Personalbedarfsplanung: Personalbedarf planen und richtig steuern

Personalbedarfsplanung einfach erklärt: quantitativer und qualitativer Bedarf, Brutto- und Nettopersonalbedarf, Neubedarf und Personaleinsatz für Fachwirte.

Die Personalbedarfsplanung beschäftigt sich mit der Frage, wie viele Mitarbeiter ein Unternehmen künftig benötigt und welche Qualifikationen vorhanden sein müssen.

Das Ziel lautet:

Die richtigen Mitarbeiter sollen in der richtigen Anzahl, mit der richtigen Qualifikation, zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort verfügbar sein.

Dabei geht es nicht nur um die Zahl der Beschäftigten.

Ein Unternehmen kann zahlenmäßig ausreichend Personal haben und trotzdem einen Personalbedarf aufweisen, wenn beispielsweise wichtige Qualifikationen fehlen.

Personalbedarfsplanung, Personalbedarfsermittlung und Personaleinsatz unterscheiden

Mehrere Begriffe klingen ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Aufgaben.

Begriff Zentrale Frage Beispiel
Personalbedarfsplanung Wie viele Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen benötigen wir? Bedarf an fünf zusätzlichen Fachkräften feststellen
Personalbedarfsermittlung Wie berechnen oder bestimmen wir diesen Bedarf? Bedarf anhand von Arbeitsmengen und Kennzahlen ermitteln
Personaleinsatzplanung Wer arbeitet wann, wo und an welcher Aufgabe? Mitarbeiter auf Schichten und Arbeitsplätze verteilen
Arbeitszeitgestaltung Wie wird die Arbeitszeit organisiert? Gleitzeit, Teilzeit oder Arbeitszeitkonto

Die Bereiche hängen zusammen, dürfen aber nicht gleichgesetzt werden.

Merksatz:

Personalbedarfsplanung bestimmt den zukünftigen Bedarf – Personalbedarfsermittlung berechnet ihn – Personaleinsatzplanung verteilt vorhandenes Personal.

Welche Ziele hat die Personalbedarfsplanung?

Personalbedarfsplanung soll zwei gegensätzliche Probleme möglichst vermeiden.

Personalunterdeckung

Es steht weniger Personal oder Arbeitskapazität zur Verfügung als benötigt.

Mögliche Folgen:

  • Überlastung,
  • Überstunden,
  • Terminprobleme,
  • Qualitätsprobleme,
  • Produktionsausfälle.

Personalüberdeckung

Es steht mehr Personal beziehungsweise Arbeitskapazität zur Verfügung als benötigt.

Mögliche Folgen:

  • Unterauslastung,
  • unnötige Personalkosten,
  • geringere Wirtschaftlichkeit.

Außerdem muss geprüft werden, ob die erforderlichen Qualifikationen vorhanden sind.

Quantitativer und qualitativer Personalbedarf

Art Zentrale Frage Beispiel
quantitativer Personalbedarf Wie viel Arbeitskapazität wird benötigt? 20 Maschinenbediener bzw. entsprechende VZÄ
qualitativer Personalbedarf Welche Kenntnisse und Fähigkeiten werden benötigt? Fünf Beschäftigte müssen CNC-Anlagen bedienen können

Quantitativer Personalbedarf

Hier geht es um die benötigte Anzahl beziehungsweise Arbeitskapazität.

Qualitativer Personalbedarf

Hier geht es um:

  • Kenntnisse,
  • Fähigkeiten,
  • Erfahrungen,
  • Qualifikationen.

Ein Unternehmen kann deshalb quantitativ ausreichend Personal haben und gleichzeitig qualitativ unterbesetzt sein.

Personen und Vollzeitäquivalente unterscheiden

Eine reine Kopfzahl reicht nicht immer aus.

Beispiel:

Zwei Beschäftigte arbeiten jeweils:

50 %

Zusammen entsprechen sie:

1 Vollzeitäquivalent – VZÄ

Gerade bei unterschiedlichen Teilzeitquoten ist die Betrachtung von Vollzeitäquivalenten häufig aussagekräftiger als die reine Mitarbeiterzahl.

Beispiel:

  • 10 Vollzeitkräfte = 10 VZÄ
  • 4 Beschäftigte mit jeweils 50 % = 2 VZÄ

Gesamte Arbeitskapazität:

12 VZÄ

Der Ablauf der Personalbedarfsplanung

Ein vereinfachter Planungsprozess besteht aus sechs Schritten.

