freizeitaktivitäten. Bei der Auswahl sollten Sie jedoch prüfen, ob die Angaben für die Bewerbung notwendig, hilfreich und angemessen sind.
Häufig verzichtbar sind:
- Eine sehr lange Liste beliebiger Freizeitinteressen
- Allgemeine Formulierungen ohne Aussagekraft
- Aktivitäten, die keinen erkennbaren Bezug zur Stelle besitzen und unnötig Platz beanspruchen
- Sehr persönliche Informationen, die Sie nicht mit einem Arbeitgeber teilen möchten
- Hobbys, die nur genannt werden, um bestimmte Eigenschaften vorzutäuschen
Ein Hobby wie Computerspielen ist beispielsweise nicht grundsätzlich ungeeignet. Bei einer Bewerbung für Spieleentwicklung oder Medienproduktion können konkrete eigene Projekte interessant sein. Die pauschale Angabe „Gaming“ allein sagt dagegen wenig über vorhandene Fähigkeiten aus.
Auch riskante Sportarten sind nicht automatisch ein Ausschlussgrund. Entscheidend ist, ob Sie diese freiwillig nennen möchten und welchen tatsächlichen Informationswert sie für Ihre Bewerbung haben.
Hobbys, Religion, Politik und Privatsphäre
Manche Freizeitaktivitäten oder Vereinsmitgliedschaften können Rückschlüsse auf persönliche Überzeugungen oder andere sensible Lebensbereiche ermöglichen.
Das betrifft beispielsweise politische Tätigkeiten oder Engagement in religiösen Organisationen.
Sie müssen solche Informationen bei einer gewöhnlichen Bewerbung nicht ungefragt offenlegen.
Wenn eine Tätigkeit fachlich relevant ist, können Sie selbst entscheiden, ob Sie die Organisation und Ihre Rolle nennen möchten.
Beispielsweise könnte eine ehrenamtliche Veranstaltungsorganisation für eine Bewerbung interessant sein. Ob Sie zusätzlich die religiöse oder politische Ausrichtung der Einrichtung offenlegen möchten oder müssen, ist eine davon zu unterscheidende Frage.
Empfehlung: Gehen Sie mit sensiblen persönlichen Angaben bewusst um. Für den beruflichen Nutzen ist häufig die tatsächlich übernommene Aufgabe wichtiger als ein Einblick in private Überzeugungen.
Hobbys oder Ehrenamt: Was ist der Unterschied?
Ein Hobby ist eine Freizeitaktivität, die Sie aus persönlichem Interesse ausüben.
Bei einem Ehrenamt übernehmen Sie dagegen freiwillig eine Aufgabe oder Verantwortung für eine Organisation, einen Verein oder eine andere Gemeinschaft.
Beides kann sich überschneiden.
Wer beispielsweise gern Fußball spielt, übt zunächst ein Hobby aus. Wer zusätzlich eine Jugendmannschaft trainiert, übernimmt eine ehrenamtliche Aufgabe.
Beispiel für die getrennte Darstellung
Ehrenamtliches Engagement
Seit 09/2023 | Jugendtrainer im Sportverein
- Planung und Durchführung regelmäßiger Trainingseinheiten
- Organisation von Spielterminen
- Betreuung einer Jugendmannschaft
Weitere Interessen
Radfahren, Fotografie und Wandern
Wenn die ehrenamtliche Tätigkeit besonders relevant ist, sollte sie nicht nur als einzelnes Stichwort unter „Hobbys“ erscheinen.
Auch Europass empfiehlt, Erfahrungen aus Freiwilligentätigkeiten konkret zu beschreiben und dabei Aufgaben, Verantwortlichkeiten und erworbene Kompetenzen zu berücksichtigen.
Hobbys als Nachweis für Soft Skills: Was ist möglich?
In Bewerbungsratgebern werden Hobbys häufig direkt mit persönlichen Eigenschaften verknüpft. Beispielsweise soll Mannschaftssport Teamfähigkeit und Schach strategisches Denken beweisen.
Solche pauschalen Schlussfolgerungen sind jedoch nicht zuverlässig.
Ein Hobby kann Hinweise auf Interessen und praktische Erfahrungen geben. Daraus ergibt sich aber nicht automatisch eine berufliche Eignung.
