Die Bedarfsermittlung beantwortet eine zentrale Frage der Material- und Produktionsplanung:
Welche Produkte, Materialien und Betriebsmittel werden in welcher Menge und zu welchem Zeitpunkt benötigt?
Eine möglichst genaue Bedarfsermittlung ist wichtig, weil Unternehmen zwei gegensätzliche Risiken vermeiden wollen:
- zu hohe Bestände und damit unnötige Kapitalbindung,
- zu niedrige Bestände und damit Material- oder Produktionsengpässe.
Für die Fachwirt-Prüfung sind besonders wichtig:
- Primärbedarf,
- Sekundärbedarf,
- Tertiärbedarf,
- deterministische Bedarfsermittlung,
- stochastische Bedarfsermittlung,
- heuristische Bedarfsermittlung,
- Brutto- und Nettobedarf.
Was bedeutet Bedarfsermittlung?
Bei der Bedarfsermittlung wird bestimmt, welche Güter ein Unternehmen für Verkauf, Produktion und betriebliche Abläufe benötigt.
Dabei geht es beispielsweise um folgende Fragen:
- Wie viele Endprodukte werden benötigt?
- Welche Bauteile und Rohstoffe werden dafür gebraucht?
- Welche Hilfs- und Betriebsstoffe werden benötigt?
- Welche Bestände sind bereits vorhanden?
- Welche Lieferungen sind bereits fest eingeplant?
- Wann müssen die benötigten Mengen verfügbar sein?
Vereinfacht:
Absatz- und Produktionsplanung → Bedarfsermittlung → Bestandsabgleich → Nettobedarf → Beschaffung
Warum ist die Bedarfsermittlung wichtig?
Eine falsche Bedarfsermittlung kann erhebliche Folgen haben.
Bedarf zu hoch angesetzt
Mögliche Folgen:
- hohe Lagerbestände,
- hohe Kapitalbindung,
- zusätzliche Lagerkosten,
- Veralterungsrisiken,
- unnötige Beschaffungskosten.
Bedarf zu niedrig angesetzt
Mögliche Folgen:
- Fehlmengen,
- Produktionsstillstände,
- Terminprobleme,
- teure Expressbeschaffung,
- unzufriedene Kunden.
Das Ziel lautet deshalb:
Die benötigten Güter sollen in der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein.
Primär-, Sekundär- und Tertiärbedarf
Eine wichtige Unterscheidung erfolgt nach der Bedarfsebene.
Beispiel: Fahrradhersteller
Ein Fahrradhersteller plant seine Produktion.
Primärbedarf
1.000 verkaufsfähige Fahrräder
Sekundärbedarf
Zum Beispiel:
- Rahmen,
- Räder,
- Ketten,
- weitere Bauteile und Rohstoffe.
Tertiärbedarf
Zum Beispiel:
- Schmiermittel,
- Reinigungsmittel,
- Betriebsstoffe,
- weitere Hilfs- und Verbrauchsstoffe.
Wichtig:
Diese drei Bedarfsarten beschreiben Bedarfsebenen.
Sie werden nicht einfach miteinander addiert.
Was ist der Primärbedarf?
Der Primärbedarf umfasst den Bedarf an verkaufsfähigen Erzeugnissen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Fertigerzeugnisse,
- Handelswaren,
- gegebenenfalls Ersatzteile.
Der Primärbedarf kann sich ergeben aus:
- Absatzplanung,
- Kundenaufträgen,
- Absatzprognosen.
Beispiel:
Geplanter Absatz:
1.000 Fahrräder
Damit besteht zunächst ein Primärbedarf von:
1.000 Fahrrädern
Primärbedarf und Produktionsbedarf unterscheiden
Der Primärbedarf ist nicht automatisch identisch mit der tatsächlich notwendigen Produktionsmenge.
Fertigwarenbestände müssen berücksichtigt werden.
| Position | Menge |
|---|---|
| geplanter Absatz | 1.000 Fahrräder |
| gewünschter Endbestand | +50 Fahrräder |
| Anfangsbestand | −100 Fahrräder |
| Produktionsbedarf | 950 Fahrräder |
Vereinfacht gilt:
Produktionsbedarf = geplanter Absatz + gewünschter Endbestand − Anfangsbestand
Für die anschließende Materialrechnung werden in diesem Beispiel deshalb:
950 Fahrräder
zugrunde gelegt und nicht 1.000.
Das ist ein wichtiger Unterschied für Prüfungsaufgaben.
Was ist der Sekundärbedarf?
Der Sekundärbedarf umfasst Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen, die zur Herstellung des Produktionsprogramms benötigt werden.