1. Unternehmensplanung berücksichtigen

Ausgangspunkt können beispielsweise sein:

  • Absatzplanung,
  • Produktionsplanung,
  • Investitionen,
  • neue Standorte,
  • organisatorische Veränderungen.

2. Personalbedarf bestimmen

Es wird geprüft:

  • Wie viel Arbeitskapazität wird benötigt?
  • Welche Qualifikationen werden benötigt?

3. Personalbestand und verfügbare Kapazität prognostizieren

Berücksichtigt werden beispielsweise:

  • Renteneintritte,
  • Kündigungen,
  • Vertragsenden,
  • Teilzeitveränderungen,
  • Rückkehr aus Abwesenheiten,
  • interne Wechsel.

4. Bedarf und Bestand vergleichen

Nun wird geprüft:

Besteht eine quantitative oder qualitative Lücke?

5. Personalmaßnahmen planen

Beispiele:

  • Einstellungen,
  • Ausbildung,
  • Weiterbildung,
  • Versetzung,
  • Arbeitszeitmaßnahmen,
  • organisatorische Veränderungen.

6. Umsetzung und Kontrolle

Die Maßnahmen werden umgesetzt und anschließend überprüft.

Vereinfacht:

Unternehmensplanung → Personalbedarf → verfügbare Kapazität → Vergleich → Personalmaßnahmen → Kontrolle

Praxisbeispiel: Produktion soll um 20 % steigen

Ein Unternehmen plant:

20 % höhere Produktionsmenge

Daraus folgt nicht automatisch:

20 % mehr Personal

Zunächst müssen mehrere Faktoren geprüft werden.

1. Unternehmensplanung

Geplante Produktionssteigerung: +20 %

2. Personalbedarf bestimmen

Geprüft werden:

  • zusätzliche Arbeitsmenge,
  • notwendige Schichten,
  • benötigte Qualifikationen.

3. Personalbestand prognostizieren

Berücksichtigt werden beispielsweise:

  • Renteneintritte,
  • bekannte Abgänge,
  • Arbeitszeitänderungen,
  • Rückkehrer,
  • interne Versetzungen.

4. Bedarf und Kapazität vergleichen

Nun werden quantitative und qualitative Lücken sichtbar.

5. Personalmaßnahmen planen

Mögliche Maßnahmen:

  • einstellen,
  • weiterbilden,
  • versetzen,
  • Arbeitsorganisation verändern.

6. Kontrolle

Nach Umsetzung wird geprüft, ob die benötigte Kapazität tatsächlich vorhanden ist.

Wichtig:

20 % mehr Produktion bedeutet nicht automatisch 20 % mehr Personal.

Der tatsächliche Personalbedarf hängt unter anderem ab von:

  • Produktivität,
  • Automatisierung,
  • Arbeitsorganisation,
  • Maschinenkapazitäten,
  • Arbeitszeiten,
  • vorhandenen Qualifikationen.

Bruttopersonalbedarf und Nettopersonalbedarf

Die detaillierte Berechnung gehört zur Personalbedarfsermittlung.

Für die Personalbedarfsplanung genügt zunächst das Grundprinzip.

Bruttopersonalbedarf

Der gesamte benötigte Personalbedarf beziehungsweise die notwendige Arbeitskapazität.

Er kann sich beispielsweise zusammensetzen aus:

Einsatzbedarf + Reservebedarf

Nettopersonalbedarf

Der zusätzliche Personalbedarf nach Vergleich mit dem voraussichtlich verfügbaren Personalbestand beziehungsweise der verfügbaren Kapazität.

Einfaches Rechenbeispiel

Position Mitarbeiter
Einsatzbedarf 40
Reservebedarf +4
Bruttopersonalbedarf 44
voraussichtlich verfügbarer Personalbestand −39
zusätzlicher Nettopersonalbedarf 5

Das Unternehmen benötigt im vereinfachten Beispiel zusätzlich:

5 Mitarbeiter beziehungsweise entsprechende Arbeitskapazität.

Die genaue Berechnung und verschiedene Methoden werden im vertiefenden Beitrag zur Personalbedarfsermittlung behandelt.

Einsatzbedarf

Der Einsatzbedarf umfasst die Personalkapazität, die unmittelbar für die geplanten Aufgaben benötigt wird.

Beispiel:

Für die Bedienung der Maschinen werden benötigt:

40 Mitarbeiter

Reservebedarf

Ein zusätzlicher Reservebedarf kann erwartbare Ausfallzeiten berücksichtigen.