Aussagekräftiger sind konkrete Tätigkeiten:
| Pauschale Behauptung | Konkrete Erfahrung |
|---|---|
| Fußball beweist Teamfähigkeit | Organisation von Trainings- und Spielterminen einer Jugendmannschaft |
| Fotografie beweist Kreativität | Fotografische Begleitung von Vereinsveranstaltungen und anschließende Bildbearbeitung |
| Bloggen beweist Kommunikationsstärke | Regelmäßige Erstellung und redaktionelle Überarbeitung eigener Fachartikel |
| Reisen beweist Sprachkompetenz | Praktische Anwendung von Englisch während eines mehrmonatigen Auslandspraktikums |
Wenn eine Fähigkeit für den neuen Beruf besonders wichtig ist, sollten Sie möglichst konkrete Beispiele aus Ausbildung, Beschäftigung, Projekten oder Ehrenamt nennen.
Muster 1: Hobbys im Lebenslauf eines Berufseinsteigers
Das folgende Beispiel zeigt, wie die Angaben bei einer Bewerbung um eine kaufmännische Ausbildung aussehen können. Alle Daten sind fiktiv.
Max Beispiel
Musterstraße 10, 20095 Hamburg
Telefon: 0170 1234567
E-Mail: max.beispiel@example.com
Schulbildung
Seit 08/2020 | Gemeinschaftsschule Musterstadt
Angestrebter Abschluss: Mittlerer Schulabschluss
Praktische Erfahrungen
03/2026 | Schulpraktikum in der Verwaltung
Muster GmbH, Hamburg
- Unterstützung bei der Dokumentenablage
- Einblick in Büroorganisation und Kundenverwaltung
Kenntnisse
- Microsoft Word und PowerPoint – gute Kenntnisse
- Microsoft Excel – Grundkenntnisse
- Englisch – B1 (Selbsteinschätzung)
Hobbys und Interessen
- Mitarbeit bei der Organisation von Schulveranstaltungen
- Handball im Sportverein
- Interesse an wirtschaftlichen Themen
In diesem Beispiel ergänzen die Freizeitinteressen die schulischen und ersten praktischen Erfahrungen.
Je nach Umfang der Beteiligung könnte die Organisation von Schulveranstaltungen auch als eigenes Projekt aufgeführt werden.
Muster 2: Hobbys bei einem berufserfahrenen Bewerber
Bei langjähriger Berufserfahrung können Hobbys deutlich kürzer dargestellt werden.
Berufliches Profil
Kaufmännische Fachkraft mit mehrjähriger Erfahrung in Kundenbetreuung, Organisation und Prozessoptimierung.
Berufserfahrung
Seit 04/2022 | Kaufmännischer Sachbearbeiter
Muster GmbH, Hamburg
- Bearbeitung von Kunden- und Geschäftsvorgängen
- Erstellung betrieblicher Auswertungen
- Koordination interner Abstimmungen
Weitere Interessen
Fotografie, Radfahren und ehrenamtliche Veranstaltungsorganisation
Wenn die ehrenamtliche Veranstaltungsorganisation für eine Stelle besonders wichtig ist, kann sie in einem separaten Abschnitt mit konkreten Tätigkeiten beschrieben werden.
Hobbys bei Quereinsteigern
Bei einem Berufswechsel können Freizeitprojekte interessant sein, wenn dadurch bereits praktische Kenntnisse im neuen Tätigkeitsbereich entstanden sind.
Ein Beispiel ist eine kaufmännische Fachkraft, die sich beruflich in Richtung IT weiterentwickeln möchte und in der Freizeit eigene Softwareprojekte umgesetzt hat.
Mögliche Angabe:
Eigene IT-Projekte
- Entwicklung kleiner Anwendungen mit Python
- Praktische Übungen mit relationalen Datenbanken
- Dokumentation und Weiterentwicklung eigener Projekte
Bei einem umfangreichen Projekt ist die Darstellung unter „Projekte“ oder „Weitere praktische Erfahrungen“ häufig besser geeignet als unter „Hobbys“.
Weitere Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber Lebenslauf für Quereinsteiger.
Sollte man Hobbys im Vorstellungsgespräch erklären können?
Wenn Sie Freizeitinteressen in Ihrem Lebenslauf aufführen, können diese im Vorstellungsgespräch angesprochen werden.
Deshalb sollten Sie ausschließlich Aktivitäten nennen, die Sie tatsächlich ausüben und über die Sie bei Bedarf sprechen können.
Sie müssen Ihre Hobbys nicht künstlich als Beweis für berufliche Fähigkeiten präsentieren.