Beispiel:
Für ein Fahrrad werden benötigt:
- 1 Rahmen,
- 2 Räder,
- 1 Kette.
Produktionsbedarf:
950 Fahrräder
Daraus ergibt sich beispielsweise ein Bedarf an Rädern von:
950 × 2 = 1.900 Räder
Der Sekundärbedarf wird häufig anhand von:
- Stücklisten,
- Rezepturen,
- Produktionsprogrammen,
- Fertigungsdaten
ermittelt.
Was ist der Tertiärbedarf?
Der Tertiärbedarf umfasst insbesondere:
- Hilfsstoffe,
- Betriebsstoffe,
- Verbrauchsmaterialien,
- teilweise Verschleißmittel.
Beispiele:
- Schmiermittel,
- Reinigungsmittel,
- Klebstoff,
- Lack,
- Betriebsstoffe.
Wichtig:
Die Abgrenzung zum Sekundärbedarf hängt nicht ausschließlich davon ab, ob ein Material in das Endprodukt eingeht.
Hilfsstoffe können durchaus Bestandteil des fertigen Produkts werden.
Beispiel:
Lack oder Klebstoff kann im Produkt verbleiben und trotzdem als Hilfsstoff eingeordnet werden.
Merksatz:
Primärbedarf = Endprodukte
Sekundärbedarf = Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen
Tertiärbedarf = Hilfs- und Betriebsstoffe
Bedarfsarten im Überblick
| Bedarfsart | Bedeutung | Beispiel Fahrradhersteller |
|---|---|---|
| Primärbedarf | verkaufsfähige Endprodukte | Fahrräder |
| Sekundärbedarf | Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen | Rahmen, Räder, Ketten |
| Tertiärbedarf | Hilfs- und Betriebsstoffe | Lack, Schmiermittel, Reinigungsmittel |
Methoden der Bedarfsermittlung
Für die Ermittlung des Materialbedarfs gibt es verschiedene Verfahren.
Für die Fachwirt-Prüfung besonders wichtig sind:
- deterministische Bedarfsermittlung,
- stochastische Bedarfsermittlung,
- heuristische Bedarfsermittlung.
Die drei Methoden im Vergleich
| Methode | Grundlage | Beispiel |
|---|---|---|
| deterministisch | Produktionsprogramm und Stücklisten | 500 Tische × 4 Beine |
| stochastisch | Vergangenheitswerte und Prognosen | durchschnittlicher Monatsverbrauch |
| heuristisch | Erfahrung und Experteneinschätzung | Materialbedarf für ein neues Produkt |
Unternehmen können diese Verfahren auch miteinander kombinieren.
Beispielsweise kann der Bedarf wichtiger Fertigungsteile deterministisch, der Bedarf regelmäßig verbrauchter Betriebsstoffe stochastisch und der Bedarf für neue Produkte heuristisch ermittelt werden.
Deterministische Bedarfsermittlung
Bei der deterministischen Bedarfsermittlung wird der Bedarf aus bekannten Größen abgeleitet.
Grundlagen können sein:
- konkrete Kundenaufträge,
- Produktionsprogramme,
- Stücklisten,
- Rezepturen.
Beispiel
Produktionsprogramm:
500 Schreibtische
Je Schreibtisch werden benötigt:
4 Beine
Bedarf:
500 × 4 = 2.000 Tischbeine
Der Bedarf lässt sich direkt aus dem Produktionsprogramm ableiten.
Stochastische Bedarfsermittlung
Bei der stochastischen Bedarfsermittlung wird zukünftiger Bedarf aus Vergangenheitswerten prognostiziert.
Berücksichtigt werden können beispielsweise:
- Durchschnittswerte,
- Trends,
- saisonale Schwankungen,
- Verbrauchsverläufe.
Beispiel:
- Januar: 900 Liter
- Februar: 1.000 Liter
- März: 1.100 Liter
Aus solchen Daten kann ein zukünftiger Verbrauch abgeleitet werden.
Heuristische Bedarfsermittlung
Bei der heuristischen Bedarfsermittlung wird der Bedarf anhand von Erfahrungen, Expertenwissen und Schätzungen festgelegt.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn:
- keine ausreichenden Vergangenheitsdaten vorliegen,
- ein neues Produkt eingeführt wird,
- Verbrauchsmuster stark schwanken.
Dabei handelt es sich nicht um eine völlig beliebige Schätzung.
Die Entscheidung sollte auf nachvollziehbaren Annahmen und Erfahrungen beruhen.
Bruttobedarf und Nettobedarf
Nach der grundsätzlichen Bedarfsermittlung muss geprüft werden, welche Menge tatsächlich noch gedeckt werden muss.