Beispiele:

  • Urlaub,
  • Krankheit,
  • Weiterbildung,
  • sonstige Ausfallzeiten.

Beispiel:

Einsatzbedarf: 40

Reservebedarf: 4

Bruttopersonalbedarf: 44

Neubedarf und Ersatzbedarf

Ein positiver Nettopersonalbedarf kann unterschiedliche Ursachen haben.

Neubedarf

Neubedarf entsteht durch zusätzliche Aufgaben oder Kapazitäten.

Beispiele:

  • neue Produktionslinie,
  • Expansion,
  • höhere Produktionsmenge,
  • neue Dienstleistungen.

Ersatzbedarf

Ersatzbedarf entsteht, wenn dauerhaft ausscheidende Mitarbeiter ersetzt werden müssen.

Beispiele:

  • Renteneintritt,
  • Kündigung,
  • dauerhaftes Ausscheiden.

Vorübergehender Vertretungsbedarf

Nicht jede Abwesenheit ist ein dauerhafter Ersatzbedarf.

Beispiele:

  • Elternzeit,
  • längere Erkrankung,
  • längere Freistellung.

Hier kann ein:

zeitlich begrenzter Vertretungsbedarf

entstehen.

Das ist wichtig, weil die personalwirtschaftliche Maßnahme davon abhängt, ob der Bedarf vorübergehend oder dauerhaft besteht.

Beschäftigtenbestand und verfügbare Arbeitskapazität

Bei der Planung muss genau unterschieden werden:

Beschäftigtenbestand

Wie viele Personen gehören zum Unternehmen?

Verfügbare Arbeitskapazität

Welche Arbeitsleistung steht im Planungszeitraum tatsächlich zur Verfügung?

Beispiel:

Ein Beschäftigter befindet sich für mehrere Monate in Elternzeit.

Er gehört weiterhin zum Beschäftigtenbestand, steht in diesem Zeitraum aber möglicherweise nicht als Arbeitskapazität zur Verfügung.

Deshalb sollte bei der Personalplanung nicht einfach nur mit „Köpfen“ gerechnet werden.

Personalunterdeckung und Personalüberdeckung

Situation Mögliche Maßnahmen
kurzfristige Unterdeckung zulässige Arbeitszeitanpassung, Vertretung, vorübergehende Unterstützung
dauerhafte Unterdeckung Einstellung, Ausbildung, Qualifizierung
qualitative Unterdeckung Weiterbildung, Umschulung, gezielte Personalentwicklung
vorübergehende Überdeckung andere Aufgaben, Qualifizierung, zulässige Arbeitszeitmaßnahmen
dauerhafte Überdeckung natürliche Fluktuation, Nichtnachbesetzung, Versetzung, weitere rechtlich zulässige Maßnahmen

Die konkrete Maßnahme hängt immer von der betrieblichen und rechtlichen Situation ab.

Was bedeutet Personalunterdeckung?

Eine Personalunterdeckung liegt vor, wenn die benötigte Arbeitskapazität größer ist als die verfügbare.

Beispiel:

Bedarf: 50 VZÄ

Verfügbar: 45 VZÄ

Unterdeckung: 5 VZÄ

Mögliche Lösungen sind beispielsweise:

  • Einstellungen,
  • Qualifizierung,
  • interne Versetzungen,
  • vorübergehende Unterstützung,
  • organisatorische Maßnahmen.

Was bedeutet Personalüberdeckung?

Eine Personalüberdeckung liegt vor, wenn mehr Arbeitskapazität vorhanden ist als benötigt wird.

Beispiel:

Bedarf: 45 VZÄ

Verfügbar: 50 VZÄ

Überdeckung: 5 VZÄ

Das bedeutet nicht automatisch:

Fünf Mitarbeiter müssen entlassen werden.

Je nach Situation können vorher beispielsweise geprüft werden:

  • natürliche Fluktuation,
  • Nichtnachbesetzung frei werdender Stellen,
  • andere Aufgaben,
  • Qualifizierung,
  • Versetzung,
  • zulässige Arbeitszeitanpassungen.

Personalbedarf ist nicht automatisch Personalbeschaffung

Ein festgestellter Bedarf bedeutet nicht automatisch, dass neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen.

Beispiel:

Es fehlen fünf qualifizierte Fachkräfte.

Mögliche Lösungen:

  • externe Einstellung,
  • Ausbildung,
  • Weiterbildung vorhandener Mitarbeiter,
  • interne Versetzung,
  • Veränderung der Arbeitsorganisation.