Falls ein beruflicher Zusammenhang besteht, können Sie diesen anhand konkreter Aufgaben erläutern.
Beispiel für eine mögliche Antwort
„Ich fotografiere regelmäßig bei Vereinsveranstaltungen und bearbeite die Bilder anschließend am Computer. Dabei beschäftige ich mich auch mit Bildgestaltung und verschiedenen Bearbeitungsprogrammen.“
Eine solche Antwort zeigt die tatsächliche Tätigkeit, ohne unbelegte Aussagen über persönliche Eigenschaften zu machen.
Hobbys im Lebenslauf weglassen: Wann ist das sinnvoll?
Ein Lebenslauf ohne Hobbyabschnitt ist vollständig und grundsätzlich genauso zulässig wie ein Lebenslauf mit Freizeitinteressen.
Auf die Angabe können Sie insbesondere verzichten, wenn:
- Ihre beruflichen Erfahrungen und Qualifikationen bereits genügend Informationen bieten,
- der Lebenslauf sonst unnötig lang wird,
- keine für die Bewerbung interessanten Freizeitaktivitäten vorhanden sind,
- Sie Ihre Freizeit bewusst privat halten möchten.
Der Platz kann stattdessen für fachlich relevante Berufserfahrung, besondere Projekte, Weiterbildungen oder Kenntnisse verwendet werden.
Für die meisten Bewerbungen ist eine klare Darstellung der beruflichen Eignung wichtiger als eine möglichst vollständige Aufzählung privater Aktivitäten.
Typische Fehler bei Hobbys im Lebenslauf
1. Zu viele Interessen aufzählen
Eine lange Liste verschiedenster Freizeitaktivitäten bietet häufig keinen zusätzlichen Informationswert. Wählen Sie besser wenige passende Angaben aus.
2. Hobbys erfinden
Geben Sie keine Freizeitaktivitäten an, die Sie nicht tatsächlich ausüben. Rückfragen im Vorstellungsgespräch können sonst zu Widersprüchen führen.
3. Aus einem Hobby automatisch Soft Skills ableiten
Sport, Musik oder Reisen beweisen nicht automatisch bestimmte Eigenschaften. Konkrete Tätigkeiten sind aussagekräftiger.
4. Beruflich wichtige Erfahrungen nur als Hobby nennen
Wer ein größeres IT-Projekt umgesetzt oder regelmäßig ehrenamtlich Verantwortung übernommen hat, kann diese Erfahrung gegebenenfalls in einem eigenen Abschnitt darstellen.
5. Unnötig private Informationen offenlegen
Sie müssen weder persönliche Überzeugungen noch sensible Informationen aus Ihrem Privatleben in einer Bewerbung mitteilen, wenn diese nicht erforderlich sind.
6. Allgemeine Schlagwörter ohne Inhalt verwenden
Angaben wie „Internet“, „Computer“ oder „Sport“ bleiben oft unkonkret. Eine kurze Präzisierung kann den Informationswert verbessern.
7. Hobbys wichtiger als berufliche Qualifikationen darstellen
Freizeitaktivitäten sollten die Bewerbung ergänzen. Relevante Berufserfahrung und fachliche Qualifikationen haben normalerweise Vorrang.
Checkliste: Hobbys und Interessen im Lebenslauf
Prüfen Sie vor dem Versand Ihrer Bewerbung folgende Punkte:
- Sind die genannten Hobbys tatsächlich Teil Ihrer Freizeit?
- Haben Sie nur ausgewählte Interessen angegeben?
- Besitzen einzelne Aktivitäten einen erkennbaren Bezug zur angestrebten Stelle?
- Sind die Angaben ausreichend konkret?
- Vermeiden Sie unbelegte Behauptungen über persönliche Eigenschaften?
- Haben Sie umfangreiches ehrenamtliches Engagement gegebenenfalls separat dargestellt?
- Bleiben private und sensible Informationen geschützt?
- Steht der Hobbyabschnitt nach den beruflichen und fachlichen Qualifikationen?
- Ist der Lebenslauf insgesamt übersichtlich?
- Können Sie Ihre Freizeitaktivitäten bei Rückfragen sachlich erläutern?
Häufige Fragen zu Hobbys im Lebenslauf
Muss man Hobbys im Lebenslauf angeben?
Nein. Hobbys und Interessen sind freiwillige Angaben. Sie können den Lebenslauf ergänzen, wenn sie für die Bewerbung relevant sind oder einen sinnvollen Einblick in persönliche Aktivitäten geben.