Bruttobedarf
Der Bruttobedarf ist der ermittelte Bedarf vor Berücksichtigung verfügbarer Bestände und eingeplanter Zugänge.
Nettobedarf
Der Nettobedarf ist die Menge, die nach dem Bestandsabgleich tatsächlich noch zusätzlich benötigt wird.
Zusatzbedarf
Zusatzbedarf kann beispielsweise entstehen durch:
- Ausschuss,
- Schwund,
- Verschnitt,
- Qualitätsprobleme.
Beispiel:
Erforderliche Gutmenge: 1.000 Stück
Zusatzbedarf wegen Ausschuss: 20 Stück
Bedarf: 1.020 Stück
Sicherheitsbestand
Ein Sicherheitsbestand dient als Reserve für ungeplante Abweichungen.
Beispiele:
- Lieferverzögerungen,
- unerwartet hoher Verbrauch,
- Qualitätsprobleme,
- Produktionsstörungen.
Er erhöht die Versorgungssicherheit, verursacht aber gleichzeitig Lagerkosten und Kapitalbindung.
Wichtig für die Berechnung:
Der Sicherheitsbestand darf nicht doppelt berücksichtigt werden.
Wenn er bereits bei der Ermittlung des frei verfügbaren Bestands abgezogen wurde, darf er nicht erneut als Zuschlag angesetzt werden.
Frei verfügbarer Lagerbestand
Für die Nettobedarfsrechnung sollte nicht einfach der gesamte physische Lagerbestand verwendet werden.
Bestände können beispielsweise:
- reserviert,
- gesperrt,
- beschädigt,
- anderweitig gebunden
sein.
Deshalb ist für die vereinfachte Rechnung der frei verfügbare Lagerbestand entscheidend.
Wenn bereits mit dem frei verfügbaren Bestand gerechnet wird, dürfen Reservierungen nicht noch einmal zusätzlich aufgeschlagen werden.
Geplante Zugänge
Bereits bestellte oder fest eingeplante Zugänge können den Nettobedarf reduzieren.
Sie dürfen allerdings nur berücksichtigt werden, wenn sie:
- tatsächlich erwartet werden und
- rechtzeitig vor dem Bedarfstermin eintreffen.
Eine Lieferung, die erst nach dem benötigten Termin eintrifft, hilft zur Deckung dieses konkreten Bedarfs nicht.
Vereinfachte Nettobedarfsrechnung
Ein sauberes vereinfachtes Schema lautet:
Bruttobedarf
+ Zusatzbedarf
+ erforderlicher zusätzlicher Sicherheitsbestand
− frei verfügbarer Lagerbestand
− rechtzeitig eintreffende, fest eingeplante Zugänge
= Nettobedarf
Dabei gilt:
Nettobedarf mindestens 0
Ein rechnerisch negativer Wert führt nicht zu einer negativen Bestellmenge.
In diesem Fall besteht zunächst:
kein zusätzlicher Beschaffungsbedarf.
Wichtig:
Sicherheitsbestand und Reservierungen dürfen nicht doppelt berücksichtigt werden.
Praxisbeispiel: Nettobedarf berechnen
Ein Unternehmen plant die Herstellung von:
500 Produkten
Pro Produkt werden benötigt:
3 Bauteile
| Position | Menge |
|---|---|
| Bruttobedarf | 1.500 |
| Zusatzbedarf | +30 |
| zusätzlicher Sicherheitsbestand | +100 |
| frei verfügbarer Bestand | −400 |
| rechtzeitiger geplanter Zugang | −300 |
| Nettobedarf | 930 |
Zusätzlich zu decken sind:
930 Bauteile
Wichtig:
Dies ist ein vereinfachtes Lernbeispiel.
Der Ausschuss wird als feste Zusatzmenge angenommen.
Der zusätzliche Sicherheitsbestand ist in diesem Beispiel noch nicht vom frei verfügbaren Bestand abgezogen.
Was passiert bei negativem Nettobedarf?
Beispiel:
Gesamtbedarf: 1.000 Stück
Frei verfügbarer Bestand und rechtzeitige Zugänge: 1.200 Stück
Rechnerisch:
1.000 − 1.200 = −200
Das bedeutet nicht:
−200 Stück bestellen
Sondern:
Nettobedarf = 0
Es besteht aktuell kein zusätzlicher Beschaffungsbedarf.
Mengen- und Terminplanung gehören zusammen
Die Bedarfsermittlung beantwortet nicht nur:
Wie viel wird benötigt?
Sondern auch:
Wann wird es benötigt?