Merksatz:

Personalbedarf beschreibt die Lücke – Personalmaßnahmen bestimmen, wie sie geschlossen wird.

Qualitativen Personalbedarf decken

Ein Bedarf kann auch ausschließlich qualitativ sein.

Beispiel:

Ein Unternehmen führt neue automatisierte Maschinen ein.

Die vorhandene Personalzahl reicht aus.

Es fehlen jedoch Kenntnisse in:

  • Maschinensteuerung,
  • Programmierung,
  • Wartung.

Dann besteht ein:

qualitativer Personalbedarf

Eine mögliche Lösung:

Weiterbildung statt Neueinstellung

Zusammenhang mit dem Anforderungsprofil

Um qualitativen Personalbedarf festzustellen, müssen die Anforderungen einer Stelle oder Tätigkeit bekannt sein.

Ein Anforderungsprofil kann beispielsweise beschreiben:

  • Fachkenntnisse,
  • Berufserfahrung,
  • soziale Kompetenzen,
  • Sprachkenntnisse,
  • Führungsfähigkeiten.

Diese Anforderungen können anschließend mit den vorhandenen Kompetenzen verglichen werden.

Ein ausführlicher Profilvergleich gehört jedoch eher in die Themenbereiche Anforderungsprofil und Personaleinsatz als in die Personalbedarfsplanung.

Zusammenhang mit der Unternehmensplanung

Personalbedarfsplanung entsteht aus den betrieblichen Zielen.

Beispiel:

Das Unternehmen plant:

20 % mehr Produktion

Daraus können entstehen:

  • höherer Materialbedarf,
  • zusätzliche Maschinenkapazität,
  • veränderte Schichtmodelle,
  • zusätzlicher oder anderer Personalbedarf.

Personalbedarfsplanung ist deshalb ein Teil der übergeordneten Unternehmensplanung.

Zusammenhang mit der Personalbedarfsermittlung

Die beiden Begriffe sollten klar unterschieden werden.

Personalbedarfsplanung

Betrachtet den gesamten Prozess:

Welches Personal wird künftig benötigt und welche Maßnahmen folgen daraus?

Personalbedarfsermittlung

Konzentriert sich stärker auf:

Wie wird der konkrete Personalbedarf bestimmt oder berechnet?

Dort können beispielsweise Methoden behandelt werden wie:

  • Kennzahlenmethode,
  • Stellenplanmethode,
  • Arbeitsplatzmethode,
  • Schätzverfahren.

Merksatz:

Personalbedarfsplanung = Planungsprozess

Personalbedarfsermittlung = konkrete Bedarfsermittlung

Zusammenhang mit der Personaleinsatzplanung

Nach der Personalbedarfsplanung folgt die praktische Zuordnung vorhandener Mitarbeiter.

Die Personaleinsatzplanung beantwortet:

Wer arbeitet wann, wo und an welcher Aufgabe?

Beispiele:

  • Schichtbesetzung,
  • Arbeitsplatzzuordnung,
  • Vertretungsplanung,
  • Einsatz nach Qualifikation.

Der Beitrag Auswahl und Einsatz der Mitarbeiter vertieft die Zuordnung von Mitarbeitern zu Aufgaben und Arbeitsplätzen.

Damit gilt:

Personalbedarf planen → Personal bereitstellen → Personal einsetzen

Flexible Arbeitszeit als mögliche Maßnahme

Flexible Arbeitszeitmodelle können helfen, schwankende Arbeitskapazitäten auszugleichen.

Beispiele können sein:

  • Gleitzeit,
  • Arbeitszeitkonten,
  • Teilzeitmodelle,
  • Jahresarbeitszeit.

Dabei müssen jedoch immer die arbeitsvertraglichen, tariflichen, gesetzlichen und mitbestimmungsrechtlichen Rahmenbedingungen beachtet werden.

Versetzungen oder Änderungen von Arbeitszeiten können ebenfalls nicht pauschal beliebig angeordnet werden.

Arbeit auf Abruf

Von allgemeinen flexiblen Arbeitszeitmodellen ist die Arbeit auf Abruf zu unterscheiden.

Sie ist in § 12 TzBfG besonders geregelt.

Dabei gelten unter anderem Vorgaben zur:

  • vereinbarten Arbeitszeit,
  • Lage beziehungsweise zum Zeitrahmen der Arbeitsleistung,
  • rechtzeitigen Mitteilung des Arbeitseinsatzes.