Welche Hobbys kommen gut im Lebenslauf an?
Das hängt von der ausgeschriebenen Stelle und den tatsächlichen Aktivitäten ab. Besonders interessant können fachlich passende Projekte, ehrenamtliches Engagement oder Freizeitaktivitäten mit konkreten organisatorischen Aufgaben sein.
Wie viele Hobbys sollte man angeben?
Häufig reichen zwei bis vier ausgewählte Interessen. Eine feste Anzahl gibt es nicht. Auch ein einzelnes Hobby oder der vollständige Verzicht auf diesen Abschnitt ist möglich.
Wo schreibt man Hobbys in den Lebenslauf?
Hobbys stehen normalerweise im unteren Bereich des tabellarischen Lebenslaufs unter einer Überschrift wie „Hobbys und Interessen“ oder „Weitere Interessen“.
Sollte man Sport im Lebenslauf angeben?
Ja, wenn Sie das möchten. Eine Sportart kann ein passendes Freizeitinteresse sein. Aus der bloßen Teilnahme lassen sich aber nicht automatisch berufliche Fähigkeiten ableiten.
Ist Lesen ein gutes Hobby für den Lebenslauf?
Lesen kann angegeben werden, liefert ohne weitere Informationen aber wenig Stellenbezug. Bei passenden fachlichen Interessen kann eine genauere Bezeichnung sinnvoll sein.
Kann man Gaming im Lebenslauf angeben?
Ja, insbesondere wenn ein fachlicher Bezug besteht, etwa durch eigene Spielentwicklung, Modding oder die Organisation von Veranstaltungen. Die reine Angabe „Gaming“ vermittelt dagegen nur wenig über berufliche Fähigkeiten.
Ist Reisen ein geeignetes Hobby?
Reisen kann als Freizeitinteresse genannt werden. Ein Auslandspraktikum, Sprachkurs oder Studium im Ausland sollte jedoch im passenden Ausbildungs- oder Erfahrungsabschnitt stehen.
Zählt Ehrenamt als Hobby?
Ein Ehrenamt kann aus einem persönlichen Interesse entstehen. Wenn Sie dabei regelmäßig konkrete Aufgaben oder Verantwortung übernehmen, ist häufig ein eigener Abschnitt „Ehrenamtliches Engagement“ sinnvoll.
Sind Hobbys bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz wichtig?
Sie können sinnvoll sein, weil Schüler häufig noch wenig Berufserfahrung besitzen. Besonders hilfreich sind Freizeitaktivitäten, Schulprojekte und ehrenamtliche Aufgaben mit Bezug zur angestrebten Ausbildung.
Sollte man als Führungskraft Hobbys angeben?
Das ist freiwillig. Bei umfangreicher Berufserfahrung sollten berufliche Ergebnisse, Führungsverantwortung und Qualifikationen im Vordergrund stehen. Passende persönliche Interessen können ergänzend aufgeführt werden.
Kann man einen Lebenslauf ohne Hobbys verschicken?
Ja. Ein Hobbyabschnitt ist keine Pflicht. Der Lebenslauf kann sich vollständig auf Ausbildung, Berufserfahrung, Kenntnisse und andere relevante Qualifikationen konzentrieren.
Fazit: Hobbys sinnvoll auswählen statt wahllos aufzählen
Hobbys und Interessen können einen Lebenslauf ergänzen, sind aber bei gewöhnlichen Bewerbungen freiwillig.
Besonders hilfreich sind Freizeitaktivitäten, die einen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle besitzen oder konkrete Erfahrungen sichtbar machen. Dazu gehören beispielsweise eigene technische Projekte, kreative Tätigkeiten oder ehrenamtliche Aufgaben.
Gleichzeitig sollten Hobbys nicht überbewertet werden. Eine Sportart oder ein persönliches Interesse ist kein automatischer Nachweis für bestimmte berufliche Eigenschaften.
Bei Berufseinsteigern können passende Freizeitaktivitäten eine größere Rolle spielen. Bei langjähriger Berufserfahrung sollten dagegen die bisherigen Tätigkeiten und Qualifikationen im Mittelpunkt stehen.
Unsere Empfehlung: Beschränken Sie sich auf wenige passende Hobbys und formulieren Sie diese möglichst konkret. Wenn eine Freizeitaktivität keinen erkennbaren Mehrwert bietet, können Sie sie problemlos weglassen.