Beispiel:
Bedarf: 1.000 Stück am 15. November
Lieferzeit: 20 Tage
Dann muss rechtzeitig vorher bestellt werden.
Eine rechtzeitig geplante Menge ist nur dann hilfreich, wenn sie tatsächlich vor dem Bedarfstermin verfügbar ist.
Zusammenhang mit der Absatz- und Produktionsplanung
Die Bedarfsermittlung steht in enger Verbindung mit der Produktionsplanung.
Ein typischer Zusammenhang lautet:
Absatzplanung → Produktionsbedarf → Sekundärbedarf → Bestandsabgleich → Nettobedarf → Beschaffung
Je genauer Absatz- und Produktionsplanung sind, desto besser kann der Materialbedarf bestimmt werden.
Den übergeordneten Zusammenhang erklärt der Beitrag Absatz- und Produktionsplanung.
Zusammenhang mit der Unternehmensplanung
Die Bedarfsermittlung ist außerdem Teil der übergeordneten betrieblichen Planung.
Änderungen bei Absatz, Produktion oder Investitionen können den Materialbedarf unmittelbar beeinflussen.
Wie die verschiedenen betrieblichen Teilpläne zusammenwirken, zeigt der Beitrag Unternehmensplanung.
Zusammenhang mit der Beschaffungsplanung
Der Nettobedarf beantwortet zunächst:
Welche Menge wird noch benötigt?
Die Beschaffungsplanung muss anschließend zusätzlich klären:
- Wann wird bestellt?
- Bei welchem Lieferanten?
- Welche Lieferzeit gilt?
- Welche Bestellmenge ist wirtschaftlich?
- Wie sicher ist die Versorgung?
Die Bedarfsermittlung bildet damit eine wichtige Grundlage für die Beschaffung.
Programmgesteuerter und verbrauchsgesteuerter Bedarf
Programmgesteuerte Bedarfsermittlung
Der Bedarf wird aus einem konkreten Produktionsprogramm abgeleitet.
Typisch:
deterministische Bedarfsermittlung
Verbrauchsgesteuerte Bedarfsermittlung
Der Bedarf wird aus bisherigen Verbrauchswerten abgeleitet.
Typisch:
stochastische Bedarfsermittlung
In Unternehmen können beide Ansätze gleichzeitig eingesetzt werden.
Zielkonflikt bei der Bedarfsermittlung
Unternehmen müssen häufig zwischen zwei Zielen abwägen.
Versorgungssicherheit
Material soll rechtzeitig verfügbar sein.
Dafür sprechen:
- ausreichende Bestände,
- Sicherheitsbestände,
- frühzeitige Beschaffung.
Wirtschaftlichkeit
Bestände sollen möglichst niedrig bleiben.
Dafür sprechen:
- geringe Kapitalbindung,
- niedrige Lagerkosten,
- geringeres Veralterungsrisiko.
Die beste Lösung ist deshalb nicht automatisch der größtmögliche Lagerbestand.
Bedarfsermittlung für die Fachwirt-Prüfung
1. Primärbedarf
verkaufsfähige Endprodukte und gegebenenfalls Ersatzteile
2. Sekundärbedarf
Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen
3. Tertiärbedarf
Hilfs- und Betriebsstoffe
4. Deterministische Bedarfsermittlung
Bedarf aus konkreten Programmen, Aufträgen und Stücklisten
5. Stochastische Bedarfsermittlung
Bedarf aus Vergangenheitswerten und Prognosen
6. Heuristische Bedarfsermittlung
Bedarf auf Grundlage von Erfahrung und Experteneinschätzung
7. Nettobedarf
tatsächlich noch zu deckender Bedarf nach Berücksichtigung verfügbarer Bestände und rechtzeitiger Zugänge
Typische Prüfungsfehler
Primär- und Sekundärbedarf verwechseln
Primärbedarf: Endprodukte
Sekundärbedarf: Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen
Tertiärbedarf nur als Stoff verstehen, der nicht ins Produkt eingeht
Auch Hilfsstoffe können Bestandteil des fertigen Produkts werden.
Primärbedarf und Produktionsbedarf gleichsetzen
Vorhandene Fertigwarenbestände können dazu führen, dass weniger produziert werden muss als verkauft werden soll.
Deterministische und stochastische Verfahren verwechseln
Deterministisch: konkrete Produktionsdaten
Stochastisch: Vergangenheitswerte
Gesamten Lagerbestand abziehen
Nur der tatsächlich frei verfügbare Bestand darf bedarfsmindernd angesetzt werden.