Das Arbeitszeitgesetz regelt dagegen insbesondere Schutzvorgaben wie:

  • tägliche Arbeitszeit,
  • Ruhepausen,
  • Ruhezeiten.

Je nach Betrieb oder Dienststelle können außerdem Beteiligungsrechte des Betriebs- oder Personalrats zu beachten sein. Die konkreten Rechtsgrundlagen unterscheiden sich zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst.

Planungshorizont

Personalbedarfsplanung kann unterschiedliche Zeiträume betreffen.

Kurzfristig

Beispiele:

  • Krankheitsvertretung,
  • Auftragsspitze,
  • kurzfristige Schichtbesetzung.

Mittelfristig

Beispiele:

  • neue Produktionslinie,
  • Qualifizierungsprogramm,
  • geplante Expansion.

Langfristig

Beispiele:

  • Renteneintritte,
  • demografische Veränderungen,
  • technologische Entwicklung,
  • Unternehmensstrategie.

Feste zeitliche Grenzen sind dabei nicht allgemeingültig.

Welche Faktoren beeinflussen den Personalbedarf?

Interne Faktoren

Beispiele:

  • Produktionsmenge,
  • Produktivität,
  • Automatisierung,
  • Arbeitsorganisation,
  • Arbeitszeiten,
  • Fluktuation,
  • Unternehmensstrategie.

Externe Faktoren

Beispiele:

  • Nachfrage,
  • Konjunktur,
  • Fachkräfteangebot,
  • technologische Entwicklung,
  • rechtliche Rahmenbedingungen.

Der Personalbedarf muss deshalb regelmäßig überprüft werden.

Personalbedarfsplanung ist ein fortlaufender Prozess

Planung basiert auf Annahmen über die Zukunft.

Diese können sich ändern.

Beispiel:

Geplant war:

20 % Produktionswachstum

Tatsächlich steigt die Nachfrage nur um:

5 %

Dann kann auch der ursprünglich geplante Personalbedarf zu hoch sein.

Deshalb gilt:

Planung → Umsetzung → Kontrolle → Anpassung

Personalbedarfsplanung für die Fachwirt-Prüfung

1. Personalbedarfsplanung

Wie viel und welches Personal wird künftig benötigt?

2. Personalbedarfsermittlung

Wie wird dieser Bedarf konkret bestimmt oder berechnet?

3. Quantitativer Personalbedarf

Wie viel Arbeitskapazität wird benötigt?

4. Qualitativer Personalbedarf

Welche Qualifikationen werden benötigt?

5. Bruttopersonalbedarf

gesamter erforderlicher Personalbedarf

6. Nettopersonalbedarf

zusätzlicher Bedarf nach Vergleich mit der verfügbaren Kapazität

7. Personalunterdeckung

Bedarf ist größer als verfügbare Kapazität

8. Personalüberdeckung

verfügbare Kapazität ist größer als der Bedarf

Typische Prüfungsfehler

Personalbedarfsplanung und Personalbedarfsermittlung gleichsetzen

Planung beschreibt den Gesamtprozess. Ermittlung bestimmt den konkreten Bedarf.

Personalbedarf nur als Anzahl von Personen verstehen

Auch Arbeitszeit und Vollzeitäquivalente können entscheidend sein.

Quantitativen und qualitativen Bedarf verwechseln

Quantitativ: Wie viel?

Qualitativ: Welche Fähigkeiten?

Beschäftigtenbestand und verfügbare Kapazität gleichsetzen

Beschäftigte können beispielsweise wegen einer längeren Abwesenheit zeitweise nicht zur Verfügung stehen.

20 % mehr Produktion mit 20 % mehr Personal gleichsetzen

Produktivität, Technik, Arbeitsorganisation und vorhandene Kapazitäten beeinflussen den tatsächlichen Bedarf.

Personalüberdeckung automatisch mit Kündigung gleichsetzen

Es können zunächst andere personalwirtschaftliche Maßnahmen geprüft werden.

Personalbedarfsplanung und Personaleinsatzplanung verwechseln

Personalbedarfsplanung: Wie viel und welches Personal benötigen wir?

Personaleinsatzplanung: Wer arbeitet wann, wo und an welcher Aufgabe?

Kleiner Selbsttest

Frage 1: Was ist Personalbedarfsplanung?

Lösung:
Die Planung der künftig benötigten Personalkapazität und Qualifikationen.

Frage 2: Was ist der Unterschied zwischen Personalbedarfsplanung und Personalbedarfsermittlung?