Reservierungen doppelt berücksichtigen
Wenn der Bestand bereits als frei verfügbar angegeben ist, dürfen Reservierungen nicht noch einmal separat hinzugerechnet werden.
Sicherheitsbestand doppelt berücksichtigen
Entweder wird er im verfügbaren Bestand berücksichtigt oder zusätzlich aufgebaut. Beides gleichzeitig wäre eine Doppelberücksichtigung.
Geplante Zugänge unabhängig vom Termin abziehen
Nur rechtzeitig eintreffende Zugänge können den betrachteten Bedarf decken.
Negativen Nettobedarf als negative Bestellmenge verstehen
Ein negativer rechnerischer Wert bedeutet: kein zusätzlicher Beschaffungsbedarf.
Kleiner Selbsttest
Frage 1: Was ist der Primärbedarf?
Lösung:
Der Bedarf an verkaufsfähigen Endprodukten und gegebenenfalls Ersatzteilen.
Frage 2: Was ist der Sekundärbedarf?
Lösung:
Der Bedarf an Rohstoffen, Einzelteilen und Baugruppen, die für die Herstellung benötigt werden.
Frage 3: Was ist der Tertiärbedarf?
Lösung:
Der Bedarf an Hilfs- und Betriebsstoffen.
Frage 4: Was ist der Unterschied zwischen Primärbedarf und Produktionsbedarf?
Lösung:
Der Primärbedarf beschreibt den Bedarf an verkaufsfähigen Produkten. Der Produktionsbedarf berücksichtigt zusätzlich vorhandene und gewünschte Fertigwarenbestände.
Frage 5: Was unterscheidet deterministische und stochastische Bedarfsermittlung?
Lösung:
Die deterministische Methode nutzt konkrete Produktionsprogramme und Stücklisten. Die stochastische Methode arbeitet mit Vergangenheitswerten und Prognosen.
Frage 6: Was ist der Nettobedarf?
Lösung:
Der Bedarf, der nach Berücksichtigung des frei verfügbaren Bestands und rechtzeitig eintreffender Zugänge tatsächlich noch gedeckt werden muss.
Frage 7: Warum dürfen Reservierungen nicht doppelt berücksichtigt werden?
Lösung:
Wenn bereits mit dem frei verfügbaren Bestand gerechnet wird, sind reservierte beziehungsweise nicht verfügbare Mengen normalerweise bereits ausgeschlossen.
Bedarfsermittlung einfach erklärt
Die Bedarfsermittlung beantwortet:
Was wird benötigt?
Wie viel wird benötigt?
Wann wird es benötigt?
Die wichtigsten Bedarfsarten:
Primärbedarf → Endprodukte
Sekundärbedarf → Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen
Tertiärbedarf → Hilfs- und Betriebsstoffe
Die wichtigsten Methoden:
deterministisch → konkrete Programme und Stücklisten
stochastisch → Vergangenheitswerte und Prognosen
heuristisch → Erfahrung und Einschätzung
Am Ende steht die zentrale Frage:
Wie hoch ist der tatsächlich noch zu deckende Nettobedarf?
Häufige Fragen zur Bedarfsermittlung
Was ist Bedarfsermittlung?
Bedarfsermittlung bedeutet, festzustellen, welche Produkte, Materialien und Betriebsmittel in welcher Menge und zu welchem Zeitpunkt benötigt werden.
Was ist Primärbedarf?
Primärbedarf ist der Bedarf an verkaufsfähigen Endprodukten und gegebenenfalls Ersatzteilen.
Was ist Sekundärbedarf?
Sekundärbedarf umfasst Rohstoffe, Einzelteile und Baugruppen für die Herstellung.
Was ist Tertiärbedarf?
Tertiärbedarf umfasst insbesondere Hilfs- und Betriebsstoffe.
Was ist deterministische Bedarfsermittlung?
Dabei wird der Bedarf aus konkreten Produktionsprogrammen, Aufträgen und Stücklisten abgeleitet.
Was ist stochastische Bedarfsermittlung?
Dabei wird der zukünftige Bedarf anhand vergangener Verbrauchsdaten prognostiziert.
Was ist heuristische Bedarfsermittlung?
Dabei wird der Bedarf anhand von Erfahrungswissen und Experteneinschätzungen geschätzt.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobedarf?
Der Bruttobedarf zeigt den Bedarf vor dem Bestandsabgleich. Der Nettobedarf zeigt, welche Menge danach tatsächlich noch gedeckt werden muss.
Warum sind geplante Zugänge wichtig?
Weil bereits bestellte und rechtzeitig eintreffende Mengen den zusätzlichen Beschaffungsbedarf reduzieren können.