Lösung:
Die Personalbedarfsplanung umfasst den gesamten Planungsprozess. Die Personalbedarfsermittlung bestimmt beziehungsweise berechnet den konkreten Bedarf.

Frage 3: Was unterscheidet quantitativen und qualitativen Personalbedarf?

Lösung:
Quantitativ beschreibt die benötigte Arbeitskapazität. Qualitativ beschreibt die erforderlichen Fähigkeiten und Qualifikationen.

Frage 4: Warum kann die reine Mitarbeiterzahl problematisch sein?

Lösung:
Weil Mitarbeiter unterschiedliche Arbeitszeiten haben können. Deshalb kann die Betrachtung von Vollzeitäquivalenten sinnvoller sein.

Frage 5: Bedeutet 20 % mehr Produktion automatisch 20 % mehr Personalbedarf?

Lösung:
Nein. Produktivität, Automatisierung, Arbeitsorganisation und vorhandene Kapazitäten müssen berücksichtigt werden.

Frage 6: Was ist der Nettopersonalbedarf?

Lösung:
Der zusätzliche Bedarf nach Vergleich des Bruttopersonalbedarfs mit dem voraussichtlich verfügbaren Personalbestand beziehungsweise der verfügbaren Arbeitskapazität.

Frage 7: Was ist der Unterschied zwischen Personalbedarf und Personaleinsatz?

Lösung:
Der Personalbedarf beschreibt, welche Kapazität und Qualifikation benötigt wird. Der Personaleinsatz legt fest, welche Mitarbeiter konkret eingesetzt werden.

Personalbedarfsplanung einfach erklärt

Personalbedarfsplanung beantwortet:

Wie viel Personal benötigen wir?

Welche Qualifikationen benötigen wir?

Der grundlegende Ablauf lautet:

Unternehmensplanung → Personalbedarf → verfügbare Kapazität → Vergleich → Personalmaßnahmen → Kontrolle

Wichtige Begriffe:

quantitativer Bedarf → benötigte Kapazität

qualitativer Bedarf → benötigte Qualifikationen

Bruttopersonalbedarf → gesamter Bedarf

Nettopersonalbedarf → zusätzliche Lücke

Dabei gilt:

Ein festgestellter Personalbedarf führt nicht automatisch zu Neueinstellungen.

Mögliche Maßnahmen können auch sein:

  • Qualifizierung,
  • Ausbildung,
  • Versetzung,
  • organisatorische Veränderungen,
  • zulässige Anpassung der Arbeitszeit.

Häufige Fragen zur Personalbedarfsplanung

Was ist Personalbedarfsplanung?

Personalbedarfsplanung bestimmt, wie viel Arbeitskapazität und welche Qualifikationen künftig benötigt werden.

Was ist quantitativer Personalbedarf?

Der quantitative Personalbedarf beschreibt die benötigte Anzahl beziehungsweise Arbeitskapazität.

Was ist qualitativer Personalbedarf?

Der qualitative Personalbedarf beschreibt die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen.

Was ist der Unterschied zwischen Personalbedarfsplanung und Personalbedarfsermittlung?

Personalbedarfsplanung beschreibt den Gesamtprozess. Personalbedarfsermittlung bestimmt den konkreten Bedarf.

Was ist Bruttopersonalbedarf?

Der Bruttopersonalbedarf ist der gesamte erforderliche Personalbedarf vor dem Vergleich mit der künftig verfügbaren Kapazität.

Was ist Nettopersonalbedarf?

Der Nettopersonalbedarf ist die zusätzliche Kapazität, die nach dem Vergleich mit dem voraussichtlich verfügbaren Personalbestand noch benötigt wird.

Was bedeutet Personalüberdeckung?

Eine Personalüberdeckung liegt vor, wenn mehr Arbeitskapazität vorhanden ist als künftig benötigt wird.

Was ist ein Vollzeitäquivalent?

Ein Vollzeitäquivalent – VZÄ – beschreibt Arbeitskapazität bezogen auf eine Vollzeitstelle. Zwei Beschäftigte mit jeweils 50 Prozent Arbeitszeit entsprechen beispielsweise zusammen einem VZÄ.

Was ist der Unterschied zwischen Personalbedarfsplanung und Personaleinsatzplanung?

Die Personalbedarfsplanung bestimmt den zukünftigen Bedarf. Die Personaleinsatzplanung legt fest, welche Mitarbeiter wann, wo und für welche Aufgaben eingesetzt werden.